Bodengrund wechseln-wann?

  • Hallo zusammen!

    Wollte mal in die Runde fragen ob ihr regelmäßig den Bodengrund tauscht oder ob er über Jahre im Aquarium bleibt? Kann man erkennen ob man den Bodengrund mal wechseln sollte? Habe bei mir festgestellt das der Bodengrund nicht mehr so schön locker ist wie früher sondern er fühlt sich so verklebt an.
    Kann mir da jemand weiterhelfen?


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,

    dann antworte ich mal aus der Runde :wink.
    Wir fahren unser AQ seit Februar 2009. Von Anfang an bis Juni 2010 hatten wir Livesand ca. 4 - 5 cm hoch. Wir halten unter anderem Lippfische, denen wir diese Bodendicke gönnen, um sich ordentlich eingraben zu können. Wir haben dann im Juni den kompletten Bodengrund in zwei Schüben mit dem wöchentlichen WW abgesaugt und komplett durch Aragonitsand ersetzt.

    Zitat

    Kann man erkennen ob man den Bodengrund mal wechseln sollte


    1. Ja, bei uns konnte man es sehen und riechen. Ich denke aber, wir sind da als Problemfall die Ausnahme.

    Vorweggegangen waren im mittleren Bodenbereich des AQ graue Verfärbungen im Sand. Ein partielles Absaugen dieser grauen Sand-"Nester" hat nicht geholfen, sie tauchten nach einer Woche wieder auf. Gleichzeitig stellte sich ein Geruch nach Schwefelwasserstoff ein, also es roch nach faulen Eiern, wenn man diese grauen Verfärbungen umrührte. Die Korallen zeigten zwar - noch - keine Reaktion, aber bevor alles umzukippen drohte raus mit dem Zeug.

    Die Ursache des umgekippten Bodengrundes waren zwei Plexiplatten, deren Nahtstellen nicht mit Silikon bündig abgedichtet waren. Unter dem Randbereich der Platten hatten sich aerobe oder anaerobe Bakterien angesiedelt, die für immer neue graue Verfärbungen im Sandbereich der Nahtstellen sorgten.

    So sieht das bei uns aus, ob wir wieder den Bodengrund nach etwas mehr als einem Jahr wechseln werden, mache ich von Verfärbungen wie geschildert abhängig und ganz wichtig: von einem gestiegenen Phospatgehalt (der trotz Gammel im Boden nicht nachweisbar war), sollte er sich einstellen.

    Zitat

    Kann man erkennen ob man den Bodengrund mal wechseln sollte


    2. Ja, das kann man durch Messen nachweisen. Ist der Phosphatwert gegenüber früheren Messungen unüblich hochgegangen und somit (gefährlich) höher als für die Korallen verträglich (Aussehen beobachten) sollte man tauschen. Besonders LPS und SPS werden da wohl "knatschig" reagieren. Die Weichen und Lederkorallen können mehr ab, bevor sie reagieren.
    Stichwort sind hier sogenannte "Phosphatpools", die sich in wenig bewegten Bodenabschnitten wie z. B. im Bodenbereich eng am Riff/Höhlen bilden können. Bei uns war und ist der Phophatwert mit dem Salifert-Test nicht nachweisbar, aber wir sagen, er ist da, liegt aber bei 0,03, also unterster Wert auf der Skala.

    Zitat

    Habe bei mir festgestellt das der Bodengrund nicht mehr so schön locker ist wie früher sondern er fühlt sich so verklebt an.


    Dagegen sorgt man vor mit tierischen Helfern, wie Sanddollars Clypeaster humilis o. ä. , grabenden Seesternen wie Archaster angulatus und/oder einer Grundel wie z. B. bei uns der Valenciennea wardi. Wir haben in unseren 500 L drei Sanddollars, einen grabenden Seestern und (leider nur noch) eine wardi.
    Mechanisch kann man den Bodengrund auch mal mit einer Plastikgabel o. ä. durchpflügen.

    Anbei mal ein Bild mit dem mittleren Bereich. Zwischen den blauen Zoanthus und der grünen Acan berühren sich die Plexiplatten und dort fingen die grauen Stellen an.

  • Danke für den Tipp. Hab einen grabenden Seestern drin und ein paar Einsiedler sowie eine Bodengrundschnecke. Werde aber demnächst mal wieder nen Teil absaugen und erneuern. Faulstellen hab ich keine. Mein Bodengruns ist auch nicht sehr hoch.


    Gruß Sven

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