Beiträge von Linda

    Zitat

    Original von angi
    Nach meiner Erfahrung sind Mischkulturen bei weitem nicht so ergiebig wie Reinkulturen, die als 1-Weibchen-Kultur gestartet wurden.


    Hallo Angi,

    dass die Mischkulturen nicht so produktiv sind wie Monokulkturen leuchtet mir im Grund genommen ein (Nahrungskonkurrenz, wechselseitige Fressfeindschaft).

    Mit dem Stichwort 'Ein-Weibchen-Kultur' hab ich im Web leider nur wenig gefunden, lediglich den Hinweis auf Siegfried Jentzschs Siete, dass mit Petrischalen oder ähnlich kleinen Behältnissen begonnen werden soll.

    Auch verständlich, nur: Wie ist das mit der Fütterung und der Aufrechterhaltung einer halbwegs stabilen Salinität? Dass Cops nicht sehr empfindlich sind gegenüber Schwankungen des Salzgehalts weiß ich, aber die Verdunstung ist in einem flachen Gefäß ja extrem. Und eutrophiert ist sowas auch schnell.

    Ich hab heute Früh eine Tisbe sp. mit Eipaket separiert in 50 ml Kulturwasser, und das mit ein paar Tropfen Nannochloropsis und einer winzigen Messerspitze Bacillus subtillis versetzt. Kann das so funktionieren?

    Grad die Tisbe vermehrt sich ja an sich recht gut und ist für die Seeponies erfahrungsgemäß eine leckere Standardnahrung. In den letzten Wochen hat sich die Population in der Mischkultur aber zugunsten einer kleineren frei schwimmenden Art verschoben, die aber leider weitaus weniger produktiv ist als die Tisben. Ich vermute, dass die calanoiden Cops die Tisbe zum Fressen gern haben. Zuvor war es mir über lange Zeit ganz gut gelungen, durch unterschiedliches Futter die Vielfalt in den Mischkulturen aufrecht zu erhalten. Aber wenn's mal aus dem Ruder gelaufen ist, dauerts erfahrungsgemäß lang, bis alles wieder im Lot ist.

    Deshalb ist es mir schon auch ein Anliegen, zumindest für die Grundnahrungsmittel stabile Kulturen anzulegen, die ertragreicher sind als die Mischkulturen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Oliver,

    herzlichen Glückwunsch, hübsch sehen sie aus!

    Bitte bericht weiter, wie's dir mit den Ponies geht. Das Futterangebot klingt gut so, möge es dir nie ausgehen! =)

    Viel Freude mit deiner Herde wünscht dir
    Lnda

    Zitat

    Original von timinnl
    The ammonia method is adding pure ammonia into the tank to start your cycling of the tank. I start with all dead rocks and gravel. I add the ammonia and a bacteria culture to the tank to cycle it. Much safer than a live fish or dead mysis or shrimp.


    Hi Tim,

    thank you for answering so soon.

    Ok, fish will come into the tank after =) Before I didn't understand this.

    Zitat

    The peppermint shrimp is living in the trap and they provide my tank roughly every two weeks with larval. They do not live inside the tank. If they were inside, they will eat the mysis.

    ... or the dwarfs, at least the newborn. So was my experience with L. boggessi in another tank with
    Eviota Gobies, the shrimps indicated everytime by waving with both arms as soon as goby larvae had been born :face_with_rolling_eyes:

    The idea, to provide the pony-tank with living food in this way, is great.

    Thank you for this explanation.

    Kind regards,
    Linda

    Hallo Angi, hallo Tim!

    Tim, deinen Beitrag find ich interessant, hab dazu aber noch 2 Fragen:

    Was ist die Ammoniak-Methode?

    In welchem Zusammenhang stehen bei dir die Lysmata wurdemanni zu den H. zosterae?

    Tim, your posting ist interesting, indeed. But I have 2 questions:

    What means the 'ammonia method'?

    What is the relationship between Lysmata wurdemanni and H. zosterae in your tank?

    Das 'vielfältige Reinigungspersonal' erscheint auch mir sehr wichtig. Stomatella- und Columbella-Schnecken sowie Asterina sp. wohnen bei mir in allen Zwergseepferdchenbecken, in der Aufzuchtbox weiters Palaemon sp. GGvJ, und im Schaubecken zusätzlich noch Nerita sp., Nassarius vibex, Halocaridina rubra, Clibanarius erythropus und Clibanarius tricolor.

    A various cleanup crew is very important also in my opinion. In each tank of mine with H. zosterae live Stomatella- and Columbella-snails as well as Asterina sp., in the breeding box further Palaemon sp. GGvJ, and in my 'show tank' you find a multicolored society, containing in addition Nerita sp., Nassarius vibex, Halocaridina rubra, Clibanarius erythropus und Clibanarius tricolor.

    Für den weiteren Text spar ich uns die Übersetzung =)

    Wie Angi musste ich die Erfahrung machen, dass Gammarus ab einer Größe von knapp 1 cm die Jungfohlen dezimieren. Im Schaubecken - das ich ansonsten ausräumen und komplett neu einrichten müsste - hab ich das zur Kenntnis genommen mit der Konsequenz, dass dort wie bei Angi nur Ponies wohnen, die älter als 3 Monate sind. Dort halte ich aber auch den Pferdchenbestand so niedrig, dass sie sich vom vorhandenen Zooplankton ernähren können und ich kaum was zufüttern muss.

    Für die langfristige Erhaltung des Bestands und zur Deckung der Nachfrage pflege ich seit Monaten 5 adulte Pferdchen in einer 10 Liter-Faunabox, wo sie auch regelmäßig Nachwuchs bekommen. Die Neonate werden nach ein paar Tagen in eine baugleiche Aufzuchtbox übersiedelt. Dieses System funktioniert sehr gut, und ich hab damit den Bestand gut unter Kontrolle.

    Mein Gesamtbestand an H.zosterae bewegt sich derzeit bei etwa 30 Tieren. 15 von ihnen werden im Februar ein neues Zuhause bekommen.

    Jedenfalls ist es gut zu wissen, dass es in den Niederlanden auch einen größeren Zuchtbestand an Seeponies gibt =)

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Stefan,

    sinnvoll im eigentlichen Sinn weiß ich's nur von Tisbe sp. + Moina salina.

    Bei mir sind die gemischten Zooplanktonkulturen vor allem dadurch zustande gekommen, dass die konsequente Trennung nur mit ziemlich hohem Aufwand zu bewerkstelligen ist und schon in den Ansätzen verschiedene Organismen enthalten sind. Die entwickeln sich dann auch unterschiedlich, je nachdem, was gefüttert wird und wie die Artenverteilung grad ist. Nach meinem Gefühl hängt's auch stark von der Bakterienfauna und den Algen ab, die sich bilden. Schlußendlich bin ich auch überzeugt, dass die mit der Zeit ansteigende Konzentration von Stickstoffverbindungen einen Einfluss hat.

    Für mich ist es immer spannend zu sehen, was sich in den Boxen entwickelt. Ich trau mir nicht zu, eindeutige Abhängigkeiten zu behaupten.

    Aber natürlich bin ich neugierig, welche Meinung andere hier vertreten, die sich schon länger mit dem Thema Zooplanktonzucht beschäftigen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Stefan,

    das, was Angi schreibt, wollt ich auch schon posten. Allerdings hab ich bisher in den 90 ml-Sackerln nur Cops bekommen, die viel zu groß wären für Neonate. Diese Arten können meine Zwergseepferdchen erst mit 2 Monaten essen.

    Aber grundsätzlich halt ich die Idee mit der Algensuppe für gut. Meine Ponies in den Faunaboxen 'fütter' ich hauptsächlich mit Phytoplankton und hin und wieder ein bissl Dünger. Je nach Fischbesatz halten die Cops da sehr gut und vermehren sich sogar.

    Artemianauplien wären mir auch zu riskant, außerdem glaub ich ja, dass sie nach 24 Stunden ohne entsprechende Fütterung und Anreicherung zuwenig Nährwert haben.

    Noch was: Funktioniert der Nauplienstern überhaupt im Salzwasser?

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Stefan,

    du sprichst von Nannochloropsis salina? In's Gelbe schlagen ja ggf. auch andere Schwebealgen um.

    Nur hab ich bei der Nanno die Erfahrung gemacht, dass sie viel leichter als andere Arten gerettet werden kann. Ich filtere dann die Kultur durch Küchenpapier und setz sie in einer sauberen Flasche mit ausreichender Düngung neu an. Testest du deine Kulturen auf Nitrat?

    Mit einem Ansatz könnt ich dir zwar auch aushelfen, aber das wird dir vermutlich nix mehr bringen, weil die nächste Versandmöglichkeit der Montag ist und der Transport von Wien nach Ellingstedt wahrscheinlich eine Woche dauert.

    Ich wünsch dir, dass du deine Phytozucht noch in Ordnung kriegst bzw. dass dir jemand aus der näheren Umgebung aushelfen kann.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von angi
    die kleinen tropischen hyperaktiven Mysis meinte ich nicht. ... Sind kleiner als die Nordseemysis, aber nicht so klein wie die tropischen. Und auch keine solchen Hektiker. :winking_face:

    Diese Beschreibung der kleinen weißen Woisl trifft's genau. Ehrlich gestanden glaub ich eh net, dass die zudem nachtaktiven Tropenmysis jemals von irgendeinem Zwergseepferdchen erwischt werden.


    Na, dann werd ich's doch auch versuchen.

    Hab eh vor, ein bissl Gewand und Schuhe für die Altkleidersammlung zu spenden. Wenn ich mir nix Neues kauf, hab ich Platz für weitere Futterzuchten =)

    Nimmst bitte für mich einen solchen Ansatz in deine Bestellung auf? (Und bitte schick mir dann auch gleich eine ordentliche Portion Tisbe bimensis - von denen kann man nie genug haben.)

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von use
    ... leider hat sich kein Samen gebildet.


    Schade. Aber wenn sie einmal blüht, dann sicher auch wieder nächstes Jahr. Vielleicht klappt es doch irgendwann. Ein Mangrovenwald aus eigener Zucht, sozusagen ein Zimmer-Mangreen-Projekt, das wär schon eine feine Sache :smiling_face_with_sunglasses:

    Nur hab ich den Eindruck, dass die Stempel dieser Blüten schwer zugänglich sind, und ein mit Nektar verklebter Pinsel macht die Sache nicht einfacher.

    Zitat

    Da sind mindestens 3 Tropfen Nektar pro Blüte drinnen.


    Hast den gekostet? Er schmeckt sehr interessant mit seinem Harzaroma. Meine Zimmergeckos waren auch ganz begeistert.

    Zurück zum eigentlichen Thema dieses Threads: Du hältst deine Orientalische Mangrove doch im
    Riffbecken. Offenbar fühlt sich auch diese Art auf Dauer wohl bei so hoher Salinität. Das war mir bisher nicht bekannt.

    Liebe Grüße
    Linda


    lg
    Linda

    Hallo Angi,

    von einem befreundeten Aquarianer hab ich kürzlich wieder einen Ansatz Mysis aus seinem Tropenbecken bekommen. Es sind so kleine weiße Woisln mit höchstens 8 mm Länge.

    Die hab ich schon einmal zu züchten versucht, zunächst mit gar nicht so schlechtem Erfolg. Allerdings waren damals ein paar Flohkrebse dabei, und da hab ich beobachtet, dass die Gammarus die Mysis zum Fressen gern haben. Das hat sich mit der Zeit natürlich auf die Produktivität der Mysiszucht ausgewirkt. Schließlich hab ich's aufgegeben, weil ich da auch noch dachte, dass sogar die kleinen tropischen Mysis als Adulte eine Gefahr für neugeborene Seeponies wären.

    Heute weiß ich, dass das mit Sicherheit nicht der Fall ist. Nur hab ich die kleinen Schweber von Geri auch in die Becken entlassen, in der Hoffnung, dass sich dort ein Bestand etabliert. Im Gegensatz zu den Hawaiigarnelen und den GGvJ durchleben ihre Kinder ja kein pelagisches Larvenstadium, in dem sie leichte Beute sind für die Pferdchen. Überdies fehlt mir der ja Platz für weitere Zuchtbecken.

    Wieviele Tiere brauchst du denn für einen Starteransatz? Die Schwebegarnelen lassen sich mit einer Falle angeblich recht leicht fangen. Ich müsst halt mal schauen, ob ich auch so geschickt bin. Dann könntest ja welche von mir haben - wenn du magst (und sich sonst niemand meldet, der auch gleich mitnaschen will).

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Uwe,

    schön! Soviel man sieht, hat deine Pflanze an dem einen Trieb allein schon 3 Blüten angesetzt. Hast du eine Ahnung, ob da eine Selbstbestäubung möglich ist? Bei Bruguiera gynmorrhiza gibt's, wenn ich mich nicht verschaut hab, keine getrenntgeschlechtliche Vermehrung.

    Es wär jedenfalls eine tolle Sache, wenn sie Samen ansetzen würd.

    Eine meiner orientalischen Mangroven hat im Herbst auch geblüht, aber leider eben nur eine, und auch nur eine einzige Blüte.

    Liebe Grüße
    Linda

    Ja, Angi,

    die Faunaboxen haben sich als ideal erwiesen sowohl was die Separierung und die Aufzucht angeht als auch die Untersuchung, wie weit sich andere Tiere als Gesellschaft für die Ponies eignen. Möglicherweise war ich nur ein bissl zu eilig mit den daraus gezogenen Schlüssen - siehe zwei Absätze weiter unten :frowning_face:

    Was die Flohkrebse angeht konnte ich bis jetzt keinen Nachteil erkennen, obwohl die größten Gammarus jetzt auf geschätzt 8 mm gewachsen sind. Eine der Überlegungen dahinter ist (neben der schon erwähnten Annahme, die Krebse würden dei Hydroiden dezimieren), dass der Flohkrebsnachwuchs seinerseits von den Pferdchen gegessen wird. Junge Gammarus finde ich immer wieder an den Makroalgen (sehen tu ich sie eh nur nahe der Frontscheibe), aber der Bestand an adulten vergrößert sich nicht.

    Deshalb war ich zuletzt geradezu begeistert von der Option, auf diese Weise eine Art Gleichgewicht herstellen zu können, das stabiler ist als eins mit auf Cladonema radiatum spezialisierten Nacktschnecken (die ich eh nie bekommen hab).

    Nach mehreren Wochen Beobachtung habe ich deshalb schon vor 14 Tagen ein paar Flohkrebse aus dem Küchenbecken in die große Pferdekoppel übersiedelt, und voriges Wochenende Nachzuchten meiner Glasgarnelen. Die dort wohnenden 5 semiadulten Ponies blieben davon unbeeindruckt, aber ich hab den Eindruck, dass sich die dort wohnende Copepodenpopulation langsam wieder erholt. Insgesamt also eine recht erfreuliche Entwicklung - wär da nicht deine Hiobsbotschaft von vorgestern :frowning_face:

    Wenn die Flohkrebse ab einer bestimmten Größe die Fohlen tatsächlich aktiv anfallen, werd ich dieses Becken wohl ausräumen und neu einrichten müssen. Das würd mir absolut nicht gefallen.

    Meine Hoffnung ist noch, dass die Gammarus bei mir eine andere Art sind, die gar nicht so groß wird. In dem Küchenbecken hab ich rechte Riesen nie entdeckt.

    Aufmerksam beobachten werd ich die Entwicklung jedenfalls, und deine Dokumentation werd ich in die Sammlung der Erfahrungen mit den Seezwergerln aufnehmen. Es ist sehr wichtig, dass hier über solche Vorkommnisse berichtet wird.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Angi,

    grad heute in der Früh hab ich wieder einen neuen Wurf Seefohlen in der Faunabox entdeckt. Als ich am Abend vom Büro nach Haus gekommen bin, waren noch welche da. Leider seh ich ja nach wie vor nicht gut und tu mir deshalb schwer mit dem Zählen. Insgesamt ist mein Bestand wieder bei mehr als 20 Tieren angelangt. Damit hab ich ohnehin schon die Grenze erreicht, für die meine Futterzuchten gerade noch reichen. Artemianauplien muss ich jetzt im Winter eh schon wieder zufüttern, und das passt mir gar net.

    Du hast natürlich Recht, dass die Natur grausam erscheint, wenn man beobachten muss, wie ein Fohlen von einem Flohkrebs gefressen wird. Andererseits empfind ich es auch als schlimm, wenn die Tiere an ungeeigneten Haltungsbedingungen zugrunde gehen. Da hab ich ja selber auch schon meine Erfahrungen gemacht. Nur sieht man's halt im naturnahen Aquarium meist nicht so unmittelbar, wenn hunderte Hydroidmedusen den Ponies das Futter wegfressen und die dann zu wenig abkriegen. Oder wenn bei 'steriler' Haltung und zu hoher Bestandsdichte Bakterieninfektionen zu massiven Verlusten führen.

    Solang etwa die Hälfte der neugeborenen Fohlen das Erwachsenenalter erreicht, dafür aber die Flohkrebse die Hydroiden im Zaum halten, nehm ich lieber die Cholera in Kauf als die Pest.

    Ich glaub, dass das immer noch besser ist als 90% der Fohlen groß zu bekommen, dann aber nicht genug Lebendfutter (mal abgesehen von den Artemianauplien, aber das ist eine andere Geschichte) zu haben und auch keine qualifizierten Abnehmer zu finden.

    Wenn's knapp wird (so wie vor ein paar Monaten, als mich der Bestandsabsturz in der großen Koppel überrascht hat), separier ich die graviden Hengste und zieh die Fohlen in der Faunabox auf.

    Interessieren würd mich bei der Gelegenheit, wer im deutschsprachigen Raum derzeit Hippocampus zosterae hält und züchtet. Namentlich bekannt sind mir aus Österreich und Deutschland nur höchstens 7 Leute bzw. Institutionen. Das ist nicht viel, aber immerhin seh ich keine Gefahr, dass die Seezwergerln so rasch aus den heimischen Pferdekoppeln verschwinden.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Angi,

    angesichts des von dir geposteten Fotos bin ich geradezu schockiert! Nicht nur wegen der Dramatik des Motivs, sondern weil ich mit meinen Ponies in der Faunabox und den dort vor einiger Zeit eingebrachten Flohkrebsen und Borstenwürmern ganz andere Erfahrungen gemacht und das auch bei meinem Vortrag auf der Haustiermesse erwähnt hab.

    Die dort wohnenden Fohlen waren zum Zeitpunkt des Einzugs der Gammarus gerade mal 1 Tag alt. Mag sein, dass das eine oder andere Baby den Krebsen auch zum Opfer gefallen ist, aber die fitesten 5 (also ca. die Hälfte des Wurfs von damals) sind noch da und mittlererweile kräftig gewachsen. Das konnte ich anhand einer Volkszählung am vergangenen Wochenende bei der tourlichen Neueinrichtung der Box feststellen. Die Fohlen halten sich oft in unmittelbarer Nähe der Flohkrebse am Filterschwamm und am Gracillariabuschen auf, weil dort das meiste Kleinzeug zu finden ist. Übergriffe der Gammarus hab ich noch nicht beobachtet.

    Gerade von den kleinen Flohkrebsen erwart ich mir, dass sie auch die Hydroiden in der großen Koppel limitieren, da ich in einem anderen Becken mit vielen Gammarus nie Medusen sehe und die dort vor ein paar Wochen mit Absicht eingebrachten Hydroidpolypen nicht mehr werden.

    Außerdem geh ich davon aus, dass die Ponies ihrerseits eine Massenvermehrung der Flohkrebse verhindern werden, weil sie deren Nachwuchs von den Makroalgen abpicken.

    Ich möcht allerdings anmerken, dass ich die Flohkrebse in der Faunabox auch gezielt (halt sehr sparsam) füttere, damit sie sich nicht anstelle der Hydroiden zu Futterkonkurrenten für die Ponies entwickeln.

    Im Grund genommen war ich nach meiner eigenen Erfahrung der letzten Wochen sehr zuversichtlich, deine Fotodokumentation beunruhigt mich jetzt natürlich.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Hast du die 'Desinfektion' der Makroalgen mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser schon versucht?

    Hallo ihr!

    Thorsten: Fein, wenn ich was Nützliches beitragen konnte. Bei der Riffaquaristik bin ich ja noch Lehrling =)

    Qwert: Wenn du eine für's 'richtige' Seewasser geeignete Art bekommst, die eventuell schon auf einem Steinbrocken gezogen ist und vor allem bereits an den höheren Salzgehalt im Riffbecken gewöhnt, wird das schon funktionieren. Wichtig ist - ich hab's eh schon geschrieben - eine sehr helle Beleuchtung. Die muss natürlich in entsprechendem Abstand von der Wasseroberfläche montiert sein. Viele meinen, Mangroven wachsen sehr langsam. Das kann ich nicht bestätigen. Wenn's ihnen gut geht wachsen diese Pflanzen wie Unkraut. Bei unzureichenden Bedingungen natürlich nicht, aber dann ist ihr biologischer Nutzen auch gering.

    Neugierig auf deine Erfahrungen,
    Linda

    Hallo Qwert,

    ich hab seit Jahren ein offenes Schlammspringerterrarium mit 4 Orientalischen Mangroven, die mittlererweile zu ríchtigen Bäumchen herangewachsen sind.

    Bei den Schlammspringern ist es halt so, dass sie einen großen Landteil brauchen, deshalb sind die Mangroven bei mir nur zur Flut ein paar Zentimeter im Wasser.

    Natürlich kann man ein Mangrovenbecken auch mit permanent höherem Wasserstand realisieren. Der Lebensraum Mangrovenzone ist halt nicht mit einem Riff zu vergleichen, Korallen gedeihen dort von Natur aus nicht, und wenn du den Lebensraum nachgestalten willst, dass wird das eine eher düstere und schlammige Angelegenheit. Aber mit typischen Mangrovenfischen wie etwa Silberflossenblatt, Vierauge, Argus und Schützenfisch in einem entsprechend dimensioniertem Becken schaut das trotzdem prima aus.

    Ich hab aber auch schon Bilder von Aquarien gesehen (z.B. das von Uwe in diesem Thread im Österreichischen Riffforum), wo sie offenbar in ein Riffaquarium integriert wurden.

    Man muss bloß die Beleuchtungsanlage so konzipieren, dass sowohl der sehr hohe Lichtbedarf der Mangroven gedeckt ist, aber auch das Aquarium ausreichend Licht bekommt. Bei größeren Becken ist das eine teure Sache. Oder man verpasst (so wie ich) den Bäumen regelmäßig einen Rückschnitt und entfernt dabei die Äste, die in die Lichtkegel der Beleuchtung hineinragen. Das sieht halt net so schön aus wie die Mangroven in Uwes Aquarium in dem zitierten Thread.

    Ja, und dann ist auch noch zu berücksichtigen, dass eine einmal im Aquarium verwurzelte Mangrove nur mehr mitsamt dem ganzen Riffaufbau wieder entfernt werden kann. Oder man schneidet den Stamm ab und überlässt das Wurzelwerk dem natürlichen Abbau. Schaut im Riffbecken auch net wirklich toll aus.

    Mangroven als Sammelbegriff für mehrere Arten aus verschiedenen Pflanzenfamilien, die nicht näher miteinander verwandt sein müssen haben (bei zusagenden Bedingungen!) allesamt einen sehr hohen Nährstoffbedarf. Das wurde ja schon erwähnt, allerdings werden Salze, die nicht für die Ernährung benötigt werden, auf unterschiedliche Weise - je nach Gattung - auch wieder ausgeschieden, und nicht alle Arten vertragen auf Dauer eine so hohe Salinität wie sie üblicherweise in Riffaquarien herrscht. Eine Artenauswahl findest auf einschlägigen Seiten, z.B. http://www.mangroven.at.

    Auf den Mineralstoffbedarf der Pflanzen und dessen Auswirkung auf das Ionenverhältnis im Aquarium wurde schon hingewiesen.

    Zusammengefasst möcht ich sagen, dass Mangroven wunderbare Pflanzen sind und ein kleiner Ausschnitt eines Mangrovendschungels dem Zimmer eine ganz besondere Note gibt. Mangroven lediglich als Nährstoffzehrer für ein Riffaquarium einzusetzen find ich schade und in Summe wesentlich aufwändiger als ein schlichtes Algenrefugium.

    Liebe Grüße
    Linda

    Ja.

    Aber, Beni, wie kommst du drauf, dass Mädels leichter zu bekommen sind als Burschen?

    Dein Kleiner schaut jetzt recht fit aus, ich hoff, dass dü Glück hast und bald eine Gefährtin kriegst für ihn.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von L_beni
    Denkst du immer noch das Ich ein Mänchen hab und nicht ein Weibchen?


    Ja. Aber das, was ich für die Bruttasche halt, könnt auch ein Stück von der Caulerpa sein. Ich seh net besonders gut :frowning_face:

    Von der Körperzeichnung her erinnert das Tier schon an ein Mädel, aber die Krone auf dem Kopf kenn ich in dieser Form nur von den Burschen. Die Stuten haben bei mir viele fadenförmige Fortsätze (Cirrhi), die fehlen den Hengsten.

    lg
    Linda

    Edit: Hab hier in diesem Thread ein Foto von Andi (Mela) gefunden, das die Unterschiede sehr gut zeigt.

    Zitat

    Original von L_beni
    Aktivkohle hab ich drinn um Giftstoffe zu binden, und Zeovit soll ja Amoniak schnell abbauen....


    Ja, das hab ich mir schon gedacht. Ich bin nur ein bissl skeptisch, wenn Materialien, die Giftstoffe binden, im Dauereinsatz verwendet werden. Bin selber nämlich nicht die Genauste was regelmäßige Wartungsarbeiten angeht, und Zeolith sollte, soviel ich gelesen hab, alle 2-3 Monate gewechselt werden, Kohle noch öfter.

    In meinen Becken verlass ich mich in der Hinsicht auf die Pflanzen.

    Wie wirkt sich denn der Einsatz von Kohle und Zeolith auf die Caulerpas aus? Auf den Fotos wirken sie recht fit.

    lg
    Linda

    Edit: Hab grad gesehen, das Zeovit-System besteht aus mehreren Komponenten, da ist auch Kohle dabei und Bakterien. Verwendest du das ganze Programm (bzw. hast das vor)?

    Hi Beni,

    sehr schön :smiling_face:

    Aber ich dachte, du hast nur mehr eine Stute übrig? Das Tier auf dem Foto schaut sehr nach einem Hengsterl aus. Ist es dir schon gelungen, noch ein paar Ponies aufzutreiben?

    Ein Copepodenbestand in der Koppel ist eine feine Sache. Ich drück dir die Daumen, dass das Becken rasch ins Gleichgewicht kommt und stabil bleibt. Im Moment schaut's ja noch sehr neu aus.

    Zu Zeovit und Aktivkohle mag ich nix sagen, da fehlt mir die praktische Erfahrung.

    Jedenfalls wünsch ich dir viel Erfolg für den zweiten Anlauf.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo ihr Lieben,

    heut möcht ich ein bissl was beitragen zum Thema Mitbewohner, die den Zostera-Pferdchen gefährlich werden können.

    Vorweg: Mit Glasrosen hab ich in diesem Zusammenhang keine Erfahrung (und muss sie auch nicht machen), aber Borstenwürmer und Flohkrebse halt ich nach Beobachtungen in jüngster Zeit nicht mehr für ein Risiko.

    Dabei gilt natürlich die Einschränkung, dass das keine allgemein gültige Aussage sein kann, weil's ja auch auf die Art ankommt.

    Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich in den vergangenen Wochen bis Monaten beobachtet hab. Ein Geheimnis hab ich ja nie draus gemacht, dass ich ein Fan naturnaher Haltung bin, und da ist eine möglichst große Vielfalt verschiedener Lebewesen schon ein Vorteil. Auißerdem lässt es sich ohnehin kaum vermeiden, dass mit Pflanzen oder Einrichtungsgegenständen unbeabsichtigt neue Mitbewohner einwandern.

    Ein gutes Beispiel für ungebetene Gäste sind die Hydroidpolypen, die sich in einer Pferdekoppel bekanntlich massenhaft vermehren können (v.a. bei überreichnlicher Artemiafütterung) und nicht nur als Nahrungskonkurrenten für die Ponies auftreten, sondern durch abgegebenes Nesselgift auch das Milieu beeinträchtigen sollen (D.Knop: Das Florida-Seepferdchen).

    Mir war ja aufgefallen, dass die Copepodenpopulation in meinem jetzt schon seit längerem nur ganz schwach besetzten 'großen' Pferdchenbecken dramatisch zurückgegangen war und sich trotz Förderungsmaßnahmen noch immer nur sehr zögernd erfängt. Die 5 semiadulten Pferdchen in der Pferdekoppel können dafür nicht verantwortlich sein. Dem gegenüber hab ich in einem 'Mistküberl', das als Zwischenlager für Pflanzenüberschüsse dient, jede Menge Kleinzeug, dazu Unmengen Schnecken, ein paar Borstenwürmer und jede Menge Flohkrebse. Aber keine Hydroiden.

    Vor etwa einer Woche hab ich deshalb den Versuch gewagt, Gammariden und - zumindest einen - Borstenwurm aus dem Mistküberl mit einem Buschen Gracillaria in eine der Faunaboxen, die als Quarantäne- und Aufzuchtbecken dienen, zu übersiedeln. In dieser Box wohnen seit einiger Zeit 5 adulte Zostera-Pferdchen und etwa 10 Fohlen, die zu Beginn des Versuchs 1 Tag alt waren. Ob's noch alle Babies sind kann ich nicht sagen, weil auch die Box recht dicht bepflanzt ist, aber die Kleinen, die ich sehe, sind alle in einem guten Zustand. Angriffe von Flohkrebsen konnte ich nicht beobachten, selbst wenn die Fohlen auf dem Filterschwamm in unmittelbarer Nähe der Gammarus nach Nahrung suchen.

    Im Anhang also eine kurze Auflistung von Mitbewohnern, die im Allgemeinen als potenziell gefährlich für H. zosterae gelten, nach meinen Beobachtungen aber selbst Neonaten gegenüber bisher friedlich geblieben sind. Die Liste enthält auch Futtertiere wie Tigriopus californicus, die ich nach einer Mitteilung von Angi (siehe Beitrag hier vom 12.09.2010) ebenfalls als mögliche Gefahr eingestuft hatte. Gerade in dem Zusammenhang möcht ich aber noch anmerken, dass die Versuche mit einer überschaubaren Anzahl von Tieren stattgefunden haben und die genügend Nahrung vorfinden. Bei Tigriopus, Gammarus & Co. in großer Zahl und ausgehungert würde das Ergebnis wahrscheinlich weniger positiv ausfallen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Peter,

    deine Resignation nach so vielen Rückschlägen kann ich verstehen. Die Seegrasponies waren wohl nicht so sehr deins wie etwa die Anemonenfische.

    Aber du hast schließlich diesen Thread ins Leben gerufen, von dem viele Halter von H. zosterae profitieren. Dafür dank ich dir an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich.

    Weiterhin viel Freude und Erfolg mit deinen Riffbewohnern wünscht dir
    Linda

    Hallo Bastian,

    dass die Berichte im Web einander scheinbar widersprechen, liegt wohl daran, dass Salinenkrebse im Prinzip leicht zu züchten sind und jeder seinen Weg beschreibt, mit dem er Erfolg hat. Natürlich hängt's auch davon ab, um welche Art von Artemia es sich handelt und woher die Zysten stammen. Davon abhängig sind optimale Temperatur und Salinität.

    Übereinstimmung wirst du aber bestimmt finden hinsichtlich der Frage, ob sich eine Zucht lohnt: Nein.

    Ich züchte Artemien nicht mit Absicht, sondern setze an sich nur Zysten an, um die Nauplien zu verfüttern. Dabei ist es fast nicht zu vermeiden, dass immer wieder ein paar von den 'Eiern' in andere Lebendfutterzuchten gelangen, und auf ja und nein schwimmen dann dort adulte Artemien mit Eipaketen rum. Meine Salinenkrebse sind vom Großen Salzsee in Utah, das Kulturwasser ist Aquarienaltwasser mit einer Salinität von etwa 3%, und die Temperatur ist ca.24°.

    Eine richtige 'Zucht' innerhalb der 4 Wände erfordert halt Unmengen von Schwebealgen (Nannochloropsis und Rhodomonas) oder spezielles Artemienfutter wie es in Aquakulturen verwendet wird und ist indoor mit Sicherheit nicht wirtschaftlich.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Oliver,

    dieser Thread ist eine gute Idee :smiling_face:

    Ich bin neugierig, wer aller sich beteiligt. Auch bei uns in Österreich erfreut sich das Thema Planktonzucht zunehmenden Interesses.

    Lebendfutter ist z.B. für meine Zostera-Seepferdchen essentiell, und Artemien als Alleinfutter sind, wie ich gelernt hab, aus mehreren Gründen nicht optimal. Deshalb versuch ich jetzt schon länger, meine Zooplankton-Kulturen zu optimieren und vor allem stabil zu halten. Das ist grad innerhalb der 4 Wände nicht immer ganz einfach, weil man ja meist mit vergleichsweise kleinen Zuchtbehältern arbeitet und oft geneigt ist, den Futtertieren mehr Nahrung zu geben als sie brauchen.

    Mit der Lebendfutterzucht verbunden ist meist auch die Eigenproduktion von Schwebealgen - obwohl sehr gute Algenkonzentrate im Handel erhältlich sind, die auch höherwertig sind als die bei privaten AquarianerInnen noch am weitesten verbreitete Nannochloropsis salina.

    Trotzdem: Es macht Spaß und ist interessant, auch das Phytoplankton selbst zu kultivieren.

    An Phyto hab ich die schon erwähnte Allerweltsalge Nannochloropsis salina, die ich in der Wohnung züchte bei 24-28°. Im Keller hab ich mir eine kleine Anlage gebastelt für Rhodomonas baltica. Die braucht's kühler, außerdem ist es bei der konsequenten Trennung einfacher, die Kulturen rein zu halten. Rhodomonas ist weitaus empfindlicher als Nannochloropsis.

    Als 'Reaktoren' für die Schwebealgen verwend ich transparente PET-Flaschen mit 1,5 Liter Fassungsvermögen, für die Nannochloropsis nehm ich auch Halbliterflaschen. Belüftet werden sie mittels Membranpumpen über Druckrohre.

    Beide Schwebealgenarten halte ich (aus Bequemlichkeit, weil das der Standard-Salzgehalt in den meisten meiner Aquarien ist) bei 3° Salinität, gefüttert werden sie mit F/2-Dünger. Für die Rhodomonas setz ich das Kulturwasser meist frisch an, um ja keine Fremdalgen einzubringen, für die Nanno nehm ich auch vorbereitetes, in Flaschen abgefülltes Seewasser.

    Zur Verfütterung gieße ich die vorgesehene Menge Algenbrühe direkt in die Haltungsbecken. In der Regel ist zu diesem Zeitpunkt die Düngerkonzentration bereits so gering, dass es zu keinen unerwünschten Nährstoffeinträgen kommt. Zur Sicherheit teste ich die Algensuppe vorher mit Merck-NO3-Teststreifen.

    Reif zum Verfüttern sind die Algen, sobald die Algenkultur die für ihre Art jeweils typische Farbe in kräftiger Ausprägung aufweist Damit ist auch ein Neuansatz fällig. Wartet man da zu lange, stirbt ein Teil der Algen aus Nahrungsmangel ab, und dann kippt in kurzer Zeit die ganze Kultur. Es empfieht sich also, immer mehrere Ansätze mit eventuell unterschiedlichem Alter gleichzeitig zu kultivieren.

    Gereinigt werden die Flaschen mit Natriumhypochloridlauge und anschließend mit Essigwasser.

    Seit kurzem versuch ich mich auch in der Kultur von Arthrospira (Spirulina) platensis. Da hab ich noch kaum Erfahrung, aber ich bin froh, dass ich erstens einen lebenden Ansatz bekommen und zweitens das Rezept für das Kulturmedium gefunden hab. Arthrospira ist eine 'Süßwasseralge', was allerdings nur bedeutet, dass sie in der Regel nicht mariner Herkunft ist. Das Kulturmedium besteht hauptsächlich aus Natriumsalzen.

    Auf die Idee, es mit der Zucht von Spirulina zu versuchen, hat mich eine liebe Bekannte gebracht. Sie meinte, die Blaualgen wären vielleicht eine gute Nahrungsquelle für meine Salzwasserflöhe. Das liegt nahe, denn auch Moina salina kommt in sodahaltigen Binnengewässern vor. Und Spirulina müsste als Bakterium eine höhere Reproduktionsrate haben als 'echtes' Phytoplankton. Bis jetzt freu ich mich halt nur darüber, dass die Kultur nicht eingegangen ist =)

    Mit den Salzwasserflöhen bin ich auch schon beim Zooplankton. Davon hab ich neben den schon genannten Moina salina mehrere kleine Copepodenarten in bunter Mischung (auch mit Brachionus) sowie separat Tigriopus californicus und eine calanoide Spezies, die an Acartia tonsa erinnert.

    Das Zooplankton halt ich indoor überwiegend in 5 Liter-Plastikboxen, z.T. auch in solchen mit 10 Liter Inhalt.

    Alle Ruderfußkrebse füttere ich abwechselnd mit Phytoplankton aus eigener Kultur, Phytokonzentrat (Tetraselmis und Pavlova), Artemiagranulat, Blütenpollen und Culture Selco Plus (bzw. das Nachfolgeprodukt S.Parkle). Beim Neuansatz und später alle paar Tage geb ich eine Messerspitze eines Futtermittelzusatzstoffs mit probiotischen Bakterien zu und eine Prise Guano.

    Die Wasserflöhe bekommen derzeit nur Blütenpollen und Culture Selco Plus zu essen, ebenfalls mit BioPlus und Guano.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Thomas,

    ich bin ebenfalls ein Brackwasserfan und halte meine Tiere (Schlammspringer, Goldringelgrundeln, Mangrovenkrabben u.a.) auch zum Teil in recht scharfem Brackwasser mit bis zu 2,8% Salinität, und das seit Jahren. Selbst eine Gruppe Guppies, die ich im Sommer vorigen Jahres als Nährstoffproduzenten für ein Schwebealgenbecken ans Salzwasser (mit 3% Salzgehalt) gewöhnt habe, vermehren sich dort ohne Unterschied zum Süßwasser und sind auch sonst ausgesprochen vital.

    Ich bin überzeugt, dass alle Tiere, die Lebensräume mit wechselnden Salinitäten für sich erschlossen haben, damit einen Vorteil vor allem in Bezug auf das Nahrungsangebot gegenüber den Arten haben, die diese Anpassung nicht besitzen. Bekanntermaßen sind Brackwasserbiotope vergleichsweise artenarm, aber reich an Individuen.

    Es geht wohl weniger darum, wieviel die Tiere wie lang aushalten, sondern dass sie den Vorteil aus ihrer Anpassung an den Wechsel auch bei relativ konstanten Bedingungen nützen können. Aufgefallen ist mir weiters, dass Brackwasserarten, die gelegentlich auch im Süßwasser zu finden sind, mit hohen Salzgehalten besser zurecht kommen als dauerhaft ganz ohne Salz.

    Was ist denn der Grund dafür, dass du dir gerade Tetraodon biocellatus ausgesucht hast für ein regelrechtes Seewasseraquarium?

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi Beni,

    das klingt nach einem seeeehr strengen Wochenende :winking_face_with_tongue:

    Schade um die zwei verstorbenen Tiere. Ich erinnere mich an die 2 Paare, die ich damals von Andi aus Bochum bekommen hab. Die waren top beisammen, aber nach ein paar Tagen hat eins der Mädchen heftig zu atmen begonnen, und kurze Zeit später war es tot.

    Normalerweise halten die Zostera-Pferdchen ja eine ganze Menge aus - auch medikamentöse Behandlungen mit allem möglichen Zeugs.

    Trotzdem: Sobald die verbilebenen Tiere über den Berg (und hoffentlich nicht über den Jordan) sind, würd ich ganz schnell mit der Ursachenforschung beginnen.

    Du scheinst dich ja gut vorbereitet zu haben und besitzt mit deinen Lebendfutterzuchten ausgezeichnete Voraussetzungen für ein Ponygestüt. Könnte es sein, dass ganz einfach zuviel gefüttert wurde? Nach den Erfahrungen, die ich in den vergangenen eineinhalb Jahren gemacht hab, ist es ein absoluter Humbug, dass die Pferdchen ständig im Futter stehen müssen. Egal, welches Lebendfutter: Wenn die Futtertiere zuwenig Nahrung im Becken finden, verenden sie binnen Stunden und versauen das Wasser. Auch tägliche Wechsel können da unter Umständen zu spät kommen.

    Krankheiten halt ich grundsätzlich für ein Zeichen, dass etwas am Umfeld nicht passt. Und grad bei den Zwergseepferdchen hat das wohl meist mit dem Besatz und der Fütterung zu tun. Der Einsatz von Medikamenten und chemischen Mitteln ist mein Ansatz nicht. (Hab ich glaub ich eh schon öfter gesagt.)

    Und die Amis sind für mich nicht unbedingt ein Maßstab, vor allem dann nicht, wenn's um die Haltung von Fischen, Amphibien und Reptilien geht.

    Ich drück dir die Daumen, dass das bald wieder ins Lot kommt.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Ich war mit der Entwarnung wohl zu schnell :frowning_face:
    ...
    Ich vermute nun auch das mir die Pferde das Fischsterben im großen Becken ausgelöst haben könnten ...


    Nein, das kann nicht wahr sein! Du hattest dann auch Ausfälle im Hauptbecken?

    Mit der Gasblasenkrankheit hab ich selber keine Erfahrung (brauch's auch net), aber das ist wohl eine Folge der Entgleisung in der Pferdekoppel. Von Andi und anderen hier hab ich aber gelesen, dass das auch bei den Zwergerln behandelbar ist, und die Prognosen sollen nicht schlecht sein.

    Hast du jetzt noch Pferdchen separiert? Wenn ja: Wie sieht's denn bei denen aus?

    Ich fühl mit dir :frowning_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi Beni,

    also ich find, dass man's ganz gut erkennen kann. Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft =)
    Mit deinem Vorrat an Lebendfutter wirst du die Fohlen bestimmt ohne Ausfall groß bekommen.

    Acht halt drauf, dass es nicht zuviele werden. Das geht schnell, und wenn man sie nicht beizeiten an gute Plätze bringt, gibt das mitunter bald ein Besatz- und/oder Futterproblem.

    Aber das ist jetzt noch kein Thema, gell? :winking_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hi Beni,

    in deiner Liste find ich ein paar Pflanzerln, über die dir Angi mehr sagen kann. Udotea und Penicillus z.B. hat sie selber in Kultur, und ich glaub noch ein paar weitere von den angeführten Arten.

    Ich hab aus der Liste nur Caulerpa sertularioides und seit kurzem Halimeda copiosa. Die Federcaulerpa C. sertularioides ist eine sehr hübsche Alge, allerdings nach meiner Erfahrung etwas heikel. Sie wächst oft sehr rasch, zerfällt dann aber bald - vermutlich infolge Nährststoffmangels. Das macht zwar nix, weil sich der Restbestand schnell wieder erholt, aber die weißen Fetzen sehen nicht besonders appetitlich aus.

    Sehr gute Erfahrungen hab ich gemacht mit Caulerpa serrulata. Die ist sehr robust und eignet sich auch prima als Bepflanzung für ein bodengrundloses Aquarium. Ich geb immer einen Buschen davon in die kleinen Aufzucht- bzw. Quarantäneboxen. Die Ponies lieben diese Alge.

    Hübsch ist auch die rote Gracillaria. Ich hab G. curtissae seit kurzem auch im Pferdebecken. Das gibt einen hübschen Kontrast, außerdem ist sie das Lieblingsversteck der kleinen Schlangensterne.

    Ich schreib das, weil ich mit den lebenden Höheren Algen selbst in den kleinen Plastikboxen für gute Wasserwerte sorgen kann, ohne auf die hygienischen Vorteile eines bodengrundlosen Beckens verzichten zu müssen. Zumindest ansatzweise also bio =)

    Die 'große' 54 Liter-Pferdekoppel (siehe Foto im Anhang) mit derzeit bloß 5 Zostera-Pferdchen, ein paar Hawaiigarnelen (die man so gut wie nie sieht), momentan 2 Felsküsteneinsiedlern und zahlreichen Schnecken und Seesternchen ist sowieso ein Dschungel, der bei dem geringen Bestand so gut wie gar keine Pflege (außer gelegentlichem Auslichten der Pflanzen) braucht.

    Jetzt lass dich aber nicht weiter stören beim Stöbern in der Pflanzenliste. Bei der Auswahl wirst du sicher was Passendes finden.

    Seegrasartiges erhält man, wie ich gelernt hab, eher durch Zufall, und da ist dann noch immer die Frage, ob's mit den Bedingungen zurecht kommt. Für eine gewisse biologische Stabilität sind Höhere Algen sowieso die bessere Wahl.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Beni, guten Morgen!

    Zitat

    Original von L_beni
    Im moment stellt sich eher die Frage welche ich überhaubt in der Schweiz bekomme, bis jetzt hab ich noch kkeine Gefunden!


    Aha. Dann bin ich neugierig, womit du fündig wirst. Als ich letzthin geschrieben hab, dass bei mir nur Thalassia hemprichii gedeiht, hab ich unterschlagen, dass ich vor ein paar Wochen ein paar Stammerln Ruppia maritima bekommen hab. Die wohnen nicht im Pferdebecken, sondern in einem anderen Brackwasseraquarium, und haben schon ein paar sehr gesund aussehende Blätter getrieben. Ruppia maritima ist vergleichsweise klein und zart und würde gut zu den Seeponies passen.

    Zitat

    Ich bin gleichzeitig am Mangroven aufziehen (hab ich von den Flitterwochen mitgebracht aus Mauritius, das hottel hatte die samen am strand zusammengesammelt und auf einen Haufen geworfen... Da konnte ich nicht wiederstehen :D)


    Das versteh ich nur zu gut. Du musst viel Platz haben zu Hause =)

    Zitat

    Meine Moina Kultur entwickelt sich Prächtig ...


    Da hätt ich dich noch vor ein paar Wochen beneidet. Mittlererweile hab ich auch ein paar ganz gut laufende Kulturen in der Wohnung, aber lange Zeit wollt in den 4 Wänden einfach nix werden aus den Salzwasserflöhen. Wie hältst du sie? Und womit fütterst du? Hast du auch andere Kleinkrebse in den Zuchtgefäßen? Und Brachionus?

    Zitat

    ... damit ich von den Artemia weg komme.


    Ja, so weit bin ich jetzt auch. Die Pferdchen sind zwar ganz wild auf die Artemianauplien, aber die Massenkultur birgt ganz offensichtlich Gefahren, die man nicht außer Acht lassen soll.

    Zitat

    Auch die Tiggerpods kommen gut (werden immer mit den abgesaugten cops gefüttert..)
    nur meine 35L freischwimmenden cops wollen nicht so recht....
    Ich werde Jetzt mal anfangen die Thisbe vermehrt zu verfüttern (von denen hab ich auch eine gut Laufende 50L kultur), da ich hoffe bald nachwuchs zu entdecken :grinning_squinting_face:


    Prima! Ausreichend große Lebendfutterkulturen sind das Um und Auf.

    Bei mir schwimmen die Copepoden (mit Ausnahme der Tiggerpods) in gemischten Kulturen, und sie scheinen einander nicht wirklich zu stören. Mag schon sein, dass die freischwimmenden Acartia & Co. ein bissl was vom Tisbe-Nachwuchs naschen, aber ich glaub, dass ihnen Schwebealgen, Brachionus und Bakterien auch gut schmecken.

    Konsequent getrennte Kulturen scheinen mir sehr aufwändig zu sein.

    Zitat

    Was ich noch fragen wollte, wie sieht es bei euch mit nitrat aus? ich habe konstannt zwischen 10 und 25 mg/L?


    Gute Frage. Bis 10 mg/l soll es den Pferdchen nix ausmachen. Ich setz ja auf naturnahe Einrichtung mit entsprechend viel pflanzlichem Leben, deshalb ist Nitrat meist gar nicht nachweisbar. Ich bin aber auch nicht sicher, dass NO3 allein so problematisch ist, PO4 fällt bei reichlicher Fütterung ja ebenfalls in beachtlicher Menge an. Am Einfachsten ist es sicher, die Wasserwechselhäufigkeit den Erfordernissen anzupassen - so wie du's ohnehin machst.

    Dabei möcht ich anmerken, dass die häufig als unbedingt nötig beschriebene hohe Futterdichte ein Holler ist. Bei mir grasen die Ponies den ganzen Tag die Einrichtung ab und finden dort genug Futter - sofern der Pferdebestand eben nicht zu hoch ist. Hier die Balance zu finden halt ich für die eigentliche Herausforderung bei der Pflege von Zwergseepferdchen.

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Ich habe ... mit ca 25 noch genug um wieder Bestand auf zu bauen.


    Hallo Peter,

    ich freu mich mit dir! =)

    Zitat

    Ich Danke allen für die vielen Tipps und Hilfe Angebote :smiling_face:


    Das ist das Schöne an einem Forum wie diesem.

    Schönen Sonntag!
    Linda

    Hallo Beni,

    prima, dass die Seeponies jetzt auch die Schweiz erobert haben! =)

    Ich wünsch dir viel Freude mit den Zwergerln. Berichte bitte weiter, wie's dir mit ihnen geht. Es gibt so viele unterschiedliche Erfahrungen!

    Sag, welches Seegras hast du denn für das 30er Becken vorgesehen? Ich bin ja auch ein Fan von Seegräsern, aber so richtig gut gedeiht bei mir nur die Thalassia hemprichii, und die wird doch ziemlich groß. Zostera (vermutlich noltii aus Kroatien) ist bloß so langsam gestorben, dass ich anfangs geglaubt hab, sie hält :frowning_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Peter,

    das sind tatsächlich schlechte Nachrichten :frowning_face:

    Du schreibst vom 'anderen' Becken. Versteh ich's richtig: Das mit den zuvor verschont gebliebenen Fohlen?

    Die von Angi und Stefan beschriebenen Untersuchungen zur Ursachen sind natürlich lege artis, aber mit der Einsendung von Abstrichen verendeter Tiere hab ich bei anderen Gelegenheiten in der Sache nicht wirklich hilfreiche Erfahrungen gemacht. Obwohl die Ergebnisse rasch vorlagen waren sie nur mehr für die abschließenden Dokumentation geeignet. Den erkrankten Tieren war nicht mehr zu helfen, das ging einfach zu schnell.

    Ich denk auch, dass die am meisten Erfolg versprechende Maßnahme die Aufteilung der Tiere in zumindest zwei neue Quarantänebecken ist, je mehr desto besser. Mir wär wichtig, die Besatzdichte zu reduzieren, um die Infektionsgefahr und die Wasserbelastung gering zu halten. So weit wie Angi - diese Aquarien täglich zu desinfizieren - würd ich wahrscheinlich nicht gehen. Als Anhängerin der Naturheilung bin ich überzeugt, dass die Unterstützung der Widerstandskraft dazu führen wird, dass zumindest einige Tiere überleben werden und du die Zuchtgruppe erhältst. Auch ohne den Einsatz von Antibiotika, von denen man ohne Kenntis des Erregers ja eh nur eine Breitbandvariante anwenden kann. Das ist halt ein anderer Ansatz als der von Stefan. (Der nimmt mir das hoffentlich nicht übel.)

    Hilfreich ist dabei vermutlich auch der Einsatz probiotischer Bakterien wie sie Angi schon erwähnt hat. Ich verwend seit ein paar Monaten in der Lebendfutterzucht ein Präparat, das Bacillus subtilis und B. licheniformis enthält, mit Kalk als Trägersubstanz. Es wird normalerweise in der Masttierhaltung eingesetzt, um die Entwicklung pathogener Keime hinanzuhalten. Eine Messerspitze davon geb ich bei der Neueinrichtung auch in die Faunaboxen, in denen ich die Fohlen aufzieh. Wenn du magst schick ich dir eine Fiole des Mittels.

    Nach den Erfahrungen, die ich zuletzt gemacht hab, war die Umstellung des Hauptfutters von Artemia auf Copepoden und die Zugabe von Nannochloropsis salina offenbar ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität.

    Meine Artemia-Kulturgeräte reinige ist seit jeher alle 2 Tage mit Natriumhypochlorit-Lösung (ist der Wirkstoff im Clorix). Wenn die Artemianauplien auch bei mir ein Beitrag für den Bestandsrückgang waren, dann glaub ich eher, dass die Menge an verendeten Futtertieren und der folgende Zersetzungsprozess die Ursachen gewesen sind. Wenn eine Infektion mit im Spiel war, dann ist die dadurch begünstigt worden.

    Ich drück jedenfalls noch immer die Daumen, dass du die Geschichte in den Griff bekommst. Wegen des Präparats mit den probiotischen Bakterien gib mit bitte Bescheid.

    Liebe Grüße
    Linda

    Hallo Peter,

    mir scheint, dass es ganz einfach an der Besatzdichte liegt. In einem derart kleinen Becken so viele Pferdchen, und dazu noch deren Futterbedarf - das halt ich mit den paar Erfahrungen, die ich jetzt gesammelt hab, für einen Hochseilakt ohne Netz.

    Ich glaub nämlich nicht, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt, und wenn, ist der Rückgang des Bestands gleichzeitig ein Teil der Therapie. Bitte versteh mich jetzt nicht falsch: Das regelt sich sozusagen von allein.

    Ich bin mittlererweile froh, dass im naturnahen Becken ohne mein Zutun keine Fohlen mehr aufkommen. Die paar Adulten muss ich kaum noch füttern, weil sich das eingesetzte Kleinzeug jetzt prima hält. Wie schon zuletzt gesagt: Mehr als 20 Ponies könnt ich mit meiner Lebendfutterzucht eh nicht ernähren, und die Nachfrage ist bei uns so gut wie nicht vorhanden.

    Du hast ja noch 15 gesunde Fohlen im separaten Becken. Was, wenn du aus dem 'Problemaquarium' noch ein paar erwachsene Pferdchen rausfängst und sie ebenfalls in einem Quarantänebecken unterbringst? Ich kann mir gut vorstellen, dass einem ganz mulmig wird, wenn man alle paar Tage eine Handvoll toter Tiere absammelt. Die Aufteilung auf mehrere Becken würd mir in so einem Fall ein wenig Ruhe bringen.

    Die Daumen halt ich dir sowieso, dass du nicht wieder ans Aufhören denkst mit der Haltung der Zostera-Pferdchen!

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von angi
    Linda - bis jetzt ist es nur ein Verdachtsmoment, den wir alle zusammen unbedingt verfolgen sollten.


    Nein, Angi, keine Angst, ich werd jetzt nicht in Panik geraten. Aber bei meinem aktuellen Pferdchenstand ist mir jedes erkennbare Risiko zu hoch.

    Zitat

    Ich hoffe, das wir den Verdacht ausräumen können, da sich keine mir bekannte Copepodenart so schnell und leicht vermehren läßt wie Tigriopus. Doch bis es gesicherte Erkenntnisse gibt, gilt es wachsam zu sein und evtl. Zusammenhänge zu posten. Achtet vor allem auf plötzliche unerklärliche Todesfälle, untersucht Kiemen, Darmausgang, Bauch (evtl. schon winzig vorhandene Bruttasche) auf evtl. Eindringen von Tigerpods und Wunden.


    Na, ich hoff auch sehr, dass sich der Verdacht als unbegründet erweist. Bis zu einem Beweis des Gegenteils gilt aber die Schuldvermutung.

    Zitat

    Bzw. was auch interessant wäre, kennt ein Züchter unter Euch solche plötzlichen Todesfälle mit Drehen und Winden oder heftigem Atmen ohne das Tigerpods anwesend waren?


    Also ein Mal hab ich gesehen, dass ein Pferdchen nach einem der schwimmenden Borstenwürmer geschnappt hat. Darauf hin hat es sich ordentlich verkutzt und ist wie von der Tarantel gestochen durch's ganze Becken gesaust. Passiert ist sonst nix. Deshalb hab ich damals aber auch gefragt, was das sein könnte und ob es gefährlich wäre für die Ponies. Danach hab ich so etwas nicht mehr beobachtet.

    Zitat

    Nochmals an Linda: Bei mir werden oft Zosterae-NZ angefragt, doch ich gebe nur Tiere an Leute ab, die eine gut funktionierende Planktonzucht haben und ein eingefahrenes Becken ohne Lebendgestein und Invasoren. Diese Bedingungen erfüllen nur die wenigsten der Leute, die hier anfragen :winking_face:


    Soooo weit simma hier noch gar net :smiling_face:

    Gute Nacht!
    Linda

    Oho, Angi,

    das ist keine gute Nachricht :frowning_face:

    Ich hab mich gefreut, dass sich meine Tiggerpods im Gartenwanndl so gut vermehrt haben, dass ich jetzt sogar mehrmals pro Woche ernten kann.

    Dass sie möglicherweise an Seepony-Neonate gehen hätt ich nicht gedacht, aber dein Beitrag jetzt macht mich sehr unruhig, hab ich doch vor, die 5 adulten Pferdchen in der Faunabox zu belassen, bis die drei Jungs ihre Fohlen geworfen haben. Und da sind auch eine Menge Tigriopus drinnen.

    Danke also für den Hinweis. Gleich morgen werd ich die Box austauschen und das drin befindliche Gemüse gründlich durchwaschen.

    Es bleibt also spannend an der H.zosterae-Front. Und es ist prima, dass hier ein derartiger Erfahrungsaustausch erfolgt.

    Die kleinen Copepoden (Tisbe & Co) werden vermutlich auch bei mir künftig die Hauptnahrung sein für die Zostera-Pferdchen, neben den Moinas, aber da verfüttere ich erst welche, wenn die Indoor-Kulturen so weit stabil sind. Meine Freilandzuicht ist - nach den kühlen Temperaturen der vergangenen Tage - bereits im Rückgang.

    Und die große Herausforderung wird wohl sein, den Bestand der Pferdchen auf dem Niveau zu halten, das auf diese Weise ausreichend ernährt werden kann. 70 Pferdchen (wie Peter zuletzt hatte) wären mir bei weitem zuviel, das hab ich in der Zwischenzeit gelernt.

    Die natürliche Selektion im naturnahen Becken kommt dieser Intention bestimmt zugute. Fohlen ggf. separat aufzuziehen ist nach meiner Erfahrung die beste Möglichkeit, den Bestand - kontroilliert - zu erhalten.

    Ich weiß net, wie's bei euch in Deutschland ist: Bei uns ist die Nachfrage nach den Seezwergerln begrenzt (um es mal zurückhaltend auszudrücken) :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Diesmal hat es mich heftig erwischt ....in den letzten beiden Tagen über 20ig Tote Pferde im Hauptpferde Becken. Ich kann weder sehen was los ist noch an was sie sterben. Ungewöhnlich ist nur das sie toten Tiere rötlich sind ??? Nehme an gleich weitere tote bergen zu müssen. Als Maßnahmen habe ich bisher nur mehrere große Wasserwechsel gemacht.

    In einem Becken daneben sind ca 15 Jungtiere - diese sind völlig OK ????


    Hallo Peter!

    Nach einer Augenoperation tu ich mir schwer mit dem Lesen und Schreiben, deshalb hab ich es noch nicht gepostet. Nach deinem Beitrag heute tu ich's jetzt: Erst kürzlich hab ich ähnliche Erfahrungen machen müssen, und wie du konnte ich (bis auf einen Fall, davon später) keinen unmittelbaren Grund für die Dezimierung des Ponybestands erkennen. Und weil meine Pferdekoppel ja ziemlich dicht bewachsen ist, hab ich das Malheur auch erst sehr spät, fast zufällig erkannt. Tote Tiere hab ich nur ganz wenige gefunden (und die waren ohne erkennbaren Krankheitsbefund), aber von den zu Beginn des Jahres an die 40 Pferdchen sind jetzt bloß 10 übrig.

    Das ist möglicherweise auch ein Tribut an die naturnahe Einrichtung des Aquariums. Ich entdeck immer wieder neue Bewohner, die ich nicht mit Absicht eingebracht hab. Wahrscheinlich sind sie mit Pflanzen oder Schnecken eingewandert, Lebendgestein verwend ich ja aus diesem Grund nicht in dem Aquarium. Die meisten sind harmlos, ja sogar nützlich (wie etwa die kleinen Borstenwürmchen, die Jannes Freiberg als Sylliden erkannt hat), aber zuletzt hab ich auch einen schon ziemlich großen Flohkrebs gefunden (und ihn Gott sei Dank auch gleich erwischt). Mit seinen gut 2 cm KL kann er die Ursache gewesen sein, dass seit Monaten kein Fohlen mehr aufgekommen ist in der 'großen' Koppel.

    Für das Hauptproblem halt ich neuerdings die exzessive Fütterung mit Artemianauplien. Sie leben im Aquarium nicht lang, auch wenn sie in Aquarienwasser angesetzt waren. Ausgehend von den irgendwann mal 40 Pferdchen hab ich die Futtermenge lange Zeit recht lang konstant gehalten. Die Biologie des Beckens ist so weit stabil, die zahlreichen Detritusverwerter haben das Angebot restlos verwertet, und auch NO3 war nie ein Thema wegen der vielen Algen und der Mangrove im Bypasskübel.

    Sehen konnte man im Caulerpadickicht ja immer nur ein paar Ponies, und so hab ich den Populationsrückgang erst bemerkt, als ich ein paar Einsiedlerkrebse (Clibanarius erythropus) eingesetzt hab, um der Fadenalgenplage beizukommen, die nach einer radikalen Caulerpa-Auslichtaktion blitzartig an deren Stelle getreten sind. Es war eine Empfehlung eines Bekannten, ein anderer hingegen hat gemeint, dass Einsiedler Allesesser sind und möglicherweise auch an die Pferdchen gehen.

    Aus diesem Grund hab ich 5 adulte Tiere in ein Quarantänebecken übersiedelt. Es ist eine 10 Liter Faunabox ohne Bodengrund, mit einem Büschel Caulerpa serrulata, Lufthebe-Schaustofffilter, beleuchtet mit einer 18W ESL Philips Tornado Daylight.

    Diese Gruppe füttere ich nicht mit Artemien, sondern indirekt mit Schwebealgen und probiotischen Bakterien. Die eingesetzten Tiggerpods und andere Copepoden bzw. Brachionus vermehren sich entsprechend, sodass ich bloß hin und wieder den Kleinzeugbestand ergänzen muss. Diese Methode wende ich seit Beginn dieses Jahres bei den Fohlen an, die ich separat aufziehe, und sie hat sich bis jetzt bewährt - auch bei den Großen. Etwa alle 14 Tage wechsel ich 30-50% des Wassers, allerdings ohne dass die Werte im Becken vorher ungünstig wären.

    Ich hab mich jetzt entschlossen, die Fütterung auch im großen Becken auf Copepoden umzustellen und dort das Klima für das Kleinzeug entsprechend zu verbessern. Die Einsiedlerkrebse scheinen dabei recht hilfreich zu sein, sie vertilgen mit den Fadenalgen scheinbar auch die in den Algenpolstern sitzenden Hydroiden. Die Zahl der Medusen ist seit dem Einzug der Krebse vor 3 Wochen deutlich zurückgegangen. Die Hydroiden halt ich für mitverantwortlich, dass sich das Kleinzeug in der Pferdekoppel zuletzt nicht vermehrt hat.

    Zurück zu deinem Beitrag und zu Stefans Antwort. Sauerstoffmangel könnt ich mir erklären, wenn das Becken stark besetzt ist und entsprechend mit Artemien gefüttert wird. Ich hab auch noch eine weitere Theorie, ausgehend von einer Beobachtung in der 'großen' Pferdekoppel: Ein Pferdchen litt unter krampfartigen Zuckungen, bevor es verendete. Ich glaub, das entspricht dem Krankheitsbild von Vibriose.

    Für mich ein weiterer Grund, auf Artemianauplien als Hauptfutter doch zu verzichten. Das geht allerdings nur, solang der Bestand nicht wieder auf 30, 40 Tiere angestiegen ist. Meine Lebendfutterzuchten geben nicht soviel her.

    Lieber Peter, wie immer wünsch ich dir - uns - dass der Bestand an Seeponies durch diese Rückschläge nicht ernsthaft gefährdet wird und wir durch sie neues lernen können.

    Schöne Grüße aus Wien,
    Linda

    Hallo Stefan,

    ich schließ mich Nikonfreaks Posting an, sowohl was die Schönheit der Tiere betrifft als auch was die Lieferung durch Simply Seahorses angeht.

    Ich hab seinerzeit sehr schlechte Erfahrungen gemacht - allerdings mit einem holländischen Partner von Simply Seahorses, den man mir dort empfohlen hatte.

    Dir auf jeden Fall aber herzlichen Glückwunsch & viel Freude mit den Pferden!

    Liebe Grüße
    Linda

    Zitat

    Original von Benjaminb
    P.s. Linda, die Konservendose könntest du durch einen Ton-Blumentopf ersetzen, von innen mit Alufolie ausgekleidet. Habe ich bei meinen Schildkröten im Einsatz :grinning_squinting_face:


    Hallo Benjamin,

    das Auskleiden des Reflektors mit Alufolie wollt ich mir ja ersparen :ylol

    Zitat

    die Grundeln auf den Bildern sind ja der Hammer :winking_face_with_tongue:


    Gell ja =) ?

    Zitat

    Woher bekommt man die, hab auf die Schnelle gesucht und nichts gefunden, bzw. weißt du den Artnamen von denen mit dem blauen Kopf?


    Du, ich muss dir gestehen, dass ich trotz eifriger Suche im Web nicht viel über Stiphodon gefunden hab. Die Artbestimmung ist generell schwierig, die Mitglieder dieser Gattung sind sehr variabel in der Färbung.

    Gesehen hab ich die Tiere auf der letzten Exotica Anfang Juni und war fasziniert von ihnen (obwohl sie eher so ausgeschaut haben: http://www.aqua4you.de/fischart1511.html). Ich kauf aber nix, das ich net kenn, deshalb hab ich mich mit den Infos des Händlers erst mal schlau gemacht und zunächst beschlossen, sie nicht zu nehmen. Ich hab ja fast ausschließlich Brackwasseraquarien, und in mein Gesellschaftsbecken passen sie auch nicht. Dann aber hab ich die nackige Wand oberhalb des Gesellschaftsbecken gesehen und mich erinnert, dass ich ja schon lang ein Strömungsbecken haben wollte ...

    Zitat

    Dein Becken sieht übrigens auch sehr schön aus, genau wie das von Specki :thup


    Danke :smiling_face:
    Ich hab mich dabei an den Biotopfotos aus dem ersten link orientiert.

    Liebe Grüße
    Linda

    PS: Besonders fein find ich den Energieverbrauch dieses Aquariums: 69 Watt (unbeheizt, 15 W für die Aquabee 2000, 36 W T8 und 6x3W LED-Einbauspots)