Hallo zusammen!
Es gibt keine Statistik über erkrankte Fische im Aquarium.
Es gibt aber sehr wohl Fische in Händlerbecken in schlechtem Zustand.
Das ist nicht abwertend zu verstehen, sondern das Ergebnis von immer noch nicht optimalen Fang- und Exportbedingungen, die der Gesundheit und Unversehrtheit unserer Fische entgegen stehen.
Da rein jeder Neuerwerb eine Zeitbombe in sich tragen kann, muss zumindestens über Alternativen nachgedacht werden. Sonst bleibt jeder Kauf ein Risiko.
Theoretisch könnte der ausgesuchte Fisch zur Sicherheit mehrere Wochen im Händlerbecken verweilen, bis dann die Übergabe stattfindet.
In dieser Zeit wird sich zeigen, ob er gesund ist oder krank.
Schön wär`s! Das ist reine Theorie und leider nicht die Praxis.
Warum das so ist, wissen wir alle. Der Händler trägt das Risiko.
Also bleibt dafür zu sorgen, dass der Fischkauf nicht zum Desaster wird.
Die Eigenverantwortung sollte allerdings so groß sein, dass der Neuzugang nicht sofort den Weg ins Becken findet.
Mit einer Temperaturanpassung ist es nicht getan.
Eine Anpassung der Dichte muss folgen, da erfahrungsgemäss auch die Salinität den Gegebenheiten im eigenen Becken nicht immer entspricht!
In diesem Zusammenhang ist die Gelegenheit günstig, den Zustand des Fisches in der Tüte zu überprüfen. Geübte Augen erkennen hier bereits einige Hinweise.
Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich einen Typen, der früher einmal aus Mitleid und ohne vorübergehende Quarantäne, den verschwundenen Partner von Amphiprion percula durch ein neues kleines Fischchen ersetzen wollte.
Menschelnde Gefühle überwogen und meine guten Vorsätze gingen auf einmal den Bach hinunter.
Der neue, kleine Fisch versaute mir den ganzen Bestand!
Mal abgesehen von einem 4-stelligen Betrag, den ich durch Dummheit verlor, waren einige der Fische nicht ohne weiteres zu ersetzen.
Das war und blieb für mich der größte Schaden.
Vielleicht kann sich das keiner mehr vorstellen, da heutzutage die meisten Meerwasseraquarianer ihren Schwerpunkt in der Korallenpflege haben. Wenn sie aber einen im Laufe der Jahre zusammengestellten, harmonischen Altbestand an auch grossen Fischen verlieren, dann ist das eine andere Hausnummer, als wenn irgendwelche Korallen muckeln, die vorsichtshalber fragmentiert oder spaeter 1:1 ersetzt werden können.
Wer sich in Ausflüchten verliert, wenn es um das obligate Übergangsbecken geht, der sollte sich später nicht beklagen, wenn trotz technischer Hilfsmittel und/oder homöopathischen Dosen der Kräutermedizin, jede Hilfe für die erkrankten Fische im Riffbecken zu spät kommt.
„Otto-Normalaquarianer“ wird erst beweglich in der Birne, wenn er seinem Gewohnheitstrend aufgesessen ist, und er in der Bredouille sitzt.
Wer dennoch die Gefahren ignoriert und auf eine Art kontrollierten Übergang verzichtet, der ist kein alter Hase, sondern ein alter Depp.
Mit diesen Zeilen möchte ich es bewenden lassen.
Ob mein Geschreibsel einen Kopierwert darstellt liegt im Auge des Betrachters.
Es sind nicht die zehn Gebote. Man könnte es allerdings unter langjähriger Erfahrung mit Meerwassertieren abhaken.
Gruß
Hajo