Bodengrundhöhe vs. Nitrat?

  • Hallo zusammen,

    ich würde von Euch gern mal wissen, ab welcher Bodenschichthöhe die Effekte des Jaubert Systems (Nitratabbau) einsetzten. Ich weiss, dass das aufgrund der Unsicherheit im Bezug auf die Sauerstoffversorgung des Bodens durch die Strömung recht unsicher ist. Der Grund ist, dass in meinem Becken der Nitratabbau sehr gut funktioniert (genauso PO4, nicht nachweisbar).
    Hier mal ein paar Fakten:
    - Bodengrund aus groben Korallenbruch 5-6 cm (Nitratabbau?)
    - Außenfilter mit Siporax und Korallenbruch befüllt (Nitratabbau? und PO4-Anlagerung?)

    Das System läuft seit etwa 1 Jahr so wie es ist, Korallenbruch im Außenfilter wird aller 4-5 Monate getauscht, Siporax alle 2 Monate ausgewaschen, Bodengrund alle 2 Wochen etwas abgesaugt beim Wasserwechsel.

    MfG Marcus

  • Hallo Marcus,

    in meinem ehemaligem 54L-Versuchsbecken hatte ich zuerst eine Bodengrundhöhe von ca 7cm. Bei der Bodengrundhöhe und ca. 10-facher Wasserumwälzung im Becken hatte ich nur mäßige Nitrat-Abbauleistungen. Nach dem einrichten der beiden neuen Becken mit einer Bodengrundhöhe von mind. 10cm funktioniert der Nitratabbau recht gut. Bei reichlicher Fütterung ist in der Regel kein Nitrat nachzuweisen, hingegen bei der geringeren Bodengrundhöhe hatte ich immer mindestens 10mg NO[T]3[/T]

    Dein Außenfilter wird kein Nitrat abbauen sondern relativ viel produzieren, denn durch die starke Wasserbewegung haben die Bakterien genügend Sauerstoff und brauchen sich nicht auf Nitratatmung umzustellen. Das einzige was man in so einen Außenfilter heinentun sollte ist ab und zu mal etwas Kohle, oder PO[T]4[/T]- oder Silikatadsorber... Benutze einfach mal hier im Forum die Suchfunktion und suche mal nach dem Begriff "Nitratschleuder"

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Ich habe mir jetzt mal den LiveSand bestellt und da ich ja eh ein NO3 geplagtes Kind bin :grinning_squinting_face: werd ich eine 5cm Schicht einrichten und mal schauen was dann so passiert, weil die meisten ja sagen der Sand bringt nix.Aber bei dennen die Werte eh schon unten sind mal sehen wie dann bei mir ist.


    Gruß Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Hergo (6. Dezember 2003 um 15:01)

  • Hallo IXware,

    danke für deine Antwort. Also das Ding mit der Nitratschleuder Außenfilter ist so´n Ding. Da ich Nitrat 1 mg/l habe glaube ich nicht, dass er das tut. Manchmal wünsche ich mir, er würde es tun. Am Siporax kann sich nicht viel anlagern, lediglich im Korallengruss, aber den wasche ich alle 4 Wochen mal aus. Ich habe das nur geschrieben, um das System darzustellen. Aber der Korallengruss im Außenfilter bindet vielleicht etwas Phosphat, laut Mergus Bd. 1 soll das ja wohl möglich sein, das meinte ich.

    Kann es sein, dass im Bodengrund, der sich hinter dem Riffaufbau befindet aufgrund schwacher Beströmung schon Nitratabbau stattfindet. Ich kann nämlich manchmal Luft?-blasen beobachten, die aus dem Boden aufsteigen.
    Nun ja hier nochmal eine Theorie von mir:
    Könnte es sein, das sich in recht grobem Korallengruss, also in den Bruchstückchen selber, ähnlich Vorgänge auftreten, wie an lebenden Steinen, d.h. außen auf der Oberfläche aerobe Bakterien, weiter innen denitrifizierende Bakterien?

    MfG Marcus

  • Hallo zusammen!

    Ab welcher Schichttiefe bei einem Jaubert-System die Denitrifikation beginnt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen die Teilchengröße des Bodengrundes, die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers über dem Bodengrund, die Anwesenheit grabender Lebewesen und andere Faktoren. Diese Faktoren beeinflußen nämlich die Tiefe des Sauerstoffeintrags in den Bodengrund und somit die Arbeit der Bakterien.

    Meines Kenntnisstandes nach gibt es da keine Faustformel, die Sicherheit gibt. Sabine Mülder hat 10 cm Bodengrund eingebracht. Ihr Bericht findet sich hier: http://www.korallenriff.de/jaubert-sabine.html

    @Marcus

    Zitat

    Könnte es sein, das sich in recht grobem Korallengruss, also in den Bruchstückchen selber, ähnlich Vorgänge auftreten, wie an lebenden Steinen, d.h. außen auf der Oberfläche aerobe Bakterien, weiter innen denitrifizierende Bakterien?


    Im Prinzip ja, aber das ist von der Sauerstoffkonzentration des umgebenden Wassers sowie von der Beschaffenheit und der Teilchengröße des Filtermaterials abhängig. Bei starker und vor allem gleichmäßiger Durchströmung des Filters mit sauerstoffreichem Wasser ist das Auftreten von Denitrifikation eher unwahrscheinlich. Aber es gibt auch die Aussage, daß bei einem gut aerob arbeitenden Filter nach etwa 10 cm kein nennenswerter Sauerstoffgehalt mehr im Wasser sein soll. Ich denke, daß dies jedoch in der Realität nur in Außenfiltern der Fall ist, die mit sehr langsamer Durchströmung arbeiten oder in denen sich "Straßen" für den Wasserdurchfluß gebildet haben, so daß bestimmte Bereiche kaum mehr durchströmt werden.

    Das Problem hierbei wäre aber wieder einmal die fehlende Steuerbarkeit dieser Prozesse. Es kann nämlich dabei soweit kommen, daß sich Bereiche bilden, in denen noch nicht einmal mehr genügend Nitrat den Bakterien als Lebensgrundlage vorliegt und diese daher mit der Sulfatreduktion anfangen (mit der Folge einer Schwefelwasserstoffbildung). Wer schon ´mal einen lange stehenden Außenfilter gereinigt hat, wird wissen, was ich meine.

    Zitat

    Aber der Korallengruss im Außenfilter bindet vielleicht etwas Phosphat


    Wenn dies in einem relevanten Maße stattfinden würde, dann wären Kalkreaktoren ideale Phosphatbinder :winking_face: Nein, sicher können Kalziumionen Phosphationen durch Ausfällung als Kalziumphosphat binden (siehe Kalkwasser), aber eine mengenmäßig relevante Bindung findet da nicht statt. Es gibt derzeit m.E. nur zwei praktikable Arten eines Phosphataustrages aus dem AQ: Mittels phosphatbindender Adsorber (ROWAphos, Ultraphos, Contraphos und wie sie alle heißen) und durch einen Algenfilter, in dem Caulerpa (vorwiegend) durch ihr Wachstum Nitrat und Phosphat bindet). Ob ein Algenfilter alleine für die Phosphatbindung ausreicht, kann ich Dir allerdings nicht sagen. Auch Siporax wird keine relevanten Mengen an Phosphat binden.

    Gruß,

    Michael

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