Redfield Ratio und Algenwachstum

  • Hallo

    Die Redfield-Richards Ratio gibt ja das in der Natur immer wieder vorkommende natürliche Verhältnis von Stickstoff-Phosphor-Kohlenstoff an.

    Wenn z.b. das Verhältnis Phosphat/Nitrat(+Nitrit+Ammoniak+Ammonium) aus einem gewissen Verhältnis rausläuft, soll die Gefahr des Algenwachstums steigen.

    Was haltet ihr davon?

    Gruß
    Frank

    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank.
    Das Redfieldverhältnis spukte lange Zeit auch durch meinen Kopf, bis ich die Nachteile dieser extrem groben Verallgemeinerung erkannte.

    Erstens gibt es nicht DAS Nitrat oder Phosphat, sondern verschiedenste Ausprägungen. Nehmen wir nur mal das Phosphat, so unterscheidet man zwischen

    • Partikulärem organischem Phosphat (POP)
    • Gelöstem organischem Phosphat (DOP)
    • Partikulärem anorganischem Phosphat (PIP)
    • Gelöstem anorganischem Phosphat (DIP)


    Mit unseren bescheidenen Meßmöglichkeiten erfassen wir nur das DIP, der Menge der anderen Phosphate bleibt uns unbekannt. Ähnlich ist es beim Nitrat bzw. dem wesentlichen Anteil daraus, dem Stickstoff: die wirkliche Menge ist für uns nicht messbar. Daraus folgt, daß wir in unseren Becken das Verhältnis N:P überhaupt nicht bestimmen oder nachprüfen können. Zum Redfieldverhältnis gehört aber auch noch Kohlenstoff, ebenfalls für uns nicht messbar.

    Zweitens, wie wurde das Redfieldverhältnis bestimmt? Es wurden dem Meer eine Menge Organismen entnommen, auf ihre Bestandteile C, N und P untersucht und dann gemittelt. Dazu ein Beispiel, möglicherweise nicht 100%ig treffend, aber das Problem illustrierend: Kaufe im Supermarkt eine repräsentative Menge alkoholischer Getränke und messe den durchschnittlichen Alkoholgehalt. Du wirst irgendwo bei 5-10% liegen und es ließe sich behaupten, dies sei der normale "bevorzugte" Alkoholgehalt. Hier wurde also zwischen 80%igem Stroh-Rum und 2,5%igen Biermixgetränken gemittelt, der Liebhaber von Bacardi wird also in seinem Bedarf völlig fehleingeschätzt.

  • Hallo Thomas!

    Ich lese im Augenblick vor allem über Phophate, da dieser Stoff In Jaubert oder DSB Becken mit der Zeit Hauptproblem wird (ohne Adsorber + Macro).
    Ich glaube du liest auch viel in „Reef Central“, da kann man ja mittlerweile lesen, dass die meisten DSBs nach 3-7 Jahren zur Phosphatschleuder werden.

    Soweit ich weiß messen die üblichen Tests ja sogar ausschließlich anorganische Orthophospate (H2PO4-, HPO4--, PO4--) und noch nicht mal z.B. Polyphosphate.

    Die Verhältniszahlen sind wirklich oft unterschiedlich, interessant ist auf jeden Fall, daß anscheinend ein starker biologischer Zusammenhang im Verhältnis der Stoffe untereinander ist.

    Was mir aber auffällt ist, dass die Meisten, die sich vor allem mit der Mikrobiologie in Meerwasseraquarien beschäftigen, immer auch auf die Redflield Ratio eingehen.

    Auch in der Meerwasser Aquarianer 1/2002 S.60 ff geht der Author kurz auf die Redflield Ratio ein.

    Hier noch ein richtig guter Artikel von RANDY HOLMES-FARLEY „Phosphorus: Algae’s Best Friend“
    http://www.advancedaquarist.com/issues/sept2002/chem.htm

    Gruß
    Frank

    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank,
    der Artikel von Stüber ist schon sehr interessant, aber ich möchte hier wiederholen: das PO4/NO3 Verhältnis, was Stüber angibt, hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Redfieldverhältnis zu tun. Schon alleine die Benutzung von Testgeräten und-chemikalien, die der Hersteller (Hanna) für Meerwasser als nicht geeignet einstuft, disqualifiziert meines Erachtens die ganzen Datenflut.

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