Hallo Bernd,
Meine Anmerkung in Bezug auf eine Fe-Zugabe hielt ich deshalb für nicht unwichtig, da man sonst schnell zu dem fast uneingeschränktem Schluß gekommen wäre, man könnte in diesem Fall das Problem mit einer Fe-Zugabe in den Griff bekommen, ohne auch nicht einen Blick auf die Schlüsselfunktion dieses Elementes zu werfen. Grundsätzlich stimme ich Dir aber auch zu, dass dieses Element häufig ein limitierendes Makroelement unter aquaristischen Bedingungen seinen dürfte. Einen Mangel an verfügbarem Eisen als alleinige Ursache halte ich jedoch für fast ausgeschlossen für diese Art der Symptome wie sie Frank beschrieben hat. Dafür kenne ich zu viele Aquarianer und Korallenzüchter, die ohne jegliche Spuren- und Fe- Zugabe traumhafte Korallen halten und vermehren.
Meine Vermutung geht eigentlich in die gleiche Richtung wie bei Hans-Werner, dass eine drastische Po4 Senkung, dass eigentliche Problem seien könnte. Ich kenne zumindest zwei Fälle, bei dennen nach dem Einsatz eines P04-Absober genau die gleichen Symptome auftraten. Da eben auch Phosphat eindeutig eine Schlüsselfunktion zukommt, ist es eben auch gefährlich wenn hier plötzliche Konzentrationsschwankungen in der freien Wassersäule auftreten.
Die plötzlichen Änderungen bestimmter Faktoren und damit auch die Änderungen im Korallen - und Algenmetabolismus sind m.E. häufig die eigentlichen Ursachen.
Langsame Veränderungen führen selten zu Krankheitserscheinungen, da man auch die Anpassungsfähigkeit der Korallen nicht unterschätzen sollte.
Natürlich ist auch das Umsetzen von Korallen immer eher als Störfaktor zu betrachten. Wenn jedoch die Probleme aus den Konzentrationen der Primärprodukten (inkl. Superoxid-Radikale ) der Photosynthese bestehen könnten, kann eine Verringerung dieser Konzentrationen (durch Herabsetzen der Photosyntheserate) jedoch durchaus sinnvoll sein. Die Ursache wird zwar nicht behoben, jedoch können die Auswirkungen dann eingegrenzt werden.
Natürlich bedeutet auch eine Zugabe von Aminosäuren einen unmittelbaren Eingiff in die Symbiose von Algen und Korallen. Bei erhöhten Zugaben nimmt auch die Zooxanthellendichte erheblich zu (wiederholte eigene Beobachtungen). Im Grund sind hier die Auswirkungen für den Metabolismus ähnlich aus, wie Sie Jörg Kokott auch bei einer erhöhten Konzentration von PO4 und NH4 beschrieben hat.
Energetisch gesehen ist die Aufnahme von "fertiger Nahrung" jedoch günstiger, als die Eigensynthese dieser Bausteine für den Zellaufbau. Von daher halte ich den Nutzen für den Wirt (Zellregeneration) höher, als eine leichte Störung der Symbiose. Dies war auch nur ein Vorschlag von mir, da er schon einmal zu einer leichten Verbesserung in einem ähnlichem Fall geführt hat.
Zitat
bin aber gerne bereit mcih eines Beseren belehren zu lassen
Ich denke, dass dies bestimmt in der einen oder anderen Sache eher umgekehrt seinen könnte. Letztendlich hatte ich auch geschrieben, dass dies von mir nur ein Denkansatz ist.
Wer hier die konkrete Lösung per Ferndiagnose weiß, den werde ich jedoch nur noch mit Korallengott ansprechen 
Viele Grüße
Oliver