Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Roger,

    ich würde ihn erlösen.
    Da es sich um einen relativ kleinen Fisch handelt, wäre die Methode der Wahl der Genickschnitt mit einer scharfen Schere. Die von Anglern praktizierte und gelehrte Methode mit vorgesetzter Betäubung (Schlag auf den Kopf, Augendrehreflexprüfung, dann Schnitt um beide Kiemenbögen) ist bei Kleinfischen nicht anwendbar. Unten noch zwei Links, die sich mit dem Thema beschäftigen.

    Link1
    Link2

    Gruß,
    Torsten

    Hallo Franz-Josef,

    Beta Glucan ist ein Stoff zur natürlichen Stärkung der Abwehrkräfte. Es ist ein Polysaccharid, das aus den Zellwänden der Bäckerhefe gewonnen wird. Beta-Glucan aktiviert die wichtigsten Immunzellen unseres Körpers: die Makrophagen. Die Makrophagen zirkulieren in unserem ganzen Körper und bekämpfen unspezifisch Viren, Bakterien, Pilze, Krebszellen und andere potentielle Schädlinge.

    Man bekommt es als Kapseln in Apotheken oder auch im Internet-Versand (-> google). Das Pulver wird aus den Kapseln entnommen und z.B. Frostfutter damit vermischt bzw. man kann es evtl. an Lebendfutter verfüttern. Allerdings darf man davon keine Wunder erwarten. Leidet ein Seepferdchen unter einer massiven Infektion im Schwanzbereich muss immer auch eine direkte Behandlung dort einsetzen. Beta Glucan kann hier nur unterstützend wrken. Der Hinweis in dem Artikel bei dem überlebenden Tier muss nicht zwangsweise mit dem Beta Glucan zusammenhängen. Es wurden nur alle ergriffenen Massnahmen vollständig beschrieben.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Franz-Josef,

    Pferdchen und Verletzungen sind so ein Thema für sich. Die wasserfeste Salbe, von der Du irgendwo gelesen hat, ist Volon A Haftsalbe. Sie wird benutzt, um nicht infektiöse Schelimhauterkrankungen zum Abklingen zu bringen. Sie haftet auf feuchter Haut und unter Wasser und enthält einen entzündungshemmenden Wirkstoff aus der großen Familie der Cortison-Wirkstoffe. Der Nachteil an dieser Salbe ist leider, dass sie sich bei mit Bakterien infizierten Wunden eher negativ auswirkt, da sie Bakterien nicht abtötet. Die Entzündung wird kurzfristig von dem Wirkstoff Triamcinolon zurück gedrängt, die Bakterien vermehren sich unter der Salbe aber weiter und dann kommt es häufig zum starken Rückfall. Daher wird in diesen Fällen Volan A Haftcreme immer nur zusammen mit einem antibiotisch wirkenden Zusatzstoff angewendet. Also könntest Du versuchen, zuerst die Beta-Isodona-Lösung aufzutupfen und dann die Wunde mit Volan A-Haftsalbe abzudecken. Wobei ich nicht sagen kann, ob die ganze Geschichte dann noch hält ? Leider sind Seepferdchen sehr empfindliche Patienten. Diese Schwanzverletzungen eskalieren sehr schnell, indem sie von Bakterien und Protozoen besiedelt werden und führen unbehandelt leider sehr oft zum Tod der Tiere. In dem Artikel, der unten verlinkt ist, hätte ein entsprechendes Antibiotikapräparat, welches über den Tierarzt bezogen wurde, dem infizierten Seepferdchen geholfen. Leider dauerte die Diagnose mit entsprechend sorgfältigen Erreger- und Resistenznachweisen zu lange und das Tier ist vorher verstorben.

    Lies Dir noch bitte diese Krankengeschichte durch, sofern Du sie noch nicht kennst.

    Bitte noch ein Foto einstellen, damit kann man die Situation besser beurteilen.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Bassti,

    selbst wenn die Grundel irgenwann im Becken verendet, besteht für die anderen Bewohner keine besondere Gefahr der Übertragung. Er wird von den üblichen Aasfressern "entsorgt". Der Fisch hat sich evtl. irgendwann mal im Maul- / Nasenbereich verletzt und über diese Eintrittspforte ist die Infektion dann reingekommen. Das kann man nicht vorhersehen und auch nicht jeder Fisch entwickelt nach einer Verletzung dann sofort ein derartiges Krankheitsbild.

    Gruß,
    Torsten

    Hallo Andre,

    das ist schon sehr merkwürdig. Fische nehmen normalerweise so wie andere Lebewesen symetrisch zu bzw. magern symetrisch ab. Wenn die Rücken-Muskulatur nur einseitig abnimmt, dann liegt meistens eine innere Erkrankung vor. Entweder ist es eine Stoffwechselstörung oder ein Endo-Parasit hat sich dort eingenistet und stört den lokalen Muskelaufbau.

    Es stellt sich die Frage, was passiert, wenn man den Fisch mit guten Futter etwas hochmästet ? Ob er dann auf der eingefallenen Seite irgendwann Normalgestalt bekommt und gegenüber eine Fettbeule ausbildet bzw. die Magerstelle evtl. auch gar nicht reagiert ?

    Gruß,
    Torsten

    Hallo Bassti,

    das sieht in der Tat nicht sehr gut aus. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Entzündungsherd im Gewebe, der über die Nasenöffnungen oder den Rachenraum angefangen hat. Wahrscheinlich sind hier auch pathogene Bakterien mit im Spiel und eine Gewebenekrose hat bereits eingesetzt.

    Um das Tier zu behandeln und noch zu retten ist wahrscheinlich schon zu spät. Es müsste auf jeden Fall unverzüglich eine intensive Antibiotikabehandlung durchgeführt werden, was nur über einen Fachtierarzt und nur im Quarantänebecken möglich wäre. Irgendwann wird diese Blutblase nach außen aufbrechen und die Wunde von weiteren Bakterien besiedelt. In seltenen Fällen überleben die Fische eine derartige Geschwürbildung - zurück bleibt aber fast immer ein stark deformiertes Maul, welches den Fisch beim Fressen behindern kann.

    Es tut mir leid, dass ich Dir hier keine bessere Diagnose geben kann.

    Gruß,
    Torsten

    Hallo Michael,

    bei diesem Krankheitsbild gibt es div. Varianten. So kommt es auch vor, dass die Hornhaut vor dem Auge bzw. die Haut um das Auge herum stark aufgebläht wird und der eigentliche Augapfel verbleibt in der Augenhöhle. Ich habe es auch schon so erlebt, wie Du es jetzt bei Dir hast. Es ist eigentlich alles in Ordnung mit Wasser und Beckenbiologie, trotzdem zeigt ein einzelner Fisch dieses Symptome. So kann man leider nur abwarten, was daraus wird. Eine gezielte und erfolgversprechende Behandlung gibt es hier leider nicht.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Michael,

    so ein "Gebilde" kann über Nacht entstehen. Es handelt sich um ein sogenanntes Glotzauge oder mit dem Fachbegriff um Exophthalmus. Das Glotzauge ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern kann ein Symptom unterschiedlicher Erkrankungen sein. Es entsteht durch Flüssigkeitsansammlungen hinter dem Auge, die das Auge stark hervortreten lassen und teilweise sogar (wie hier wahrscheinlich) flüssigkeitsgefüllte Blasen rund um das Auge erzeugen. Daher ist es sehr schwer, hier eine Ferndiagnose abzugeben.

    Ursache dieser optischen Erscheinung können bakterielle oder virale Infektionen sein, schlechte Wasserwerte und auch falsche Ernährung bzw. falsches Futter. Der Stoffwechsel und Flüssigkeitshaushalt des Fisches ist massiv in diesem Bereich gestört. Daher kann man das Auge nicht direkt behandeln, sondern immer nur versuchen, die Bedingungen für den Fisch optimal zu gestalten. Häufig bilden sich diese Glotzaugen auch wieder völlig zurück, ohne, dass man jemals die genaue Ursache dafür findet. Da ich annehme, dass das andere Auge noch nicht betroffen ist, besteht hier zumindest die Höffnung, dass es wieder zurück geht.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Timo,

    Malachitgrün-Verbindungen sind im Meerwasser schnell unwirksam und müssen daher bei einer Therapiesituation mehrfach nachdosiert werden. Für ein jetzt fischleeres Becken mit Garnelen und LPS und SPS-Besatz würde ich die Zugabe nicht empfehlen, sondern mehr auf die Wartezeit ohne Fischbesatz bauen. Natürlich verbleibt hier ein Restrisiko, da wie bereits erwähnt in der mir zugänglichen wissensch. Literatur zu Brooklynella keine Angaben gemacht wurden, wie lange der Parasit ohne Fischwirt überlebt.

    Das Quarantänebecken, wenn es möglich ist, einfach ausleeren und austrocknen lassen oder, wenn es in Betrieb bleibt mit einem der malachitgrünhalitgen Mittel aus dem Fachbericht mit Formalinzusatz (z.B. Sera Costapur F) "behandeln". Brooklynella und Chilodonella reagieren extrem empfindlich auf die Kombnination aus dem grünen Farbstoff + Formalin.

    Bei deinem Hauptbecken würde ich nicht prophylaktisch eingreifen - die Fische gut beobachten - jetzt weißt Du ,dass die geringste Verschlechterung der Atmung bereits ein Alarmzeichen ist. Allerdings kann man in den heutlgen Riffbecken kaum ausreichend behandeln. Ein Zusatz von Malachitgrün ohne Formalin ist bereits ein großer Eingriff in dei Beckenbiologie - man rettet evtl. die Fische und schädigt dafür evtl. niederen Tiere.

    Gruß,
    Torsten

    Hallo Timo,

    vielen Dank für die Rückmeldung und sehr schade um deinen Patienten. Trotzdem können wir alle von deinem Bericht hier im Forum profitieren.

    Der Befund überrascht ! Ich denke aber, hier liegt eine Verwechselung vor. Der herzförmige Hauttrüber Chilodonella ist m.W. ausschließlich im Süsswasser heimisch und ein gefürchteter Killer von Süßwasserfischen und wird entsprechend häufig auf eingeschickten Fischen aus Süßwasseraquarien und Gartenteichen identifiziert werden. Er kann sehr leicht mit seinem Pendant Brooklynella hostilis im Meerwasser verwechselt werden. Es ist richtig, dass man Chilodonella mit Kochsalzbädern bekämpft, was im Süßwasser auch einen gewissen Sinn macht. Das Mittel der Wahl ist aber hier Malachitgrünoxalat bzw. Malachitgrünverbindungen. Mit der Wahl eines Breitspektrummittels wie dem Tetra MaronOopharm hast Du im Prinzip die richtige Wahl getroffen, denn dieses Mittel hätte auch die Ciliaten sicher abgetötet - nur ist es wohl viel zu spät gekommen.

    Leider kam hier jede Hilfe zu spät, da Brooklynella sich direkt auf dem Fisch stark vermehrt und in der Enge unserer Aquarien auch völlig gesunde und vitale Fische besiedelt und nach und nach tötet. Da keinerlei äußere Krankheitssymptome zu sehen waren, blieb eigentlich nur noch Amyloodinium übrig. Aber wie man sieht, bin ich selbst nicht auf Brooklynella gekommen, da sie meistens nur in Verbindung mit getrübter Schleimhaut und leicht trüben Augen auftritt. Der deutsche Name Clownfischkrankheit trägt auch nicht gerade zur besseren Einordnung bei, da viele Aquarianer glauben, dass der Parasit nur Clownfische befällt.

    Leider gibt es in der wissenschaftlichen Literatur bisher keinen Hinweis, wie lange Brooklynella im fischleeren Becken überlebt, daher wäre ich sehr vorsichtig und würde mind. 8 Wochen abwarten. Danach einen Testfisch einsetzen und abwarten. Wenn der Testfisch über 4 Wochen keine Symptome zeigt, dann kann man einen Neubesatz wagen. Die Alternative ist eine Desinfektion mit gegen Brooklynella wirksamen Medikamenten, die dann aber i.d.R. Nebenwirkungen auf die Riffbewohner zeigen. Eine UV-Anlage ist bei diesem Erreger ziemlich wirkungslos, da er sich nur selten im Freiwasser aufhält.

    Frage in dem Labor noch einmal nach, ob sie diesen Parasiten tatsächlich als Chilodonella identifizieren oder ob es nicht doch Brooklynella ist. Wie gesagt, ich kenne keine Chilodonella-Variante, die im Meerwasser vorkommt. Letztendlich zerstören beide die Kiemen und sind sich morphologisch so ähnlich, dass es für eine Therapie und das weiterte Vorgehen auch egal ist.

    Hier der entsprechende Fachartikel, der bestätigt, wie gefährlich der Parasit ist:
    Brooklynella hostilis

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Timo,

    ein SW-Bad ist extremer Stress für den Fisch und sollte nur dann gemacht werden, wenn es eine anschließende Therapie noch sinnvoll unterstützen kann. Das würde ich hier nicht machen. Bei der Wahl der Mittel stellt sich meistens die Frage, welches kann ich im Handel überhaupt bekommen ? Nicht jeder Händler führt alle Marken. Daher würde ich eines der Mittel aus der Liste nehmen - sie sind alle wirksam.

    Noch etwas: Ein Quarantäenbecken sollte auch eine Rückzugsmöglichkeit bieten und den Fisch nicht ständig umfangen - das ist ebenfalls Stress. Das Fanggerät gut trocknen lassen bzw. desinfizieren (oder heißes Wasser, sofern der Kescher das aushält). Darauf achten, dass Wassertropfen aus Zwischenhälterungsbehältern, Gläsern, Bechern usw. , in die der Fisch eingesetzt wurde, ebenfalls den Erreger für mehrere Tage infektionsfähig vorhalten können. Nicht mit den ungewaschenen Händen von Becken zu Becken gehen.

    Gruß,
    Torsten

    Hallo Timo,

    ich versuche mal die Fakten zusammen zu tragen:

    1. Ein Becken läuft 5 Monate mit Lebendgestein und wird eingefahren. Es werden mehrere Garnelen eingesetzt und seit mehreren Wochen auch ein Blenny. Dazu kommen LPS und SPS.
    2. Zwei Flammenkaiser werden zugesetzt und einer stirbt nach ca. 1 Woche, der 2. + Blenny nach weiteren 1,5 Wochen. Einzige Auffälligkeit: schnelle Atmung und abgespreizte Kiemendeckel nach Exitus, keine Hautparasiten optisch erkennbar.
    3. Nach 3 Wochen wird ein Zitronenkaiser zugesetzt, der evtl. ebenfalls jetzt eine erhöhte Atemfrequenz zeigt (nur auf einer Seite???).

    Da ich die Fische weder gesehen habe noch genau die Verhältnisse kenne, kann ich Dir bei aller Vorsicht zu den Vorfällen nur folgendes sagen:

    1. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Fische aufgrund "schlechter" Wasserwerte gestorben sind. Dafür spricht, dass die Wasserwerte keine für Fische kritischen Grenzwerte überschritten haben, es den übrigen Bewohnern weiterhin gut geht und die neu eingesetzten Fische eine ganze Zeit überleben, bevor sie Symptome zeigen. Bei einer Vergiftung über chemische Parameter würden sie deutlich schneller reagieren - der Zeitraum zwischen den Todesfällen wäre kürzer. Die geschilderten Symptome sprechen für einen Tod durch Ersticken. Die Kiemen der frisch toten Fische bzw. der noch lebenden Fische sind dann nur noch blaß rosa bis weiß verfärbt (das wurde wahrscheinlich nicht registriert - oder ?).
    2. Kupfer ist es auch nicht, da wie bereits von Wolfgang gesagt, Garnelen hier deutlich empfindlicher reagieren.
    3. Nach der Chronologie ist es wahrscheinlich, dass die Flammenkaiser einen Ektoparasiten eingeschleppt haben, der sie selbst und den Blenny getötet hat. Dafür spricht, dass die Todesfälle erst nach einiger Zeit aufgetreten sind. Der Parasit war evtl. nur in geringer Zahl vorhanden und benötigte erst einige Zeit für Vermehrungszyklen, um eine kritische Dichte zu erreichen.
    4. Fische atmen normalerweise syncron, d.h. beide Kiemendeckel bewegen sich parallel und synchronisiert. Nur in Stresssituationen kann sich das mal kurz ändern. Beobachtest Du tatsächlich, dass sich nur ein Kiemendeckel schneller bewegt als der andere ?

    Ich würde auf jeden Fall jetzt mindestens 6 Wochen warten, bis erneut Fische eingesetzt werden. Eine zusätzliche UV-Anlage würde das Risiko von einem Neubesatz und späteren Ergänzungen weiter minimieren.
    Das der verbleibende Fisch jetzt in Quarantäne sitzt, ist eine gute Entscheidung - die Salinität ist hier nicht von großer Bedeutiung - ich würde ganz normale Standardwasserverhältnisse anstreben und den Fisch gut beobachten. Falls in dem Quarantäenbecken keine weiteren Bewohner sitzen, auf die bzgl. einer Medikamentation Rücksicht genommen werden muss, könnte man, sofern die Atmungsfrequenz erhöht ist, bereits jetzt mit einer gezielten Therapie beginnen.
    Siehe dazu: Marubis Fischkrankheiten-Fachartikel - Punkt 8.

    Bitte weiter berichten und dazu auch mal ein gutes Foto (sofern möglich) einstellen, sollten sich Veränderungen einstellen. Das Umsetzen in das 1000-Liter Becken bitte frühestens nach einer Mindest-Quarantänezeit von mindestens 4 (besser 6) Wochen vornehmen.

    Viele Erfolg,
    Torsten

    Hallo,

    schön, dass es dem gelben Doc wieder so gut geht - mit Farbe sieht er einfach viel besser aus. Und ich habe wieder etwas dazu gelernt - mit viel Geduld und der richtigen Pflege bekommt man auch einen "entfärbten" Doc wieder hin. Meine bisherigen Erfahrungen dazu hatte ich aus den Importstationen der Großhändler, die natürlich solch ein Bleichgesicht nur noch als "Beifang" verschenken konnten und die Genesung über längere Zeit nicht abgewartet hätten. Danke für die Rückmeldung !

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Cemil,

    auf dem Video ist mir nur aufgefallen, dass der gelbe Doc in der Rückenmuskulatur eine deutliche Delle nach innen zeigt, was ungewöhnlich ist. Die Atmung ist leicht erhöht, aber nicht dramatisch - schließlich ist der Fisch im Stress. Ansonsten kann ich leider keine Anzeichen einer von außen erkennbaren Kranklheit feststellen. Eine Cyanidvergiftung halte ich für unwahrscheinlich. Diese wurde (früher) meistens nur bei Fischen angewendet, die sich in Felsspalten zurückziehen. Gelbe Docs sollten viel Algennahrung erhalten, aber selbst bei reiner Fleischfütterung zeigen sie zuvor häufig rötlich unterlegte Flossenränder und sterben nicht einfach weg.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Roger,

    was für ein dramatischer Verlauf dieser Infektion! So wie es aussieht, ist die entzündete Stelle jetzt aufgebrochen und der Fisch versucht, den nekrotischen Inhalt los zu werden. Wenn das gelingt, hätte er sogar eine gewisse Überlebenschance. Es kann sich aber auch um eine Sekundärinfektion mit einem Pilz handeln, der jetzt auf dem abgestorbenen Gewebe parasitiert - die weniger hoffnungsvolle Variante. Danke für die Bilder zum weiteren Verlauf. Hoffen wir, dass der arme Kerl es noch schafft!

    Eine sinnvolle Behandlung könnte man mit erheblichen Aufwand in solch einem Fall zwar durchführen - sie wird aber eher extrem wertvollen Einzelfischen vorbehalten sein. Man könnte den Fisch herausnehmen, betäuben, das nekotische Gewebe abnehmen, einen Leukasekegel in die Wundöffnung setzen und mit einer wasserfesten Beschichtungssalbe verschließen. Bei größeren Fischen würde zusätzlich eine Antibiotika-Injektion in den betroffenen Muskelregion bzw. ein AB-Futter gegeben. Das geht aber nur über einen Fachtierarzt und ist bei der Größe des Fisches nicht nur handwerklich schwierig zu bewerkstelligen.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Roger,

    auf dem Foto erkennt man eine stark nach außen gewölbte Gewebeausstülpung, die sich im Bereich der Rückenmuskulatur unterhalb der hinteren Rückenflosse befindet. So wie sie sich darstellt, kann es sich aus meiner Sicht um drei verschiedene Krankheitsbilder handeln:
    1. Der Fisch hat einen Muskelparasiten, der vom Körper eingekapselt wird und einen entzündlich-nekrotischen Prozess hervorruft (unwahrscheinlichste Variante).
    2. Es handelt sich um eine Tumor. Dageben spricht eigentlich die fehlende Nähe zu Organen. Ein Tumor im Muskelgewebe mag vorkommen, ist aber eher unwahrscheinlich.
    3. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion mit beginnender Nekrose des Gewebes bzw. einem Durchbruch nach außen.

    In allen drei Fällen kannst Du kaum effektiv eingeifen. Falls es eine rein bakterielle Infektion wäre, würde natürlich ein Antibiotikafutter helfen. Allerdings müsste es sofort sehr hoch dosiert und vor allem mit dem richtigen Antibiotika gegeben werden. Und dafür müsste man zuvor die Resistenzen bestimmen. So kannst Du hier leider nur abwarten, ob der Fisch es auch so schafft oder auch nicht - besonders gut sieht es für ihn auf jeden Fall nicht aus.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Peter,

    das sehe ich auch so. Es sind zwar über den Körper verteilte "white spots", wie sie die braunen Röhrenaale auch haben, allerdings nur in geringer Anzahl. Es fehlt der charakteristische helle Fleck unterhalb der Pupille. Zudem sind beide Bauchflossensäume sehr stark ausgebildet, was eher für einen schwimmenden Fisch spricht.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Halllo Jonas,

    Danke für die sehr guten Fotos - so kann man auch aus der Ferne eine relativ sichere Diagnose stellen.
    Das was ich auf den Fotos erkennen kann, ist leider eine sehr schwere Erkrankung. Der Körper der Grundel ist im Bereich der inneren Organe unnatürlich aufgebläht und wirkt in diesem Bereich auch sehr blaß. Die Schuppen hinter der Brsutflosse sind gespreizt und das Auge ist leicht eingetrübt. Du selbst berichtest noch dazu, dass sich die Brustflossen verändert haben und ebenfalls eingetrübt sind.

    Folgendes kann ich Dir dazu sagen: Die Grundel leidet entweder an eine schweren Stoffwechselerkrankung oder an einer schweren inneren Infektion. Das Abspreizen der Schuppen, die Verfärbung der Brustflossen und die Eintrübung des Auges zeigen ziemlich sicher an, dass hier bereits ein entzündlicher, degenerativer Prozess eingesetzt hat. Die Grundel ist aus meiner Sicht leider nicht mehr zu retten. Sie wird wahrscheinlich in den nächsten Tagen verenden. Leider kannst Du da nichts machen - tut mir leid.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Philipp,

    wir hatten in der Aquakulturanlage mit ca. 200 m³ Wasservolumen 10 UV-Brenner mit ca. 1 Meter Länge parallel geschaltet, die eine Einzelleistung von ca. 250 Watt hatten. Pro UV-Röhre liefen ca. 8-10 m³/ Stunde durch. Zusätzlich wurde das Abwasser vor der Klärung noch mit Ozon behandelt. Heute gibt es Membransyteme für Kläranlagen, die sich selbst von verblockenden Material wieder befreien und Bakterien abreichern. Die wären natürlich auch gut geeignet, Ektoparasiten aller Art abzureichern.

    Link_UV

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Marko,

    theoretisch wäre es möglich, die Schwärmer über einen Feinfilter heraus zu filtern. Die Schwärmer sind 25-60 µm groß. Ein derartiger Filter würde aber aufgrund der im Wasser mitschwimmenden Partikel schnell verstopfen. Mit normaler Filterwatte ist das nicht zu schaffen. Um einen einigermaßen guten Durchfluß zu realisieren, müsste man einen ziemlich großen 10µm Fein-Filter mit Vorfiltern einbauen. Der finanzeille Aufwand würde bei einigen hundert Euro liegen und der Filter müsste regelmässig ausgetauscht werden, wenn er "dicht" wäre. Aus diesem Grund ist eine UV-Anlage wirtschaftlicher.

    Schwärmer schwimmen kreisförmig und werden dabei von der Strömung mitgerissen. Sie halten sich fast immer im unteren Drittel des Beckens auf und können auch in Spalten und Nischen verdriften und so Fische, die in der Nacht bodennahe Regionen aufsuchen, leicht infizieren. Eine starke Bodenströmung würde sie im ganzen Becken verteilen. Alle erwischt man sowieso nicht auf einmal. Man kann sie immer nur weiter ausdünnen und so den Infektionsdruck für die Fische erträglich halten.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Marko,

    eine Quarantänezeit von 4 Tagen ist nicht ausreichend. Das Verschwinden der weißen Pünktchen zeigt lediglich an, dass die "reifen" Parasiten und damit für uns optisch sichtbaren Parasiten nach ihrer Wachstumsphase in der Fischhaut abgefallen sind und sich nun außerhalb des Fischwirtes teilen, um danach als Schwärmer in hundertfacher Zahl erneut auf Wirtssuche sind. Leider sitzen auf infizierten Fischen immer auch frische Schwärmer, die man mit dem Auge noch nicht erkennen kann. Sie brauchen einige Tage bis Wochen, um als weißer Punkt für das menschliche Auge sichtbar zu werden. Die angesprochene Umsetzmethode hat man früher bereits mit Erfolg praktiziert. Aber der Aufwand, ständig alle paar Tage ein frisch desinfiziertes Becken vorzuhalten und der permanente Fang- und Umsetzungsstress für den Fisch, haben diese Methode heute ziemlich verdrängt.

    Wenn man alle neu gekauften Fische konsequent vor dem Einsetzen in das Schaubecken zuerst 4-6 Wochen in Quarantäne halten und dann erst umsetzen würde, hätte man theoretisch immer einen gesunden Fischbesatz. Wenn der Fisch im Q-Becken erkrankt, kann man ihn dort ungleich beser und gezielter behandeln als im Schaubecken. aber dort würde er natürlich genauso erkranken wie im Q-Becken, wenn er eine Infektion mitbringt. Ein Q-Becken muss aber ausreichend groß und für den Fisch optimal eingerichtet (Verstecke, usw.) sein.

    Was Philipp geschrieben hat ist durchaus gängige Praxis im Großhandel. Wir hatten füher eine Kreislaufanlage mit über 200 m³ Wasservolumen. Dort konnte man nicht beliebig Medikamente zumischen. Daher hatten wir eine UV-Anlage, die für eine Kleinstadt ausgereicht hätte. Das Wasser kam steril nach den Brennern heraus, was wir auch regelmässig nachweisen konnten. Nur so kann man ständig wechselnde Fischimporte "clean" halten. Falls doch mal mit Chemikalien behandlet werden musste, wurde das betreffende Becken aus dem Kreislauf heraus genommen und über Einzelfilterung als separates Q-Becken behandelt. Übrigens werden die meisten Importfische auf dem langen Weg von den Fanggebieten bis zum Einzelhandel mehrfach mit div. Mitteln prophylaktisch behandelt. Sie würden sonst die erhöhte Infektionsgefahr in der Enge der Hälterungsanlagen und in den Transportbeuteln nicht gut überstehen.

    Zu Hause kann man nicht immer den Aufwand über ein oder mehrere separate Q-Becken einrichten. Daher sollte eine leistungsfähige UV-Anlage zumindest für den Krankheitsfall immer vorgehalten werden. Es kann lange Zeit gut gehen, irgendwann erwischt es einen nach einem Neubesatz und dann muss man schnell handeln.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Bastian,

    das Mittel JBL Punktol wird nicht direkt ins Becken gegeben. Das wäre in der Anwendungskonzentration für die übrigen Mitbewohner evtl. schädlich, wie Du selbst schon erkannt hast. Das Mittel wird auf Flockenfutter angereichert und dann verfüttert - es wirkt von "innen". Kleinere Mengen, die aus dem Futter ausgewaschen werden, schaden, nach allen vorliegenden Berichten, dann der übrigen Beckengesellschaft nicht. Den Bericht zur Herstellung gibt es hier.

    Zitat

    und es ist jetzt innerhalb von einem Tag optisch besser geworden.


    Da darfst Du Dich nicht täuschen lassen - das ist der normale Verlauf der Parasitenentwicklung. Die verschwundenen Punkte teilen und entwickeln sich gerade außerhalb des Fischkörpers und kehren mit mind. 10-facher Menge demnächst zurück. Auf Dauer wird der Fisch immer mehr Parasiten aufweisen. Verhindern kannst Du das nur über die Doppelstrategie eines starken UV-Brenners und zusätzlich mit dem Medizinalfutter. Knoblauch und Vitamine helfen nicht gegen die Parasiten. Sie unterstützen in geringem Maße die Vitalität des Fischorganismus, sind aber nicht in der Lage, Parasiten abzutöten.

    Um den Parasiten Cryptocaryon irritans besser kennen zu lernen, bitte hier nachlesen.

    Die Bekämpfung und schließlich die Ausrottung dieses Parasiten erfordert einen Zeitraum von mindestens 8-10 Wochen. Wenn man zu kurzfristig die Behandlung (UV/Punktol) absetzt, dann kehrt er sofort zurück.

    Eine gute UV-Anlage sollte für den Zweck der Parasitenbekämpfung immer etwas überdimensioniert sein. Empfehlungen und Erfahrungen kannst Du hier im Forum unter der Suchfunktion unter "UV" finden. Gute Hersteller sind nach meiner Erfahrung DeBary und HW-Wiegandt.

    Den Fisch in Quarantäne zu setzen, macht eigentlich nur Sinn, wenn man über ein entsprechend großes Q-Becken verfügt und das Hauptbecken ansonsten fischfrei ist (neue Fische daher vorher in Quarantäne setzen). Der Erreger kann auf den restlichen Fischbewohnern überleben, ohne dass man ständig Punkte sieht, da sie eine unterschiedlich ausgeprägte temporäre Resistenz erwerben. Sobald Du den behandelten Fisch wieder zurück setzt, kann die Krankheit daher aus dem Reservoir des Hauptbeckens erneut ausbrechen. Insofern macht eine Bekämpfung im Hauptbecken unter den gegenwärtigen Bedingungen den meisten Sinn.

    Viele Grüße und viel Erfolg,
    Torsten

    Hallo Lars,

    Pati hat bereits alle sinnvollen Möglichkeiten beschrieben. Leider sind die therapeutischen Ansätze gerade für einen Chelmon nicht einfach, da er als Nahrungsspezialist nicht an MedizinalTrockenfutter geht und ein mit Antibiotika angereichertes Frost-Futter sowieso nur im Quarantänebecken gehen würde, da die meisten Bestanmdteile ins Wasser geschwemmt werden.

    @Pati, exzellente Diagnose und alles richtig und zutreffend beschrieben. Chapeau ! :thup

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo,

    es ist sicher richtig, dass hier die Erlöse der Fischer extrem unterschiedlich sind. Gut ausgestattete Fischer mit Booten, entsprechender Transportlogistik und dem Wissen, was ihre Fracht am Weltmarkt wert ist, sind hier im Vorteil.

    Ich habe zumindest vor 10 Jahren in Südostasien noch "Übergabepreise" von 3-10 €-Cent mitbekommen. Das mag sich inzwischen geändert haben. In der einen Quelle findet man aber ebenfalls diese Quoten (sicher nicht repräsentativ):

    Zitat

    1I know of fishermen in Banggai, small islands East of central Sulawesi, who used to earn 380 Rupiah (0.03 €) per Banggai Cardinal. Now, since they formed a cooperative and follow their own code of conduct, which forbids cyanide use, they receive 450 Rupiah (0.04 €) per fish. The local government set quota to manage the fishery. (Source: LINI)

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Timo,

    das ist ein sehr vielschichtiges Thema. Hier gibt es alle Varianten, so wie sie in den angegebenen Quellen auch angegeben wurden. Da gibt es vorbildliche Fang- und Hälterungsstationen, die die Tiere schonend und optimal versorgen und über das nötige Know-How und die Technologien verfügen. Sie beschäftigen wiederum entweder eigene Fänger oder kaufen von unabhängigen Fängern zu.

    Gefangen wird mit Netzen, Reusen und manchmal leider auch noch mit Chemikalien, um die Fische zu betäuben. Leider sieht man diese Fangmethoden den Fischen nicht (sofort) an und man muss sich schon manchmal fragen, wie kommt ein blitzschneller kleiner Fisch, der im eigenen MW-Becken sofort im Gestein verschwindet lebend in die Hände der Fänger?

    Zur Zwischenlagerung verfügen die meisten über Plastikboxen oder Beutel, es gibt aber auch sehr einfache Lösungen, wie ich sie einmal selbst erleben dürfte. Da wurde z.B. einfach eine große Plastik-Plane am Ufer im Schatten der Bäume in eine Mulde gelegt und mit Meerwasser befüllt. Ein Kind wurde dort zurück gelassen, um Vögel und Raubtiere zu verscheuchen und mit einer Art Holzpatsche das Wasser zu bewegen (Sauerstoffeintrag). Dort wurde der Tagesfang gesammelt und am Abend in Eimern und Boxen umgeladen und per Boot weiter transportiert.

    Ein Fänger bekommt meistens nur wenige Cent pro Fisch, die Hälterungsstation verkauft dann weiter an Zwischen - und Großhändler, die meistens in den Hauptstädten sitzen und dort wiederum die Fische zwischenhältern. Diese bieten dann die Tiere international an und übernehmen den Export in alle Welt. Der Preis pro Fisch steigt zwischenzeitlich schnell in die Höhe, d.h. jede Zwischenstation erhöht den Preis um einige Dollar bei wertvollen Arten. Teilweise wird von Station zu Station mehrfach verdoppelt. Das kommt auch von dem mit jeder Zwischenstation steigenden Risiko. Je länger die Fische gehältert werden müssen, umso schneller können einzelne mitgeschleppte Parasiten sich vermehren und ausbreiten. Kleinste Verletzungen von den Fangnetzen können selbst gesunden Fischen unter Stressbedingungen, wie sie die Zwischenhälterung und der Transport unzweifelhaft darstellen, gefährlich werden. Zudem wird beim schnellen Umschlag der Tiere in den Hälterungsstationen meistens nicht mehr gefüttert, um das Transportwasser nicht zu verschmutzen. Wenn die Tiere dann final in Transportbeutel mit Sauerstoff verpackt werden, beginnt eine meist bis zu 24 / 36 stündige Reise in alle Welt, bis sie wieder in frisches Wasser kommen. Es hängt sehr viel vom Know-How der Exporteure und aufnehmenden Importeure ab, in welchem Zustand die Tiere ankommen.

    Da es sich bei MW-Fischen i.d.R. um wertvolle und hochpreisige Fracht handelt, haben sich die Bedingungen beim Transport in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und die Verlustrate ist meistens gering. Wir "Verbraucher" der Fische sollten uns nicht nur am Preis orientieren (wie so oft), sondern für gesunde und optimal transportierte und gehaltene Fische auch bereit sein, diesen Mehrwert zu honorieren. Leider sieht man es dem Fisch nicht an, woher er kommt und welchen Weg er nahm. Hier hilft nur das kritische Gespräch mit dem Händler, Transparenz des Handels und eine nachhaltige Nutzung der Fischbestände, die den Fängern und Händlern in den Herkunftsländern eine Basis ohne Ausbeutung und Überfischung bietet.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo zusammen,

    unser Büro-MW-Becken bekommt Reinstwasser für pharmazeutische Zwecke. Es handelt sich um die selbe Qualität, die man zur Herstellung von Injektionspräparaten einsetzt. Warum ? Ganz einfach. Es wird bei uns hergestellt (mehrfach destilliert) und ist zufällig für mich einfacher zu beschaffen als RO-Wasser. Nachteile/ Vorteile: keine

    Also keine Bedenken beim Einsatz von Aqua dest. - auch wenn die meisten Wässer in den Baumärkten inzwischen über Ionenaustauscher oder RO gelaufen sind und dann als sog. "gereinigtes Wasser" in den Handel gehen. Echtes Aqua destillata ist im Handel selten geworden.

    Problematisch sind manchmal eher die mit verkauften Kunststoffbehälter mit ihren extrahierbaren Weichmachern. Bei Zellkulkturen und hochsensiblen molekularbiologischen Testverfahren können sie inhibierend wirken und sich negativ auswirken. Ob sich daraus allerdings auch pauschal wachstumshemmende Eigenschaften bzw. Probleme bei der Korallenkultur nachweisen lassen, ist fraglich . Sicherheitshalber möglichst immer "alte" Behälter benutzen, die schon viel Wasser gesehen haben. Dann sind diese Stoffe mit der Zeit meistens ausgewaschen bzw. nur noch Reste vorhanden.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Beate,

    schön, dass es dem Ocellarismädchen wieder besser geht. Und dank für deinen Bericht und die Details. Das Mittel von Zoo-Zajac ist mir nicht bekannt und wenn die Inhaltsstoffe nicht deklariert sind, dann verwende ich solche Mittel auch i.d.R. nicht, da ich ihre Wirksamkeit nicht beurteilen kann. Auf der Zajac-Internetseite bekommt man die folgende Beschreibung:
    /......Zur Beseitigung von Kiemen- und Darmparasiten. Unterstützt die Eingewöhnung von Afrika- und Diskuswildfängen. Reinigt nachhaltig Kiemen und Darmbereich, keine Schädigung für Niedere Tiere. Fördert die Farbintensität und Vermehrungswilligkeit. Beeinträchtigt nicht das Wachstum von Anemonen und Korallen. Bedenkenlos auch bei Steinkorallen einsetzbar.

    Etwas widersprüchlich ist zunächst der Hinweis auf Süßwasserfische und dann die Verträglichkeit mit Meerwasserbewohnern. So wie es deklariert ist, hat es hoffentlich der Hersteller intensiv geprüft. Wenn es so harmlos ist, wie beschrieben, dann wird es auch kaum wirksame Inhaltsstoffe gegen Würmer und Endoparasiten enthalten. Denn die würden auch Borstenwürmer und andere MW-Bewohner töten. Diese potenten Inhaltsstoffe wären dann wahrscheinlich auch deklarationspflichtig. Aber wie es auch immer um dieses Mittel bestellt ist, es ist immer wertvoll, Erfahrungsberichte aus erster Hand über den Einsatz von Medikamenten und Heilmitteln zu bekommen. Ob das Mittel dem ocellaris jetzt geholfen hat, das Preis-Mittel zuvor oder die Kombination vobn beiden oder hat sie es evtl. am Ende auch allein wieder geschafft ? Diese Fragen werden wir nicht abschließend klären können. Bitte berichte weiter und weiterhin viel Erfolg!

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Beate,

    wenn längere Zeit (>2 Monate) keine neuen Fische ins Becken gekommen sind, dann wird es sich hier wahrscheinlich um eine innere Parasitose handeln, die jetzt akut geworden ist. Einziges Indiz dafür ist der von Dir geschilderte weiße Kot. Normaler Kot sollte dunkel und von fester Substanz sein. Weiterhin spricht dafür dann auch die Futterverweigerung und das Abmagern des Fisches. Im Darm unserer Fische leben die unterschiedlichsten Mitbewohner, die lange Zeit dem Fisch gar nicht schaden bzw. nicht in Erscheinung treten. Sobald der Fisch aber älter wird bzw. geschwächt wird, können diese Mitbewohner zu Schädlingen werden und dem Fisch zusetzen.

    Leider kannst Du hier kaum etwas verbessern. Zumal eine exakte Diagnose so nicht möglich ist und eine umfassende Medikamentation im Becken allen anderen Bewohnern eher schadet.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Malte,

    das sieht gut aus - es geht in die richtige Richtung. Danke für das Update. =)

    Viele Grüße,
    Torsten

    P.S.: An der Xenienkost hat es wahrscheinlich nicht gelegen. Aber wenn die Xenien plötzlich verschwinden, ist noch irgend etwas passiert ? Bei mir sind sie die ersten Indikatoren für sich verändernde Wasser- und Umweltbedingungen (das charakteristische Pumpen hört auf bzw. wird schwächer). Dann schaue ich mir immer ehr aufmerksam die Wasserwerte und die sonstigen Randbedingungen an. Mein Xenien-Frühwarnsystem hat sich noch nie geirrt.

    Hallo Malte,

    das sieht mir nicht nach Parasitenbefall aus. Eher nach dem bis heute sehr dubiosen Krankheitsbild der HLLE-Krankheit, die in diversen Varianten auftreten kann. Bis heute ist nicht klar, was genau diese Erosionserscheinungen auslöst. Ich denke, mit der von Dir beschriebenen Anpassung des Futters hast Du bereits alles mögliche getan, um dem Fisch dabei helfen, seine eigenen "Reparaturmechnismen" zu stärken. Zebrasomas mit möglichst wenig Frostfutter aus tierischen Quellen füttern. Wenn möglich, bei der Fütterung mit der Pflanzenkost anfangen und die rein carnivoren Fresser erst danach mit Frostfutter füttern, so dass die Docs bereits etwas abgesättigt sind. Das fördert ihre Gesundheit.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Gerhard,

    ja, es sieht aus wie ein Unterhautgeschwür. Evtl. gibt es doch eine kleine Eintrittspforte für Bakterien von außen - kann man aber so nicht erkennen. Behandeln kann man es kaum. Wollen wir hoffen, dass die Grundel ein gute Konstitution besitzt und damit fertig wird.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Jim,

    Wasser kann in die Druckflasche nur dann gelangen, wenn sie
    a) völlig leer war (kein Gasgegendruck mehr vorhanden)
    und wenn sie
    b) unterhalb des Wasserniveaus gestanden hat und das Wasser über evtl. entstehenden Unterdruck in der Flasche zurücklaufen konnte (Prinzip der kommunizierende Röhren).

    Das passiert auch leicht bei SW-Aquarien, manchmal läuft über die CO2-Begasungvorrichtung dann ein Teil des Beckens leer. Verhindern kann man das mit einem Rückschlagventil, das für derartige Systeme im Fachhandel angeboten wird. Es läßt nur das Gas aufsteigen, versperrt aber der zurücklaufenden Flüssigkeit den Weg.

    Eine geflutete Flasche darf der Händler normalerweise gar nicht mehr zurück nehmen. Die Flasche kann nur mit Spezialwerkzeug geöffnet werden und Meerwasser in Druckstahlflaschen ist nicht der Hit. Evtl. darf die Flasche nicht wieder befüllt werden und muß sogar ganz aus dem Kreislauf entfernt werden. Von Öffnungsversuchen würde ich abraten.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Marcus,

    wenn neue Fische zugesetzt werden, besteht bei plötzlich auftretenden Verlusten immer ein Anfangsverdacht, dass man hier unwissentlich eine Krankheit bzw. einen Erreger mit eingeschleppt hat. Allerdings töten die mir bekannen Parasiten nicht sofort über Nacht, wenn es den Fischen zuvor noch richtig gut gegangen ist und man keine der klassischen Symptome beobachten konnte (stark erhöhte Atemfrequenz, das Scheuern an Gegenständen, sichtbare Hautveränderungen wie Pünktchen und Schleimhautfetzen, Futterverweigerung, etc.).

    Und wäre das Gift einer Krustenanamone im Wasser die Ursache, so hätten die neuen Fische unmittelbar nach dem Einsetzen zumindest mit starkem Unwohlsein und Vergiftungserscheinungen reagieren müssen.

    Somit habe ich anhand der Schilderung leider auch keine schlüssige Erklärung für den plötzlichen Tod der 4 Fische.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo ??? ein Name wäre nicht schlecht ?

    zunächst würde ich Dir raten, ein gutes Buch zu kaufen (z.B. Das Riffaquarium - Praxis für Neueinsteiger - von R. Latka). Dort findest Du viele Beispiele und Tipps.

    Da dein Becken erst seit dem 1.5.2011 steht, würde ich mit dem Fischbesatz noch einige Wochen warten, bis sich die Algen zurückgebildet haben und das Becken sich stabilisiert hat. Leider wirst Du feststellen, dass bei einer Beckengröße von 100x50x50cm nicht so viele Fische für eine artgerechte Haltung in Frage kommen.

    Die Doktorfische werden leider zu viel groß und hätten später in dem Becken zu wenig Schwimmraum. Die Mandarinfische sind Nahrungsspezialisten, d.h. sie fressen ausschließlich Lebendfutter, welches sie im Becken von den Steinen und Korallen picken. Einen Fisch bei der Beckengröße zu ernähren ist schon schwierig, für zwei dürfte der Aufwuchs in deinem Becken kaum reichen - sie würden verhungern. Einen "pflegeleichten" Kugelfisch gibt es leider auch nicht - sie sind ebenfalls Nahrungsspezialisten. Sobald das Becken stabil läuft würde ich Dir am Anfang "nur" erst einmal die zwei erwähnten Anemonenfische empfehlen und eine Kupferanemone dazu. Die Anemone zuerst einsetzen und dann wieder warten, bis sie ihren Standort gefunden hat und etwas gewachsen ist. Sonst hat sie evtl. zuviel Stress mit den Anemonenfischen.

    Evtl. kannst Du bald schon einige kleinere Grundelarten einsetzen, wenn Du endlich auch mal einen Fisch im Becken haben möchtest. Bevor Du die Fische kaufst, bitte immer im Internet oder in Büchern genau nachlesen, welche Ansprüche oder Eigenschaften die Fische haben (z.B. bei MARUBIS). So mancher niedliche Riffbarsch hat nach kurzer Zeit nicht nur sämtliche Mitbewohner terrorisiert bzw. im Extremfall umgebracht, sondern auch die Nerven seines Besitzers extrem strapaziert. Das sollte man sich und den Tieren nicht zumuten.

    Wie Du siehst, ist in der Meeresaquarisitk am Anfang hauptsächlich Geduld und das Aneignen von Wissen gefragt. Unüberlegte Spontankäufe (wie sie auch manchem erfahrenen Aquarianer mal passieren) führen hinterher häufig zu Problemen und unerwünschten Folgeereignissen. Das solltest Du Dir ersparen.

    Viele Grüße,
    Torsten

    P.S.: Es ist normal, dass sich die Korallen und Anemonen nachts zurück ziehen. Verwende keine Zusatzmittel wie Vitamine oder Spurenelemente, die stören z.Zt. nur - wahrscheinlich benötigst Du sie für dein Becken überhaupt nicht. Futter kannst Du von allen Markenherstellern kaufen - es sollte neu gekauft dicht versiegelt sein und das Haltbarkeitsdatum beachten.

    Hallo Corinna,

    herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich auch von mir. Plagegeist - das hast Du sicher nicht verdient - aber immer noch besser als Fischkrankheit :D.

    :flower:
    Viel Grüße,
    Torsten

    Zitat

    ein kommerzielles Mittel ist bis heute auch noch nicht erhältlich. Da die Hürden für eine Vermarktung recht hoch sind, wird es auch wohl so schnell keines geben. Zudem gibt es ja auch Alternativen, wenn auch nicht so effektive. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wirkstoff relativ teuer ist

    Hallo,

    ja, das ist alles so richtig. Es gibt leider keinen Hersteller, der diesen Wirkstoff bisher für den Hobbymarkt verfügbar gemacht hat. Der Wirkstoff wird auch noch als Mittel gegen Würmer bei Säugetieren angewendet, daher haben Tierärzte hier wahrscheinlich eine Zugriffsmöglichkeit.

    Ich kenne den Wirkstoff seit ca. 2003 und man bekommt ihn ansonsten nur als Institut oder Firma für kommerzielle oder Forschungszwecke. Der Wirkstoff muss sehr exakt dosiert werden (25mg/l), da eine Überdosierung (<50mg/l) bei Fischen schnell tödlich wirkt. Das ist evtl. auch ein Grund, warum er nicht als Medikamentenfläschchen im Zoohandel steht. Es ist unbestritten, ein sehr wirksames Mittel gegen Cryptocaryon irritans - muss aber vorsichtig und umsichtig angewendet werden. Wer über einen Tierarzt seine Fische behandeln läßt, sollte danach fragen und seine Erfahrungen hier im Forum weiter geben.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Hallo Dennis,

    eine UV-Anlage für Teiche ist evtl. nicht für Salzwasser geeignet (Korrosion?). Ich schließe mich der Meinung von Hans-Werner an, 9 Watt sind zu wenig - besonders dann, wenn man eine Infektion bekämpfen muss. Eine UV-Anlage mit mehr Leistung sollte es schon sein. Ein Zuviel an UV-Licht gibt es nicht - hier kann man nichts "überdosieren" - nur zu wenig bringt nichts. Sind in letzter Zeit neue Fische eingesetzt worden ?

    Das Mittel HaltParasites ist wahrscheinlich als "verträglich mit Korallen etc." beschrieben, daher wirkt es dann auch nur sehr schwach gegen die Parasiten.