Beiträge von Jörg Kokott

    Ich bin der Meinung, das die meisten HQI-Brenner auch nach einem halben oder dreiviertel Jahr ausgetauscht werden sollten.
    Der Punkt ist jedoch, das heute bei der Verwendung der Vollspektrumröhren mit einem sehr ausgeglichenen Emissionsspektrum sowohl das Wachstum als auch die Farbigkeit von Steinkorallen derart gut gefördert wird, das man bei Nachlassen der Strahlungsintensität und bei der Veränderung des Spektrum den Unterschied viel deutlicher zu spüren bekommt, als bei einem HQI-Brenner.

    Deshalb würde ich das auch anders bewerten. Natürlich muß man daran arbeiten, das die Spektrumstabilität und die Strahlungsemission stabiler wird. Aber das ändert nichts daran, das man oft mit Vollspektrumröhren und einem ausgeglichenen Emissionsspektrum bessere Erfolge hat als bei Verwendung von HQI-Brennern. Natürlich muß das nicht sein.

    Aber ich würde dennoch nicht den Schritt "zurück" zur HQI gelten lassen, wenn er auf der Argumentation beruht, das die sog. "Farbstabilität" und die "Strahlungsleistung" der T5 Vollspektrumröhren genau so ist wie bei HQI-Brennern.

    Keine Ahnung ob da ein Schwamm ist oder nicht,
    in diesem Falle ist es aber egal, weil das gesamte Wasser regelmäßig durch das komplette Sediment im Filter durchgezogen wird und hier ein Nitratumbau stattfinden kann. Selbst wenn man diesen einen Schwamm niemals reinigen würde und hier irgendwann Nitrat produziert werden würde, sollte man annehmen, das Nitrat dann relativ schnell wieder ins Sediment eingetragen und umgesetzt wird.
    Darüber hinaus ist ein solcher "Sedimentfilter", wie ich es einmal nennen möchte, egal ob MM, Jaubert-System oder sonstige, derart effizient im Nitratumbau, das i.d.R. der Nitratumbau die Nitratentwicklung überwiegt und somit eine Nitratakkumulation nicht stattfindet.

    Hallo,

    prinzipiell hast Du Recht mit der Aussage, dass man möglichst schnell die giftigen Vorstufen in ungiftige verwandeln sollte. Damit hat man sich vor zwanzig Jahren auch noch begnügt. Heute sind wir allerdings etwas weiter.

    Du gehst lediglich auf die drei Gruppen von Bakterien ein und nennst einmal die nitrifizierenden Bakterien (1+2) und die Denitrifizierer (3). Du gehts aber nicht auf die räumliche Verteilung von 1,2 und 3 ein.

    Wenn Du in einem Rieselfilter, der mit sauerstoffgesättigtem Wasser durchströmt wird, ausschliesslich Nitrat bildest, dann muß dieses Nitrat erst mal durch das ganze Becken hindurch, irgend wo dahin, wo es anaerob wird und dort auf Denitrifikanten treffen. Die Wahrscheinlichkeit, das auf diesem Weg unerwünschte Algen dieses Nitrat wegschnappen und dadurch gedüngt werden, ist sehr hoch.

    Es ist nur sinnvoll, sowohl 1+2 als auch 3 räumlich sehr nah aneinander zu bringen. Allerdings hat man das Problem, das die eine Gruppe zum Stickstoffumsatz Sauerstoff benötigt, und die andere Gruppe zum Stickstoffumsatz keinen Sauerstoff haben darf. Und das kann ein Problem werden.
    Deshalb eignen sich solche Filtermaterialien, die eine hohe Außenoberfläche (aerob), und eine noch höhere anaerobe Innenoberfläche, besitzen. Und das haben z.B. Lebende Steine. Sowas findet man auch in einem ausreichend hohen Bodengrund mit geeigneter Körnung.

    Natürlich erfüllt Siporax auch diesen Anspruch, allerdings spielt hier der Wasserdurchfluß im Filter eine wichtige Rolle. Damit Bakterien auf der Siporaxoberfläche die Stickstoff-Verbindungen einfangen können, muß der Durchfluß sehr gering sein. Und das führt dazu, das der Topffilter selbst zu einem Sauerstoffverbraucher wird. Der Durchfluß müßte also hoch bleiben, allerdings rauscht dann jedes Molekül an den Bakterien vorbei.
    Eine Alternative wäre, wenn die stickstoffhaltigen Verbindungen an das Material gebunden werden würden. Dann könnte man einen hohen Durchfluß und gleichzeitig einen Stickstoffumsatz fördern. Und das passiert auch im Zeovit-Filter.

    Aber in allen Filtermaterialien, die nur schwach durchströmt werden, wie Topffilter mit Siporax, Biobällen oder Watte/Schaumstoff, Rieselfilter und auch einfach nur Filterschwämme im Überlaufkasten, bilden Nitrat und ermöglichen keinen Nitratabbau.

    Hallo,

    will nur erwähnen, das die DATZ und das Aquarium auch Meerwasserartikel veröffentlichen. Auch wenn diese beiden Magazine nicht ausschliesslich über Meerwasser publizieren, heißt das nicht, das die Artikel, die dort erscheinen, nicht gut sind. Wenn man sich mal überlegt, wo die wichtigen Artikel für die Riffaquaristik erschienen sind, z.B. von Balling, Pawlowski, Wilkens, da haben Koralle und Meerwasseraquarianer einiges nachzuholen ...

    Hallo,

    ich bemühe mich mal, das ganze wieder auf die ursprüngliche Diskussion zu bringen. Ich denke auch, es reicht jetzt mit der Geschichte Leng Sy und seine Marketingstrategie.

    Ich bin ebenfalls der Meinung, das die Caulerpa eine wichtige Rolle bei der Entfernung von Nährstoffen spielt, das ist ein steinalter Hut, der seit Jahr und Tag so eingesetzt wird und funktioniert. Aber mit Sicherheit ist dies nicht der Schlüssel für allen Erfolg.

    Man kann das Spielchen auch umdrehen, ein Becken nur mit Sediment, ohne irgend eine einzige Mikro- oder Makroalge, man läßt es nur lange Genug stehen, ohne Licht, nur mit Strömung natürlich. Dann nehme man eine definierte nitrathaltige Lösung bekannten Volumens, kippt die zum bekannten Beckenvolumen und mißt dann einen Tag später den Nitratgehalt ... und da ist mit Sicherheit nix mehr von übrig, garantiert.

    Und auch dies ist ein alter Hut.

    Es ist mit Sicherheit die Kombination aus allem. Hier will ich das Stichwort Bioturbation mal einbringen: Viele im oder auf dem Bodengrund lebende Organismen graben, wühlen, bauen Gänge und Höhlen, bilden Ausstülpungen, die ins Sediment eindringen, etc. All dies verursacht eine langsame, aber ständige Durchmischung des Sedimentes, und entsprechend gut kann Wasser mitsamt seinen Inhaltsstoffen ins Sediment eindringen... und dann wimmelt es aufgrund der extrem großen und als Siedlungssubstrat geeigneten Oberfläche noch von Bakterien, die mit diesen Inhaltsstoffen alle was anfangen können. Und gerade Caulerpa eignet sich doch hervorragend dafür, weil sie eben Zellen oder Zellabschnitte ausbildet, die sozusagen äquivalent zu einem Rhizom oder "Scheinwurzel" ins Sediment eindringt und mit diesem auch wechselwirkt.

    Also was ist an diesem System so ungeklärt oder unverständlich, ausser das wahrscheinlich sonst niemand auf die Idee käme, das Zeug Miracle Mud zu nennen.

    Wenn es damit möglich ist, den Nährstoffgehalt sehr stark abzusenken und zwar so weit, das auch der Bedarf an Spurenelement sinkt, dann reicht halt auch ein Wasserwechsel aus, damit alles funktioniert und kein Mangel herrscht.

    Soweit meine Meinung dazu. Es braucht ja wirklich keiner zu kaufen, wenn er nicht will, aber es hat genau die gleiche Berechtigung wie alle anderen Produkte auch. Und wenn es halt keiner hinkriegt, das richtige Bakteriensiedlungssubstrat, die richtige Korngröße und Schichtdicke zusammenzustellen, dann freut sich halt der Leng Sy.

    Ich bin auch der Meinung, das sollte man hinkriegen, aber es braucht mit Sicherheit eine Menge Zeit und Geduld, bis es klappt und bis man sicher sagen kann, das es das jetzt ist.

    Ralf, ich antworte mal zwischen den Zeilen.

    1. nach Deinen Gedankengängen sollte eigentlich der bestimmende Faktor für die Dauer des Einsatzes von Zeovit die Abgabefähigkeit von Eisen und Mangan sein. Gibt es da
    Erfahrungen, wie lange dieses abgegeben wird (natürlich auch in Abhängigkeit vom Durchsatz)? Solange könnte man dann das Zeovit bis zum Austausch im System lassen.

    Nein, dazu gibt es keine Untersuchungen, sondern nur die Erfahrungen von Thomas. Wie gesagt, meine "Hypothesen" zu dem Zeolithgemisch "Zeovit" basiert bezüglich der Phosphatentfernung auf der Analyse von Lars Sebralla, die man ja auch noch auf seiner HP lesen kann, soweit ich weiß. Wie ich es noch in Erinnerung habe, hatte Lars neues, nicht benutztes Material, 4 Tage altes Material und solches, das 4 WOchen im Einsatz war.
    Bei dieser Analyse besteht folgendes Problem, was die ganze Sache auf wacklige Beine stellt. Erstens handelt es sich beim Zeovit um ein Gemisch aus drei, unbekannten Zeolithen, und dieses Gemisch variiert, so zumindest der optische Eindruck, von Charge zu Charge. Das heißt, von Charge zu Charge kann theoretisch immer ein Unterschied bestehen, der sich auf die Eigenschaften des Gesamtmaterials auswirkt.
    Darüber hinaus hat Lars für die Analyse nur sehr wenig Material verwendet, d.h. er hat möglicherweise nur ein einziges Zeolithsteinchen genommen (etwas extrem formuliert, Lars hat die Einwaage angegeben), aber die beiden anderen Zeolithe im Gemisch gar nicht beachtet.

    Deshalb kann man sich nur auf die bisherigen Erfahrungen berufen, die gemacht wurden. Prinzipiell könnte man den Verbrauch am Phosphatgehalt festmachen, d.h. sollte dieser wieder steigen, könnte man das Material wechseln. Allerdings wird das mit Sicherheit extrem unterschiedlich sein. Ich kann eben nur raten, wenn man den Phosphatgehalt langfristig nicht runterbekommt, aber der Stickstoffgehalt schon ziemlich am Boden ist, einen Phosphatadsorber zusätzlich einzusetzen, um sich hier kein Ungleichgewicht einzuhandeln.


    2. wo sollte Deiner Meinung nach der Phosphatadsorber gesetzt werden, vor oder nach dem Zeovit?

    Das ist wurscht. Was aber wichtig ist: jedes Adsorbermaterial, das man einsetzt, ob Aktivkohle, Zeovit, Phosphatadsorber oder sonst was, immer vor den Abschäüumer, damit wenn was abschäumbares abgegeben wird das Zeug auch abgeschäumt wird. Hier noch ein Hinweis. Weil Phosphat und alles andere mögliche bei der Zeovit-Methode eben über den Abschäumer entfernt wird, kann auf einen Abschäumer nicht verzichtet werden.
    Das steht wiederum im Gegensatz zu vielen Becken, die ohne Abschäumer betrieben werden und auch so betrieben werden müssen, damit sie gut stehen. Beispiel Michael Mrutzek: sowohl bei seinem Privatbecken wie auch bei vielen seiner Kunden bringt das dauerhafte abschäumen nur Cyanos zum Vorschein bzw. viele Korallen, v.a. Gonioporas, stehen bei Abschäumung nur schlecht da. Das zeigt wieder, es geht auch vollkommen anders.


    3. wie wirkt sich eigentlich eine zu große Dosierung von Spurenelementen bei Einsatz von Zeovit aus? Welche Nachteile könnte es geben (außer natürlich dem Kostenfaktor)?

    Spurenelemente müssen stehts dem Nährstoffgehalt angepaßt werden. Wenn man es mal nüchtern betrachtet, dann sind auch Spurenelemente Nährstoffe, nur eben solche, die ausschliesslich in Spuren benötigt werden.
    Wenn der Nährstoffgehalt hoch ist, also sagen wir mal Nitrat 30 mg/L und Phosphat 0,5 mg/L (und das ist schon ne Menge Phosphat!), dann muß auch Eisen in höherer Konzentration vorhanden sein, damit die Algen und Korallen wachsen können, ohne das es an Eisen mangelt. Also muß Eisen dazudosiert werden.

    Jetzt seien die Nährstoffgehalte niedrig, Nitrat 0,05 mg/L und Phosphat 0,005 mg/L. Das wird allerdings der Korallen-Zooxanthellen-Symbiose nicht viel ausmachen, weil eben die Koralle ihre Zooxanthellen eigenständig und mehr oder weniger unabhängig vom exogenen Nährstoffgehalt versorgen kann. Den Zooxanthellen geht es also prima. Wenn Du jetzt Eisen überdosierst, dann werden sich die Zooxanthellen freuen und das Eisen aufnehmen. Und weil Eisen genau wie Stickstoff und Phosphor ein Nährelement, und zwar das 4. häufigste in marinen, pflanzlichen Organismen ist, werden die Zooxanthellen gedüngt und dadurch werden sie sich teilen. Aus der Teilung resultieren entsprechend mehr Zooxanthellen, die dann das Korallengewebe braun färben. Dadurch werden
    1) u.U. Pigmente der Koralle überlagert
    2) ist eine hohe Zooxanthellendichte im Gewebe der Korallen, verknüpft mit einer erhöhten Nährstoff- und Spurenelementverfügbarkeit, damit gekoppelt, das die Zooxanthellen durch ihr Wachstum und ihre Teilungsaktivität viele der Zucker, Aminosäuren, Fettsäuren etc. selbst beanspruchen und nicht mehr der Koralle abgeben. Die Koralle hungert also und wächst entsprechend langsam oder stirbt sogar.

    Was man auch nicht unterschätzen darf: Viele Spurenelemente sind in hohen Konzentrationen toxisch, z.B. Schwermetalle wie Kupfer, die wir in den Spurenelementen haben. V.a. wenn die Nährstoffgehalte sehr niedrig sind, kann eine normale Dosierung von Spurenelementen (so wie sie auf der Verpackung steht) schon toxisch sein, und dann macht eine Koralle schnell mal den Abgang. Deshalb: Spurenelemente immer dem Nährstoffgehalt anpassen und die Verpackungsbeilage nie grundsätzlich einhalten!

    Hallo Aurora,

    denke bitte daran, dass Du ausgebildet wirst, derart an Probleme heranzugehen und Du v.a. auch die nötige Literatur zur Verfügung stehen hast. Damit meine ich nicht unbedingt Aquaristikliteratur, sondern ich meine Fachliteratur allgemein. Dich schreckt ein 200 Seiten Lehrbuch nicht ab, im Gegenteil, das ist ein kleines Büchlein im Vergleich zu Deinem Genetik-Lehrbuch. Aber für andere sind 200 Seiten Fachliteratur schon eine Menge Holz, und wenn man es eben nicht derart beigebracht bekommt wie Du oder ich, dann kann man das halt nicht, und davon geht die Welt nicht unter.

    Deshalb, wenn Du schon einsiehst, dass Du Deinen Maßstab nicht übertragen kannst, dann brauchst Du auch nicht darauf hinzuweisen, sondern kannst es stillschweigend geniessen.

    Selbst wenn ein User dem Anfänger auf sein Posting hin eine PN schreibt, dann hat er immer noch die Referenz im Ein- und Umsteigerforum, an der er die Qualität bzw. die Richtigkeit des ihm per PN zugeschickten Beitrages beurteilen kann. Wenn es da differenzen gibt, dann kann der Einsteiger das immer noch selbst aufgreifen bzw, wenn es richtig ist, schreibt er ein kleines Dankschön zurück und fertig ist das.
    Darüber hinaus hat jeder Mitleser die Möglickeit, einen für ihn interessanten Beitrag im Anschluß an die Diskussion in einem für ihn geeigneten Forum zu posten und damit nochmal aufzugreifen, z.B. um weitere, speziellere Aspekte zu beleuchten. Aber damit gerade das nicht passiert und Anfänger dadurch verunsichert werden, ist diese Regelung getroffen worden und bisher gibt es füpr mein Empfinden keine negativen Erfahrungen damit.

    Moment, die Blauröhren sind nicht nur optisches Beiwerk. Die blaue Zusatzbeleuchtung dient in erster Linie der Photosyntheseanregung. Da der Rotbereich in der Aquarienbeleuchtung kaum gefördert wird, muß eben der Blaubereich gefördert werden um die Absorptionsmaxima der Photosynthesepigmente zu "treffen". Von daher sollten die Blauröhren gleichmäßig über den Korallen verteilt werden. Es nützt nichts, ausser vielleicht dem optischen Eindruck, die Blauröhren über die Frontscheibe zu hängen!

    Prinzipiell würde ich einen pH-Wert von 7,9 abends noch nicht als so dramatisch ansehen und dadurch stirbt auch nicht unbedingt eine Koralle.
    Wenn Du einen Kalkreaktor anschliesst, wirst Du Deine KH wahrscheinlich nur noch weiter erhöhen. Eine KH von 9 ist bei diesen pH-Werten schon recht hoch. Wie hoch ist Dein Calcium- und Dein Magnesiumgehalt?
    Ich stelle einfach mal die Frage, ob Dein pH-Meter richtig kalibriert ist? Wie alt ist die Elektrode und Deine Kalibrierlösungen? Hast Du mal mit einem herkömmlichen Troftest gegen gemessen?

    Wie sind die Steinkorallen eingegangen, was ist da genau passiert?

    Hallo,

    das wäre eine Möglichkeit, mit der Du mit Sicherheit nicht viel falsch machen kannst. Ansonsten könntest Du auch auf die bewährte Kombination 3x ATI Sun + 2x ATI Blue (oder Actinic) zurückgreifen.

    Ich gehe mal davon aus, dass Du hauptsächlich kleinpolypige Steinkorallen pflegen möchtest?

    Hallo,

    die Phosphatadsorber die ich meine und die ich prinzipiell auch aufgrund ihrer inerten Struktur empfehlen würde, bestehen aus nix anderem als Eisenoxid, und das reagiert mit anorganischem Phosphat, also anionischen Teilchen. Erdalkalimetalle, also Calcium, Magnesium und Strontium (um nur die aquaristisch bedeutsamen zu nennen) sind alles zweiwertige Kationen, also positiv geladene Teilchen. Dann würde also Eisen z.B. mit Calcium reagieren, also zwei Kationen ... und das geht nicht so ohne weiteres.

    Natürlich reagiert Calcium mit Phosphat und bildet ebenfalls unlösliche Verbindungen, aber das hat mit dem Adsorber direkt nichts zu tun.

    Die übrigen Phosphatbinder die ich noch kenne sind auf Zeolithbasis zusammengesetzt. Ob die noch Calcium oder Magnesium rausziehen weiß ich nicht, sollten sie allerdings nicht tun, zumindest nicht, wenn der Hersteller eine Meerwassertauglichkeit auszeichnet. Im Süßwasser ist es in den meisten Fällen egal, wenn Calcium adsorbiert wird. Im Meerwasser eine Katastrophe. Aber vielleicht nehmen das viele Hersteller nicht ganz so ernst, wer weiß.

    Woher beziehst Du Deine Informationen darüber? Mir ist das bisher nicht bekannt.

    Hallo,

    v.a. sei Dir auch angeraten, den Korallenbesatz dem Fischbesatz etwas anzugleichen. Verlgeiche es wie im Süßwasser:
    Wenn du kräftig wachsende Pflanzen im Süßwasseraquarium hast, kann es Dir dadurch gelingen, einerseits wenig Nährstoffe im Wasser zu haben (also Nitrat und Phosphat) und gleichzeitig tritt wenig oder kein unerwünschtes Algenwachstum auf.

    Im Meerwasseraquarium ist es genauso. Die Korallen, die Du pflegst, leben in Symbiose mit Mikroalgen, einzelligen Algen die man Zooxanthellen nennt. Und Algen sind Pflanzen, die ebenfalls dazu beitragen, das der Nährstoffgehalt im Wasser sinkt und somit auch keine unerwünschten Algen auftreten. Je mehr gut wachsende Korallen Du pflegst, um so geringer wird die Wahrscheinlichkeit, das sich unerwünschte Algen in Deinem Aquarium ausbreiten können.

    Deshalb, wenn Deine bisherigen Korallen gut stehen und wachsen, würde ich Dir dazu raten, den Korallenbesatz zu erweitern, z.B. mit weiteren Leder- oder Weichkorallen, oder auch schnell wachsenden Röhrenkorallen wie die sog. Sternchenpolypen oder Füllhornkorallen.

    Danke für die Antwort Patrick,

    was man oft, auch unter der Verwendung von Phosphatadsorbern beobachtet, ist, das man zwar Phosphate aus dem Wasser rauszieht, aber gleichzeitig im Sediment oder in der Dekoration gebundene Phosphate nachgeliefert werden, so dass man erst mal keinen Unterschied bemerkt und der Wert erst dann sinkt, wenn die übrigen im Sediment/Steinen festgesetzten Phosphate langsam aber sicher weniger werden.

    Im Übrigen ist das Zeovit kein Phosphatadorber, d.h. es kann kein Phosphat binden. V.a. in den ersten Tagen wird das Zeovit Eisen und Mangan abgeben (was zumindest aus der Analye von Lars Sebralle ersichtlich ist, wenn es auch eine einmalige, nicht reproduzierbare Analyse war). Diese beiden Substanzen fällen dann im Wasser gelöste Phosphate aus, allerdings in so geringen Mengen und über mehrere Tage hinweg gleichmäßig, das die feinen Metallphosphat-Flocken nicht schnell sedimentieren und gut abgeschäumt werden können. Dieshalb bemerkt man nach der Anwednung von Zeovit oft schon nach 12 oder 24 Stunden, das einerseits der Abschäumer ordentlich arbeitet (weil er eben was zum abschäumen hat), und andererseits das Wasser kristallklar wird. Es wird deshalb so klar, weil sich durch physikalische Wechselwirkungen viele im Wasser suspendierte Teilchen und Trübstoffe an diese Metallphosphatflocken anlagern und mit abgeschäumt werden. Gleichzeitig entfernt die meist mit dem Zeovit eingesetzte Aktivkohle Gelbstoffe und viele andere Substanzen.
    Dies nur so als Ergämzung.

    Ich möchte noch ergänzen: In vielen Fälle funktioniert die Zeovit-Methode, das will auch niemand bestreiten. Und gerade für frisch eingesetzte Becken könnte es eine sehr gute Starthilfe sein. Aber man muß dennoch aufpassen. Gerade wenn der Fischbesatz hoch ist und dann noch, wie es sein sollte, die Fische mehrmals täglich gefüttert werden, kommt man auch oft um einen zusätzlichen Phosphatadsorber nicht umher, weil das Zeovit nur einen endlichen Anteil an Eisen und Mangan besitzt, der womöglich nicht für den gesamten Zeitraum der Anwendung ausreicht.

    Noch was zur Farbigkeit: Das Zeovit kann die Farbigkeit von Korallen v.a. besser hervorbringen, aber es wird nicht unbedingt die Farbigkeit fördern. Eine Förderung der Farbigkeit würde nur dann auftreten, wenn die Wasserqualität vor dem Zeoviteinsatz schlecht war und die Korallen nun besser wachsen und gedeihen können. Aber das hat nicht mal unbedingt was mit dem Zeovit zu tun, weil man eine Verbesserung der Wasserverhältnisse natürlich mit jeder x-beliebigen Methode erreichen kann.
    Der Punkt ist die Zooxanthellendichte im Korallengewebe. Wenn die durch einen hohen Nährstoffgehalt hoch ist, dann wird die Koralle sehr braun und dadurch werden v.a. die Pigmente überlagert, die nur sehr gering vorhanden sind. Erst wenn die Nährstoffe sinken und damit die Zooxanthellendichte abnimmt, wird das Korallengewebe heller und "durchsichtiger", wobei auch wenig vorhandene Korallenpigmente sichtbar werden.

    Hallo,

    prinzipiell besteht zwischen dem 14000K von Aquaconnect und den übrigen 14000K Brennern ein wesentlicher Unterschied sowohl in der Herstellung wie auch im Spektrum.
    Das die 14000K Brenner sehr violett- und blaulastig sind, das sieht man nun mal ja mit blossem Auge. Was man nicht so gut sieht, ist dass der Aquaconnect-Brenner deutlich stärker v.a. im Grün- und Gelbbereich emittiert. Das sieht man z.B. daran, das trotz dieser scheinbar einseitigen Blaubestrahlung das pinke Pigment von pocilloporiden Arten (Pocillopora, Seriatopora) in vielen Fällen gut gebildet und auch wiedergegeben wird, wovon ich mich auch erst in den letzten Monaten überzeugen konnte. Es läßt sich also indirekt über die Farbigkeit der Korallen eine grobe Aussage darüber treffen, wie das Spektrum etwa auzusehen hat.

    Ich würde prinzipiell zum Aquaconnect Brenner raten. Leider existiert hierzu kein öffentlich zugängliches Spektrum. Die meisten anderen 14000K Brenner sind ein "Abklatsch" von 10000 K Brennern, die einen noch höheren Violettanteil zeigen, sich aber sonst nicht gerade großartig unterscheiden und somit auch keinen großen Vorteil bringen, ausser das eben "das Licht dunkler wird".

    Aber dennoch stimmt die Aussage, das man bei der Verwendung von 14000K Brennern, auch des Aquaconnect Brenners, v.a. grüne Acropora Arten bekommt. Das liegt daran, das in Acropora Arten ein Pigment vorkommt, das im "hinteren" Blaubereich bei 500 nm absorbiert und unter einer sehr blaulastigen Beleuchtung verstärkt gebildet und gut wiedergegeben werden kann.

    Hallo,

    das kleine Streitgespräch sollten wir mal wieder in fachliche Bahnen bringen.
    Ich habe selbst auch Erfahrungen mit dem Zeolith und deshalb schreibe ich auch etwas dazu.

    Prinzipiell: Es geht auch ohne Zeovit!

    Zum Nitratanstieg. Hier besteht ein grundlegendes Problem, und das taucht v.a. bei älteren Becken oder solchen Becken auf, die ein Problem mit Sediment- und Detritusablagerungen haben.

    Die Hypothese die ich zum Zeovit vertrete beinhaltet, das dieses Zeolithgemisch Ammonium adsorbiert. Ammonium ist das erste Glied im Stickstoffabbau durch Mikroorganismen und resultiert aus der Zersetzung von stickstoffhaltigem organischen Material, wie z.B. Proteine.
    Ammonium wird in unseren Aquarien sehr schnell unter Mitwirkung von Sauerstoff über Nitrit zu Nitrat umgebaut. Das Nitration ist stabil und kann, wenn es nicht verbraucht wird, im Wasser akkumulieren.
    Wenn man in ein Becken, das zwischen oder hinter den Steinen oder auch im Bodengrund viele Sediment- und Detritusablagerungen hat (und das ist für viele ältere Becken der Fall), Zeovit einbringt, dann kann es durchaus sein, das mit dem gewünschten Nitratabbau nichts ist. Denn: das Zeovit kann nur Ammonium adsorbieren (also eine Nitratvorstufe), aber nicht Nitrat. Bei dem hohen Durchfluß im Filter, der das Zeovit beinhaltet, sind die Bakterien auf der Zeovitoberfläche auch nicht in der Lage, Nitrat einzufangen: das ist so ähnlich wie auf der Autobahn. Nur wenn Nitrat gebunden werden würde, könnten die Bakterien es u.U. weiter umsetzen. Dies ist aber nicht der Fall, d.h. wenn irgendwo im Becken Nitrat entsteht, dann wird das Zeovit damit nichts anfangen können und der Nitratgehalt bleibt so wie er ist.
    Problem bei der Sache ist dann nur, das Phosphat in relativ kurzer Zeit durch das Zeovit entfernt werden kann und gleichzeitig fast alle Zeovitanwender ihre Spurenelemente sofort runterdosieren. Und dann ensteht ein plötzliches Ungleichgewicht zwischen Phosphor (niedrig) und Stickstoff (gleichbleibend hoch) und einer gleichzeitig niedrigen Spurenelementverfügbarkeit, und dann kann es schnell passieren, das sich einige Koralle verabschieden, weil sie so eine Situation seit Jahren nicht hatten.
    Das ist die eine Situation.

    Um für den Nitratanstieg eine Erklärung zu finden, könnte man so vorgehen: Das Prinzip des Stickstoffabbaus mit Zeovit basiert darauf, das auf der aeroben Oberfläche Bakterien siedeln, die das Ammonium "abweiden" und über Nitrit zu Nitrat umbauen. Dann herrscht zwischen der aeroben Oberfläche und dem anaeroben, sauerstofffreien Inneren im Zeovit nur eine sehr kurze räumliche Distanz, und das Nitration wird sehr wahrscheinlich ins Innere hineindiffundieren und kann dort von denitrifizierenden Bakterien in molekularen Stickstoff, N2, umgebaut werden. Wenn aber nach dem ersten Einbringen des Zeovit die denitrifizierenden Bakterienpopulationen im Inneren des Zeovits noch nicht "etabliert" sind, wird das auch mit dem weiteren Stickstoffabbau nichts und das Nitrat wird erst mal im Wasser akkumulieren.
    Das Phänomen, warum aber überhaupt der Nitratgehalt ansteigt, würde ich folgendermassen erklären: Ammonium wird im Aquarium entweder schnell umgebaut oder von den Organismen aufgenommen. Vor allem in einem System, in dem die Korallen und Algen gut wachsen, wird Ammonium sehr stark aufgenommen, weil es eine sehr gut verwertbare Stickstoffquelle ist (besser als Nitrat). Wenn man aber einen stark durchströmten Filter mit Zeovit ans Becken anschließt, wird es wahrscheinlicher, das dieser Anteil an Ammonium nicht von den Organismen aufgenommen wird, sondern sehr schnell vom Zeovit adsorbiert und dort von Bakterien umgebaut wird. In diesem Falle würde dann mehr Nitrat entstehen als vorher, weil eben der Anteil an Ammonium, der sonst von den Organismen aufgenommen werden würde, nun in Nitrat umgewandelt wird.
    Dies ist für mich die einzige Erklärung, wo das Nitrat herkommen könnte. Natürlich eine wilde Hypothese, aber rein theoretisch könnte das so sein. Was besseres ist mir bisher jedenfalls noch nicht eingefallen.

    Es sind mir viele Fälle, bekannt, bei denen sich sehr gute und erfahrene Aquarianer das Becken in kürzester Zeit umgebügelt haben. Und gerade solche akuten "Abstürze" deuten nach meiner Erfahrung stets auf ein plötzliches Ungleichgewicht im System hin. Meistens ist es wohl der Fall, das sich die Nährstoffverhältnisse zu schnell ändern und sich in den ersten Tagen und Wochen v.a. zwischen Phosphat und Stickstoff ein Ungleichgewicht einstellt, weil meist der Stickstoff nicht so schnell abgebaut werden kann wie der Phosphatgehalt. Und darüber hinaus ist auch immer noch anzumerken, das man mit dem Absenken der Spurenelementdosieren so lange warten sollte, bis auch Stickstoff anfängt abzusinkt.

    So, das war jetzt ein kleiner Roman! Welche Efahrungen habt Ihr denn mit dem zeitlich Ablauf der Nährstoffabsenkung. Wie lange dauert es bei Euch, bis Stickstoff sinkt. Wird Phosphat schneller entfernt?

    Hallo Till,

    genau das ist falsch.

    UV-Strahlung kann das menschliche Auge nicht wahrnehmen, d.h. jede Verbindungen, die ausschliesslich im UV-Strahlungsbreich absorbiert, werden wir gar nicht sehen können. Es gibt durchaus UV-SChutzverbindungen in Korallen, aber dies sind keine Pigmente und wir können sie eben nicht sehen. Pigmente, wie die in unseren Korallen, absorbieren grundsätzlich und per Definition im sichtbaren Licht, denn nur das können wir sehen und das kann farbig erscheinen.

    Leider hat sich dieser Fehler durch die gesamte bisherige Aquaristikliteratur hindurchgezogen und wohl auch einige Aquarianer dazu verleitet, ihre Aquarien mit UV-Strahlung zu blasten. UV-B ist sehr schädlich, nicht nur UV-C (dann gäb's uns ja auch gar nicht). Aber wenn Du unter die Sonnenbank gehst, ziehst Du doch auch eine UV-Schutzbrille an, oder? Den Fischen gefällt eine UV-B - Bestrahlung auch nicht, die werden nämlich dadurch etwas seeschwach, genau wie wir.

    Darüber hinaus werden durch eine UV-Bestrahlung die Korallen langsamer wachsen, weil sie viel Energie aufwenden, um echte UV-SChutzverbindungen zu synthetisieren. Und das geht auf Kosten des Wachstums.

    Das dachte ich mir schon. Das ist schon in Ordnung, ich würde da nicht unbedingt viel dran machen. Wenn Dir die KH weiter absackt, dann kannst Du, wie es Dir die anderen schon empfohlen haben, mit NaHCO3 (Natriumhydrogencarbonat) hochpuffern bzw. einfach öfters dosieren. Wie hoch ist denn der Calciumgehalt.
    Ich weiß nicht, ob Du Harald's Beitrag aufmerksam gelesen hast. Eine niedrige KH trotz Balling kann genau dann auftreten, wenn Du Calciumchlorid und NaHCO3 zeitlich nicht weit genug voneinander dosierst. Am Besten morgens vor Licht an das NaHCO3, Mittags oder auch Abends Calciumchlorid.

    Prinzipiell wird das Zeovit Phosphat nicht binden, folglich ist es auch kein Adsorber. Vielmehr gibt das Zeovit sehr schnell nach dem Einsetzen Eisen und Mangan an das Wasser ab. Eisen und Mangan reagieren in einer Fällungsreaktion mit anorganischem Phosphat und bilden unlösliche Eisen- und Manganphosphate. Im Prinzip kann man das mit den Flüssigphosphatadsorbern vergleichen, die man ins Becken schüttet. Dann beobachtet man, wenn Phosphate vorhanden sind, eine starke Trübung und der Abschäumer fängt an zu "kochen". Dabei wird ein Großeil der ausgefällten Phosphate abgeschäumt, aber es wird sich immer eine mehr oder weniger große Menge an ausgefälltem Phosphat im Becken ablagern. Und das ist nicht gut.
    Beim Zeovit ist es jedoch so, das aufgrund der geringeren Mengen an Eisen und Mangan und über die kontinuierliche Abgabe dieser Substanzen im Laufe der ersten Tage und ersten Wochen, die sehr feinen Niederschläge im Wasser verbleiben und dann effektiv abgeschäumt werden können.
    Darüber hinaus gibt es noch einen wichtigen Punkt: diese Phosphatniederschläge sind so fein, das sie ähnlich wie Kolloide wirken und sich viele andere im Wasser gelöste Substanzen daran anlagern. Das ist der Grund, warum innerhalb von 24 h das Wasser kristall klar wird und sich der Abschäumtopf dunkel färbt.

    Nun aber zur Aussage von Thomas: prinzipiell hat er recht, aber man muß es auf das individuelle Becken anpassen. Es kann bei einem hohen Fischbesatz und intensiver Fütterung auch nicht Ausreichen, Phosphat ausschliesslich mit dem Zeovit zu entfernen. Dann muß man in solchen Fällen auch zu zusätzlichen Phosphatadsorbern zurückgreifen.

    Zu welcher Uhrzeit hast Du den ph-Wert gemessen?
    Ein pH-Wert von 7,6 ist u.U. bedenklich, wenn es über den Tages- bzw- Nachtverlauf der niedrigste Wert ist.
    Allerdings solltest Du das "bedenklich" nicht überbewerten. Es gibt viele Aquarien, die mit niedrigen pH-Werten fahren, und das ist in so fern nicht schlecht, als das hier ein hoher Anteil an Carbonaten in Form des Hydrogencarbonates vorliegt und somit die Kalkausfällung sehr gering ist.

    Es gibt Publikatinen, die einen niedrigen pH-Wert propagieren, Dieter Brockmann fährt sein Becken z.B. so.

    Wenn Du mit einem pH-Meter arbeitest: wann war die letzte Kalibrierung, ist die Aufbewahrungslösung frisch und die Elektrode sauber? Ansonsten, wie mißt Du den pH-Wert?

    Ich würde die KH zwischen 6-7 als optimal ansehen. Auf gar keinen Fall solltest Du irgendwelche Carbonatpuffer verwenden, weil Du Dir damit nur Ausfällungen provozierst und sie mit der Ballingmethode nicht abstimmen kannst.

    Lasse die Werte so, die sind völlig in Ordnung!

    Hi Frank,

    ich dachte, das Moderatoren bei Meerwasserforum-Treffen grundsätzlich in ****-Hotels untergebracht werden. War das nicht so? Na, da bin ich aber enttäsucht :grinning_squinting_face:

    Ich trinke lieber Tequila Gold ... wenn ich davon vier trinke, sehe ich irgendwann auch sieben Sterne ... oder waren es acht? :smiling_face:

    Hi Sascha,

    da brauchst Dich hier auch gar nicht zu rechtfertigen. Es gibt sehr viele Wege, ein Aquarium entsprechend den Bedürfnissen seiner Bewohner zu beleuchten.
    Allerdings ist es immer so eine Sache, Becken bzw. Farben anhand von Bildern zu beurteilen, deshalb habe ich auch extra nochmal bei Thomas nachgefragt.
    Aber was hälst Du davon, die 20000 K einmal zu versuchen und dann Deine Erfahrungen zu schildern. Letztlich kommt es auf die praktische Anwendung an.
    Wenn Du diesen Leuchtmitteln vertraust, dann bist Du frei es zu versuchen. Wie gesagt sehe ich diese Leuchtmittel als sehr fragwürdig an, was aber nicht heißt, das meine Meinung absolut ist.

    Probier es aus und dann schreibe Deine Erfahrungen, Beispiele für andere Becken hast Du ja nun zu genüge gebracht.

    Hallo,

    Du solltest versuchen, das Bild z.B. über Photoshop zu verkleinern.

    Ansonsten handelt es sich dabei um eine sehr schöne Montipora sp. mit violetten Polypen. Montis ist vom griechischen abgeleitet und bedeutet Hügel oder Berg. Die Bezeichnung geht auf die hügeligen "Tuberkel" zurück, die viele, v.a. krustig wachsende Montipora-Arten wie diese hier oft zeigen.
    Ein wirklich sehr schönes Exemplar!

    In Korallenriffe herrscht zu jedem Zeitpunkt ein heftiger Kampf um Siedlungsraum zwischen solchen Organismen, die auf Festsubstrat als Untergrund angewiesen sind.
    Natürlich spielen Algen eine wichtige Rolle in aquatischen Ökosystemen, und zwar als Primäproduzenten, die durch ihre Photoautotrophie die Energie solarer Strahlung in chemische Energie in Form von ATP (Adenosin-triphosphat), die universelle Energiewährung der lebenden Zelle, umwandeln. Das ATP kann dann zum Aufbau von energiereichen, höhermolekularen Substanzen (Makromolekülen) wie Zucker, Fettsäuren, Aminosäuren und anderen Verbindungen benutzt werden. Heterotrophe Organismen wie z.B. herbivore Fische weiden dann die Algen ab und können die von den Algen aufbebauten Makromoleküle wieder in kleine, energiearme Verbindungen umsetzen, und ziehen dabei kontinuierlich die Energie aus den Makromolekülen heraus.
    So funnktioniert letztlich die gesamte Nahrungskette (wenn man die Destruenten noch hinzu nimmt).

    Von daher sind natürlich auch Algen im Aquarium wichig. Aber, und das ist der Punkt: Wir haben in unseren Riffaquarien eine enorm große Zahl an photoautotrophen Primärproduzenten, und zwar die symbiontischen Dinoflagellaten (Zooxanthellen) in den Korallen.
    Wie auch im Süßwasseraquarium kann ein starker Pflanzenwuchs einen niedrigen, aber ausreichend hohen Nährstoffgehalt in der Wassersäule stabilisieren.
    Und genau das machen wir auch im Riffaquarium mit den zooxanthelleten Korallen. Allerding ist unser Mini-Riffsystem zu klein, um einem sehr breiten Spektrum von Organismen Platz und einen optimalen Lebensraum zu bieten. Das gilt nicht nur für höhere, schöne Algen, die von den schnell wachsenden Korallen langsam aber sicher verdrängt werden (Ausnahme: Kalkrotalgen, da komme ich gleich noch drauf), sondern auch für viele andere tierische Organismen wie z.B. Tunicaten (Manteltiere), Moostierchen oder auch empfindlichen Schwämmen oder Muscheln.
    Kalkrotalgen (Corallinaceen): Diese Rotalgen sind etwas spezieller, weil sie eben ein hartes Kalkskelett aufbauen (wie die Korallen, aber mit einem anderen Mechanismus) und krustenförmig wachsen. Sie besiedeln solche Stellen, die von den Korallen nicht oder noch nicht bewachsen sind und darüber hinaus siedeln sie in der Regel vermehrt in Schattenbereichen, d.h. dort, wo wir zooxanthellate Korallen meist nicht platzieren. Auch die schnell wachsenden Kalkrotalgen tragen zur Stabilisierung und Senkung des Nährstoffgehaltes in der Wassersäule bei, und in der Tat war es ein großer Fortschritt, als man in früheren Zeiten höhere, unerwünschte Fadenalgen durch schneller wachsende Kalkrotalgen verdrängen konnte. Natürlich hat das auch Nachteile, nämlich das wir durch unseren speziellen Pflegebedürfnisse v.a. der Steinkorallen stets optimalere Lebensbedigungen für Korallen & Kalkrotalgen anbieten als für andere höhere Algen, die dadurch natürlich langsam aber sicher verdrängt werden.

    Im natürlichen Korallenriff ist eigentlich Platz genug für alle und durch spezielle Fortpflanzungs- und Ernährungsstrategien gelingt es dieser Fülle an verschiedenen Organismen, sich an einer geeigneten Stelle für eine gewisse Zeit zu behaupten, z.B. dort, wo herbivoren Organismen eine räumliche Schranke gesetzt wird.

    Ich möchte noch einen Punkt erwähnen, der für das Weiterbestehen der heutigen Korallenriffe von außerordentlich wichtiger Bedeutung ist: Durch Coral Bleaching Ereignisse wird das Wachstum der riffbildenden Korallen für eine gewisse Zeit gestoppt oder stark eingeschränkt. Damit mmt der Konkurrenzdruck der Korallen auf die höheren Algen ab, so dass sich sehr schnell ein Korallenriff zu einem Algenriff umwandeln kann. Dies ist ist der Karibik schon passiert und dort ein großes Problem. Die herbivoren Organismen kommen mit dem Wegfressen gar nicht mehr hinterher und erhalten natürlich ein enormes Reproduktionspotental. Spezialisten, die sich von Korallenpolypen ernähren sind dagegen stark gefährdet. Es ist wie eine Kettenreaktion.
    Algen sind natürlich ein wichtiger Schlüssel zum Fortbestand von Korallenriffen, aber sie können ein Korallenriff dramatisch verändern, wenn ihr Wachstum, wie z.B. auch in unserern Aquarien, Überhand nimmt.

    Hi,

    die meisten gibt es nur in der Bahnhofsbuchhandlung und hier auch manchmal nur auf Bestellung. Den Meerwasseraquarianer bekommt man glaube ich nur im Aquaristikhandel bzw. direkt vom Verlag, die Koralle sehe ich manchmal im Bahnhofsbuchhandlung, DATZ, das Aquarium und das Aquaristik Fachmagazin findet man in fast jedem Bahnhof.

    Ich möchte noch die DATZ (Die Aquarium & Terrariumzeitung) hinzufügen, denn auch hier erscheinen Artikel zur Meerwasseraquaristik. Heute hat die DATZ etwas an Bedeutung für die Riffaquaristik verloren, aber früher bzw. in den vergangenen Jahren sind wichtige Artikel in der DATZ erschienen, z.B. die Originalartikel von Hans-Werner Balling zur Mineralien- & Spurenelementversorgung.
    Das Aquarium ist ebenfalls ein für mich wichtiges Fachmaganzin, denn auch hier erscheinen viele gute und wichtige Artikel, z.B. die Phosphat-Artikel von Pawlowski in ich glaube fünf Teilen und viele andere.
    Der Meerwasseraquarianer und auch die Koralle bieten ausschließlich Meerwasseraquaristik, wobei sich v.a. die Koralle immer noch als junges Magazin entwickelt.

    Ich selbt lese DATZ, das Aquarium, Meerwasseraquarianer & Koralle.

    Hallo Gabi,

    ich habe auch die Erfahrung gemacht, das Lederkorallen sehr emfindlich auf Veränderungen im Nährstoffgehalt reagieren, das gilt für beide Seiten, also eine plötzliche Absenkung der Nährstoffe wie auch eine plötzliche Erhöhung. Das Problem bei der schnellen Absenkung z.B. von Phosphat ist, das ein Nährelement wie Stickstoff in Form von Ammonium und/oder Nitrat in seiner Verfügbarkeit gleich bleibt, aber das Phosphat zu schnell und stark abgesenkt wird, so dass in Relation zur Stickstoffverfügbarkeit nicht ausreichend Phosphor zur Verfügung steht: das nennt man dann Wachstumslimitierung oder man sagt, Phosphat ist der wachtumslimitierende Faktor.
    Natürlich kann und soll man zu hohe Phosphatgehalte senken, aber prinzipiell besser langsam mit kleineren Mengen an Phosphatadsorbern. Und man sollte auch gleichzeitig den Stickstoffgehalt mit Absenken, wenn dies möglich ist. Es ist nie richtig gut, wenn ein Nährelement gegenüber einem anderen überproportional vorhanden ist.

    Übrigens: Die Dinger heißen Phosphatadsorber, mit "D", das hat mit Absorption nichts zu tun. Als Adsorption bezeichnet man die Bindungswechselwirkung zweier Substanzen, wobei die Adsorbersubstanz meist eine Festsubstanz ist (wie bei uns z.B. Eisenoxidkörnchen). Das ist jetzt nicht auf Dich gemünzt, Gabi, sondern das wird allgemein immer wieder falsch geschrieben.

    Hallo,

    schau Dir mal bei korallenriff.de auf der Sindelfingen-Homepage (Tips aus der Praxis) den Beitrag des "Erfinders" Hans-Werner Balling an. Dort steht einiges, was für Dich interessant sein könnte.

    Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit der Anwenund der Balling Methode und würde sie in vielen Fällen einem Kalkreator vorziehen.

    Danke Thomas,

    also läßt sich letztlich anhand dieses Bildes die "originale" Wirkung schwer oder gar nicht abschätzen ?

    Ich kannte halt auch mal ein Händlerbecken, das mit 2x 400 W HQI 20000 K Osram Radium beleuchtet wurde, und ich kannte es auch noch, als es mit 2x 400 W D-HQI Osram betrieben wurde. Und diesen himmelweiten Unterschied habe ich auch in Erinnerung. Was dann mit dem Becken passiert ist, weiß ich nicht, weil ich damals den Händler gewechselt habe (nicht wegen der Brenner :smiling_face: ).
    Letztlich kamen ausser Fluoreszenzfarben keine "Reflektionsfarben" zur Geltung und es sah aus, wie eben der Hintergrund des von Dir nochmals gezeigten Bildes. Deshalb habe ich den Vergleich vorne/hinten angestrebt.

    Hi Sascha,

    danke für die Mühe, hier zu recherchieren.

    Alle Fotos sind mit Blitz bzw. mit einem externen Weißlicht gemacht worden. Ich denke, dass sieht man recht deutlich (trotzdem wäre ich sehr froh, wenn sich vielleicht mal ein Fotoexperte dazu äußern könnte, da haben wir ja einige im Forum). Ich habe mal ein Bild herausgegriffen, an dem man sehr gut sieht, was ich meine:

    http://www.drmaccorals.com/sys-tmpl/nss-f…/Photo%2052.jpg

    Dort, wo ein "relativ ausgeglichenes" Spektrum vorherrscht (Vordergrund), können die Farben der Korallen zur Geltung kommen, dort wo nur die 20000 K Brenner sind (Hintergrund) erscheinen die Korallen blau-grau in stumpfen Tönen.

    Ich wäre hier sehr vorsichtig, was die Objektivität der Bilder angeht. Ich kenne die Anlage und ihre Betreiber nicht, habe auch keine Zeit, mir das alles durchzulesen, aber es kann nicht so recht überprüft werden, ob es sich um Naturentnahmen handelt, um Nachzuchten, und seit wann die Korallen unter diesem Licht stehen.

    Deshalb würde ich das auch nicht als ein Beispiel dafür gelten lassen, das 20000 K Brenner die Farbigkeit gut hervorbringen!

    Wie sollen denn die Farben unter einem 20000 K Brenner zur Geltung kommen? Natürlich siehst Du die Fluoreszenz fluoreszierender Pigmente, wenn man sie mit eben der emittierten Wellenlänge anregen kann. Aber Du siehst keine Farben, die dadurch zustande kommen, das Pigmente bestimmte Strahlungsanteile absorbieren, dadurch das Spektrum verändern, so dass das reflektierte Licht auf unser Auge trifft und dadurch von unserem Gehirn eine Farbe verursacht.
    Und gerade diese Farben sind sehr begehrt, etwa blau, rot, violett/rosa oder gelb.

    Bsp. grünes Chlorophyll. Dieses Pigment absorbiert blaue und rote Strahlung aus dem Gesamtspektrum, d.h. reflektiert wird nur violett (schlecht sichtbar), grün, gelb und etwas orange. Eine Mischung aus diesen vier Anteilen ergibt die Farbe grün. Wenn aber in einem Spektrum weder blau, noch rot vorhanden ist, dann wird das Chlorophyll gar nicht angeregt und wird mit der Strahlung nicht wechselwirken und kann es dadurch auch nicht verändern.

    Was Daylight-Brenner angeht: Da gibt es sehr viele verschiedene D-Brenner mit sehr unterschiedlichen Spektren, die aber wiederum die gleiche Farbtemperatur von etwa 6000 K erzeugen. Dies zeigt wieder, wie unsinnig es ist, ein Leuchtmittel anhand der Farbtemperatur zu charakterisieren, das ist absoluter Quatsch. Es gibt D-Brenner mit einem ausgeglichenen Spektrum, die einen Farbigkeit in Steinkorallen sehr gut fördert und wiedergibt, und ich bin mittlerweile so weit zu sagen, das ein Weg zurück zu den D-Brennern ein richtiger Weg wäre, bezüglich der Farbigkeit von Steinkorallen gute Ergebnisse zu erziehlen.
    Das Problem mit D-Brennern ist halt ihre Gelbstichigkeit, die v.a. dann noch verstärkt wird, wenn man Gelbstoffe im Wasser hat. Aber mit einer Kombination von blauen Röhren bekommt man auch den "gelbsten" D-Brenner zu einer attraktiven Farberscheinung.

    Nachtrag: Warum nicht 20000 K als Zusatzbeleuchtung? Hatte ich im vorherigen beitrag vergessen. Blauröhren eignen sich viel besser als Zusatzbeleuchtung, da Du hier zwar auch ein einseitiges Violett & Blauspektrum hast, aber es wird über einen größeren Spektralbereich innerhalb 400 - 500 nm mehr Strahlung mit verschiedenen Wellenlägen emittiert und man damit mehr Effekte erzeugen kann, als nur mit einem Maximum bei 470 nm. Zum Bespiel auch die Anregung der Photosynthese & Fluoreszenzemission besser und vielseitiger ist. Ausserdem sind Blauröhren um einiges billiger als so ein Brenner.

    Tja, warum? Gute frage. Es gibt genüngend Beispiele, bei denen sich Leute mit dem Licht das Becken umgebügelt haben. Es gibt auch Beispiele, bei denen es funktioniert. Aber wie gesagt, es sind suboptimale Bedingungen. Selbst wenn Du die KOrallen zum wachsen bringst, wie willst Du Farben erkennen.

    Das ist etwas übertrieben dargestellt monochromatisches blaues Licht, also Licht nur einer Wellenlänge (natürlich ist es das nicht, da mehr Wellenlängen emittiert werden, es geht mir hier nur um die Verdeutlichung), deshalb erscheint es uns auch nicht hell, weil unser optisches System nicht auf die ausschließlich Lichtabsorption blauer Strahlung (von nur einer Wellenlänge) ausgebildet ist, sondern für eine Informationsverarbeitung aus mehreren, verschiedenen Signalen benötigt.
    Ob man mit einer Übersteuerung eine spektrale Veränderung erreicht, das muß Du Oliver fragen, der ist da fit, aber ich denke nicht gravierend. Und selbst wenn das klappt, dann kannst Du Dir direkt einen anderen vernünftigen Brenner kaufen.

    Hi Sascha,

    ich weiß nicht, ob Du mal ein Spektrum eines 20000 K Brenners gesehen hast. Wenn nicht, dann kannst Du Dir eines unter folgendem Link anschauen:

    http://www.animalnetwork.com/fish2/aqfm/199…es/2/photo3.asp

    Sieht das aus, wie ein vernünftiges Spektrum, was Korallen gefällt? Ich denke nicht.
    Selbst der Einsatz dieser Leuchtmittel als blaue Zusatzbeleuchtung ist sehr fraglich, weil eben nur ein sehr kleiner Wellenlängenbereich emittiert wird, nämlich bei 450-460 nm. Wie ich eben ausgeführt habe, ist dieser Bereich photosynthetisch nutzbar, deshalb überleben die meisten Korallen unter diesem Licht. Aber trotzdem ist die photosynthetische Wirksamkeit sehr fraglich, wenn man bedenkt, das jeder photoautotrophe Organismus daran adaptiert ist, ein breites Spektrum an solarer Strahlung photosynthetisch zu nutzen. Viele verschiedene Wellenlägen haben eine regulatorische Funktion, z.B. Wachstum, auch Vermehrung. Wenn man die nicht anbietet, dann wird das biologische System gestört, und das kann nicht unser Ziel sein. Die amerikanischen Becken, die ich kenne und wunderschön aussehen, tolles Korallenwachstum und sehr viele Farben zeigen, werden alle mit Daylight-Brennern beleuchtet,und nicht mit diesen Blaufunzeln.
    Oliver steht auf alle Fälle nicht alleine da, was die Kritik an der Verwendung von 20000 K Brennern angeht, denn auch ich bin absolut gegen diesen Einsatz.

    Hi Oliver,

    ich habe das Paper leider auch gerade nicht im Kopf. Was mir da allerdings gut gefallen hat, war ein Absorptionsspektrum der gesamten Zelle in einer Zooxanthellensuspension mit Symbiodinium microadriatium. Und hier sieht man (glaube ich in Erinnerung zu haben) eine starke Absorbanz zwischen 400 und 480 nm mit einem sehr breiten "Maximum" zwischen 440 und 480 nm. Ein kleiner Peak liegt bei 470.

    ... so, habe mir es gerade aus dem Netz runtergeladen. Im Prinzip ist die Gesamtzellabsorbanz natürlich mit Vorsicht zu geniessen, da kann alles mögliche absorbieren, aber:

    die Photosynthesepigmente bestimmen aufgrund ihrer Dominanz den Verlauf der Kurve, unabhängig davon, was da noch drunter liegt. Im Gesamtspektrum ist
    deutlich zu erkennen, das die maximalen Absorbanzen oberhalb 430 nm liegen, und zwar zwischen 440 - 470 nm. Deutlich
    wird es dann bei dem aufgereinigten acpPC-Komplex sowohl
    bei S. kawaguti als auch bei S. pilosum: zwei Peaks bei 440 und 460-470 nm.

    Aber bei allen drei Arten kann man eigentlich sagen, das das Absorptionsmaximum von Chl a um etwa 10 - 40 nm in längerwellige Bereiche verschoben ist.

    PDF-Datei dieses Artikels kann ich an Interessierte per Mail verschicken!

    Hier der Literaturverweis:

    Iglesias-Prieto, R., Trench, R. K. (1997): Acclimation and adaptation to irradiance in symbiotic dinoflagellates. II. Responses of chlorophyll protein complexes to
    different light regimes. Marine Biology 130: 23-33.

    Hi Sascha,

    Steve Tyree hat in Amerika viel Aufklärungsarbeit über die Thematik "Pigmente und Farbigkeit" geleistet, und er ist mit Sicherheit ein Experte auf diesem Gebiet. Allerdings weiß ich nicht, wie das Thema in Amerika aufgegriffen wird/wurde. Fakt ist, das viele amerikanische Aquarianer sehr schöne Becken mit sehr farbigen Korallen haben.
    Genau die von Dir genannte Publikation kenne ich glaube ich nicht, aber er hat diese Art von Vortrag schon x-Mal gehalten und von daher weiß ich, was er sonst schreibt.

    Das er die Aussage mit dem 20000 K und der actinic bringt wundert mich allerdings etwas ... keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat.
    Prinzipiell ist die Farbwiedergabe eines 20000 K Brenners so ultra mies, das man sich eigentlich gar keine Lampe drüberhängen brauch. Da kann man lieber das Becken vor'S Fenster stellen und sich dann beim Sonnenaufgang freuen, wenn die Korallen direktes Licht bekommen. Da hat man mehr von!

    Allerdings muß ich dazu sagen, das ich von Steve Tyree noch nie gesehen oder gehört habe, das er sich einmal mit den Spektren von Leuchtmitteln auseinandergesetzt hat. Hier ist er Sanjay Joshi derjenige, der in den USA Strahlungsspektren miteinander verglichen hat und z.B. eine Untersuchung zur Farbstabilität von vier verschiedenen HQI-Brennern durchgeführt und in Aquarium frontiers veröffenticht hat.

    Hi Oliver,

    ich weiß nicht, ob Du das Paper von Iglesias-Prieto & Trench von 1997 kennst. Genaue Referenz muß ich Dir noch raussuchen. Das Bild von Aurora ist (entschuldige Aurora) pillepalle, weil es v.a. nur für Grün- & Rotalgen und höhere Pflanzen gilt. Dinoflagellaten besitzen weder Chl b noch Lutein, noch die Phycobilis, die in dem Spektrum gezeigt sind.
    Statt dessen findet man Peridinin, Diadinoxanthin und Diatoxantin und auch beta-Carotin.
    Wie Oliver schon richtig schrieb, gibt es vier verschiedene und bislang bekannte PCP (=Peridinin - Chlorophyll - Protein) Komplexe, und diese PCP-Komplexe bilden in Dinoflagellaten die Antennenkomplexe, und nicht eben das Chlorophyll b! Deshalb ist auch der Bereich bei 430 nm nicht ausschlaggebend, sondern eben der zwischen 440 und 480 nm, je nach dem, wie das Verhältnis der verschiedenen PCP-Komplexe in der Zelle ist.
    Wie gesagt, relevante Absorptionsspektren findet man u.a. in der von mir genannten Literatur von Iglesias-Prieto (1997). Genaue Referenz liefere ich nach.

    Oiver, ich habe allgemein von einer actinisch-blauen Röhre gesprochen und hier u.a. die Phillips in Erinnerung gehabt. Ein Spektrum von der ATI actinic kannte ich nicht :smiling_face:

    Hallo,

    nur ganz schnell,heute Mittag schreibe ich noch mehr.

    Erstens hat Chl a das Abs.-Max. bei 430 nm, zweitens muß man auch Chl c2 und v.a. Peridinin berücksichtigen. PCP Komplexe absorbieren zwischen 440 und 480 nm.

    Zweitens, Aurora: Natürlich sich die Strahlungsenergien kurzweliger Strahlungen höher als bei langwelligen, allerdings können Photosynthesepigmente letztlich nur den Energiegehalt einer roten Strahlung bei 630 - 660 nm nutzen. Wenn ein blaues Photon absorbiert wird, wird der S2 Zustand zwar erreicht, allerdings wird durch Wärme & Fluoreszenzabstrahlung die Energie auf den S1 Zustand, der der Absorption eines roten Quants entspricht, abfallen. Vom S1 Zustand aus kann dann die Energie per Excitonentransfer übertragen werden.