Rohwasseraufbereitung

  • Hallo Forianer,

    es gibt ja die verschiedensten Methoden der Rohwasseraufbereitung, z.b Umkehrosmose, Vollentsalzer, Mischbettfilter usw.
    Bisher verwende ich, wie viele andere hier, Uk-osmose zur Wasserbereitung und es hat mich immer gestört, dass dabei grundsätzlich fast alles (ca. 90-95%) entfernt wird und das dabei soviel Abwasser (bei mir 1:4)anfällt. Zu dem muss anschließend mit teils teuren Mittel das Wasser weiter aufbereitet werden.
    Dabei sind doch im Rohwasser schon Mineralien und Spuri´s enthalten.
    Das es beim Rohwasser örtlich Qualitätsunterschiede gibt und Schadstoffe selbstverständlich entfernt werden müssen ist klar.

    Da ich aber realtiv gutes Rohwasser habe würde ich gerne auf folgende Methode umsteigen:
    Das Rohwasser soll über einen Monoblockfilter (gepreßte Spezialkohlefilter) laufen um
    Schadstoffe zu entfernen und mittels Adsorbern von Si + Po4 befreit werden.

    Wenn ich nun diesem "Reinwasser" Meersalz zufüge und es für den Wasserwechsel aufbereite,
    überlade ich dann das Wechselwasser mit Mineralien und Spuri´s.

    Was meint ihr dazu?

    Salzigen Gruß

    micha

  • Ich kann dazu eigentlich nur eines sagen, seit ich mal mit Osmosewasser und mal mit Leitungswasser mein Verdunstungsverlust ausgleiche stehen meine Korallen besser denn je. Früher hatte ich nur Osmosewasser genommen und trotz teuerem Salz und Spurenelementen nicht den gleichen Erfolg. Ich bleib auch bei der Mischung von einmal Osmose und mal Leitung dann bleibt mein Aquarium schön im Gleichgewicht in bezug auf Schadstoffe.

  • Hallo Micha,

    genau wie Martin wechsle auch ich ab, mit der Wasserzufuhr, einmal Wasser direkt ab Leitung und einmal nur mit Osmosewasser.

  • @ Martin , @ Tom

    danke für Eure Anwort.

    Habe aber noch ´ne Frage an Euch und natürlich auch an alle anderen:

    Das Nachfüllen von Verdunstungsverlust mit abwechselnd Osmose- und Leitungswasser funktioniert also hervorragend.
    Aber wie macht Ihr dasbeim Wasserwechsel? Verwendet Ihr da auch abwechselnd Osmose- und Leitungswasser?

    Meine Bedenken gehen dahin, dass man bei Verwendung von Leitungswasser und den heutigen
    modernen Meersalzmischungen (welche ja wohl auf Reinstwasserverwendung ausgerichtet sind) zu
    hohe Anteile Mineralien und Spuri´s im Wechselwasser hat.

    Oder wie seht Ihr das?

    Gruß
    micha

  • Hallo Micha,

    da im Leitungswasser sehr viele Mineralien und Spurenelemente enthalten sind, welche im Salz nicht vorhanden sind, aber Organismen evtl. auch brauchen oder davon zehren könnten, ist eine Abwechslung nicht schlecht von Osmose- und Leitungswasser. Ausserdem sind die Anteile dieser Stoffe ja minimal, sodass diese evtl. in kürzester Zeit von den Lebewesen aufgenommen werden und vielleicht im Aquarienwasser ein Defizit hervorrufen.

  • Hallo,
    mit der Zeit wird sich das Wasser aber aufsalzen. Im Rohwasser sind ja Salze enthalten die sich nicht verbrauchen.
    Bei regelmäßiger Abschlämmung dürfte dies allerdings kein Problem sein. Hängt natürlich mit den Wasserwerten zusammen.
    Die Blockfilter entfernen nur Schwebteile und Schadstoffe, keine Salze.

    Phosphat kann man leicht ausfällen, Silikat allerdings nicht. Silikat geht nur mit einem stark basischem Anionentauscher.
    Meiner Meinung ist es bei Silikatproblemen besser voll zu entsalzen, einschl. Silikat, und dann aufzusalzen.
    Eine RO ist bei Silikat auch nicht so effektiv, da würde ich schon an Ionentauscher denken.

  • Hallo Waldemar,

    mich würde interessieren wie mann am besten Silikate aus dem Wasser bekommt , da bei uns die Wasserwerte auch OK sind, bis auf Si stellt sich die Frage ob mann auf die UO verzichten kann , ich habe ein Reinstwaserfilter/Kieselsäurefilter nachgeschaltet, mit welchen Einbußen kann man ihn ohne UO betreiben ?

    Bei Mischbettharzen finde ich nachteilig das sie auch die Salze entziehen , gibt es da keine andere Möglichkeit Silikate zu entfernen ?

    Ich verwende das Amberlite MB20 Mischbettharz

    Vollentsalzung, bringt destillatgleiches Wasser von höchster Reinheit.
    Der Leitwert liegt unter 1uS, GH=0, KH=0, Nitrat=0, Kieselsäure=0 !
    Besonders geeignet zur Verbesserung von Osmosewasser: Restschadstoffe wie Salze, Kieselsäure, Nitrat, Schwermetalle werden eliminiert.

    Cu Resa

  • Hallo Resa

    Zitat

    Original von Resa

    ich habe ein Reinstwaserfilter/Kieselsäurefilter nachgeschaltet, mit welchen Einbußen kann man ihn ohne UO betreiben ?

    Das Mischbettharz verblockt dann sehr schnell. Im Prinzip sind Mischbettharze gemischte Kationen und Anionenaustauscher, die weil man sie nicht selber trennen kann, auch nciht selbst regenerieren kann.

    Bei Mischbettharzen finde ich nachteilig das sie auch die Salze entziehen , gibt es da keine andere Möglichkeit Silikate zu entfernen ?

    Es gibt keine Silicat selektiven Harze.

  • Hallo Bernd & Resa,

    wie wäre denn das, wenn man z.B. das Leitungswasser nur mit Silikarbon filtern würde ( mal abgesehen von den Anschaffungskosten ), welches ja Silikat selektiv entfernt ?

    Einmal editiert, zuletzt von Uncle Tom (22. Januar 2004 um 08:21)

  • Hallo Tom

    Zitat

    Original von Uncle Tom
    wie wäre denn das, wenn man z.B. das Leitungswasser nur mit Silikarbon filtern würde ( mal abgesehen von den Anschaffungskosten ), welches ja Silikat selektiv entfernt ?

    Erstens bindet Silicarbon nicht nur Silicate sondern unter anderem auch Phosphate.

    Währe es relativ schnell erschöpft und auch der Filter müßte entsprechend konzipiert sein, das das Silicarbon immer ganz unter Wasser ist, nur feucht würde das Material schnell zu einer nahezu nutzlosen Verbindung hochoxidiert.

  • Hallo Bernd,

    wieso kommst Du auf nur feucht ?

    Man kann ja das Leitungswasser in ein Fass abfüllen, eine Pumpe darin installieren und an diese Pumpe eine Silicarbon-Patrone anstecken, diese zwei bis drei Tage laufen lassen und man kriegt nahezu silikatfreies Wasser, oder nicht ?
    Das währe doch eine Lösung für all diejenigen, welche in Gebieten wohnen, wo das Wasser von guter Qualität ( meerwassernutzbar ) ist und nur das Silikat vermindern wollen.

  • Zitat

    mich würde interessieren wie mann am besten Silikate aus dem Wasser bekommt , da bei uns die Wasserwerte auch OK sind, bis auf Si stellt sich die Frage ob mann auf die UO verzichten kann , ich habe ein Reinstwaserfilter/Kieselsäurefilter nachgeschaltet, mit welchen Einbußen kann man ihn ohne UO betreiben ?


    Ich kenne kein Mittel um Kieselsäure selektiv zu entfernen. Man kann sie fällen, aber andere Stoffe dann auch. Ein starkbasisches Harz, und nur das kann Kieselsäure entfernen, nimmt natürlich auch alle anderen Anionen auf. Zusätzlich müssen auch die Kationen vorher entfernt werden, sonst verblockt es.
    Man kann es auch hinter eine RO schalten. Es ist dann mit NaOH regenerierbar, hat aber den typischen Amingeruch. Danach ein Mischbettharz löst das Problem. Dieses hat dann eine sehr lange Standzeit.
    Bisher gibt es leider keine Lösung die ich kenne.

  • HAllo Waldemar,

    woraus besteht ein Carbonataufhärter und lohnt es sich ein nachzuschalten
    bzw. welche Salze werden noch mit ausgewaschen von denen wir profitieren können.

    Cu Resa

  • Hallo Tom

    Mit dem nicht feucht fahren war nur ein Hinweis. Vom Prinzip her gehts auf jeden Fall so. Wenn würde ich nur UltraSil nehmen, hat eine höhere Kapazität und ist ein gutes Stück preiswerter.

  • Zitat

    Original von Bernd Quirbach
    Hallo Tom

    Mit dem nicht feucht fahren war nur ein Hinweis. Vom Prinzip her gehts auf jeden Fall so. Wenn würde ich nur UltraSil nehmen, hat eine höhere Kapazität und ist ein gutes Stück preiswerter.

    Wenn das mal jemand ausprobieren und dokumentieren würde incl. Messungen , dass wäre nicht schlecht und würde mich interessieren.
    :smiling_face:

  • Zitat

    Original von Waldemar Effertz

    Ich kenne kein Mittel um Kieselsäure selektiv zu entfernen. Man kann sie fällen, aber andere Stoffe dann auch. Ein starkbasisches Harz, und nur das kann Kieselsäure entfernen, nimmt natürlich auch alle anderen Anionen auf. Zusätzlich müssen auch die Kationen vorher entfernt werden, sonst verblockt es.
    Man kann es auch hinter eine RO schalten. Es ist dann mit NaOH regenerierbar, hat aber den typischen Amingeruch. Danach ein Mischbettharz löst das Problem. Dieses hat dann eine sehr lange Standzeit.
    Bisher gibt es leider keine Lösung die ich kenne.

    ...also jetzt nochmal nachgefragt: ob ich jetzt ultrasil oder silicarbon nehme...ich krieg die silikate eh`nicht raus :confused_face:
    ...dann kann ich mir ja meine patrone mit silicarbon schenken oder?!

    grüsse

    joschka

  • Hallo Joschka

    Zitat

    Original von Joschka

    ...also jetzt nochmal nachgefragt: ob ich jetzt ultrasil oder silicarbon nehme...ich krieg die silikate eh`nicht raus :confused_face:
    ...dann kann ich mir ja meine patrone mit silicarbon schenken oder?!

    Doch beide binden auch Silicate. Die Verwendung außerhalb des Aquariums ist etwas unorthodox aber durchaus möglich. Und bei geringen Silicatwerten im Leitungswasser kann es eine Alternative darstellen.

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