Hoher Ammoniumwert nach Futterunfall

  • Hallo,

    wie schon der Titel sagt, habe ich einen sehr hohen Ammoniumwert in meinem 60 Liter Nano.
    Auslöser war eine sehr große Futtermenge, die durch meinen Filius in das AQ eingebracht wurde (es ist schon unglaublich, was für Anstrengungen Kleinkinder bei Langeweile entwickeln können...). Bemerkt habe ich erst am nächsten Tag, total milchiges Wasser im Becken.

    Erstmaßnahmen waren die Folgenden:
    - Absaugen des noch vorhandenen Futters
    - zwei Wasserwechsel, 30% und 70% des Beckenvolumens
    - Zugabe von EasyLife
    - Filterung über Aktivkohle und Zeolith

    Die Trübung des Wassers ist jetzt vier Tage nach dem "Unfall" nicht mehr vorhanden, Ammonium bei 3,0, die übrigen Wasserwerte im normalen Bereich.
    Verluste: eine Blaubeinscherengarnele und eine Boxerkrabbe
    Dem noch vorhandenen Besatz (mehrere Thor Garnelen, Einsiedlern, Schleimfisch sowie Korallen) geht es augenscheinlich gut (noch)...

    Soll/muss ich noch weitere Maßnahmen ergreifen, wenn ja, welche, in welcher Reihenfolge und Menge?
    -weitere Wasserwechsel?
    -Zugabe von Bakterien (prodibio)?
    -Zugabe von Wasserstoffperoxid 3%?

    Gruß,
    Michael

    2 Mal editiert, zuletzt von gilibran (18. November 2010 um 12:57)

  • Hi Machael,
    keine Peroxid! damit wäre alles tot. Viel Zeolit und Wasserwechsel sind die Mittel der Wahl. evtl Stärker belüften.

    Gruss
    Rainer

  • Hallo Michael,

    deine Maßnahmen sind alle sinnvoll. Wasserwechsel sehe ich als das Wichtigste an, Zeolith ist sehr hilfreich,
    am besten wäre Zeolithpulver. Von Peroxid würde ich bei dem kleinen Becken ebenfalls abraten.

    Wenn du die Möglichkeit hast, einen großen Büschel Makroalgen ins Becken zu geben, könnten diese ebenfalls viel Ammonium binden.
    Dazu aber gut beleuchten!

    Gruß Armin

  • Hallo Rainer, hallo Armin,

    vielen Dank für die Tipps.
    Peroxid lasse ich dann mal weg, Makroalge ist organisiert, obwohl das in der Meerwasserwüste Schleswig-Holstein nicht ganz so einfach ist (bei dieser Gelegenheit Danke an N. und A. :wink )...

    Dann werde ich mal geduldig weiter Wasserwechsel machen und darauf hoffen, dass die Kombi Zeolith-Kohle-Alge-Bakterien irgendwann greift.

    Gruß,
    Michael

  • Hallo Armin,
    eine Verständnissfrage:
    Wieso ist der Einsatz von Peroxid von der Beckengrösse abhängig? Ich käme nie auf den Gedanken ein starkes Oxidans in nennenswerter Konzentration direkt ins Wasser zu geben. Über Ozon mit nachgeschalteter Aktivkohle kann reden, aber Peroxid direkt ins Wasser? Die Tiere wird es wohl kaum erfreuen und schon garnicht in dieser Situation.

    Gruss
    Rainer

  • Hallo Rainer,

    Armin empfiehlt in seinem Buch und auch schon hier bei Härtefällen den Einsatz von Peroxid (5ml 30% Peroxid auf 100 Liter Beckeninhalt tropfenweise über einen längeren Zeitraum).
    Dieses wandelt das Ammonium in Nitrit um, mit letzterem haben wir in der MW-Aquaristik ja weniger Sorgen...

    Aber ich glaube Armin wird sich da noch ausführlicher zu äußern.

    Gruß,
    Michael

  • Hallo Rainer,

    ich rate grundsätzlich dazu, Chemikalien nicht direkt ins Becken, sondern immer ins Technikbecken zu geben.
    Bei kleinen Becken ist normalerweise keines vorhanden. Außerdem ist hier die Gefahr der Berührung der Tiere
    mit hohen Lokalkonzentrationen viel größer.

    Peroxid ist eine sehr heikle Sache, ich habe es aber bei Katastrophenfällen schon einigermaßen erfolgreich einsetzen können.

    Gruß Armin

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