Original von Jörg Kokott
Danke für die Antwort Patrick,
was man oft, auch unter der Verwendung von Phosphatadsorbern beobachtet, ist, das man zwar Phosphate aus dem Wasser rauszieht, aber gleichzeitig im Sediment oder in der Dekoration gebundene Phosphate nachgeliefert werden, so dass man erst mal keinen Unterschied bemerkt und der Wert erst dann sinkt, wenn die übrigen im Sediment/Steinen festgesetzten Phosphate langsam aber sicher weniger werden.
Im Übrigen ist das Zeovit kein Phosphatadorber, d.h. es kann kein Phosphat binden. V.a. in den ersten Tagen wird das Zeovit Eisen und Mangan abgeben (was zumindest aus der Analye von Lars Sebralle ersichtlich ist, wenn es auch eine einmalige, nicht reproduzierbare Analyse war). Diese beiden Substanzen fällen dann im Wasser gelöste Phosphate aus, allerdings in so geringen Mengen und über mehrere Tage hinweg gleichmäßig, das die feinen Metallphosphat-Flocken nicht schnell sedimentieren und gut abgeschäumt werden können. Dieshalb bemerkt man nach der Anwednung von Zeovit oft schon nach 12 oder 24 Stunden, das einerseits der Abschäumer ordentlich arbeitet (weil er eben was zum abschäumen hat), und andererseits das Wasser kristallklar wird. Es wird deshalb so klar, weil sich durch physikalische Wechselwirkungen viele im Wasser suspendierte Teilchen und Trübstoffe an diese Metallphosphatflocken anlagern und mit abgeschäumt werden. Gleichzeitig entfernt die meist mit dem Zeovit eingesetzte Aktivkohle Gelbstoffe und viele andere Substanzen.
Dies nur so als Ergämzung.
Ich möchte noch ergänzen: In vielen Fälle funktioniert die Zeovit-Methode, das will auch niemand bestreiten. Und gerade für frisch eingesetzte Becken könnte es eine sehr gute Starthilfe sein. Aber man muß dennoch aufpassen. Gerade wenn der Fischbesatz hoch ist und dann noch, wie es sein sollte, die Fische mehrmals täglich gefüttert werden, kommt man auch oft um einen zusätzlichen Phosphatadsorber nicht umher, weil das Zeovit nur einen endlichen Anteil an Eisen und Mangan besitzt, der womöglich nicht für den gesamten Zeitraum der Anwendung ausreicht.
Noch was zur Farbigkeit: Das Zeovit kann die Farbigkeit von Korallen v.a. besser hervorbringen, aber es wird nicht unbedingt die Farbigkeit fördern. Eine Förderung der Farbigkeit würde nur dann auftreten, wenn die Wasserqualität vor dem Zeoviteinsatz schlecht war und die Korallen nun besser wachsen und gedeihen können. Aber das hat nicht mal unbedingt was mit dem Zeovit zu tun, weil man eine Verbesserung der Wasserverhältnisse natürlich mit jeder x-beliebigen Methode erreichen kann.
Der Punkt ist die Zooxanthellendichte im Korallengewebe. Wenn die durch einen hohen Nährstoffgehalt hoch ist, dann wird die Koralle sehr braun und dadurch werden v.a. die Pigmente überlagert, die nur sehr gering vorhanden sind. Erst wenn die Nährstoffe sinken und damit die Zooxanthellendichte abnimmt, wird das Korallengewebe heller und "durchsichtiger", wobei auch wenig vorhandene Korallenpigmente sichtbar werden.