Verfügbarkeit bei Schieflage von Kationen ?

  • Hallo zusammen
    Mich beschäftigt folgende Frage
    Kann es sein das wenn z.B. Calcium und Magnesium einen erhöhten Wert haben das andere Elemte dadurch nicht mehr optimal zur Verfügung stehen ?
    Warum ich daruf komm ? Dieses Problem in einer anderen Form gibt es bei Moorbeet Pflanzen wie z.B. Rododendren, wenn diese in einen Boden stehen wo der Ph Wert über 7 ist, ist Einsen nicht mehr verfügbar und die Pflanzen werden chlorotisch.
    Nun Überlege ich ob das auch in einer anderen, oder ähnlichen Form auch in unserem Salzpfützen gesehen kann ?

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Hallo Gerald,

    Calcium und Magnesium liegen, gemeinsam mit Natrium, in so hohen Konzentrtionen vor, dass die paar Prozent
    Schwankung, die im Aquarium vorkommen, keine Auswirkungen auf die Konkurrenz zu anderen Kationen haben.

    Der pH spielt auch im Meerwasseraquarium eine große Rolle. Hier ist die Verfügbarkeit von Eisen durch den hohen pH-Wert
    tatsächlich nicht besonders groß. Trotzdem darf der pH auf keinen Fall zu sehr verändert werden, weil die im Aquarium
    lebenden Organismen, vor allem Fische und Garnelen, solche Schwankungen schlecht aushalten.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin
    Also das Problem mit dem Ph Wert und der Verfügbarkeit von Eisen existiert hier auch ?
    Wie ist das mit anderen Elementen ? Kann es sein das wenn irgend ein Element extrem hoch oder niedrig ist, das andere Elemente obwohl im Optimal Bereich sind, dann trotzdem nicht verfügbar seinen könnten ?

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Hallo Gerald,

    das trifft im Prinzip auf die meisten Schwermetalle zu. Am bekanntesten ist die Verdrängung der anderen Metalle durch Kupfer, das im Meerwasser relativ gut löslich ist während Eisen und Mangan in geringerem Maße im Meerwasser gelöst sind.
    An die normalen Meerwasserverhältnisse sind die Tiere angepasst, eine höhere Eisenkonzentration ist eher unerwünscht.

    Im Gartenbau werden Kalk (Calciumcarbonat) und Erdalkalimetalle immer gleichgesetzt. Tatsächlich ist aber nicht das Calcium für den hohen pH-Wert verantwortlich sondern das Carbonat und Hydrogencarbonat.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi Gerald,

    fass dich mal bitte an den Rücken. Das haarige, was du dort fühlst ist der Bär,
    den man dir aufgebunden hat;-)
    Rhododendren, Heidekrautgewächse, Heidelbeere usw leben in Symbiose mit Pilzen
    an ihren Wurzeln.
    Diese Form der Symbiose nennt sich Mykorrhiza . Diese Pilze brauchen den
    geringen pH-Wert. Ohne diese Pilze wird die Pflanze nicht mit Stickstoff, Phosphor
    und anderen Mineralstoffen versorgt. Der pH-Wert sollte 5-6 sein.
    Normale Gartenerde hat einen pHvon 6,5-7, damit werden deine Moor- und Heidepflanzen
    inkl ihrer Pilze aber nicht glücklich. Mit der Verfügbarkeit von Eisen hat das wenig zutun.
    Eine Chlorose ist in den seltensten Fällen ein Eisenmangel.
    Bei Zimmerpflanzen eher, aber draussen eher nicht.

    Gruss
    Rainer

  • Hallo Hans-Werner,

    wie hab ich mir die "Verdrängung" vorzustellen?
    Als Fällung oder wird ein Kupferion bei Überangebot von Kupfer eher
    aufgenommen statt eines anderen Ion(e?)s. Nimmt der Zieloragnismus Koralle die
    Spurenelemente eher direkt auf(osmosisch) oder eher über Umwege wie Partikel/Chelate?

    Gruss
    Rainer

  • Hallo Rainer,

    Spurenmetalle werden wohl ausschließlich als freie Ionen über "Carrier" aktiv aufgenommen. Wie weit der Vorgang auf molekularer Ebene aufgeklärt ist, weiß ich nicht im Detail. Es dürfte sich um Proteine/Enzyme in der Zellmembran handeln, die das Metall auf der extrazellulären Seite binden, was einen Wechsel der räumlichen Gestalt des Poteins/Enzyms auslöst, wodurch das Metall auf der intrazellulären Seite freigesetzt wird.
    Chelate werden meines Wissens generell nicht in die Zelle aufgenommen sondern das Metall wird aus dem Chelat freigesetzt (z. B. durch Reduktion von FeIII zu FeII) und dann aufgenommen, mit Partikeln dürfte es genauso sein.

    Verdrängung kann bei der Aufnahme in die Zelle oder in der Zelle am Enzym erfolgen. Enzyme sind bei der Bindung des Metalls oft nicht 100% spezifisch für nur ein Metall. Mit einem anderen Metall als dem, mit dem das Enzym 100% Aktivität zeigt, ist das Enzym in der Aktivität stark reduziert oder funktionslos. Das Enzym und somit der Stoffwechselweg ist vergiftet.

    Die Darstellung der Details in der Literatur ist immer etwas vage, so dass ich annehme, dass es sich um Modellvorstellungen handelt, auch weil die Vorgänge nicht direkt zu beobachten sind. Es gibt kein Mikroskop, mit dem man Enzyme bei der Arbeit beobachten kann.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (16. Mai 2011 um 17:20)

  • Zitat

    Von Rainer S. " fass dich mal bitte an den Rücken. Das haarige, was du dort fühlst ist der Bär, den man dir aufgebunden hat;-)"


    Dann wird wohl Falsch gelehrt ! Den das habe ich in der Ausbildung um Landschaftsgärtner so gelehrt bekommen !

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Hallo zusammen,

    ich glaube im Gartenbau (wie in der Süßwasseraquaristik) wird die Eisenmangel-Chlorose schon als definiertes Schadbild anerkannt, wobei die ganzen jungen Blätter chlorotisch bleiben. Auslöser dürften, wie schon geschrieben, eher die Carbonat- und Hydrogencarbonat-Ionen als Calcium und Magnesium sein. Ich denke, ein calciumhaltiger aber physiologisch saurer Dünger wie Superphosphat wird bei Rhododendron keine Eisenmangel-Chlorose auslösen weil er neben dem Kation Calcium als Anionen Phosphat und Sulfat aber kein Carbonat enhält. Es ist also keine Verdrängung sondern eine Ausfällung und Festlegung des Eisens bei hohem pH.
    Auch Nitrat gilt als Mitverursacher von Eisenmangel-Chlorosen (wirkt physiologisch alkalisch) und hohe pH-Werte begünstigen auch die Nitrifikation. Außerdem benötigen Rhododendren und Heidekrautgewächse Ammonium als Stickstoff-Nährstoff und mögen kein Nitrat.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi Hans-Werner,

    eine Chlorose liegt im Garten selten an Eisenmangel. Die selben Symptome bekommst
    du mit einem Mangel/Ungleichgewicht an Calzium, Kalium oder Magnesium, zu viel Licht, Viren, Schädlingen
    im Holz oder an der Wurzel, falschem Herbizideinsatz, chronischen Wassermangel usw hin.
    Chlorose ist ein unspezifisches Stresssymptom.
    Die Argumentationkette "wenig grün = zu wenig Chorophyll=zu wenig Eisen" klingt nur logisch.
    Das ausgerechnet immergrüne Pflanzen eine sooo hohen Eisenbedarf haben sollen, naja.
    Wachsen Erlen, welche ihr Laub schon im grünen Zustand abwerfen, nur in Eisenerzgruben?
    Bei Rhododendren gehen die Nährstoffe vom organischen Material über die Mykorrhizapilze
    direkt zur Pflanze und nicht über den Boden. Das macht zB die Durchsetzungsfähigkeit von
    Rhododendron ponticum aus.
    Bei hohen pH-Werten gehts dem Pilz schlechter und die Mineralisation wird gefördert.
    Damit gingen die Nährstoffe an der Planze vorbei.
    Das dir der Gärtner erst Dünger und anschliesend eine neue Planze verkauft liegt an seinem Geschäftssinn.
    Einfach ein wenig Laub- oder Nadelkompost nehmen und den Chemiebaukasten stecken lassen.
    Gärten gibt es schon länger als synthetischen Dünger.
    Das Süsswasseraquarianern Eisenkonzentrationen an und über der Fischgiftigkeitsgrenze
    empfohlen werden hat wohl wirtschaftliche Gründe.
    Dem Händler tut das eher gut als den Pflanzen und Fischen.
    Eisenmangel-Chlorose mag ein anerkanntes Schlagwort sein aber kein definiertes Schadbild.

    Gruss
    Rainer

  • Hi Rainer,

    es gibt Lehr- und Handbücher, die durchaus Eisenmangelchlorosen beschreiben, z. B. den Bergmann. Die typischen Schadbilder werden dann auf die Mobilität oder Immobilität der betreffenden Nährstoffe zurückgeführt und genauer geschildert und abgebildet. Das sieht dann etwa so aus: Eisenmangel - jünste Blätter durchgehend chlorotisch; Manganmangel - jünste Blätter chlorotisch, um die Adern grün; Stickstoff- oder Phosphatmangel - älteste Blätter chlorotisch, vorzeitige Blattalterung usw.. Etwas genauer wird das von der Forschung schon dargestellt und in Wasserkultur-Versuchen reproduziert.
    Das bedeutet nicht, dass ich mit bekanntlich saurem Nadelstreu nicht besser fahre als mit Eisen-EDTA, das bei hohem pH und hohen Calciumgehalten auf den Boden aufgebracht ohnehin nutzlos ist.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi Hans-Werner,

    mal Beispiele aus der Praxis.
    Junge Eiche als Solitär:
    - letztes Jahr chlorotisch mit grünen Adern.
    - Dieses Jahr den Stamm beschattet -> nicht chlorotisch
    Keine Düngung sondern nur die Wasserversorgung der Krone verbessert.

    Junge Esche als Solitär:
    - vorletztes Jahr chlorotisch,kleinbättrig durch Prachtkäferbefall
    - seit letztem Jahr ok

    Gruss
    Rainer, der den letzten Sack Kunstdünger noch in DM bezahlt hat.

    Einmal editiert, zuletzt von Rainer S. (17. Mai 2011 um 19:06)

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