Beiträge von Jörg Kokott

    Nein, eigentlich nicht. Oft wird behauptet, die aktinisch blauen Röhren bringen Fluoreszenzfarben besser heraus. Das ist allerdings für die meisten Fälle nicht ganz richtig. Hier die Gründe:

    Die meisten Fluoreszenzpigmente absorbieren, weil sie eben Pigmente sind, im sichbaren Violett- und Blaubereich.
    Es gibt unter diesen Fluoreszenzpigmenten auch einige, die im UV-A Bereich absorbieren und von daher prinzipiell keine Pigmente sind, aber das lassen wir mal gelten. Solche Pigmente wirst Du mit einer blauen Röhre schlecht anregen können.
    Aber man muß auch folgendes beachten:

    Im einfachsten Fall wird das UV-A absorbierende "Fluoreszenzpigment" eine violette Fluoreszenzemission zeigen. Die ist i.d.R. für das menschliche Auge schwer zu sehen, weil es an der unteresten Grenze der menschlichen optischen Wahrnehmung liegt. D.h. obwohl sie da ist, hat der Auqarianer wenig davon. Das ist mal das eine.

    Der andere Punkt ist, das diese violette Fluoreszenz von einem anderen Fluoreszenzpigment im gleichen Korallengewebe absorbiert werden kann, und dieses Pigment erzeugt dann eine blaue Fluoreszenz. Durch diese Umwandlung kriegen wir die violette Fluoreszenz gar nicht mit. In fast allen Fällen existert dann noch ein drittes Fluoreszenzpigment, das die blaue Fluoreszenz absorbiert und eine grüne Fluoreszenz emittiert. Und diese grüne Fluoreszenz ist sehr gut durch unser Auge wahrnehmbar und die häufigste Fluoreszenzfarbe im Riffaquarium (und in der Natur!).

    Aber: der Punkt ist, das Du gerade wegen dieser Umwandlungen sowieso fast immer eine grüne Fluoreszenz zu sehen bekommst, egal ob Du eine aktinisch blaue oder eine "normale" Blauröhre drüber hast. Du kannst es Dir bei Einsatz einer blauen Röhre also der Koralle (etwas extrem formuliert) ersparen, das sie auch noch die UV-A und violetten Fluoreszenzpigmente unter Energieaufwand bilden muß, in dem Du ihr einfach die entsprechenden UV- und Violett-Wellenlängen nicht anbietest. Dadurch bleibt der Koralle mehr Energie um zu wachsen. Dies alles etwas vereinfacht ausgedrückt, aber darauf läuft es hinaus.

    Aus diesem Grunde sehe ich keine herorzuhebenden Vorteile in einer aktinisch blauen Röhre, weil man eben letztlich doch nur grüne, aber langsamer wachsende Korallen bekommt.

    Hallo Resa,

    aktinisch blaue Röhren haben einen höheren UV-A Anteil als blaue Röhren. Blaue Röhen haben ihr Emissionsmaximum oft in einem Spektralbereich, der die Photosynthese der Zooxanthellen fördert und so das Wachstum der Korallen fördern kann. UV-A Strahlung ist unter bestimmten Lichtbedingungen zwar photosynthetisch nutzbar, und zwar durch die Umwandlung von UV-Strahlung in sichtbares Licht durch Pigmente der Korallen, aber im Riffaquarium haben wir i.d.R. (ausser Schattenbereichen) hohe Strahlungsintensitäten, so dass die gleichen Pigmente der Korallen die Zooxanthellen vor dieser Strahlung schützen. Es handelt sich dabei um Fluoreszenzpigmente, so dass wir mit einem UV-emittierenden Leuchtmittel untern Umständen die Fluroeszenzemission (letztendlich i.d.R. meinst grün) fördern können.
    UV-Strahlung ist jedoch für biologische Systeme zu energiereich und damit gefährlich. Durch UV-Bestrahlung werden die Zooxanthellen UV-Schtuzverbindungen synthetisieren, um sich und die Korallen vor dieser UV-Strahlung schützen zu können. Allerdings ist die Synthese dieser Substanzen sehr energieaufwendig, wie auch die Synthese der Fluoreszenzpigmente von den Korallen, so dass hier ein Großteil der Energie nicht in Korallenwachstum investiert werden kann, sondern eben in die Produktion der genannten Substanzen gesteckt wird. Durch UV-Bestrahlung wird also das Korallenwachstum u.U. drastisch verlangsamt, was das biologische Gleichgewicht im Riffaquarium verschieben kann, z.B. in Richtung von Cyanobakterien oder auch höheren unerwünschten Algen.

    Deshalb würde ich nicht zu einer aktinisch-blauen Beleuchtung raten. Mit einer Blauröhre können ebenfalls schöne Fluoreszenzfarben gefördert und sichtbar gemacht weden, so dass meiner Meinung nach eine solche UV-Bestrahlung keinesfalls nötig ist.

    Hallo Manuela,

    auch von mir eine Gratulation für die tolle Seite.

    Leider kann ich den allgemeinen Messebericht nicht aufmachen. Ist das nur bei mir so. Ich komme auch auf
    korallenriff.de nicht auf die "Tips aus der Praxis Seite".

    :confused_face:


    [/QUOTE]

    Hallo Leute,

    hab leider nur wenig Zeit:

    die beiden Bilder von Bernd sind ein gutes Beispiel für
    a) dominierende grüne Fluoreszenz im rechten Bild und
    b) dominierendes plakatives gelbgrün im linken Bild,

    beide bedingt durch das jeweils vorherrschende Strahlungsspektrum.

    Man könnte spaßeshalber mal beide Korallen auf die jeweilige
    Position der anderen Koralle setzen. Dann wäre es
    durchaus möglich, das die eher grün-fluoreszierende Koralle
    ebenfalls gelblich-grün aussieht und die gelblich-grüne die grüne FluoreszenZ zeigt.
    Was ich damit sagen will ist, das beide Korallen durchaus die gleiche Pigmentgarnitur besitzen, die jeweiligen Pigmente aber in Abhängigkeit des vorherschenden Strahlungsspektrums andere Fluoreszenz- bzw. Refklektionseigenschaften zeigen ==> unabhängig von den Wasserparametern und nur bezogen auf das Beleuchtungsspektrum bzw. die emittierten Strahlungen!

    Zitat

    Oliver da ist es denke ich auch mal nicht so wichtig mit den Spektren. Die Korallen zeigen einem schon was für sie am besten geeignet ist.


    Spektren sind das Qualitätsmerkmal zur Charaktesierung einer Lichtquelle schlechthin und deshalb nach wie vor wichtig.


    Die Aussage kann ich nur bestätigen: Das Spektrum entscheidet, ob die Koralle und ihre Zoxanthellen die für sie nutzbaren Strahlungen erhalten oder nicht! Keine photosynthetisch nutzbare Strahlung = schlechte Photosynthese. Keine Strahlung bei 560 nm, wenig pinkes Pigment!

    Das hat auch nix mit der Farbtemperatur zu tun !

    Zitat

    Original von iXware
    Hallo Thomas,

    von einer Stereolupe kann ich für deinen Anwendungsfall nur abraten. Die vergrößerung einer Stereolupe ist nicht mal annähernd ausreichend um Plankton ordentlich sichtbar zu machen, dafür brauchst Du schon eine 1200-fache Vergrößerung. Die russischen Stereomicroskope die Du sicher meinst, vergrößern bis max 900fach....
    Bei ebay gibt es recht häufig gute Microskope so um die 400-600 € oder ab und zu auch in einer (Uni-)Klinik - wenn die alten ausgetauscht werden.... :winking_face:

    MfG, Frank, der mit dem gleichen Gedanken spielt

    PS: vielleicht Kann ja der BerndQ noch etwas dazu sagen

    Hallo Frank, Thomas,

    da muß ich Dir leider widersprechen: 1200 x Vergrößerung ... was willst Du Dir damit anschauen? Da brauchst Du schon ein super Objektiv, und das mußt Du dann mit Immersionsöl betreiben. Entsprechend braucht man eine sehr starke Lichtquelle, die ist nicht unbedingt in jedem, auch guten Mikroskop dabei und muß auch für teueres Geld gekauft werden.
    Für die Betrachtung von Phytoplankton kommt man um ein Lichtmikroskop nicht drumrum, das stimmt schon, aber um Zooplankton zu betrachten, ist ein Bino viel besser geeignet, weil sich dann die Tiere nicht unter einem Deckglas die Beinchen quetschen, sondern in einer kleinen Petrischale umherschwimmen können, was natürlich viel interessanter ist.
    Leider bin ich zwar in der Lichtmikroskopie an sich erfahren, aber mir fehlt die entsprechende Erfahrung was den Kauf solcher Geräte angeht. Ich werde mich aber mal in der Uni bei den Botanikern und Zoologen umhören, was die empfehlen würden.
    Ich denke eine 400x Vergrößerung ist für das Betrachten von Phytoplankton ausreichend. D.h. ein 10er Okkular und dann ein dreier Objektivrevolver mit einem 4x, 10x und 40x Objektiv. Das muß reichen, reicht an der Uni i.d.R. auch aus. Wie gesagt, drüber wird es aufgrund der sehr hohen Qualitätsansprüche an das 100x Objektiv echt teuer und wird einem was unsere Zwecke angeht nicht helfen.

    Ich höre mich auch mal um, was Bino's so kosten. Wir haben in der Arbeitsgruppe ein Leica-Binokkular, und das ist super genial ... mit digitaler Videokamera oben drauf :-))) allerdings will ich den Preis nicht wissen. Zeiss Objektive sind zumindest bei uns i.d.R. Standard.

    Hallo,

    Laminaria digitata ist eine Braunalge, die vor unserer Haustüre in der Nordsee vorkommt, v.a. auf Helgoland. Eine Kultur ist nicht möglich, da diese Art einerseits sehr groß wird (etwa 50-70 cm), und andererseits geben Braunalgen eine extrem große Menge an Schleim ab, die z.B. Terpenoide und andere Anti-Fouling Substanzen enthalten.
    Als Futterpflanze für Meeresfische würde ich diese Art als nicht geeignet finden, zumal der Thallus sehr derb und ledrig ist, und da geht eignetlich kein Fisch dran. Das Produkt an sich kenne ich jedoch nicht.

    Hallo Jürgen,

    -für leute in den hinteren reihen war es teilweise ein diavortrag für taube
    ein mikro wäre angebracht gewesen die gutbesuchten vortäge ordnungsgemäss über die runden zu bringen
    -projetoren , laptop die nicht funktionieren und eine verzögerung bei fast jeden vortrag bedeutet haben


    diese Punkte sind wichtig, das stimmt, und ich denke das wird für das nächste Mal einfach auch besser geplant. Eine größere Leinwand wäre auch nicht schlecht, gerade wenn die Bildqualität nicht gerade berauschend ist. Was die Akustik angeht, so haben wir diese vorher kurz getestet, aber natürlich nur an dem leeren Raum ohne Auditorium. Das diese Akustik bei 150 Leuten ordentlich in die Knie geht war eigentlich klar...


    - ich sag da nur balling

    ... jedoch sollte er nicht über tropfenteste reden und für eine firma die er vertritt werbung machen


    Das kann ich so nicht stehenlassen. Den Vorwurf der Werbung muß man dann auch Leng Sy machen oder auch Bernd Kroon, der ja sein Produkt wohl auch erwähnt hat.
    Ob man einen Tropfentest in einem solchen Vortrag erklären sollte oder nicht ist fraglich, aber das er da keinen Sera-Test oder Salifert-Test nimmt, ist ja wohl klar. Und für mich kam es nicht so rüber, als wollte Hans-Werner nur den Tropftest erklären, um das Produkt zu zeigen. Da habe ich mich bei dem Miracle Mud Vortrag mehr geärgert ...

    Bezüglich der Übersetzung hast Du ja bereits gesagt, das man Colette keinen Vorwurf machen kann, weil sie bis zum Vortrag von Leng Sy und auch Francesca nicht wußte, worüber die beiden eigentlich reden. Das war bei Peter Scott schliesslich auch anderes. Vielleicht sollte sich der Veranstalter im Vorfeld darum kümmern, das der Person, die übersetzt, frühzeitig der fertige Vortrag zugeschickt wird. Darum muß man sich im nächsten Jahr einfach besser kümmern.

    [QUOTE]Original von Robert Baur
    Hallo alle zusammen :smiling_face:

    Leider reicht es von der Zeit nicht mehr die Zeitschrift heute schon vorzustellen, da wir auf dem Sprung nach Sindelfingen sind.
    Aber noch kurz die doch recht wichtige Meldung für uns Aquarianer:

    Wie schon in einer der vorherigen Ausgaben beschreibt Frank Baensch von seinem Erfolg, drei Zwerkaiserarten nachgezogen zu haben.

    1. Flammenkaiser (centropyge loriculus)
    2. Centropyge fisheri
    3. Centropyge flavvissimus

    Einfach genial. Ein echter Fortschritt in der gesamten Meeresaquaristik.
    Diesen Artikel sollte jeder gelesen haben.

    Wer sich dafür interessiert, schaut mal zum Tetra Verlag.
    unter http://www.tetra-verlag.de
    Ausgabe 168 !

    Viele Grüße und bis Montag.

    Hallo zusammen,

    ich selbst kenne den Artikel nicht bzw. habe ihn nicht gelesen. Michael Mrutzek hat bei einem Gespräch in Sindelfingen folgenden wichtigen Punkt angesprochen:

    Die erfolgreiche Zucht ist letztlich in sofern nicht reproduzierbar, als dass natürliches Wasser mit natürlichem lebenden Plankton verwendet wurde. Und wer hat das schon, außer jemandem, der auf Helgoland wohnt?

    Letztlich also für die aquaristische Anwendung für die Füße ... mit lebendem Plankton kann man wohl sehr viele Larven von unterschiedlichen Arten aufziehen, das sollte nicht das Problem sein.

    Wie gesagt, das ist Michaels Aussage, ist nicht auf meinem Mist gewachsen! Aber Recht hat er. Es ist die "Kunst", das richtige Plankton mit dem richtigen Nährwert anzuziehen, und das zeichnet einen Züchter letztlich auch aus.

    Zitat

    Original von MarkusW
    Hi Jörg,

    ... was hast du gegen rotzahndrücker (hab 2 in meinem becken). Aber würde auch nicht sonderlich viel bringen, denn die kümmern sich relativ wenig bis garnicht um die schlangensterninvasion in meinem becken

    grüße
    Markus.

    Hi, ich habe gar nix gegen Rotzahndrücker, sie werden nur recht groß und ich kenne von einigen Leuten, das sie so regelmäßig ihren Riffaufbau neu gestalten können, weil die Kerle alles an Steinen umdrehen und so das Becken planieren.

    Außerdem kommt vieles was nachträglich an Garnelen ins Becken eingesetzt wird oft nicht lebend am Boden an ...

    Aber sonst tolle Fische, keine Frage!

    iXware, ne, ich habe keine Knallkrebse. Die Kissenseesternpopulation hat sich im Laufe eines Jahres stark vermehrt, und erst mit der ersten L. wurdemanni begann der Bestand zu schrumpfen. Aber trotzdem danke für den Hinweis. ist ja möglicherweise was die Thematik Kissenseesterne angeht ein nützlicher Tip!

    Zitat

    Original von Frank D
    Hallo Frank, Hallo Robert,

    ich stand ja auch vor der Entscheidung zu welchem Vortrag ich nun gehen soll: Dr. Kroon im Meerwasser oder Bernd Q. im Süsswasser.

    Ich habe mich für Bernd Q. entschieden. Das war wohl die richtige Entscheidung. Ich habe nun verwertbare und konkrete Informationen bekommen. Der Vortrag wurde extra so gestaltet, das im ersten Teil etwas für die Meerwasserabteilung geboten wurde und erst dann der Süsswasserbereich.

    Leider waren insgesamt nur wenige Teilnhmer bei seinem Vortrag. Eigentlich unverständlich. Aber der Termin war auch etwas ungünstig.

    Vielleicht wird Bernd ja doch ein "Salziger".


    Tja, wirklich sehr schade, ich habe den Vortrag auch verpaßt. Aber wir werden dem Bernd wohl nach und nach wertvolle Informationen herauslocken können, auch wenn dies nicht so schön kompakt wie im Vortrag vorliegt. Aber auch ich freue mich sehr über den online-Bereicht.

    Hallo,

    leider klappt das mit dem Iodbad der Steine nicht. Dabei bügelt man sich dann nicht nur die gesamte Kleinfauna auf den Lebenden Steinen um, sondern auch beinahe alle Bakterienpopulationen. Das wäre also fatal.
    Außerdem wird man damit den Bestand nur dezimieren, unter günstigen Bedingungen, und die scheinen ja gegeben zu sein, wird sich der gleiche Bestand schnell wieder regenerieren. Also muß irgend etwas im Becken sein, was denen gefällt. Möglicherweise kann man überlegen, ob es mal hilft, Sediment mit einer Mulmglocke durchzuspülen bzw. Detritus abzusaugen, vielleicht begünstigen solche Ablagerungen die Entwicklung von Schlangensternen, die ja oft im Sediment leben. Nur wenn es da mit der Zeit etwas eng wird, könnten sich viele auch auf die Wanderung in die Steine begeben, wer weiß?

    Freßfeinde für Stachelhäuter zu finden ist ja nicht gerade einfach, abgesehen mal von der Harlekingarnele. Aber wenn die nicht dran geht ... :frowning_face:

    Ansonsten würde ich auch auf Lippfische oder eventuell Drückerfische setzen, aber wer hat schon Lust, sich einen Thallasoma hardwickii oder einen Rotzahn-Drücker ins Riffbecken zu setzen ? Außerdem werden die Drücker wenn überhaupt nur als kleinere Exemplare dran gehen, und ob man die wieder aus dem Becken kriegt? Wohl eher nicht, höchstens zusammen mit den Steinen ...

    Ich würde da lieber noch weiter nach möglichen Garnelen suchen. Die Lysmata wurdemanni frißt auch so gut wie alles und ein Freund (Jens Kallmeyer) hat mir mal gezeigt, dass die auch an tote Nordsee-Seesterne (die für die Hymenocera bestimmt war) rangeht. In meinem Becken ist seit ich die wurdemanni drin habe, der Kissenseestern-Bestand auch drastisch zurückgegangen, wobei ich nie beobachtet habe, das sie da dran geht, die sehe nur die Aiptasien fressen. Also nur Spekulation, aber probieren kann man es ja, v.a. wenn man noch ein paar Glasrosen loswerden möchte.

    Zitat

    Original von BerndQ
    Hallo zusammen!

    Ich möchte mich hier kurz vorstellen. Mein Name ist Bernhard Quirbach. Einige von euch habe ich ja schon in Sindelfingen kenengelernt und auch schon einige interessant Gesprähe geführt. Zur Zeit habe ich zwar kein Meerwasseraq was mich aber nicht davon abhält, mich mit den entsprechenden Themen auseinander zu setzen. Nicht nur Hobbymäßig beschäftige ich mich mit den Grundlagen im Bereich Stoffwechselvorgängen Planktonzucht Ionentransport auf Zellebene und Mikroskopie . Dank Manuela`s schneller Arbeit ist jetzt zumindest ein Profilbild von mir vorhanden. In der Erwartung auf zahlreihe fruchtbare Diskussionen.

    Hallo Bernd,

    herzlich Willkommen im Forum und ich freue mich auf interessante Beiträge und Diskussionen. Bin gespannt wie lange es dauert, bis Du der Versuchung "Meerwasseraquaristik" nicht mehr wiederstehen kannst :smiling_face:

    Zitat

    Original von Markus R.
    Hi,
    ich bin nun auch Zuhause angekommen, geschafft aber um viele neue und vor allem nette Bekanntschaften reicher(ein großes Hi an alle netten Össi's vom Samstagabend, dem Berufskollegen von mir, Moni und die anderen Switzer, den kleinen Stamm der Hardcoreaquarianer aus Deutschland, die meistens die selben sind und alle die ich jetzt vergessen habe. War toll mit Euch und freum mich schon aufs nächste mal.......

    Cu Markus R.

    Hallo,

    hab die ganze Bahnfahrt, immerhin 6 Stunden, durchgepennt, war wohl irgendwie etwas fertig ... diese Caipis ... :smiling_face:

    Es war echt super lustig und ich habe mich auch sehr gefreut, viele nette Leute kennenzulernen!

    Jetzt muß ich mich aber erst mal wieder von drei ganzen Tagen pure Aquaristik erholen :D. Ich hoffe mir fallen morgen auch mal wieder andere, alltägliche Themen ein!

    Also, Dank an alle für die netten Tage und v.a. an Claude, der das ganze super hingekriegt hat.

    So, jetzt hab' ich das Heft.

    Die Autoren machen auf bestimmte Beobachtungen aufmerksam, ziehen dabei aber die falschen Schlußfolgerungen:

    1. ich verstehe das nicht so recht, warum 6 braune Seriatopora Arten unter verschiedenen Beleuchtungssystemen fotographiert wurden. Wo ist hier denn die Aussage? Wenn die Korallen genetisch gar nicht dazu fähig sind, das pinke Pocilloporin zu syntehtisieren, worauf soll man dann warten? Hier hätte eine Bilderserie hin gemußt, bei der die gleiche Kolonie (gleicher Klon) unter verschiedenen Beleuchtungssystemen auch verschiedene Farben zeigt. Dann hätte das einen Wert gehabt, aber so ... ?

    2. Genau das beantwortet die Frage, die die Autoren stellen, nämlich weshalb "zwei verschiedenfarbige Korallen dieser Art ihre jeweilige Farbe behalten und die braune nicht in pink wechselt (bzw. umgekehrt)". Die braune Farbmorphe kann das pinke Pigment sehr wahrscheinlich nicht synthetisieren, was nicht ungewöhnlich ist.

    3. "Wie ist nun die Erfahrung von Mohr (2001) zu interpretieren, die zeigt, dass bei Einsatz von T5-Beleuchtung mit relativ geringem Lichtstrom Korallen weder in Wuchs noch in Farbe Einbußen erleiden?"

    Anstatt in Erwägung zu ziehen, das die verwendeten T5-Röhren für die Zooxanthellen und Korallen eine "wirksamere" Strahlung emittieren als die HQI-Brenner und dadurch relativ gesehen die T5-Röhren für die Korallen- Zooxanthellen - Symbiose "heller" ist, vermuten sie, dass es vielleicht " die ausgesprochen gute Versorgung seiner Korallen mit Spurenelementen und Nährstoffen" ist. Diese Versorgung ist bei Bernd Mohr seit Jahr und Tag gut, schon bevor er T5 verwendet hat.

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Jörg,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass es Dinoflagellaten waren, die den braunen, schleimigen Belag am Aquariumboden bildeten (Kieselalgen sehen meist eher nach "braunen Staub" aus).
    Das Mikroskop war kein 50-€-Mikroskop, sondern ein "russisches Forschungsmikroskop" (ja, ja, auch nich´soo toll) für den sechsfachen Preis. Aber es war beim Spiel mit dem Feintrieb bei den kugeligen Zellen (gibt es kugelige Diatomeen?) die gerade günstig lagen eine Längs- und eine Querfurche zu erkenne, die wohl als Erkennungsmerkmale für Dinoflagellaten ausreichen sollten. Sie sahen eigentlich aus wie Zooxanthellen (vielleicht ausgebüchst?).

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    Dein Mikroskop meinte ich auch nicht :smiling_face: Diatomeen bilden oft sehr dichte Beläge aus, die teilweise richtig zäh sein können. Aber ich kenne auch diese Beläge, die man z.B. beim SCheibenreinigen "wegwedelt" und die dann eben so staubartig sind. Längs- und Querfurche ist in der Tat in gutes Erkennungsmerkmal. Innderhalb der Dinophyceae gibt es zwei große Ordnung, die Pennales, die eher spindelförmig aussehen, und die Centrales. Letztere sind i.d.R. kreisrunde Gebilde, manche sehen dann vielleicht auch kugelig aus. Hast Du denn Geißeln gesehen?
    Ansonsten ist es sehr häufig, das man Zooxanthellen v.a. auf der Aquarienscheibe wiederfindet.
    Naja, egal, werden wohl Dinos gewesen sein.

    Zitat

    Original von Stephan Busch
    Hallo Lars @ Hans-Werner,
    wie ist es dann zu erklären das zum Beispiel bei einem Aquarium wo jahrelang gegen rote Cyanos angekämpft wurde ohne jeglichen Erfolg, bei vorausgesetzten guten Wasserwerten diese dan nach herrausfiltern der Silikate verschwanden :confused_face: Dieses übrigens nicht ein Einzelfall. Desweiteren treten die roten Cyanos ohne jegliche andere Veränderung des Systems bei geringen Silikat im Wasser wieder auf, was heist wenn der Filter erschöpft ist und dadurch wieder Silikate ins Aqaurienwasser gelangen :confused_face: Für mich persöhnlich steht fest, das da ein Zusammenhang besteht. In wie Fern muss wohl noch Erforscht werden.

    PS: Wie gesagt, es ist nach meiner Erkenntnis wissenschaftlich nicht bekannt, dass Schmieralgen für ihre Vermehrung in irgendeiner Form Silikat benötigen, wie es bei den Diatomeen der Fall ist.

    Lars,
    eventuell ist es noch nicht bekannt ???

    Hallo Stephan,

    ne, ne ... so was wäre bekannt ... wenn ein Organismus derart vom Silikatgehalt im Wasser abhängig wäre, dann müßte er dieses Silikat irgendwo einlagern, und das würde auffallen. Also, wenn dann ist es wahrscheinlich schon bekannt.
    Aber es wäre mal wirklich klasse, wenn jemand ein mikroskopisches Bild von "seinen" Cyanobakterien hätte, die nach der Silikatentfernung in ihrem Bestand zurückgegangen sind. Vielleicht läßt sich ja irgend was erkennen.


    Hans-Werner: bist Du sicher, das es Dinoflagellaten waren und nicht Diatomeen. Entschuldige, ist vielleicht eine blöde Frage, die ich Dir da stelle.

    Ich denke, das Problem ist, das es allgemein unter einem "Biligmikroskop" schwer zu erkennen ist, ob es sich bei Zellfäden, die man beim Auftreten von Cyanobakterien i.d.R. sieht, um Cyanobakterien oder um Diatomeen handelt, denn auch unter den Diatomeen gibt es trichale Formen, also solche, deren Zellen in einer kettenförmigen Anordnung, Querwand an Querwand und und oft mit einer Gallerthülle umgeben angeordnet sind.

    Es gibt braune oder auch wirklich dunkle Cyanobakterien, die man mit Diatomeen verwechseln könnte. Aber ich weiß nicht, ob es auch rote Diatomeen gibt. Da will ich mich mal schlau machen.

    Zitat

    Original von Thomas Chronz
    Hallo Jörg,

    wie verhält es sich mit den Fluoreszenzpigmenten in der natürlichen Strömung eines Riffs? Sind da nicht teilweise wesentlich größere Kräfte zugange als bei bloßem Schütteln?

    Hi Thomas,

    mit Sicherheit, allerdings ist es dennoch eine andere Stressituation, wenn z.B. in der Natur eine starke aber regelmäßige Brandung auf die Koralle trifft, oder ob man eine wohl behütete und eher mäßig (im Vergleich mit der Natur) umströmte Koralle vom Substrat abhebt und schüttelt. Letztere kriegt da eher einen "Schreck".

    Es ist mir auch noch nicht so ganz klar, ob bestimmte Substanzen wie UV-Schutzverbindungen oder eben auch solche Chromoproteine, die wie gesagt nicht gerade klein sind (Molekulargewicht 30 - 60 kDa) aktiv aus den Zellen in die schleimsezernierenden Zellen exportiert werden oder ob sie eher passiv als Abfallprodukte abgegeben werden. Letzteres würde einen energetischen Verlust bedeuten, gerade Proteine sind durch ihren hohen Stickstoffgehalt in dem extrem stickstoffarmen Milieu des Ozeans eher als "Luxusgüter" zu betrachten.
    Eine weitere Möglichkeit wäre, das tatsächlich Zellmembranen aufbrechen und der Zellinhalt samt seiner löslichen und frei vorliegenden Substanzen ausgeschwemmt wird.

    Vermuten würde ich eher einen aktiven Transport, so was ist aber nicht experimentell belegt. Hier spricht jedoch dafür, das sich eben unter solchen mechanischen Stressbedingungen die Koralle einschleimt und dabei die Schleimzellen ihren Inhalt freilassen.

    Zitat

    Original von Henry
    Hallo Jörg,

    Deine Antwort ist wie immer sehr interessant und ich hoffe die Korallen überstehen die Behandlung. Aber gleich noch eine Frage zu meinen Beobachtungen: Wenn ich neue Korallen eingesetzt habe hat sich bei einigen erst nach einiger Zeit dieses flureszieren gezeigt, bedeutet es das die Korallen diese Chromoproteine von anderen Korallen aus dem Wasser entnehmen und einlagern.

    Gruß Henry

    Hallo Henry,

    die Korallen werden diese Behandlung wohl überstehen. Die Methode ist alleine von Michael Mrutzek schon beinahe hundertfach angewendet, mit großem Erfolg und minimalen Verlusten.

    Was die fluoreszierenden Chromoproteine (Pocilloporine) angeht, so können diese nicht von anderen Korallen aufgenommen werden. Die Proteine sind, wenn sie wie in Deinem Falle ins Wasser abgegeben werden, nicht lange stabil und unterliegen einer baldigen Zersetzung (bzw. Abschäumung). Außerdem wäre dann die Verdünnung viel zu niedrig. Auch sind die Proteine zu groß, als das sie einfach so über die Korallenoberflächen aufgenommen werden könnten.

    Die meisten Steinkorallen sind genetisch dazu befähigt, diese Pigmente zu synthetisieren (unabhängig von den Zooxanthellen, die haben damit nichts zu tun). Die Synthese der Pigmente ist sehr energieaufwendig, d.h. sie werden nur dann gebildet, wenn sie benötig werden, bzw. wenn ein "Lichtsignal" vorliegt, das die Synthese induziert.
    Wenn Du also eine Koralle erwirbst, die erst nach einiger Zeit diese Pigmente bildet, dann liegt dies daran, das Deine Beleuchtung bestimmte Strahlungsanteile emittiert, die vorher nicht so stark oder gar nicht vorhanden waren.
    Du hast wahrscheinlich eine sehr blaulastige Beleuchtung, z.B. einen 14000 K Brenner oder einen hohen Anteil an Blauröhren an der Gesamtbeleuchtung. Diese Leuchtmittel emittieren v.a. kurzwellige Violett- und Blaustrahlung, und genau diese Wellenlängen zwischen 380 und 500 nm induzieren die Fluoreszenzpigmentbildung sehr gut. Dazu kommt, das durch das Fehlen anderer Strahlungsanteile im Gesamtspektrum, z.B. gelbe und rote Anteile, die Fluoreszenzpigmente besser zur Geltung kommen.

    Aber auch hier gilt: Wenn die Korallen transportiert werden, dann geht ein großer Anteil dieser Pigmente durch das Schütteln verloren, so dass die Korallen erst einmal neu synthetisieren müssen, was einige Tage bis wenige Wochen dauern kann, deshalb vielleicht auch die zeitliche Verzögerung der Fluoreszenzpigmentbildung.

    Zitat

    Original von Henry
    Hallo,

    da ich ein Problem mit Acroporastrudelwürmern habe mußte ich heute drei Stöcke in Jodlösung baden. Ich habe 4ml Betaisodona pro Liter eingesetzt 5 Minuten gebadet und anschließend nochmals in Aquarienwasser gespült. Es gab keine Temperaturunterschiede. Mir ist aufgefallen das die Korallen anschließend stark schleimten, besonders bei einem unter Blaulicht flureszierendem Exemplar fiel mir auf das der Schleim grünlich war. Jetzt sieht das Exemplar nicht sehr gut aus, hat sie Ihre Zooxanthellen abgegeben und ist es generell normal das unter Blaulicht flureszierende Korallen nach dem Jodbad nichtmehr leuchten? Wie lange sollte ich generell zwischen zwei Bädern warten.
    So viele Fragen aber Dane im Voraus.

    Gruß Henry

    Hallo Henry,

    was Dir passiert ist, hat nichts mit den Zooxanthellen zu tun. Die Zooxanthellen befinden sich intrazellulär in der inneren Gewebeschicht der Korallen und bleiben (Gott sei Dank) von einer Iodbehandlung unbeeinträchtigt.
    Das was Du beobachtet hast, ist eine Ausschwemmung von Fluoreszenzpigmenten, die in der oberen Gewebeschicht lokalisiert sind und teilweise auch entweder aktiv oder passiv in den Schleim exportiert werden. Das die Korallen nach dem Iodbad und dem Auswaschen in Meerwasser nicht mehr fluorezieren, bedeutet ein Verlust dieser Chromoproteine. Sie müssen erst wieder neu synthetisiert werden.
    Im übrigen kann man dieses Ausspülen der epidermal gelegenen Pigmente auch "einfach" durch kräftiges Schütteln der Korallen im Meerwasser erreichen. Dies zeigt, das diese Pigmente mehr oder weniger frei, unassoziiert vorliegen. Wahrscheinlich war dies auch hier mit der Fall.

    [QUOTE]Original von Joe
    hallo jester,

    vor einigen tagen waren schon mal die kelvinwerte im gesprächt.

    meine verstehen daraus war eher, dass diese kelvinangaben


    ... ne peilung über den grossen onkel sind... habe ich ja noch nie gehört ... :smiling_face:


    Aber Joe hat Recht,

    die Farbtemperatur ist so mit der schlechteste Parameter, um die Eignung eines Leuchtmittels für riffaquaristische Zwecke zu bestimmen. Man kann mit zwei völlig verschiedenen Emissionsspektren identische Farbtemperaturen erhalten. Oliver Pritzel hat das mal sehr gut so beschrieben:

    5+5 = 10, 3+7 = 10 und 4+6 = 10.

    Genau so ist es mit der Farbtemperatur, die letztlich durch die "Summer der gesamtheitlich emittierten Strahlung" geprägt wird.

    Ob ein Leuchtmittel für die Riffaquaristik geeignet ist, hängt nicht von dessen Farbtemperatur ab, sondern vom Emissionsspektrum. Ich selbst kenne den genannten Sylvania Brenner nicht, habe mir aber soeben das Spektrum für den 150W Brenner angeschaut.

    Dieser zeigt, ähnlich wie der BLV Brenner, v.a. im Blaubereich eine zu geringe Emission. Das Gesamtspektrum wird durch einen sehr hohen Emissionspeak bei etwa 540 nm, als im Grünbereich, arg gedrückt. Dieser einzelne Peak wird, genau wie beim BLV Brenner, die Farbtemperatur von 10000 K mitbestimmen, wirkt also sozusagen als ein "Gegenspieler" zum hohen Violett-Anteil. Insgesamt wird jedoch zwischen 450 und 600 nm wenig Strahlung emittiert.
    Ich würde den BLV zusammen mit diesem Sylvania Brenner in eine Schublade werfen, weil er eben sehr UV- und violettlastig ist. Es ist hier die Frage, welcher Brenner billiger und v.a. auch farbstabiler ist. Das kann ich nicht beurteilen. Aber zusammen mit einer entsprechenden Blaubeleuchtung bekommt man ein, zumindest für die Photosynthese, anständiges Spektrum hin.

    Zitat

    Original von frank kreidler
    neeee,
    stelle von reef crystals auf tropic marin um!

    Hallo,

    mit dem Mischen würdest Du, wenn überhaupt, eher etwas falsch machen, weil Du möglicherweise Ausfällungen provozieren könntest, wenn die beiden Salze in ihrem Härtebildner- und Karbonat-"Haushalt" nicht "kompatibel" sind.
    Einfach das alte Salz verbrauchen, dann mit dem neuen Salz beginnen. Darf man fragen, weshalb Du wechselt (einfach nur Neugierde)?

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Ja, Jörg,

    das Paper ist Ende letzter Woche angekommen. Ich habe es nur überflogen. Die Frage: Welche Funktion haben Pocilloporine?" scheint noch offen zu sein?

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    in dem Paper geht es hauptsächlich um die biochemische Charakterisierung und um die Bestimmung des molaren Extinktionscoeffizienten. Im nachfolgend erschienenen Paper von 2001, welches ich Dir als PDF geschickt habe, wird die Hypothese aufgestellt, das die wenig fluoreszenten, stark farbigen Pocilloporine im Bereich der "Grünlücke" absorbieren und dadurch Strahlungen "abfangen", die unter Starklichtbedingungen durch Streuung in den Photosystemen die Photosynthesepigmente anregen können. Dadurch kommt ihnen einen Schutzfunktion zu, wie gesagt hypothetisch.

    Die Funktionen fluoreszierender Pocilloporine wurden dagegen von Salih et al. (2000) und Schlichter et al. (1985) postuliert.

    Die Hypothesen sind bislang nicht widerlegt und gelten zunächst einmal als anerkannt.

    Zitat

    Original von Joe

    hallo markus,

    ich denke bei den fotos an stomatella sp.

    Ja, kann ich auch bestätigen. Arten dieser Gattungen sind im Aquarium recht gut haltbar, obwohl sich mein Bestand innerhalb eines Jahres stark dezimiert hatte, nach dem weniger Algenturf auf den Steinen wuchs. Nach einen weiteren Monaten waren dann alle verschwunden. Es sind Freilaicher: sie geben ihre Geschlechtszellen in pulsierenden Stößen ins Wasser ab. Das ist recht interessant zu beobachten, v.a. wenn sich die Fische mit aufgerissenem Maul direkt vor der Schnecke platzieren und sich "den Bauch voll hauen".

    [QUOTE]Original von Hans-Werner
    Hallo miteinander,

    Das neue Heft von "das Aquarium" ist eingetroffen mit dem Artikel über Beleuchtung von Riffaquarien.
    Alle Maßeinheiten für Licht (im humanphysiologischen Sinne) wurden aufgeführt, die einzige für die Aquaristik relevante Maßeinheit, nähmlich die Strahlungsausbeute in W/s, evtl. mit dem entsprechenden Diagrammen kommen nicht vor.
    Mit den Herstellerangaben zu Diagrammen der Leuchten, die in 5-nm-Schritten die Strahlungsausbeute einer Lampe in mW/nm/S, glaube ich, angeben, läßt sich über eine Formel sogar die Quantenausbeute errechnen (über Plancksche Konstante).
    Das tollste ist aber, dass zur Beurteilung der Beleuchtung eines Beckens, die auch blaue Lampen enthält, der Lichtstrom in Lumen gemessen wurde. Kein Wunder, dass das Aquarium stark unterbeleuchtet war (beleuchtet man vor allem für den Betrachter?).
    Ich habe mich vor Jahren einmal viel mit Licht beschäftigt, die ganzen Diagramme einiger LL in Quantenausbeute umgerechnet usw., es aber dann nicht veröffentlicht, weil zuverlässige praktische Vergleiche fehlten.
    Ich weiß nicht ob alles, was ich hier geschrieben habe auf´s i-Tüpfelchen stimmt, aber insgesamt denke ich, meine Kritik ist ausreichend fundiert.

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    werde mir heute Nachmittag das Heft besorgen. Es wurde schon nach dem ersten Teil kritisiert, das zur Charakterisierung der entsprechenden Strahlungen Parameter gewählt wurden, die in der Aquaristik gar keine Verwendung finden dürften, wie z.B. der Lichtstrom.

    Ist das Paper angekommen?

    Zitat

    Original von Jörg Kokott

    Hallo Ralf,

    nein, ich würde Dir auch zu nichts anderem raten. Mit dem BLV 10000 K hast Du einen Brenner mit einem gut ausgeglichenen Spektrum und einer entsprechend guten Farbwiedergabe.

    Hallo zusammen,

    auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt Verwirrung stifte, muß ich meine Aussage, das der BLV 10000 K Brenner ein ausgeglichenes Spektrum hat, etwas revidieren bzw. klarstellen.

    Im Vergleich zu einem 20000 K Brenner hat der BLV Brenner ein ausgeglicheneres Spektrum, und diese Aussage wollte ich letztlich auch bringen. Da es in diesem Posting nur um den Vergleich zweier HQI-Brenner geht, bin ich auch nicht auf die Leuchtmittel eingegangen, die ein weitaus ausgeglicheneres Emissionsspektrum zeigen als HQI Brenner.

    Mit ausgeglichen meine ich, dass ein Leuchtmittel möglichst viele Wellenlängen des solaren Strahlungsspektrums emittiert, ohne dabei Anteile übermäßig zu "fördern" und gleichzeitig andere spektrale Bereiche zu vernachlässigen. Der Verlauf des natürlichen Sonnenspektrums im Bereich sichtbarer Strahlung über Wasser (!) entspricht einer gedrückten Parabel mit maximaler Srahlungsemission im gelben Bereich. Ob dieses Spektrum für die Riffaquaristik ideal ist, oder nicht, bleibt zu diskutieren. Wenn ich von ausgeglichenen Spektren spreche, dann heißt das nicht automatisch, dass das natürliche Sonnenspektrum hier dem Optimum für die Riffaquaristik entspricht.

    Im Vergleich mit einigen anderen Leuchtmitteln zeigt der BLV Brenner eher ein unausgeglichenes Spektrum, da er den UV/violetten Strahlungsbereich zwischen 380 nm und 420 nm sehr stark, den blau-grün Bereich zwischen 450 und 540 nm wie auch den roten Strahlungsbereich nur wenig emittiert. Zwischen 550 nm und 580 nm ragt jeweils ein großer Emissionspeak heraus, die beide dafür sorgen, das der Gesamteindruck des Leuchtmittels für das menschliche Auge hell und eher weiß erscheint (Oliver Pritzel, persönliche Mitteilung), allerdings wird auch in diesem Bereich zwischen den beiden Emissionspeaks nur unzureichend viel Strahlung emittiert.

    Nichts desto trotz ist der BLV 10000 K ein guter Brenner, dem man v.a. eine lange Farbstabilität zuschreibt und mit dem gute aquaristische Erfahrungen vorliegen, weshalb er hier auch empfohlen werden kann.

    Hallo Ralf,

    nein, ich würde Dir auch zu nichts anderem raten. Mit dem BLV 10000 K hast Du einen Brenner mit einem gut ausgeglichenen Spektrum und einer entsprechend guten Farbwiedergabe.

    Zitat

    Original von gerald schneider
    Hi Jörg!

    Also nein, kein Schreibfehler. Schirmalgen nicht Schmieralgen. :grinning_squinting_face:

    Gruß Geri

    Yip, jetzt hab' ich's, danke. Damit kann man ja nicht rechnen ...

    Schirmalgen = Acetabulariaceen sind in der Tat nicht gerade sehr gut im Aquarium haltbar, aber sie kommen durchaus auch in tropischen Meeren vor. Weshalb sie manchmal schnell verschwinden, hat in diesem Falle nichts mit der Temperatur zu tun. Wenn Du die Algen mit einem Lebenden Stein bekommst, dann muß es sich ja um eine wärmeliebende Art handeln!

    Der Grund für das plötzliche verschwinden liegt im folgenden begründet:
    Sie haben einen sehr interessanten Fortpflanzungszyklus, der sich über mehrere Jahre erstreckt. Dieser Schirm bildet sich erst nach vier Jahren aus, bis dahin sieht die Alge anders aus. Nach Ausbildung des Schirmes erfolgt dann auch recht zügig die Fortpflanzung, wobei wieder Pflanzen entstehen, die diesen Schirm nicht besitzen und wenn man nicht weiß, worauf man gucken muß ... dann sieht man sie auch nicht so gut.

    Aber trotzdem hast Du Recht, was den Konkurrenzdruck anderer Algen angeht. Weil Acetabularia sehr langsam wächst, wird sie i.d.R. ruck zuck verdrängt, was aber nicht heißen muß, das sie nicht irgend wann wieder einmal an anderer Stelle auftaucht.

    Ist Deine Frage damit beantwortet?

    Das dieses Thema hier auf Interesse stößt, freut mich, hätte ich aber ehrlich gesagt nicht gedacht ... nun denn :smiling_face:

    Geri, wie meinst Du das mit den Schmieralgen, das sie nur zwischen 5 - 20° C haltbar wären. Schön wär's ja, dann hätten wir so zwei oder drei Stammthemen im Monat weniger ... :smiling_face:

    Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass Du von Cyanobakterien sprichst, wenn Du Schmieralgen meinst, also von einer Organismengruppe, die zu den Bakterien gehört. Auch wenn sie eine rot dominierte Pigmentierung haben, sind sie mit den Rotalgen kein bißchen verwandt.

    Caulerpa-Arten sind in ihrem Konkurrenzdruck gegenüber anderen Arten, z.B. Rotalgen, sehr dominant, so daß Arten, die im Aquarium nicht besonders gut haltbar sein (aus welchen Gründen auch immer) und entsprechend nur ein geringes Wachstum zeigen, schnell verdrängt werden.

    Aber erkäre nochmal genauer, welche Algen Du meinst?


    Hi Hoschi,


    ... wir kommen hier vom Hölzchen auf's Stöckchen ...

    so kann das nicht weitergehen: DU BRAUCHST BÜCHER !!!

    Die Eier von Artemia sind zum selber ziehen, die kannst Du nicht direkt verfüttern. Die Schalen dieser Dauereier sind so hart, das sie von den Verdauungsorganen der Fische nicht aufgebrochen werden können. Fischlarven sterben sogar daran, wenn sie die Eier fressen, weil sie im Darm hängenbleiben und hier zum Darmverschluß führen können.

    Zur Frage, wie man Artemia-Eier züchtet, kannst Du ja mal im Internet nachschauen. Das ginge jetzt zu weit.

    Jetzt warte auch erst mal bis morgen ab, bis Du Deine restlichen Sachen bekommst. Prinzipiell hast Du auch alles gemacht, was man jetzt in der Eile machen konnte.

    Das Forum hat ein Archiv, in dem Du nach Stichworten suchen kannst. Ich empfehle Dir, das Du Dich für den Anfang mal über Nährstoffe schlau machst. Gebe mal Nitrat und Phosphat ins Forumarchiv ein und fang' mal an zu lesen. Dan wirst Du jede Menge finden über Algenwachstum und wie man diese Probleme in den Griff bekommen kann.

    Zitat

    Original von Hoschi
    Ich habew hier Aqua life ist das gleiche wie du vorschlägst ins Wasser zu geben?
    Wasseraufbereiter mit biologischem Schleimhautschutz!!!
    Soll davon noch mehr rein??????

    Stefan

    Nein, warte mal ab. Ich kenne das Zeug nicht und weiß nicht, ob es nicht nur für Süßwasser geeignet ist. Ich kenne nur Aqua Safe von Tetra bzw. so eine gelbe Flasche von Sera. Das kannst Du alles vergessen, weil in diesen Produkten polymerisierende Substanzen drin sind, die vom Abschäumer sehr stark abgeschäumt werden, so dass dieser Dir "überkocht".

    Also, wer kennt das Zeug ?

    Easy Life kann ich Dir empfehlen und hilft in der Einfahrphase sehr, ein stabiles Milieu zu fördern.

    Komm mal nach Sindelfingen, das ist vielleicht gar keine schlechte Idee, da sind auch viele Verlage, die Ihre Literatur ausstellen. Hier kannst Du Dich rund um alles informieren und wirst eine Menge lernen.

    Hallo Michael,

    vielleicht irre ich mich auch mit dem Caulerpa-Kapitel im Meerwasseratlas, aber ich meine das zumindest einige Bilder von Hybriden dort drin sind.
    Den Strasburger gibt es in einer neuesten, ich glaube 35. Auflage (erschienen dieses Jahr). ISBN Nummer weiss ich nicht, aber schau in einer Suchmaschine nach unter Strassburger und Botanik, dann wirst Du sie schon finden, oder bei amazon.de.
    Ansonsten gibt es einen deutschen Klassiker der Phycologie von Van den Hoek, da steht alles über die Anatomie, Morphologie und Fortpflanzungsbiologie von Cyanobakterien, Mikro- und Makrolagen drin. Van den Hoek. Algen: Einführung in die Phycologie. Thieme Verlag, letzte Auflage glaube ich irgendwann in den 1990'er Jahren (1994?).

    Das sollte eigentlich an Literatur reichen.

    Hi Stefan,

    Du brauchst es nicht mit einem Messbecher zu machen. Wenn Du in dem 10L Eimer eine Markierung hast, versuche diese halbwegs zu treffen. Die Küchenwaage reicht vollkommen aus, um die drei Portionen abzuwiegen.
    Versuche die Wassertempertur in den Eimern möglichst dem des Aquarienwassers anzugleichen, in dem Du von vorne herein warmes Wasser benutzt. Versetzte Dein Wasser mit CO2, in dem Du pro 10 L Wasser einen halben Liter Mineralwasser mit Kohlensäure dazugibst, dann löst sich das Salz besser auf und Du bekommst keine Ausfällungen. Auch nicht alles Salz auf einmal, sondern in kleineren Portionen, warten bis es sich aufgelöst hat und dann wieder eine Portion dazu.Wenn sich das Meersalz aufgelöst hat, kannst Du das Wasser noch eine 1/4 h ruhen lassen und es dann verwenden.

    .. geht doch, oder ... :face_with_rolling_eyes:

    Hi Frank,

    solche Beiträge wird es in Zukunft nicht mehr geben, versprochen. Das mit der Dose Cola ... bin voll stolz ... das kriege ich seit neustem ohne kleckern hin ...

    Zitat

    Original von Aurora
    Dozenten zu den Themen waren Prof. Gunther Neuhaus (Vorlesung) und Dr. Drumm-Herrel (hoffentlich schreibt man die so, Kurs).
    Zumindest haben die uns das im Grundstudium so verkauft. Eine Sporulation mit Bildung von Sporen will ich nicht ausschließen. Ich habe es aber so verstanden, dass es bei der Diskussion um die Thematik der Hybriden und der sexuellen Vermehrung ging, deshalb die so ausgeführte Antwort.
    Eine Beantwortung ob die Pflanzen Sporo- oder Gametophyten sind ist mit Sicherheit nur durch Auszählen der Chromosomen möglich, wie gut das aber für Chaulerpa geht kann ich nicht beurteilen.
    Sorry für die Bezeíchnung syncytial dies gibt es eigentlich nur in der Zoologie, gemeint war biologisch korrekt siphonal organisierte Alge.
    Hab mich gerade noch schnell mal schlaugemacht. Im Straßburger steht zur Ordnung Halimedales auf Seite 623 folgendes: "Ob bei der Bildung der Gameten - sie werden in grünen Wolken entlassen, worauf die entleerten Pflanzen absterben- die Meiose stattfindet ist ungewiss." Die Vermehrung ist also durch aus geschlechtlich, allerdings ist nach neueren Untersuchungen anzunehmen dass diese Algen vorwiegend haplontisch sind und die Sporulation demnach eine Art von Mitosporenbildung wäre. Die Zygote führt dann eine Meiose durch und es entstehen wieder haploide Algen.

    Hoffe ich habe jetzt die Unklarheiten meiner Antwort beseitigt....

    Hi,

    im Prinzip war das schon ok :D. Es kann natürlich sein, das Caulerpa ein reiner Diplont ist. Von daher wäre Deine Erklärung gar nicht falsch. Aber man weiß es eben noch nicht. Genau so kann es von mir falsch sein zu behaupten, es sei ein Sporophyt oder Gametophyt. Beim Diplonten findet man weder die eine, noch die andere Generation. Es ist meines Wissens allerdings im Aquarium noch nie beobachtet worden, das hier Hybriden enstehen, was, wie Du sagst, eine sexuelle Fortpflanzung voraussetzt. Deshalb meine Vermutung, das wir es hier im Aquarium, in denen wir doch eine ganze Reihe von Caulerpa-Arten nebeneinander pflegen und die Bildung von Caulerpa-Hybriden in der Natur sehr häufig ist, v.a. mit Sporulation zu tun haben. Michael hat einen Hybriden, der wohl nicht in seinem Becken enstanden ist sondern eher aus der Natur eingeschleppt wurde.

    Die Tendenz von einem heterophasischen Generationswechsel zu einem reinen diplontischen Zyklus überzugehen ist innerhalb der Bryopsidiophyceen zu verzeichen. Codium ist z.B. ein Diplont innerhalb der Bryopsidales. Aber wie gesagt, für Caulerpaceen ist das noch fraglich. Soweit ich weiß, hat man vermutet, es könnten Diplonten sein, aber egal.

    Von einem Syncytium zu sprechen ist nicht falsch, das ist ein allgemeingültiger Begriff unabhängig von der Systematik. Beim Pilzmycel handelt es sich auch um ein Syncytium: es beschreibt ja auch keine Organisationsforum (wie hier syphonal), sondern einen Zustand polyenergider Zellen.
    Aber der Begriff "Kolonie" ... der paßte nicht so ganz :D.

    Lassen wir es dabei, das trägt zum Thema nicht bei :smiling_face:

    Gute Nacht !

    Zitat

    Original von Aurora
    Hab zwar noch kein eigenes Aqua kann aber zum Thema folgendes Beitragen:

    Das von dir beobachtete Phänomen ist der Übergang der syncytialen, vegetativen Form von Caulerpa in den geschlechtlichen Zyklus. Hierbei bilden sich durch Reduktionsteilung und Zellwandbildung einzellige haploide Schwärmerzellen, diese verschmelzen mit einer passenden Gegenzelle zu einer Zygote (dipoid) aus der dann mittels Kernteilungen und Plasmawachstum eine neue syncytiale Kolonie entsteht. Dieser Vorgang geschieht meist schlagartig bei allen Caulerpakolonien einer Art gleichzeitig in einem gewissen Raum z.B. Aquarium (warum ist so genau nicht bekannt). Nach dem totalen Zusammenbruch der Bestände bilden sich innerhalb von einiger Zeit neue Pflanzen aus den Zygoten. Da sich diese aber überall bilden können ist dieser Vorgang in Aquarien eher unerwünscht. Eine Beleuchtung rund um die Uhr scheint diesen Mechanismus zu unterbrechen (z.B. Ecosystem Aquarium).
    Wenn unter sehr seltenen Umständen die Verschmelzung von Schwärmerzellen zweier verschiedener Arten gelingt entsteht eine hybride Zygote und somit hybride Caulerpas.

    Quelle für diese Infos ist der Algenkurs und die Vorlesung an der Uni Freiburg, der im Biologiestudium Diplom stattfindet. Literatur hierzu fällt mir nur noch mein Praktikumsskript ein und halt das der Dozent das so gesagt hat. Sorry ist leider kein echter Literaturnachweis..... :frowning_face:


    Aurora,

    na Du gehts ja heftig ran :smiling_face:

    woher weißt Du, ob es der Sporophyt oder der Gametophyt ist, den Michael da vor sich hat ... :grinning_squinting_face:

    Im Aquarium sehen wir fast immer den Sporophyten, der sich asexuell über Sporulation ganzer Thallusteile vermehrt. Übrigens ist für Caulerpaceen der sexuelle Fortpflanzungszyklus noch gar nicht geklärt, deshalb wundert mich das etwas. Kann es sein, das Du hier den Generationswechsel mit dem von Bryopsidalen verwechselst?

    "... syncytiale Kolonie"?

    Wer ist Dein Dozent?

    Hallo Aurora,

    herzlich Willkommen im Forum und in der Welt der Meerwasseraquaristik!

    Du stehst jetzt vor der gleichen Herausforderung, vor der ich vor etwas mehr als vier Jahren gestanden habe: ich habe genau so angefangen wie Du es jetzt tun wirst. Es ist durchaus möglich ein kleines Riffaquarium erfolgreich zu pflegen. Ich selbst habe einen Würfel 50 x 50 x 50 cm und damit 125 L Bruttovolumen. Das Becken hat zwischendurch einen Umzug überstanden und steht heute immer noch, mit einem gemischten Besatz aus Weich-, Röhren- und Steinkorallen.

    Es gibt heute sehr gute Möglichkeiten, ein solches Aquarium zu planen und aufzubauen. Du mußt nur beachten, das Du durch das geringe Wasservolumen anfangs nicht eine solche Stabilität bezüglich der Wasserparameter erreichen wirst, wie mit einem großen Becken. Das ist allerdings nicht weiter problematisch, wenn Du bestimmte "Richtlinien" befolgst. Mit dem Fischbesatz solltest Du Dich auf jeden Fall eine Weile gedulden. Gutes Lebendgestein ist unbedingt erforderlich und auch die Strömung sollte gut durchdacht sein. Du wirst mehrere kleine Pumpen benötigen, mit einer 1000 L Pumpe kannst Du wenig anfangen. Es ist wichtig, daß Dein Becken möglichst gleichmäßig stark durchströmt wird und Du damit die Ablagerung von Sedimenten und Detritus im Griff behalten kannst. Denn hier entwickeln sich schnell Zonen, in denen Nitrat entwickelt wird, das in einem kleinen Wasservolumen schnell akkumuliert. Auch Phoshpat, das Du später einmal durch die Fischfütterung einträgst, akkumuliert deutlich schneller.
    Es gibt Abschäumer auf dem Markt, die man an der Aussenseite des Beckens plazieren kann, so dass der Abschäumer keinen Platz im Becken wegnimmt. Du brauchst also auch kein externes Filterbecken zu installieren, was dann mit Überlauf, Pumpe zur Rückführung des Wassers und dem Filterbecken Geld kosten würde.
    Beleuchtung: Es hängt davon ab, welche Organismen Du pflegen möchtest. Denke aber nicht, das Du niemals Steinkorallen halten wirst, irgendwann spielst Du mit dem Gedanken. Deshalb solltst Du Dir von Anfang an eine gute Beleuchtung zulegen. Aber Vorsicht: eine starke Beleuchtung wird unter optimalen Wasserbedingungen ein starkes Korallenwachstum hervorrufen. Prinzipiell nicht schlecht, aber denk dran, das Du wenig Platz hast. Je schneller die Koralle wachsen, desto stärker ist der Konkurrenzkampf und desto öfters muß Du pflegerisch eingreifen. Also liebe Wert auf ein gutes Strahlungsspektrum legen, als das Du Dir einen "fetten" HQI-Strahler zulegst. Der Vorschlag 2 x 24 W T5 ist schon sehr gut und bei den Beckenmaßen 60 x 30 x 30 cm ausreichend, auch zur Haltung von Steinkorallen. hier könntst Du mit einer Vollspektrumröhre und einer Blauröhre ein sehr schönes Licht erzeugen. Zwei Vollspektrumröhren sind auch in Ordnung.
    Von Jaubert würde ich Dir bei diesem kleine Becken abraten, weil Du hier einen sehr hohen Bodengrund brauchst. Von einer Beckenhöhe von 30 cm kannst Du dann direkt mal 15 cm für den Bodengrund abziehen, da bleibt also nicht mehr viel übrig. Aber 60 x 30 x 30 cm ist ein wenig arg klein, daß ist zwar möglich, aber Du willst sicherlich mehr haben als eine Lederkoralle und ein Stein mit Scheibenanemonen. Deshalb nimm Dir lieber ein etwas größeres Becken.
    Es gibt ein System, das sich Miracle Mud nennt, ich weiß nicht, ob Du es kennst. Hier betreibst Du einen externen Algenfilter, mit einem speziellen Substrat, dem Miracle Mud. Es ist heute noch fraglich, wie genau es funktioniert und aus welchem Material dieses Substrat besteht. Aber es ist sehr teuer und deshlab würde ich Dir auch hiervon abraten.

    Ich würde Dir empfehlen, Dich an das Berliner System zu halten. Ein kleiner Eiweißabschäumer, gutes Lebendgestein und ein 2-3 cm hoher Bodengrund (eher feinkörnig als grobkörnig) an manchen Stellen (nicht im Bereich der Steine) und das sollte es eigentlich sein. Du kanst zumindest im ersten Jahr einige Makroalgen wie Caulerpa-Arten halten, die Dir durch die Aufnahme und Akkumulation von Nährstoffen den Nährstoffgehalt im Wasser minimieren. Durch das Entfernen der Algen entfernst Du auch die Nährstoffe.

    Dann will ich noch das Zeovit-System erwähnen. Hier verwendest Du ein spezielles Gemisch aus Zeolithen, die einerseits den Phosphatgehalt senken und darüber hinaus sowohl den Ammonium- wie auch den Nitratabbau effektiv ermöglichen. Das kann ich für kleine Becken empfehlen.

    Was die Calcium- und Carbonatversorgung angeht kannst Du sehr einfach mit der Balling-Methode arbeiten, einen Kalkreaktor wirst Du nicht benötigen. Weisst Du, wie die funktioniert ? Auch Kalkwasser ist geeignet, allerdings mußt Du mit der Faustregel aufpassen, dass das gesamte Verdunstungswasser mit Kalkwasser ausgeglichen wird. Bei kleineren Becken ist das manchmal schon zu viel des Guten, so dass 500 mL Kalkwasser am Tag schon ausreichen. In meinem Becken verdunstet etwa täglich 1,5 L Wasser, bei einer Wassertemperatur von 26,5 ° C und einem 70W HQI-Brenner in 20 cm Entfernung zur Wasseroberfläche. Übrigens steigt die Wasserverdunstung i.d.R. in den Wintermonaten an, weil dann die trockene Heizungsluft die Luftfeuchtigkeit stark herabsetzt und dadurch mehr verdunstet.

    Wasserwechsel kann wöchentlich 5% betragen, Spurenelemente solltest Du möglichst täglich in geringer Dosis verabreichen. Lebendes Phytoplankton eignet sich sehr gut, um Kleinstlebewesen im Aquarium zu ernähren, so dass Du schnell zu einer intakten Fauna kommst.

    So, mehr fällt mir erst mal nicht ein. Die Informationen müßten Dich aber eigentlich erst einmal beschaftigen. Deine Literaturwahl ist sehr gut! Ich kann darüber hinaus die Fossa & Nilsen Bände sehr empfehlen (erschienen im Schmettkamp Verlag). Es gibt auch sehr gute Fachzeitschriften, die kannst Du auch mal durchstöbern.

    Viel Erfolg !

    [QUOTE]Original von Gunther
    Hallo Jörg
    danke für die Antwort. Es ist eine Waage von Nagema Genauigkeitsklasse 1 die ich aus einem Labor bekommen habe. Ich denke die geht drei Stellen nach dem Komma genau, das ist aber auch egal, durch die Gründe die zu einer Fehlmessung führen, die du aufgefürt hast.
    Meiner Ansicht nach würden die Messungen genauer werden, wenn ich die Koralle einfach ohne Wasser wiege, da durch die unterschiedlichen Eintauchtiefen immer ein unterschiedlicher Wert herauskommt. Der Auftrieb verändert sich schon durch geringste Wasserzugaben. Eine Nullung der Waage bringt doch nichts, wenn die Koralle bei einer zeitlich nachfolgenden Messung nicht 100% genau eingetaucht ist.

    Mfg Gunther


    Hallo Gunther,

    ehrlich gesagt verstehe ich das nicht so recht. Du hast z.B. einen Nylonfaden, den Du an den "Haken" unterhalb der Waage befestigt hast. Fällt mir gerade ein, nimm blos keinen Wollfaden oder irgend was, das sich mit Wasser vollsaugen kann. Du mußt etwas "inertes" nehmen, z.B. Nylon.

    Am unteren Ende des Fadens hast Du Dir irgend eine Konstruktion gebastelt, auf die Du die Koralle drauflegst. Und das ganze hängt dann in einem Kübel Meerwasser. Du schneidest Dir doch nicht immer einen neuen Nylonfaden und der Eimer oder das Gefäß steht doch wahrscheinlich immer auf dem selben Boden, Stuhl oder Kasten. Dann hast Du Doch keine unterschiedlichen Höhen. Was den Wasserstand im Gefäß angeht, der ist eigentlich total egal, der dürfte Dir Dein Messergebniss nicht beeinflussen, wie soll das gehen? Der Wasserdruck ist innerhalb weniger Zentimeter völlig unerheblich.
    Wenn Du die Koralle wieder aus dem Gefäß rausholst, das Gestell wieder ins Wasser gibst und nach einer Weile, wenn alles ruhig steht, die Waage nullst, dann liegt die Koralle wieder auf der gleichen Höhe. Dann kannst Du wieder messen und wirst einen sehr ähnlichen Wert ermitteln können.

    Die Waage kenne ich nicht, die muß ich mir im Internet mal raussuchen und anschauen. Hat sie eine digitale Anzeige ?

    Die Koralle kannst Du nicht an der Luft wiegen, dann hast Du durch das anhaftende, abtropfende und verdunstende Wasser die größten Schwankungen, die Du Dir vorstellen kannst!

    Probier es nochmal aus.