Gefühlt meine ich nicht, dass es an der Ernährung lag. Er ist ein Hektiker, der, sobald ich in Beckennähe bin, im Zickzack verschwindet.
Eine Anmerkung habe ich noch:
Stress in jeglicher Form ist die Eintrittskarte für Krankheiten bei Mensch und Tier.
Die eine Fischart steckt ihn besser weg, die andere leider nicht.
Das mag an dem vorhandenen Beckenmilieu liegen oder den unterschiedlichen Konstitutionen der Arten. Oder an beidem.
Fische, auch andere Tiere, haben genetisch angelegte Fluchtdistanzen, die es ihnen ermöglichen ihr Überleben in der Natur zu sichern.
Werden diese Distanzen, aus welchen Gründen auch immer, unterschritten, dann wird es bei dem Tier (Fisch) einen unmittelbaren Fluchtreflex auslösen.
Das ist keineswegs eine banale Sachen, da der erzeugte Stress (Angst) stark auf die Psyche des Fisches einwirkt. Meist sehr intensiv.
Die Wissenschaft sagt uns hierzu:
„Unter Stress produziert der Körper Stresshormone, die Entzündungen vorantreiben können“
Es gibt sicher noch einige andere Auffälligkeiten, die man mit erwähnen könnte.
Der Hinweis auf durch Stress hervorgerufene Entzündungen ist für mich hier das Bindeglied.
Größere Fische in (relativ) kleinen Aquarien sind in ihren (artspezifischen) Fluchtdistanzen öfter dem unnatürlichem Stress ausgesetzt, als kleinere Fische in größeren Aquarien.
Wenn also ein gesundes Milieu vorhanden, mangelnde Ernährung als Faktor auszuschliessen ist, keine bakterielle Infektion registriert wird, Interaktionen mit anderen Beckeninsassen relativ friedlich verlaufen, dann sind die Stressoren ausserhalb des Beckens zu suchen.
Wobei nicht nur Dauerstress eine Rolle spielen kann, sondern auch sporadische Einflüsse, wie plötzlich aufkommende Schatten, Reflektionen etc.
Stress und Flucht verbrauchen Energie.
Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass ein Fehlen intraspezifischer Kommunikation die Schreckhaftigkeit des Fisches noch zusätzlich steigert.
Die Nähe zum Pfleger widerspricht auch nicht dem natürlichen Fluchtreflex des Fisches.
Viele Fische werden ihren Fluchtinstinkt nie los.
Frei stehende Aquarien tragen auch nicht gerade zur Beruhigung der Fische bei.
Ich habe das mit ein und derselben Fischart in meinen Aquarien von unterschiedlicher Größe gut beobachten können.
Der Schrecken relativiert sich entsprechend der Distanz zur Frontscheibe.
Gruß
Hajo