Informationen über Großkaiser

  • Hallo zusammen,

    da ich sehr gerne mehr über Kaiserfische wissen möchte und Informationen sehr weit verstreut sind, möchte ich jetzt hier den Anfang machen und meine Erfahrungen niederschreiben. Wenn ich mal Zeit habe und etwas (für mich) neues erfahre, werde ich das hier ergänzen. Ich möchte hiermit alle Kaiserfischbesitzer oder ehemalige Besitzer auffordern meinem Beispiel zu folgen, damit wir voneinander lernen. Mich interessiert zum Beispiel das Paarungsverhalten. Da meine beiden Kaiser noch nicht gelaicht haben, kann ich dazu nichts beisteuern.

    Auf die Idee hat mich Torben gebracht, weil er auch Interesse an Informationen hat. Mit einigen hier aus dem Forum habe ich schon persönliche Nachrichten ausgetauscht (Hajo, Christian, …). Ich denke hier sind die Informationen besser aufgehoben.

    Bevor ich jetzt beginne möchte ich darauf hinweisen, dass Kaiserfische keine Fische für Anfänger sind! Das Thema soll keine Werbung für diese schönen Fische sein, sondern Erfahrungen vermitteln. Wie ich zu meinen Kaiserfischen gekommen bin und wie schwierig es war den ersten aufzupäppeln schreibe ich in den nächsten Tagen/Wochen hier rein.


    Ich pflege derzeit zwei Pygoplites diacanthus in meinem Hauptbecken mit Brutto ca. 1100l. Besatz:
    - Pygoplites diacanthus (Paar?)
    - Zebrasoma flavescens (Paar?)
    - P. hepatus [Paletten Doktorfisch] (einzeln)
    - Chaetodon xanthurus (Einzeln)
    - A. polymnus (Paar)
    - C. parasema [Gelbschwanzdemoiselle] (Paar)
    - C. altivelis [Mirakelbarsch] (Paar)
    - A. tomentosus (Paar?)
    - S. splendidus (Paar)
    - Valenciennea sexguttata (Paar)
    - P. aldabraensis (Paar)
    - P. springeri (Einzeln)
    - Labroides dimidiatus (Paar)
    - Halichoeres chrysus (Paar?)
    - Anampses neoguinaicus (Harem?)
    - P. kauderni (einzeln)

    Das Becken ist durch ein gemeinsames Technikbecken mit vielen anderen kleineren Becken verbunden. In dem Hauptbecken sind wenige Steinkorallen, viele Weichkorallen und einige Anemonen. Meine beiden Pygos lassen die Korallen meistens in Ruhe. Gelegentlich picken sie an den Bäumchenweichkorallen (vermutlich Capnella). Die Korallen ziehen sich dann kurz zurück. Eine ernsthafte Schädigung konnte ich bisher nicht feststellen, aber die beiden Pygos sind auch noch nicht ausgewachsen.

    Meine beiden Pygos fressen sehr gerne Schwämme. Damit sie die Schwämme bekommen, lege ich gelegentlich Steine aus anderen Becken in das Hauptbecken. In dem Hauptbecken sind nur kleinere weiße und schwarze Schwämme, die den beiden offensichtlich nicht schmecken. Vor kurzem habe ich auch mal ein Stein mit einer kleinblättrigen Caulerpa in das Becken gelegt und zu meiner großen Verwunderung haben die beiden Pygos die Caulerpa schneller gefressen als die Doktorfische. Die von mir gelegentlich verfütterten Norialgen werden bei mir von den Doktorfischen und den anderen Fischen gefressen. Die beiden Pygos konnte ich dabei noch nie beobachten. Abgesehen davon füttere ich den beiden Pygos Miesmuschel (ganze gefrorene in Schale) und anderes Muschelfleisch, Mysis, Krill, Fischlaich, Artemia (vielleicht höre ich damit bald auf), Granulat (wird nur vom kleineren Pygo gefressen), Ocean Nutrition Frozen ANGEL FORMULA usw. Das Futter wird von den beiden Pygos unterschiedlich gut gefressen.

    Das soll es für heute erstmal gewesen sein. Ich werde diesen Text später ergänzen. Jetzt sind erstmal andere Kaiserfischliebhaber dran.

    Schöne Grüße
    Mirco

    Einmal editiert, zuletzt von Mirco (5. Januar 2016 um 14:54)

  • 2. Teil


    Hallo zusammen,

    anscheinend gibt es Interesse an dem Thema aber leider noch keine anderen Berichte. Ich hoffe weiterhin auf Berichte von anderen Kaiserfischhaltern und gehe heute auf das Verhalten meiner beiden Pygos ein.

    Ich gehe davon aus/hoffe, dass mein größerer Pygo ein Männchen und mein kleinerer Pygo ein Weibchen wird. Deshalb bezeichne ich die beiden hier als Männchen und Weibchen. Mir ist bewusst, dass die beiden Pygos mit knapp und gut 15cm (geschätzte Größe) noch nicht geschlechtsreif sind und ich weiß nicht ob ein Geschlechtswechsel noch möglich ist.

    Die beiden Pygos verhalten sich gegenüber den anderen Fischen sehr friedlich. Der Falterfisch wird oft vom größeren Pygo verjagt. Wenn es dem Falterfisch zu viel wird, schwimmt er in die Schräglage und droht mit seiner Rückenflosse. Die Lippfische werden von den Pygos ignoriert. Sie schnappen sich zwar gegenseitig das Fressen weg, aber das hat keine Auswirkungen. Lediglich die Labroides werden auch mal ein Meter verfolgt, wenn sie zu aufdringlich putzen wollen. Bei den kleinen Riffbarschen ist es eher andersrum. Wenn mal ein Pygo zu dicht an einem Gelege vorbei schwimmt, wird der deutlich größere Pygo von dem kleinen Riffbarsch attackiert. Das können sie sich natürlich nur leisten, weil sie sich auf Grund ihre Größe sehr schnell verstecken können. Meist droht dann der Pygo, aber er kann dem Riffbarsch nichts anhaben. Zwischen den Doktorfischen und den Kaisern gibt es ganz selten kleine Rangkämpfe. Meist ignorieren sie sich aber sogar beim Fressen.

    Untereinander geht es bei den Pygos nicht so friedlich zu. Die Rangfolge ist klar vorgegeben und das Weibchen muss dem Männchen stets den Vortritt lassen. Bei der Fütterung von Mysis oder ähnlich spielt das kaum eine Rolle. Das Weibchen darf sich dann beim Fressen nur nicht zu sehr dem Männchen nähern, aber das Weibchen darf gleichzeitig fressen. Vermutlich haben sie gelernt, dass ich meistens sehr üppig füttere und sind deshalb nicht so Futterneidisch. Bei der Fütterung einer Miesmuschel sieht das schon anders aus. Da ist das Männchen meistens als erster Fisch am Futter und das Weibchen darf erst anfangen, wenn das Männchen satt und weg geschwommen ist. Falls er dann aber mal bei der Muschel vorbei kommt, muss sie kuschen. Nachdem beide satt sind sucht das Weibchen gerne die Nähe des Männchens. Es legt dann die Flossen an dreht sich eine in Schräglage und bewegt dann den Körper ein bisschen wie ein liegendes „S“. Manchmal ignoriert das Männchen die Nähe und manchmal vertreibt er das Weibchen. Ich habe noch nicht festgestellt woran das liegt. Insgesamt scheint das Männchen friedlicher zu sein, wenn es oft gefüttert wurde. Das kann man aber nicht verallgemeinern. Das Männchen hingegen sucht nie die Nähe des Weibchens. Gelegentlich jagt er das Weibchen beim Picken am Lebendgestein (Schwämme, Algen usw.) weg, aber da sehe ich nicht, dass er die Nähe sucht. Das Weibchen schwimmt auch gerne mal mit angelegten Flossen zum Männchen, wenn er am Lebendgestein oder Futter pickt. Meistens wird es dann aber vertrieben und nicht in der Nähe vom Futter geduldet.

    Da bis jetzt noch niemand etwas geschrieben hat und das Thema Paarungsverhalten vielleicht zu speziell ist bzw. es fast keine Erfahrungen gibt, ergänze ich eine weitere Frage. Bei dem einsetzten des kleineren Pygos wurde „sie“ sehr von dem vorhandenen größeren Pygo gejagt. Ich werde darauf auch noch eingehen.
    Hat jemand Erfahrung damit ein Zwergkaiserpaar zu einem vorhandenen Großkaiserpaar zu setzen? Ist eine langsame Näherung in einem eingehängten Korb empfehlenswert?

    Schöne Grüße
    Mirco

  • Hallo zusammen,

    hier ein paar Fotos von gestern Abend. Leider ist die Qualität nicht gut, weil ich sie mit dem Handy gemacht habe. Außerdem sind die Scheiben ungeputzt und die Fische haben gewühlt. Ich denke man kann die beiden trotzdem sehr gut erkennen. Es gab wieder eine Muschel. Dieses mal ohne Schale, weil sie sich beim Auftauen gelöst hat. Die Befestigung der Muschel ist notwendig, damit die Clownfische sie nicht hinter die Deko transportieren. Leider hat das aber nichts gebracht.

    Schöne Grüße
    Mirco

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