Beiträge von Bernd Koberstaedt

    Hallo,

    komme erst jetzt dazu meinen Senf anzufügen.

    Generell würde ich raten, die Montipoa eher im unteren Beckenbereich zu platzieren. Zum einen braucht sie nicht so viel Licht und man könnte die oberen Bereiche für lichthungrigere Korallen reservieren, zum anderen wirken die recht schnell breiter werdenden Teller sehr stark schattierend. Ich würde sie daher entwender links der Lederkoralle im unteren Bereich, ca. 10 - 15 cm über Bodenhöhe oder auch auf der rechten Seite, rechts der Blasenkoralle, auch wieder ca. 1o cm über dem Boden, anbringen.
    Generell kannst Du davon ausgehen, dass sie, wie auch Hajo geschrieben hat, recht schnell wächst. Wenn sie etwas zu nah an der Frontscheibe wächst, brechen beim Scheibenreinigen schnell Stücke ab. Allerdings regeneriert sie auch an den Bruchkanten sehr schnell und es entstehen dann auch mehrscheibige Formen. Die Bruchstücke, manchmal nur 1 - 2 cm2 groß, wachsen selbst auf dem Boden recht schnell weiter. Also letztlich kein Problem, wenn sie angekabbert wird. Die Bruchstücke kannst Du dann an weiteren Stellen platzieren oder weiter geben.
    Ansonsten hat ja Hajo schon alles geschrieben. Scheiben bekommt man übrigens einigermaßen gut mit einer Nagelfeile los, wenn man mit der Spitze unter die Fußscheibe fährt und diese etwas anhebt. Mehrmals mit etwas Zeitabstand gemacht, lösen sie sich dann oft von ganz allein. So kannst Du sie dann auch weiterverschenken.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    die hell wirkenden Stellen kommen vom Foto. Die Aufnahme war tagsüber bei Seitenlicht gemacht worden. Gerade die Seriatoporas wachsen wie schon geschrieben überall, auch an sehr ungünstigen Stellen. Lediglich das Pink geht dann eher in eine rosa-braune Farbe über, aber vernesselt wurde nichts. Meine Korallen haben auch nirgends weiße Stellen.

    Ich teile Deine Meinung bezüglich unterschiedlicher Herkunft und Gewöhnung. Ich war vor wenigen Wochen aber am Great Barriere Riff und in Franz. Polynesien. Dabei konnte ich auch wieder beobachten - in den Lagunen vor allem auf freistehenden Steinblöcken - wie dicht und auch kleinräumig zig verschiedene Spezies auf kleinsten Flächen wachsen können und wie jeder Zentimeter ausgenutzt wird. Also kann man es tatsächlich probieren, sofern man es eben möchte. Da sind wir uns einig geworden. Bei extrem stark Nesselnden wie z.B. Galaxea würde ich natürlich auch zunächst größere Abstände halten, viele Korallen gewöhnen sich dann aber tatsächlich aneinander oder verlieren auch einen Teil ihrer Nesselfähigkeit.

    Mal sehen ob hier noch von anderen Erfahrungen berichtet wird.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hajo,

    grundsätzlich gebe ich Dir gern recht, aber die Frage des Themenstarters bezog sich auf die Hammerkoralle. Auf meinem 1. Bild links ist erkennbar, dass eine Montipora foliosa direkt neben einer Euphyllia (wenn auch glabrescens und nicht ancora) steht. Wie schon geschrieben, hat sie sogar deren Fußscheibe bewachsen. Auch eine Caulastrea wächst bei mir in direkter Berührung mit einer Montipora ohne gegenseitige Schäden (bei Bedarf kann ich auch noch genauere Fotos machen).

    Wo Du allerdings Schäden an einer Seriatopora ( an der hystrix oder caliendrum?) erkannt haben willst, kann ich nicht nachvollziehen. Beide wachsen wie Unkraut, das Becken ist voll davon und Schäden sind nirgends vorhanden.

    Aber was soll´s. Cilaris kann sich ja selbst ein Bild machen und entscheiden.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Falls Du die helle Stelle auf der blauen Acropora vorn meinen solltest, da ist ein Ast abgebrochen. Die flachen Köpfe der Acropora im Vordergrund stammen vom ursprünglichen Erreichen der Wasseroberfläche.

    Hallo,

    ich sehe keine Probleme. Meine M. foliosa und digitata wachsen im direkten Kontakt mit div. Korallen (SPS) und eine M.foliasa überwächst sogar die Fußscheibe einer Euphyllia glabrescens. Wenn sich etwas nicht verträgt, wird meist die Wuchsform umgeleitet, wobei die Montiporas meist der Sieger sind.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    das ist ja schon der Hammer. Erfahrungen hat da sicher niemand, aber ich würde nur Wasserwechsel machen und die lebenden Steine versuchsweise noch im Becken lassen. Letztlich wird es wohl auf die Chlorkonzentration und die Einwirkungsdauer ankommen. Vielleicht sind da Bereiche in den lebenden Steinen noch nicht durchdrungen worden.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Hans-Werner


    Stimmt nicht ganz, Bernd. Nichts gemessen bedeutet nur nichts gemessen. Es bedeutet a) nicht Null sondern nur "nicht nachweisbar" und b) kann es nicht gemessene Formen/Verbindungen des Nährstoffs im Wasser geben, wie z. B. Polyphosphate und organische Phosphate.

    Grüße

    Hans-Werner

    Ja, Hans-Werner, das ist natürlich richtig. Meine zugegeben stark vereinfachte Aussage bezog sich aber auf sein Cyanoproblem. Da Euer Mittel nicht weitergeholfen hat, war mein Vorschlag die Nährstoffverhältnisse eben einmal versuchsweise anzuheben.
    Die Diskussion um das ominöse Nährstoffverhältnis geistert ja schon einige Zeit durch die Foren. Nur definiert dies niemand! Korallenwelt vermutet immer zu viel Phosphat, Du hier zuviel Nitrat, Anlehnungen an das Redfieldverhältnis werden auch abgelehnt. Die von Dir einmal gepostete Dipl.Arbeit von Schruebbers hat z.B. keine signifikante Auswirkungen des Nitrates auf das Wachstum gezeigt, eine andere beschreibt vor allem physikalische Einwirkungen.
    Daher bleibt mein Vorschlag zum systematische Vorgehen nach dem Prinzip Versuch und Irrtum. Den Vorschlag von Armin würde ich z.B. auch aufgreifen. Aber man kann natürlich mit Cyanos auch leben, wobei ein Jahr schon fragwürdig ist.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Die Bakterienzugabe aufgrund des Vorschlages von Jörg würde ich natürlich weiterlaufen lassen. Oft hilft dies ja auch. Aber eben nur eine Maßnahme in Ruhe zu Ende führen.

    Nichts gegen das Produkt, aber Hauptzweck des Mittels ist doch wohl die Reduzierung der Nährstoffe auf ein ausgeglichenes Verhältnis. Aber irgend woher müssen sie ja auch kommen. Richtig gemessen und Ergebnis Null bedeutet eben auch Null.


    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von autoseam
    Hallo Bernd, danke für deine Beteiligung. Das Problem an dem Futter ist, dass Hans Werner von einer zusätzlichen Fütterung beim Einsatz von NP bactobalance eindeutig abrät. Das Mittel soll ja einen niedrigen Nährstoffwert mit einem ausgeglichenen N/P Verhältnis gewährleisten.

    Dann lass das Mittel doch einfach einmal weg, wenn Du die Cyanos nicht in den Griff bekommst. Die Zugabe div. "Universalmittel" sehe ich ohnehin kritisch und von irgend etwas an Nährstoffen müssen die Korallen ja auch leben., zumal wenn alle Werte auf Null sind.
    Den Einwand von Korallenwelt bezüglich des Bora Bora Sandes kann ich teilen. Da weiß man auch nicht genau, was man alles ins Becken kippt. Allerdings waren die Cyanos ja auch schon vorher vorhanden.
    Ich selbst verwende Korallenkies Körnung 2 - 3 mm (der auch Phosphate enthalten kann). Der Bodengrund befindet sich schon über 10 Jahre im Becken, ohne Cyanoprobleme.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    die Diskussion zum Bodengrund wurde auch kontrovers geführt. Wie Du schon geschrieben hast, wurde der Bodengrund ja vor nicht allzu langer Zeit schon gewechselt, ohne dass ein durchschlagender Erfolg eingetreten ist. Es macht keinen Sinn diesen ständig zu tauschen (wobei ich allerdings kein Freund eines allzu feinen Bodengrundes bin). Auch zeigen Deine geposteten Wasserwerte nichts Auffälliges.

    Trockenfutter verwenden viele Aquarianer - ich auch - ohne damit Cyanoplagen auszulösen.

    Aber alle Hinweise sind eben nur Spekulationen. Versteife Dich nicht auf das Phosphat! Wie bereits geschrieben, in der Ostsee treten Cyanoplagen regelmäßig in phosphatarmen Zeiten auf.

    Sauerstoffeintrag kann man auch ohne Abschäumer erreichen. Viele Becken werden ja ohne ihn betrieben.

    Alle Deine Angaben deuten schon auf zu niedrige Nährstoffverhältnisse hin. Ich würde jedenfalls versuchen Nitrat auf ca. 1 mg/l und Phosphat auf ganz schwach messbare Werte - etwa 0,02 mg/l - einzustellen. Wenn Du die Abschäumerleistung nicht reduzieren willst, dann versuch es doch einmal mit der Zugabe eines flüssigen Korallenfutters.
    Aber nochmals: Unbedingt alle Veränderungen nur nach und nach durchführen, Wirkungen gut beobachten und für Dich dokumentieren.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,

    Deine Anmerkung zum Futterautomat lässt sich für mich nicht ganz einordnen, aber die grünen Cyanos treten oft in nährstoffarmen Verhältnissen auf. Dafür sprechen auch Deine Wasserwerte. Ob die damalige Nitratzugabe tatsächlich der Auslöser war, scheint mir eher unsicher.
    Ich würde zunächst einmal die Abschäumerzeit reduzieren und die Wirkung beobachten. Wie schon geschrieben, immer systematisch beobachten und vorgehen!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Kevin,

    informiere Dich einmal über die neuen Color Elements von Fauna Marin. Sie sind bei mir das erste Mittel, welches tatsächlich eine deutliche Verbesserung der Farben gebracht hat. Zur Ernährung der Korallen soll außerdem als Neuheit in den nächsten Tagen Reef Vitality auf den Markt kommen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    langsam kommen Torsten und ich uns näher. Natürlich könnte ein großes Phosphatangebot ein Auslöser für die Massenvermehrung der Cyanobakterien sein, weshalb man diese Möglichkeit durchaus auch prüfen sollte. Aber insgesamt ist die Situation eben viel zu komplex, als dass man allgemein verbindliche Empfehlungen geben könnte.
    So treten Cyanoplagen in der Ostsee z.B. ausgerechnet in phosphatarmen Phasen, wenn dies im Spätjahr bereits stark abgebaut ist, verstärkt auf. Eine ganze Reihe von Stämmen kann im Zellinneren auch Phosphat speichern und in Mangelzeiten abrufen. Dann gibt es Cyanos, welche zur Stickstoffixierung in der Lage sind; gerade aber die in den Aquarien häufigsten Formen sind es dagegen wiederum nicht. Es gibt Untersuchungen, wonach physikalische Kräfte wie z.B. starke Strömung den Zusammenschluss der einzelnen Bakterien zu Matten fördern, aber manche Aquarianer haben ihre Cyanos auch mit starker Strömung "wegblasen" können.
    Insgesamt ist dieser Wirrwar auch kein Wunder, denn mit der Massenvermehrung der in Aquarien immer vorhandenen Cyanos beschreibt man nur ein äußerlich gleichartiges Bild, ähnlich wie mit der Bezeichnung Krebs für eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheiten. Dies liegt einmal an der Vielzahl der verschiedenen Cyanogattungen und Stämme (die Taxonomie ist hier auch ein einziges Wirrwarr mit häufigen Revisionen), wobei bei weitem nicht alle im Aquarium vorkommen, zum anderen aber auch an deren extremen Anpassungsmöglichkeiten. Schließlich gehören diese Bakterien zu den wichtigsten Urformen der Evolution, die sich an nahezu sämtlich denkbare Lebensräume erfolgreich anpassen konnten.

    Insgesamt kann man es auf den gemeinsamen Nenner bringen, dass eine derartige Massenvermehrung auf eine Störung im mikrobiologischen Gleichgewicht zurückzuführen ist, wobei nicht nur das System Aquarium betroffen sein kann. Auch in der Natur gibt es regelmäßig derartige Erscheinungen. Leider ist aber der Mikrokosmos viel zu komplex, als dass wir alle Zusammenhänge erfassen können. Daher müssen wir, wie es hier z.B. auch schon von Hans-Werner Balling formuliert wurde, akzeptieren, dass bisher niemand die einzelnen Ursachen richtig weiß!

    Leider hilft dies in der Praxis auch nicht unbedingt weiter, aber man kann mit Ruhe und systematischem Vorgehen nach dem Prinzip "Versuch und Irrtum" das Problem durchaus in den Griff bekommen. Schließlich hat es die überwiegende Zahl der Aquarianer noch immer irgendwann geschafft. Nur weshalb, können die meisten nur vermuten.

    Zunächst macht es aber immer Sinn, sein Becken in eine möglichst stabile Lage mit den allgemein bekannten möglichst optimalen Wasserwerten zu bringen. Alle Zugaben oder Veränderungen sollte man für sich dokumentieren, denn die positiven wie negativen Wirkungen treten meist erst mit großem Zeitverzug auf. Bei einer Cyanoinvasion sollte man also genau wissen, was man in der Vergangenheit gemacht oder verändert hat.
    Hier liegt dann schon der erste Ansatz für Korrekturen.
    Völlig falsch ist der dann häufig zu beobachtende Aktionismus, insbesondere die Zugabe von irgendwelchen "Wundermitteln". Meist lassen sich die Cyanos, wenn dies auch mühsam und langwieriger sein kann, mit mechanischen Maßnahmen wie Abpinseln oder Absaugen im Griff behalten. Beim Absaugen sollte man das Wasser über Filterwatte leiten und wieder verwenden, denn ein zusätzlicher Wasserwechsel kann auch kontraproduktiv sein. Sinnvoll ist es zunächst, die bisher üblichen Intervalle beizubehalten. Meist verschwinden dann die Cyanos früher oder später wieder von ganz allein.
    Erst wenn dies nicht weiterhilft, macht es Sinn nacheinander, immer mit zeitlichem Abstand von mindestens zwei Wochen, die verschiedenen Tipps auszuprobieren, die zu diesem Thema schon geschrieben wurden. An erster Stelle würde ich hier die Zugabe von Konkurrenzbakterien, egal ob aus einem der handelsüblichen Produkte oder einem "altmodischen" Erdaufguss, sehen. So verrückt es klingt, auch kleine Gaben von ein paar ccm Abwasser haben schon große Erfolge gebracht (ob durch Zuführung von Konkurrenten oder Fressfeinden wie z.B. Bakteriophagen bleibt dabei offen). Die Zugabe von Kohlenstoff (siehe Traubenzuckerdiskussion) dürfte eventuelle Erfolge eher durch ein verstärktes Wachstum von Konkurrenzbakterien bewirken, anstatt der Annahme, dass den Cyanos durch andere Bakterien die Nahrung entzogen wird. Scheinbar geht es bei diesen Konkurrenzen mehr um "besetzte Plätze".
    Hierfür spricht auch der Umstand, dass in - vor allem mit Korallen - vollbesetzten Becken weit weniger Cyanoplagen auftreten, wogegen kahle Freiflächen gern besiedelt werden. Dies sieht man dann auch oft in den von mir angeführten "leeren" Glasbehältern bei manchen Händlern.
    Weitere Möglichkeiten sind dann Änderungen im Bereich der Strömung, Abschäumung, Nitrat-oder Phosphatwerte (sowohl Reduzierung als auch Erhöhung!), Wechsel der Salzmischungen usw.. Keine allzu großen Einflüsse auf das Wachstumsverhalten scheint das Licht zu haben, allenfalls erst dann, wenn es so reduziert wird, dass auch die übrigen Beckeninsassen geschädigt werden. Uralte Röhren auszutauschen, kann man aber trotzdem in Betracht ziehen.
    Der pH-Wert hat wohl erst in sehr hohen Bereichen, also außerhalb des in Aquarien üblichen, ein wachstumsfördernde Wirkung, Ca, Mg, Alkalinität und Salinität scheinen keine Einflussgröße zu sein.

    In diesem Sinn viel Geduld und hoffentlich bald Erolg.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Reinhard Seidl
    Hallo!

    Ich halte den Bodengrundtest für belanglos.
    Jedes natürlich entstandene Material wird bei Auflösung mit Salzsäure PO4 enthalten.

    Macht das mal mit Lebendgestein.

    Hallo,

    genauso ist es. Unzählige Aquarien ohne Bodentausch laufen schon jahrelang und haben keine Cyanomassenvermehrung, viele kämpfen aber schon bald nach der Neueinrichtung damit.

    Gruß

    Bernd

    Über ein Gleichgewicht (welches?) zwischen Phosphat und Nitrat wurde hier auch schon kontrovers diskutiert. Dies wird als Ansatz für Bekämpfungsmaßnahmen auch kaum weiterhelfen.
    Unterschiedliche Nitratkonzentrationen waren bei Untersuchungen zum Wachstumsverhalten außerdem relativ unbedeutend.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Korallenwelt
    Thomas, ich würde mich sehr freuen, wenn sich meine Überzeugung bezüglich Phosphatdepots im Bodengrund, als Allgemeinwissen durchsetzen könnten, ich bestehe da in keinster Weise auf ein "Urheberrecht" :]

    Hallo,

    auch wenn Du es immer wiederholst, Phosphatdepots im Bodengrund sind allenfalls eine von vielen möglichen Ursachen!(Schon allein daran erkenntlich, dass in vielen völlig leeren Becken bei Händlern oftmals Massenvermehrungen von Cyanos zu beobachten sind.)
    Viele Stämme der im Aquarium auftretenden Gattung Oscillatoriales betreiben auch keine Stickstofffixierung!

    Gruß

    Bernd

    Hallo Horstheld,

    Ziel der meisten Umsteiger auf LED ist ja die erhoffte Energieeinsparung. Wenn man aber, wie in Deinem Fall, um offensichtlich gleichwertige Lichtintensität zu erreichen, lediglich 72 Watt einspart (und dafür auch die Schwachpunkte akzeptieren muß), dann kann es sich im Bezug auf die hohen Investitionskosten einfach nicht rechnen.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von mundum

    So geht es (fast) allen Betrieben, da die Voraussetzungen für eine Befreiung sehr hoch gesteckt sind.
    Wie die von Frontal21 erwähnten Golfclubs und Bistümer auf diese Liste kommen ist mir selbst schleierhaft und ist meiner Meinung nach auch nur die halbe Wahrheit.

    Hallo Klaus,

    die angeführten Befeiungen (bisher über 6000!) wurde von der Bundesnetzagentur, der zuständigen Genehmigungsbehörde, bestätigt. Man hat zwar eine künftig strengere Prüfung zugesagt, was aber aufgrund der wirtschaftspolitischen Vorgaben (Ankündigungen Rösler) nichts grundlegend ändern wird.

    Ansonsten stimme ich Dir voll zu.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Philipp,

    leider sind wir alle auch mit schuld. Die Panik vor einen Tsunami (vermutlich am Rhein, Weser oder irgend einem Flüsschen?) hatte ja die ganze Gesellschaft erfaßt und den überstürtzten Atomausstieg beflügelt. Nun wollen die Herren von der Zahnärztepartei (nichts gegen diesen Berufsstand) wenigstens ihre Klientel, sind ja alles Bedürftige, vor den Folgen schützen.

    Aber im Ernst, für Wenigergutverdiener wird unsere Hobby wohl früher oder später zum unerfüllbaren Luxusgut. Da helfen auch keine neuen Techniken wie LEDs. Zwar lassen sich damit die Energiekosten für die Beleuchtung senken (um max. 50 %), aber dagegen stehen erheblich Investitionskosten.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Stefan_Servus
    Hallo Herbert,

    einen Festpreis gibt es doch eigentlich nicht mehr oder? Nur noch diese eingeschränkte Preisgarantie und die greift ja nicht, wenn die Berliner Spasstruppe die EEG-Umlage erhöht.

    Hallo,

    apropos EEG-Umlage, gestern kam in Frontal 21 ein Bericht über Befreiungen von der Umlage, die uns Normalverbrauchern ersatzweise in Rechnung gestellt werden, für die wir also mitbezahlen dürfen.
    Gedacht war die Ausnahme für energieintensive Betriebe. Genehmigt wurden inzwischen über 3000 Anträge, so u.a. für Aldifilialen, Spielbanken, Allianzversicherung, Kreissparkassen, C&A Kaufhäuser, Bistümer und Golfclubs!

    Diese Schweinerei müssen wir alle mitbezahlen, dieses Jahr betrugen die Summe der Ausnahmen 440 Millionen, nächstes Jahr werden 805 Millionen Euro erwartet. Die EEG-Umlage macht 25 % des Strompreises aus und wird in den nächsten Jahren weiter steigen.
    Es sind Kosten für den gewünschten Atomausstieg (insbesondere Leitungskosten). Unser "hochkompetenter" Wirtschaftsminister Rösler hat dazu grinsend im Bundestag erklärt, er wolle die Ausnahmeregelung für die gesamte deutsche Wirtschaft (Gott sei Dank habe ich den nie gewählt).
    Da werde ich für mein Aquarium künftig wohl ein Gewerbe anmelden und mit ein paar Caulerpas handeln müssen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    die LED-Beleuchtung für viele Misserfolge verantwortlich zu machen, ist sicher nicht sachgerecht. Fraglos gehört ihr auch die Zukunft.
    Aber in einem muß ich Jürgen unterstützen. Ich kenne eine ganze Reihe Aquarianer, die - aus den unterschiedlichsten Gründen - von LED zu HQI oder T 5 zurückgekehrt sind. Bei den meisten war es kein billiger Chinaschrott (wobei auch viele LEDs im hochwertigen Preissegment aus China kommen!), sondern unerfüllte Erwartungen. Manche haben da viel Lehrgeld bezahlt.

    Es gibt eben, wie in vielen Aquaristikbereichen, ganz unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Norbert,

    natürlich kann man auch mit Riffkeramik tolle Becken gestalten, wenn man sich etwas an natürliche Vorlagen hält. Ich möchte dies auch gar nicht generell abwerten und schon gar nicht Deine Bemühungen!
    Es kann ja auch nicht jeder Aquarianer schnorcheln oder tauchen. Sicher findet man aber auch in der Literatur oder in Filmbeiträgen ein paar geeignete Gestaltungsanregungen. Mir geht es auch nur darum - auf Nachfragen - auf ein paar häufige Unzulänglichkeiten hinzuweisen.
    Ohne Minilandschaften zu zaubern, kann man auch auf kleinem Raum abwechslungsreich natürliche Bedingungen gestalten, wobei hauptsächliches Element die lebenden Korallen und weniger Dekomaterialien sein sollten. Man muss sich da nicht an riesigen Korallenstöcken einer Art orientieren. Ich habe vor kurzer Zeit auf einem kleinen Riffabschnitt von max. 1,5 m2 insgesamt 14 verschiedene kleinere Steinkorallen, dazu eine Palythoa, eine Heteractis, eine kleine Tridacna und div. Kalkalgen gezählt. Aber dies war eben ein kompakter Block am Innenriff.

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    das Bild von Micha zeigt doch auch nur große, kompakte Säulen von nahezu einem Meter (die ich nicht in Frage gestellt habe), im Gegensatz zu den wenige Zentimeter breiten und vielleicht 20 - 30 cm hohen ursprünglichen Gebilden in Stefan´s Becken. Um diese unrealistischen filigranen Gebilde im Aquariumformat geht es mir. Die findet man im Meer in gleicher Größe allenfalls als Korallenfriedhof, wenn abgebrochene große Korallenzweige am Boden liegen, doch nie als Fundament für einen guten Korallenbesatz.

    Auch wenn ich jetzt wieder die Fraktion der Riffkeramikhersteller als regelmäßige Konstrukteure von Minitürmchen gegen mich aufbringe: Das Ziel eines naturgerechten, schönen Riffbeckens sollte meiner Meinung nach ein kleiner Ausschnitt eines Riffes und nicht eine verkleinerte Miniaturlandschaft sein, eben gerade keine Bonsaidarstellung! Aber über Geschmack lässt sich nicht streiten. Es gibt ja auch Leute die sich Plastikkorallen, Keramikburgen oder Blubbertaucher ins Becken stellen. Dies muss man auch akzeptieren, braucht es aber nicht als vorbildlich zu empfinden.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Micha,

    da müssen wir wohl zufällig immer an anderen Stellen getaucht haben. Weder in den Riffen von Ägypten, Kenia, Reunion, der Südsee noch am Great Barriere Riff habe ich Säulen von ein paar Zentimeter Stärke als Grundlage für Korallenwuchs gesehen. Dagegen spricht schon die Kraft der Meeresbewegung. Aber vielleicht lernt man ja nie aus.

    Mir fällt nur auf, dass viele Aquarien wie eine Spielzeugeisenbahn als Miniaturlandschaft im verkleinerten Maßstab gestaltet werden.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Micha W.
    Hi

    ich stimme meinen Vorrednern zu. Ist vor allem eine Geschmackssache.

    Aber es ist nicht richtig das es in der Natur so was nicht gibt. Das ist zwar ein Sau schlechtes Bild aber diese Säule hat eine Höhe von etwa 4 Metern und ist mit unzähligen verscheiden Korallen bewachsen. Aufnahme stammt aus 2006 im roten Meer.

    Hallo Micha,

    in natürlicher Größe gibt es dies natürlich, aber doch nicht in der Miniform im Aquarium! Es gibt hierfür doch auch keine Tiere und Korallen im verkleinerten Maßstab.

    Gruß

    Bernd

    Guten Morgen Joerg,

    ich kann Deine Ausführungen schon nachvollziehen, nur erscheinen sie mir an manchen Stellen doch etwas zu überspitzt. Die Ausgangsfrage ging ja lediglich um einen Orientierungsrahmen nach den Verhältnissen der Nährstoffe zu einander. Richtig ist natürlich, dass es für jeden Organismus einen eigenen Optimalbereich gibt. Da aber in unseren Aquarien eine Vielzahl unterschiedlicher Organismen lebt, kann man nicht für jeden einen eigenen Wert anstreben. Schwierigkeiten der Bestimmung des optimalen Bereiches können doch nicht dazu führen, dass man für die Anwendungspraxis auch keinen groben Rahmen definiert.

    Wenn man die gängigen Meinungen/ Erfahrungswerte zu den günstigen Nährstoffverhältnissen im Riffaquarium betrachtet, dann liegen die angestrebten Obergrenzen für Nitrat wohl so bei 1 mg/l und für Phosphat bei 0,09 mg/l (dem auch im Riff vorkommenden Höchstwert). Dies entspräche auch in etwa dem Verhätnis 11 : 1. Natürlich liegen sie besser darunter, aber allzu tiefe Werte, wie sie durch Zeolitheinsatz usw. häufig realisiert werden, tragen beim geringen Wasservolumen in unseren Becken auch immer die Gefahr einer Limitierung in sich.

    Natürlich kann immer jemand etwas falsch verstehen. Deshalb muss man sich aber keinen Ratschlag verkneifen, wenn jemand einen Orientierungsrahmen sucht. Eine weit größere Gefahr für eher unbedarfte Leser sehe ich in allzu tiefen Zerlegungen und Zerredungen von Problemstellungen, die letztlich zu Verwirrungen führen.

    Selbstverständlich ist es richtig, sich in erster Linie an seinen Korallen selbst zu orientieren, aber eine Überwachung der Verhältnisse mit den zugänglichen Messmöglichkeiten macht auch Sinn. Hierzu bedarf es aber auch eines Interpretationsrahmens für die erzielten Messergebnisse.


    Bezüglich der - nur als Nebenanmerkung eingebrachten - Cyanoproblematik sind wir uns absolut einig. Mein Hinweis bezog sich lediglich auf einen immer wiederkehrenden diesbezüglichen Diskussionspunkt. Hierzu habe ich aber in der Vergangenheit immer wieder auf die taxonomische Vielfalt und die Komplexität möglicher Ursachen hingewiesen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Joerg,

    meine Antwort incl. Rechenweg bezog sich auf Deine Frage "ich würde gern wissen, wie Du darauf kommst" und dies habe ich dargestellt. (Deinen weiteren Beitrag hatte ich zu dieser Zeit noch nicht gelesen.)

    Die Frage von Marcel ging um das Verhältnis NO3 zu PO4 und nicht um geeignete Höchstwerte!

    Mit Deiner Anmerkung:" Du implizierst also, dass ein SPS-Becken keine Probleme im Makronährstoffgehalt aufweist, wenn Du 11 mg/l Nitrat und 1 mg/l Phosphat im Wasser nachweisen kannst", unterstellst Du mir eine Aussage, die nicht getroffen wurde. Über verträgliche Höchstwerte habe ich mich nicht geäußert!

    Diskutiert werden kann sicher, ob das Redfield-Verhältnis, welches ja die in der Natur ( marines Plankton) vorhandenen Größenverhältnisse wiederspiegelt, der geeignete Ansatz ist. Da das Verhältnis von ca. 10 : 1 (NO3 : PO4) in der erfolgreichen aquaristischen Praxis weit verbreitet ist ( angeblich auch Cyanoplagen vermeidet) und Nährstofflimitierungen heute gerade bei der SPS-Pflege eher verbreitet sind als Überdüngungen, wüsste ich nicht, was an diesem Orientierungsrahmen so falsch sein sollte.

    Gruß

    Bernd

    PS: Meine SPS und alles andere gedeihen hervorragend bei 0,3 mg/l NO3 und 0,02 mg/l PO4 (Labormessung).

    Hallo Joerg,

    nochmals mein Rechenweg:

    Redfieldverhältnis = 1 Mol P : 16 Mol N

    Massen: P 31
    O 16
    N 14

    PO4 -> 31 + (4 x 16) = 95
    NO3 -> 14 + (3 x 16) = 62

    95 zu (16 x 62) = 95 zu 992 ( 992:95 = 10,442...) = 1 : 10,4

    Da Marcel umgekehrt nach dem Verhältnis NO3 zu PO4 gefragt hat, ergibt sich (gerundet) ca. 11 : 1

    Gruß

    Bernd

    Hallo,

    das Redfielverhältnis ist 16 Mol N : 1 Mol P :smiling_face: 106 Mol C). Es handelt sich dabei aber um ein molares Verhältnis. Umgerechnet ins Massenverhältnis und in Nitrat für Stickstoff und Phosphat für Phosphor (mit den Massen N 14, O 16 und P 31) entspricht dies nach meiner Rechnung einem Verhältnis von 10,4 NO3 : 1 PO4.

    Gruß

    Bernd

    Zitat

    Original von Hans-Werner


    ich unterstelle den Cyanobakterien, dass sie besser als die meisten Algen oder Bakterien die Eisen(III)-Phosphat-Ausfällungen nutzen können. Cyanobakterien haben die Fähigkeit, mittels Photosynthese aus CO2 organische Verbindungen aufzubauen und als Siderophore oder organische Säuren wieder auszuscheiden. Diese Siderophore oder organischen Säuren bringen das Eisen(III)-Phosphat in Lösung und die Cyanobakterien nehmen die Nährstoffe auf.

    Hallo Hans-Werner,

    ich selbst habe eine derartige Reaktion bei Eisendosierungen zwar noch nie beobachtet, aber Deine Annahme kann ich nachvollziehen.

    Gruß

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    wenn man über längere Zeit die Erfahrungsberichte der Aquarianer über das Auftreten von Cyanoplagen, entsprechende Erklärungsansätze hierzu, aber auch die große Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen zur Gewässerqualität verfolgt, dann stößt man auf ein unglaubliches Wirrwarr widersprüchlicher Ergebnisse. Einerseits ist Phosphor ein essentilelles Element, dessen Limitierung die Bakterienproduktion begrenzt, andererseits habe auch ich sehr häufig festgestellt, dass gerade bei niedrigen Phosphatwerten Cyanoplagen auftreten. Auch bei den publizierten Gewässeruntersuchungen fällt schon auf, dass Massenvermehrungen bei ganz unterschiedlichen Konzentrationen von Gesamt-Phosphat auftreten ( was vermutlich auch am Phosphatspeichervermögen div. Cyanobakterien liegen mag).
    Ähnlich sieht es mit dem Stickstoff aus. Verschiedene Stämme Cyanos können Luftstickstoff fixieren, was als Gründe für Massenvermehrungen bei hohen Phosphat- und gleichzeitig niedrigen Stickstoffkonzentrationen gewertet wird. Dann gibt es wieder Untersuchungen relevanter Stämme, wonach Stickstofffixierung nicht möglich ist und das Stickstoffangebot auch keinen Einfluss auf die Vermehrungsrate hat
    .
    Ob Eisenzugaben hier eine signifikante Wirkung haben, sehe ich eher als Randproblem. Zwar könnte Eisen unter aeroben Bedingungen mit Phosphat Eisen-III-Phosphat bilden, was aber ein schwer lösliches Salz wäre. Wie dies die Cyanos fördern könnte, erschließt sich mir nicht.

    Insgesamt teile ich aber absolut Deinen - wenig tröstlichen - Glauben, dass niemand alle Zusammenhänge versteht. Ich führe dies, wie schon oft geschrieben, auf die Vielzahl unterschiedlicher Formen der auftretenden Cyanobakterien und deren unterschiedlichen Eigenschaften zurück, aber eigentlich ist es egal, warum wir nichts genaues wissen. Dessen sollte man sich aber bewusst sein, was auch das Misstrauen gegen viele angepriesene Allheilmittel begründet. Da sind wir uns sicher einig.

    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Hans-Werner,

    auf welchen Umstand beziehen sich Deine Beobachtungen mit dem Eisen, die Du genauso wie Nico siehst? Nico schreibt hierzu, dass Eisen den Cyanos ermöglichen soll Luftstickstoff zu fixieren.
    Die von Schruebers untersuchten Cyanos sind aber nicht zur Luftstickstofffixierung in der Lage (Ziffer 3.4.7 der Dipl.Arbeit). Eine Wirkung von Eisen wurde m.W. hier auch nirgends festgestellt.

    Gruß

    Bernd