Fadenalgen und Balling bzw Eisen

  • Hi!

    so, nun hier also ein neues thread zum thema fadenalgen (und deren explosionsartem Wachstum) und Eisen in Spurenelementergänzungen (Balling, Preis, Korallin) als deren Ursache.

    Es klingt logisch, dass diese dunkelgrünen Algen bei einem hohen Eisengehalt viel Chlorophyll synthetisieren können und damit wachsen wie die Hölle. Bekanntlich ist eisen ja nich unwesentlich an der chlorophyllsynthese beteiligt. Nun wäre es interessant zu wissen:

    1. wie schnell Fe von alleine aus dem Wasser ausfällt

    2. In wie fern Fe mit Phosphat niederschlag bildet

    3. wie man Fe (ausser Wasserwechsel) aus dem Becken bekommen kann.

    Wäre es evtl. ein lösungsansatz Eisen speziell nicht nach zu dosieren, sondern nur die anderen, und das vorhande mit der Biomasse der Algen zu entfernen und das im Wasser gelöste durch einen UV-C Klärer zu zerstören?

    Und:

    Inwiefern liegen gesicherte Erkenntnisse vor ob Zeovith Fe abgibt?

    Nun bin ich mal gespannt! Selbstversuch wird heute gestartet!

  • Hallo Matthias
    Wenn Eisen mit PO4 ausfällt bildet es für Fadenalgen die beste Nährgrundlage überhaubt.

    Aber nur Eisen kann Fadenalgen auch nicht zum Wachsen bringen etwas Phosphat und Nitrat finden sie auch ganz nett.

  • Hallo Matthias,

    wie Harald schon sagte, am Eisen alleine wird´s nicht liegen. Habe schon verschiedene Eisendosierungen ausprobiert, ohne damit Fadenalgenwachstum zu erzielen.
    Hohe KH schien mir immer stärker Grünalgen gegenüber anderen Algen zum Wachsen zu bringen.
    Interessant ist auch, ob das Fadenalgenwachstum nur vorübergehend "aufblüht".
    Bei Spurenelementzufuhr war bei mir selbst in sehr nährstoffreichen Becken das Fadenalgenwachstum nur vorübergehend. Allerdings wurden auch Gegenmaßnahmen ergriffen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Harald!

    Warum soll Eisenphosphat die beste Nahrungsquelle überhaupt sein? Nehmen Pflanzen Nährstoffe nicht in der Regel als Ionen auf und Eisenphosphat ist schwer löslich, darum wird Fe3+ auch zur Phosphatfällung in der Kläranlage genommen?

    Was meinst Du?
    Ich habe auch einen Link gefunden:
    [URL=http://www.sud-chemie.com/abwasserbehand…lock1-111.shtml]

    Gruß,
    Matthias

  • Meine Wasserwerte sind sonst ganz in Ordnung,
    NO3- 9mg/l PO4- nicht messbar; Ca++ ist ezwas zu wenig mit 308mg/l Mg mit 1420 mg/l ideal,
    KH liegt bei 8° dH; Ich hatte schon zu hoffen begonnen ich könnte
    mit reduzierter Fe3+- Gabe das langwierige Problem lösen!
    die wachsen nun nämlich schon seit einiger Zeit!

    Dann kommt halt doch ein Zebrasoma flavescens her!

  • Hallo Mathias
    Die Fadenalgen können das Medium auf dem sie sitzen ansäuern und somit ausgefälltes PO4 wieder verfügbar machen.

  • Hallo Matthias,

    fällt Dir eine "billige" Kohlenstoffquelle für die Grünalgen ein. Da die KH nicht besonders hoch ist, denke ich an organische Säuren, die Du vielleicht zuführst. Ich vermute, daß Fadenalgen auf solchen Kohlenstoff, wie das wenige freie CO2 und H2CO3 angewiesen sind und mit HCO3- und CO3-- nichts anfangen können.
    Zebrasoma flavescens halte ich als Algenfresser eher für eine Enttäuschung. Andere Doktoren, z. B. Borstenzähner, evtl. auch Fuchsgesicht sind effektiver. Auch Salarias fasciatus ist ein guter Algenfresser.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Matthias,

    fällt Dir eine "billige" Kohlenstoffquelle für die Grünalgen ein. Da die KH nicht besonders hoch ist, denke ich an organische Säuren, die Du vielleicht zuführst. Ich vermute, daß Fadenalgen auf solchen Kohlenstoff, wie das wenige freie CO2 und H2CO3 angewiesen sind und mit HCO3- und CO3-- nichts anfangen können.
    Zebrasoma flavescens halte ich als Algenfresser eher für eine Enttäuschung. Andere Doktoren, z. B. Borstenzähner, evtl. auch Fuchsgesicht sind effektiver. Auch Salarias fasciatus ist ein guter Algenfresser.

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo zusammen,

    gerade Hydrogencarbonat (HCO3-) kann von Algen alternativ zu gelöstem CO2 sehr gut als C-Quelle genutzt werden kann das Wachstum photosynthetisch aktiver Organismen sehr fördern.
    Eisen ist v.a. in Aquarien meist der wachstumslimitierende Faktor, weil i.d.R. Regel übermäßig viel Phosphat und Nitrat vorhanden ist (daher ist bei hohen Phosphatgehalten auch oft das Wachstum sowohl von Algen als auch von nicht- oder wenig-calcifizierenden Korallen schlecht!). In solchen Fällen kann eine leichte Eisen-Überdosierung "Wunder" bewirken. Da Makroalgen viele Substanzen auch einlagern können (darunter fällt auch in geringem Maße Eisen) ist eine solche explosionsartige Vermehrung i.d.R. längerfristig vorhanden und nach Klärung der Ursache(n) nur mit Geduld zu bekämpfen.

    H Hersteller

  • Huhu Matthias....
    noch mal :-)) einfach keine Zusätze mehr reinschütten,
    Fadenalgen haben nicht nur mit Eisen zu tun, lass
    mal alles weg stell deine KH auf 6-8 ein und dann is gut.
    Setz dich vors Becken schab dir ein Guggloch (Foto) mit dem Scheibenputzer und trink ein Bier *lach* nach ein paar Wochen sollten dann auch deine Fadenalgen weg sein, hmmmm hoffentlich hast dann noch gute Leberwerte??
    also bis dann mal..
    Gruß und Prost
    Th.

  • Hallo Jörg,

    das steht bei Kohl/Nicklisch etwas anders und differenzierter. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass Grünalgen keine sehr effizienten (HCO3-) -Nutzer sind. Mit Umweg über die Karboanhydrase (extrazellulär) wird auch wieder nur ungeladenes CO2/H2CO3 genutzt. Eine aktive Aufnahme von HCO3- scheint für viele Grünalgen nicht nachgewiesen.

    Alternative Erklärung für Fadenalgenwachstum in Abhängigkeit von C-Angebot: PO4 geht sowohl bei niedrigem pH als auch durch organische Säuren (bei unverändertem pH) verstärkt in Lösung. Das können die Fadenalgen besonders gut nutzen.

    Meine Meinung zu Algen: So viele verschiedene Formen und Spezialisten sind unmöglich unter einen Hut zu bringen. Deshalb lieber nicht pauschalisieren. Ich bin der Meinung, Algen sind verschiedener als alle höheren Pflanzen zusammen.

    Grüße

    Hans-Werner

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