Jedes Becken hat so seine Problemchen

  • Da ich jetzt schon seit geraumer Zeit immer die selben Probleme mit meinem Becken habe und ich auch nach vielfacher Recherche in diesem Forum der Ursache nicht alleine auf die Spur gekommen bin, brauche ich mal euren Rat.

    Mein Becken steht seit 03/2003 und ist inzwischen ziemlich voll besetzt mit hauptsächlich Steinkorallen. Und genau um diese Tiere geht es mir. Grundsätzlich stehen alle Tiere sehr gut und verzeichnen ein starkes Wachstum. Auch die Farbigkeit ist meineserachtens sehr gut. Nur das Polypenbild gibt mir Rätsel auf. Es betrifft nur Acroporas! Und zwar Acros an sämtlichen Stellen des Beckens (strömungsarm sowie starke Strömung) Auf den Wachstumsspitzen kommen doch normalerweise auch immer Tentakeln heraus, diese fehlen aber bei mir vollkommen. Die Acros zeigen Ihre Tentakeln nur zwischen den Ästen, sozusagen an den abgeschatteten Stellen der Koralle. Nachts sind alle Polypen sämtlicher Acros voll ausgefahren. Bei einer Acropora Selago (vieleicht auch Millepora) sieht mann es ganz deutlich. Tagsüber ist sie überall fasst zu und Nachts total auf.

    Hiernoch ein paar Daten. Nitrat=n.n. Phosphat=n.n. Alle sonstigen Werte im optimalen Bereich.

    Licht: 2x250 Watt Aqualine Brenner und 4x80 Watt ATI

    Für mich ergeben sich in diesem Zusammenhang die Fragen, ob vieleicht das Wasser so närstoffarm ist und das Licht so stark ist, dass die Acroporakorallen Ihre Polypen zum Nahrungsfang nicht brauchen und sich nur über das Licht ernähren. Nachts ist das dann umgekehrt. Doch wieso haben denn dann alle anderen Korallen immer auf?

    Ich hoffe gemeinsam mit eurer Hilfe auch noch diesem Rätsel meines Beckens auf die Spur zu kommen.

    Vielen Dank schonmal für die Teilnahme.

  • Hallo

    Ich kenn ja dein Becken nicht.
    Meins ist sehr dicht zusammengewachsen.
    Wenn meine Acros Tags über die Polypen nicht mehr so stark zeigen,
    wechsle ich die Aktiefkohle. Ich komm ohne Kohle leider nicht mehr aus.
    Ca. alle 2 Monate muß ich wechseln. Bis vor einem Jahr hab ich überhaupt keine Kohl verwändet.

  • Sicher ist es immer schwierig ein Ferndiagnose zu stellen. Soviel kann ich noch an Infos an die Hand geben:

    Die meisten Korallen sind Ableger von Bekannten, also auch noch relativ klein. Folgedessen behindern sich auch noch keine Korallen gegenseitig am wachsen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich Kohle einsetzen müssten um zb. Nesselgifte zu entfernen. (Setzt du die Kohle aus diesem Grund ein?)
    Wie gesagt, zugewachsen ist mein Becken bei weitem noch nicht.

    Ein weiteres Problem, dass in meinem Becken auftritt sind Cyanos. Anfänglich dachte ich, dass es Kieselalgen sind, doch ein Silikattest ergab 0. Ich denke, dass es sich hier um die Reinstwasserform handelt, da Nitrat und Posphat n.n sind. Allerdings wachsen nicht viele von diesen Algen, hauptsächlich an 2 Stellen und vereinzelt auf dem Gestein in Form von Bläschen ab Nachmittags sichtbar.

    Könnte denn eine Steigerung des Nährstoffgehaltes in meinem Becken durch Zugabe von Staubfütter und Nährlösungen für Filtrierer und Wirbellose die Lösung beider Probleme sein? Oder vieleicht sogar die Dosierung von Wodka um die Bakterienpopulation zu vermehren und den Korallen so eine neue Nahrungsquelle anzubieten und eine Konkurenzvermehrung zu den Cyanos anzuregen?

    Sicher ist das Thema sehr komplex, aber ich bin für jeden weiteren Ansatz dankbar.

  • Hallo Michael

    Ja ich muß Kohle wegen der Nesselgifte Einsetzen.

    Das Foto ist über ein Jahr alt inzwischen haben sich die Korallen fast verdoppelt und sind wesendlich farbiger wegen Zeovit System.
    Hab leider kein aktuelleres Foto. Darmals mußte ich aber mit Kohle beginnen.


    Wenn es noch kleine Ableger sind und noch genügend Platz würde ich auf Kohle verzichten.
    Dein Becken ist noch Jung, noch nicht richtig im Gleichgewicht, das zeigen dir die Cyanos ganz deutlich.
    Ich rate dir zu einem wöchentlichen Wasserwechsel mit Osmosewasser, eigentlich falsches Wort, ein wöchentliches Zusätzen von wichtigen Spurelementen von ca. 20L mit verschiedenen guten Salzen.
    Wenn es ein Nährstoff , Spurelementesmangel oder Ionenverschiebung ist, kann es so ausgeglichen werden.
    Machst du Balling oder Kalkreaktor, da könnte auch der Grund begraben sein..

    Wodka, bei keinem Nitrat und Phosphat weiß noch nicht was ich davon halten soll.
    Hat das schon mal jemand mit einem voll besetzten Steinkorallen Becken versucht ?
    Möchtest du es riskieren ?
    Wenn du etwas mit Nährstoffen machen möchtest würde ich dir zu lebenden Phytoplankton raten,
    hat bei mir zu sehr guten Resultaten geführt allerdings auf kosten der Farbigkeit der Steinkorallen.
    Aber ziemlich viel Aufwand. Ich habe bis zu 5 Liter täglich auf 1000L gefüttert.

  • Hallo Fritz,

    vorab vielen Dank für Dein Antworten.

    Mein Becken ist nicht ganz so stark mit Steinkorallen besetzt wie es bei dir der Fall ist. Die Durchschnittskoralle dürfte so 7 cm groß sein. Was ich damit sagen will, ist das zwar schon ein Verbrauch an Spurenelemente usw. da ist, dieser jedoch durch den Wechsel von 45 Liter Wasser wöchentlich eigentlich aufgefangen werden müsste.

    Zudem habe ich den Jetstream1 angeschlossen, der sehr zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Die Wasserwerte messe ich überwiegend mit Salifert und manches mit Red Sea.

    Vieleicht versuch ich einfach mal ein paar gezielte Fragen zu stellen:

    - könnte es bei der angegebenen Beleuchtung sein, dass diese zu stark ist? (HQI 7 Stunden / T5 11 Stunden)
    - würde eine Zugabe von Niedere Tiere Futter (zb. die Nährlösung von Grotech) das biologische Gleichgewicht durch die Anreicherung von Nährstoffen begünstigen und so der Koralle eine weitere Nahrungsquelle zu verfügung stehen und als positive Begleiterscheinung vieleicht sogar eine Bakterienkonkurenz zu den Cyanos entstehen? ->> Immer bezogen auf die 0 Werte Phosphat und Nitrat

    Die Überlegung mir einen Planktonreaktor anzuschaffen hatte ich auch schon. Ich bin mir halt nur nicht sicher ob das mein Problemchen löst, oder wie du geschildert hast, die Koralle einfach nur etwas Farbe verliert.

    Und was die Wodkadosierung angeht. Ich gebe seit dem 23.12. 4 ml zu. Seit dem 26.12. 6 ml. Was sich bisher gezeigt hat, sind etwas murrende Xenias, die einfach nicht mehr so gut stehen wie davor. Sonst habe ich noch keine Veränderung ausmachen können. Weder positiv noch negativ. Intersannt zu wissen wäre, ob mir diese Methode überhaupt was bringen kann.

  • Das Licht ist sicherlich nicht zu stark.
    Ich würde - nachdem du ja bereits mit Wodka begonnen hast, was ich an Deiner Stelle nicht getan hätte, auf jeden Fall zufüttern (Fischfutter, Staubfutter).

  • Hallo,

    hast du irgendwo ein Algenfilter installiert ?

    Hol dir Bakterien vom Pohl und dosiere sie laut Anleitung 14 TAge und dannach beginne mit der Kohlenstoffzufuhr.
    NAch 4 Wochen sollte sich das Polypenbild stark verbessern.

    Cu Resa

  • Zitat

    Original von Resa
    Hallo,

    hast du irgendwo ein Algenfilter installiert ?

    Hol dir Bakterien vom Pohl und dosiere sie laut Anleitung 14 TAge und dannach beginne mit der Kohlenstoffzufuhr.
    NAch 4 Wochen sollte sich das Polypenbild stark verbessern.

    Cu Resa

    Weiß einer was das für Stämme sind? Also hat das schonmal einer Analysiert?

  • Hallo

    Ich persönlich halte die Bakterien vom Pohl für nicht notwendig, da in einem Becken mit lebenden Steinen alle Bakterien vorhanden sein müßten. Die Zusammenstellung der Nahrung, bessergesagt den Kohlenstoff ( Essig)+ Vitamiene (multisanostol) + Aminos + sonst noch was ; halte ich für sehr gut für mein Becken.
    Nur auch da darf ich nicht zu hoch dosieren sonst verlieren die Korallen an Farbe.
    Ich hoffe der Pohl mischt bald etwas mehr Eisen zu, damit meine grünen Korallen auch die Farbe besser halten. Das Polypenbild war bei mir noch niemals besser.
    Nur Kohlenstoff in Form von Alkohol halte ich bei 0 Werten nicht zielführend.

  • Guten Morgen Miteinander,

    da ich gerade in der Arbeit bin, und leider nicht alle Acroporarten auswendig genauer bestimmen kann die in meinem Becken sind, hier ein wirklich nur klein er Auszug:

    -A.valida (steht fast direkt unter dem Brenner und zeigt tagsüber kaum Polypen)
    -A. formosa (steht relativ dunkel und zeigt alle Polypen)
    -A. echinata (seht mittelhell, hat aber eh kaum Polypen zum zeigen)
    Eine weitere A. in grün zeigt ebenfalls alle Polypen obwohl sie recht hell steht, und der Rest an Acros zeigen wieder weniger Polypen am Tage. Es dürften ca. 20 verschiedene Unterarten sein. Außer die sehen nur einfach verschieden aus :confused_face:

    Einen Algenfilter habe ich nicht installiert!

    Grundsätzlich bin ich schon bereit mir irgendwelche Bakterienstämme zuzusetzen, jedoch bin ich mir einfach nicht sicher, das das Problem somit gelöst wird. (und die Produkte sind ja nicht gerade billig) Meiner Vorstellung nach müssten eigentlich alle Bakterienstämme vorhanden sein (ca.110 kg Lebendgestein). Ich dachte, dass die Bakterien vieleicht aufgrund des niedrigen Nährstoffgehaltes vieleicht nicht genug Nahrung zum vermehren haben, und ich diesem mit einer Kohlenstoffdüngung entgegenwirke. ( jedoch bin ich auf diesem Gebiet absoluter Laie)

    Welche Methode in dem Pohl-System bewirkt denn diese Polypenexpandierung? An der Farbigkeit z.b. müssen die Korallen meinetwegen nicht mehr zulegen. Die finde ich schon natürlich schön. Nur eben die Polypen sind am Tage unnatürlich stark eingezogen. (Dadurch schließe ich auf Nahrungsmangel?!) Wäre es denn möglich nur einen Teil der Zeovitmethode anzuwenden. Z.b. sämtliche Lösungen nur ohne Zeovitfilter?

  • Hallo alle,

    Michael ist nicht der einzige mit diesem Problem.
    Wenn ich nachts mit der Taschenlampe ins Aq. leuchte
    wedeln die Polypen um die Äste, das es eine Freude ist.
    Tagsüber ist kein Polyp zu sehen.
    Das betifft aber nur die Acropora, meine Pocillopora, Sereatopora
    usw sind auch am Tag voll wuschelig.
    Woran liegt das.
    Nitrat und Phosphat sind auch bei mir nicht zu messen.

    Gruß manfred

  • Die A. valida, braunlila, zeigt tagsüber fast keine.
    Die A. formosa und die enzmann zeigen sie.
    Ich halte das für durchaus normal, und wenn ein Wachstum zu erkennen ist, wüsste ich nicht was du ändern solltest.... :confused_face:

  • Hallo Stefan,

    ich habe mir schon gedacht, dass die Aussage, dass dies normal sei einmal kommen wird. Es ist natürlich immer schwer sowas ohne Bilder ( (ich habe keine Digicam) rüberzubringen. Ich wurde jedoch sogar schon von Aquarianern die mein Becken zum ersten mal gesehen haben, darauf angesprochen, warum die Steinkorallen zu seien. Wenn man sich die gleichen Korallen in anderen Becken anschaut, wie gesagt es sind alles Ableger, dann sieht man den Unterschied ganz deutlich. Und auch in diesen anderen Becken wachsen die Mutterstöcke wie verrückt. Also kann es auch nicht an einem beschleunigtem Wachstum oder der gleichen liegen.
    Man versucht ja immer für seine Tierchen optimale Lebensbedingungen zu schaffen.

    Hallo Manfred,

    freut mich das noch jemand mit dem selben Problem, und das auch noch in München, gepostet hat. Seriatopora etc. sind auch bei mir voll auf. Auch die Weichkorallen sind fast immer super weit auf. Komisch das ganze!
    (Übrigens 09.01.04 Meerwasserfreundestammtisch in Gröbenzell!!! Bist herzlich eingeladen)

  • Ja klar - ich dachte mir schon bei Deiner Fragestellung, was jetzt wohl so an antworten kommt - deshalb hab ich auch geschrieben dass ich das für normal halte.

    Wenn du natürlich über einen Vergleich mit den Mutterstöcken verfügst, ist das was anderes.....

    Wachsen denn Deine Ableger?

  • @ Stefan

    Ja, meine Korallen wachsen alle, sogar ziemlich schnell, soweit ich das beurteilen kann. Einfach genauso wie bei dem Referenzbecken mit den meinsten Mutterstöcken. Nur durch das fast fehlende Polypenbild ist der Gesamteindruck einfach nicht der gleiche.

    @ Resa

    Wie schon gesagt, ich bin gerne bereit mir diese Bakterien zu kaufen. Nur hätte ich vorher noch gerne etwas Background bevor ich etwas an ändere. Was würde denn diese Bakterienkultur genau für eine Änderung im Becken bewirken?
    Sollte es sich nur um Bakterien handeln, dann stelle ich mir wirklich vor, dass ich schon genug, zumindest was die Artenvielfalt angeht, Bakterien im Becken habe. Du denkst doch an eine Bakterienzugabe und deren anschließender Vermehrung mit Wodka, oder?

    @ Manfred

    Vieleicht kannst du an dieser Stelle auch mal kurz dein Problem genauer schildern. Es scheint ja das selbe zu sein wie bei mir.

  • Hallo miteinader,

    ein befreundeter Aquarianer hat mich auf die Idee gebracht, dass es an zu starker UV-Strahlung liegen könnte, dass die Polypen an der Lichtseite der Koralle, also an den Spitzen etc. tagsüber zu sind.

    Ich habe 2x250 Watt Aqualine Brenner die in 2 aqualine buschke Gehäusen eingebaut sind. Auch auf dem Filtglas ist diese Marke aufgedruckt. Hat vieleicht jemand auch diesbezügliche Erfahrungen gemacht?

    Sollte es das nicht sein, dann hole ich mir wahrscheinlich die Bakterien vom Pohl.

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