Beiträge von Jörg Kokott

    Zitat

    Original von JestersTear
    Hier der Link1 zu einer der Seiten.


    Link2

    Und bei diesem Link ganz unten kann man etwas über die Absorbtionsfähigkeit von Zeolith finden. NOx istmit 2.4% angegeben.

    Hallo Jesters,

    danke für Deine Mühe!

    Wir müssen hier aufpassen: Zeolithe sind Naturminerale, könne aber auch synthetisch hergestellt werden!

    Es gibt Hunderte verschiedene Zeolithe, die hundert verschiedene physikalisch-chemische Eigenschaften besitzen. Das macht es für die Riffaquaristik sehr schwer, ein geeignetes Zeolith zu finden, insbesondere für die Riffaquaristik.
    Man stelle sich vor, das ein Zeolith, wie es in der Waschmittelindustrie Anwendung findet, ein Riffaqurium binnen weniger Stunden zum Absturz bringen kann: wenn es nämlich Calcium adsorbiert. In der Süßwasseraquaristik für ein südamerianisches Salmerbecken vielleicht noch brauchbar, weil es ein sehr weiches Wasser erzeugt, ist es für die Riffaquaristik fatal! Das ist der Punkt, weshalb man mit vielen Süßwasserzeolithen sein Riffbecken völlig zerstören kann, und zwar über Nacht!

    Allerdings ist bei dem einen Link der Verweis sehr wichtig, das z.B. Ammonium/Ammoniak adsorbiert wird: Die Bakterien, die auf der riesigen aeroben Oberfläche des Zeolithes siedeln, können dann das Ammonium "abweiden" und nitrifizieren, d.h. zu Nitrat umsetzen. Dann ist es aufgrund der räumlichen Nähe zum anaeroben inneren Milieu der Zeolithe sehr wahrscheinlich, dass dieses gebildete Nitrat weiter denitrifiziert werden kann, so dass letztlich gasförmiger, molekularer Stickstoff (N2) entsteht. Und diese Beobachtung konnte ich beim Zeovit in einem Topffilter machen: eine starke Gasentwicklung: geruchslos, farblos: Stickstoff!

    Auch hier ein nächster Punkt: ich bin der Meinung, das Nitrat vom Zeovit nicht gut oder nur wenig adorbiert werden kann, sondern v.a. Ammonium. Bei der sehr hohen und notwendigen Durchflußrate in einem Zeovitfilter könnten die Bakterien niemals das Nitrat aus derm vorbeirasenden Wasser entnehmen. D.h., wenn irgendwo im Aquarium, z.B. im Detritus, Nitrat entsteht, so kann das Zeovit damit nix anfangen. Also hat man trotz Zeovit einen hohen Nitratgehalt!

    Zum Thema Detritusablagerung auf Lebenden Steinen: es stimmt, das die Keimzahl im Detritus sehr hoch ist. Dadurch wird der Detritus zersetzt und es entsteht letztlich Nitrat. Allerdings liegt der Detritus auf (!) den Lebenden Steinen. D.h., das gebildete Nitrat kann nicht zwangsläufig durch die (aus Sicht der Bakterien) extrem dicken Detritusschicht ins anaerobe Innere der Lebenden Steine gelangen, sondern wird sehr wahrscheinlich eher in die Wassersäule ausgetragen. Und das ist der Punkt, den ich erwähnte. Detritus ist fast komplett von Sauerstoff umgeben. Selbst wenn hier sauerstoffarme Bereiche entstehen, dann reicht dies nicht aus, um ein sauerstoff-freies Milieu zu erzeugen, so dass eine Denitrifikation innerhalb des Detritus nicht möglich ist. Es stimmt also meiner Meinung nach nicht, das im Detritus anaerobe Zonen bestehen, in denen ein signifikanter Nitratabbau stattfindet.

    Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    also kann ich mir Geld sparen, indem ich kein Ammonium und Nitrit Test kaufe?

    Sehe ich da jetzt von Deiner seite aus Richtig ?


    In der Einfahrphase ist ein Nitrit-Test wichtig, damit Du abschätzen kannst, wann der bakterielle Stickstoffabbau richtig funktioniert. In einem eingefahrenen System kannst Du davon ausgehen, das dies immer funktioniert, es sei denn, nach einer Medikamentenbehandlung tötest Du die Bakterien ab. Dann ist es natürlich gut, wenn man so einen Test zu Hause hat. Allerdings muß man auf die Haltbarkeit der Tests achten. Ich bin der Meinung, das die Ammoniumtests alle nicht sensitiv genug sind, um in einem funktionierenden Riffaquarium Ammonium nachzuweisen. Deshalb zeigen die meisten nicht nachweisbar Null an.

    Nochmal zum Verständnis:

    Wenn Dein Abschäumer nicht richtig funktioniert, dann bleiben im Wasser mehr Proteine übrig als sonst. Die Proteine werden dann abgebaut und daraus resultiert Ammonium. Das Ammonium wird aber sofort durch die Bakterien zu Nitrit umgewanderl, und dieses Nitrit sofort zu Nitrat. Ammonium und Nitrit sind also nicht "stabil" und werden alle zu Nitrat umgesetzt. Nur das Nitrat kann nicht einfach so weiter abgebaut werden, und deshalb mißt Du einen erhöhten Nitratgehalt, und keinen erhöhten Ammonium- oder Nitritgehalt.

    Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    wie gesagt, war es eine Dumme Frage...

    Desweiteren, lese bitte nochmals durch, was Bernd L. geschrieben hat!!

    So wie ich es lese, geht es nicht um eine Neueinrichtung!!!

    Hi,

    hmm, warum sollte man einen Wasserwechsel in einem eingefahrenen System mit Altwasser machen? Wir machen Wasserwechsel, einerseits um verbrauchte Stoffe wie Spurenelemente nachzudosieren, aber auch, um bestehende Ungleichgewichte im Ionenhaushalt auszugleichen bzw. zu verdünnen. Altes mit altem zu ersetzen wäre meines Erachtens nicht so ganz der Sinn der Sache, dann bräuchten wir eigentlich gar keinen WW zu machen.
    Ich konnte auch in dem ganzen Threat nicht finden, das wir hier von Altwasser für Wasserwechsel sprechen. Aber mal abwarten, was die anderen dazu meinen.

    Lutz,
    weil auch Nitrit in einem eingefahrenen System sofort weiter zu Nitrat oxidiert wird, und Du wie auch beim Ammonium das Nitrit als Zwischenprodukt in der Bakterien-Mikroumgebung nicht nachweisen kannst.

    Zitat

    Original von Harald Mülder
    Hallo Christian
    In Sindelfingen habe ich einen guten häng on Abschäumer auf dem Gro Tech Stand gesehen.
    Aber auf der Homepage ist er leider nicht näher beschrieben. Du müsstest eventuell mal anmailen.

    In der Überlaufkammer könntest du eventuell den Abschäumer plazieren.

    Mit Politur müsstest du eigentlich die Kratzer wegbekommen wenn sie nicht zu tief sind. Aber wenn du es pér Hand machst wird es richtig Arbeit.

    Lass dich da nochmal von einem Glaser beraten.

    Hallo,

    ich kann den Aquamedic Turboflotor 1000 multi empfehlen. Ist ein hangon Schäumer mit Aquabee 2000 Dispergatornadel. Reicht wohl so bis etwa 500 Liter.
    Der von Grotech sah in Sindelfingen wirklich sehr gut aus, v.a. Verarbeitung sehr gut. Ist auch kleiner als der Aquamedic.

    Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    ob realiesierbar oder nicht ist doch mal egal.

    Durch einen Wasserwechsel aus verschiedenen laufenden Aqua´s, könnte man doch bestimmt Wasserwerte erreichen, die dem Meer gleichen (???!!!???), weil man dardurch immer verschieden Bakterien ins Becken bekommt, desweiteren war die Frage: "Was genau soll also altes Wasser wertvoll machen?"

    ... :confused_face: Nein, das hat mit natürlichem Meerwasser nix zu tun.

    Die Frage war: "was genau soll also altes Wasser wertvoll machen?"

    ... und was hab' ich dazu geschrieben???

    Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    warum steigt dann Nitrat und Ammonum ist nicht nachweisbar?

    Weil in einem eingefahrenen Riffaquarium Ammonium sehr schnell von Bakterien zu Nitrat umgesetzt wird (Nitrifikation), so daß Du Ammonium selten nachweisen kannst, nur dann, wenn diese Nitrifikation gestört wird. Dann bleibt der Umsatz meistens bei Nitrit hängen, einem Zwischenprodukt. Das Problem besteht in der Einfahrphase.
    Wie gesagt, das Thema ist offtopic!

    Hallo,
    keine dumme Frage, aber eine kaum realisierbare Idee :confused_face:
    Man wird dadurch keinen Mehrerfolg haben, Wir sprechen hier auch von dem Einsatz von Altwasser bei der Neueinrichtung, nicht von laufenden Wasserwechseln in einem eingefahrenen, funktionierenden System!

    Zitat

    Original von Lutz
    Hallo Jörg,

    Zitat:
    Meerwasser selbst wird durch den hohen Sauerstoffgehalt (oxidierendes Milieu = hohes Redoxpotential) stets Ammonium zu Nitrat umwandeln.

    Vor ca. 5 Wochen hatte ich einen Redox von ca. 250, zeitgleich lief mein Abschäumer nicht mehr richtig, er schäumte einfach nicht so richtig, wie früher. nitrat lag bei über 50mg/l
    ich machte mich auf die suche nach fehler...
    vor einer woche habe ich gesehen, das die luftzufuhr für den abschäumer fast zu wahr, nach der reinigung funktonierte der abschäumer wie vorher auch, der redox stieg in einer woche von 280 auf z.zt. 413 mV

    Ammonium könnte ich damals und auch heute nicht nachweisen, aber der Nitrat Wert liegt im moment unter 50mg/l..

    gibt es dafür eine erklärung?

    Hallo,
    ist etwas offtopic, aber egal: wenn die Luftzufuhr zum Abschäumer nicht funktioniert, dann schäumt der Abschäumer auch nicht richtig ab, daß heißt, das Wasser wird stärker belastet als üblich. Proteine, die sonst abgeschäumt werden, können in Deinem Falle in dieser Zeit zersetzt werden und dann steigt der Stickstoffeintrag, der sich letztend Endes im Nitratgehalt wiederspiegelt.

    Zitat

    Original von Reinhard
    Hallo Jörg !


    Kann man in etwa abschätzen, wieviel Wasserwechsel pro Woche nötig ist, um bei einem gut besetzten Steinkorallenbecken ohne extra Spurenelemente auszukommen.

    Grüße
    Reinhard

    Hallo Reinhard,

    Man kann das nicht sagen, sondern nur eine Empfehlung geben, das man in dem von Dir genannten Fall 5% oder sogar 10% pro Woche wechselt. Natürlich kann es dann trotzdem zu einem Mangel an Spurenelementen kommen!

    Ich würde also niemals behaupten, nur mit Wasserwechsel kann man Spurenelementdosierungen ersetzen. Das ist beinahe schon gefährlich, wenn man dieser Empfehlung stumpf folgt und sich nicht die Korallen anschaut.
    Fakt ist aber, das wir mit dem Wasserwechsel Spurenelemente dosieren, und man damit vielleicht eine extra Spurenelementdosierung reduzieren kann. Aber das muß jeder selbst ausprobieren.
    Ich persönlich würde sagen, 5% WW pro Woche ist heutzutage bei gut besetzen Becken eine gute Messlatte, mehr aber auch nicht. Man muß dann ausprobieren, ob zusätzliche Spurenelementdosierungen Verbesserungen bringen oder nicht, oder sogar die ganze Sache verschlechtern!

    Hallo,

    ich bin erst jetzt auf diese interessante Diskussion gestossen. Habe mich mal im Überflug eingelesen, aber aus Zeitgründen eben nur ganz schnell. Hoffentlich poste ich jetzt also nicht schon bereits gesagtes.

    Altwasser ist prinzipiell dadurch charakterisiert, das alle darin enthaltenen Substanzen in einer stabilen chemischen Form vorliegen. Künstliches Meersalz enthält Feststoffe, und zwar meistens die, die am billigsten sind. Das heißt also nicht, das diese auch in Wasser stabil sind. Die meisten Schwermetalle, die wir als Spurenelemente im künstlichen Meerwasser finden, sind tatsächlich meistens überdosiert, und zwar weil sie instabil sind. Setzt man Meerwasser frisch an, dann bleibt von dieser Überdosis nicht sehr viel übrig, so daß man am Ende doch mehr oder weniger die Konzentrationen vorfindet, die für lebende Organismen erträglich sind. Das ist der Punkt, worum man bei der Neueinrichtung mit frischem Meerwasser erst mal eine Woche warten sollte, damit die Spurenelemente ausfallen und dadurch die Toxizität zurückgeht. Bei Wasserwechseln sollte man jedoch das Wasser direkt verwenden, damit man die Spurenelemente möglichst alle dosieren kann. Im Aquarium tritt dann der Verdünnungseffekt ein, und man erhält eine nicht messbare aber gefühlsmäßig gute Spurenelementkonzentration.

    Dies ist die rein physikalisch-chemische Betrachtungsweise!

    Altwasser enthält eben auch viele organische Substanzen, wie es Thomas bereits angesprochen hat, die letztlich bei der Neueinrichtung auch für eine Erstbelastung sorgen und mit denen man die übrig gebliebenen Bakterien in den lebenden Steinen erst einmal ernähren kann. Gerade Bakterien können mit organischen Nährstoffen sehr viel anfangen und meiner Meinung nach oft fast mehr anfangen als mit anorganischen Ausgangssubstanzen (fragt jetzt bloß nicht nach einer Literaturquelle :D).

    Auch die Gesamtkeimzahl ist in Altwasser verhältnismäßig hoch. Man kann und muß davon ausgehen, das in einem eingefahrenen Meerwasseraquarium die Keimzahl im Wasser nur ein Bruchteil der Keimzahl in der Dekoration entspricht. Bakterien sind fast alle substratgebunden, egal in welchem aquatischen Milieu. Die Keimzahl im Wasser kommt durch das auswaschen von Bakterien zustande, wenn nämlich die Bakterienpopulation durch Zellteilungen ansteigt, die Populationen mehrschichtig werden und dann obere Schichten durch Strömung abgewaschen werden.

    Aber: den Vorteil von Altwasser sehe ich darin, das wir hier nicht nur irgend welche Bakterien drin haben, sondern von allen im Aquarium überhaupt vorkommenden nützlichen wie schädlichen (Cynaos...) Bakterien ein bißchen was drin ist. Bei der Verwendung von Altwasser gelangt also eine große Vielzahl von Bakterien ins neue Aquarium, anstatt nur ein oder zwei Stämme, die man z.B. durch irgend welche aquaristischen Produkte manuell dosiert (wenn hier überhaupt ein Sinn besteht, weil die meisten wohl doch eher schon tot zu sein scheinen). Die Bakterienpopulationen in den Lebenden Steinen scheinen mir, unabhängig von der Qualität der Steine, arg dezimiert zu sein, durch transport und Lagerung etc. Das heißt, hier haben wir letztlich nur die robustesten Stämme dran, aber eben nicht alle. Folglich kann man unter Verwendung hoher Volumina von Altwasser die Mikroflora erheblich besser an den Start bringen, als mit Lebenden Steinen oder auch Filtermaterialien. An Filterwatte hängt letztlich meist nur eine riesige Population einer oder weniger heftig konkurrenzstarker Bakterienstämme dran. Nur im Wasser finden wir wirklich alle Bakterienstämme in geringer Zahl (aber eine Zelle reicht ja!) an.

    Zum Thema UV-C Klärer: klar, damit macht man sich dann alles tot, aber es wird ja auch kontinuierlich von der Dekoration abgewachen, so dass wir immer eine geringe Keimzahl im Wasser messen können, weil das Aquarienvolumen und das Volumen im UV-Klärer doch arg weit auseinander liegen.

    Soviel zu den Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe.

    Hallo zusammen,

    so, jetzt versuche ich die Diskussion nochmal aufleben zu lassen. Hatte über das Wochende eine kleine Forum-Pause eingelegt :grinning_squinting_face:

    Der Punkt mit der Messung der Nährstoffgehalte ist sehr wichtig. Man kann sich eigentlich wenig auf die Werte verlassen, wenn man sie nicht mit reproduzierbaren Vergleichtests an definierten Standards überprüft. Aber letztlich kann man nicht ausschliessen, das entweder das Produktnichts taugt, oder der Test individuell, z.B. durch im Aquarienwasser vorhandene Schwermetalle/Spurenelemente oder sonst was gestört wird.
    Man steckt also nicht drin und die Erfahrung hat gezeigt, das wohl meistens zu wenig angezeigt wird.

    Klar, man sollte sich auch auf den salzigen Daumen verlassen, der sagt manchmal mehr als jeder Test, aber gerade junge Becken sind doch noch recht eigenwillig und manchmal schwer einzuschätzen.

    Wie ich es schon einmal zusammenfassend schrieb, fahren zumindest die Leute, die sich hier beteiligt haben, ihre Becken alle nicht beim Nährstofflimit,sondern haben v.a. bezüglich Stickstoff/Nitrat erhöhte Konzentrationen.

    Ich selbst bin der Meinung, das die meisten Nitratprobleme dadurch zustande kommen, das die Strömungsverhältnisse nicht so ganz optimal sind, und sich zwischen und hinter den Steinen irgendwo ganz gewaltig Detritus ablagert. Dieser Detritus wird dann langsam aber sicher von Bakterien zersetzt, und die entwickeln dann eine Menge Nitrat. Gerade wenn man die Denitrifikation (der bakteriell Abbau von Nitrat zu molekularem Stickstoff, N2, im sauerstofffreien (anaeroben) Milieu) ausschließlich über die lebenden Steine ermöglicht, und nicht über Nitratfilter oder Sandbettfilter (Miracle Mud, Deepsand Bed DSB, Jaubert) ermöglicht, dann muß man darauf achten, das die Lebenden Steine sauber bleiben. Wenn sie verdrecken, dann ist der Stoffaustausch zwischen den siedelnden Bakterien und den Nährstoffen im Wasser nicht mehr ermöglicht. Meerwasser selbst wird durch den hohen Sauerstoffgehalt (oxidierendes Milieu = hohes Redoxpotential) stets Ammonium zu Nitrat umwandeln.
    Ich denke, hier liegen viele Hunde begraben.

    Stichwort Nitratfilter (Wodkafilter/Schwelnitratfilter): Meiner Meinung nach in keinem Falle das rechte und geeignete Mittel. Ein Riffaquarium sollte so konzipiert, geplant, gebaut und mit Tieren besetzt sein, das man auf einen solchen "Filter" verzichten kann. Denn: das behebt vielleicht das Problem, aber nicht die Ursache. Meiner Meinung nach sind diese "Filter" schwer in der Handhabung und gefährlich, wenn solch ein "Monster" innerhalb weniger Stunden bis Tage einen Nitratgehalt von 50 mg/L auf 5 mg/L senkt. Damit kommt dann keine Koralle mehr klar, weil sie keine Zeit hat, sich zu akklimatisieren. Die Zooxanthellen, die sich im Laufe der Zeit durch die Nährstoffdüngung im Korallengewebe vermehrt haben, bekommen plötzlich keine Nahrung mehr. Dadurch gerät die ganze Koralle-Zooxanthellen - Symbiose in ein Uugleichgewicht. Das führt automatisch zu Problemen.

    Ich denke, wenn man die Nitratkonzentrationen von nicht nachweisbar (n.n.) bis 5-10 mg/L hält, den Phosphatgehalt etwa bei 0,1 mg/L oder kleiner hält, und regelmäßig Wasser wechselt, wodurch Spurenelemente nachdosiert werden, dann kann man ein sehr gutes Steinkorallenwachstum erziehlen.

    Die Frage ist stets: was ist der wachstumslimitierende Faktor? Bei hohen Nitratgehalten wird Phosphat schnell zur Mangelware, und wenn Nitrat und Phosphat höher konzentriert sind, dann weitet sich das Feld auf Eisen aus.

    Phosphat: von iP und Thomas ist das mit dem Rowaphos jetzt bekannt. Wie ich es in einem anderen Threat bereits geschrieben hatte, können Phosphatadsorer auf Eisenoxidbasis (z.B. Rowaphos, Contraphos) nur das anorganische Phosphat binden. Nicht aber das organische Phosphat. Das kann sich aber auch durch bakterielle Aktivität in anorganisches Phosphat umgesetzt werden, so dass immer anorganisches und damit messbares Phosphat nachgeliefert wird. Klar, dann kann man tonnenweise Phosphatadsorber einsetzen. Die Frage hier: woher kommt organisches Phosphat? Habt ihr alle einen Eiweißabschäumer "an Bord"?

    Algenrefugium: Es ist bislang niemand mehr darauf eingegangen, so dass ich mal davon ausgehen kann, das niemand so ein Teil an seinem Becken angeschlossen hat?

    Was ist denn mit den MiracleMud und Zeovit-Leuten? Gibt es hier keine Erfahrungen? Eigentlich sind diese Systeme ja dafür bekannt, das sie ein extrem nährstoffarmes Wasser ermöglichen, und einige Verfechter absolut nährstoffarmer Aquarien sind doch auch im Forum unterwegs, oder?

    Also, ich hoffe, wir können noch weitere Erfahrungen sammeln. An alle, die sich beteligt haben und denen ich wohl auch mal vergessen habe, zu antworten, sei hiermit noch einmal für ihre Hilfe gedankt!

    Hallo Fisch & Sea,

    ok, wegen der Caulerpa habe ich deshalb gefragt, weil sich ein Eisenmangel dann auch oft bei den Makrolgen bemerkbar macht.
    Was Dir Frau Preis geraten hat halte ich für sehr fragwürdig! Mit Wasserwechseln kann man den Nitratgehalt nicht groß senken: erstens verdünnst Du nur, zweitens bekämpfst Du damit nicht die Ursache!
    Prinzipiell sind wöchentliche Wasserwechsel sehr zu bevorzugen, weil Du damit regelmäßiger Spurenelemente nachdosierst. Über einen Monat kannst Du bei einem einmaligen Wasserwechsel die Spurenelementversorgung nicht gewärleisten. Genau so ist es mit dem Wasserwechsel: Angesetztes Meerwasser kann sehr schnell, nach wenigen Stunden gebraucht werden. Wenn man es länger stehen läßt, dann fallen Spurenelemente in Form von Carbonaten oder unlöslichen Oxiden sehr schnell aus. Ich verwende das frisch angesetzt Meerwasser sofort.
    All das wird Dein problem nicht sein und auch nicht lösen.

    Zur Verdunkelung des Beckens halte ich ebenfalls wenig. zuerst muß man klären, um welche Alge es sich da handelt, die dir alles überwächst. Sind es Cyanos, Diatomeen, Dinoflagellaten oder diese fiese Goldalge (eine Chrysophycee)? Ich habe den Threat jetzt nicht weiter verfolgt. Wenn es diese Goldalge ist, dann würde ich gar nicht lange fackeln und rumprobieren, sondern mich mal an MIchael Mrutzek wenden, der ein Mittel vertreibt (weiß grade nicht, wie es heißt), mit dem man der Plage zielsicher Herr wird, ohne das Aquarienmilieu negativ zu beeinträchtigen. Ihm liegen da viele Erfahrungen vor und er selbst hat schon vielen Leuten damit geholfen. Schreib Ihn mal an.
    Wie gesagt, wenn es diese Goldalge ist. Dazu müßtest Du mal ein Foto ins Forum stellen, damit sich das eine größere Zahl an Usern anschauen und beurteilen können.

    Der Brenmnerwechsel ist möglicherweise der Auslöser dieser Plage, aber nicht unbedingt die Ursache. Der Aquaconnect Performance Brenner hat einen deutlich höheren Blauanteil, der photosynthetisch nutzbar ist. Daran muß sich eine Koralle akklimatisieren, aber das ist eigentlich nach einer Woche erledigt. Hier liegt mit Sicherheit etwas anderes als Ursache vor.
    Das diese jetzige Algenplage bei Dir aufgetreten ist, hängt vielleicht mit all den Veränderungen zusammen, die Du in der letzten Zeit vorgenommen hast. An viele und häufig auftretende Veränderungen können sich Korallen schlecht anpassen, für Algen ist das aber kein Problem.
    Gerade das Auswaschen des Bodengrundes ist ein sehr heikler Eingriff! Das geht in den seltesten Fällen gut und oft resultieren Schmieralgen, die den Bodengrund überziehen. Die Bakterienflora im Bodengrund ist doch gewaltig, und die kommt bei einem solchen Eingriff ganz schön dureinander. Warum hast Du den Bodengrund denn gereintgt? War der voll mit Detritus, durchgehärtet oder ... ?

    Ein Eisenmangel würde ich jetzt erst mal ausschliessen, v.a. wenn Du regelmäßig Wasser wechselst. Daran kann es dann wohl kaum liegen.

    Aber, erst mal das Problem dieser Algenplage lösen, und dann kommen wir zurück zu dem Steinkorallenproblem.

    Hallo zusammen,

    erstmal zu Sea: wir haben die Calciumzugabe ja sozusagen gemeinsam durchgeführt und ich erinnere daran, das Du damals geschrieben hast, daß Deine Korallen bereits vor der Calciumerhöhung arge Probleme mit Gewebsdegeneration hatten. Das Problem lag damals also nicht primär an der Calciumerhöhung. Darüber hinaus sind akute, schnelle Erhöhungen des Calciumgehaltes kein Problem, es sei denn, man erhöht zu schnell die Karbonathärte oder, es liegen, wie in DEinem Falle, bereits Probleme vor. Dann kann sowas natürlich unterstützend das bestehende Problem verschlimmern.

    Ich würde Deinen Nitratwert nicht primär als die Ursache sehen, sondern vielmehr könnte es sich hierbei um eine Wachstumslimiterung handeln, die entweder durch einen zu geringen Phosphatgehalt verursacht, oder, wie es Hans-Werner angesprochen hat, durch einen Eisenmangel hervorgerufen wird.

    Anti-Fouling agents/substances (meistens sind das bei Weichkorallen Terpene oder terpenähnliche Verbindungen), die Thomas angesprochen hat, wirken antibakteriell oder antimycos (gegen Pilze). Steinkorallen sind aber nicht davon betroffen, es sei denn, das die Konzentrationen sehr hoch sind, aber das ist bei einer Abschäumung oder Kohlefilterung kaum zu erwarten.

    Das Du, Sea, auch Probleme mit Goldalgen, oder was es auch immer ist, hast, spricht prinzipiell für ein Ungleichgewicht im Aquariensystem. Eine Kupfervergiftung kann man ausschliesen, weil davon alle Organsmen betroffen sind. Gleiches gilt für eine Aluminiumvergiftung. Gerade auch Weichkorallen sind empfindlich gegenüber Kupfer und Aluminium. Trozdem, hast Du zufällig korrodierte Aluminiumbeschichtete oder zinkbeschichtete Reflektoren über DEinem Becken. Michael Mrutzek hat da schon böse Überraschungen festgestellt. Vielleicht kann er sich dazu auch äußern, wenn er Zeit hat und dies hier liest.

    Ich rate Dir, vor allem Geduld zu bewhren. Auch einen Strahlungsstress kann man ausschliessen, da können Steinkorallen ganz anderes ab, als das was Du über dem Becken hast!

    Wie steht es denn mit Ozon? Hast Du einen Ozonisator im Einsatz? Ozon im Becken produziert einerseits Nitrat, wegen des hohen Oxidationspotentials von Ozon, und es wirkt vor allem auf sehr dünne Gewebe, d.h. Steinkorallen und Fischkiemen sind da meistens als erstes betroffen.


    Ich würde Hans-Werner unterstützen, und einen Eisenmangel in Betracht ziehen. Wachsen bei Dir denn auch höhere Makroalgen (Fadenalgen, Caulerpa, Bryopsis)?

    Zitat

    Original von Lars_Hauptmann
    Da du ja anscheinend ziemlich viel Lebendgestein nehmen willst, brauchst du nicht unbedingt einen Abschäumer, es kann auch so klappen.

    Hallo Oliver,

    wenn Du viele lebende Steine nehmen möchtest, achte bitte unbedingt darauf, das Du erstens einen gut durchströmbaren, also eher offenen Steinaufbau kreirst, und das entsprechend viel Strömung im Becken ist, die es verhindern, das sich zu viel Detritus und Sediment ablagert. Wenn es in solch kleinen Becken erst mal anfängt, hinter den Steinen zu "gammeln", dann hast Du ein massives Nitratproblem!

    Ein 60er Becken ist schon etwas klein für Fische, aber ich denke, für ein Päarchen Anemonenfische ist das gerade noch ok, vorausgesetzt, das sie wirklich eine Anemone haben, der sie dann auch ortstreu sind. Wenn das nicht der Fall ist, dann würde ich Joe voll unterstützen, weil sie dann einfach mehr schwimmen und ein 60er Becken dann zu klein wäre.

    Hallo zusammen,

    also, war einige Tage nicht im Forum und antworte deshalb jetzt erst.

    @Hexe:

    Prinzipiell hast Du Recht und es war blöd von mir, das einfach so hinzuschreiben.
    Aber, das Testvolumen beträgt 1 mL plus die dazugegebenen Tröpfchen und Festsubstanzen. Wenn ich von oben in mein Testgefäß schaue, sehe ich gar nix. Das heißt, ich kann Nitrat nicht nachweisen.
    Wenn ich dann das Testgefäß vor die Farbkarte halte und dann anstatt einer Schichtdicke von 5 mm eine Schichtdicke von 1,5 cm (oder wieviel auch immer) habe, dann kann ich qualitativ beurteilen, ob wirklich nix drin ist oder ob sich da doch etwas tut, was ich aber bei 5 mm Schichtdicke nicht beurteilen kann. Wie gesagt, das ganz ist jetzt erst mal qualitativ, aber diese Aussage reicht mir völlig.

    Stimmt, wenn man von oben sowieso was sieht, dann muß man, um ein richtiges Testergebnis zu erhalten, von oben vergleichen und ablesen.

    Also, 'tschuldigung noch mal, wegen meines Postings.

    Hallo Markus,

    ich lese die Salifert-Test immer so ab, das ich die weiße Farbkarte hinter das Probengefäß halte, und dann durch die Flüssigkeit durchschaue. Also nicht von oben reingucken, und dann unter dem Gefäß die Farbkarte sehen, sondern von einer der vier Seiten reinschauen. Dann kannst Du den Farbvergleich machen.

    Zitat

    Original von Aurora
    Reduzieren von Phosphat??? Was soll da rauskommen, Phosphor??? Kann ich mir jetzt schwer vorstellen. Eher finde ich denkbar, dass die Bakterien die organischen Phosphatverbindungen abbauen und dabei anorganisches Phosphat freisetzen, dieses wird dann gebunden, abgeschäumt wie auch immer.

    Hallo Thomas (Aurora),

    nicht reduzieren im chemischen Sinne, sondern "machen dat et weniger wird"!!

    Grüße!

    PS. Alles Spekulation. Wenn's funzt ... ist gut :grinning_squinting_face:
    Selbst glaube ich aber nicht dran, soviel Phosphat können Bakterien nicht verbrauchen.

    Hallo Stephan,

    kann Dir in Mainz-Kastel Seewasseraquaristik Lerbs (Ralf Lerbs) mit gutem Gewissen empfehlen. Bei dem war ich lange Kunde, bis ich nach Bremen kam. Gerade Anfänger/Einsteiger bekommen eine gute Beratung und Qualität.

    Ansonsten gibt es noch den Aquatrop in Niederolm, liegt von Frankfurt noch ein bißchen weiter. Großer Laden mit großer Auswahl und vielen Verkäufern :face_with_rolling_eyes:

    In Gau-Bischofsheim gab es auch mal einen Händler, den habe ich aber nie besucht.

    Hallo Jens,

    prinzipiell schon, aber eine Umkehrosmoseanlage kommt auf lange Sicht billiger. Ionnenaustauscher nußt Du auch regenerieren, das hast Du bei Osmoseanlagen nicht. Auch ist das Material bei unsachgemäßer Lagerung empfindlich, obwohl dies auch für die Membranen der UO-Anlagen gilt.

    Zitat

    Original von Thomas Chronz

    ??? 

    Kann mich mal einer aufklären ?

    Thomas,
    also, auf meinen Beitrag hin denke ich wollte Thomas ausdrücken, dass das Zeovit seiner Meinung nach vielleicht auch organisches Phosphat adsorbiert. Allerdings hat er das so formuliert, daß auch die Möglichkeit bestünde, das Zeovit würde gar kein Phosphat adsorbieren, was es ja auch nicht tut. Es entfernt Phosphat, aber nicht durch Bindung.

    Zitat

    Original von iP
    @ Jörg:

    Ich muss dir in dem Punkt "Korallen ins becken einbringen" wiedersprechen. Gleiches habe ich damals auch versucht. Es führte nur zu verlusten, da die fadenalgen nicht mal vor wachsrosen halt gemacht haben...

    MfG,

    Hallo iP,

    hattest Du denn auch die Bryopsis ?? Wenn Dein Fuchsgesicht da so gut dran geht, kann ich mir kaum vorstellen, das es Bryopsis ist. Da gehen sogar Kaninchenfische ungern dran, und das soll was heißen ...

    Die Bryopsis ist bei weitem nicht so überwuchernd wir die Derbesia, die ja ewig lange Zellfäden ausbildet und damit auch Korallen einfach abdunkel kann. Das ist bei Brypsis nicht der Fall.

    Überhaupt: wenn man das Becken jetzt so stehen läßt, dann hat man zehn Jahre lang ein schönes Bryopsis-Becken. Diese Arten sind so gut in der Nutzung von Nährstoffen, das man sie nicht aushungern kann. Das klappt bei Derbesisa, aber nicht bei Bryopsis. Deshalb haben wir schließlich auch immer häufiger Bryopsis-Probleme, weil die v.a. auch in den ganz nährstoffarmen Becken sehr gut wachsen und nicht klein zu kriegen sind.

    Soviel zu meiner Meinung.

    Zitat

    Original von Gunther

    Thomas Pohl empfiehlt bei Einsatz von ZEOvit, da das Becken dann mit einem Minimum an Nährstoffgehalt gefahren wird, nur 2-5% der angegeben Herstellermenge bzw. gar keine Spuris.

    Hallo,

    und das ist ein ganz wesentlicher Punkt bei der Frage, warum man letztlich nur Erfahrungswerten nachgehen kann:

    Wenn ich bei absolut niedrigen Nährstoffkonzentrationen wie verrückt Spurenelemente dosiere, dann wandere ich ganz gewaltig in Richtung toxischer Bereiche. Wir dürfen nicht vergessen, wir kippen da z.B. Kupfer ins Becken ... na, klingt doch irgendwie nach Fischkrankheit, oder ... :winking_face:

    Im Ernst, je geringer der Spurenelementbedarf ist (und der korreliert ganz gewaltig positiv mit dem Nährtoffgehalt), desto niedriger muß auch die Spurenelement-Verfügbarkeit im Aquarium sein, damit es nicht zu Schädigungen kommt.

    Unter hohen Nährstoffkonzentrationen, wenn die Zooxanthellendichte durch diese Düngung stark ansteigt (durch Vermehrung!), steigt auch der Spurenelementbedarf und entsprechend muß die Spurenelementverfügbarkeit erhöht werden.

    Folglich muß Aquarianer X soviel mL Spuris täglich nehmen und Aquarianer Y nur soviel. Das gleiche mit den Wasserwechseln.

    Frank, Du schreibt, daß wir z.B. mit der Abschäumung gegen die Spurenelemente wirken. Das stimmt schon. Aber denke auch daran, das wir hier ein komplexes Miniaturökosystem betreiben. Wenn wir hier was verändern, wird es sich dort zeigen. Viele Becken benötigen einen Abschäumer, damit sie von vorne herein ihren Stickstoffeintrag einschränken können, weil das System das sonst zum Beispiel nicht packt. Also ziehen wir Spurenelemente (obwohl auch genügen Spuris so ausfallen, das darf man auch nicht vergessen bei pH 8,x!) aus dem Wasser raus. Folglich braucht man ein Mittelchen, um diese nachzudosieren. Aber was ist schlimmer: durch das Abschalten des Abschäumers zu viel Nitrat zu produzieren, oder ein Mittelchen von Hersteller X ins Becken zu kippen, von dem wir wissen, das es Spurenelemente sind.

    Ich würde das viel differenzierter sehen. Es gibt Becken, das klappt alles einwandfrei, weil die Größe stimmt, die Technik stimmt, der Besatz stimmt und alles ein wirklich optimales Gleichgewicht ist. Solche Becken brauchen vielleicht wirklich nur Fischfütterung und Wasserwechsel, fertig.

    Andere Becken haben einen Überbesatz, schon hat man ein Problem, und dann fängt das gefummele an.

    Ist etwas schwarz-weiß, ich weiß, aber es soll verdeutlichen, das wir in der Riffaquaristik niemals genau wissen, was wir da nun tun. Deshalb ist unser Hobby doch auch so spannend, weil wir eigentlich vor allem reagieren müssen, als das wir alles lenken könnten. Gott sein Dank.

    Frustrierend, das man in der heutigen Zeit eigentlich fast nichts weiß ...

    Hallo Frank,

    die Menschheit weiß genug, um sich langsam aber sicher selbst und alles andere umzubringen ...

    Wir wissen schon eine ganze Menge, was die Riffaquaristik anbelangt. Vergleiche doch mal das Wissen in diesem Forum mit dem Bücherwissen von vor 10 Jahren. Dann wirst Du die enormen Fortschritte sehen, in allen Belangen: Technik, Biologie, Wasserchemie, und und und.

    Es hängt nur von jedem Aquarianer selbst ab, wie sehr er sich informiert. Und so lange es Foren wie dieses gibt, wo Aquarianer von anderen Aquarianern gesagt bekommen, wie man Meerwasser ansetzt, kauft sich ja auch keiner mehr ein ordentliches Buch. Ich sage das jetzt auch auf die Gefahr hin, das mir manche Leute, die sich vielleicht angesprochen fühlen, am liebsten an die Gurgel gehen würden.

    Alle die Punkte, die Du bisher angesprochen hast, sind Erfahrungswerte, die sich seit der Entwicklung der Meerwasseraquaristik rumgesprochen haben, d.h. die auch irgend wo mal publiziert wurden. Erfahrungswert heißt letztlich nichts anderes, also das man die Tiere über lange Zeit (Jahre) beobachtet, und dann für sein eigenes Becken den Kniff rausbekommt. Korallen sind wirklich gute Bioindikatoren, die einem genau anzeigen, wenn was nicht stimmt und wenn alles stimmt. Und das wurde von vielen Leute parallel und im Laufe der Zeit so gemacht und letztlich publiziert. Und daraus entwickelte sich auch die allgemeine Empfehlung für die frühen Korallenriffbecken, pro Monat 10% Wasser zu wechseln. Allerdings sind wir heute so weit zu wissen, das unser viel stärkeres Korallenwachstum als früher auch eine Menge mehr Spurenelemente benötigt, weshalb man auf 20% Wasserwechsel pro Monat geht. Und weil man heute auch weiß, das Spurenelemente sehr schnell ausfallen, macht man das nicht ein Mal im MOnat, sondern vier Mal im Monat. Daher kommen die 5% Wasserwechsel pro Woche.
    Und das ganze ist mit steigender Tendenz zu sehen. Unsere Steinkorallen wachsen heute genau so schnell wie in der Natur. Und unsere Becken sind voll mit Steinkorallen. Deshalb machen manche auch schon 10% Wasserwechsel pro Woche.

    Was zum Beispiel die Spurenelemente angeht: Ich nehme hier das Beispiel Hans-Werner Balling. Wenn man sich mal die Mühe macht, sich die alten DATZ-Ausgaben zu besorgen, dann steht dort genau drin, weshalb, wieso und was da genau und in welcher Menge drin ist. Die Balling-Spurenelemente werden von einigen Herstellern so gemixt. Also letztlich weiß man, was da drin ist. Genau so ist es mit Kalkreaktoren, der Balling-Methode und und und. Wir wissen schon viel darüber, was wir so ins Becken kippen. Wir wissen auch ganz genau, wie ein Phosphatadsorber auf Eisenoxidbasis funktioniert und das er nix schädliches ans Wasser abgibt.


    Zu Deiner Aussage zu Bernd Mohr. Ein klasse Becken, keine Frage, da will ich Bernd auch nicht zu nahe treten, aber es gibt eine Menge Becken, die genauso stehen. Davon weiß man meist nur nix ... Und das Becken von Bernd funktioniert genauso wie jedes andere Becken auch, nur halt sehr gut. Das ist vielleicht der Unterschied, der mit Sicherheit auch in der Erfahrung von Bernd liegt.

    Was Spurenelemente in marinen Organismen bewirken, ist durchaus bekannt, nur mit Iod ist das so eine Sache. Aber wozu der Rest gut ist, steht in beinahe jedem Lehrbuch für Pflanzen- und Tierphysiolgie drin. Und wenn man mal Fossa & Nilsen Bd. 1 neueste Ausgabe aufschlägt, dann steht das sogar dort auch drin. Aber das Buch kostet knapp 50€, dafür kriegt man auch schon eine kleine, schicke Steinkoralle für...

    Aus all den genannten Beispielen will ich klarmachen, das wir heute mehr wissen, als je zu vor, und darüber hinaus rapide weiter lernen. Und wir haben immer noch nicht begonnen, richtig über den Tellerrand zu schauen, und uns vielleicht intensiver mit den Amerikanern auszutauschen. Da ist noch eine ganze Menge möglich.

    Und eins vielleicht noch: wenn manche Korallenriff-Forscher Ahnung von der Aquaristik und besonders der optimalen Steinkorallenhälterung hätten, dann wären solche Sachen wie RTN, White Band Disease und was es da noch so alles gibt, fast schon ein alter Hut. Nur wenn der Riff-Forscher tauchen gehen muß, um zu sehen, das da irgend was nicht stimmt, aber letztlich die genauen Vorgänge von der gesunden Koralle bis zur toten Koralle nicht genau beobachten kann, dann dauert das halt seine Zeit, bis er vielleicht erkennt, wo er genau ansetzen muß, um diese Phänomene zu verstehen.
    Heute sehen RTN-geplagte Aquarianer millimeterkleine weiße Stellen irgendwo an der hinterletzten Stelle im Korallengewebe und wissen genau, was Sache ist. Ein Riff-Forscher steht dann davor, und merkt gar nicht das da was im Busch ist. Und am nächsten Tag ist schon alles zu spät. Würde er es früher erkennen, könnte er die Entwicklung viel besser beobachten. Das nur so als Hintergrund, das wir Aquarianer schon eine ganze Menge an Wissen haben, es leider nur nicht so gut umsetzen und grundlegend erforschen können.
    Aber das wird schon werden, mit der Zeit, davon bin ich überzeugt.

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Danke, Jörg,

    schön dass noch jemand unsere Einsamkeit in diesem Thread hier teilt! :grinning_squinting_face:

    Grüße

    Hans-Werner

    Hans-Werner,

    sende mir bitte nochmal Deine eMail Adresse. Ich habe sie nur zu Hause.
    Danke

    Zitat

    Original von Thomas Chronz

    Lomas, M.W. and Glibert, P.M. (1999) Interactions between NH4 and NO3 uptake and assimilation: comparism of diatoms and dinoflagellates at several growth temperatures. Mar. Biol., 133, 541-551.

    Hallo Ihr Fachsimpler,

    die zitierte Publikation habe ich und kann sie Euch per PDF File senden. Kam aber noch nicht dazu, sie zu lesen. Wer will ?

    Zitat

    Original von Jens Kurzke
    Hallo Daniel,

    ich hatte dieses Problem mit meinem ersten Becken auch und hätte beinahe aufgegeben. Da ich zum Schluss echt die Nase voll hatte habe ich einfach gar nichts mehr gemacht und das Becken einfach laufen lassen. Wenn Du Korallen drin hast würde ich die vieleicht bei jemanden zwischenlagern . Kein Wasserwechsel und das Verdunstete Wasser mit Osmosewasser nachfüllen. Und die Algen halt wachsen lassen. Zusehen dass die KH nicht abkippt. Irgendwann ist das verbraucht wovon die Viecher existieren und dann hat sich dass. So wars bei mir; hat allerdings ca. 2 Monate gedauert. Dann sind die braun geworden und ich hab dann mit den Reinigungsarbeiten begonnen. Is halt bei jedem anders.

    Gruss, Jens


    Hallo Jens,

    da muß ich wiedersprechend. Erstens wächst Bryopsis gerade in Becken, die sehr nährstoffarm sind. Wenn man jetzt die Korallen rausnimmt, läßt man den Algen noch mehr Raum zum wachsen.
    Ich würde genau das Gegenteil empfehlen: Schnell wachsende Korallen rein. Das Foto zeigt doch, das zumindest an dieser Stelle keine Koralle weit und breit zu sehen ist.
    Hier muß ein Konkurrenzwachstum erzeugt werden, sonst wird das nichts. Brypsos ist wohl die am schwersten zu bekämpfenden Makroalge in der Riffaquaristik. Das dauert sehr lange, bis sich solche Probleme verabschieden.

    Außerdem war doch die Aussage, das die Korallen, die im Becken sind, auch alle gut wachsen und schön stehen. Also stimmen die Rahmenbedingungen! Darauf muß man jetzt weiter aufbauen.

    Zitat

    Original von iP

    Hi Jörg,

    mhm, acroporas sind leider nicht. Aber ganz ehrlich: ich kann kiloweise rowaphos und contraphos einsetzen, es hat keinen sinn! Nach spätestens ein bis zwei wochen ist der alte PO4 wert wieder da. Und ein rückgang auf 0mg war noch nie zu beobachten. Für mich ist das phoshat das größte problem, was sicherlich an meinen verbrauchern liegt. Ich kann nichts unternehmen als die fischzahl zu reduzieren oder mit den gleichen tieren in ein viel größeres becken, mit größer dimensionierter technik, umzuziehen.
    Sonst bleibt mir leider nichts übrig:(

    Viele Grüße,

    Hallo Ian,

    es gibt noch alternativen, die beziehen sich jedoch auf "alternative" Filtermethoden und auch mit einem Umbau des Beckens.
    Hast Du es mal mit einem Algen-Refugium probiert? Ich würde Dir noch nicht einmal raten, "Sedimentfilter" wie Miracle Mud, Jaubert, Deep Sand Bed oder ähnliches zu installieren, da sich hier vor allem der Stickstoffkreislauf abspielt. Natürlich metabolisieren hier Bakterien auch Phosphor, aber ich denke nicht, das hier der Phosphatentzug ausreichen würde.

    Aber Algenwachstum kann schon eine Menge an Phosphaten rausziehen, v.a. sowohl anorganisches Phosphat und organisches Phosphat. Über die ganzen Fütterungen wird v.a. eine große Menge organisches Phosphat ins Becken eingebracht, und damit kann Contraphos/Rowaphos nix anfangen und messen kannst Du es auch nicht. Bei Nichtverbrauch entsteht daraus irgend wann einmal anorganisches Phosphat, und das sammelt sich dann extrem im Becken an, so wie bei Dir. Wenn aber Makroalgen, die organisches Phosphat über oberflächenaktive Enzyme (sogenannte Phosphatasen) nutzen können, dann wird der Anteil an organischem Phosphat abnehmen, der dann irgend wann mal zu anorganischem Phosphat wird. Weißt Du, was ich meine. So wie bei der Abschaumung: vorher Proteine rausnehmen, das letztlich weniger Ammonium entsteht, das später dann zu Nitrat umgesetzt wird.

    Eigentlich müßtest Du nur Dein Filterbecken mit einem, naja für Dein Becken (ich kenne es ja vom Video) mind. 100 Liter Becken, koppeln. Überlege es Dir mal. In der aktuellen Ausgabe der Koralle erzählt Onkel Terry was in der Rubrik "American Reef Keeping Perspectives". Mit dieser Literatur kannst Du mal anfangen. Auch in Sprung/Delbeek Band 1 steht etwas über Algenrefugien drin, glaube sogar recht viel.

    Also, wenn Du noch nicht ganze verzweifelt bist, dann ziehe dies einmal in Erwägung.


    Das ganze bringt mich überhaupt auf eine tolle Idee für diese Diskussion:

    Wer von Euch fährt ein Algenrefugium, um seine Nährstoffe kontrollieren/senken zu können? Habt Ihr damit Erfolge und überhaupt, welche Erfahrungen liegen vor. Hat das denn mal jemand mit der Eisendüngung ausprobiert, wie es Terry Siegel diskutiert?

    Hallo Peter,

    hast Du Dir mal auf Korallenriff.de die Beiträge über Balling durhgelesen, die ich aus dem Forum rausgezogen habe? Da steht eigentlich alles drin.

    Du darfst bei der Balling Methode die NaHCO3-Lösung nicht zu sehr auf einmal verbrauchen, weil sich eben dadurch die KH stark erhöht und Dir Calcium wieder ausfällt.

    Ich rate Dir zu folgendem: rechne Dir aus, wieviel Calcium Dir in Deinem Becken fehlt. Gibt ja mittlerweile genügend Rechner im internet.

    Dann gibtst Du in mehreren Teilen Calciumchlorid in Dein Aquarium: OHNE NaHCO3 !!

    Dadurch wird sich die KH senken. Allerdings kannst Du mit Sicherheit nicht den gewünschten Calciumgehalt messen, weil ein Teil des Calciums wieder ausgefällt wurde, wodurch die KH absinkt.

    Wenn Du das gesamte Calcium dosiert hast, dann messe Deine KH und beginne mit der NaHCO3 Dosierung, bis die KH bei maximal 9°dKH liegt. Das heißt: nur soviel an NaHCO3 verbrauchen, wie es Deine KH zuläßt. Messe dann nach ein oder zwei Tagen nochmal die KH, und wenn diese wieder sinkt, dann führe erneut NaHCO3 Lösung/Pulver hinzu, bis sie wieder bei 8 - 9°dKH liegt.
    Wenn deine gesamte ausgerechnete Masse/Lösung NaHCO3 verbraucht ist, dann messe alle Deine Werte noch einmal und dann beginnt das Spiel von vorne. Dann kannst Du z.B. mit dem Rezept von Hans-Werner täglich dosieren.

    Hallo,

    ich freue mich, das sich auch Hans-Werner zu Wort meldet.
    Eine Umrechnng in ein Gewichtsverhältnis hätte ich auch mal machen können ... :face_with_rolling_eyes:

    Im Prinzip ist diese Diskussion über die Ammonium und Nitrataufnahme doch sehr interessant, auch wenn es vielleicht ein wenig ins Detail geht, aber ich denke das läßt sich hier auch verkraften. Je nachdem wie sich das entwickelt können wir ja immer noch einen eigenen Threat aufmachen.

    Die Aussage, das Ammonium für die meisten marinen Algen die günstigere Stickstoffquelle ist (da bereits) reduziert, sollten wir festhalten. Das ist nämlich v.a. dann wichtig, wenn wir eine unter Umständen bestehende Stickstofflimitierung ausgleichen wollen. D.h., hier eignet sich grundsätzlich eine Ammoniumverbidung (wie Ammoniumchlorid oder Hirschhornsalz = Ammoniumhydrogencarbonat/Ammoniumcarbonat 1:1 Mischungsverhältnis (Danke Bern) besser als eine Nitratverbindung.

    Danke allen für Eure Beschreibungen.

    @ Frank (iXware): Berichte mal weiter, wie sich Dein Jaubert System entwickelt und v.a., wie stabil es später einmal gegenüber starkem Nährstoffeintrag ist.


    @ Peter: Ich hoffe, Du bekommst Dein RTN wieder in den Griff. Ich denke mal, die Iodüberdosierung in Kombination mit den niedrigen Calcium- und MAgnesiumgehalten wird dies sehr wahrscheinlich ausgelöst haben.
    Hast Du schon einmal niedrigere Nitratwerte als 10 mg/L bei gleichem Phosphatgehalt gehabt? Wenn ja, wie war dort das Wachstum der Korallen?

    @ Markus: Du hast also im Moment etwa 5 mg/L Nitrat. Das würde mich jetzt Dein Phosphatgehalt interessieren. Weiß Du den?

    Hallo Bernd,

    einfach aus der recht einfachen Kulturmöglichkeit heraus würde ich neben Ceratium auch Alexandrium oder Prorocentrum und v.a. Amphidinium vorschlagen.

    Amphidinium carterae ist eine physiologisch und biochemisch sehr gut untersuchte Art, die beinahe jedes Labor kultiviert (wir leider nicht). Aber über Göttingen kann man es z.B. am einfachsten beziehen.


    Zurück zu den Nährstoffen, wir sind jetzt doch etwas auf die Phytoplanktonschiene reingerutscht, wenn auch ein spannendes Thema.

    Folgendes würde ich gerne wieder aufgreifen und damit die Allgemeinheit zurück zum Thema bringen:

    Wir haben bisher v.a. über hohe Nährstoffgehalte diskutiert. Wie sieht es denn im anderen "Extrem" aus?

    Die meisten kleinpolypigen Steinkorallen haben unter hohen Nährstoffbedingungen eine braune Färbung, weil hier die Zooxanthellendichte aufgrund der "Düngung" mit externen, im Wasser gelösten Nährstoffen im Gewebe hoch ist.
    Vor allem diejenigen Aquarianer, die durch den Einsatz bestimmter Filtermedien ein sehr nährstoffarmes Aquarienmilieu erzeugen, haben sicherlich bemerkt, das die Korallen dabei immer heller werden, weil die Zooxanthellendichte abnimmt.

    Gleichzeitig wird oft geschildert, das die Wachstumsraten dabei ansteigen.

    Wer kann dabei ein wenig erzählen ?

    Sind die Wachstumsraten z.B. deutlich höher als vorher? Wie verhält es sich denn hier mit LPS und SPS? Wie wachsen Eure Weichkorallen?

    Gebt Ihr hier auch Phytoplankton oder andere Feinfuttermittel hinzu?

    Wie verhält es sich dann bei einer Überdosierung von Spurenelementen oder Iod?

    Sind die Korallen unter solchen Voraussetzungen empfindlicher gegenüber Schwankungen im Nährstoff- oder Spurenelementhaushalt?

    Freiwillige vor :grinning_squinting_face:

    Hallo Bernd,

    obwohl wir hier schon gute Fortschritte gemacht haben. Immerhin ist es möglich, Phytoplankton zu dosieren. Die Problemlösung Deiner drei Punkte ist zukunftsweisend. Geeignetes, nährstoffreiches Plankton in optimaler "Konzentration" wird mit Sicherheit auch in Zukunft der Aquaristik zur Verfügung stehen.

    Klar, die Menge an diesem Phytoplankton pro Dosierung, die Einwirkzeit, und die Intervalle, in denen Phytoplankton dosiert wird, sind Parameter, über die wir noch eine Menge Datenmaterial erheben müssen. Aber genügend Pioniere sind ja schon vorhanden, alleine in diesem Forum :grinning_squinting_face:

    Wir haben uns bisher auch nur auf Grünalgen beschränkt. Dinoflagellaten machen im tropischen Korallenriff einen Großteil des Phytoplanktons aus. Und hier sehe ich einen enormen Vorteil für die zooxanthellaten Korallen:

    Zooxanthellen sind Dinoflagellaten und entsprechend wären diese Organismen die einzig richtige Bezugsgröße, wenn es darum geht, welches Plankton sich speziell für Korallen eignet. V.a. geht es, wie Du richtig sagst, v.a. um den sog. Betriebsstoffwechsel, also das Aufrechterhalten aller Stoffwechselwege, weniger um den Aufbau von Biomasse.

    Anders sieht es mit Sicherheit bei anderen, azooxanthellaten Arten oder anderen Wirbellosen, die Plankton fangen (Haarsterne zum Beispiel), aus. Aber auch hier könnte man es mit Dinoflagellaten mal ausprobieren.

    Hallo Bernd,

    klasse, das Du Dich auch an dieser Diskussion beteiligst. Dankeschön!

    Es ist richtig, das Redfield den Kohlenstoff mit einbezieht: 106 C : 16 N : 1 P. Aber den Kohlenstoff habe ich mit Absicht rausgelassen, weil es das ganze dann zu sehr verkompliziert und wird dann anstatt nur an zwei Fronten an insgesamt drei Fronten "kämpfen". Überhaupt nehme ich das Redfield-Verhältnis nur als einen Bezugspunkt, damit wir irgendwo ansetzen können. Auch ich sehe v.a. in Bezug auf die Übertragung dieser Befunde auf die Koralle - Zooxanthellen Symbiose eine Gefahr, aber das möchte ich hier vernachlässigen.

    Aber Deine Anmerkung ist sicherlich korrekt. Silicium wurde ebenfalls im Redfield-Verhältnis berücksichtigt, allerdings nur in Bezug auf Bacillariophyceen (Diatomeen). Deshalb bin ich darauf ebenfalls nicht weiter eingegangen.

    Eisen auch, da habe ich ihm Hinterkopf, das hier das Verhältnis 106 C : 16 N : 1 P : 0,01 Fe war. Aber da habe ich die entsprechende Literatur nicht mehr genau im Kopf, mir liegt hier nur die Information aus einem Vorlesungsskript vor (C : P = 116, C : Fe = 10000).

    Daran sieht man, wie schnell Eisen im Aquarium wachstumslimitierend werden kann, wenn nämlich Nitrat und Phosphat stark erhöht ist, aber das im Meerwasser sehr schwer lösliche Eisen (und wenn, dann als für Algen nicht leicht verwertbare Fe(OH)3) nicht entsprechend dosiert wird. Ich mit der Überzeugung, das hier der Hauptfehler in vielen Aquariensystemen liegt: das nicht einmal ein hoher Phosphatgehalt eine Wachstumsstagnation oder sogar eine Gewebedegeneration verursacht, sondern daran vielmehr die Eisenlimitierung Schuld ist. Aber das läßt sich eben nicht messen. Duch die Fütterung von Phytoplankton könnte dies aber nicht mehr so stark zum tragen kommen, wenn die Korallen bzw. die Zooxanthellen nicht von der exogenen Eisenverfügbarkeit abhängig sind, sondern ihren Eisenbedarf über die heterotrophe Ernährung abdecken.


    Dein Hinweis auf das Problem der Verfügbarkeit von Nährstoffen für die Koralle-Zooxanthellen - Symbiose ist sehr gut. Ein bißchen haben wir das ja auch schon angeschnitten, als es um das gelöste, organische Phosphat ging (DOP).

    Der Ammoniumgehalt im Meerwasser unserer Aquarien ist mit den zur Verfügung stehenden Tests nur schwer reproduzierbar nachzuweisen. Das stark oxidierende Milieu des Meerwassers wandelt recht schnell vorhandenes Ammonium über Nitrit zu Nitrat um, aber weitaus bedeutender ist hier die Nitrifikation durch Bakterien in einem eingefahrenen Aquariensystem.

    Natürlich muß man die Summe Ammonium, Nitrit und Nitrat betrachten, um den Gesamtstickstoffgehalt zu ermitteln. Darüber hinaus müssen wir dann u.a. auch frei vorliegende, gelöste Aminosäuren (im Englischen als DFAAs bezeichnet: free dissolved amino acids) mit einbeziehen, also gelösten anorganischen Stickstoff (DIN = dissolved inorganic nitrogen). Das kompliziert unsere Diskussion ungemein, aber es stimmt: das müßten wir im Prinzip alles mit einbeziehen, um ein möglichst umfassendes und realistisches Modell entwickeln und diskutieren zu können.

    Unsere Abschäumung wird mit Sicherheit vieles an DIN herausziehen, aber bei weitem nicht alles. Ein Teil davon wird über die Korallenoberfläche aufgenommen und von Makroalgen verwertet, der andere Teil wird sich durch Zersetzung letztlich in gelöstes anorganisches Ammonium umwandeln. Und nur das können wir dann vielleicht messen.

    Meistens liest man in unterschiedlichen Forenbeiträgen: Ammonium n.n. Ich selbst habe im Experimentierbecken in der Uni Ammonium über einen Autoanalyzer nachweisen können, und zwar war Ammonium konstant in doch deutlichen Konzentrationen vorhanden, und zwar im Bereich zwischen 0,01 und 0,1 mg/L, wobei meistens Werte < 0,05 mg/L gemessen wurden. Der Vergleich zur Natur (Ammonium < 0,01 mg/L), zeigt, das in diesem Fall Ammonium meist höher konzentriert vorlag als im Meer.
    Allerdings waren weder Nitrit noch Nitrat nachweisbar. Das heißt, der gesamte Stickstoffbedarf wurde über das sehr gut verwertbare Ammonium und über sonstige organische Stickstoffverbindungen abgedeckt. Allerdings sind in diesem Aquarium keine Fische, noch sonstige Verbraucher wie Einsiedler, Seeigel etc.: also keine externe Wasserbelastung.

    Diesen Fall wird man in den wenigsten Hobbyaquarien finden, weil eigentlich immer Fische und andere Tiere gehalten werden, die Ammonium produzieren. Daraus würde ich schliessen, das Ammonium trotz der schnellen Umsetzung zu Nitrat stets im Aquarienwasser vorhanden und für die Korallen nutzbar ist, auch wenn wir es mit unseren Tests nicht nachweisen können. Eine Messung meines Aquarienwassers von zu Hause ergab ebenfalls einen erhöhten Ammoniumgehalt bei nicht nachweisbarem Nitrit und Nitrat: und hier sind Fische drin die täglich mehrmals gefüttert werden.


    Also, wir bewegen uns hier schon auf sehr unsicherem Terrain, aber vielleicht können wir im weiteren etwas mehr Licht ins Dunkel bringen.

    Danke, Frank, für das Einbringen Deiner Erfahrungen.

    Wir hätten jetzt damit sozusagen den Rahmen weitestgehend erfaßt, und das will ich zur Übersicht einmal zusammenfassen:

    1) In den bisher aufgetauchten Fällen haben wir in unseren Aquarien meist ein gegenüber dem Redfield-Verhältnis von N : P = 16 : 1 überproportional hohes Verhältnis Nitrat : Phosphat, und zwar meist über 100 : 1

    2) Bislang konnten wir die Frage noch nicht klären, in wie fern unsere Aquarien einen erhöhten Anteil an gelöstem organischen Phosphat aufweisen und wie dieses Im Aquariensystem metabolisiert wird

    3) Großpolypige sind gegenüber den meisten kleinpolypigen Steinkorallen deutlich unempfindlicher gegenüber Phosphatakkumulation und dulden sogar PO4-Werte von über 1 mg/L. Solch hohe Nährstoffkonzentrationen sind bei der Pflege von Großpolypigen Steinkorallen auch teilweise nötig, um Wachstum und Färbung zu optmieren.
    Ein solcher Wert (1 mg/L) ist bei der Pflege von kleinpolypigen Steinkorallen völlig untragbar. Hier sollten die PO4-Konzentrationen nicht über 0,1 mg/L ansteigen.

    4) Mit Sicherheit ist der Anteil der heterotrophen Ernährung bei Steinkorallen höher, als er bislang in der Aquaristik vermutet wurde. Durch die Gabe von Phytoplankton und anderen Futtersorten können Wachstumslimitierungen vermieden werden.

    5) Die langsame Akklimatisation der Korallen ist besonders wichtig, damit sich der Stoffwechsel der Korallen/Zooxanthellen anpassen kann. D.h. schlagartige, übetriebene Änderungen (sowohl nach oben als auch nach unten) sind grundsätzlich schädlich und müssen vermieden werden.


    Soviel haben wir bisher zusammengetragen.


    Folgende Punkte würde ich gerne noch etwas weiter behandeln:

    1) Welche käuflichen Produkte oder Substanzen verwendet Ihr, um vorhandene Nährstofflimitierungen auszugleichen? Spurenelemente lassen wir mal Außen vor, nur Phosphor und Stickstoff sind gefragt.

    2) Woran erkennt Ihr eine Nährtofflimitierung im Aquarium und speziell bei den Korallen?

    3) Welche Nährstoffkonzentrationen würdet Ihr für Eure Becken bevorzugen oder am liebsten als Messergebnis sehen, unabhängig davon, ob Ihr dies erreichen könntet?


    Übrigens freue ich mich sehr über die rege Beteiligung und den damit möglichen Erfahrungsaustausch, der mir persönlich bisher einige neue Erkenntnisse/Sichtweisen gebracht hat. V.a. das mit der PO4-Toleranz von LPS finde ich eine echt spannende Sache.

    Hallo,

    erst mal zu Markus: das Pro Coral Organic enthält Stickstoffverbindungen. Nur wenn der zugeführte Stickstoff nicht weiter verbraucht wird, dann steigt der Nitratgehalt letztendlich an. Das würde dafür sprechen, das Du eher eine Stickstofflimitierung hast, bei ausreichend hohem Phosphatgehalt. Das heißt, die Korallen/Zooxanthellen brauchen den Stickstoff, um gleichzeitig auch das Phosphat zu verbrauchen. In Deinem Falle würde also das Pro Coral Organic genau die vom Hersteller angegebene Funktion erfüllen, nämlich den Phosphatgehalt auf natürliche Weise durch den Verbrauch durch die Organismen zu senken.

    Wie ich sehe, mittlerweile füttern fast alle Leute mindestens Phytoplankton, wenn nicht sogar noch andere Feinfuttermittel wie z.B. Cyclop eeze.

    Und viele Leute schildern v.a. ein besseres Polypenbild. Ich denke v.a. Phytoplankton kann nicht aktiv von den Tentakeln der Korallen gefangen werden, dafür ist das Plankton zu klein und die Tentakel zu groß. Aber jeder Polyp hat eine sehr dünne Schleimschicht auf der Gewebeoberfläche, und hier denke ich wird Phytoplankton einfach kleben bleiben und dann über die mikroskopisch kleinen Cilien zur Mundöffnung transportiert. D.h., man sieht nicht, das die Koralle Phytoplankton aufnimmt. Ob die Koralle es auch verwertet wird v.a. unter Wissenschaftlern sehr kontrovers diskutiert. Ich persönlich denke, Phytoplankton wird von Steinkorallen als heterotrophe Nahrungsquelle genutzt.

    Thomas:

    Ich muß Dir Recht geben. Den Anteil an DOP können wir nicht ohne weiteres bestimmen. Hier sind aber folgende Fragen zu klären:

    1) Wieviel gelöster, oragnisch gebundener Phosphor wird letztlich in welchem Zeitrahmen, z.B. durch Bakterienaktivität, in anorganishes Phosphat umgewandelt? ==> Also, haben wir wirklich viel organisches Phosphat im Wasser oder wird es schnell umgesetzt, z.B. in den Lebenden Steinen oder im Bodengrund?

    2) Können Korallen gelöstes organisches Phosphat direkt aufnehmen und nutzen? Anorganisches Phosphat gelangt wahrschenlich durch Diffusion in das Gewebe und zu den Zoxanthellen. Aminosäuren können Korallen z.B. über ihre Oberfläche aufnehmen. Von daher denke ich, können Korallen auch DOP verwerten. Nur wieviel pro Zeiteinheit, und v.a., wird die Koralle es aufnehmen, wenn anorganisches Phosphat reichlich vorhanden ist?

    Wenn DOP für Korallen nicht verwertbar ist, dann würde DOP lediglich den Makroalgen zur Verfügung stehen, d.h. obwohl Phosphat nicht nachweisbar ist, würde man starkes Algenwachstum feststellen können. Ist das so? Das Posting von Gabor über gelöstes organisches Phosphat könnte man hier als Beispiel anbringen.

    Wer hat das denn noch beobachten können: kein Phosphat, aber starkes Algenwachstum? Hier sind Meßfehler natürlich schwer auszugrenzen.

    Also, man müßte mal Gesamtphosphat im Aquarium messen. Mal schauen, ob ich das an der Uni irgendwo machen kann.

    Ich finde es wirklich erstaunlich, daß die Großpolypigen scheinbar mit sehr hohen Phosphatkonzentrationen ohne Probleme klar kommen. Wie gesagt, Phosphat wird als Calcifizierungshemmer angesehen, weil es mit Calcium reagiert und von der Koralle ausgefällt wird, dabei aber die Aragonit-Struktur des Skelettes stark beeinflußt.

    Insgesamt hätte ich folgende Erklärung anzubieten:
    Wenn Korallen das viele Phosphat, das sie aufnehmen, alles verbrauchen könnten, z.B. weil einfach das Verhältnis zwischen Stickstoff, Phosphor, Eisen etc. optimal ist, dann wird Phosphat auch nicht unbedingt ausgefällt. Wenn die Koralle und die Zooxanthellen über das hohe Nährstoffangebot viel Energie beziehen, dann könnten sie auch schneller wachsen.
    Nur wenn das Phosphat nicht so stark verbraucht werden kann, wie es vielleicht über Diffusion ins Korallengewebe gelangt, kann es auch mit ausgefällt werden und dadurch das Wachstum verlangsamen.

    Wie ist es bei Großpolypigen?
    Möglicherweise haben wir hier gegenüber SPS ein viel größeres Volumen an Gewebe gegenüber Skelettvolumen. Bei SPS ist das Volumen Skelett gegenüber der extrem dünnen Schicht an lebenden Gewebe viel höher. Das heißt, LPS bauen zum Aufbau ihres eher massigen Gewebes mehr Biomasse auf und benötigen damit mehr Nährstoffe in Form von Phosphat und Nitrat als SPS. Deshalb wird Phosphat bei LPS viel besser von der Koralle genutzt als bei SPS und daher wird es auch nicht die Skelettbildung stören.

    Soviel dazu. Widersprecht, wenn Ihr andere Erfahrungen gemacht oder andere Erklärungsmöglichkeiten habt.

    Aber das würde ich gerne einmal festhalten:

    LPS sind gegenüber Phosphatakkumulation deutlich unempfindlicher als kleinpolypige Steinkorallen.
    Gleiches gilt für Weichkorallen, die ja kein massives
    Kalkskelett aufbauen. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht,
    das Weichkorallen sogar schneller wachsen, wenn die Nährstoffgehalte hoch sind. Sehr Ihr das auch so?


    Ich finde es sehr interessant, wenn wir die heterotrophe Ernährung noch mit ins Spiel bringen. Ich habe die Vermutung, das man mit einer Fütterung der Korallen mit Phytoplankton oder sonstigem Futter, bestehende Wachstumslimitierungen verhindern kann, wenn z.B. mehr Stickstoff vorhanden ist als Phosphat.
    Auch Eisenmangel kann eine Koralle natürlich ausgleichen, wenn sie sich von Phytoplankton ernährt.
    Mit Spurenelementen ist es vielleicht genau so. Dann reicht es vollkommen, einfach nur Wasserwechsel zu machen.

    Hallo Markus,

    bei Deinen jetzigen Werten kann man auch ein Verhältnis ausrechnen, das bei 5 mg/L NO3 und 0,04 mg/L PO4 bei genau 125 : 1 liegt.

    10 : 0,15 ergibt 67 : 1.

    Allerdings, wenn man Deine früheren Werte miteinander vergleicht, kommt man auf sehr ähnliche Verhältnisse.

    Daraus könnte man also den Schluß ziehen, das es nicht nur das Verhältnis zwischen Nitrat und Phosphat ist, was hier wichtig ist.

    Wir müssen also auch in Betracht ziehen, das

    1) starke Fluktuationen in den Nährstoffgehalten schädlich sein könnten,

    2) sehr schnell ein Eisenmangel vorliegt, wenn die Nährstoffgehalte so hoch sind und man mit Spurenelementen und Wasserwechseln sparsam ist,

    3) es mit Sicherheit Grenzwerte gibt, die keinesfalls überschritten werden dürfen, z.B. 1 mg/L Phosphat

    4) man vielleicht mit einer Förderung der heterotrophen Ernährung über Phytoplankton, Zooplankton, Staubfutter etc. ganz andere Nährstoffbedingungen möglich sind, ohne das es dabei Probleme gibt. D.h. ohne eine Zusatzfütterung wären die Werte überhaupt nicht tragbar, mit einer Fütterung aber vielleicht gar nicht schlimm.


    Es wäre schön, wenn wir im Laufe der Diskussion diese vier Punkte etwas näher betrachten könnten, was mit Sicherheit nicht ganz einfach wird.

    Vielen Dank für diese Informationen und die doch mittlerweile gute Beteiligung!

    Ich denke auch, das es letztlich darauf ankommt, das ein Verhältnis zwischen Stickstoff und Phosphor und auch Eisen aufrechterhalten bleibt, damit nichts wachstumslimitierend wird. Aber wie sollte dieses Verhältnis sein? Stüber hatte ja vor einem Jahr einen Zweiteiler im Meerwasseraquarianer veröffentlich, und hat hier das Redfield-Verhältnis zwischen Stickstoff und Phosphor angesprochen. Erinnert Ihr Euch. Damals meint Stüber, er hielte es für optimal, wenn man im Meerwasseraquarium das Redfield-Verhältnis einhalten würde, nämlich Stickstoff zu Phosphor = 16:1.

    Sabines Beobachtungen sind wirklich sehr interessant und ehrlich gesagt kann ich mir das kaum erklären, warum die Grenze hier ausgerechnet bei 20 mg/L NO3 liegt. Das Verhältnis zwischen Nitrat und Phosphat ist dann hier 200:1 bei 20mg/L NO3 und 0.1 mg/L PO4, bzw. 333:1 bei 0.06 mg/L PO4.
    Sabines Verhältnis liegt also über 10fach höher als das Verhältnis von Stickstoff : Phosphor in marinen Algen (Redfield-Verhältnis).

    Zu Robert: Früher war dann das Verhältnis Nitrat : Phosphat etwa 44:1 (20/0,46). Heute liegt es bei Dir 100:1 (50/0,5 bzw. 10/0,1). Also auch deutlich höher als das Redfield-Verhältnis und eher in Richtung Sabines Werte.

    zu iP: Ich denke auch, das ein Phosphatgehalt von über 1 mg/L für Acroporas kaum tragbar ist. Aber auch hier erstaunlich, das sich die Großpolyigen gut halten! Die Verhältnisse liegen also hier zwischen 10:1 bzw. 50:1.

    Natürlich dürfen wir nicht vergessen, das sich das Redfield-Verhältnis auf Gesamt-Stickstoff und Gesamt-Phosphor bezieht, und ich hier Nitrat mit Phosphat vergleiche. Aber ich denke, das kann man für unsere Zwecke so machen.

    Wie handhabt Ihr das denn mit Spurenelementen oder Wasserwechsel?

    Sabine und Robert: füttert ihr beide mit Phytoplankton und/oder Staubfutter?

    Zitat

    Original von Gábor
    @ jörg
    danke für deine antwort.
    das mit den tests ist mir schon klar. das schrieb ich ja auch. :))
    was mich aber auch interessieren würde ist, ob man mit phosphatabsorbern auch organisches phosphat erfassen kann? oder nur anorganisches? :confused_face:
    werde auf jeden fall weiter berichten, wenn das erwünscht ist.

    Oh, 'tschudigung, das hatte ich vergessen mit den Adsorbern.
    Also die auf Eisenoxidbasis adsorbieren nur das anorganische Phosphat, die auf Zeolithbasis wahrscheinlich auch.