Beiträge von Armin Glaser

    Hallo Kai,

    willkommen im Meerwasser :grinning_squinting_face:
    Du gehst in deinen Berechnungen von Süßwasser aus, daher bedarf es einiger Korrekturen.

    1. Der Begriff "Karbonathärte" bezieht sich auf Süßwasser, wo Calcium und Carbonate in einem gewissen Gleichgewicht
    vorliegen und man diese Karbonathärte durch Erhitzen entfernen kann, wieso sie dort auch temporäre Härte genannt wird.
    Im Meerwasser sprechen wir von und messen wir Alkalinität. Diese ist (vereinfacht) so definiert:
    2x[CO3--] + [HCO3-] + [OH-] - [H+]. Hier spielen daher auch Hydroxid-Ionen und Protonen eine Rolle.
    Es gibt zwar auch den (selten verwendeten) Begriff "Carbonatalkalinität". Der hilft uns in der Aquaristik aber nicht weiter,
    weil wir die nicht messen können.

    2. Im Meerwasser funktionieren auch so einfache Formeln zur CO2-Konzentrationsberechnung nicht, wie du sie verwendest.
    Hier musst du mit Modellierungen arbeiten (es kommt übrigens 0,97 mg/l CO2 raus, gar nicht so weit entfernt von deinem Wert.)
    Vor ein paar Jahren hätte ich dir noch mein Seminar "Geochemische Gleichgewichtsmodellierungen" anbieten können,
    da haben wir solche Berechnungen gemacht. Aber schau mal in den "Ratgeber Meerwasserchemie" da findest
    du auch einiges zum Unterschied Süß-/Meerwasser.

    Zum Thema Kalium: Wer oder was soll solche Mengen Kalium in deinem Aquarium verbrauchen? Die meisten
    Aussagen dieser Art beruhen auf ungenauen Messungen. Wie hast du deinen Kaliumverbrauch ermittelt?

    Hallo orcafan,

    für die von dir ermittelten fehlerhaften Werte gibt es 3 mögliche Ursachen:

    1. die Referenzen
    2. die Tests
    3. die Durchführung der Messungen

    zu 1.: bei Referenzen namhafter Hersteller wie Gilbers oder Fauna Marin kannst du dich mit fast 100%iger Sicherheit
    auf die angegebenen Werte verlassen. Sie bieten außerdem die Garantie, dass sie auf Meerwasser basieren,
    so dass sich ihre Ergebnisse auch tatsächlich auf Meerwassermessungen übertragen lassen.
    Verdünnungen können aber die Ergebnisse beeinflussen, da dann keine Meerwassermatrix mehr vorhanden ist.

    zu 2.: auch bei den Tests solltest du auf den Hersteller achten. Tropic Marin ist ein positives Beispiel, ich habe vor
    einigen Jahren deren Ca/Mg-Test überprüft und bin auf Abweichungen unter 2% bei beiden Werten gekommen.

    zu 3.: die mit Abstand größte Fehlerwahrscheinlichkeit liegt in der Anwendung. Gerade die Interpretation von
    Farbumschlägen erfordert viel Übung. Auch die Ermittlung der optimalen Lichtquelle, die eine Kombination
    aus objektiv geeignetem Licht und der subjektiven Farbinterpretation des Anwenders darstellt, ist nicht trivial.
    Ein Test wie du ihn durchgeführt hast, dient daher vor allem der Überprüfung der eigenen Anwendung.

    Zum Thema "eigener Standard": ohne Laborerfahrung kannst du so ein Projekt vergessen. Allein die korrekte
    Dosierung des Magnesiums ist derartig tricky, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Schau einfach mal in einem Chemiebuch
    nach dem Thema "Urtitersubstanzen", dann bekommst du eine Vorstellung davon, wie groß die Aufgabe ist,
    die du dir vorgenommen hast.

    Hallo Kai,

    Carbonatüberschuss kannst du nicht mit Kalkwasser kompensieren! Sowohl das Kaliumhydrogencarbonat als
    auch das Kalkwasser führen Alkalinität zu. Statt zu kompensieren ADDIEREN sich die beiden Komponenten. Das
    kannst du leicht mit einer Alkalinitäts(KH)-Messung feststellen.

    423 mg/l Kalium sind nicht niedrig, sondern zu hoch! Der natürliche Kaliumgehalt liegt bei Salinität 35 bei 408 mg/l.
    Höhere Konzentrationen können für empfindliche Organismen gefährlich werden.

    Hallo Mark,

    es gibt einige elektronische Messverfahren:
    - die schon genannten Hanna Checker. Du brauchst mehrere davon, trotzdem sind sie die billigste Alternative.
    - der Söll AquaCheck. Vielseitiger, besser und teurer als die Hanna-Geräte.
    - Photometer plus die zugehörigen Tests z.B. von Macherey-Nagel. Sehr gut und sehr teuer.

    Dann gibt es noch ein paar spezielle Laborverfahren (IC, HPLC usw.) für die du aber eine chemisch-technische
    Ausbildung oder Assistentin haben solltest.

    Hallo Mark,

    so gründlich wie du die Tröpfchenmethode betreibst würde ich sie als Ursache ausschließen. Es scheint sich
    eher um ein Fang- oder Transportproblem zu handeln. Ich selbst hatte auch schon Pech mit einer Dolabella.
    Eine Aplysia, die ich selbst halbtot am Mittelmeerstrand aufgesammelt hatte, hielt dagegen lange bei mir.
    Sie würde wahrscheinlich heute noch Salat aus der Hand fressen, wenn sie nicht irgendwann der Teppichanemone
    zu nahe gekommen wäre.

    Hallo Guido,

    das ist wirklich eine interessante Überlegung!

    Natürlich bedeutet weniger Licht auch weniger Wachstum. Die Frage ist, wie viel Wachstum brauchst du ? Am Anfang
    freut man sich über jeden Millimeter, wenn ein Aquarium aber mal richtig eingelaufen ist wünscht man sich oft,
    dass die Korallen langsamer wachsen würden.

    Und schlechtes Wetter bzw. mal mehr und mal weniger Sonnenschein gibt es auch in den Herkunftsgebieten der Korallen.

    Hallo Enni,

    bei diesem Thema wirst du feststellen müssen, wie unglaublich beschränkt Fische sein können. Wenn sie heute
    etwas bekommen, was sie gestern noch nicht bekommen haben, kann es sein, dass sie es eine ganze Weile
    nicht akzeptieren. Und wenn sie das neue Grünfutter endlich akzeptiert haben, dann fressen sie plötzlich das
    nicht mehr, was ihnen gestern noch so gut geschmeckt hatte.

    In meinem Becken haben die Docs wochenlang gebraucht, um Grünfutter an einer zweiten Klammer, die einen Meter
    von der ersten Klammer entfernt hängt, zu akzeptieren.

    Hier hilft nur eins: Geduld.

    Hallo Anna,

    mit "sinnvoller Einsatz" meine ich eine gemischte Kost, die aus Algen und anderen cellulosehaltigen Nahrungsmitteln
    wie Salat usw. bestehen sollte. So kann man sowohl die herbivoren Fische als auch deren celluloseverdauende
    Bakterien den ganzen Tag beschäftigen, ohne dass die Gefahr einer Iodüberdosierung besteht.

    Hallo zusammen,

    die Luft schwächt das Licht nicht ab, selbst klares Wasser spielt in dieser Hinsicht bei unseren Beckentiefen keine
    wesentliche Rolle. Entscheidend ist, dass sich das Licht mit zunehmendem Abstand auf eine größere Fläche verteilt,
    wie es Bernd bereits beschrieb.

    Wird der Abstand zwischen Lichtquelle und Koralle z.B. von 15 auf 30 cm erhöht, dann ist die Beleuchtungsstärke an
    der Koralle nur noch ein Viertel der vorherigen. Dafür wird eine viermal so große Fläche ausgeleuchtet.

    Hallo Olaf,

    die Iodversorgung ist bei Meerwasserfischen auf Grund des Iodgehalts im Wasser normalerweise kein Problem.
    Auch in Trockenfutter, in dem Fischerzeugnisse enthalten sind, ist viel Iod enthalten.

    Algen sind eine sinnvolle Nahrungsergänzung, aber gerade der hohe Iodgehalt mancher Arten kann ihren Einsatz
    begrenzen, da die Iodzufuhr ins Aquarium sonst zu hoch wird.

    Hallo Thorsten,

    1 mg/l PO4 und 60 mg/l NO3 müssen kein Problem für Korallen darstellen, wenn sie schon länger daran gewöhnt sind.
    Dann reagieren sie mit dunkler Färbung auf solche Werte, nicht mit Absterben. Daher ist es wichtig zu wissen,
    seit wann die Werte so sind und wie sie vorher waren.

    Dass deine Korallen positiv auf Nitratzugabe reagieren, wundert mich allerdings. Hast du deine Nitrat- und Phosphat-
    messung mal mit einer Referenz überprüft?

    @Daniel: CarlRoth wird dir voraussichtlich keine Chemikalien verkaufen. Versuche es besser mal bei http://www.omikron-online.de

    Hallo Andy,

    was möchtest du genau wissen? Die CO2-Konzentration ist von vielen Faktoren abhängig, außer vom Besatz
    vor allem vom CO2-Gehalt der Umgebungsluft.. Den müsstest du zuerst messen, bevor du eine Aussage über
    eine Über- oder Untersättigung des Aquarium machen kannst.

    Hallo Alex,

    deine Theorie, dass durch die Abnahme der Abdeckung mehr CO2 aus der Zimmerluft ins Wasser gelangt, ist schlüssig.
    Ich freue mich immer wieder über die Mitteilung solcher Erfahrungen, die die Theorie bestätigen.

    Überlege mal, ob du den Raum evtl. besser belüften kannst. Die andere wichtige Maßnahme, die Luftzufuhr des Abschäumers
    von außen, hast du ja bereits verwirklicht.

    Hallo Torsten,

    Silicate sind ziemlich heikel bei der Leitwertmessung. Sie liegen hauptsächlich in einer Form vor, die den Leitwert
    gar nicht beeinflusst. Um wirklich sicher zu sein, bleibt dir nichts anderes übrig, als ab und zu Silicat im Ausgangswasser
    zu messen. Und dabei einen guten Silicattest zu verwenden.

    Einen Trost kann ich dir geben: mit der Zeit wirst du herausfinden, wie lange dein spezielles Harz unter deinen speziellen
    Bedingungen das Silicat zurückhält. Dann wirst du nur noch wenige Kontrollmessungen benötigen.

    Hallo Sven,

    bei der von dir genannten Konzentration müsste deine Lösung eigentlich lange haltbar sein, wenn du sauber genug arbeitest.
    Überprüfe deinen Arbeitsvorgang und die verwendeten Geräte (Aufbewahrungs- und Messbehälter, Spatel/Löffel usw.)
    Im Zweifelsfall ein anderes (reineres) Kaliumnitrat verwenden.

    Bei sauberer Arbeitsweise sind Nitrat- und Phosphatstandards ab 1.000 mg/l lange stabil.

    Hallo Alex,

    sei bitte vorsichtig bei deinen pH-Experimenten. Eine starke pH-Änderung stresst alle Aquariuminsassen.
    Sie können dabei sterben oder so geschwächt werden, dass sie Anfällig für den Befall mit z.B. Cryptocarion (Fische)
    oder Helicostoma (Korallen) werden.

    Ein Anstieg von 7,5 auf über 8,4 ist sehr viel! Hast du dein pH-Messgerät überprüft und kalibriert? Welchen pH misst
    du z.B. in Calciumhydroxidlösung?

    Hallo Sven,

    die Frage, wann mehr verbraucht wird, ist nicht die Entscheidende. Entscheidend ist, wann die Calcium- und
    Carbonatzugabe sinnvoll ist, bzw. wann sie zur Bildung von nicht verwertbaren Kalkablagerungen führt.
    Daher macht man die Zugabe morgens, vor dem Lichteinschalten, denn da ist der pH am niedrigsten.

    Das passt übrigens auch zu der heute meist vertretenen These, dass die Calcifikation vor allem tagsüber geschieht.

    Hallo Alex,

    das Kaliumhexacyanoferrat, das du meinst, ist nicht blau. Es wird erst blau, wenn es mit Eisen(III) zu Berliner Blau reagiert.
    Das wäre keine besonders geeignete Mischung: Cyanoferrat hat eigentlich nichts in einer Meersalzmischung
    zu suchen und die Fällungsreaktion mit Eisen würde dessen Verfügbarkeit deutlich verringern.

    Ich gehe eher von der Erklärung von Claude aus. Hier reagiert Iod mit irgendwelchen organischen Verbindungen.
    Dabei wird das Iod weniger verfügbar, was keine schlaue Idee ist. Und ich persönlich möchte in meiner Salzmischung
    gerne nur Meersalzkomponenten haben und keine "Wundermittel". Oder wenigstens den Hinweis, dass diese enthalten sind.

    Hallo Reinhard,

    so ist die Frage einfach zu beantworten: orientiere dich einfach an der 50%-Regel (1 Watt LED für 2 Watt T5).

    Natürlich gibt es Unterschiede in der Effizienz zwischen verschiedenen blauen LEDs, aber die sind sicherlich
    nicht größer als die Unterschiede zwischen verschiedenen blauen T5-Röhren. Und bisher hat es ja auch kein
    Problem gemacht, dass man die 80 W blau Röhre des Herstellers X nicht gegen eine 74,3 W Röhre des Herstellers Y
    tauschen konnte, sondern immer nur 80 W nehmen konnte.

    Empfehlen kann ich dir, Blau im Bereich von 440 - 480 nm (blue und royal blue) zu verwenden und kein als "UV-LED"
    bezeichnetes kurzwelligeres Blauviolett, da diese LEDs leistungsschwächer sind.

    Hallo Frank,

    dass das Salz ein einziger Klumpen ist, ist nicht wirklich schlimm, aber ärgerlich. Es weist auf falsche Lagerung
    bzw. ungenügende Verpackung hin. Ein Blauschimmer hat in deinem Salz nichts zu suchen. Alle sinnvollen
    Komponenten sind weiß bzw. farblos. Ich würde das Salz reklamieren.

    Hallo Reinhard,

    wo du Messwerte speziell für blaue Leuchtmittel findest kann ich dir gerade auch nicht sagen.
    Es wird dir wahrscheinlich nichts übrig bleiben als dir ein Messgerät wie das Apogee MQ200 zu besorgen
    und die Vergleichsmessungen selbst durchzuführen.

    Um was geht es dir dabei eigentlich? Vielleicht kommen wir ja auf einem anderen Weg zum Ziel.

    Hallo Lucil,

    wichtig zum Beurteilen sind deine Wasserwerte PO4 und NO3. Was du auf jeden Fall schon mal tun kannst, besorg
    dir eine handvoll Bodengrund aus einem funktionierenden Meerwasseraquarium. Damit kannst du dein Becken etwas beleben.

    Hast du genug Strömung im Becken?