Plötzlicher Fischtod/Vibrionen/Behandlung

  • Hallo Jochen,

    Zitat

    Original von Jochen Ivens
    Was wäre denn wenn man NUR das futter mit antibiotika behandelt/ dann dosiert füttert damit auch alles gefressen wird...gelangt dann durch die ausscheidungen noch viel antibiotika ins wasser?!

    also ich glaub, eh ich solche Mätzchen machen würde, verzichte ich lieber darauf, Artemien zu füttern. Also damit musst Du ja den Fischen die Artemien einzeln vor halten und darauf achten, dass sie es auch definitiv fressen. Und wenn dann so eine Artemia wieder ausgespuckt wird, was ich bei meinen Fischen öfters beobachte, geht die Jagt los.... nee, also ich denk, wenn man so die Fische füttern will, muss man Rentner sein :grinning_squinting_face:

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • @ kathrin:

    ..ich dachte dabei an die gezielte behandlung erkrankter und -noch nicht erkrankter- fische, wenn man sie nicht aus dem becken holen kann, bzw. kein quarantänebecken hat.

    no risk...no fun (grins)

    Gruss

    J.

    Einmal editiert, zuletzt von Joschka (13. Januar 2004 um 14:42)

  • Hallo zusammen...

    Etwa drei Wochen vor Weihnachten habe ich eine schwere Katastrophe erlebt, die ähnlich verlaufen ist wie Jochens Fischsterben:

    - ein Amphiprion-Paar und einen 6-Streifen-Lippfisch in Köln gekauft
    - eine Woche lang war alles OK
    - dann von heute auf morgen scheuerten sich alle anderen Fische am Gestein
    - ein Tag später waren alle "gepudert", außer die Neuerwerbungen
    - zwei Tage lang haben alle wie blöd gefressen
    - das Futter habe ich immer vitaminisiert jetzt abwechselnt mit Knoblauchsaft versetzt
    - dann haben sie nicht mehr gefressen
    - es starben nacheinander ein Ch.kleinii, ein Flammenkaiser, ein S.fasciatus, ein Hawei-Doc
    - etwas später dann auch die Amphiprions
    - es kam alles so plötzlich und ging so schnell, dass ich keine Chance hatte
    - jetzt lebt nur noch der Lippfisch und ist gesund ???

    Wasserwerte waren OK, die Korallen stehen sehr gut und Artemias als Ursache schließe ich aus... Ich gehe vom Einschleppen der Erreger vom Händler aus!

    Das wollte ich nur mal loswerden...

    Viele Grüße

    Holger

  • ...die lippfische scheinen irgendwie eine resistenz zu haben....ggf. bedingt durch ihre lebensweise (putzer..) irgendwie bleibt jedem immer ein lippfisch über...hmmm

  • Hallo zusammen
    Erstmal will ich sagen das es mir sehr leid tut was mit euren Fischen passiert ist.
    Ich will nur ein Mißverständnis mal aufklären.
    Ich glaube sehr wohl das es sein kann das verseuchte Artemien auf dem Markt sind. (Wir wissen ja bald mehr, da Sabine heute Probe abgibt)
    Ich habe nur die ganze Zeit gesagt, das man bevor man losschreit, erst Untersuchungen abwarten muß.
    Der Löffeltest hat ja, wie Beere schon erwähnt hat, nix mit Vibrionen zutun. Weil man die nicht riechen kann. Auch scheiden die verklebten (wo man ja was riechen will) auch aus, da bei einigen ja normale zum Tot der Fische geführt haben sollen.
    Jochen
    Anitbiotika sind über das Futter schwer zudosieren. Die Darmflora wird da sicher auch mit drunter leiden. Aber wenn du es versuchen willst, solltest du über gute Kohle filtern, die es dann gleich wieder aus dem Wasser entfernen sollte.
    So und jetzt hört bitte auf meine Namen hier als Zweifler zunehmen. Warten wir einfach ab und dann überlegen wir wie wir sowas verhindern können und unsere Fische schützen.
    Gruß Frank

  • @ frank: nein, ich versuchs nicht mit antibiotika...war ne`frage in den raum gestellt.

    Ich habe meine burschen mit der "forisch-joschka-heilmethode" durchbekommen...und auch deiner fischpsycholgischen kenntnis.

    Und: ja....vibrionen haben nichts damit zu tun wie artemia riecht...das wären dann andere ursachen wenn sie riecht (blaualgen...verdorben...etc..siehe geruchstest o.a.) man könnte natürlich wieder mutmassen was wäre wenn ein fisch schlechte artemia futtert und dann geschwächt zum opfer wird, von erregern die latent im becken vorhanden sind.

    Schaun wir mal was Sabine erfährt.

    Grüsse

    J.

    Einmal editiert, zuletzt von Joschka (13. Januar 2004 um 15:13)

  • Hallo Jochen,

    ich hab aber bei meinem Desaster auch ein Päarchen Sechstreifen-Lippis und einen Cirrhilabrus rubriventralis verloren, allerdings mein Paar Macropharyngodon bipartitus wiederum hat alles prima überstanden. Sie hatten zwar auch ein paar Tage damals nix gefressen und waren etwas verhaltensauffällig, aber sie haben sich fix erholt. Aber generell kann man also nicht sagen, dass Lippfische weniger anfällig sind....

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • hmmm...zumindest die putzer müssten ja bei dem parasitenkram und der bakterienverseuchten fischschleimhaut resistent sein...sonst würden die ja sofort abnippeln.

    Aber egal...back to the roots...

    Einmal editiert, zuletzt von Joschka (13. Januar 2004 um 16:20)

  • Hallo, Herr Bundesaußenminister (Joschka) :grinning_squinting_face:

    Ich möchte noch was anmerken zum Thema Infektionen. Nicht jeder Kontakt mit Mikroorganismen (Viren,Bakterien, Pilze, Protozoen) führt zu einer Infektion. Dabei spielen viele Dinge eine Rolle:

    1. Es gibt Mikroorganismen, die nicht pathogen (krankheitserregend) sind, es gibt welche die es unter bestimmten Umständen sein können und es gibt sehr wenige, die es fast immer sind.

    2. Für die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist einmal die Erregerdichte entscheidend. Bei einem Keim/Liter, was soll´s. Bei 1000/Liter ist das Risiko schon höher, bei 10[H]6[/H]/Liter deutlich erhöht (nur Beispiele).

    3. Der Keim muß in den Wirt eindringen. Dazu muß er die Haut (mechanische und chemische Barriere) überwinden. Ist diese verletzt oder durch Krankheit oder sonstige Einflüsse verändert, bessert das die Chancen des Keims. Gleiches gilt für Schleimhäute, wie z.B. im Verdauungstrakt.

    4. Der Keim muß sich im Wirt vermehren können. Kommt er in eine Umgebung (z.B. sehr saurer Magensaft), die er nicht verträgt, war´s das für ihn. Kommt er in einen Bereich, wo ihn die Abwehrzellen des Körpers nicht erreichen (z.B. in Brandwunden), gut für ihn.

    5. Die Abwehrmechanismen des Wirtes spielen eine große Rolle. Es gibt eine zelluläre Abwehr mit spezifischen und unspezifischen Zellen und es gibt eine chemische Abwehr durch Antikörper und weitere Substanzen. Von der Stärke dieser Immunabwehr ist der Verlauf einer Infektion bzw. deren Beginn sehr stark abhängig. Die Immunabwehr kann durch externe Faktoren (chemisch, physikalisch, biologisch) und durch innere Faktoren (Tumore, Krankheiten, Gendefekte, Mutationen) negativ beeinflußt werden.

    In Aquarien sind sicherlich schlechte Wasserwerte, Sauerstoffarmut, toxische Einflüsse, Störungen durch andere Fische, Dadurch bedingter Streß, unausgewogene Ernährung, höhere Keimdichte als in der Natur etc. wichtige Einflüsse auf die Immunabwehr von Fischen.


    Fazit:
    Auch wenn hier eine auffällige Häufung von Erkrankungen und Todesfällen nach der Fütterung von Artemien einer bestimmten Marke vorliegt, so gibt es in dem künstlichen Lebensraum AQ noch mehr Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen. Dies sollte nicht vergessen werden. Allemal kennen wir sicher auch nicht alle Faktoren, die dabei eine Rolle spielen.

    Gruß,

    Michael

    P.S.: Die geschilderten Mechanismen sind aus der Humanmedizin abgeleitet, sollten meiner Einschätzung nach so aber auch für die Fische gelten.

  • @ michael bzw. harald:

    wir reden ja die ganze zeit über "vibrionen" und über bestimmte/ oft gleichartige symphthome in diesem thread.

    Vibrionen sind ein bakerienstamm der sich auf verschiedene erreger / dem stamm zugehörig/ aufteilt richtig?!

    Was ist eigentlich mit viren?! Kennen wir hier stämme die ähnliche reaktionen und den 24h tod hervorrufen?!

    P.S.: apropo Bundesaussenminister = "aus raider wird twix sonst ändert sich nix.." :grinning_squinting_face:

    (diese anmerkung müssen mir die mods gestatten :winking_face: )

    Einmal editiert, zuletzt von Joschka (13. Januar 2004 um 18:03)

  • Hallo ich nochmal :face_with_tongue:
    vieleicht sollten die die Verluste haben mal zusammenschreiben was man noch so an Gemeinsamkeiten hat.
    z.B.
    gleiches Trockenfutter?
    Fische zugesetzt, welches Land?
    Salz?
    Welche anderen Frostfuttersorten? usw usw
    Vieleicht kommt man ja so auch auf Gemeinsamkeiten.
    Wie gesagt es ist nur ein Vorschlag. Weil was ist wenn die Artemien sauber sind 8o?
    Gruß Frank

  • @ frank: du hattest mal gepostet das "andreas und ich die fische vom gleichen händler haben" das stimmt nicht die kandidaten (allesamt tot) stammen von 3 versch. quellen.

    Auch ist bei uns beiden die fütterung unterschiedlich...der bodengrund....die korallenquellen....also trotz "nachbarschaft" wenig gemeinsames...(im becken..)

    P.S.: mich würde dein technikbecken interessieren im tenickforum unter "wie sieht es in euren unterschränken aus"

  • Hallo,

    ich möchte hiermit Joschkas Aufruf nachkommen, denn ich habe soeben meinen gelben Doc rausgefischt den ich erst am letzen Samstag gakauft habe. Es war mein erster Doc, außer ihm habe ich zwei putzmuntere Blennis.
    Gestern habe ich erstmals gefüttert, und zwar Artemien aus einer frischen Packung. Extra wenig so daß der Fisch sich nicht überfrißt.
    Übrigens gut gespült und auf Raumtemperatur gebracht.
    Kann also nicht an einer Fütterung von zu kaltem Futter liegen. Ich bin mir fast sicher daß es am Futter lag, denn die Wasserwerte sind perfekt, Steinkorallen wachsen prima. Die Blennis haben kaum davon gefressen und sind munter.
    Welche Erfahrungen habt Ihr mit Trockenfutter? Mein Händler hat mir gesagt daß durch Trockenfutter zuviel Phosphat eingebracht wird. Nur wenn die Fische durch Artemien abkratzen ? Da gibts wohl keine andere Alternative.

    Viele Grüße
    Markus

  • Hallo Markus!

    Erstmal tut´s mir leid für Deinen Fisch. Aber: Wenn der Fisch drei Tage nach dem Einsetzen verstirbt, würde ich erst einmal andere Ursachen als die Artemienmahlzeit vom Vortag in Betracht ziehen.

    Was das Trockenfutter angeht: Kein Problem! Was meinst Du wohl, wieviel Phosphor in verschiedener Form in den Artemien oder in anderem Frostfutter drin ist? Zellmembranen zum Beispiel haben einen hohen Gehalt an Phospholipiden etc. Und das ganze endet schließlich als Phosphat im Wasser.

    Ich füttere mehr Trockenfutter als Frostfutter, weil es die Fische sehr mögen (sie gehen an die Flocken mit sichtlich mehr Begeisterung heran als an alle Sorten Frostfutter, die ich jemals angeboten habe), und mein Phosphat ist bei 0,06-0,09 mg/l (Machery&Nagel).

    Gruß,

    Michael

  • @ michael: schliesse mich voll an. bin durch futtermix in die lage gekommen, das die fische (allesamt) jetzt auch trockenfutter -alleine- akzeptieren. Phosphor kein problem.

    @ markus: allerdings ein 3 tages-tod (sofern in deinem becken alles o.k. ist..z.B. werte usw.) solltest du zumindest mit deinem händler ausdiskutieren, so schnell sollte es nun auch nicht gehen. Wie sah der tote fisch aus (flossen...läsionen??!).

    Grüsse
    Jochen

    P.S.: wie sieht es in euren unterschränken aus :frowning_face:

  • Vielen Dank für Eure Antworten,

    werde morgen mal zum Händler gehen.

    Der Fisch sah recht "gut" aus. Kein Flossenfraß, nicht abgemagert, keine Geschwüre oder ähnliches.

    Vielleicht war es auch zuviel Streß, ich weiß ja nicht wie lange er beim Händler stand. Kann nur sagen daß mein Händler zu den gewissenhaften gehört und nur gut eingewöhnte Tiere verkauft.

    Vielleicht wars auch nur Pech, das kommt ja mal vor.

    Viele Grüße
    Markus

  • Da ich grade sehe, dass du aus meiner Gegend kommst, würde mich interessieren bei welchem Händler Du gekauft hast?

  • Kann euch zwar nix über Krankheiten bei Salzwasserfischen erzählen (meine haben manchmal Pünktchen aber nur selten und dann wenig) aber bei Süßwasserfischen hatte ich so ziemlich jede Krankheit in meinen Becken :angry_face: . Hatte da auch eine sehr schlimme Form der Weißpunktkrankheit. Bei meinen fischen konnte man keine weißen Pünktchen erkennen, die Erreger waren zwar vorhanden aber meine fische waren weitgehend immun dagegen. Schlimm wurde es erst wenn ein neuer Fisch dazukam. Der war innerhalb kurzer zeit mit Pünktchen übersäht, starb meistens kurz danach. Hatte er es überlebt konnte man nichts mehr erkennen, trotzdem waren auch bei ihm die Erreger vorhanden. Man kann sich vorstellen was passiert wenn man so einen Fisch kauft. Und so groß wird der Unterschied zwischen Salz- und Süßwasserkrankheiten nicht sein.

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