Hallo Forum,
wie hatte Stefan C. vor zwei Tagen geschrieben ? Apokalypse ? das trifft es nicht. Ich will das mal so einleiten, ich bin 50 Jahre alt und die Hälfte davon bin ich Seewasseraquarianer aber so etwas ist mir nicht einmal an den ersten Tagen meiner Anfänge untergekommen !
„Vom Traumkaiser bis zum seltenen Wels aus Peru“ lautete die Überschrift des Berichtes in unserer Wochenzeitung aber was meine Frau und ich dann heute vorfanden, spottet jeder Beschreibung.
Im Bild 1 ist die Gesamtanlage zu sehen. Sie besteht aus vier Eckbecken (Deltabecken) ich glaube von Juwel in Standardausstattung mit 2 Leuchtstoffröhren. Der Inhalt der Becken zunächst nur mühsam zu erkennen, weil die Scheiben, der Bodengrund und die Dekoration dick von Kieselalgen überzogen waren. Zunächst identifizierte ich einen kleinen Schwarm Silberflossenblätter (Monodactylus argenteus), meine Frau einen Augenblick später einen Rotfeuerfisch (Pterois ???) der alles an den Körper angelegt hatte wessen er fähig war. Im nächsten Becken wo eigentlich der Traumkaiser zu einem Preis von € 249 ,00 schwimmen sollte (tat er aber nicht mehr) schaute mich aus traurigen Augen ein junger roter Argusfisch an der durch „Puderzucker“ geschwommen sein muß. So langsam kam Zorn in mir auf und meine Frau stieß mich mehrere Male an ich solle ruhig sein. Das war wohl auch richtig so, hätte man uns doch möglicherweise des Ladens verwiesen.
Im dritten Dreieckbecken war eine „Blaue Teppichanemone“ für den Preis von € 99,00. Klein aber sie stand. Im Becken befand sich die Mittelmeeralge Caulerpa prolifera, die pro Blatt für € 0,50 feil geboten wurde. Ich glaube ich steige auf die Caulerpazucht um. Aber eigentlich ist mir nicht zum Scherzen zumute.
Und im vierten und letzten Becken war ein einziger gemeiner Röhrenwurm (mehr habe ich nicht gesehen), ein paar kleine Lederkorallen die zusammengezogen dennoch ein paar Polypen ausstreckten, ein Zebrasoma flavescens der sich hinter dem Berg Blumentöpfe versteckte und ein Pseudochromis paccagnellae der als einziger Fisch bei Praktiker einen ungestörten Eindruck machte.
Die Deltabecken waren mit Standardabdeckungen versehen die mit wohl höchstens zwei Leuchtstoffröhren bestückt waren. Keine Strömungspumpen sondern wie an den grünen Rohren zu sehen war wird das Wasser per Topffilter im Unterschrank gefiltert. Keine Eiweißabschäumer. Das Wasser erscheint stark gelb/bräunlich, was aber durch die reichlich vorhandenen Kieselalgen so aussehen kann. In der Zusammenfassung gibt es wohl kaum eine Note die man dafür vergeben könnte, das ist nicht nur mangelhaft sondern erschreckend insbesondere auch deshalb, weil der Leiter der Abteilung mir vor einigen Monaten in einem persönlichen Gespräch mitteilte, daß er selbst schon langjähriger Meerwasseraquarianer sei. Selbst wenn man unterstellt das alle Angestellten sich nur in der Süßwasseraquaristik auskennen, sind diese vier Meeresaquarien ein Schlag mitten ins Gesicht !
Leider haben die Bilder eine schlechte Qualität weil ich heimlich fotografiert habe. Ich denke aber das man dennoch genug erkennen kann. Wer möchte kann jedes einzelne Bild gerne in der Originalgröße von 1280x960 Pixel bekommen.
Bild 1: o.l. Gesamtanlage, 4 Deltabecken zum Quadrat
Bild 2: o.r. Blaue Anemone und Blattcaulerpa für € 0,50 pro Blatt
Bild 3: u.l. die Schmalseite mit Längsdurchsicht
Bild 4: u.r. oben rechts in der Ecke der todgeweihte Argusfisch übersäht mit Ektoparasiten




