Korallenfraßverdächtige gefaßt

  • Hallo zusammen!

    Seit vier Tagen hatte eine Seriatopora caliendrum, die bis dahin sehr schön und ungestört wuchs, plötzlich Fraßspuren. Trotz dreier Versuche den Übeltäter auszuspähen, gelang mir dies nicht, die Fraßspuren nahmen nach jeder Nacht zu.

    Heute waren die Schäden an dieser Koralle so groß, daß ich mich dazu entschied, sie aus dem Becken zu entfernen und die noch nicht angefressenen Äste abzutrennen und zu Ablegern zu machen. Als ich mich gerade daran machen wollte, die Koralle aus dem Becken zu entfernen und noch einen Blick durch´s Becken nahm, sah ich am Boden unter einer Sarcophyton eine Bewegung. Bei näherem Hinsehen erkannte ich eine Schnecke. Mir gelang es, sie von einem Stein zu entfernen, auf dem sie sich geradezu "festkrallte". Es war erstaunlich, mit welcher Kraft sie sich auf dem Untergrund festhielt.

    Als ich sie dann endlich in einem Gefäß außerhalb des Beckens hatte, konnte ich sie fotografieren. Sie hat eine feste "Platte" auf der Dorsalseite, die etwa 40 % der Schnecke bedeckt, jedoch kein "Gehäuse", in das sie sich zurückziehen könnte.

    Ich bitte nun um Hinweise, um welche Schneckenart es sich handeln könnte und ob sie als "Korallenmörder" bekannt ist. Interessant finde ich, daß sie das Wasser verläßt und versucht aus dem Gefäß zu entkommen. Auch zehn minuten außerhalb des Wassers scheinen ihr nichts auszumachen.

    Gruß,

    Michael

  • Michael,

    das sieht nach einer ganz harmlosen und gewöhnlich Algenfressenden Stomatella sp. Schnecke aus. Ich habe davon unzählige in meinen Becken, und bin froh über jede :winking_face:

    Da hast du sicher den falschen erwischt - oder ist heute der 1 April?

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Michael,

    solche Schnecken (also zumindest sehen meine so aus) hab ich auch jede Menge und meine sind nicht nur so bräunlich, sondern in allen Farben. Bisher haben sie keinerlei Schaden gemacht, kommen auch vorallem nachts raus und sind dann auf den Steinen sowie den Scheiben unterwegs.

    Viele Grüsse Kathrin

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  • Hallo Michael,

    also ich glaub auch nicht, dass Du den richtige Übeltäter geschnappt hast, denn solche Schnecken besitze ich auch.
    Wie sehen denn die Frassspuren auf deiner Seriatopora aus, gibts ein Bild von ?

    Einmal editiert, zuletzt von Uncle Tom (13. Januar 2004 um 09:06)

  • Hallo,
    ich habe die sogar in gelb, zumindestens der Fuß.
    Völlig harmlos.


    Zu den Fraßspuren, hast du nachts schon mit der Taschenlampe gelauert? Was hast du für einen Fischbesatz?

  • Hallo zusammen!

    Peter

    Zitat

    Da hast du sicher den falschen erwischt - oder ist heute der 1 April?


    Also nach meinem Kalender nicht, aber ich weiß ja nicht, wie es in Belgien so ist? :grinning_squinting_face: Und wenn Du das für einen Scherz hälst: Ich habe von Schnecken keine Ahnung. Und nur weil ein Tier harmlos aussieht, muß es noch lange nicht harmlos sein. Die Conusschnecke sieht auch harmlos aus. :winking_face:

    Tom

    Zitat

    Wie sehen denn die Frassspuren auf deiner Seriatopora aus, gibts ein Bild von ?


    Dummerweise kein Bild. Fleckförmiges Fehlen des Korallengewebes zunächst am einem Ast, nach der nächsten Nacht an zwei weiteren Ästen, jeweils drum herum gesundes Gewebe mit exprimierten Polypen. Da dies auch nach den nächsten beiden Nächten zugenommen hatte (neue Stellen) und ich fürchtete, daß die "abgeknabberten" Stellen sich womöglich infizieren, habe ich die Koralle mittlerweile aus dem Becken entfernt, die nicht betroffenen Äste fragmentiert und auf Ablegersteine geklebt.

    @Sabine

    Zitat

    Zu den Fraßspuren, hast du nachts schon mit der Taschenlampe gelauert?


    Habe ich, aber ohne Erfolg. Das Problem ist, daß die Beleuchtungszeiten des AQs meinem Tag-Nacht-Rhythmus angepaßt sind (so daß ich abend auch noch was vom AQ sehe) und ich nur zwei Stunden lang nach Ausschalten der Beleuchtung (ein Mondlicht ist aktiv) das AQ inspizieren konnte. Irgendwann muß ich halt auch ´mal schlafen.

    Zitat

    Was hast du für einen Fischbesatz?


    1 Ecsenius bicolor, 1 Centropyge bispinosus, 2 Gobiodon histrio, 1 Paracheilinus hexataenia (Nachtrag).

    Ich hatte jetzt in der letzten Zeit viel Gelegenheit, mein AQ zu beobachten, zumal es in meinem Arbeitszimmer steht und ich es vom Schreibtisch aus einsehen kann. Der Blenny scheidet m.E. komplett aus. Centropyge können ´mal an Korallenpolypen gehen, aber mein Exemplar konnte ich dabei kein einziges Mal beobachten. Vor allem würde es mich wundern, wenn er nachts dran ginge. Soweit ich beobachten konnte, "hockt" er da in einer kleinen Höhle und kommt nicht raus. Bei den G. histrio ist bekannt, das sie in der Natur die Polypen von Acroporen fressen und zwar von nur wenigen Arten. Einer von beiden lebt in einem Acroporenstock, der andere in einer Lobophyton. Beide sind ganz wild auf Flockenfutter und sind immer die ersten an den Flocken. Sie sind seit etwa drei Monaten im Becken und auch sie habe ich nicht an Polypen zupfen sehen. An SPS habe ich noch eine "Enzmann" und den besagten Stock von Acropora sp. Beide zeigen keine Schäden und wachsen.


    @All

    Nachdem ihr einhellig der Meinung seid, daß die Schnecke unschuldig ist, werde ich sie wieder in´s AQ entlassen. Ich werde mich halt in den nächsten Tagen (bzw. Nächten) noch ein wenig auf Lauer legen, vielleicht findet sich noch eine Erklärung.

    Vielen Dank und schönen Gruß,

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von Michael Riediger (13. Januar 2004 um 13:00)

  • Hi Michael,
    ich würde den Blenny im Auge behalten. Ecsenius bicolor kann ein starker Polypen(SPS)fresser sein (mehrfache eigene Erfahrung).

  • Hall Michael,

    Zitat

    1 Ecsenius bicolor, 1 Centropyge bispinosus, 2 Gobiodon histrio.

    diese drei Arten können aber eine Steinkoralle sehrwohl schädigen, letztere eher nur beim Ablaichen !

  • Hallo Klaus!

    Zitat

    ich würde den Blenny im Auge behalten. Ecsenius bicolor kann ein starker Polypen(SPS)fresser sein (mehrfache eigene Erfahrung).


    Ich habe gerade in dem Thread über den unbekannten Blenny eine entsprechende Äußerung gelesen. Alle meine SPS stehen z. Zt in der rechten Hälfte des AQ, der Blenny hält sich aber konstant in der linken Hälfte auf. Ich werde ihn trotzdem im Auge behalten. Danke.

    Gruß,

    Michael

  • Hallo Tom!

    Zitat

    diese drei Arten können aber eine Steinkoralle sehrwohl schädigen, letztere eher nur beim Ablaichen !


    Was den Blenny angeht, siehe meine Antwort an Klaus. Was die G. histrio betrifft, so beschränken die sich meines Kenntnisstandes nach auf die artzugehörigen Acroporen.

    Was mir gerade auffällt: Es gab auch Verlust von Korallengewebe an Stellen, an die Fische nicht herangereicht hätten, nämlich auf den zueinander gewandten Seiten von Ästen der doch ziemlich kompakten Koralle. Also kann eigentlich nur ein kleineres und flaches Lebewesen, das sich dazwischen "quetschen" könnte, dies verursacht haben. Damit wären wir wieder bei Schnecken, Würmern etc.

    Gruß,

    Michael

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