Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Markus,

    da hast Du natürlich Recht. Dauerstress führt schnell zu andauernden Krankheiten und irgendwann auch zum Verlust von Fischen.

    Zur Interzoo: Ich habe auch einige Hungerhaken gesehen und noch mehr ausgefranste Flossen. Es bleibt imnmer ein Balanceakt zwischen dem Anspruch der Besucher und der Aussteller an diesem Ort auch lebende Tiere zu präsentieren (Aufgabe: Erstellen sie ein komplettes Meerwasser-Schaubecken über Nacht) und dem Anspruch auf artgerechte und tierschutzgerechte Haltung. Besonders krass war am Freitag ein Stand mit Nanobecken, wo in einem der Becken drei tote Garnelen lagen, das Wasser erkennbar trüb und "umgekippt" war und trotzdem eine Schar fröhlichen Standpersonals sich dahinter plaziert hatte und auf Kunden wartete. Was wollten sie verkaufen ??? :loudly_crying_face:

    Hallo Kürschad,

    im Prinzip erlebst Du gerade den "Normalzustand" einer mit Cryptocaryon irritans infizierten Population. Viele Meerwasserfische haben diesen Parasiten als "blinden Passagier" dabei und zum Problem wird er nur dann, wenn weitere Stressfaktoren das Gleichgewicht "Fisch-Schwächeparasit" in Richtung Parasit verschieben. Verhindern kannst Du derartige Infektionen nur über eine von Anfang an durchgeführte strikte Quarantänehaltung und prophylaktische Behandlungen bei jedem Neuerwerb.

    Zu deiner Frage: Der Fisch, wenn er topfit ist, kann sehr lange mit den Pünktchen leben. Bei guter Haltung und UV-Bestrahlung werden sie auch wieder verschwinden, um dann plötzlich ohne Vorwarnung wieder aufzutauchen.

    Auf der Interzoo in Nürnberg konnte man gerade dieselbe Geschichte finden. Docs und Drückerfische in Schaubecken bei renommierten Herstellern von Aquarientechnik zeigten Punkte ! - eine Folge des Umzugsstresses und häufiger Fangaktionen. Die Fische werden die Interzoo überleben. Aber es zeigt, wie schnell scheinbar gesunde Fische (wer nimmt schon kranke Fische zu einer Messe mit ?) bei Stress Punkte zeigen können und wenn dann weitere Faktoren noch dazu kommen, kann es irgendwann zuviel werden und eine Behandlung mit Medikamenten ist dringend angezeigt.

    Hallo Uwe,

    ich kann mich den Bemerkungen von Peter nur anschließen. Ähnliche Symptome habe ich neulich bei einem Händler bei einigen Gramma loretto gesehen. Die haben sich die ganze Zeit durch die Riffhöhlen gejagt und hatten deutliche Streifenmuster und teilweise auch schon ausgefranste Schwanzflossen von Beißereien. Die Bemerkung "sahen ziemlich zerrupft aus" deutet ebenfalls in diese Richtung.

    Die "Streifen" stellten sich bei näherer Ansicht als bereits deutlich infizierte großflächige Hautläsionen heraus, die bei einem ungebremsten Agressionsverhalten sicher zum Tod der Grammas führen werden.

    Die einzige Abhilfe ist eine sofortige Trennung der Fische und prophylaktische Behandlung gegen bakterielle Infektionen. Sofern die Fische überleben und die Streifen wieder regenerieren, sieht man später oft noch Piigmentunterschiede und Farbveränderungen an den ausgeheilten Stellen.

    Hallo Sejoko,

    viel kann man auf dem Foto nicht erkennen. Aber man erkennt, dass der Fisch irgendwelche weißen Beläge an den Flossenrändern hat. So etwas kommt manchmal direkt nach dem Umsetzen vor. Der Fisch wurde wahrscheinlich mit einem Kescher gefangen und dabei wurden die Flossenränder verletzt.

    Vorschlag: Fisch optimal halten und ernähren und zunächst nur beobachten, ob die Erkrankung fortschreitet. Rein optisch kann die Diagnose von bakterieller Flossenfäule über Lymphocystis bis zu einer Brooklynella-Infektion reichen. Falls es "nur" ein Fangschaden ist, müßte sich der Zusand bald wieder bessern. Falls die Krankheit fortschreitet, schau Dir mal den angehängten Link an - evtl. helfen die dort angegebenen Behandlungvorschläge. Evtl. dann noch mal ein aktuelles Bild senden, falls sich der Zustand verschlechtert.

    http://meerwasserforum.info/index.php?page…&threadID=40378

    Hallo Sabine,

    ich bin bestimmt kein Seepferdchen-Spezialist und kann Dir daher hierzu nur begrenzt einen Rat geben.

    Zur bisherigen Behandlung:
    Das Kamistad Gel N enthält Benzalkoniumchlorid als "Desinfektionsmittel" und wirkt lokal gegen Bakterien. Es íst aber auch sehr gut wasserlöslich und je nachdem wie gút das Gel den Wirkstoff lokal bindet wirkt es oder auch nicht. Der weitere Wirkstoff ist Lidocain ein Betäubungsmittel, welches hier für den Behandlungserfolg keine Rolle spielt.

    Es wäre zu überlegen, in dem geschilderten Fall evtl. auch Antibiotika anzuwenden (Tierarzt). Als geeignetes Mittel wäre hier Kanamycinsulfat gegen die geschilderte Rötung (bakterielle Infektion) zu nennen. Es hat den Vorteil, dass es als Breitspektrumantibiotika wirkt und sich zudem sehr gut in Salzwasser auflöst und über die Haut des Fisches (Seepeferdchen) aufgenommen werden kann. Sofern es noch nicht zu spät ist für eine Behandlung, muss das Antibiotikabad mind. über 10 Tage fortgesetzt werden. Eine Behandlung könnte aber nur im Quarantänebecken erfolgen. Die Dosierung würde ich in Absprache mit einem Tierarzt so hoch wie möglich ansetzen.

    Leider stimmt mich deine Schilderung über dengegenwärtigen Zustand nicht sehr optimistisch, aber evtl. kann man doch noch was machen ?

    Hallo Frank,

    leider war ich einige Tage off-line und kann daher heute erst antworten.
    Auf den Bildern sieht man Anzeichen einer Flossennekrose, wobei ich aufgrund der weißen Anhänge (ist leider etwas unscharf) sehr stark in Richtung Lymphocystis tippen würde. Befinden sich an der Schwanzflosse kleine perlenartige Gebilde (fühlen sich bei Berührung „hart“ an)? Dann handelt es sich um Lymphocystis. Als Folge dieser Erkrankung kann eine bakterielle Sekundärinfektion des Schwanzflossengewebes zusätzlich vorliegen. Gegen Lymphocystis kann man nicht viel machen.
    Schau mal diese Links aus dem Forum an. Dort stehen weitere Informationen zu Lymphocystis:

    http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…ht=lymphocystis
    http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…ht=lymphocystis

    Die evtl. ebenfalls vorhandene bakterielle Flossenfäule kannst Du mit Sera bacturpur behandelt, die Behandlung sollte aber mind. 1-2 Wochen fortgeführt werden, um einen Effekt zu erzielen. Dabei muss der Fisch auch gefüttert werden, damit er nicht zusätzlich geschwächt wird. Wenn er sehr gut „im Futter steht“, kann man die Fütterung evtl. einige Tage aussetzen, aber günstig ist das im Hinblick auf die Lymphocystis-Infektion und einen stabilen Allgemeinzustand des Fisches sicher nicht.

    Das Hobby Incubator Set kenne ich leider nicht, aber auch ein kleiner Fisch sollte ein Mindest-Quarantänebecken von 20-40 Liter erhalten, damit man die Wasserwerte einigermaßen stabil halten kann.

    Hallo Peter,

    tatsächlich ist ein Formalin-Kurzbad bzw. eine Langzeitbehandlung mit Formalin bei einer Brooklynella-Infektion sehr effektiv bzw. die effektivste Therapiemethode. In der iinternationalen Literatur findet man immer wieder Empfehlungen für reine Formalinbäder oder Kombinationen aus Formalin und Malachitgrünoxalatbädern. Alternativ zum Formalin wird ebenfalls das Süßwasserbad empfohlen. Aufgrund der Lebensweise von Brooklynella ist das Malachitgrünoxalat wahrscheinlich hauptsächlich beim Befall der dünnen Kiemenblättchen wirksam und weniger bei tief in der Schleimhaut eingebetteten Parasiten.

    Nun ist es etwas kritisch dem normalen Aquarianer den Kauf von 37%igen Formalin in der Apotheke zu empfehlen und ihm dann noch zuzumuten sehr exakte Mengen des Formalins abzumessen und den genauen Beckeninhalt dagegen zu stellen. Bereits geringe Überdosierungen wirken hier schnell tödlich.

    Daher habe ich als Alternative Mittel ausgewählt, die Formalin zur Konservierung des Malachitgrünoxalats bereits verdünnt enthalten und so den Effekt von Malachitgrünoxalat deutlich verstärken. Dabei enthält das Tetra Contra Ick ca. 3% Formalin, das Costapur ca. 6 % Formalin und als Alternative das Tetra Teichmedikament MediFin 7,5% Formalin. Die kritische Größe liegt bei 1 ml / 100 Liter berechnet auf 37%iges Formalin. Das ist die Maximaldosierung für Formalin. Wobei sehr deutlich darauf hingewiesen werden muss, dass es Fischarten gibt, die sehr empfindlich auf Formalin reagieren und daher sollte man deutlich niedriger beginnen.

    Im Meerwasser wird das Malchitgrünoxalat allerdings recht schnell inaktiviert und muss deshalb nach dem 3., 5. und 7. Tag nachdosiert werden. Dabei bietet die teilweise geringe Menge an Formalin in den Fertigmischungen ein hohes Maß an Sicherheit gegen Überdosierungen.

    Hallo,

    irgendwie habe ich diesen Thread bisher übersehen - dabei suche ich gerade dringend nach Bildern genau von dieser Krankheit.

    .
    Foto: Copyright Espen Lindholm / http://www.saltvannsakvariet.no


    Es handelt sich hier um die sogenannte Anemonenfischkrankheit mit dem Erreger Brooklynella hostilis. An ihm versterben wahrscheinlich sehr viele Anemonenfische, da er nicht über weiße Pünktchen auffällig wird und oft sehr spät erkannt wird. Ein Süßwasserbad ist als Notfalltherapie genau richtig - allerdings wird man damit nicht alle Erreger abtöten.

    Die optimale Therapie beginnt mit einem SW-Bad und schließt dann im Quarantänebecken eine Weiterbehandlung mit Medikamenten gegen Ektoparasiten (Costapur, Contra Ick, usw.) über mind. 2-3 Wochen ein. Dann sollte der Fisch parasitenfrei sein. Leider beginnt die Infektion häufig auf den Kiemen und die sich großflächig ablösende Schelimhaut stellt fast schon das Endstadium der Krankheit dar. Brooklynella kann innerhalb weniger Tage Fische töten, wenn sie unbehandelt bleibt. Der Errger vermehrt sich direkt auf dem Fisch (ohne Zwischenstadien) und ist deshalb viel gefährlicher als die Weißpünktchenkrankheit. Beide können aber auch zusammen vorkommen und dann wird Brooklynella oft übersehen.

    Demnächst gibt es im Forum eine genaue Beschreibung über diese Krankheit (und auch noch andere) und auch über die Durchführung eines Süßwasserbades.

    Hallo Johannes,

    nach den geschilderten Symptomen und der Vorgeschichte wird wahrscheinlich eine Infektion der Kiemen vorliegen. Sofern es sich hier um Cryptocayon handelt, kommt es häufig vor, dass zuerst die Kiemen befallen werden und auf der Hautoberfläche keine Pünktchen sichtbar sind. Da der Fisch dann sehr eingeschränkt ist und nicht mehr sein normales Verhalten zeigt, wird er von anderen Fischen angegriffen. Eigentlich gehört dieser Fisch in ein Quarantänebecken, sofern vorhanden.

    Eine Cryptocaryon- Infektion kann mehrere Wochen im Becken infektionsfähig bleiben und immer wieder ausbrechen. Daher solltest Du die begonnene Therapie mit Costapur / Futter noch mind. 2 Wochen fortführen.
    Du hast die Infektion wahrscheinlich nur zurückgedrängt und nicht vollständig beseitigt. Dafür spricht die sehr hohe Atemfrequenz, die, wie Du schreibst, auch bei den anderen Fischen noch sichtbar ist.

    Hallo Arthur,

    bei dem Frostfutter sieht es nicht so gut aus - bis auf gefrorene kleine Garnelen (und die sind eigentlich ebenfalls zu "weich" ) ist nichts so richtig dabei, was hart genug ist. Optimal wären große Mengen kleiner Schnecken. Bei Süßwasserkugelfischen kann man die evtl. noch selbst züchten und verfüttern. Bei den marinen Arten sieht es schlecht aus - wer hat schon ständig Gehäuseschnecken zum Verfüttern vorrätig ? Also wird er weiter an Steinkorallen, Lebendgestein herumknabbern und jede Schnecke als Beute betrachten - umerziehen kann man ihn leider nicht... :smiling_face:

    Als Alternative kenne ich für diese Nahrungsspezialisten eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

    Entweder man hat oder unterhält evtl. noch ein Süßwasserbecken und züchtet hartschalige Süßwasserrschnecken (z.B. Turmdeckelschnecken), die sich bei ständiger Fütterung mit Futtertabletten gut vermehren und verfüttert sie an die Kugelfische oder die unten beschriebene "Nordsee-Methode":

    Ein Bekannter von mir wohnt an der Nordseeküste - er hat für seine Kugelfische die folgende Methode entwickelt: Er sammelt am Strand Muschelbruch und Muschelschalen, füllt die in einen Plastikbeutel und zerschlägt sie in 3-5 mm große Stücke. Dann nimmt er ca. 20 Tetra Tips und weicht sie in Wasser ein, bis sie so weich sind, dass man sie "kneten" kann. Diese vermischt er mit dem Muschelbruch und füllt diese Masse dann in kleine leere Schneckenhäuser (ebenfalls gesammelt). Die gefüllten Gehäuse legt er bei 40°C in den Backofen. Sobald die Masse wieder einigermassen getrocknet und fest geworden ist, gibt er täglich eine gefüllte Schnecke ins Becken. Inzwischen haben alle seine Fische gelernt, das dort was zu holen ist. Die Kugelfische zerbeißen die Gehäuse und kauen auf den Muschelbruch herum. Eine etwas aufwändige Methode und wahrscheinlich nur praktikabel, solang man sich einfach mit den Gehäusen und Muschelbruch versorgen kann. Und einen Nebeneffekt hat die Methode auch noch: lebende Gehäuse-Schnecken werden von fast allen Fischen ständig umlagert und nach "Futter" abgesucht...

    Zitat

    Peter: ...da meine Aufzuchtbecken "nackt" sind sollte das kein Problem sein. Ich habe ab und an mal Probleme und fände eine sloche Lösung praktikabel.

    Zu den Symptomen der "Flossenfäule": Fängt an den Ecken der Flossen an, einige Millimeter der Flosse sind weis gefärbt, die Flossen bilden sich zurück - ich meine es entwickelt sich. Becken sind stark überbesetzt und Aggression ist nicht die Ursache.


    Ich kenne diese Symptome nur zu gut aus dem Großhandel und bei der Aquakulturhaltung mit sehr vielen Fischen auf engen Raum. Manchmal hilft nur noch das Becken zu teilen, um die hohe organische Fracht runter zu bekommen, die über die intensive Fütterung vieler Individuen mit wenig Wasser (=fehlende Verdünnung) ständig reinkommt. Bei starker Fütterung und ohne externen Wasserkreislauf mit hoher Filterkapazität entsteht soviel Wachstumspotential für Bakterien, dass selbst ansonsten apathogene Arten aufgrund ihrer hohen Anzahl den Fisch förmlich überschwemmen und hier Prozesse wie oben beschrieben zumindest fördern.

    Zitat

    Da ich die Becken zum Teil mit Schwammfiltern betreibe und nicht alle Filterbakterien auslöschen will, werde ich diese auslagern. Für wie groß hällst du die Wahrscheinlichkeit das sich in dem Schwamm Erreger halten?


    Bei einer bakteriellen Flossenfäule sind sicher auch Erreger in den Schwammfiltern konzentriert, die wenn es sich um Bakterien aus der Pseudomonas bzw. Aeromonas-Gruppe handelt, bei einem hohen Anteil an organischer Fracht in den Schwämmen sich dort auch so halten und vermehren können. Daher würde ich die Schwämme evtl. vor der Lagerung ganz normal auswaschen, so wie man einen mit Schmutz gesättigten Schwammfilter normalerweise reinigt – und dann erst lagern. Dann können sich die Bakterien für die Nitrifikation wieder langsam vermehren und den pathogenen Keimen ist der Nährboden (teilweise) entzogen.

    Zitat

    Wie lange ist das Medikament aktiv?


    Länger als 2-3 Tage würde ich nicht damit rechnen, dann sollte ein Teilwasserwechsel und eine erneute Dosierung durchgeführt werden.

    Zitat

    Soll ich bei nackten Becken die Dosierung anpassen (reduzieren) ?


    Nein, die im Handel erhältlichen Mittel sind meistens sogar leicht unterdosiert. Wir haben in der Aquakultur mit hohen Wasserwechselraten und max. Medikamentendosierung gearbeitet. Gleichzeitig, wenn Platz vorhanden war, wurde die Individuendichte herabgesetzt und die betroffenen Becken auf mehrere leere Becken aufgeteilt.

    Hier noch ein Link zum Thema, der ebenfalls die Wasserqualität thematisiert: http://www.jbl.de/onlinehospital…%7C1aaf%7C1aafc

    Hallo Gunnar,

    wenn die Aufwüchse traubenförmig und fest sind, ist es vermutlich die lästige Lymphocystis-Infektion. Sie verschwindet meistens nach einiger Zeit auch ohne Behandlung. Ein Betupfen der Stellen wie zuvor beschrieben mit der Jod-Lösung oder einem Konzentrat aus Ektozon kann die Heilung beschleunigen. Kofferfische haben eine hohe Regenerationsfähigkeit und werden mit dieser Krankheit meistens ganz gut fertig.

    Kovimin ZVT ist das Multivitaminpräparat, welches die Tierärzte bei allen Kleintieren wie Nagern, Vögeln, Reptilien usw. anbieten. Es enthält neben den Vitaminen auch noch viele Mineralien und einige Zuschlagsstoffe. Es ist sicher für diese Tiere ideal. Ich gebe es z.B. meinen Landschildkröten. Für Fische bzw. für die Anreicherung in Frostfutter ist nicht ganz so ideal, da es nur als Pulver erhältlich ist. Man kann es etwas anfeuchten und einen Brei anrühren, den man dann mit dem Frostfutter vermischt und ca. 10-15 Minuten einwirken läßt. Man kann aber genauso gut ein flüssiges Multivitamin-Präparat aus der Apotheke verwenden, sofern alle relevanten Vitamine enthalten sind.


    Produktbeschreibung:

    Korvimin ZVT+Reptil ist ein Nahrungsergänzungsmittel für herbivore Reptilien und Zuchtvögel. Es beinhaltet verschiedene Vitamine und Mineralstoffe in folgender Zusammensetzung: Dicalciumphosphat, Calciumcarbonat, Molkepulver, Hefe getrocknet, Natriumchlorid, Vormischung

    Gehalt an Inhaltsstoffen:
    Rohprotein 5,5%
    Rohfett 0,3 %
    Rohasche 61,5 %
    Rohfaser 0,4%

    Calcium 15,0 %
    Phosphor 7,5 %
    Natrium 4,0 %
    Magnesium 2,0 %

    Zusatzstoffe je kg:
    Vitamin A 500.000 I.E.
    Vitamin D3 50.000 I.E.
    Vitamin E 1.500 mg
    Vitamin C 4.000 mg
    Vitamin B1 160 mg
    Vitamin B2 500 mg
    Vitamin B6 300 mg
    Vitamin B12 1.800 µg
    Calcium-D-Pantothenat 1.000 mg
    Nicotinsäure 3.000 mg
    Folsäure 80 mg
    Biotin 10.000 µg
    L-Carnitin 15.000 mg
    Cholinchlorid 30.000 mg

    Hallo Arthur,

    wie fast alle Kugelfische hat auch der C. valentini ein schnabelartiges kräftiges Gebiß, mit dem er hartschalige Nahrung bevorzugt. Da die ständig nachwachsenden Zähne sich nur über derartig harte Nahrung ausreichend abnutzen, ist es für Kugelfische wichtig, nicht nur weiche Nahrung zu erbeuten. Wird er im Aquarium ständig mit relativ weichen Frostfutter gefüttert, bedient er sich an Muscheln, Schnecken, Krebstieren und Korallen (z.B. Acropora). Da die Spitzkopfkugelfische mit ihrer Kopfform eher auf kleinere Nahrung adaptiert sind, wird er größere Garnelen und Einsiedler wahrscheinlich nicht als Beute betrachten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er evtl. mal an ihnen "herumknabbert", z.B. versucht an an Beinen und Fühlern zu zwicken.

    Hallo Peter,

    alle genannten Mittel sind nur für reine Fischbecken anwendbar.
    Das von Dir erwähnte Sera omnipur S ist eine Breitspektrummittel, welches vom Hersteller für den Fall einer nicht eindeutigen Diagnose propagiert wird. Die Inhaltsstoffe sind eher antibakteriell ausgelegt und gegen Ektoparasiten ist zusätzlich Malachitgrünoxalat noch drin. Die enthaltenen Bakterizide/ Bakteriostatika sind m.E. ebenfalls langfristig gegen Ektoparasiten wirksam.

    Einige Fischmedikamente, die für Süßwasser empfohlen werden, enthalten manchmal Wirkstoffe, die in Verbindung mit Salzwasser nicht so wirksam sind, wie in reinem Süßwasser. Ich bin gerade auf Literaturrecherche bzgl. solcher Einschränkungen.

    Sera Omnipur S:
    Zusammensetzung je 100 ml: 9-Aminoacridin-hydrochlorid 105 mg, Acriflavinchlorid 600 mg, Ethacridin-Lactat 3375 mg, Malachitgrünoxalat 79 mg

    Für die geschilderten Symptome einer "Flossenfäule" wäre Sera Baktopur evtl. auch gut geeignet.

    Zitat

    Der in sera baktopur direct ad us. vet. Tabletten enthaltene Wirkstoff Nifurpirinol ist ein synthetisches Antibiotikum (Chemotherapeutikum) aus der Gruppe der Nitrofurane mit einer hohen Wirkung gegenüber grampositiven und gramnegativen Bakterien. Sekundäre Resistenzsteigerungen werden nur selten beobachtet.
    Nifurpirinol besitzt im Gegensatz zu einigen anderen Chemotherapeutika keinen schädlichen Einfluss auf die denitrifizierenden Bakterien im Aquarium und biologischen Filter. Das gilt für den Ammoniak und Nitritabbau sowohl im Süßwasser als auch im Meerwasser. .


    Quelle: http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?T…01?inhalt_c.htm

    Hallo,

    bei den TUNZE-Pumpen rät der Hersteller zu einer mindestens jährlichen Duchsicht und Reinigung der Pumpen. Bei mir sind die Strömungspumpen bereits nach knapp 6 Monaten so bewachsen, dass die Wassereintrittsöffnungen zu ca. 50% zugewachsen sind. Ob sie dadurch dann irgendwann überhitzen, weiß ich nicht. Ich werde wohl demnächst mal eine prophylaktische Reinigungsaktion starten müssen.

    Seit einiger Zeit gibt es für Gartenteiche Medikamente gegen Fischkrankheiten, die in der Zusammensetzung denen entsprechen, die wir in Kleingebinden unter einem anderen Namen und für einen höheren Betrag für den Einsatz im Aquarium kaufen können. Wer häufig Quarantänehaltung mit entsprechender Prophylaxe praktiziert, kann hier einige Euros sparen, wenn er die Teichpackungen verwendet. Da der Teichbesitzer in Kubikmetern rechnet, muss man sich allerdings dann die Mühe machen, die Dosierungsangaben umzurechnen, ggfs. zu überprüfen und anzupassen.

    Einige Mittel habe ich mal aufgeführt:

    Sera Pond Cyprinopur 500 ml ca. 21,95 € - wirksam gegen Bakterien und Ektoparasiten
    Sera Omnipur S, 250 ml, ca. 7,75 € - Breitspektrummittel gegen bakterielle Infektionen, Flossenfäule, Verpilzung (Saprolegnia, Achlya), Hauttrübungen (Costia, Chilodonelia), Trichodina, Oodinium, Kiemen- und Hautwürmer (Dactylogyrus oder Gyrodactylus), äußere Verletzungen und Wunden.
    Sera Pond Omnisan F 250 ml ca. 7,99 € - wirksam gegen Verpilzungen und Parasiten
    Sera Koi BactoTabs, 675 Tabletten, Futtertabletten mit Nifurpirinol, ca. 12,75 € -gegen bakterielle Infektionen
    Tetra Pond Medifin 250 ml ca. 6,99 € 500 ml ca. 10,99 € - gegen Ektoparasiten


    Preisvergleich: z.B. TETRA MediFin (Teich) mit Contra Ick (Aquarium) mit identischen Inhaltsstoffen:
    100 ml ContraIck kosten ca. 5,99 € = 1 ml = 6 Cent
    250 ml Medi Fin kosten ca. 6,99 € = 1 ml = 2,8 Cent

    Hallo Gunnar,

    wie lange hast Du diesen Kofferfisch ? Kofferfische haben große plattenförmige Schuppen entwickelt und sind nach Fangversuchen mit dem Netz manchmal an ihren Kanten und vorstehenden Körperteilen sehr empfindlich gegen mechanische Verletzungen. Nach den Fotos würde ich entweder auf eine Pilzinfektion tippen (dann wären die weißen Beläge eher watteähnlich) oder auf eine Virusinfektion ähnlich oder gleich Lymphocystis (dann wären die weißen Beläge eher traubenförmig und kompakt). Besonders schlimm sieht die Schwanzflosse aus bzw. was von ihr übrig ist. Hier hat bereits eine starke Gewebenekrose eingesetzt, die die Schwanzflosse zu 2/3 zerstört hat.

    Als Sofortmassnahme würde ich den Kofferfisch mit einem weichen Netz oder Fangglocke (wenn möglich) rausfangen und mit Betaisodona-Jod-Lösung behandeln. D.h. die befallenen Stellen mit einem Q-Tip und der Jod-Lösung betupfen. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Jodlösung nicht in die Kiemen läuft ! Wenn es möglich ist, ihn dann in einem Quarantänebecken weiterbehandeln. TETRA General Tonic würde gegen beide Befunde (gegen Pilze besser + Lymphocystis nicht so wirksam) funktionieren. Je nach Entwicklung müsste man die Betaisodona-Tupfbehandlung noch mehrfach wiederholen.

    Falls er nicht in ein Quarantänebecken kann, dann bleibt nur die Betaisodona-Behandlung übrig. Sie sollte mehrfach wiederholt werden (je nach Zustand, Entwicklung der weißen Stellen), sofern man ihn vorsichtig aus dem Riffbecken herausholen kann.

    Zu dem Thema hatte ich in einem anderen Thread bereits mal folgendes kommentiert:

    Zitat

    / ....das Töten von Fischen ist fast überall ein Tabu-Thema. Jeder Aquarianer kommt irgendwann in diese Situation und die meisten sind sich nicht bewußt, dass diese Handlung juristisch relevant werden kann.
    Ich wurde in meinem früheren Job damit ständig konfrontiert, und zuletzt bei der Fischerprüfung hier in Bayern. Dort wird in Theorie und Praxis gelehrt, wie man als Angler einen Fisch fachgerecht töten darf, so das man nicht gegen gültige Gesetze verstößt. Der Gesetzgeber legt größten Wert darauf, dass das Töten wo immer es möglich ist unter Betäubung geschieht. Das gebietet eigentlich die Achtung vor der Kreatur und niemand sollte Tiere, die einem lästig geworden sind oder die man aufgrund von Krankheiten nicht mehr retten kann, einfach irgendwie "entsorgen". Schau mal unter diesem Link, dort ist nach meiner Meinung alles sehr gut beschrieben:

    http://www.rhusmann.de/aqua/toeten.htm /....

    Der Gesetzgeber hat wahrscheinlich kaum an den Aquarianer gedacht, als das Tierschutzgesetz verfasst wurde, sondern eher an gewerbsmässige Nutzfischzucht usw.


    Zitat

    (TierschG)in der Fassung der Bekanntmachung
    vom 25. Mai 1998 (BGBL I S.1105)
    Dritter Abschnitt
    Töten von Tieren
    § 4
    (1) Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.


    Zitat

    Auszug aus der TierSchlV §13 Abs.5:
    Wer einen Fisch schlachtet oder tötet, muß diesen unmittelbar vor dem Schlachten oder Töten betäuben. Ohne vorherige Betäubung dürfen 1. Plattfische durch einen schnellen Schnitt, der die Kehle und die Wirbelsäule durchtrennt, und 2. Aale, wenn sie nicht gewerbsmäßig oder sonst höchstens bis zu einer Zahl von 30 Tieren proTag gefangen und verarbeitet werden, durch einen die Wirbelsäule durchtrennenden Stich dicht hinter dem Kopf und sofortiges Herausnehmen der Eingeweide einschließlich des Herzens geschlachtet oder getötet werden


    Zitat

    Fischsuppe

    Hallo miteinander,

    jeder Sportangler kann einen Fisch im Einvernehmen mit den gültigen Gesetzen erlösen. Betäubender Schlag auf den Kopf und danach einen gezielten Stich ins Herz.

    Hallo Fischsuppe,
    inzwischen ist das Töten von Fischen im Kreis der Fischer/ Angler ein sehr sensibles Thema geworden. Sportangler darf man sich schon nicht mehr nennen - wer tötet schon gerne aus Sport ? Man muss lt. Gesetz einen ernsthaften Grund als Angler angeben, Fische zu fangen und zu töten. Da wird dann häufig der "Nahrungserwerb" angegeben. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht - so wird es teilweise den angehenden Anglern vermittelt.
    Der "Stich ins Herz" ist wohl zu oft daneben gegangen. Seit einiger Zeit wird der halbkreisförmige Kiemenschnitt auf beiden Seiten bei der Ausbildung zur Fischerprüfung gelehrt. Schlag auf dem Kopf ist geblieben, dabei muss man aber dann noch den sog. Augendrehreflex prüfen, d.h. ist der Fisch auch wirklich betäubt ? Für den MW-Aquarianer ist das sicher keine sehr geeignete Methode, da die Fische meistens auch recht klein sind.

    Ich selbst töte Kleinfische mit einem Schnitt (Schere/ Skalpell) hinter dem Kopf und Durchtrennung der Wirbelsäule. Größere Angelfische wie oben beschrieben.

    Hallo Kathrin,

    in mehreren (überwiegend amerikanischen) Quellen habe ich immer nur diese oder so ähnliche Aussagen gefunden:

    Zitat

    There is no known sexual dimorphism...

    Es gibt offenbar keinen äußerlich erkennbaren Unterschied bei den Geschlechtern.

    http://www.husoe.net/Pages/PICRC/Summary3.html
    http://en.wikipedia.org/wiki/Lactoria_cornuta
    http://www.cowfishes.com/longhorn.html
    http://www.fishdb.com/db/salt/specimen/Longhorn_Cowfish.php

    In der ersten Quellenangabe findet sich zum Zusammenleben noch dieser Hinweis :

    Zitat

    The Longhorn cowfish is a solitary creature and may or may not be aggressive towards other Longhorn cowfish


    Ob sich das so verhält kann ich leider nicht sagen. Im Großhandel hatten wir oft 50-100 Stück in einem Becken, aber die hatten die Größe einer dicken Erbse und in diesem Zustand (Alter) waren sie sehr verträglich miteinander.

    Hallo Torsten,

    solch einen Kreis habe ich noch nicht gesehen, aber ich habe schon div. Fleckenmuster und Pigmentierungsänderungen gesehen, die bei ocellaris innerhalb von wenigen Tagen auftraten. Manchmal waren die Tiere hinterher kaum noch verkäuflich, da sie nicht mehr dem "Schönheitsideal" eines Anemonenfisches entsprachen. Teilweise bilden sie sich aber auch wieder zurück.

    Hier ein Beispiel aus einem amerikanischen Forum: http://www.wetwebmedia.com/clndisenv.htm

    Im Forum hatten wir vor kurzer Zeit einen ähnlichen Fall - aber mit wesentlich mehr Flecken, die eine Krankheit vorgetäuscht haben:
    Ocellaris

    Hallo zusammen,

    grundsätzlich wird immer argumentiert, dass die Wulstverklebung bei Großbecken elastischer ist und das die Becken nicht so leicht platzen. Dagegen sei die Stossverklebung günstiger, aber auch sehr unelastisch und eher für kleinere Rechteckbecken geeignet. Es kommt immer darauf an...

    Ich habe letztes Jahr zwei große Becken auf Maß als Trapezbecken machen lassen und dort sind die Ecken wulstverklebt, da es an den nicht rechtwinkligen Ecken nicht auf Stoss geklebt werden konnte. Ich habe damals 7 Jahre Garantie auf die Becken bekommen. Wenn der Aquarienbauer sein Handwerk versteht und entsprechende Sicherungsstege und Sicherheitszuschläge berücksichtigt, dürfte es mit beiden Methoden keine Probleme geben - sofern sie nach rein technischen Gründen ausgewählt wurden. Schwarzer Silicon wurde immer mit der Unterwanderung von Algen bei farblosen Silicon begründet. Ich habe das noch nie beobachtet, aber ausschließen kann ich es nicht. Ich habe auch nur noch ein 160 Liter-Becken mit klaren Silicon.

    Im Großhandel hatten wir früher ca. 6000 Edelstahlrahmenbecken, in die einzelne Scheiben noch mit Kitt, später mit Silicon eingeklebt wurden. Bei dem meistens sehr robusten Umgang mit den Becken, ist so manche Scheibe gesprungen und konnte leicht ersetzt werden. Später gab es dann nur noch geklebte Vollglasbecken. Für eine intensive kommerzielle Nutzung waren die Edelstahlrahmen optimal.

    Hier noch ein paar Links zum Thema:

    Aquarienbau - kurz erklärt
    Angaben zur Glasstärke im Aquarienbau
    mein "Aquarienbauer" - dem Link unter Aquaristik und dann Aquarien folgen...

    Die meisten Aquarienbauer, die ich kenne, verwenden dieses Silicon:
    Silicon für den Aquarienbau V23-1


    Hallo Andreas,

    um verstehen zu können, warum Meerwasserfische, bei denen es sich überwiegend um Wildfänge handelt, zu Hause im Aquarium erkranken, muss man dort anfangen, wo die Fische herstammen.
    Sehen wir uns zunächst mal die Verhältnisse in der Natur an. Im ihrem natürlichen Lebensraum sind meistens 60-80 % der Fische mit diversen Ekto- [=Außen] und Endo- [=Innen] Parasiten infiziert.

    Die meisten Fischparasiten befallen ihre Fischwirte, ohne, dass es zu nennenswerten Schäden oder Problemen kommt. Die Parasiten sind dabei meistens nur in geringer Anzahl vorhanden und ihre Vermehrungsformen (Schwärmer, Larven, Teilungsstadien) werden im Riff oder Meer in der vorherrschenden Strömung weit verstreut und finden nur vereinzelt wieder einen neuen Wirt. Manche Endoparasiten müssen über mehrere Zwischenwirte irgendwann über die Nahrung ihren Endwirt erreichen. Die meisten werden wohl zusammen mit dem Zooplankton in irgendeinem Magen landen oder nicht rechtzeitig ihren bevorzugten Wirt finden und zugrunde gehen. Ernsthaft erkrankte und geschwächte Fische, die ein Reservoir für Übertragungsinfektionen bilden können, gibt es hier ebenfalls nicht, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit vorher von Fressfeinden erbeutet werden.

    Selbst wenn die Wildfänge parasitenfrei wären, ändert sich dies aber schnell, wenn sie nach dem Fang mit infizierten Fischen zusammenkommen. Dies dürfte schon direkt nach dem Fang der Fall sein, wenn nicht zu diesem Zeitpunkt, dann beim Exporteur oder spätestens beim Importeur, daran ändert auch die Praxis, Antibiotika und Antiparasitika fast ständig prophylaktisch einzusetzen nichts. Die Kette Parasit-Wirt-Parasit-Wirt wird leider nicht konsequent unterbrochen. Die meisten Parasiten werden auf diese Weise bestenfalls nur dezimiert. Gegen einige der routinemässig verwendeten Mittel bestehen inzwischen Resistenzen, so dass ein Einsatz praktisch keine Wirkung mehr zeigt. Das sind die Gründe, warum kein Händler sicher absolut parasitenfreie Wildfänge anbieten kann. Zudem werden Fische häufig nur "durchgeschleust" zum Endverbraucher. Eine vernünftige Quarantäenhaltung findet meistens nicht mehr statt und sie will offensichtlich auch niemand bezahlen wie ich leider aus der Praxis weiß.

    Da jedoch in einem Aquarium völlig andere Lebensbedingungen herrschen als in der freien Natur, wirken sich Parasiten auf Grund des übermäßig hohen Infektionsdruckes, schlechterer Wasser- und Umweltbedingungen, Stress, usw. im Aquarium oft katastrophal aus; ganze Bestände an wertvollen Fischen können dann an Ektoparasiten wie Oodinium, Cryptocaryon oder Brooklynella bzw. Endoparasiten innerhalb recht kurzer Zeit sterben.

    Erschwerend kommt noch hinzu, dass viele Fische mit den sogenannten "Schwächeparasiten" auf Kiemen, Haut oder im Darm in geringer Dichte besiedelt sind, ohne dass man visuell Krankheitsanzeichen erkennen kann. Werden die Fische dann umgesetzt oder anderweitig gestresst, können sich die Parasiten stark vermehren und es werden z.B. weiße Punkte gesehen. Es gibt Parasiten, wie z.B. Brooklynella, die können unter ungünstigen Bedingungen quasi über Nacht aufgrund einer Massenvermehrung Fische töten, die am Vorabend noch als "gesund" beurteilt wurden.

    Der einzige Weg daraus, ist eine konsequente Quarantänehaltung und Prophylaxe vor Einsatz ins Riffaquarium. Für mich gehört es zum Standard, jeden Fisch ausnahmslos erst einmal in Quarantäne zu setzen. Ich weiß, dass das die Freude an der Neuerwerbung etwas schmälert und die nachfolgenden Wochen sehr viel Geduld erfordern. Aber es lohnt sich ! Ich kann und will nicht ein vollbesetztes Aquarium, sei es im Süß- oder im Meerwasser mit Farbstoffen oder anderen Chemikalien "behandeln" und hinterher Pflanzen bzw. Korallenverluste beklagen und mir zusätzliche Probleme schaffen. Dafür ist eine solche über viele Jahre gepflegte Gemeinschaft zu fragil und zu kostbar.

    Eine UV-Anlage bzw. Ozonisierung vermag hier das Schlimmste verhüten, indem es z.B. schwärmende Parasitenvermehruingsformen reduziert und ggfs. abtötet. Jeder Neubesatz, und dessen sollte man sich bewußt sein, stellt eine potentielle Gefahr für die alteingesessene Beckenbewohner dar. Aber auch jede Änderung wie z.B. Wasserwechsel, zu dichte Haltung, ect. kann über eine Schwächung des Immunsystems latent vorhandene Erreger aktivieren und zum Ausbruch von Krankheiten führen.

    Ich weiß, jeder hat eine andere Meinungen und andere Erfahrungen. Viele leben mit den periodisch auftretenen Pünktchen, geben ihre bewährten Hausmittel beim Ausbruch und haben kaum oder gar keine Verluste.

    Ich plädiere jedenfalls für eine Quarantäne von mind. 4 Wochen und gebe über 2 Wochen prophylaktisch wirksame Mittel gegen Ektoparasiten. Dabei kann ich die Fische gut beobachten, die Futteraufnahme bewerten, ggfs. Schleimhaut- und Kotproben mikroskopisch untersuchen und jede Verhaltensänderung oder Problem separat außerhalb des Riffaquariums angehen. Ich habe die Neuerwerbungen noch im unittelbaren "Zugriff", was später im Riffaquarium nicht mehr so einfach ist. Cryptocarion und Co. sollten in keinem gepflegten MW-Aquarium vorkommen. Es ist eine unnatürliche Umwelt, die wir den Fischen anbieten, die trotz aller Technik und Erkenntnisforschritts immer nur eine suboptimale Haltung darstellt. Es mag viele Monate und Jahre gut gehen, aber da wir nie alle Umweltparameter ständig im Griff behalten, bricht irgendwann eine Erkrankung mit "Schwächeparasiten" aus. Im vollbesetzten Riffaquarium habe ich dann nur noch sehr begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung und muss zudem in der Lage sein, derartige Erkrankungen extrem frühzeitig zu erkennen, um zumindet noch eine Chance zu Gegenmassnahmen zu haben.

    Bei Haustieren und Nutztieren ist es selbstverständlich, dass Parasiten bekämpft werden; Parasitenfreiheit gilt hier als erstrebenswertes Ziel, über das nicht diskutiert wird. Es stellt sich die Frage, warum das bei unseren wertvollen MW-Fischen anders sein sollte ?

    [Dieser Beitrag enthält Auszüge aus dem Artikel: "Warum erkranken Fische im Meerwasseraquarium ?", den ich z.Zt. im Rahmen des Forum-Projektes "Fischkrankheiten" erstelle.]

    Hallo liebe Vibrio-Freunde,

    aus einer Dissertation mit 247 Seiten einige interessante und "verbindene" Aussagen, die einmal mehr zeigen, das die bösen Vibrionen für die Fische teilweise doch recht nützlich sind und sich hier mit den Beiträgen von Hans-Werner und Peter decken hinsichtlich der "Verdauungsunterstützung" bzw. einer teilweise antibiotischen Funktion gegenüber fischpathogenen Vibrio-Arten. Andererseits sind dabei die zwei humanpathogenen Arten V. parahaemolyticus und V. vulnificus als unschöne Begleitung von Meeresfrüchten und als pot. Infektionsquelle ebenfalls wieder dabei.

    Zitat

    Kapitel 2.3.2.1 Die Primärflora auf Fischen verschiedener Gewässer

    Im Darm ist die Keimflora für den Fisch von physiologischer Bedeutung. Der Intestinaltrakt stellt aufgrund von speziellen Umgebungsparametern, wie pH-Wert, Anaerobiose und Gallensalzen, für bestimmte Mikroorganismen eine ökologische Nische dar. Die Funktion der symbiotisch im Darm lebenden Bakterien wird gekennzeichnet durch die Fähigkeit, Algenzellen als Nährstoffquelle für den Fisch zu verdauen (Rimmer und Wiebe, 1987), dem Wirt Aminosäuren und bestimmte Vitamine bereitzustellen (Fong und Mann, 1980; Steffens, 1985) und möglicherweise präventiv gegen die Besiedelung des Darmes mit pathogenen Organismen zu wirken (Onarheim und Raa, 1990). Es wird angenommen, dass die natürliche Mikroflora des Magen-Darm-Traktes durch die Fähigkeit zur Produktion bestimmter Enzyme und antibakterieller Substanzen eine Rolle beim Verdau von Makromolekülen und bei der Prävention vor pathogenen Bakterien spielen kann (Campbell und Buswell, 1983; Sugita et al. 1997). Westerdahl et al. (1991) stellten bei 28 % der aus dem Magen-Darm-Trakt von Steinbutt (Scophtalmus maximus) isolierten Keime eine Hemmwirkung auf einen Vibrio anguillarum-Stamm fest. Diese Keime waren zu 93 % gramnegativ und sensitiv gegen das Vibriostatikum O 129, so dass es sich womöglich um andere Vibrio-Arten handelte. In diesem Zusammenhang ist weiterhin bekannt, dass Aeromonaden, Bacteroidaceae und Clostridien Amylasen und Proteasen erzeugen und somit bei der Kohlenhydrat- und Eiweißverdauung im Darm des Fisches mitbeteiligt sein können, und dass Milchsäurebakterien und Carnobakterien in der Lage sind, Bakteriozine und andere Bakterien-hemmende Substanzen zu erzeugen (Venogupal, 1990; Sugita et al., 1997; Ringø et al., 2000).


    Zitat

    Kapitel 2.3.4.2 Vibrio spp.
    Vibrionen sind gramnegative, fakultativ anaerobe leicht gebogene Stäbchenbakterien mit einer oder mehreren polar angeordneten Geißeln. Sie kommen natürlicherweise häufig in wärmeren Gewässern, in den Mündungstrichtern großer Flüsse, den Küstengebieten der Meere (Lagunen) und in Oberflächenwasser v.a. tropischer Gewässer vor (BOCKEMÜHL, 1992; KRÄMER, 1998). Ihre Ausbreitung ist jedoch von Jahreszeit und Klimazone abhängig. Es wird von einer positiven Korrelation zwischen der Wassertemperatur und der Nummer der isolierten humanpathogenen Vibrionen aus Meerestieren wie auch der Zahl der Erkrankungen bei Menschen ausgegangen (DALSGAARD, 1998). Nach BRENNER et al. (1988) und HUSS (1995) bilden Vibrionen die dominante Keimflora bei Salzwasserfischen. Innerhalb des Genus Vibrio sind 30 Arten bekannt, davon sind 12 für Mensch und Tier fakultativ oder obligat pathogen (FELDHUSEN, 1999). Die für den Menschen als Lebensmittelvergifter bedeutendsten sind V. cholerae Biotyp O1, V. cholerae non-O1 bzw. O 139 und die halophilen Vibrionen V. parahaemolyticus (Kanagawa positiv) und V. vulnificus. Diese benötigen für ihre Vermehrung eine Kochsalz-Konzentration, die in der Regel in den Küstengewässern der Ozeane vorherrscht (Optimum 1-3 %, Minimum 0,1-0,5 %). Für das Wachstum sind höhere Temperaturen notwendig, so dass Lebensmittel-Vergiftungen vor allem im Sommer bzw. nach dem Verzehr von Meeresfrüchten aus wärmeren Gewässern berichtet werden. Besonders Muscheln und Krebstiere gelten als Reservoir für Vibrionen, sie werden aber auch bei pelagischen Fischen gefunden (DE PAOLA et al., 1994). Dort siedeln sie sich bevorzugt im Darm an, der eine besonders geeignete Nische für diese Keimart darstellt (LARSEN, 1978; MACFARLANE, 1986; THAMPURAN und SURENDRAN, 1998). Sie besitzen die Fähigkeit zur Chemotaxis in Richtung Haut, Kiemen und Darmschleimhaut, wo sie sich anheften (BORDAS, 1998). Ihnen wird auch eine physiologische Bedeutung im Darm von Fischen zugesprochen, da sie im Darm organische Verbindungen mineralisieren können (COLWELL et al., 1977). [...] Der halophile V. parahaemolyticus wird vor allem im südostasiatischen und pazifischen Raum bei Fischvergiftungen isoliert. In Japan verdoppelte sich 1998 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der durch diesen Erreger ausgelösten Infektionen, übertraf sogar die Häufigkeit der Salmonellosen (ANONYM, 1999) und wurde 1993 nach HONDA & IIDA (1993) in 40 bis 60 % aller bakteriellen Lebensmittelvergiftungen in Japan isoliert. V. parahaemolyticus hat sein Wachstumsoptimum bei einer Salzkonzentration von 3 %. Durch den Verzehr unzureichend erhitzter Meeresfrüchte kann sich der Mensch infizieren. Die Erkrankung äußert sich in akutem Brechdurchfall und erhöhter Temperatur. Ausgelöst werden die Symptome durch ein Exotoxin, welches von enteropathogenen Stämmen von V. parahaemolyticus gebildet wird. Dieses Toxin bewirkt eine ß-Hämolyse auf Medien mit menschlichen Erythrozyten (Kanagawa-Phänomen). Die aus klinischem Material isolierten Stämme besitzen fast alle diese hämolytische Aktivität, während nur 1 bis 2 % der aus nicht-klinischem Material oder aus Lebensmitteln stammenden Isolate Kanagawa-positiv sind (SAKAZAKI, 1986; NICHIBUCHI und KAPER, 1995).
    V. vulnificus kommt in marinen und in Küstengewässern vor und kann nach dem Verzehr von rohen Meeresfrüchten, v.a. von Austern, oder nach Kontakt mit Seewasser Wundinfektionen und primäre Septikämie mit Folgen wie Hautläsionen und Ulzerationen mit tiefgreifenden Nekrosen an den Extremitäten beim Menschen hervorrufen (HØI et al., 1998). Von außen gelangen die Erreger durch Hautwunden in den Organismus und führen zu sekundären Septikämien. Ein Enterotoxin ist verantwortlich für Durchfälle. HLADY (1997) und BRYAN et al. (1999) gehen davon aus, dass besonders bei immungeschwächten Personen oder bei Personen mit chronischen Lebererkrankungen in 50 % der Fälle die Erkrankung tödlich verlaufen kann. In den USA wird dieser Erreger als Hauptursache für Todesfälle nach Lebensmittelvergiftungen durch Meeresfrüchte genannt. DEPAOLA et al. (1994) zeigten, dass die Bakteriendichte an V. vulnificus im Eingeweideinhalt einiger am Meeresboden lebender Fische an der nordamerikanischen Golfküste, die sich vorwiegend von Weichtieren und Krustazeen ernährten, um 2 bis 5 Logeinheiten (108 KbE/100 g) höher war als im umgebenden Brackwasser. Bei einer indischen Untersuchung von frisch gefangenen und auf dem Markt gekauften Seefischen wurde der Erreger im Darm in 16 % bzw. in 17,8 % der Proben mit Keimzahlen von 15 bis 910 g-1 nachgewiesen (THAMPURAN und SURENDRAN, 1998).

    Während der Wintermonate, aus Fischen kälterer Gewässer oder aus gekühlten und gefrorenen Lebensmitteln ist V. vulnificus nur schwer oder gar nicht nachweisbar. Bei tieferen Temperaturen ist er als Reaktion auf den temperaturbedingten Stress in der Lage, Formen mit geringer Größe auszubilden, die lebensfähig, aber nicht kultivierbar sind, "viable but non-culturable - VBNC" (OLIVER, 1995; WEICHART und KJELLEBERG, 1996). Neben V. vulnificus ist diese Fähigkeit sowohl für andere Vibrionen als auch für einige Enterobacteriaceae, Pseudomonaden, Lactobacillen u.a. beschrieben worden.

    Quelle: http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen…4/PDF/Sipos.pdf

    Es ist sicher richtig, jetzt nicht allgemein einer Vibrionen-Hysterie zu erliegen. Bald wird dann jeder ungeklärte Todesfall bei unseren Fischen auf das Konto der Vibrionen gebucht. Es sind nur die in den Quellen angegebenen humanpathogenen Vibrionenstämme wie z.B. Vibrio vulnificus, Vibrio parahaemolyticus relevant. Wie bei anderen Bakterien gibt es auch hier Unterarten, die völlig harmlos sind oder sogar symbiotisch genutzt werden.

    Zu dem Thema Symbiosebakterien/ Nahrungsausfschluß habe ich noch diesen Artikel (ohne Vibrio :])gefunden:

    Zitat

    Wissenschaftler fanden in den Mägen von Doktorfischen symbiotische Bakterien und Einzeller in großer Zahl, die wahrscheinlich erheblich am Nahrungsaufschluss und an der Bildung von lebenswichtigen Vitaminen beteiligt sind. Mehrtägiges Fasten vertragen Doktorfische erfahrungsgemäß schlecht. Vermutlich sterben ihre einzelligen Symbionten im leeren Magen rasch ab. Oft begegnen uns in Zoofachgeschäften abgemagerte Doktorfische mit bereits starkem Muskelschwund an den Flanken und am Rücken. Sie sind meistens Todeskandidaten, selbst wenn sie die vom Händler gereichten Mysis gierig fressen und anschließend einen gerundeten Bauch aufweisen. Oftmals sind sie nämlich nicht mehr in der Lage, die aufgenommene Nahrung zu verdauen. Hinzu kommen noch die bei den Exporteuren und Großhändlern üblichen Antibiotika-Kuren, die die Darmflora der Fische angreifen. Eine gewisse Chance, sich zu erholen, haben solche abgemagerten Importtiere, wenn sie in ein Becken mit gesunden Doktorfischen kommen. Doktorfische haben nämlich die Angewohnheit, von ihresgleichen regelmäßig Kot aufzunehmen, wodurch eine Wiederbelebung der Magen-Darm-Flora stattfinden kann.


    Quelle: Doktorfische im Riffaquarium, DATZ

    Hallo Claudia,

    letztendlich ist es natürlich deine Entscheidung. Du bist näher dran und wenn Du der Meinung bist, dass der Fisch weiterhin sehr vital ist und auch Futter aufnimmt, dann kann man die Geschichte vorerst weiter beobachten. Wenn es sich um einen Tumor handelt, kann man sowieso nicht voraussagen, wie er sich weiter entwickelt ?

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Claudia,

    ich sehe auf den Bildern folgendes:

    1. Ein unnatürlich Ausbeulung am Kieferboden / Kiemen - genau unter den Kiemen. Dies könnte in der Tat ein Tumor oder ähnliches sein.

    2. Der Fisch ist deutlich abgemagert und hat eine eingefallen Bauchlinie

    Ich denke du solltest das Tier erlösen :frowning_face:

    Hallo Claudia,

    die neuen Fotos sind sehr gut geworden und ich muss mich leider den Ausführungen von Peter anschließen.

    Hallo zusammen,

    war leider einige seit gestern auf div. Autobahnen unterwegs und daher nicht mehr online...

    Bei Kiemenwürmern steht das Maul nicht permanent offen, es kommt dann lediglich zum wiederholten Würgen, daher deutet in der Tat viel in die Richtung, die Peter und Andy unter dem Thema Maulsperre angesprochen haben. Ich habe schon öfter erlebt, dass z.B. im Krill- und Garnelen-Frostfutter regelrechte Stachel bzw. starke Chitingehäuseteile oder andere Fremdkörper enthalten waren, die sich dann im Schlundbereich der Fische verhakt haben und zu einer "Maulsperre" geführt haben. Wenn man die Fremdkörper im Maulbereich gut sehen konnte, war die Sache mit eine spitzen Pinzette oft schnell erledigt. Wenn sie aber irgendwo tief im Schlund stecken, dann sieht es schlecht aus. Eine Futteraufnahme habe ich dabei aber noch nie beobachtet. Die Tiere haben dann gar nichts mehr gefressen.

    Hallo Claudia,

    das hört sich nach Kiemenparasiten an. Dann steigt die Atemfrequenz, da die Kiemenfunktion sehr beeinträchtigt wird. Zudem verweigern die befallenen Fische häufig die Nahrungsaufnahme bzw. zeigen manchmal "würgende" Bewegungen mit dem Maul. Sind neue Bewohner in letzter Zeit dazu gekommen ?
    Es könnte sich um Kiemenwürmer bzw. um parasitische Protozoen handeln. Leider ist eine effektive Behandlung nur im Quarantänebecken möglich, d.h. das Abtöten der Parasiten. Sera Tremazol würde gegen die Kiemenwürmer helfen und Tetra MarinOomed gegen die Protozoen. Leider kann hier nur eine mikroskopische Untersuchung letztendlich Gewißheit schaffen.

    Zitat

    Ansonsten ist er agil, sprich er jagt den Demoisellen hinterher, wenn sie ihn nicht in Ruhe lassen und seine Farbe ist nach wie vor kräftig rot.

    Das ist ein gutes Zeichen, wenn er noch so agil ist.
    Dann könnte man auch ein Süßwasserbad ca. 8 Minuten probieren. Gestorben ist mir noch kein agiler Fisch an einem Süßwasserbad - sobald er sich dauerhaft auf die Seite legt oder taumelt abbrechen und zurück ins Meerwasser (Q-Becken) und die Behandlung mit den genannten Medikamenten fortsetzen.

    Zitat

    Original von Hans-Werner

    Aus dem indopazifischen Raum wird bisher kaum über solche Infektionen berichtet, obwohl der Tsunami in viel größerem Umfang Verletzte nach sich zog, als Katharina. Liegt das ausschließlich an der schlechteren medizinischen Überwachung und Versorgung in Indonesien?

    Hallo Hans-Werner,

    in tropischen Ländern kommt es generell bei Hautverletzungen, Schürfwunden und Stichverletzungen wie sie beim Tsunami wahrscheinlich massenhaft aufgetreten sind, sehr schnell zu sog. bakteriellen Superinfektionen. Wenn diese nicht massiv mit Breitbandantibiotika therapiert werden, eskalieren derartige Wundinfektiionen sehr schnell in Richtung Sepsis. Ich habe bei mehreren Tropenaufenthalten Touristen mit anfänglich harmlosen Schnittverletzungen am Fuß erlebt, die dann mangels Bewußtsein für die Gefahr und einer manchmal irrationalen Ablehnung sämtlicher Antibiotika ihren Urlaub schließlich im Krankenhaus verbrachten. Wenn in solchen Ländern Menschen an Hautwunden mit marinen Vibrio-Hintergrund versterben oder ernsthaft erkranken, wird das wahrscheinlich nicht erfasst bzw. statistisch ausgewertet.


    Zitat


    Ist somit in sehr nährstoffarmen Becken die Gefahr geringer, dass sich ein humanpathogener Keim stärker vermehrt? Immerhin ist eine Wunde auch ein nicht gerade nährstoffarmes Millieu. Sind die humanpathogenen auf ein solchens nährstoff- und stickstoffreiches Millieu angewiesen, hätten sie in sehr nährstoff- und stickstoffarmen Becken natürlich schlechte Vermehrungsmöglichkeiten.
    Man könnte es sogar als unterschiedliche evolutionäre Strategien betrachten, dass die pathogenen Vibrionaceae sehr nährstoffhungrig sind, sich schnell vermehren und ihren Wirt schädigen oder vernichten, während die symbiontischen Vibrionaceae (die z. B. helfen, Algenkost zu verdauen) langsam wachsen, dafür weniger Nährstoffe benötigen und mit antibiotischen Substanzen die pathogenen Familienmitglieder in Schach halten und somit ihren Wirt schützen. Schließlich bringt der Erhalt des Wirtes klare Vorteile für die Symbionten, nämlich Schutz und Nahrung.

    Grüße

    Hans-Werner

    Vibrionen gelten als sog. "Wasserkeime". Von daher müssten sie eher auf eine nährstoffarme Umwelt angepaßt sein, aber Bakterien sind sehr anpassungsfähig. Für mich immer wieder überraschend íst häufig publizierte Angabe über die sehr geringen Keimzahlen, die zu schwerwiegenden Infektionen führen. Andererseits verfügen manche Vibrionen über sehr potente Toxine und wenn diese freigesetzt werden, ist die Antibiotikatherapie nur ein Teil einer erfolgreichen Therapie. Leider gibt es keine Untersuchungen bzgl. Keimstatus / Gefährdung in MW-Aquarien. Das wäre evtl. mal eine spannende Dissertationsarbeit...


    Zitat

    SeepferdchenDr: Auf jeden Fall kann ein Aquarium mit Temperaturen über 20° C einen Brutherd für diese Vibrionen und viele andere Keime darstellen.

    Richtig, wir bemühen uns einen naturnahen Ausschnitt einer Riffumwelt aufrecht zu erhalten - und damit schaffen wir Lebens- und Vermehrungsmöglichkeiten für alle Bewohner des Meeres - auch und besonders für Bakterien - übertriebene Angst sollte man nicht haben - aber man sollte sich bewußt machen, das eine plötzlich und heftig aufgetretene Infektion ihre Ursache auch mal im Aquarium haben könnte...

    Zitat

    Original von Stefan_Servus

    Lauert im Süßwasseraquabereich diese Gefahr ebenfalls?

    Hallo Stefan,

    im Süßwasserbereich sind derartig heftige Infektionen nur von Vibrio cholerae bekannt. Beim Erreger der Cholera reagiert der Körper auf die Toxine der Bakterien. Es muß aber dazu kontaminertes Wasser direkt oral aufgenommen werden. Zudem tritt die Krankheit fast ausschließlich in tropischen Ländern auf. Somit lauern in Süßwasseraquarien keine mir bekannten und vergleichbaren Infektionsquellen.

    In sehr seltenen Fällen konnte Fischtuberkulose auf den Menschen übertragen werden - der Erreger verursacht beim Menschen lokale Hautinfektionen, die aber leicht zu therapieren sind und somit nicht weiter gefährlich.

    Hallo,

    um ein paar mehr greifbare Fakten in die Hände zu bekommen, habe ich inzwischen ca. 50 weitere seriöse Berichte von Behörden, Instituten usw. ausgewertet. Dabei ergibt sich folgendes Bild:

    Humanpathogene Vibrionen sind existent im Meerwasser und können somit auch ins MW-Aquarium verschleppt werden. Die meisten Erkrankungen basieren auf der oralen Aufnahme von Organismen, die die Vibrionen in ihrem Organismus angereichert haben, also z.B. wird sehr häufig der Verzehr von infizierten rohen Austern als Infektionsquelle angeführt. Daneben sind aber ebenso Infektionen belegt, die über den Kontakt von Hautwunden mit Meerwasser entstanden sind. Hier ist die Häufigkeit sehr gering.

    Es gibt Zahlen von dem Hurricane Katrina, der New Orleans verwüstet hat. Dort sind 6 Personen an Vibrionen-Infektionen verstorben, die auf Schürfwunden und Meerwasserkontakt zurückgeführt wurden. Nach der US-Statistik erkranken jährlich in den USA rund 400 Personen an ernstzunehmenden Vibrionen-Infektionen, die überwiegend in warmen Küstenregionen erworben wurden.

    Gefährdet sind überwiegend Personen, die eine reduzierte Immunabwehr besitzen, aber auch Schwangere und stillende Mütter. Für diesen Personenkreis hat die CDC (Center of Disease Control) sogar ein Merkblatt herausgegeben. Weiterhin gibt von Fischereiverbänden entsprechendes Informationsmaterial und Warnhinweise für Fischer, die dem Gefährdungsdreieck „Hautwunden, Meerwasser und der Verzehr ungenügend gegarter oder roher Meerestiere“ Vibrio-Infektionen ausgesetzt sind.

    ________________________________________________________________________
    Quellen:

    1. Erster Bericht über Vibrionen-Infektion von 1979 (!) http://jcm.asm.org/cgi/reprint/11/3/278.pdf

    Bereits 1979 wurden marine Vibrionen im Meerwasser nachgewiesen, die sich in Stoffwechsel und Resistenzverhalten nicht wesentlich zwischen aus erkrankten Patienten isolierten Vibrio-Stämmen und marinen Wildstammen unterschieden. Damals wurde bereits ein pathogenes Potential für Menschen gesehen. Die Infektion erfolgte über die Aufnahme von nicht ausreichend erhitzten Meerestieren (Austern) und über direkten Hautkontakt im Meer.

    Diese Ergebnisse legen nahe, dass Lactose positive Vibrionen häufiger in der marinen Umwelt vorkommen und diese Organismen ein humanpathogenes Potential aufweisen können.
    Der Report beschreibt zwei Infektionstypen mit Lac+ Vibrionen. Eine Gruppe der Patienten entwickelte eine Sepsis nach dem Verzehr von rohen Austern. Diese Patienten hatten generell eine eingeschränkte Leberfunktion und sie entwickelten ernsthafte und lebensbedrohliche Infektionen.
    Die andere Gruppe der Patienten entwickelte Lac+Vibrionen-Infektionen mit oberflächlichen Wunden nach Kontakt mit Meerwasser. Einige dieser Patienten entwickelten eine dokumentierte Bakterimie (Verschleppung der Keime in die Blutbahn).

    2. Bericht aus Italien über einen mit Vibrionen infizierten Mann (über eine Hautwunde und Meerwasserkontakt )
    http://content.karger.com/ProdukteDB/pro…roduktNr=223854
    Case Report
    Fatal Sepsis from Vibrio vulnificus in a Hemodialyzed Patient
    N. Stabellinia, A. Camerania, D. Lambertinia, M.R. Rossib, V. Bettolic, A. Virgilic, P. Gillia

    a Divisione di Nefrologia,
    b Laboratorio Analisi Chimico Cliniche e Microbiologia e
    c Clinica Dermatologica, Arcispedale S. Anna, Ferrara, Italia
    Address of Corresponding Author
    Nephron 1998;78:221-224 (DOI: 10.1159/000044916)
    Vibrio vulnificus, a particularly virulent halophilic vibrio, has been isolated from the blood and skin necrotic lesion of a hemodialyzed patient with sepsis. The patient has had exposure of the skin to seawater. Various chronic conditions including renal failure have a great risk for developing septicemia due to V. vulnificus. It is necessary to inform persons with liver diseases or immunocompromising conditions of hazards associated with the consumption of undercooked seafood and seawater exposure.

    3. Warnhinweis eines Fischereiinformationsdienstes zu Vibrioneninfektionen http://www.safeoysters.org/fishermen/index.htm

    4. Bericht über Vibrionen-Infektionen nach dem Hurricane Katrina in New Orleans Exposure to seawater proves deadly
    http://findarticles.com/p/articles/mi_…68/ai_n15787625

    Nach dem Hurricane Katrina in New Orleans sind 6 US-Bürger an Vibrionen verstorben, die über offene Schürfwunden Kontakt mit Brackwasser bzw. Meerwasser hatten. Bei 24 Personen wurden schwerwiegende Infektionen mit Vibrionen festgestellt. Insgesamt wurden inzwischen 19 Vibrio-Variationen in warmen Meerwasserproben an der US-Küste gefunden, die zu über 400 schweren Vibrio-Infektionen geführt haben.
    Quelle: Center of Disease Control, Atlanta, USA

    5. Warnhinweis der CDC für schwangere Frauen und stillende Mütter
    http://www.otispregnancy.org/pdf/CDC/Vibrio.pdf

    6. Infoseite der CDC zu Vibrio parahaemolyticus
    http://www.cdc.gov/ncidod/dbmd/di…0is%20infection

    Hallo zusammen,

    um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe bisher weder meine Fische, Katzen oder Schildkröten (das sind die Tiere, die bei uns im und am Haus leben) mit Knoblauch gefüttert oder damit gegen Krankheiten behandelt und daher mit dieser Methode auch keine Erfahrung. Trotzdem interessiert mich der Einsatz von Knoblauch und die in diesem Zusammenhang beobachteten therapeutischen Wirkungen, die nachweislich Erfolge gegen Fischkrankheiten erbracht haben, da er offensichtlich sehr häufig eingesetzt wird. Ich muss allerdings auch bekennen, dass ich Knoblauch in einer guten Küche sehr wohl zu schätzen weiß, aber seinen Wert als Fisch-Therapeutikum bislang eher skeptisch sehe.

    Hauptbestandteile des Knoblauchs: 65 % Wasser, 28 % Kohlenhydrate, 3 % Protein, 1,5 % Rohfaser, 0,5 % Mineralstoffe, restl. 2 %: überwiegend Schwefelverbindungen, einige schwefelfreie Verbindungen, wie z.B. Saponine, Adenosin. Die für den Menschen wichtigen Verbindungen des Knoblauch befinden sich in diesen restlichen 2 %. Der starke und für viele Menschen unangenehme Geruch des Knoblauchs wird von seinen Schwefelverbindungen hervorgerufen, hauptsächlich von Allicin.

    In unverletztem Zustand ist in der Knoblauchzwiebel zunächst nur eine Schwefelverbindung, nämlich Alliin, vorhanden. Erst bei Verletzung der Knolle wird Alliin durch Reaktion mit dem Enzym Alliinase zur Weiterreaktion u.a. zu der oben aufgeführten Schwefelverbindung befähigt.

    Knoblauch wird wegen seiner Wirkung beim Menschen auf arteriosklerotische Plaques, auf die Gefäßelastizität und die Fließfähigkeit des Blutes zur vorbeugenden Behandlung der Arterienverkalkung eingesetzt. Um diese Wirkungen zu erzielen, ist eine Einnahme von ca. 4-6 Knoblauchzehen pro Tag notwendig - eine Maßnahme, die zwar die Gesundheit fördern kann, jedoch auch einsam machen kann. :grinning_squinting_face: Die alternativ im Handel angebotenen Knoblauch-Präparate enthalten nur in den wenigsten Fällen noch medizinisch wirksame Bestandteile.

    Eine evtl. positive Wirkung beim Menschen ist allerdings nicht immer 1:1 auf Tiere übertragbar. Knoblauch ist z.B. giftig für Pferde, Rinder und Kühe, Schafe, Schweine, Ziegen sowie für Hund und Katze, Hasen und Kaninchen. Für Meerschweinchen und Hamster ist Knoblauch ein ungeeignetes Futter das Blähungen verursacht. Die Symptome einer Vergiftung sind Magen- und Darmbeschwerden, Durchfälle und Erbrechen. Es gab auch schon Vergiftungen mit tödlichem Ausgang.

    Von befreundeten Aquarianern habe ich schon mal gehört, dass Fische, die mit Knoblauchsaft oder –öl behandeltes Futter aufgenommen haben, es anschließend sofort wieder ausgespuckt haben bzw. es erst nach einiger Zeit und dem Ausschwemmen der Geruchstoffe aufgenommen haben. Wobei ich damit nicht sagen will, dass Knoblauch für Fische giftig ist. Im Forum liest man auch immer wieder, dass Fische den Knoblauch gerne fressen. (siehe Beitrag von Claudia B).

    Im Zusammenhang mit Fischkrankheiten wird häufig auf die antibakteriellen Eigenschaften des Knoblauch-Wirkstoffs Allicin hingewiesen. Allerdings haben Ingwer und Honig ebenfalls antibakterielle Eigenschaften, die denen des Knoblauch vergleichbar sind. Trotzdem habe ich bisher nicht davon gehört, dass mit Ingwer oder Honig kranke Fische behandelt werden. Die Wirkung bezieht sich zudem nur auf den konzentrierten Saft.

    Ich möchte hier niemanden seine Knoblauchbehandlung vermiesen, aber um sie weiter zu empfehlen, sollte man kritisch prüfen, ob eine echte therapeutische Wirkung nachgewiesen werden kann. Meistens wird aus nachvollziehbaren Gründen bei einer massiven Infektion eine Vielzahl an Mitteln gleichzeitig ausprobiert und dann ist es schwierig nachzuweisen, womit die Krankheit letztendlich geheilt wurde. Andererseits sollten positive Erfahrungen der Knoblauch-Therapie in Verbindung mit der Behandlung von z.B. Cryptocaryon-Infektionen (und anderen) hier auch ausführlich publiziert werden, um genügend Daten für eine Beurteilung zu bekommen. Dabei wäre es interessant, in welcher Form der Knoblauch (als Preßsaft, als Apothekenprodukt, Produkt aus dem Reformhaus, usw.) vorlag.

    Hallo Frank,

    bei den gelben Hawai-Docs kommt diese Erkrankung sehr häufig vor und taucht auch während der Aquarienhaltung immer mal wieder auf. Man sieht unter der Haut rötliche, entzündliche Hautflecken von unterschiedlicher Größe. Gleichzeitig sind durch die Außenhaut rosa bzw. rote Äderchen im Gegenlicht zu erkennen. Der Fisch wird teilweise scheu und lebt versteckter. Manchmal verweigert er zusätzlich die Nahrungsaufnahme oder frißt plötzlich sehr schlecht.

    Bei frisch importierten Tieren hängt diese Erkrankung mit dem Stress auf dem Transport und einer falschen Futterwahl während der Zwischenhalterung zu tun. Häufig werden diese Algen- und Aufwuchsfresser ausschließlich karnivor, also mit Artemien oder anderen tierischen Protein-(Frost)-futter gefüttert. Dabei ist manchmal direkt nach der Verfütterung von Frostfutter zu beobachten, dass die Docs bereits am nächsten Tag die ersten roten Flecken zeigen. Dabei ist leider nicht geklärt, ob hier die ausschließliche Verfütterung des proteinhaltigen Frostfutters oder die häufig schlechte Qualität des Frostfutters (zu stark mit Keimen belastet) die eigentliche Ursache ist. Ein konsequente Verfütterung von Algenfutter bzw. reiner Pflanzenkost führt i.d.R. zu einer schnellen Genesung.

    Während dieser "Infektionsphase" sind die Docs in der Folge häufig weiteren Infektionen durch latent vorhandene Schwächeparasiten wie Cryptocaryon oder Turbellaria ausgesetzt, die sich dann zusätzlich zeigen können.

    In der gemischten Haltung des Riffaquariums sollten die Docs zuerst mit pflanzlicher Kost gefüttert werden, und Frostfutter (gut gespült) erst dann gereicht werden, wenn die Docs sich bereits überwiegend satt gefressen haben. Die Empfehlungen von Michael sind hier absolut richtig und lassen diese Erkrankung schnell ausheilen.

    Anbei noch einen interessanten Link, der im unteren Abschnitt sich mit der Ernährung der Doktorfische beschäftigt...
    Link: Doctorfische

    Zitat

    Alex G. : Das ist ein sehr interessanter Thread geworden

    Hallo Alex,

    das finde ich auch.

    Hier ist noch so eine "Fish Pharmacy" - made in USA - bei uns wären viele der dort angebotenen Artikel rezeptpflichtig ! Andererseits müßte sich jeder von uns ehrlich fragen, ob man diese so leicht erhältlichen Antibiotika im Notfall nicht auch anwenden würde, um die kostbaren Fische zu retten. Ohne Tierarzt, ohne Bürokratie - und wenn in der Familie jemand ein bißchen kränkelt, bekommt er gleich einen Teelöffel in Tee und gut ist - so oder ähnlich hört man es oft von unseren lieben US-Kollegen.

    Hallo Robert,

    ja so läuft das leider häufig. Eindeutige Deklaraton ist oft noch Glücksache.
    Hier ein Beispiel: Pet Shop

    Dort bekommt man von Penicillin, über Tetracyclin, Ampicillin bis zum Sulfonamid so ziemlich alles ,was das Herz begehrt. Schöne US-Pet-Shop-Welt. Vor gar nicht allzu langer Zeit konnte man das Zeug via Internet nach Deutschland bestellen und wenn die Deklaration nicht eindeutig war, ist das Zeug beim Zoll evtl. durchgerutscht.

    Hallo Ulrike,

    ja leider gibt es hier schon eine Menge an Daten, die uns in Zukunft sicher noch beschäftigen werden. Das fängt damit an, dass bei der Massentierhaltung nur über die Verfütterung von Antibiotika ein "gesunder" Bestand aufrecht erhalten werden kann. Und das findet man dann eigentlich in allen Ländern (mehr oder weniger auf Rezept). In USA dürfen dann auch noch Wachstumshormone an die Tiere verfüttert werden und es gibt einige wissenschaftliche Publikationen, die zeigen, wie komplex wir Menschen in die Natur dort eingreifen: So wurde eine "Verweiblichung" des Fischbestandes oder der dort lebenden Alligatoren aufgrund von Östrogenen im Wasser, die einmal über Fäkalabwasser aus der Anti-Babypille, aber auch über Hormone aus der Landwirtschaft stammen.

    Die gerade in USA ungezügelte Antibiotikaeinnahme bei Bagatellkrankheiten und der leichte Zugang zu Antibiotika (gibt es in jedem Supermarkt oder Zooladen) hat dazu geführt, dass bestimmte Keime inzwischen hochresistent sind und es auf den Intensivstationen der Krankenhäuser nur noch wenige Notfall-Antibiotika gibt, die nur für diese extremen Resistenzen reserviert sind. Die Erforschung neuer Antibiotika verliert gerade den Wettlauf mit den zunehmenden Resistenzbildungen.

    Es gibt auch bei uns kaum noch eine Forellenzucht, die ohne Antibiotikafutter auskommt und die Mittel landen dann über den Kot/Urin der Tiere im Wasser und damit in den Vorflutern (Bächen und Flüssen). Bekannt sind auch die Lachsaufzuchtstationen in Norwegen und neuerdings in Chile, die sehr viel Antibiotikafutter verfüttern und damit das Meer belasten, da die Hälterungsanlagen küstennah im Meer installiert sind. Damit sind sie in der Umwelt und dann so stark verdünnt, dass div. Keime Resistenzgene ausbilden können. Deshalb ist eine Antibiotikagabe ohne Antibiogramm (damit kann man feststellen, welche Keime gegen welche Antibiotika resistent sind) heute fast ein Glücksspiel. Als ich vor fast 20 Jahren in der Karibik in einen Seeigel getreten bin und in dem tropischen Klima sofort eine starke Infektion bekam, konnte ich diese Geschichte mit den Antibiotika aus meiner Reiseapotheke sofort in den Griff bekommen. Ob das mit dem selben Mittel heute auch noch gelingt ???

    Auf der Homepage der CDC (Center of Disease Control, das sind die, die in den Spielfilmen immer in Afrika mit Weltraumanzügen nach Ebola suchen), findet sich z.B. eine dramatische Entwicklung bzgl. der MRSA-Infektionen (MRSA=Multi-resistente Staphylococcus aureus). Dieser Keim macht zur Zeit weltweit "Karriere" und man findet ihn immer öfter in Altenheimen und Krankenhäusern. Hier ist aber das Thema, dass man sich diese Infektionen erst im Krankenhaus nach Eingriffen erwirbt und diese Multiresistenzen dort gezüchtet wurden.

    Wenn man daran denkt, was wir alles in die Meere kippen und früher gekippt haben, dann kann einem schlecht werden. Aber das Meer ist schließlich nur ein bequemer Riesenmülleimer, aus dem wir unsere Nahrung beziehen und ein paar bunte Fische zum Träumen. Ich erinnere mich noch an die sog. Dünnsäureverklappung bei uns in der Nordsee oder an Schnorchelgänge an Riffen in der Karibik, wo außer Coladosen und Müll kein Fisch mehr zu sehen war. Irgendwann stieß man dann auf meterdicke Rohrleitungen, die unter Wasser einige hundert Meter vom Strand im Meer endeten und aus denen irgendeine Brühe herauskam. Ringsherum waberten Algen- und Bakterienteppiche und aus war es mit der tropischen Pracht.