Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Rüdiger,

    ich halte deine Diagnose anhand der geschilderten Symptome für zutreffend. Bei mir im Becken hatte neulich eine Grundel ähnliche Symptome, sie war aber "Opfer" ihres Symbiosekrebses geworden. Er hatte sie über Tage ständig mit Korallensand "beworfen" und der Sand hat dann über die mechanische Reibung eine Entzündung der Kiemen verursacht (sichtbar an stark geröteten Kiemendeckel, Kiemendeckel abgespreizt und erschwerte Atmung). Zum Glück war die Geschichte nach knapp einer Woche wieder abgeklungen. Es kann im Einzelfall also auch ohne Parasiten zu solchen Symtomen kommen - was ich aber bei deinem Lippfisch jetzt nicht vermute. Sind in letzter Zeit neue Fische dazu gekommen ?

    Leider sind die Möglichkeiten einer effektiven Therapie im Riffbecken sehr stark eingeschränkt. Preis Coly ist eine Möglichkeit, andere Mittel, die dann aber auf chemischen Wirkstoffen basieren, sind in dem unten angehängten Link zu finden. Hier versprechen die Hersteller, dass der Einsatz der Mittel keinerlei Auswirkungen auf Niedere Tiere usw.hat, aber eigene Erfahrungen habe ich mit den Mitteln bisher nicht. Diese Mittel wirken überwiegend gegen parasitäre Protozoen. Falls es sich hier um Kiemenwürmer handelt, ist eine Therapie damit zweifelhaft. Preis Coly soll auch gegen Kiemenwürmer helfen, aber publizierte wissenschaftliche Nachweise fehlen leider bisher für alle Fertigmittel. Es gibt nur Daten zu einzelnen Wirkstoffen. Hier sind die Hersteller leider sehr zurückhaltend, obwohl es ein gutes Marketing-Tool wäre ???


    Link, siehe Seite 12

    Zitat

    Original von Frajore
    Hallo Torsten,

    wie lange muß ich warten, um ein SW-Bad evtl. zu wiederholen? Ich hoffe, das es nicht sein muß, aber wenn es hilft, muß es da durch.

    Gruß, Franz-Josef

    Hallo Franz-Josef,

    man kann es max. 1x täglich wiederholen, d.h. es sollten jetzt erst einmal 24 h dazwischen liegen. Besser ist es, max. 2-3 Bäder mit einer Pause von 48 h über 7-10 Tage zu verteilen, dann kann sich das Reidi besser erholen. Bei dem ersten Bad mit 13 Minuten bist Du auf jeden Fall von der Einwirkdauer gegenüber potentiellen Parasiten auf der sicheren Seite gewesen. Parasitische Protozoen gehen nach wenigen Minuten kaputt und Kiemenwürmer nach ca. 7-10 Minuten. Jetzt erst mal beobachten und abwarten, ob das "Würgen" nachläßt.

    Zitat

    Original von Frajore
    Nun heißt es abwarten. Nach einer 1/2 Std. im Meerwasserbecken, sieht es so aus, als ob das Reidi husten würde/ wollte ( rein optisch). Hoffentlich bringt das Bad den erhofften Erfolg.

    O.k. - evtl. ist das Husten eine Folge des SW-Bades. Würgende bzw. "hustende" Bewegungsmuster sind ein typisches Verhalten, um "etwas" von den Kiemen loszubringen bzw. auch sehr typisch bei Kiemenparasiten. Wenn es zutrifft, das dort die Ursache war, wird über ein SW-Bad in den meisten Fällen die Situation verbessert. Danke für die Zwischenberichte.

    Zitat

    Original von Frajore
    Wie kann ich eine mechanische Verletzung feststellen und wie könnte ich ihm dann helfen?
    Die Futterreuse ist aus Glas und da wäre es schon denkbar, das es versucht hat etwas zu fangen was auf der anderen Seite des Glases war und mit dem Saugmaul fest gegen das Glas geschlagen ist.
    Wie gesagt, normalerweise kennt es sich damit aus. Aber möglich wäre es....

    Gruß, Franz-Josef

    Hallo Franz-Josef,

    eine mechanische Verletzung kommt überwiegend über Stacheln oder Borsten, die manche Kleinkrebsarten besitzen, um sich gegen Freßfeinde zu wehren. Diese verhaken sich dann im Röhrenmaul der Seepferdchen und verursachen Entzündungen. Habe ich bisher aber nur bei Importen gesehen, die zuvor noch "natürliche Nahrung" aufgenommen haben. Wenn das Seepferdchen mal beim Freßversuch gegen eine Glasscheibe schlägt, dürfte hier noch kein derartiger Schaden entstehen.

    Hallo Franz-Josef,

    das von Dir beschriebene Problem kommt häufig nach mechanischen Verletzungen oder einer Infektion des komplizierten Saugmechanismus der Seepferdchen vor. Wenn eine mechanische Verletzung über Futtertiere oder Fremdkörper ausgeschlossen werden kann, so kann es sich hier um eine Beeinträchtigung durch Kiemenparasiten handeln, die dann ebenfalls die benachbarte Muskulatur für den Saugapparat in Mitleidenschaft ziehen. Symptome wie Atemnot und das offene Maul sind hier ebenfalls typisch.
    Dageben spricht, dass das Tier bisher bereits ein Jahr ohne Symptome gehalten wurde. Sind in letzter Zeit andere Bewohner dazugekommen ?

    Du kannst es mit einem Süßwasserbad 10 Minuten probieren - wenn es Kiemenparasiten waren, dann müsste es dem Seepferdchen nach einigen Tage deutlich besser gehen. Betaisodona würde ich in diesem Fall aber nicht anwenden.

    Hallo Jannes,

    ich kann gut verstehen, dass Du über die Resonanz hinsichtlich des Bilderrücklaufes ein wenig enttäuscht bist. Aber vielleicht erwartest Du hier etwas zuviel ? Nach dem Aufruf von Sabine zum Thema Fischkrankheiten war es ähnlich. Zwar sind einige Bilder zusammengekommen, aber nicht in der Menge (und Qualität), wie ich es mir erhofft hatte. Auch eine Wiederholung brachte nur ein einziges zusätzliches Bild. Anfangs dachte ich auch, es muss doch massenhaft Bilder von erkrankten Fischen geben ? Die meisten Kamerabesitzer machen lieber Bilder von gesunden Fischen oder Gesamtansichten und auch das will gelernt sein. Ein im Dämmerlicht vorbeiziehender Borstenwurm, der über das Gestein kriecht, ist für viele MW-Aquarianer nicht gerade ein attraktives Motiv. Und wer sich mal die Mühe gemacht hat, sein ganzes Riffgestein auseinander zu nehmen, um einen "schädlichen" Riesenborsti zu fangen, macht hinterher wahrscheinlich nur ein Trophäenfoto im Eimer oder mit Maßband, mit dem Du dann wenig anfangen kannst. Ich würde mehr auf die Fotos setzen, die aktuell erst entstehen. Der Bedarf ist jetzt angemeldet und es bleibt eine Herausforderung eine tolle Makroaufnahme von dem "Meeresgewürm" hinzubekommen. :thup

    Hallo Johannes,

    Michael hat die wesentlichen Punkte bereits genannt. Normalerweise kann sich der Mandarinfisch recht gut vom "Aufwuchs" an Kleinlebenwesen aus dem Becken ernähren. Ebenso ist es eher ungewöhnlich, wenn er irgendwo länger ruhig herumliegt. Meistens ist er fleißig suchend auf dem Riffgestein unterwegs. Mein Mandarin frißt überhaupt kein Frostfutter, sondern ernährt sich "autark". Wenn dein Fisch plötzlich nach einem Jahr abmagert, läßt das u.U. auf irgendwelche inneren Organveränderungen schließen - das bleibt aber natürlich reine Spekulation ohne genaue Diagnose und die ist ohne Kotanalyse usw. leider nicht möglich.

    Daher würde ich dem Vorschlag von Michael folgen und ihn unter Beobachtung in einem kleinen Eingewöhnungsbecken füttern. Wenn er dann Lebendfutter längerfristig verweigert, ist wahrscheinlich leider nichts mehr zu retten.

    Hallo Moni,

    hier muss ich leider Peter Recht geben. So wie der Fisch aussieht, ist nichts mehr zu machen. Sieht nach einem multiplen Organversagen aus - dann kann der Fisch seinen internen Flüssigkeitshaushalt nicht mehr aufrecht erhalten und der Körper treibt auf und es können Vergrößerungen an den Augen vorkommen.

    Hallo Björn,

    das hört sich nach einem Fangschaden an, wie er häufig nach dem Neukauf von Fischen auftritt. Alle hervorstehenden Körperteile der Fische, hier besonders die Flossenenden - Flossenstrahlen, aber auch die Augen erleiden häufig Schleimhautschäden beim Fangen mit Keschern. Dazu kommt dann noch die Umstellung in andere Wasserverhältnisse und mikrobiologische Bedingungen. Dann kommt es schnell zu Infektionen. Wenn der Fisch topfit war, wird er eine derartige Verletzung schnell überwinden. Wenn nicht, kann die Infektion fortschreiten.
    Schau mal hier nach, ob Du anhand der Fotos die Geschichte eingrenzen kannst.
    JBL-Hospital

    Vorerst Fisch weiter beobachten und wenn es sich verschlimmert, bitte noch mal melden.

    Hallo Reinhard,

    danke für deine Hinweise. Nach dem Bild von Julia sieht es zumindest nach einem relativ "leichten Fall" aus. Eine Vernesselung kann bei ungünstigen Verlauf sich auch schnell infizieren, insofern ist die Betaisodona-Lösung hier nicht schädlich und desinfiziert die geschädigten Hautflächen. Da der Beginn der "white tail disease" ähnlich ausschaut und sich dann so fortsetzt wie Du richtig geschrieben hast, und man bei dieser Krankheit nur im Anfangsstadium noch was machen kann, bin ich in diesem Fall lieber Richtung "worst case" gegangen. Ich werde irgendwann die ganzen recherchierten Daten zu den Seepferdchen nach Durchsicht von unseren Seepferdchenexperten aus dem Forum auch hier in das Fischkrankheitenboard stellen, damit man für alle Fälle ausreichende Informationen zur Behandlung hat.

    Hallo,

    ich habe seit 8 Monaten eine 6025 und eine 6045 im Einsatz. Irritierend waren von Anfang an die zeitweise aufgetretenen Brummgeräusche oder ein Klackergeräusch. Dieses Verhalten kenne ich von anderen Pumpen nicht. Manchmal mußte man nur 1-2 mal den Stecker ziehen, wieder einstecken und dann liefen die Pumpen wieder sauber ohne große Geräuschkulisse. Die Halterungen im Becken und die Magnethalter machen bis jetzt keine Probleme. Im Fall eines Falles hätte ich es auch sehr einfach. Die Firma Tunze sitzt ca. 10 km von mir entfernt in Penzberg und ich bin häufig dort Besucher im Ladengeschäft "Korallengarten". Wirklich gut an Tunze ist die sehr kulante Abwicklung von Reklamationsfällen - das hört man auch immer wieder in MW-Kreisen. Hier hätte man mit No name-Produkten sicher mehr Probleme.

    Zitat

    Original von SeepferdchenDr
    Beta-Isadona färbt ja rötlich, also kann die Farbe einfach davon sein.

    Die rötliche Verfärbung kommt von dem Jodkomplex der Betaisodona-Lösung. Wenn das Gewebe in Ordnung ist, wäscht sich das Jod im Wasser schnell wieder ab. Bei geschädigten Gewebe dringt es in die oberen Schichten ein und ist dann längere Zeit als rote Verfärbung zusehen. Es sieht vielleicht dramatisch aus, ist aber so völlig normal nach der Behandlung.

    Nach der Zusammensetzung dürfte Betaisodona-Lösung nicht bzw. nur sehr gering reizend sein bzw. "brennen". Sie enthält auch keinen Alkohol. Manche nehmen auch alternativ die Betaiosdona-Salbe, die bei "normalen" Fischen länger auf der Schleimhaut haftet. Bei Seepferdchen ist aber die Lösung evtl. doch besser.

    Betaisodona Lösung 30 ml ... Zusammensetzung:
    • 100 mg Povidon iod
    • 11 mg Iod (Entsprechend)
    • Glycerol (H)
    • Nonoxinol-9 (H)
    • Dinatrium-hydrogenphosphat (H)
    • Citronensäure, wasserfreie (H)
    • Natriumhydroxid (H)
    • Kalium-iodat (H)
    • Wasser, gereinigtes (H)

    Aus den Tupferproben wird jetzt wahrscheinlich eine Kultur angelegt und ein Antibiogramm erstellt, um a) den Erreger festzustellen und b) gegen welche Antibiotika er resistent bzw. empfindlich ist. Das ist eine lehrbuchmäßige Vorgehensweise - die allerdings einige Zeit dauert (2 Tage).

    Hallo Julia,

    ich habe noch mal in amerikanischen Seahorse-Foren nachgelesen. Dort wird die "White Tail Disease (Tail Rot)" als hochansteckende und dramatisch verlaufende Infektionskrankheit beschrieben, die bevorzugt bei hohen Wassertemperaturen auftritt ("heat stress"). Folgende Therapiemöglichkeiten werden dort von Experten empfohlen:

    - befallene Seepferdchen möglichst in Quarantänebecken setzen, um die restlichen Tiere zu schützen
    - Wassertemperatur wenn möglich senken (ist gut gesagt bei den derzeitigen Außentemperaturen)
    - Behandlung mit Breitbandantibiotika (Kanamycin oder Neomycinsulfat) vom Tierarzt, über das Futter geben und ins Wasser - das ist die wirksamste "Waffe" gegen diese Krankheit !
    - Futteranreicherung mit Beta-Glucan-Präparat (wirkungsvolles Immunstimmulanz), siehe Thread
    - Betupfen der befallenen Stellen (Q-Tip) mit Beta-Isodonalösung

    Hallo Julia,

    für Seepferdchen bin ich sicher kein Experte. Ich recherchiere aber seit einiger Zeit über ihre Krankheiten und kann Dir evtl. einen Tipp mitgeben. Bei "white spots" beschrieben als bakterielle Infektion der Haut wurde empfohlen, bei dem erkrankten Seepferdchen mit einem Q-Tipp und Beta-Isodona-Lösung die betroffenen Stellen zu betupfen. Das wird dann täglich wiederholt. Eine effektive Therapie kann sonst nur über vom Tierarzt bezogene Breitspektrum-Antibiotika durchgeführt werden, die man ins Wasser (Quarantänebecken) und noch effektiver diirekt ins Futter mischt. Je nach Ausmaß der Infektion ist die Prognose aber häufig nicht sehr gut. Daher muss umgehend mit der Behandlung begonnen werden.

    Kannst Du evtl. ein Bild einstellen ?

    Hallo Jens,

    ich habe meinen Antennarius maculatus in einem ca. 100 Liter-Becken, dass er alleine bewohnt. Meistens sitzt er auf einem Stein und wird nur zur Fütterung aktiv. Dann hoppelt er auf seinen Flossen dem Futter entgegen. Seit ein paar Wochen hängt er fast permanent am Ansaugrohr des Schnellfilters und schaut in Richtung Wasseroberfläche. Mir ist vor Wochen mal ein Futterfisch versehentlich ins Wasser gefallen und damals saß er auch dort und hat ihn direkt genommen und verschluckt. Seit dieser Zeit lauert er ständig unter der Wasseroberfläche und ich füttere ihn direkt aus der Hand mit aufgetauten Garnelen, Fischen und größeren Frostfutter.

    Er ist jetzt ca. 8-10 cm lang und frißt täglich 1-2 Garnelen oder alle 2-3 Tage einen Fisch von 5-6 cm Länge.

    Als ich ihn bekam, war er als Bewohner eines Technikbeckens ziemlich lädiert und hatte einige Verletzungen. Diese stammten wohl vom Hantieren an technischen Geräten bzw. vom Umräumen von lebenden Steinen. Inzwischen ist er vollständig regeneriert und eine richtige "Schönheit" geworden. :ylol

    Es gibt Berichte, dass die Anglerfische im Aquarium nicht lange überleben. Das kann ich so nicht bestätigen. Wichtig ist wahrscheinlich eine abwechslungsreiche Ernährung und die frühzeitige Gewöhnung an "totes" Futter, damit man mehr Auswahl hat. Ständige Fütterung mit Stinten ist wahrscheinlich nicht so gut. Es gab auch Hinweise, dass er nicht überfüttert werden sollte. Sobald mein "Schnappi" eine Bewegung vor dem Becken wahrnimmt, hängt er seine Angel raus und dann wird es Zeit ihn zu füttern. Macht er das nicht, nimmt er meistens auch kein Futter an.

    Hallo Guiseppe,

    das ist sehr schade. Das Umsetzen des Fisches ist natürlich zusätzlicher Stress, aber im Hauptbecken kann man halt kaum was machen. Ein 25 Liter-Becken ist für ein Quarantänebecken sehr klein und der Fisch lebt dort eher auf dem "Präsentierteller". Wenn man es irgendwie einrichten kann, sollte man zusätzlich zu dem Hauptbecken immer noch ein 100-150 Liter Becken gefüllt mit Meerwasser vorhalten, das im Fall eines Falles schnell als Quarantänebecken verwendet werden kann. Über eine entsprechende Einrichtung sind dann auch die nötigen Rückzugsbereiche machbar. Je größer der Fischbestand und wenn man noch plant weitere Fische einzussetzen, ist ein solches zusätzliches Becken sehr nützlich.

    Die Nekrose am Kiemendeckel war wahrscheinlich auch auf den Kiemenlamellen bereits weit fortgeschritten, so dass der Fisch an permanenter Atemnot gelitten hat. Daher auch die beobachtete schnelle Atemfrequenz.

    Hallo Christian,

    nicht alle Fische haben den gleichen Sauerstoffbedarf. Bei den derzeit herrschenden Temperaturen, kann es manchmal vorkommen, dass einige Fischarten in Not geraten und evtl. dann ihren Mitbewohnern ihre "Schwäche" auch signalisieren. Dann werden solche Fische selbst von vorher "friedlichen" Arten angegriffen. Das beginnt dann häufig zuerst mit dem Zupfen an Schwanz- und Brustflossen, um die noch mögliche Abwehr des Opfers" zu testen. Unerklärliche Flossenschäden "über Nacht sind meistens das Ergebnis solcher Übergriffe. Ist dann die normale Schwimmlage des Fisches nicht mehr möglich, wird er weiterhin angegriffen und der Verlust ist dann absehbar.

    Zitat

    Original von Pinuccio

    Das Beta-Gluen habe ich aus der Apotheke schon geholt wobei ich jetzt die Dosierung nicht weiss. Es handelt sich Kapseln mit 300mg beta-Gluca + Vitamin C + Zink !.


    Um etwas Vorrat zu haben, 1 gestr. Teelöffel mit Flockenfutter auf einem Plastikdeckel ausbreiten und mit dem Inhalt einer Kapsel (zuvor mit wenig Wasser an- bzw. aufgelöst) betraüfeln. Flocken sollten aber nicht "schwimmen". Dann über Nacht gut trocknen lassen und nach und nach verfüttern. Eine Überdosierung ist hier nicht möglich. Nicht gefressene Futterreste entfernen (absaugen). Bei Frostfutter 1/2 bis 1 Kapsel mit dem Frostfutter vermischen.

    Zitat

    [Das Sera Baktopur werde ich mir ebenfalls noch heute besorgen. Bei dem Einsatz muss ich dann allerdings die Aktivkohle rausnehmen oder ?


    Richtig, die Aktivkohle muss raus - besser etwas Filterwatte in den Filter geben. Baktopur-Anleitung Sehr gut wirkt auch ein Kurzbad (siehe Anleitung) in Baktopur (30 Minuten, leicht durchlüften, 2 Tablette auf ca. 5 Liter Wasser aufgelöst). Danach wieder ins Quarantänebecken mit 1 Tablette auf 25 Liter.

    Zitat

    [Falls noch weitere Vorschläge kommen bin ich sehr Dankbar. Leider verreise ich am Sonntag für eine Woche und hoffe dass ich den Lori durchbekomme. Jedenfalls wird die Vertretung entsprechend für die Fütterung des Loriculus geschult !
    Gruß
    Giuseppe

    Das Nifurpirinol muss sowieso längere Zeit im Becken bleiben und die ganze Behandlung wird sicher länger als 2 Wochen dauern. Einen Erfolg sieht man zuerst daran, dass der äußere, z.Zt. offen liegende Kiemenbogen wieder rot wird. Der Kiemendeckel müßte auch wieder nachwachsen, es kann abr sein, dass er sich nicht wieder vollständig ausbildet.

    Etwas aufpassen auf die Wasserqualität, da sich hier keine Filterbiologie aufbauen kann (Baktopur schädigt auch die nützlichen Bakterien). Nicht gefressene Futterreste entfernen (absaugen). Wasserwerte hinsichtlich Ammoniak überprüfen, alle paar Tage Teilwasserwechsel und entsprechende Nachdosierung Baktopur 1/8 oder 1/4 Tablette.


    Zitat

    [
    Kleiner Nachtrag,

    ich habe daheim noch das JBL-Fungol und JBL-Ekto-Cristal.

    Kann ich das evtl. auch für den Loriculus verwenden ?

    Beide Mittel würde ich nicht mit dem Baktopur kombinieren.

    Hallo Elena,

    ich denke, Du hast die Fotos doch etwas besser interpretiert als ich :thup. Ich arbeite z.Zt. leider an einem etwas betagten Leih-Laptop mit grausamer Auflösung und habe mir die Bilder jetzt noch mal intensiv an einem normalen 17 Zoll-Screen angesehen. Das was man bei der Vergrößerung der Bilder sieht (die sichtbare helle Fläche) ist der äußere Kiemenbogen, ziemlich blutleer und weiß gefärbt. Der Kiemendeckel ist wahrscheinlich durch eine bakterielle Infektion nekrotisiert und wie Du richtig schreibst, fehlen inzwischen Teile des Kiemendeckels. Danke für den Hinweis ! :wink

    Pinuccio,

    eine Therapie würde ich hier mit sera baktopur direkt Tabletten mit dem Wirkstoff Nifurpirinol (1 Tablette pro 50 Liter) durchführen. Die Fütterung mit dem bereits erwähnten Beta-Glucan würde den Fisch zusätzlich helfen. Hast Du noch andere Fische im Becken ? Wie lange hast du ihn schon ? Stimmen die Wasserwerte und ist eine UV-Anlage am Hauptbecken angeschlossen ? Eine derart ausgeprägte Nekrose ist nicht normal und die Kiemen selbst sind wahrscheinlich auch schon stark betroffen.

    Hallo,

    auch wenn die Bilder etwas unscharf sind (leider), kann man doch einige Dinge erkennnen, die ich mal interpretieren will. Der rechte Kiemendeckel steht etwas von der Körperachse weg und es ist eine weißliche Zellwucherung zu erkennen, wie ich sie auch schon früher mal gesehen habe. Bei der nächsten "Ferndiagnose" benötige ich aber eine Rückmeldung. Bei dem mittleren Bild sieht es so aus, als ob die rechte Brustflosse am Ende etwas ausgefranst und auch mit einem watteähnlichen Belag versehen ist - oder ist das nur eine Unschärfe im Bild ? Pinuccio, kannst du das so bestätigen bzw. dementieren ?

    Bei der Zellwucherung am Kiemendeckel handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Viruserkrankung, die dort das Gewebe verändert hat und die Atmung mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Eine gezielte Therapei ist hier kaum möglich. Man kann aber trotzdem etwas für den Fisch tun. Fangen wir mal mit dem Quarantänebecken an. Der Fisch hat eine Chance, wenn er die Viruserkrankung aus eigener Kraft bekämpfen kann. Dazu ist es unbedingt notwendig, dass er in dem Becken optimale Bedingungen hat. Also genügend Schwimmraum, Verstecke, Wasserwerte und gutes Futter. Stress muss ab jetzt unbedingt vermieden werden. Die Haltung in Quarantäne ist erst einmal richtig, da die Viren sich ständig reproduzieren und viele tausend neue Viren ins Wasser entlassen, die alle anderen Fische evtl. auch infizieren können. Ausrüstungsgegenstände und Kescher in mind. 60°C heißes Wasser legen, bevor sie in anderen Becken verwendet werden bzw. nicht in mehreren Becken ohne einen zwischengeschalteten Inaktivierungsschritt einsetzen.

    Um den Fisch bei seiner Abwehr zu unterstützen, kannst du das Futter mit Beta-Glucan anreichern, das ist ein Immunstimmulanz. Ich habe zwei Internet-Links angehängt, in denen die Wirkungsweise erklärt wird bzw. eine Bezugsquelle angegeben wird. Du kannst auch bei Dir in der Apotheke mal nachfragen, ob Du eine kleinere Menge günstig bekommen kannst - meistens gibt es nur Packungen mit 60 Kapseln. Optimal wäre es ,wenn der Zwergkaiser Flockenfutter gut fressen würde - sonst versuche es mit Frostfutter. Unter dem Fischkrankheitenboard befindet sich ein Artikel zur Eigenherstellung von Medizinalfutter. Verfahre genau nach dieser Anweisung, aber statt dem Flüssigmedikament mit Malachitgrün öffnest Du eine Kapsel von dem Beta-Glucan, verrührst den Inhalt mit einigen Tropfen Wasser und gibst es als Flüssigbrei auf die Flocken. Wenn diese gut getrocknet sind, verfüttern. Alternativ mit Frostfuter vermengen und verfüttern.

    So, mehr kannst du dann für deinen Fisch z.Zt. nicht tun - und denke an die Vermeidung von Stress !

    http://www.medizin-aspekte.de/06/04/schoen_v…zneimittel.html

    http://www.bioprophyl.de/Beta_Glucan_Ko…CFQuGugodxX73Vw

    Hallo Marco,

    ich habe zwei unterschiedliche Systeme. Im Wohnzimmer ist eine Nachfüllautomatik lediglich an eine 5-Liter Flasche mit Osmosewasser angeschlossen. Da das Becken dort größtenteils abgedeckt ist, reicht der Vorrat ca. 7-10 Tage, dann spüle ich die Flasche und befülle wieder neu. Für meine anderen Aquarien habe ich je 200 Liter Süß- und 200 Liter Meerwasser in Reserve. Da dieses Wasser mehrere Wochen stehen kann, belüfte ich diese Vorräte in Kunststofftonnen über eine kleine Pumpe, damit es nicht zur Kahmhautbildung auf der Oberfläche und zu "Gerüchen" kommt. Wenn größere Mengen Wasser längere Zeit stehen bleiben (trifft insbesondere auf den Süßwasservorrat zu), kann es zu moderigen/ fauligen Prozessen und Biofilmbildung kommen, verursacht durch Bakterien - je nachdem wo das Wasser herstammt und was es enthält. Meistens reicht es aber schon, das Wasser einfach nur etwas zu bewegen (umzuwälzen). Reines Nachfüllwasser mit geringen Standzeiten würde ich auch nicht belüften oder umwälzen.

    Hallo Max,

    ich habe einen ca. 5 cm gelben Hawaii Doc seit einigen Wochen in Quarantäne sitzen (allein in einer Steinwüste). Ich habe ihn von einem Händler als "Todeskandidaten" bekommen, da er damals schlimm zugerichtet war - seine Mitbewohner hatten ihn an der Körperflanke und an der Schwanzwurzel mit ihren Skalpellen "bearbeitet". Er war damals ein extrem dünnes, blassgelbes Fischchen, der extrem scheu reagierte. Nun inzwischen nach 8 Wochen Krankenstation ist er fast wieder hergestellt. Er zeigt genau dasselbe Verhalten, wie dein Doc. Komme ich zum Becken, ist er blitzartig in einer Deckung verschwunden, entferne ich mich einige Meter und bewege mich nicht, dann kommt er heraus und schwimmt lebhaft durch das Becken. Ich füttere ihn mit Pflanzenflocken, die er in meiner von ihm bemerkbaren Gegenwart völlig ignoriert. Bin ich nicht mehr sichtbar, kommt er langsam heraus und fängt zaghaft an, sie aufzunehmen. Seit einer Woche habe ich einige Putzergarnelen dazugesetzt, da ich jetzt keine Medikamente mehr im Becken habe. Seitdem wird er immer "mutiger" und kommt inzwischen direkt nach dem Füttern heraus. Nur bei schnellen Bewegungen vorm Becken taucht er noch unter. Richtige Sorgen um seinen Ernährungszustand musste ich mir aber nie machen, nach wenigen Tagen war sein Bauch am Abend immer gut gefüllt - obwohl ich ihn anfangs nie fressen sah. Aus dem blassen verletzten Hungerhaken ist wieder ein richtig schöner Doc geworden.

    Hallo Benjamin,

    auch wenn es im Handel auf div. Mitteln manchmal angegeben ist, gegen Fischtuberkulose gibt es für Aquarienfische eigentlich keine wirksame und sinnvolle Therapie. Die Krankheit verläuft meistens sehr langsam und schleichend und ist manchmal anhand von offenen Geschwüren oder Hautveränderungen evtl. auch von außen erkennbar. Häufig sind aber auch innere Organe befallen. Solche Tiere magern dann zusehends über viele Wochen immer mehr ab und sterben irgendwann. In Kombination mit den Außenparasiten kann es sein, dass man diese erfolgreich bekämpft und die Tiere dann doch an die Tuberkulose-Erkrankung verliert. Als Folge der latenten Tbc-Erkrankung ist das geschwächte Tier zwar über einige Monate noch lebensfähig, aber in diesem Zustand dann auch bevorzugtes Opfer von Ektoparasiten. Bei großen und wertvollen Einzeltieren kann evtl. über den Tierarzt ein Antibiotikum gespritzt werden, ob das dann aber zum Heilerfolg führt, ist mehr als fraglich.

    Infizierte Tiere sollte man sofort isolieren, da sie die Tuberkulose-Bakterien manchmal ausscheiden bzw. wenn sie tot im Becken liegen von anderen Bewohner angefressen werden und sich auf diese Weise dann auch infizieren. Fischtuberkulose kann auf den Menschen übertragen werden und schwer heilende Hautgeschwüre verursachen. Allerdings wird die Krankheit wahrscheinlich in den meisten Fällen unerkannt bleiben, so wie in deinem Fall, wo sie erst post mortem identifiziert werden konnte.

    Hallo Benjamin,

    vielen Dank für die Informationen. Berichte mit abgesicherten Befunden bekommt man leider viel zu selten und noch seltener erfährt man das Ende einer Erkrankungsgeschichte. Das ist natürlich auch nachvollziehbar, denn jeder Tierhalter spricht nicht gerne über Verluste und Probleme. Die beiden vom Tierarzt festgestellten Protozoen (ich nehme mal an, dass er den Befund mikroskopisch ermittelt hat) sind relativ häufig auf Fischen anzutreffen und werden überwiegend als relativ harmlos angesehen. Andererseits gibt es Berichte über starke Verluste bei Massenvermehrung infolge ungünstiger Bedingungen in Aquakulturanlagen. Evtl. begünstigt die Morphologie und Verhaltensweise der Seepferdchen bestimmte Parasiten bei der Haltung in Aquarien. Die Therapie mit Baytril® (Enrofloxacin), einem Antibiotikum aus der Veternärmedizin, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Damit würde nur eine evtl. bakterielle Sekundarinfektion bekämpft, nicht aber die Protozoen. Aber hier muss natürlich die damals vorliegende Befundsituation berücksichtigt werden.

    Als ich mich vor einigen Wochen für die Haltung von Seepferdchen interessierte, bekam ich den Tipp nur Nachzuchten zu kaufen und diese niemals mit wild gefangenen Begleit-Fischen wie Grundeln oder Seenadeln zu vergesellschaften, da hier bereits eine Infektion eingetragen werden kann, die sich u.U. erst Wochen und Monate später darstellt. Ebenso wurde mir von einem erfahrenen Seepferdchenhalter gesagt, wenn einmal ein Krankheitsbild vorliegt und sich die ersten Symptome zeigen, ist meistens eine Rettung schon nicht mehr möglich. Alle Behandlungsversuche auch bei mehrfach abgesicherter Diagnose sind fehlgeschlagen und auch hier war es so, dass die Haltung dieser Tiere nach Totalverlust erst einmal ausgesetzt wurde. Das hat mich bisher ebenfalls davon abgehalten in die Seepferdchenhaltung einzusteigen.

    Zitat

    Original von Inken Krause
    Zweifelsohne kann man diese Probleme nur in den Griff bekommen, in dem man hartnäckig weiter "forscht". Daher würde ich von der Seepferdchenhaltung im allgemeinen nicht abraten.
    Die zahllosen Aquarianer, die sich in letzter Zeit blindlings ins Abenteuer-Seepferdchenhaltung stürzen (mittlerweile hat ja fast jeder ein "Zweitbecken" mit Gäulen), sollten jedoch verstärkt darauf hingewiesen werden, worauf sie sich einlassen...
    Viele Grüße
    Inken


    Da ich z.Zt. nicht genau weiß, worauf ich mich einlasse, werde ich weiterhin die "Seahorse"-Literatur auswerten und die Seepferdchen beim Händler lassen.

    Hallo Inken und Hans-Werner,

    das klingt gut - Salz mit DOM - dann ist die reine Anorganik beim Salzkauf wohl demnächst vorbei.

    Ich kannte DOM bisher nur als organischen Eintrag in die Meere über große Flußsysteme, z.B. das Amazonasdelta. Aber es gibt wohl noch viele weitere Quellen...
    Anbei noch eine Definition aus dem Forschungsgebiet des AWI.

    Gelöstes organisches Material (dissolved organic matter, DOM)

    Die globale Menge des im marinen DOM gespeicherten Kohlenstoffs (DOC, 700 Pg) ist vergleichbar mit der Gesamtmenge an Kohlenstoff in atmosphärischem CO2 (750 Pg) und in Landpflanzen (610 Pg) und übertrifft die Menge Kohlenstoffs, der in marinen Tieren, Pflanzen, Bakterien und organischen Partikeln gespeichert ist (25 Pg) um das 30-fache. Das DOM wirkt als Puffer im organischen Kohlenstoffkreislauf and bildet komplexe Verbindungen mit Schwermetallen und bestimmt damit deren Verteilung, Löslichkeit und Toxizität. Trotz der großen Menge an DOM und dessen enormer Bedeutung für globale Stoffkreisläufe ist die chemische Struktur im Ozean immer noch weitgehend unbekannt. Ziel des Alfred-Wegener-Institutes (AWI)ist die Aufklärung der molekularen, chemischen Struktur des DOM. Dies soll insbesondere die Herkunft (z.B. marin, terrestrisch, Meereis) und Veränderung (z.B. Fotoabbau, mikrobieller Abbau) des DOM klären.
    Quelle: http://www.awi.de/de/forschung/f…nic_matter_dom/

    P.S.: Pg ist die Einheit Petagramm [10^15 g = 1 Mrd Tonnen]

    Hallo Mario,

    wenn es ein Süßwasserfisch wäre, würde ich sagen, die Grundel hat infektiöse Bauchwassersucht. Bei Meerwasserfischen habe ich diese Erkrankung aber so noch nicht beobachtet. Hier könnte eine Form von Nierenversagen vorliegen. Aufgenommene Flüssigkeiten sammeln sich im Körper an, der Leib des Fisches ist stark geschwollen. Weitere Symptome sind irgendwann herausstehende Augen und abstehende Schuppen (Schuppensträube). Da sich der Zustand aber schon über 3 Monate entwickelt, wäre sie bei einem akuten Nierenversagen schon lange gestorben. Es könnte daher auch ein Tumor sein, der nach und nach wächst.

    In der freien Natur würde die Grundel schnell einem Freßfeind zum Opfer fallen, da sie wahrscheinlich in ihrer Beweglichkeit inzwsichen eingeschränkt sein dürfte. Das Fehlen von Schuppen ist die Folge des enormen Umfangs, das Gewebe geht irgendwann nicht mehr mit. Heilbar ist dieser Zustand sicher nicht- wie lange sie das noch überlebt, kann ich auch nicht sagen.

    Hallo,

    wie Steffen schreibt, ist die Diagnose ohne Bild schwierig
    ich habe mal zwei Bilder von typischen Verpilzungen angehängt.
    Bei einem solchen Krankheitbild liegt meistens eine Schädigung an der Schleimhaut vor (Verletzungen, Bißwunden, Fangschäden durch Kescher, etc.). Fungol darf nicht bei wirbellosen Tieren angewendet werden. Es gibt eigentlich keine wirksamen Mittel, die in ein Korallenbecken dürfen. Bei leichten Infektionen kann man es mit Mitteln versuchen, die Peroxid-Verbindungen enthalten (Ektozon N, JBL Ektol Cristal, Sera ectopur). Eigentlich sind diese Mittel für Süßwasser entwickelt worden und enthalten deshalb als wesentlichen pilzhemmenden Bestandteil Natriumchlorid, was natürlich im Seewasser nicht besonders hilfreich ist, da hier die Pilzarten an die höheren Salzkonzentrationen angepaßt sind.

    Quelle: JBL Hospital

    Hallo Thomas,

    die UV-Lampe verliert im Dauerbetrieb nach 6 Monaten ca. 50% Leistung, nach einem Jahr sollte sie erneut werden. Wenn sie, wie bei Dir, bereits 1,5 Jahre ständig läuft, dann ist sie auf 10% runter oder bringt gar nichts mehr.

    Ich möchte noch einmal versuchen, die Diagnose etwas zu verbessern. Du hast geschrieben, dass die Fische trübe Augen und Punkte haben. Kannst du die Punkte etwas besser beschreiben ? Sind es vereinzelte auseinander liegende größere Punkte (0,5 mm) oder sind es sehr viele kleine, dicht zusammen, teils flächig nebeneinander liegend– bei starkem Befall so fein und dicht, dass es eher an Mehlstaub erinnert ? Leider ist das Bild in dieser Hinsicht auch nicht so aussagekräftig. Wenn Du, wie Michael vermutet, Oodinium im Becken hast, dann müsste man die Therapie genau auf Oodinium ausrichten und dann hilft Dir z.B. costapur nicht so besonders gut.

    Wenn Du es trotzdem über das Futter an die Fische geben willst, dann musst Du wie folgt vorgehen:

    Frostfutter auf Küchenrolle auftauen, möglichst das ganze Auftauwasser entfernen (Küchenrolle) und dann ca. 10 Minuten mit costapur tränken und verfüttern. Evtl. überschüssiges costapur mit Küchenrollenblatt entfernen.

    Bei Flockenfutter: Flocken in eine flache Unterlage geben, dünn und verteilt und dann mit Costapur tränken, trocknen lassen, Flocken brechen und verfüttern. Der Effekt beruht darauf, dass die Fische oral Malachitgrünoxalat aufnehmen und es einen Therapieeffekt gegen Cryptocaryon und andere Hautparasiten gibt. Gegen Oodinium würde dieses Verfahren aber nicht helfen.

    Das Mittel von Easylife stop parasites soll zumindest unschädlich für die übrigen Bewohner deines Beckens sein – falls der Hersteller irgendeine Angabe über die Inhaltsstoffe macht, wäre es gut, wenn Du diese hier mal einstellen könntest.

    Zitat

    Original von Mario Thorwartl
    Wie siehts mit Diatomentfiter-Einsatz aus, würde das was helfen?

    Hallo Mario,

    ich gehe im vorliegenden Fall von einer Mischinfektion mit div. Hautparasiten und Bakterien aus. Mit einem Diatomeenfilter und UV-Röhren erreicht man nur die frei im Wasser schwimmenden Schwärmerstadien von Cryptocaryon irritans (Weißpünktchenkrankheit) und Amyloodinium cellatum (Samtkrankheit). Da es aber auch Erreger gibt, die sich direkt auf der Fischhaut vermehren (Brooklynella hostilis, Bakterien), sind diese Techniken hier weitgehend wirkungslos. Bei einer Reininfektion mit weißen Punkten (C. irritans) kann man über Diatomeenfilter und UV die Schwärmer abreichern, wenn es sich um eine sehr geringe Befallsdichte handelt und man evtl. noch weitere Maßnahmen dazu nimmt. Bei massiven Infektionen sind das aber allenfalls unterstützende Hilfsmittel mit geringen Effekt - alleine angewendet reichen sie nicht aus.

    Hallo Thomas,

    bei einer schweren Infektion sollte man auf jeden Fall eine kombinierte Therapie durchführen.
    Also SW-Bad, Medikament(e) gegen die pot. Erreger und zusätzlich eine Reduzierung der Dichte, wenn es sich sicher um weiße Pünktchen handelt (die werden vom SW-Bad kaum beeinflußt - andere Hautparasiten und Bakterien schon).

    Nach dem SW-Bad hast Du im besten Fall 90-95% der Hautparasiten entfernt. Aber einige überleben diese Behandlung immer. Falls es sich dabei um Brooklynella hostilis handelt, werden die Parasiten sich wieder teilen und in einigen Tagen beginnt die Geschichte von vorn. Der Fisch ist nach dem SW-Bad zusätzlich geschwächt und er beginnt im Rahmen seiner Erholung einen Wettlauf mit den verbleibenden Erregern.
    Natürlich kann es auch vorkommen, dass sich ein Fisch "aus eigener Kraft" wieder erholt und gesund wird, so wie Elena ihren Fall geschildert hat. Wenn aber nicht, dann verliert man kostbare Zeit und hat evtl. keine 2 Chance zur Behandlung. Wenn Du Bedenken wg. Formalin hast, kannst du alternativ Tetra MarinOomed nach dem SW-Bad zugeben.
    Bei den trüben Augen kann es sich natürlich auch um eine bakterielle Sekundärinfektion handeln, dann wäre nach dem SW-Bad eher Sera Bactopur mit dem Wirkstoff Nifurpirinol angezeigt (kann auch ohne Bedenken zusätzlich zum MarinOomed gegeben werden). Man kann die SW-Bäder bei Bedarf alle 2 Tage wiederholen, in sehr schweren Fällen auch alle 24 h - viele Händler machen das bei stark erkrankten frischen Importen.

    Vorgehensweise zur Reduzierung der Dichte: Ca. 50% des Wasservolumens aus dem Quarantänebecken wird entfernt und langsam über ca. 1 h temperiertes Süßwasser (Tropfenmethode-dünner Wasserstrahl) zugegeben. Die Dichte sollte später bei 1.011 liegen. In dieser reduzierten Dichte wird der Fisch 7-10 Tage belassen. Diese Behandlung ist nicht geeignet für Garnelen, Korallen und andere wirbellose Tiere. Die meisten Seewasserfische vertragen diese Behandlung sehr gut, es mag aber auch besonders empfindliche Arten geben, bei denen man ein solches Bad nur wesentlich kürzer anwenden darf. Die Tiere sollten regelmässig dabei beobachtet werden, um ggfs. einzugreifen. Die von Elena vorgeschlagenen Methode (1/4 Beckenwasser und 3/4 Süßwasser) ist eine Mischung aus reinem SW-Bad und dem Dauerbad mit Dichte 1.011 und ist schonender als ein reines SW-Bad (allerdings auch zu den Parasiten).

    Hallo Thomas,

    Markus (Fischsuppe) hat mich gerade per mail auf die Geschichte aufmerksam gemacht.

    Nun, so wie es beschrieben wird, handelt es sich um eine schwere Mischinfektion verschiedener Hautparasiten, die inzwischen alle Fische infiziert haben. Da es sich um ein Becken mit Steinkorallen handelt, kannst Du im Becken relativ wenig machen. Die Reduzierung der Dichte in einem Becken mit Steinkorallen unter 1.020 ist kritisch. Es gibt Arten, die das tolerieren, aber andere eben nicht. Bei einer Dichte von 1.020 werden aber die Parasiten noch nicht geschädigt. Ich denke, es handelt sich u.a. um Cryptocaryon und Brooklynellla. Dann müßte die Dichte auf 1.011 runter und das kann ich Dir mit deinem Becken nun wirklich nicht empfehlen.

    Bei einem derartig schlechten Befund würde ich die Fische, sofern man sie erwischt, in ein Quarantänebecken geben. Mit Ektozon und anderen "korallenverträglichen" Mitteln erreichst Du bei diesem fortgeschrittenen Stadium der Infektion mit trüben Augen usw. nichts mehr. UV läuft schon, Ozon etwas aufpassen - bei zu hoher Dosierung kann es auch die Fische schädigen.

    Vorher dem Umsetzen unbedingt durchführen: Süßwasserbad ca. 8-10 Minuten (Mandarinfisch nur 5 Minuten), danach mit einem Mittel mit Formalin-Anteil im Quarantänebecken behandeln. Mit einer Formalin-Konzentration von 0,5 ml/ 100 Liter Wasser anfangen und bis max. 1 ml/100 Liter raufgehen. Die Dichte kannst Du dann auch noch reduzieren, aber langsam und erst nach dem alle anderen Schritte ausgeführt sind.

    Mit dem SW-Bad entfernst Du erst einmal die meisten Kiemenparasiten und wenn der Schaden noch nicht zu groß ist, können die Fische danach wieder besser atmen. Bei dem formalinhaltigen Mitteln etwas aufpassen, die Wassermenge des Q-Beckens muss stimmen und richtig berechnet werden. Eine Überdosierung wäre fatal - möglichst mit einer Insulinspritze dosieren.

    Die Mittel kannst Du aus dem Fachartikel Brooklynella entnehmen, Sera Costapur oder Tetra ContraIck würden das Formalin enthalten, die Dosierungen und Formalinmengen sind im Fachartikel angegeben.

    Liebe Forenuser,

    für das Forum und MARUBIS e.V. schreibe ich gerade ausführliche Berichte über die häufigsten Fischkrankheiten im Meerwasser. Darin sind die Diagnose und Therapie und eine Empfehlung von wirksamen Medikamenten enthalten. Für diese Berichte suchen wir gute Fotos mit den typischen Merkmalen der weiße Pünktchen-Krankheit (Cryptocaryon irritans) und der Samtkrankheit (Oodinium-Befund).

    Es wäre schön, wenn ihr diese Fotos dem Forenteam bzw. dem Verein MARUBIS zur Verfügung stellen würdet. Damit haben dann andere Aquarianer die Möglichkeit, diese gefährlichen Krankheiten schneller zu erkennen und müssen sich nicht mühsam durchfragen.

    Mit dem Schicken der Bilder erklärt ihr ausdrücklich, dass ihr selbst Eigentümer der Bilder seid und mit der Veröffentlichung der Bilder in allen mit dem Fischkrankheiten_FAQ in Zusammenhang stehenden Publikationen einverstanden seid. Selbstverständlich wird auf Wunsch der Bildautor genannt.

    Eure Bilder mit der kurzen Einverständniserklärung sendet ihr bitte an: sabine.sax@meerwasserforum.info

    Liebe Forenuser,

    für das Forum und MARUBIS e.V. schreibe ich gerade ausführliche Berichte über die häufigsten Fischkrankheiten im Meerwasser. Darin sind die Diagnose und Therapie und eine Empfehlung von wirksamen Medikamenten enthalten. Für diese Berichte suchen wir gute Fotos mit den typischen Merkmalen der weiße Pünktchen-Krankheit (Cryptocaryon irritans) und der Samtkrankheit (Oodinium-Befund).

    Es wäre schön, wenn ihr diese Fotos dem Forenteam bzw. dem Verein MARUBIS zur Verfügung stellen würdet. Damit haben dann andere Aquarianer die Möglichkeit, diese gefährlichen Krankheiten schneller zu erkennen und müssen sich nicht mühsam durchfragen.

    Mit dem Schicken der Bilder erklärt ihr ausdrücklich, dass ihr selbst Eigentümer der Bilder seid und mit der Veröffentlichung der Bilder in allen mit dem Fischkrankheiten_FAQ in Zusammenhang stehenden Publikationen einverstanden seid. Selbstverständlich wird auf Wunsch der Bildautor genannt.

    Eure Bilder mit der kurzen Einverständniserklärung sendet ihr bitte an: sabine.sax@meerwasserforum.info

    Zitat

    Original von Inken Krause

    Zweifelsohne kann man diese Probleme nur in den Griff bekommen, in dem man hartnäckig weiter "forscht". Daher würde ich von der Seepferdchenhaltung im allgemeinen nicht abraten.

    Viele Grüße
    Inken

    Zitat

    Original von Sabine Sax

    Insofern kann ich Inken's Posting nur unterschreiben. Dies ist nun das zweite Mal innerhalb von 3 Jahren, dass ich meinen Besatz an Seepferdchen aufgrund einer Krankheit, die ich nicht wirksam behandeln kann, verlieren werde.

    Hallo Sabine,

    es ist sehr schade, wenn man seine wertvollen Tiere verliert.
    Ich habe ein bißchen recherchiert und wüßte gerne, ob das Krankheitsbild des gestorbenen Seepferdchen-Mannes von der Symptomatik ungefähr dieser Beschreibung (siehe link) bzw. der Abbildung ähnelt (entzündeter Brustbeutel in Verbindung mit Luftblasen ?)

    http://www.syngnathid.org/articles/diseaseGuide.html

    Hallo,

    das Quarantänebecken läuft absolut unabhängig vom Hauptbecken. Es sollte je nach Fischart eine Mindestgröße von 40-60 Litern haben, einige Versteckmöglichkeiten bieten und kann mit einem normalen Innenfilter (z.B. Eheim Aqua-Ball-Serie) betrieben werden. Hier ist im Gegensatz zum Hauptbecken ein biologischer Filter nützlich und zweckmäßig. Bei den Wasserwerten kann man zudem Nitrate und Phosphate tolerieren, da keine Korallen im Becken sind. Aufpassen muss man eigentlich nur auf das evtl. Auftreten von Ammoniak(bei pH >8,0), da bei starker Fütterung und gleichzeitiger Behandlung von Medikamenten die Filterbakterien absterben können und so der Abbau über Nitrit zu Nitrat evtl. nicht mehr funktioniert.