Fadenalgen

  • Hallo Leute,

    ich habe mir eben noch mal alles über Fadenalgen durchgelesen uind das deshalb, weil ich nun neben den Planarien auch zunehmend Fadenalgen bekomme. Noch dominieren im Grossen die Kalkrotalgen.

    Das ich Braunalgen habe liegt sicher an dem Rest Silikat
    und ich denke ich bin nicht der einzige der keinen Reinwasserfilter hat. Es stellt sich die Frage, ob es nun gut ist immer vorbeugend etwas Silikarbon im Becken zu haben.

    Jetzt setze ich, um die chemische Keule zu vermeiden planarienfressende Fische ein, was auch ein gewisses Problem darstellt, denn ich hätte es nicht getan (noch nicht) wenn nicht die Plattwürmer haufenweiose da wären, ich hab nämlich noch wenig Korallen drin(Grund:
    Mir sind Weichkorallen für nächste Woche in Aussicht gestellt worden und zwar kostenlos, sollte das jetzt der Grund für diese Algen sein?)

    Ich wäre dankbar, wenn mir einmal jemand kurz den Zusammenhang für dieses Fadenalgenwachstum erklären könnte, denn meine Wasserwerte sind alle bestens.

    Immer wieder habe ich bei Fadenalgen gelesen: Zu viel Nitrat (bei mir immer 0 trotz 2 gelber Seebader und gute
    Fütterung) zuviel Phosphat ( bei mir immer 0) nach mehrmaligem Messen mit verschiedenen Tests.

    Und das allerwichtigste: Wie werde ich sie möglichst schnell wieder los? Ich hatte wirklich gedacht, jetzt nach einem guten Vierteljahr, dass keine mehr kommen.
    Das war wohl ein Irrtum.

    Ich wollte folgendes machen:Ö Einige Weichkorallen einsetzen, Einsiedler und Schnecken noch mehr(Wieviel sollte ein 400 liter Becken Einsiedler und Schnecken haben?) Licht reduzieren, hilft Caulerpa oder lieber nicht einsetzen?
    Zeovit in den Filter? Viele Fragen, ich weiss aber wenn jeder ein kleines bisschen schreibt bin ich bestimmt gut mit Tips versorgt.

    Ich komme nächste Woche ins Krankenhaus und ich möchte meine Frau mit dem Aquarium nicht ganz im Stich lassen.

    Danke und alles gute Für Euch

    Bis bald


    Thomas Wenk

  • Hallo Thomas,

    für das Aufkommen und weitere Wachstum von Fadenalgen gibt es einige Gründe mehr als Phosphate und Nitrate.

    Um aber zunächst beim Phosphat zu bleiben, Algen sind in der Lage ausgefälltes Phosphat zu nutzen, das im Kalziumphophat, welches durch die Verwendung von Kalkwasser produziert wird, vorhanden ist. Bei einem Freund, dessen Aquariumwasser phosphatfrei ist, wachsen Fadenalgen nur auf der Riffkeramik was mich vermuten läßt, daß darin genug Phosphat enthalten ist um die Algen dort zu halten.

    Aber auch Licht und Spurenelemente können ein verstärktes Fadenalgenwachstum begünstigen oder sogar auslösen. Beim Licht sind es insbesondere die Rotanteile die Algen mögen. In Vielen Spurenelementekombinationen ist u.a. Eisen enthalten, welches gerade für Fadenalgen vorteilhaft ist. Heute bin ich davon Überzeugt daß es nicht- oder nicht nur das Nitrat ist was zur ungehemmten Vermehrung von Fadenalgen beiträgt.

    Sehr vielversprechend aber auch am langwierigsten ist das Besetzen mit photosynthetisierenden sessilen Wirbellosen wie Stein-, Weich- und Lederkorallen sowie auch Scheiben- und Krustenanemonen, da diese ebenfalls Nährstoffe nutzen wie die Fadenalgen.

    Möglichst schnell wirst Du sie mit Bekämpfungsmittel wieder los dabei ist aber dringend zu beachten, daß eine wirksame Menge auch viele niedere Tiere vernichtet die die gleichen Lebensweisen haben. Das ist also kein erfolgversprechender Weg. Und dosierst Du diese Mittel niedriger als angegeben ist die angestrebte Wirkung gleich null.

    Ich hoffe ich konnte Dir die Zusammenhänge etwas verständlicher machen.

    Aus dem was ich geschrieben habe bleibt nur ein sinnvoller Weg übrig, nämlich das Aquarium mit Wirbellosen zu besetzen um den Verbrauch an Nährstoffen zugunsten der Korallen zu verschieben.

    Es sind immer wieder Gratwanderungen die wir beschreiten aber auch Herausforderungen die, wenn wir sie meistern, den unglaublichen Reiz der Meerwasseraquaristik ausmacht. Niemand hat je behauptet das es leicht ist aber unmöglich ist es auch nicht.

    Einsiedler und Schnecken bekämpfen nur die sichtbare Auswirkung. Dennoch halte ich es für sinnvoll sie einzusetzen. Das Licht zu reduzieren halte ich nicht für empfehlenswert. Gerade die Photosyntetiesierer brauchen nicht nur die Menge sondern auch die Dauer des Lichts. Caulerpa kann ein gutes Gegengewicht bilden aber ein einziger Fehler und alle in den Blättern und frischen Trieben gespeicherten Stoffe werden schlagartig freigesetzt. Auch ZEOvit würde ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht benutzen. Unter Umständen wird Deine Frau damit mehr überfordert als wenn Du gar nichts machst. Die "planarienfressenden" Fische erhöhen natürlich den Anteil an verwertbaren Nährstoffen aber nun sind sie halt da und müssen versorgt werden. Wenn es möglich ist sollte der Eiweißabschäumer stärker arbeiten (mehr Luft und mehr Durchlauf)

    Mehr fällt mir so aus der Entfernung nicht dazu ein. Ich wünsche Dir gute Gesundheit und daß Du bald das Krankenhaus verlassen kannst. Alles Gute !

  • Hallo,

    was ich zu Ralph's ausführlicher Erläuterung noch hinzufügen möchte, ist ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Fadenalgen und der Karbonathärte (i.d.R. gleichzeitig mit dem Gehalt an Calcium und Magnesium).

    Ich stelle oft fest, das Makroalgen, und dazu gehören ja auch die unbeliebten Fadenalgen, bei einer niedrigen Karbonathärte besser wachsen. Eine niedrige Karbonathärte bedeutet eine geringere Pufferkapazität und kann sich in leicht erniedrigten pH-Werten äußern. Bei niedrigeren pH-Werten verschiebt sich das Carbonatsystem in Richtung Hydrogencarbonat, was von Algen neben dem frei gelösten CO2 noch sehr gut photosynthetisch verwertet werden kann.

    Kalkrotalgen wachsen bei zu niedrigen Karbonathärten oft nicht so gut, und das liegt dann wohl daran, das die niedrige Karbonathärte aus dem Verbrauch von Calciumcarbonat resultiert. Also muß Calciumhydrogencarbonat nachdosiert werden.

    H Hersteller

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