Mal wieder Statik ...

  • Hallo,

    ich möchte mit meiner Planung mal ein Stück weiter kommen. Das größte Problem stellt bei mir noch die Statik dar.

    Deshalb habe ich ein paar Fragen an die Statiker unter euch bzw. die, die sich damit auskennen:

    Ich möchte ein Meerwasser-AQ der Größe 130-150x60x60 (Länge steht noch nicht endgültig fest) im EG (in den Plänen als Gartengeschoß bezeichnet) meiner Wohnung aufstellen.
    Mit zum Gewicht werden beitragen:

    - Aquarium, möglicherweise Plexiglas
    - Aquarienuntergestell aus Stahl (Vierkantrohr)
    - Schrankverkleidung aus Holz
    - Unterschrankfilter,

    so dass ca. 800 - 1000 KG zusammenkommen werden.


    Ich habe leider nur marginale Kenntnisse vom Bodenaufbau, da der Bauherr bei seiner Pleite alle Unterlagen mitgenommen hat und nicht mehr 'rausrückt.

    Wir hatten, als wir vor 5 Jahren eingezogen sind, einen Wanddurchbruch gemacht. Da hab' ich den Bodenaufbau zwar grob gesehen, hat mich damals (leider !) aber nicht richtig interessiert.
    Zumindest habe ich noch ein paar Skizzen von der damaligen Tragswerksplanung. Standort
    des geplanten AQ's ist rot eingezeichnet. An dieser Stelle steht momentan ein Süßwasser-AQ
    mit den Maßen 100x50x50 ohne Probleme.


    Das Haus ist von 1910 wurde aber 2001 vollständig saniert, d.h. auch das Gartengeschoss ausgebaut. Weitere Pläne
    gibt es aber nicht, da die Planer ihre Akten alle leider schon vernichtet haben ...


    Der Boden ist - ohne Dickeangaben - in etwa so (von oben nach unten) aufgebaut:

    Parkett
    Teppich
    Trockenestrich
    Schaumstoff
    Schüttung
    Folie
    Stahlbetonplatte bzw. ??? (hoffe, auch irgendwie bewehrter Stahl), da das Haus wohl auf Streifenfundament steht.

    In Summe kommt man locker auf ca. 15 cm (ohne Stahlbeton).

    Anbei mal ein Bild vom aufgerissenen Boden.


    Mir stellt sich jetzt die Frage, welche Möglichkeiten ich habe:

    a) Bodenaufbau entfernen und Betonplatte gießen, darauf das AQ stellen
    -> Problem: sehr viel Arbeit & meine Frau weiß noch nichts von Ihrem Glück

    b) Kernbohrung durch Bodenaufbau, dadurch Stahlrohre mit Kopfplatte, Platte 'drauf, AQ 'drauf
    -> Problem: ICh weiß nicht, was sich neben dem Streifenfundament befindet

    c) Befestigung (Wie auch immer ???) an der Rückwand, da es eine tragende Wand ist, mind. 40 cm Dick, aber 1910 gebaut, d.h.
    Wand besteht mit Sicherheit aus Ziegeln

    d) Befestigung an Rückwand mit Abstützung auf Boden: siehe auch : http://www.deters-ing.de/Statik/gestell.htm
    Hat das schon mal jemand gemacht und kann mir Tips geben ?


    Hat jemand weitere Ideen, Anregungen bzw. Tips, wie man jeweils a) - d) am besten umsetzen kann ? :danke: :danke:

    Danke und Gruß

    Naif

  • Moin,

    ich gehe mal davon aus, dass der Raum nicht unterkellert ist.
    Wenn Keller = ja, dann würde es bei einem Bau um 1910 richtig lustig.
    Zu der Zeit war Beton nicht sehr verbreitet und Stahlbeton Superhightech.
    Ich gehe davon aus, dass deine Fundamente aus unbewehrten Beton oder gemauert sind.
    Eine durchgehende Bodenplatte aus Beton wirst du wahrscheinlich auch nicht haben.
    Damals wars üblich erst die Fundamente, dann die Mauer aufs Fundament und anschliessend
    der Fussboden herzustellen.
    Man hat also eine senkrechte Fuge zwischen Boden und Wand.
    Die Wand steht dann nicht auf der Bodenplatte. Ob du eine Bodenplatte hast ist ohnehin fraglich.
    Man braucht sie technisch nicht zwingend.
    Wenn du dein Aquariengestell an die Wand schraubst belastest du 2 Bauteile die nicht richtig
    miteinander verbunden sind.

    Deine Ziegel werden Vollsteine(ohne Löcher)sein und wahrscheinlich schon mit Kohle gebrannt
    worden sein und nicht Feldbranntsteine oä. Sorgen würde mir der Mörtel machen.
    Damals war Kalkmörtel üblich, welcher nicht die Festigkeiten von Zementmörtel hat.
    Wenn du beim Umbau Ziegel gesehen hast, die gut von Mörtelresten zu reinigen waren,
    dann hast du Kalkmörtel.
    Wie ist der Raum auf der anderen Seite der Mauer genutzt?
    Vieleicht geht ne Gewindestange durch die Wand und auf der anderen Seite ein Widerlager?

    Dein Fussboden ist der blanke Horror. Teppich unterm Parkett?? Irgendwelche billigen
    Spanplatten/Gipskartonplatten genannt Trockenestrich???
    Diese ungebundenen Schüttungen darunter neigen bei Vibrationen zu Setzungen, besonders bei grossen Schichthöhen.
    Das Zeug ist teilweise so "haltbar", das man es zwischen den Fingern zu Pulver zerreiben kann!
    Ob darunter Beton, blanker Fels bis zum Erdmittelpunkt oder Sand drunter ist spielt keine Rolle.

    Wenn der Boden aber bisher dein kleineres Aquarium aushält, dann geht da auch was,
    wenn man das Gewicht gleichmässig, grossflächig und vibrationfrei in der Bodenausbau einbringt.
    Geht nich gibs nich

    Rainer

  • Hallo Rainer,

    erst mal vielen Dank für Dein Feedback ! :thup

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Moin,

    ich gehe mal davon aus, dass der Raum nicht unterkellert ist. Rainer

    Richtig !

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Ich gehe davon aus, dass deine Fundamente aus unbewehrten Beton oder gemauert sind.
    Eine durchgehende Bodenplatte aus Beton wirst du wahrscheinlich auch nicht haben.
    Damals wars üblich erst die Fundamente, dann die Mauer aufs Fundament und anschliessend
    der Fussboden herzustellen. Rainer


    Davon gehe ich auch aus. Nach Bild 3 zu urteilen liegt Streifenfundament vor !

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Man hat also eine senkrechte Fuge zwischen Boden und Wand.
    Die Wand steht dann nicht auf der Bodenplatte. Ob du eine Bodenplatte hast ist ohnehin fraglich.
    Man braucht sie technisch nicht zwingend.
    Wenn du dein Aquariengestell an die Wand schraubst belastest du 2 Bauteile die nicht richtig
    miteinander verbunden sind. Rainer

    Kann ich das irgendwie kontrollieren? Auf der anderen Seite der tragenden Wand ist der Heizungskeller (des gesamten Hauses. Wie wäre so eine Fuge denn zu erkennen ?

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Deine Ziegel werden Vollsteine(ohne Löcher)sein und wahrscheinlich schon mit Kohle gebrannt
    worden sein und nicht Feldbranntsteine oä. Sorgen würde mir der Mörtel machen.
    Damals war Kalkmörtel üblich, welcher nicht die Festigkeiten von Zementmörtel hat.
    Wenn du beim Umbau Ziegel gesehen hast, die gut von Mörtelresten zu reinigen waren,
    dann hast du Kalkmörtel. Rainer

    Auf jeden Fall Voll(zigel-)steine

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Wie ist der Raum auf der anderen Seite der Mauer genutzt?
    Vieleicht geht ne Gewindestange durch die Wand und auf der anderen Seite ein Widerlager?
    Rainer

    Heizungskeller; die Wand ist mind. 40 cm dick.

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Dein Fussboden ist der blanke Horror. Teppich unterm Parkett?? Irgendwelche billigen
    Spanplatten/Gipskartonplatten genannt Trockenestrich??? Rainer

    Das mit dem Horror sehe ich auch so. Deswegen frage ich ja nach. Der Teppich unter dem Parkett ist (guter) unbenutzter Vorwerkteppich (war damals schon verklebt !). Der Parkettleger meinte, eine bessere Trittschalldämmung könne man nicht haben. Ich weiß, die Meinungen gehen da auseinander; aber das ist ein anderes Thema ...

    Zitat

    Original von Rainer S.
    Wenn der Boden aber bisher dein kleineres Aquarium aushält, dann geht da auch was,
    wenn man das Gewicht gleichmässig, grossflächig und vibrationfrei in der Bodenausbau einbringt.
    Geht nich gibs nich Rainer

    Das ist auch meine Meinung. Wie würdest Du vorgehen, um das Gewicht gleichmässig, grossflächig und vibrationfrei in der Bodenausbau einzubringen ?


    Danke.

    Grüße

    Naif

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