Totes Lebendgestein

  • Hallo,

    Eine Frage zum Riffaufbau.

    Kann man auch totes Lebendgestein zum Unterbau nehmen ?

    Rieselfilter.

    So wie im Forum zu lesen ist, sollte man auf keinen Fall mehr ein Rieselfilter einsetzen.
    Rieselfilter = Nitratschleuder.
    Gibt es irgendwo einen Text der genauer dokumentiert warum dies der Fall ist ?

    mfG
    Herbert

  • Zitat

    Original von Ilja Maeckel
    Hi,
    habe gerade nochmal die "Koralle Ausgabe 2" gelesen. Auch dort ist ein
    Artikel erschienen, der sich ausschließlich mit dem Thema Steine für den Riffaufbau, beschäftigt.

    HI Ilja,

    Das ist richtig, nur daß die zweite Ausgabe der Koralle mittlerweile ein begehrtes Sammerlstück ist, hast du Vergessen zu erwähnen :grinning_squinting_face:

    In der Koralle Nr. 21 (welche auch ein Umsteiger bislang beim NTV Verlag noch Problemlos Nachbestellen kann ;)) war das Titelthema die "Auquariengestaltung".

    Dort steht u.a von Joachim Lohner sehr gut beschreiben worauf es ankommt damit das Becken toll aussehen kann. Von Praktiken wie die etwa von W.Czech, Also lebendes Gestein zementieren, halte ich persönlich allerdings weniger. Das ist wie "Das Wasser in den Bach tragen".
    Wer derartes vor hat, kann totes Gestein verwenden, das ist billiger, und "erstickt" nicht unter dem Zement. Derart behandeltes lebendes gestein bringt keinen Bruchteil des positiven wie bei konventionellen Anwendungen, das liegt auf der Hand. Wollte das erwähnt haben.

    Die weiteren Gestaltungsmöglichkeiten aber sind sehr gut in dieser besagten 21 ten Ausgabe behandelt worden. Also durchaus Empfehlenswert!

    Anfang nächster Woche ist auch mein Bericht fertig, über eine alternative der Riffrückwand Gestaltungsmöglichkeit. Vielleicht hilft auch das etwas.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

    Einmal editiert, zuletzt von Esther&Thilo (30. Januar 2004 um 01:52)

  • Ich habe totest LS verwendet und stehe heute vor einem Becken in dam nach 8 Monaten Standzeit 95 % aller Acropora abgestorben sind. Ich könnte heulen wenn ich reinsehe ...

    Bis heute ist völlig unklar was die Steine alles abgegeben, denke aber an Polyphospahte..

    Ich würde das NIEMALS wieder tun ...

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Zitat

    Original von Herbert Margreve
    Eine Frage zum Riffaufbau.

    Kann man auch totes Lebendgestein zum Unterbau nehmen ?
    mfG
    Herbert


    Die Meinungen gehen auch hier auseinander - es gibt jedoch ausreichend viele negative Erfahrungen beim Einsatz von ehemals lebenden Steinen, die getrocknet wurden.
    Bei diesem Prozess sterben alle im Stein befindlichen Bakterien ab. Viele der dort umgesetzten und gespeicherten Stoffe können sich beim Einbringen ins Becken nach und nach wieder lösen, und so kann es - teilweise erst nach Jahren (bei mir waren es knapp 3 Jahre) zu erheblichen Phosphatproblemen kommen, die in letzter Konsequenz nur durch Ausbau des toten Riffgesteins zu lösen sind.

    Ich würde immer zu Tuff- oder Kalksteinen als Unterbau raten - gegebenenfalls auch Riffkeramik, je nach gewünschtem Aufbau.


    Ergänzend zu Peters Antwort:

    Nimmt man wie er große Mengen, dann hat man den "Vorteil", dass der ganze negative Prozess schnell in Gang kommt....

    Nimmt man wie ich kleinere Mengen, dann wächst zuerst alles wunderbar, in drei Jahren baut sich so einiges auf, und man weiss überhaupt nicht, warum dann innerhalb von ein paar Monaten alles kaputtgeht....

  • Ich würde auch mal sagen das totes LS für ein Korallenriffaquarium nur bedingt geeignet ist, habe selber totes LS drinn und nach 1 Jahr immer noch auf den Steinen eine leichte Algenplage.Man kann die Steine bestimmt verwenden, wobei sie wohl sehr viel Zeit brauchen um wieder zu LS zu werden.
    Für ein reines Fischaquarium würde ich trotzdem auf totes LS zurück greifen da man dort doch sehr viele Algenfressende Fische meisten mit einsetzt.

    Gruß Stefan

    P.S. fallst du trotzdem totes LS verwende willst meld dich mal bei mir hab noch knapp 100 Kilo im Keller gelagert für schlechte Zeiten :face_with_tongue:

  • Zitat

    Original von Stefan Ott
    Ergänzend zu Peters Antwort:

    Nimmt man wie er große Mengen, dann hat man den "Vorteil", dass der ganze negative Prozess schnell in Gang kommt....

    Nimmt man wie ich kleinere Mengen, dann wächst zuerst alles wunderbar, in drei Jahren baut sich so einiges auf, und man weiss überhaupt nicht, warum dann innerhalb von ein paar Monaten alles kaputtgeht....

    Hallo Stefan,

    genau das Problem sehe ich auch wenn man lebende Steine zementiert, oder nicht richtig "umspült". Das würde auch erklären wieso in "Konstanz" ständig neue Ableger eingesetzt werden, und andere "rausgeschnitten" in dem (Villa)kunterbunten Bonsaiaquarium :winking_face:

    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo

    Habt ihr nen Ansatz warum das phosphat erst so spät gelöst wird?

    Ich kann noch nicht ml im Ansatz erkennen wieso lebendes gestein nicht den selben Effekt haben soll.

    Mfg Michael hannig

    Ps was ist mit richtig umspült gemeint?

    ich schaue mal in euren Beiträgen nach und entdecke schon auf anhieb etwas bei Stefan. Verbackener Boden! Ich suche mal weiter ob ich nicht doch noch die normalen Faktoren für euere Beschreibungen finde.

    @Stefan, das problem hattest du doch vorher bei dem Becken auch das 4 Jahre stand, okay ein viertel der Zeit ist schon heftig, aber hast du futtermenge vielleicht vervierfacht?

    2 Mal editiert, zuletzt von Michael Hannig (31. Januar 2004 um 02:29)

  • Hallo Herbert :smiling_face:

    Eine Ausnahme stellt in meinen Augen eine reine Fischanlage dar. In der kann durchaus ein Rieselfilter integriert sein. Letztlich ist es so das kein Abschäumer die Belastungsspitzen die entstehen (nach einem Import zum Beispiel) schafft. Ein Rieselfilter aber schafft etwaige Anstiege von Ammonium und Nitrit durchaus schnell zu Nitrat zu wandeln.
    Dennoch rate ich aus meiner bisherigen erfahrung das nur an bei reinen Fischanlagen ohne Korallenbesatz.

    Gemischte riffbecken --- dann eher nicht.


    Zitat

    Original von Herbert Margreve
    Lebendgestein zum Unterbau nehmen ?

    Rieselfilter.

    So wie im Forum zu lesen ist, sollte man auf keinen Fall mehr ein Rieselfilter einsetzen.
    Rieselfilter = Nitratschleuder.
    Gibt es irgendwo einen Text der genauer dokumentiert warum dies der Fall ist ?

    mfG
    Herbert

  • Zitat

    Original von Michael Hannig
    ich schaue mal in euren Beiträgen nach und entdecke schon auf anhieb etwas bei Stefan. Verbackener Boden! Ich suche mal weiter ob ich nicht doch noch die normalen Faktoren für euere Beschreibungen finde.


    Den verbackenen Boden hatte ich nur, als ich - Faulheit wird bestraft - Salz auf die Schnelle im Becken gelöst habe.


    Zitat

    @Stefan, das problem hattest du doch vorher bei dem Becken auch das 4 Jahre stand, okay ein viertel der Zeit ist schon heftig, aber hast du futtermenge vielleicht vervierfacht?

    Ich habe da Problem nur einmal, Michael - bei meinem 500-Liter-Becken.
    Nur dieses habe ich 1997 mit totem Riffgestein als Unterbau gefahren.
    Das selbe Becken stand vorher von 93-97 ausschließlich mit LS ohne jedes Problem. Nach dem Umzug hab ich dann eben TG mit eingebaut.

    Mit meinen großen Becken hatte ich bisher nix- ich benutze ja auch kein TG mehr....

  • HAllo Stefan ,

    wie hat sich das bemerkbar gemacht, an deinem Korallen , Po4 Test usw.

    die Frage ist wie man hier entgegen wirken kann , vielleicht die Steine lange Zeit wässerm oder gar mir Salzsäure baden ?

    Cu Resa

  • Hallo

    @Stefan
    Nachdem ich jetzt zum zweiten mal rund 100 beiträge von dir durch habe , habe ich wieder gefunden was ich meinte.

    Zitat vom 5.8.2003

    "Ich finds interessant, wie gegensätzlich doch die Erfahrungen sind.
    Ich habe bei meinem vorherigen 500-Liter-Becken ebenfalls mit Osmoseanlage und Reinstwasserfilter gearbeitet - und zwar über die komplette Standzeit von 4 Jahren.
    Nichtsdestotrotz habe ich am Ende (und nur dann) Probleme mit diversen Algen und Phosphaten gehabt, trotz regelmäßigem Membranwechsel und Patronentausch - die mich schließlich dazu bewogen haben, das Becken aufzugeben.

    Bei "beiden" neuen 1700-L-Becken (Umzug, wie man weiss ) habe ich auf Osmose und Reinstwasserfilter komplett verzichtet. Die Einfahrphase verlief beides mal identisch - auch zur Einfahrphase des kleinen Beckens - und auch jetzt gehen die Algen ohne weiteres Zutun zurück - trotz Leitungswasser. Alle gemesssenen Wasserwerte sind im grünen Bereich.

    Ich bin mir deswsegen nicht sicher, ob es immer am Leitungswasser liegt - meine persönlichen Erfahrungen und auch die mir bekannter Kollegen sprechen eindeutig dagegen. "

    @Resa
    Das war vor meiner Zeit und ich habe das nur als Kind bei meinem onkel mitgekriegt. Die Steine wurden in natronlauge oder sowas ähnliches gelegt. Also radikal gesäubert, sie sahen auch nach wenigen Wochen wieder genauso aus. War ca in den 70iger jahren wo das üblich war. Mein onkel hatte da ein riesiges becken für die damalige Zeit

    Ich denke auch das gerade diese Woche jemand für mich da etwas wichtiges zu geschrieben hat. Es geht um die bakteriendichte in strömungsarmen Zonen wo dann die Wodkamethode nicht mehr so ideal ist. Okay ist was ganz anderes und es geht auch um sehr stark belastete becken die allerdings keine auffälligen Wasserwerte haben. Nur die Futtermenge ist abstrakt

    ich habe auch keinen richtien Ansatz nur ich suche verzweifelt nach einer Erklärung worin der Unterschied liegen soll.

    Will kein 5000 liter Fischaquarium aus meinen Steinen machen, wo mich phosphat nicht juckt.

    Mfg Michael hannig

    welches becken ist denn dann nach 8 monaten wegen phosphat neu gemacht worden? Also wenn ich es genau sehe dann hast du zweimal Phosphatprobleme bekommen, oder?

    2 Mal editiert, zuletzt von Michael Hannig (31. Januar 2004 um 10:24)

  • Michael, Du bringst da gehörig was durcheinander.....

    1. Mein 500-Liter-Becken habe ich aufgegeben. Es hatte im letzten von 4 Jahren
    massive Probleme (Zusammenbruch). Dies führe ich auf das tote Gestein zurück,
    das ich damals verwendet habe.

    2. Daraufhin liess ich ein 2000-Liter-Becken bauen. Dieses lief ohne Probleme bis zum Umzug. Nach nur drei Monaten Standzeit - das Becken war eingefahren, mit diversen Weich- und Steinkorallen sowie Fischen, Muscheln, Krebsen und Schnecken besetzt, kam das plötzliche "Aus". Ein Umzug stand an, zwar nur 2 km entfernt, aber was nutzt das schon.

    3. Am neuen Ort wurde das Becken wieder aufgebaut - diesmal 1700 Liter.
    Auch dieses Becken läuft bis heute problemlos.

    Du zitierst aus einem Thread, wo es um das Thema "Umkehrosmose - ja oder nein" ging. Darin habe ich geschildert, dass ich im 500er-Becken mit totem RG trotz UO massive Probleme hatte, während ich in den beiden großen Becken ohne totes RG auch ohne UO keine hatte bzw. habe.

  • Hallo

    Okay bringe was durcheinander mit deinen Umzügen und so weiter.

    Ich starte mal einen neuen Beitrag zu dem Thema, den ich will mehr in die tiefe gehen, jenachdem wie tief wir gehen wälze ich auch gerne mal wieder chemie und bioligie Material.

    Mfg Michael Hannig

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