Beiträge von Jörg Kokott

    Rotes Meer weiss ich nicht. Den gibt es hier an der Ostkueste und geht hoch bis Japan. Das Bild ist ein Aquariumbild (Grossaquarium), hockte da genau vor der Scheibe und hat sich nicht geruehrt.
    Der gesamte Koerper ist roetlich, eher in richtung rosa als rot (also nicht wie ein Juwelenzackenbarsch), und er ist nicht gepunktet wie viele andere.

    Ja, sog. "Brueter". Allerdings erfordert das auch die Abgabe von Spermatozoiden, die dann von der Koralle aufgenommen werden und die die Eizellen in den Gonaden der Koralle befruchten. Die befruchtete Eizelle entwickelt sich dann bis zur Planula-Larve, die dann ausgestossen wird.

    Das Auftreten von Bruetern ist wild ueber die verschiedenen Korallenfamilien innerhalb der Scleractinia verteilt, d.h. man findet manche Acropora Arten die das machen, manche Pocillopora Arten etc.

    Zitat

    allerdings in nem extra becken und dann probieren ob sich die larven ansiedeln lassen, müsste doch möglich sein oder?

    Hi,

    das ist nicht so einfach wie es aussieht. Letzte Woche wurden A. hyacinthus Kolonien gesammelt und dann ein paar Tage spaeter das Laich-Festival abgewartet. Voraussetzung ist, das sowohl Eizellen als auch Spermatozoiden (also das von den Jungs ;)) abgegeben werden, so dass eine Befruchtung moeglich wird.

    Das Problem faengt mit dem Sammeln an. Die Eizellen sind verdammt empfindlich gegen Durckausuebung, d.h. wenn Du die mit einem normalen Gartenschlauch absaugst dann wars das. Also ist Luftschlau angesagt, und das ist muehselig bei 10tausenden von Eizellen.

    Innerhalb der ersten 48h ist die Mortalitaet ziemlich hoch, und man kann nur mit ganz langsamem Belueften eine sanfte Wasserzirkluation erzeugen. Allerdings stirbt in diesen 48h die Haelfte der Eizellen ab, und das verseucht dermassen das Wasser, das es die andere Haelfte ein paar Stunden spaeter auch dahin rafft.

    Also muss man ein riesen Wasservolumen nehmen (hier benutzen wir 500 Liter Rundtanks) und erst nach diesen 48 Stunden, wenn die Zellteilung eingesetzt hat und die Larven anfangen, einen oralen und aboralen Pol zu bilden (also Vorder- und Hinterende), kann man das System oeffnen und ganz langsam Frischwasser durchlaufen lassen.

    In geschlossenen Systemen wie wir das zu Hause haben glaube ich nicht, dass es was wird.

    Zitat

    Da dieses System so simpel und gut funktionierte richteten wir die vor knapp zwei Jahren dazugekommenen Aquarien ebenfalls mit Jaubert-Refugium ein.

    Hi Claudi,

    das ist es eben, was der Artikel impliziert, dass Jaubert-Becken nicht so gut funktionieren wie die anderen drei Systeme. Es gibt fuer jedes Aquariensystem zig Beispiele fuer gutes funktionieren und fuer nicht funktionieren. Und Eure funktionieren eben sehr gut.

    Deshalb bin ich von dem Artikel auch etwas enttaeuscht, weil ich wie gesagt gerade von Hovanec sowas nicht erwartet habe. Hovanec ist Mikrobiologe und hat einige interessante Sachen in Bezug auf Filterbakterien, deren Gemeinschatfszusammensetzung in Suess- und Meerwasseraquarien und deren Verteilung in Filtersystemen gemacht. Und als Biologe ist er da eben sehr gruendlich rangegangen. Alleine aus seinen Ergebnissen heraus laesst sich die Interpretation ableiten, dass die Unterschiedlichkeit zwischen individuellen Aquarien vor allem durch die immensen Unterschiede in den Bakterienzusammensetzungen und deren Verteilungsmustern im Aquarium/Filter begruendet ist.


    Zitat

    Steht mir vielleicht so nicht zu, aber daß ist genau das, was wir immer als "Anfahr-Bonus" bezeichnen

    Warum steht Dir das nicht zu? Ist doch so.

    Zitat

    Ich freu' mich echt schon, Dich in Sifi kennenzulernen

    Gleichfalls :smiling_face:

    Zitat

    Original von frankdreistein
    an Jörg:

    Gibt es von dir eigentlich Arbeiten im Netz?

    Deinen Vortrag von Sifi hab ich schon gefunden, den fand ich sehr sehr gut ;).

    Zwei Artikel aus Zeitschriften kenne ich auch:
    -einen in Anlehnung an den Vortag zusammen mit Knop
    -den, den Bernd erwähnte

    Hast du noch mehr veröffentlicht, vor allem in Richtung des Vortragsthemas (Nährstoffe, Farbigkeit,..)?

    Hi,
    zusammen mit Daniel Knop? In der Koralle laeuft gerade eine Artikelserie ueber Naehrstoffe, wenn Du das meinst, dazu hat Daniel Knop aber nur Fotos und tolle Grafiken beigesteuert. In "das Aquarium" ist eine vierteilige, ausfuehrliche Version ueber Farbigkeit und Photoakklimatisation erschienen, letztes oder Anfang dieses Jahr(?), geht etwas tiefer in die Materie, aber zu dem Sindelfingen-Bericht eine Ergaenzung (oder andersherum, der Sindelfingen-Bericht ist eher die Ergaenzung).

    Im Netz sonst noch nichts weiter, nein.

    Zitat

    Original von Bernd Quirbach
    Die Frage ist eher, welches Ergebnis er erhalten sollte :grinning_squinting_face:

    :D, sollte oder wollte?

    Am besten finde ich noch seine Schlussfolgerung:

    "To be successful, over the long term, one needs a large amount of live
    rock, a good lighting system, and an organic carbon removal system."

    "Um ueber lange Zeit ein Aquarium erfolgreich betreiben zu koennen, bedarf es einer grossen Menge Lebender Steine, einer guten Beleuchtung und einem FiltersSystem, das organischen Kohlenstoff entfernt."

    Hat das Peter Wilkens nicht schon vor zwanzig Jahren geschrieben :confused_face:

    Was mir auch in der Diskussion fehlte war der Zusammenhang zwischen gesamten organischen Kohlenstoff (total organic carbon, TOC) und der Gelbstoffproduktion im Jaubert-System. Bei einer so hohen Gelbstoff (= phenolische Verbindungen = ziemlich viel organischer Kohlenstoff) Produktion braucht man sich ueber hohe TOC-Werte nicht wundern. Da haengt man neue Aktivkohle (und keine gebrauchte Aktivkohle wie er sie benutzt hat) rein und nach 24 h ist der Spuk vorbei. Dazu braucht man auch keinen Abschaeumer oder andere TOC-entfernende Filtersysteme.

    Zitat

    Original von frankdreistein
    Wäre es da nicht angebracht richtig gute Artikel mal durch ein Übersetzungsprogramm laufen zu lassen und noch mal Korrektur zu lesen?
    So viel Aufwand ist das auch nicht...

    Hi,

    es gibt wirklich gute Artikel, die sind aber fast alle von einer Handvoll amerikanischer Meerwasseraquarianer geschrieben. Was eigentlich ja auch egal ist, will damit nur sagen dass dadurch nicht der Eindruck entstehen soll, die amerikanischen Kollegen seien besser.

    Wenn die Artikel teilweise wissenschaftliche Inhalte haben, dann werden daran die meisten Uebersetzungsprogramme scheitern. Bedenkt man alleine Mal die Vielzahl an aquaristischen Fachbegriffen, die wird man nicht so einfach in einem Uebersetzungsprogramm finden.

    Es wurden doch hier schon ein paar Mal englische Saetze oder Abschnitte aus Artikeln mit Hilfe solcher Programme uebersetzt, und dabei kam ziemlich viel Nonsens raus, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.

    Hi,

    von Hovanec halte ich eigentlich sehr viel, aber was er sich dabei gedacht hat... :confused_face:

    4 verschiedene Aquarien mit verschiedenen Filtersystemen fuer 160 Tage, da haette er das gleiche Ergebnis bekommen koennen, wenn er
    vier Berliner Systeme oder vier Jaubert-Becken miteinander verglichen haette. Als Biologe sollte er eigentlich von "experimental design"
    etwas mehr Ahnung haben. Klar, aus Zeitgruenden blieb ihm auch
    nichts anderes uebrig, bzw. er hatte wohl kein Platz um z.B. jeweils
    drei Becken je Aquariensystem aufbauen und messen zu koennen.
    Aber diese 160 Tage haette er sich auch mit was
    sinnvollerem beschaeftigen koennen.

    Jedes Filtersystem taugt fuer das erste halbe Jahr, vielleicht sogar noch
    laenger. Nach ein bis zwei Jahren stellt sich dann raus, was Sache ist,
    aber nicht innerhalb des ersten halben Jahres.

    Sieht man doch an dem Jaubert ganz deutlich, am Ende faengt das an
    "rumzuspinnen", haette er ein paar Wochen weitergemessen waehre
    das Jaubert-Becken wahrscheinlich auch wieder nitratfrei gewesen.

    Netter Versuch, mehr aber auch nicht.

    Was ich gut finde ist die Gliederung seines Artikels, wie es in wissenschaftlichen Artikeln Standard ist, denn gerade der
    Material & Methoden - Teil ist auesserst wichtig, damit man ueberhaupt
    nachvollziehen kann, was er da gemacht hat. Das vergessen viele Leute, wenn sie Experimente durchfuehren und ihre Ergebnisse dann veroeffentlichen.

    Zitat

    Original von Frank D
    Hallo Jörg,
    deine Zahlenangaben liegen mir in der Größenordnung so auch vor. Nur ich habe um 100% erhöhte Werte ermittelt.

    Hi Frank,

    ach so rum meinst Du das :grinning_squinting_face: Na dann, da braucht man auch keine Bilanz mehr aufstellen, die Fakten sprechen fuer sich.

    Ich halte ehrlich gesagt auch nix vom SNF, genauso wenig wie von vielen Ethanolbasierten Nitratfiltern, also mit heterotrophen Bakterien. Das sind alles tickende Zeitbomben, und wenn ich schon mehr Zeit in Technikkontrolle investieren muss als das ich den Fischen beim schwimmen zugucken kann, dann stimmt da meiner Meinung nach was grundsaetzliches nicht.

    Zitat

    Original von Frank D
    Zitat:
    Das Problem sind die Sulfationen, diese sollten nicht in das Becken gelangen. Deshalb die Überlegung: Wie fixiert man das Sulfat?

    ==> man hat mehrer gramm im Liter Sulfat, da stören die paar auch nicht mehr

    Zitatende

    Da zeigen Messungen an einer RFA aber ganz andere Ergebnisse. Woher stammen diese Aussagen und womit wurden sie belegt?
    .

    Naja, da muss ich ihm aber Recht geben. Der Sulfatgehalt von 35 psu Meerwasser liegt bei 28 mmol/kg, das sind umgerechnet 2,7 g/kg und nochmal auf Volumen bezogen 2.75 g/L.

    Es ist die Frage, wieviel Schwefelsaeure die schwefeloxidierenden Bakterien produzieren, dazu muesste man eine Bilanz aufstellen und dazu haette ich keine Zeit und Lust. Ich nehme an dieser Detlef zweifelt die SChwefelsaeureproduktion an, weil er nicht peilt dass Bakterien elementaren Schwefel oxidieren. Klar, ohne Bakterien koennte ich lange warten, bis daraus mal Schwefelsaure entsteht.

    Ob Gips ausfaellt oder nicht, weiss ich nicht. Kommt drauf an wie hoch die Ionen konzentriert sind. Viel kann aber an Calciumsulfat nicht ausfallen, sonst haetten die Leute keine Calciumprobleme in ihren Becken.

    Bei der in diesem Forum beschriebenen Loeslichkeit von Calciumsulfat in Meerwasser frage ich mich allerdings, wieso wir bei 2.7 g/L Sulfat und 400 mg/L Calcium ueberhaupt noch Calcium im Becken haben?

    Hi,

    zum Thema Nachzucht von Meeresfischen habe ich gerade heute morgen einen interessanten Artikel im Reef Encounter (das ist die Zeitschrift der Internationalen Gesellschaft fuer Riff Studien: International Society for Reef Sudies) gelesen. Autoren sind Maggie Watson und Robert Power.

    Dabei geht es darum, frisch geschluepfte Larven von Rifffischen mit simplen Methoden zu fangen bzw. aus dem Meer herauszufiltern und dann in einem Mesokosmos (= abgegrenztes Aquakultur-System im Meer) oder einem offenen System an der Kueste zu einer bestimmten Groessse heranzuziehen und fuer den aquaristischen Markt als auch fuer "Riffaufforstung" in ueberfischten Gebieten anzubieten.
    Die Auswahl an Fischen, die bereits derart nachgezogen (wohlbemerkt mit simplen Methoden und finanziell unaufwendig) wurden erstreckt sich von Druecker- und Kofferfischen, SChnappern, Doktorfischen ueber Falterfische bis hin zu Riffbarschen.

    Die Idee halte ich fuer nicht schlecht und Projekte dazu laufen auch schon seit einiger Zeit. Es scheint guenstiger zu sein als Fische aktiv zu fangen und zwischenzuhaeltern, v.a. sind diese Fische nicht mit Cyanid- oder Dynamit gefangen (wobei Dynamit zum Fischfang fuer den Aquarienhandel sowieso nicht taugt).

    Problem ist allerdings meiner Meinung, das die Ernaehrung dieser Tiere mit natuerlichem Plankton erfolgt, d.h. die Fische muss man trotzdem erst mal an Ersatzfutter kriegen, soonst bringt das auch nicht viel.

    Hi Andreas,

    wenn man mit Schwefelsaeure (H[T]2[/T]SO[T]4[/T]) Calciumcarbonat (CaCO[T]3[/T]) = Kalk loest, dann werden dabei gleiche Mengen (aequimolare Mengen) Calcium und Carbonat freigesetzt sowie Sulfat (SO[T]4[/T][H]2-[/H]) ("Schwefelsulfat" gibt's nicht) und Protonen. Allerdings reagieren die Protonen sehr wahrscheinlich mit dem Carbonat zu Kohlensaeure (H[T]2[/T]CO[T]3[/T]), und unter Abspaltung von Wasser kann gasfoermiges CO[T]2[/T] austreten, weil der pH-Wert selbst in der Kalksaeule moeglicherweise niedrig genug ist, um das zu ermoeglichen).

    Wenn CO[T]2[/T] ausgast, dann verbleibt Calcium und Sulfat im Wasser, da hast Du vollkommen Recht. Allerdings sind beide Ionen in Meerwasser gut loeslich. Das Calcium erhoeht den Calciumgehalt, weil aber CO[T]2[/T] ausgast wird die Karbonathaerte nicht unbedingt ansteigen. Das fuehrt dann zu den bislang oefters geschilderten Beobachtungen, dass SNF Betreiber mit hohen Calciumgehalten und niedrigen Karbonathaerten zu kaempfen haben und den Calciumgehalt nicht runter kriegen.

    Zum Gips. Wuerdest Du Dein Becken austrocknen lassen, wuerdest Du zwischen allem verbleibenden Gips finden. Aber wie gesagt, sowohl Calcium als auch Sulfat sind beides Hauptkomponenten von Meerwasser. Wenn Du es so willst, ist Meerwasser voll mit Gips, daraus resultieren letztlich auch Gips-Abbaugebiete.

    Das ist ganz natuerlich und alles andere als spektakulaer.

    Richtig ist, das man beim Betrieb eines SNF mit der Freisetzung von Sulfat eine Ionenverschiebung gegenueber Chlorid und anderen Anionen hervorruft. Das heisst hier ist oft Wasserwechsel angesagt. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wenn man regelmaessig Wasser wechselt ist es doch wurscht ob da ein bischen mehr oder weniger Sulfat im Becken ist.

    Hallo Nevaza,

    noch eins wegen der Faeulnissache im Bodengrund:

    viele Leute haben Angst, im Bodengrund koennten derart sauerstoffarme Bedingungen herrschen, das dort Sulfid entsteht. Sulfid (S[H]2-[/H]) ist ein gifitges Gas, das entsteht, wenn Bakterien Sulfat reduzieren. Sulfid ist vor allem fuer Fische sehr giftig, weil es mit dem Blutfarbstoff Haemoglobin (wichtig fuer den Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport im Blut) reagiert und die Fische schlicht und einfach daran "ersticken".

    Es ist zwar durchaus richtig, dass in einem hohen Bodengrund Sauerstoffarmut herrscht, allerdings tritt Sulfatreduktion erst dann auf, wenn alles Nitrat im Boden verbraucht ist und auch nur dann, wenn ausreichend viel organischer Kohlenstoff (als Abbauprodukte von toten Algen und Tieren) vorhanden ist. Also dann, wenn der Boden richtig verdreckt ist. Normalerweise findet man Sulfatreduktionsraten im Aquarium, die vernachlaessigbar gering sind. Ausnahmen sind dabei fehlfunktionierende Nitratfilter, aber das braucht Dich im Moment noch nicht zu interessieren :winking_face:

    Im Riffaquarium herrscht eine gute Stroemung und die Sedimentoberflaeche wird mehr oder weniger gut mit sauerstoffhaltigem Wasser versorgt. Dabei tritt ein derartiger Sauerstoffmangel in der Regel nicht auf.

    Ich wuerde Dir empfehlen, den Live Sand (wie Sabine sagte, den bitte nicht auswaschen, sondern direkt von der Tuete ins bereits mit Meerwasser befuellte Aquarium geben) oder alternativ anderen feinen Korallensand 2-3 cm hoch zu schichten. Dabei sollten die ersten 1-2 cm mit Sauerstoff angereichert sein. Wenn Du zudem noch einige grabende Tiere wie Grundeln (Phalema- oder Valencienna-Arten) pflegst, die den Bodengrund regelmaessig durchwuehlen, solltest Du diesbezueglich keine Probleme bekommen.

    Ich kenne ehrlich gesagt niemanden der mit einem "normalen" Bodengrund im Aquarium Probleme mit Sulfatreduktion bekommen hat.

    Das Buch von Gohr kenne ich leider nicht, ich wuerde Dir auch Fossa&Nilsen Bd. 1+2 ans Herz legen, und die wirklich gut durcharbeiten. Dann solltest Du was Aquarienbiologie und Wasserchemie angeht fit sein.

    Ja, wenn es kalkhaltiges Material ist dann wird es sich leicht sprudelnd aufloesen (das was da an Gas entweicht ist CO[T]2[/T]).

    Wenn es sich nicht aufloest, dann ist es was anderes, irgend welche Oxide oder Hydroxide. Tippe aber mal auf Kalk. Was fuer ein Kalkmaterial nutzt Du denn im Reaktor?


    Ein guter Geist hat die Formatierung angepasst

    Zitat

    Original von nezava
    PS: Euer Forum ist spitze! :grinning_squinting_face: Was haben die Menschen bloß früher ohne Internet gemacht?!

    Selber ausprobiert und Fehler immer wieder neu gemacht :grinning_squinting_face:

    Ich wuerde den Sand auf alle Faelle auswaschen, und Osmosewasser ist eigentlich sehr gut, denn je nach Phosphatbelastung im Leitungswasser kannst Du Dein Sediment schon vor dem Einbringen ins Aquarium mit Phosphat beladen, vorausgesetzt das Leitungswasser ist phosphathaltig.
    Von daher nimm Osmosewasser, ist besser.

    Ich weiss nicht, ob dass Abriebpartikel sind. Wenn der pH-Wert sauer ist geht Kalk in Loesung, aber da reibt nicht grossartig was ab, und wenn, dann wuerde das auch in Loesung gehen. Haengt vom Modell ab, was fuer einen Kalkreaktor hast Du denn laufen?

    Wenn Du Deinen Calciumgehalt nicht hoch bekommst, dann wundert mich das nicht, weil Du Dir wie gesagt den geloesten Kalk sofort wieder ausfaellst.

    Das muss aber nicht unbedingt normal sein. Das Auslaufwasser ist mit Calcium und Carbonat derart angereichert, dass es einfach nicht stabil sein kann wenn es die Saettigungsgrenze in diesem Behaelter uebersteigt.

    Die Kalkloesung haengt von der Blasenzahl ab, je mehr CO[T]2[/T] Du reinpumpst, desto mehr wird auch geloest, und wenn das Geraet eine CO[T]2[/T] - Rueckfuehrung hat, dann wird das ganze noch intensiver.

    Wenn Du schreibst, welchen Kalkreaktor Du benutzt, kann der ein oder andere dazu vielleicht was sagen. Ich selbst benutze keinen Kalkreaktor.

    Zooxanthellen sind auch Algen...

    vor ein paar Wochen habe ich vereinfacht gesagt den Korallen- und Zooxanthellenstoffwechsel fuer 24h in Acropora millepora gemessen. So bald das Licht ausgeht schalten die Zooxanthellen auf einen erhoehten aeroben Stoffwechsel um und fangen verstaerkt an zu atmen (verbrauchen als Sauerstoff und geben Kohlendioxid ans Wasser ab). Ich wuerde das nicht unterschaetzen mit dem Sauerstoffgehalt in der Dunkelphase.

    Hi Nico,

    ich halte einen Beleuchtungswechsel im Moment fuer falsch, das wird Dir nur noch mehr Probleme bringen. Ich weiss nicht wie alt Deine Brenner sind und ob sie reif fuer einen Wechsel sind.

    Aber gerade das Dinoflagellatenproblem laesst sich - zumindest im Moment - von niemanden so richtig einordnen, zumindest was Ursache(n) anbelangt. Bei der Bekaempfung sieht das wieder anders aus, da gibt es Wege und Mittel.

    Moeglicherweise hat der Haendler darauf getippt, dass die Dinoflagellaten aufgetaucht sind, weil die Brenner zu alt sind. Aber gerade der Tip mit den 14000 K Brennern (welcher genau) macht mich stutzig. Du kannst bei dem Dinoflagellatenproblem jeden Brenner drueber haengen und das wird die nicht kratzen. Gerade wenn er Dir den Aquaconnect Performance Brenner verkaufen will, der hat so einen hohen Blauanteil, damit schiesst Du Deine Dinoflagellaten in den siebten Himmel, so sehr werden die sich ueber das neue Licht freuen.

    Zitat

    Original von kenny Ich habs von Michael als Tip bekommen, er meinte ich sollte mal mit Kalkwasser versuchen Calcium auszufällen. Wohl wegen der hohen Karbonhärte des Kalkwassers. Man lässt ja nix unversucht :winking_face:

    Nein, wegen des hohen pH-Wertes! In Calciumhydroxid sind keine Carbonate drin. Der pH-Wert einer gesaettigten Calciumhydroxidloesung liegt etwa bei 12. Bei dem pH-Wert ist Calciumcarbonat bzw. Calciumhydrogencarbonat im Aquariumwasser nicht mehr stabil und faellt als Kalk oder Calciumphosphat (was das Calciumion gerade erwischt) aus. Das senkt dann den Calciumgehalt und gleichzeitig auch die Karbonathaerte, weil Calcium mit Carbonat ausfaellt.

    Aber noch ein Nachtrag:

    das passiert, wenn man die Kalkwassermethode abends anwendet, wenn der pH-Wert ohnehin durch die Photosynthese sehr hoch ist. Sinnvollerweise benutzt man die Kalkwassermethode morgens, wenn der pH-Wert niedrig ist.

    Ich gehe auch eher mal davon aus, dass Du Michael falsch verstanden hast und Du mit dem Kalkwasser Phosphat ausfaellen sollst. Oder ist Dein Calciumgehalt zu hoch?

    Zitat

    Original von Uncle Tom
    Hallo Gabor,

    Kalk ist das Element, welches ausfällt.

    Hi,
    Kalk ist Calciumcarbonat, CaCO[T]3[/T]. Und das ist kein Element sondern eine ionische Verbindung aus Ca[H]2+[/H] und CO[T]3[/T][H]2-[/H].

    Im Kalkreaktor wird Kalk mit Hilfe einer Saeure (CO[T]2[/T]) geloest, d.h. am Auslauf hat das Wasser geloeste Calciumionen und geloeste Carbonationen. Durch das viele Carbonat ist entsprechend die Karbonathaerte im Auslaufwasser sehr hoch. Wenn sich dieses Auslaufwasser mit dem Beckenwasser hinter dem Auslauf vermischt, dann kann es aufgrund des hoeheren pH-Wertes des Aquariumwassers zu einer Ausfaellung von Calciumcarbonat = Kalk kommen. D.h. was Du muehsam aufloest faellt Dir sofort wieder aus.

    Vielleicht faehrst Du den Kalki etwas zu hoch? Hast Du oft SChwankungen in der Karbonathaerte?

    Zitat

    Original von Jörg Griem
    76g Ca(NO[SIZE=7]3[/SIZE])[SIZE=7]2[/SIZE]+4H[SIZE=7]2[/SIZE]O (Calciumnitrat) auf 500ml Destwasser.
    Ergibt eine Lösung mit einer Konzentration von 80mg NO[SIZE=7]3[/SIZE]/Liter.

    In einem AQ mit netto 800 l reichen 10 ml um den NO[SIZE=7]3[/SIZE] Gehalt um 1 mg/l anzuheben.


    Hi,

    da hat sich ein kleiner Tippfehler eingeschlichen, Deine Stammloesung hat ca. 80 g NO3-/L!
    Das kommt dann bei 10 mL/800L mit der Erhoehung von 1 mg/L hin.

    Zitat

    Je nach Feinheit des Sandes beträgt die Sauerstoffeindringtiefe nur
    wenige mm.

    Also wird auch die Denitrifikation im anschließenden Bereich stattfinden.
    Ich habe selber ein kleines Becken mit einem sehr feinen Sandboden, der rund 3 cm hoch ist. Dieser Sandboden denitrifiziert bekommt jedoch an manchen Stellen ab ca. 2 cm Tiefe Ansammlungen kleiner schwarzer Stellen, also ungewünschte anaerobe Bereiche, in denen Ammonifikation und keine Denitrifikation mehr stattfindet.

    Zur Eindringtiefe, dass haengt von der Stroemungsgeschwindigkeit und die Stroemungsart ueber dem Sediment ab. Jens Kallmeyer hatte Sindelfingen letztes Jahr einen netten Quicktimer gezeigt, wo ein Farbstoff in ein Sediment mit Korngroesse von 1 um 1,5 - 2 cm eindringt.
    Von daher ist das immer relativ.

    Schwarze Stellen = Sulfatreduktion! Da wo Sulfatreduktion anfaengt ist kein Nitrat mehr da, von daher auch keine Nitratammonifikation oder Denitrifikation!
    Ich habe es ehrlich gesagt noch nie erlebt, das in einem Aquarium Nitratammonifikation vorkommt, zumindest in messbarer Hoehe. Und wenn dann wird das Ammonium, wenn es von der anoxischen in die oxische Schicht kommt sofort wieder zu Nitrat oxidiert. Kommt irgendwie auf das gleiche raus.

    Hi,

    PAR Strahlung ist relativ! Es umfasst letztlich den sichtbaren Spektralbereich zwischen 400 - 700 nm, allerdings "belegt' jede Algengruppe aufgrund ihrer speziellen Pigmentgarnitur dieses PAR-Spektrum fuer sich selbst. D.h. ein Absorptionsspektrum von Rotalgen wuerde den Bereich zwischen 500-600 nm einschliessen, weil sie Photosynthesepigmente (Phycobiline) besitzen, die hier absorbieren.

    Bei Dinoflagellaten ist - was Photosynthese anbelangt - wie gesagt 430-480 nm wichtig und dann das bisschen zwischen 630-680, wo die Chlorophylle nochmal absorbieren. Aber ersteres ist am wichtigsten.

    Von daher nicht drauf reinfallen, wenn auf einem Brenner steht - emittiert PAR Strahlung - was ja i.d.R. nicht drauf steht, nur rein theoretisch.

    Deswegen immer wichtig die Emissionsspektren anschaunen und gucken was Sache ist. Ich kann Oliver Pritzel nur unterstuezen, wenn er davor warnt, subjektive Eindruecke von Aquarinern a la "der Brenner ist blau" und "der ist gelb" als Qualitaetsmassstab fuer Brenner XY zu nehmen! Leider redet er sich hier darueber den Mund fusselig, irgendwann wird er's aber wohl mal aufgeben.

    Zitat

    Original von kenny
    Ich habe mich für die Daylight Brennern entschieden weil die blos die Hälfte kosten wie die 10.000K Brenner oder gar die noch teureren 14.000K Brenner und weil sie angeblich ein besseres Lichtspektrum für die Photosynthese haben (farbige Acroporas wachsen ja auf dem Riffdach und eben nicht in 15m Wassertiefe ..)

    Welche sollen fuer die Photosynthese besser sein? Blaustrahlung ist fuer die Photosynthese wichtig, zwischen 430 - 480 nm. Da ist der Daylight-Brenner und auch der 10000 K BLV sehr mager, der sau teure 14000 K Performance von Aquaconnect wahrscheinlich guenstiger.

    Was bunte Farben anbelangt sollte der Daylight-Brenner jedoch einige Vorteile haben, Voraussetzung sind aber Blauroehren ohne Ende...

    Hi,

    unsere rezenten Suesswasserknochenfische (Teleostei) stammen aus dem Meer, von daher haben Suesswasserknochenfische in Suesswasser das Problem, das sie andauernd Wasser aufnehmen, weil sie in ihren Zellen eine hoehere Osmolaritaet besitzen als das Umgebende Wasser. Also produzieren sie einen stark verduennten Harn und versuchen so viele Ionen aus der Umgebung aufzunehmen, wie moeglich.

    Seewasserteleostei sind gegenueber Meerwaser hypoosmotisch, d.h., sie verlieren andauernd Wasser, folglich muessen sie Meerwasser trinken und haben dann das Problem, uebschuessige Ionen wieder los zu werden.

    Das wird u.a ueber sog. Chloridzellen in den Kiemen reguliert.

    Von daher ist es zwar spektakulaer, aber nichts unmoegliches, weil eben Suesswasserknochenfische urspruenglich aus dem Meer kommen.

    Hier mal so wie ich es gelernt hab:

    anaerob: bezeichnet die Lebensweise von Organismen unter Ausschluss von Luftsauerstoff (verallgemeinert also 02 = molekularer Sauerstoff)

    aerob: das Gegenteil..

    Anoxisch: Beschreibt den Zustand (z.B. eines Sedimentes) ohne molekularen Sauerstoff.

    Oxisch: wieder das Gegenteil.

    Der wichtigste Unterschied dabei ist das der Begriff 'anaerob' bzw. 'aerob' eine Lebensweise beschreibt, 'anoxisch' bzw. 'oxisch' aber einen Zustand.
    Das erste ist ein Adverb, das zweite ist ein Adjektiv!

    Allerdings weiss ich, dass in der Abwasserreinigung 'anaerob' so definiert ist, dass es sowohl molekularen als auch gebundenen Sauerstoff ausschliesst, waehrend sich 'anoxisch' lediglich auf molekularen Sauerstoff bezieht.

    Vielleicht kann man sich darauf einigen, bevor noch mehr durcheinander kommt. Zum Beispiel ist der Nitratstickstoff komplett hochoxidiert und nicht reduziert, wurde oben auch irgendwo geschrieben.

    Ehrlich gesagt spielt es hierbei aber keine grosse Rolle, Fakt ist, das die Denitrifikation dort stattfindet, wo ein Sauerstoffmangel besteht. Und das passiert, wie schon richtig gesagt, in jedem Biofilm.

    Es gibt aber einen Unterschied zwischen grosser aeusser Oberflaech und einer inneren Oberflaeche.

    Ein Sandkorn, das mit einem Biofilm ueberzogen ist, hat eine relativ begrenzte anaerobe Schicht, waehrend ein Stueck Korallenbruch aussen mit Biofilm ueberzogen ist, aber noch eine riesige anaerobe innere Oberflaeche aufweist. Das gleiche gilt fuer Lebende Steine.

    Das ist also ein Unterschied. Wenn man ein Deep-Sand-Bed mit super feinem Sand hat, dann wird man Denitrifikation wahrscheinlich erst nach 2-3 cm Sedimenttiefe messen koennen. Waehrend in einem Jaubert-Becken mit 2 cm groben Korallenbruch Denitrifikation in vielleicht gar nicht unerheblichen Mengen im ersten cm der Sedimentsaeule ablaueft.

    Zitat

    Original von aquadody
    ich habe nochmal etwas weiter gesucht und bin da auf "soil extract" gestoßen, das zeugs wird ja mit einfachem mutterboden angesetzt und dann sterilisiert und gefiltert, wenn ich das richtig verstanden habe, was sol dieses extract denn bewirken?

    Ja, nennt sich auch 'ErddeKokt'. Der Boden wird autoklaviert und nach der Filtration der Sud in kleinsten Mengen einer Naehrloesung beigegeben.

    Was das soll? Weiss niemand, funktioniert aber. Man kriegt damit so manch ein Wasserpflaenzchen zum gedeihen, ohne das es nicht so richtig waechst.

    Wie gesagt, kann Dir niemand sagen was es genau ist.