Balling im Weichkorallenbecken?

  • Hallo zusammen,

    mein Becken ist vor allem mit Weich- und Lederkorallen sowie einer Kupferanemone besetzt. Bisher habe ich den Calcium- und Magnesiumverbrauch immer mit Bio-Calcium bzw. Bio-Magnesium von Tropic Marin ausgeglichen, möchte aber demnächst auf die Balling-Methode umsteigen. Ich denke, Hauptverbraucher dürften im Moment eigentlich nur die (hervorragend wachsenden) Kalkrotalgen sein.

    Da die Methode immer im Zusammenhang mit der Haltung von Steinkorallen genannt wird, bin ich nicht sicher, ob sie auch im Weichkorallenbecken einsetzbar ist. Habt ihr da Erfahrungen? Und sollten die Spurenelemente auch zugegeben werden?

    Danke im voraus!

  • Hi, also in unserem Weichkorallenbecken geben wir außer ab und an Leitungswasser und den regelmässigen Wasserwechsel nix weiter mit zu.
    Die Kalkrotalgen wachsen dort besser wie in unserem 300 liter Aqua und auch mit einigen Steinkorallenarten hab ich dort keine Probleme.

    Gruß Stefan

  • Hallo Chris!

    Die Ballingmethode beschreibt nur eine Möglichkeit, die Kalziumversorgung des Beckens sicherzustellen, unabhängig davon, welche (niederen) Tiere man pflegt. Der Kalziumverbrauch ist halt in einem von Weich- und Lederkorallen dominierten Becken geringer als in einem von Steinkorallen dominierten. Daher kommt die Kalziumversorgung oft nur in Verbindung mit Steinkorallen zur Sprache.

    Ich möchte Dich allerdings daraufhinweisen, daß Du mit der Zugabe von Bio-Calcium eine vereinfachte Form der Ballingmethode nutzt, denn Bio-Calcium besteht aus Kalziumchlorid und Natriumhydrogenkarbonat. Der Unterschied zu Balling ist die Zugabe in kristalliner Form (während bei Balling beide Substanzen getrennt in Lösung gebracht und dann zeitversetzt zugegeben werden) und die Tatsache, das Tropic Marin nur pauschal daraufhinweist, daß es zur Zunahme der Salinität (Dichte) kommen kann (es kommt sogar sicher dazu). Bei Balling mußt Du errechnen, wieviel Natriumchlorid durch die Zugabe der Ballinglösungen im Becken entstanden ist und ersetzt beim wöchentlichen Wasserwechsel (der ist verpflichtend, um die Dichteschwankungen gering zu halten) diese Menge an Meersalz bei der Zubereitung des Wechselwassers durch natriumchloridfreies Meersalz. Zur Berechnung der Mengen gibt es Online-Tools (z.B. auf der Homepage von Thomas Chronz).

    Was ist denn für Dich der Grund, von der Gabe von Bio-Calcium und Bio-Magnesium auf die "echte" Ballingmethode umzusteigen?

    Was die Zugabe von Spurenelementen angeht: Da gibt es die erweiterte Ballingmethode mit der Selbstherstellung von Spurenelementlösungen. Das ist mir zu aufwendig. Ich bevorzuge fertige Lösungen, die ich mittels Dosierpumpe zugebe. Spurenelemente sind in jedem Fall notwendig. Es gibt allerdings unterschiedlich Ansichten unter Aquarianern, wie man sie zugibt. Es gibt Leute wie ich, die sie wie oben beschrieben zudosieren, und es gibt Leute, die sagen, das ein 10%iger Wasserwechsel jede Woche ausreichend Spurenelemente ins Becken bringt (denn die Meersalze enthalten ja auch eine gewisse Menge Spurenelemente). Das ist letztendlich vom Besatz des Beckens abhängig, denn der bestimmt den Verbrauch an Spurenelementen.

    Gruß,

    Michael

  • Hallo Michael,

    der Grund für den beabsichtigten Wechsel zur echten Balling-Methode besteht darin, dass ich mich an ersten Steinkorallen in meinem Becken versuchen möchte. Ich denke, dass ich damit wohl günstiger fahre und gleichzeitig die benötigten Spurenelemente (Strontium etc.) zur Verfügung stelle. Wasserwechsel mache ich jetzt schon regelmässig, zwar nicht wöchentlich, aber ungefähr im Abstand von 2 Wochen jeweils 10%. Ich möchte jetzt schon damit beginnen, um ein "Gefühl" für die Anwendung zu bekommen, insbesondere für die Stabilität der Salinität. Mir ist schon bewusst, dass es dann mit Steinkorallen wieder anders aussehen wird, möchte aber trotzdem Erfahrung sammeln, solange "nur" relativ harte Korallen im Becken sind.

  • Hallo Chris,

    Grundsätzlich haben Weichkorallen keinen derart hohen Verbrauch von KH, Ca, Mg.
    Da die Balling Methode ja auf diese Werte zielt, ist sie also schon eher für einen starken Steinkorallenbesatz entwickelt worden. Das heißt aber nicht daß die Elemente in einem Aquarium mit überwiegend Weichkorallen keinen Einsatz finden kann. Sicher werden die Spurenelemente hier genauso verbraucht allerding bedeutend Langsamer, da die gierigen verbraucher fehlen.

    Ich würde anhand der gängigen Tests Einfach die Werte im Auge behalten, und bei Bedarf diese in Einklang bringen.

    Spurenelemnte wie Aminosäuren, Strontium, Jod, und auch einen Element-Mix (von QFI z.b.) würde ich regelmäßig hinzufügen.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo Chris,

    So viel weniger ist der Bedarf im Weichkorallenbecken garnicht. Von den empfohlenen 70ml/100 Liter pro Lösung bei der Balling Methode gebe ich im Weichkorallenbecken 50ml pro Lösung hinzu um die Werte langfristig stabil zu halten.

    mfg
    Ralf :]

  • Zitat

    Original von Ralf Fuchs
    Hallo Chris,

    So viel weniger ist der Bedarf im Weichkorallenbecken garnicht. Von den empfohlenen 70ml/100 Liter pro Lösung bei der Balling Methode gebe ich im Weichkorallenbecken 50ml pro Lösung hinzu um die Werte langfristig stabil zu halten.

    Mogäähn Ralfi :O


    Was für nen Besatz hast du denn? So Kraß ist das bei mir nicht :confused_face:
    Wo hältst du deine Werte? auch eher in den natürlichen Bereichen?

    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo Chris,

    Dein Becken ist ja nicht so gewaltig groß, da könntest Du eventuell ohne Probleme bei der Balling Methode mit den Fertigprodukten bleiben.
    Ich selbst verwende bei meinem Becken auch die "Balling" Produkte von Tropic Marin. Seit ich beim wöchentlichen Wasserwechsel einmal im Monat statt Tropic Marin Classic das pro reef verwende, konnte ich die Zugaben von Bio Calcium und Magnesium auf je einen Löffel alle 4 Tage reduzieren und habe gute und stabile Werte. Früher nur mit dem classic benötigte ich deutlich mehr!

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus,

    Zitat

    Original von MarkusK
    Früher nur mit dem classic benötigte ich deutlich mehr!

    Grüße

    Markus

    Das neue Salz von Tropic Marin genießt auch mittlerweile einen recht guten Ruf wie mir scheint. Ist also sicher Ideal für Steinkorallenbecken, oder in so einem Fall wie du beschrieben hast. Wie lange setzt du das schon ein?

    Muß ich glaub auch mal testen...


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo Thilo,

    hab nach SIFI, also Anfang Dezember damit begonnen und ca. 2 Wochen später waren die Werte wesentlich stabiler und sind es seither. Wechsle jede Woche ca. 60 Liter und wie gesagt alle 3-4 Wochen verwende ich dabei mal das pro reef.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus,

    Also das pro reef dann nicht so oft. Hört sich Zuverlässig an. ist ja immerhin schon februar. Was konntest du sonst noch für Veränderungen feststellen? Was hast denn für einen Besatz derzeit?
    Die zwei Faktoren wären mal noch wichtig.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo Markus,

    mit dem Pro Reef hab ich`s noch nicht probiert, ich verwende im Moment ausschließlich das Tropic marin Classic (bilde mir ein, dass dadurch die Cyanos weniger wurden, vorher kam u.a. das Red Sea Salz zum Einsatz). Beim nächsten Salzkauf werde ich mir mal das Pro Reef besorgen.

  • Zitat

    Original von Chris Eiglstorfer
    vorher kam u.a. das Red Sea Salz zum Einsatz). Beim nächsten Salzkauf werde ich mir mal das Pro Reef besorgen.

    Hallo Chris,

    hattest du mit dem Red Sea Probleme?


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo,

    Thilo, Besatz schau mal hier - ist in etwa noch so; Mischung aus Weich- und Steinkorallen.
    Außwirkungen: höhere Magnesium und Calcium Werte wie früher, bessere Konstanthaltung bei gleichzeitig verringerter zusätzlicher Dosierung; Wachstum wie bisher schon gut.
    Wie gesagt - messe wöchentlich. Unter anderem habe ich dabei nach erreichen der höheren Werte einen zwischenzeitlich verbrauchten Salifert Test durch einen neuen ersetzt und dieselben Werte ermittelt.

    @Chris, würde vielleicht mal das pro reef zusätzlich kaufen und nicht statt dem classic aussschließlich verwenden. Wenn ich so meine Anwendung und Werte anschaue, dann wäre wohl eine dauernde Verwendung von pro reef ein zu viel des Guten.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Thilo,

    die Cyanos waren zwar schon vorher vorhanden, sind allerdings nach dem ersten Einsatz des Red Sea-Salzes geradezu explodiert. Ob es ausschließlich am Salz lag, kann ich nicht sagen, aber mit Tropic Marin hatte ich nie diese großen Probleme. Hab dann wieder Tropic Marin verwendet und das Wachstum des roten Zeugs hat stagniert.
    Die Cyanos sind übrigends nach Umstellung der Beleuchtung von HQI 150 Watt mit zusätzlicher Blauröhre auf 5 x T5 39 Watt mit 4 Aquablue spezial und 1 Blau sowie Umstellung des Nachfüllwassers von Osmosewasser auf Leitungswasser nahezu verschwunden.

    @Markus
    genau so werd ichs probieren. Danke für die Tips.

  • Zitat

    Original von Chris Eiglstorfer

    die Cyanos waren zwar schon vorher vorhanden, sind allerdings nach dem ersten Einsatz des Red Sea-Salzes geradezu explodiert. Ob es ausschließlich am Salz lag, kann ich nicht sagen, aber mit Tropic Marin hatte ich nie diese großen Probleme..

    Hallo Chris,

    also Frau Preis hat mich da mal etwas aufgeklärt. (hab schon mal nen Posting dazu geschreiben, verwende mal die Suchfunktion "Preis")

    Ich war lange Zeit ein absoluter befürworter des Red Sea Salz, welches sicher auch gut ist, aber genau das mit den Cyanos hab ich mir auch so gedacht. Ich führte es auf den reinheitsgrades eines natürlichen Salzes zurück. Es ist sicher ein gutes Salz und auch von vielen im Einsatz, alledings habe ich ebenfalls keine probleme mehr mit den "roten" seit ich das tropic marin im Einsatz habe. Die letzten wirklich massiven "roten" hatte ich letztes jahr im jahrhundertsommer, aber da denke ich es könte auch mit der erhöhten temperatur zusammen gehänngen haben.

    Naja wie dem auch sei, jeenfalls Interessant zu Wissen dass jemand die ähnlichen Erfahrungen gemacht hat.

    Gruß Thilo :face_with_tongue:

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