Wieviel Licht ist nötig?

  • Hallo,

    was meint Ihr wieviel Licht für ein buntes Steinkorallen Becken wirklich nötig ist. Nehmen wir mal ein Standart Becken(160x60x60) wie meines anhand eines T5 Beispieles. Manche haben über einem solchen Becken 4x80Watt Röhren. Die meisten haben wohl 6x80Watt Röhren. Ich habe sogar 8 Röhren a 80Watt. Das sind immerhin 640Watt über einen relativ kleinen Becken. Ich glaube Bernd Mohr hat auch Verhältniss mässig viele Röhren über seinen Becken. Also Wachstum und so ist alles wunderbar. Ich frage mich aber ob soviel Licht wirklich nötig ist oder ob ich einen Doppelbalken weg nehme. Ich habe dann immernoch 2 Doppelbalken. Oder anders gefragt, was bringt dieses mehr an Licht für Vorteile? Rechtfertigen diese Vorteile denn höheren Energieaufwand?

    Gruß Ramon

  • Aus Umweltpolitischer oder Finazieller sicht? :winking_face:

    Ich glaube das es der subjektive Eindruck ist der Menschen dazu bewegt mehr oder weniger Licht zu verwenden. Manchen mögen es heller oder dunkler oder mehr gelb oder mehr blau.

    Ich frage mich bei Lichtstärke bis in welchen Tiefen kommen unsere Korallen vor( ich bitte meine unwissenheit zu entschuldigen) und wie groß sind die Lichtunterschiede in diesem Koridor. Jeden Meter den das Licht durch das Wasser muss um die tieferen Korallen zu erreichen verrigert doch die Lichstärke und das Spektrum, da die Korallen ja nicht alle in der selben tiefe Leben, muss es auch ein breites Spektrum an möglichen der Beleuchtungen im Becken geben. Und das viele mit vielen verschiedenen Beleuchtungen ähnliche erfolge erzieheln können zeigt das doch. Vieleicht ist der Faktor Lich garnicht "so" wichtig und es gibt kein richtig oder falsch sondern eine breite range von möglichkeiten.

  • Hallo Ramon,

    nun wieviel Licht nötig ist um eine Koralle am leben zu halten oder sie zum Wachstum zubringen und wie schnell, dass kann Dir keiner genau sagen !
    Doch nehmen wir als Beispiel die Natur, in den Lebensräumen von hermatypischen Korallen herrschen sehr helle bis mittlere Umgebungen, doch die nicht in allen Tiefen leben die gleichen Korallenarten. Acropora - Arten zum Beispiel lieben sehr hellen Licht und wachsen an hellen Stellen sehr schön verzweigt und an dunkleren Stellen eher krustenartig.
    Ist sicher schwierig auf Deine Frage eine Antwort zu finden, denn ich denke es sollte jedem gepflegten Lebewesen möglichst die natürlichsten Verhältnisse geboten werden.

    Gruss

  • Deine feststellung das nicht in allen tiefen die selben Korallen wachsen, impliziert das wir genau das jedem gepflegten Lebewesen möglichst die natürlichsten Verhältnisse zu bieten nicht können. D.h. wenn ich dieses Ziel verfolge dann darf ich nur die Korallen zusammen in einem Becken halten die auch in der selben Wassertiefe leben. Dann aktzeptiere ich lieber die Tatsache das man nicht jedem Tier insbesondere unseren Fischen eine "artgerechte" Haltung ermöglichen kann.

  • Hallo Marc P.,

    ich denke eine Diskussion über das Pflegen von Tieren und dem Bieten über natürliche Verhältnisse, sollte nicht allzu tiefgründig sein, denn sonst dürften wir gar nichts mehr pflegen, nicht mal Pflanzen !
    Bleiben wir also realistisch und betrachten wir das Aquarium als quasi eine kleine Welt für die darin gepflegten Organismen.
    Es ist immer besser, wenn man den Tieren möglichst, und ich betone möglichst, natürliche Verhältnisse bieten kann, ob das gemacht wird steht wo anders geschrieben.
    Jedoch, wenn man die Möglichkeit hatt, soll man nicht an den für die gepflegten Tiere existenziellen Elementen sparen !

    Gruss

  • Hallo Uncle Tom,

    ich bin ganz deiner Meinung, sowohl was die Grundsatzdiskusion betrifft, als auch die tatasache das man sein möglichstes tuen sollte um unseren Pfleglingen die Gefangeschaft so angenehm wie möglich zu machen. Denn es gibt keine Artgerechte haltung, das ist ein wiederspruch in sich. Was nicht heißt das ich ein verfechter davon bin, ich halte Zeit meines Lebens tiere in Gefangeschaft.
    Ich möchte natürlich auch meinen Korallen und Fischen möglichst natürliche Lebensbedingungen bieten, wenn sie schon zu meiner Erfreuung in meinem Becken Leben, dann so gut wie es geht.

    Und das war ja die Frage von Ramon, wieviel ist den nun wirklich nötig?? Ich finde die Frage ist berechtigt, aber nicht zu beantworten. Man kann seinen Korallen solange den Lichthan zu drehen bis sich negative Auswirkugen zeigen, das wäre das Mindeste aber bestimmt noch nicht das optimale. Ich denke im vergleich zur Sonne haben wir alle nur Taschenlampen selbst in den Tiefen in denen die Korallen leben und vondaher kann es ein zuviel warscheinlich nicht geben. höchstens ein zu schnell zu viel, für unsere dunkelheit gewohnten Korallen.

  • Hallo Ramon.

    Ich glaube philosophisch lässt sich die Frage nach der Lichtmenge nicht beantworten sondern eher praktisch. Mach einfach einen Balken stundenweise aus, verringere diese Beleuchtungsdauer immer mehr und schau was mit deinen Tieren ist. Wenn sie nur langsamer wachsen kannst du eben seltener etwas abgeben, wenn sie aber anfangen zu kümmern, mach das Licht stufenweise wieder an.

    Noch ein Aspekt für Uncle Tom: Entnehmen von Steinkorallen aus dem Riff wird da mehr geschehen, wo man leichter drankommt, also mehr aus den seichteren Wassertiefen. Ausserdem hat man in 10 Metern Wassertiefe oft noch deutlich mehr PAR-Strahlung als in unseren Becken.

  • Hallo
    Auch ich möchte meine praktischen Erfahrungen über den Lichtbedarf von SPS beisteuern.Über dem gleichen Becken hingen schon 8x150 W HQI + 8 Leuchstoffröhren T8 , dann 8x 250 HQI + Röhren , dann 8x 400 W + Röhren , dann 32 x 54 W T5 Röhren , dann 36 x 54 W T5 U. nun letztendlich 40 x 54 W + 2 x 39 W T 5 .Bei jeder Erhöhung der Lichtmenge hat sich eine Farbzunahme u. ein verbessertes Wachstum eingestellt.Zur Zeit habe ich unter den Powerleuchten einen Wert von 60 000 Lumen , habe also noch lange nicht den Wert der natürlichen Sonnenleuchtkraft erreicht.Ich bin aber der Auffassung , das mit noch mehr Licht bei meinen SPS keine große Verbesserung mehr zu erzielen ist u. werde es ( vorerst ) dabei belassen.

    Grüße Bernd

  • Hallo,

    hier mal ein paar Info zur Überlegung:

    1. Wachstum:

    Ähnlich wie Landpflanzen bezitzen auch Korallen
    einen sogn. Photosynthetischern Sättigungspunkt
    (PAS). Wird dieser überschritten, erhöht sich die Photosyntheserate nicht mehr. Daher führt auch eine zusätzliche Steigerung der Beleuchtungsstärke, die über diesem PAS liegt, nicht weiter zu Wachstumssteigerungen.
    Je nach Meerestiefe konnte man Sättigungspunkte bei Acroporen zwischen 1-5 Meter Meerstiefe (also Riffdach) zwischen 330 - 410 microE/m2s (=15.000 - 20.000 lux als Orientierung) feststellen.
    Hinsichtlich der Wachstumsraten bei Korallen ist es also nicht unbedingt zwingend erforderlich den Korallen ein Maximum an Beleuchtungintensität zu bierten. Hier genügt es die Beleuchtungsstärke so zu wählen das Sie nahe dem photosythetischem Sättigungspunkt liegt.

    2. Färbung:

    Für die von uns sichtbare Färbung vieler SPS sind vor allem die wirtsspezifischen Pigmente (z.B. Pocilloporine etc. ) in den Korallen verantwortlich.
    Die erblich veranlagte Bildung (Genexpression) dieser "Farbpigmente" nimmt mit zunehmender Beleuchtungsstärke zu. Dies ist jedoch nicht bei allen Korallen gleich ausgeprägt. Dana Riddle hat hier Untersuchungen gemacht, die Bestätigen das die volle Ausprägung der typischen Färbung bei SPS je nach Art stark schwanken kann. Während einige Arten schon unter "Normallichtbedingungen" (100 - 150 microE/m2s) Ihre volle Färbung ausprägten, benötigten wieder andere Arten "Intensivlichtbedingungen" (400-500 microE/m2s).
    Dieser Farbschwellenwert (in Bezug auf Licht) ist also je nach Art unterschiedlich ausgeprägt.
    Je höher jedoch die generelle Beleuchtungsintensität ist, desto eher schafft man sich günstige Bedingungen, um viele SPS Arten in Ihrer möglichen Färbung voll zu unterstützen. Unter diesem esthetischem Aspekt ist also auch eine höhere Beleuchtungintensität, die oft über dem photosynthtischem Sättigungspunkt von vielen Korallen liegt durchaus sinnvoll.

    3. Vitalität:

    Korallen sind in der Lage sich an Unterschiedliche Lichtbedingungen anzupassen. Dies geschieht besonder durch die Menge und räumliche Anordnung
    von Pigmenten und damit verbundenen funktionalen Änderungen. Dieser Anpassungsfähigkeit an unterschiedlichen Lichtbedingungen ist es auch größtenteils zu verdanken, dass auch wir mit unseren künstlichen Lichtquellen Korallen halten und züchten können. Ungünstige Lichtverhältnisse bedeuten jedoch auch Streß (z.B. zu viel UV) und kosten Energie und machen Korallen anfälliger. Aus diesem Grunde unterstützt man die Vitalität von korallen immer eher wenn man ihnen möglichst naturhahe Lichtbedingungen zu verfügung stellt und dies sowohl in der Lichtzusammensetzung als auch in der Intensität.

    @ Ramon
    In Deinem konkreten Fall hast Du mit 8 Röhren sicherlich das Optimum für SPS-Beleuchtung und Riffdachsimulation erreicht. Ob Du mit weniger Röhren auskommst, hängt also im wesentlichem davon ab, welche Korallen Du pflegst und
    wieviel Wert Du auf die bestmögliche Unterstützung der Färbung bei SPS-Korallen legst.
    Mit 6 Röhren (der neuen Generation) statt 8, wird in Bezug auf die Wachstumsrate kaum etwas passieren.
    Manche SPS mit einem erhöhtem Farbschwellenwert (z.B. bestimmte Fidschi Arten) könnten jedoch etwas an Brillianz verlieren)
    Erst bei 4 Röhren könnten sich erste Rückgänge in den Wachstumsraten zeigen und ist mit Farbabnahme einiger SPS zu rechnen.

    Grüße
    Oliver

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