Pressemitteilung über Wale

  • Whale-Watching bringt mehr Geld als Walfang
    Islands Fremdenverkehrsbetreiber fürchten Ausbleiben der Touristen

    Reykjavik (pte, 11. April 2003 17:05) - Das Beobachten
    der "sanften Riesen der Meere" bringt nach Ansicht der isländischen
    Fremdenverkehrsbetreiber http://www.icetourist.is mehr Geld, als der
    Walfang. Darüber hinaus hat der Wal-Tourismus international einen guten
    Ruf. Nun fürchten die isländischen Tourismus-Manager, dass die Regierung
    den Walfang wieder aufnimmt.

    100 Minkewale, 100 Finnwale und 50 Seiwale sollen in den kommenden zwei
    Jahren zum Abschuss freigegeben werden, wenn es nach dem Willen der
    internationalen Walfang Kommission (IWC) http://www.iwcoffice.org geht.
    Die Fischerei-Ministerin Arni Matthiesen meinte, dass die Zahl ohnehin
    gering sei. Ebenso wie Japan argumentiert die Regierung in Reykjavik
    damit, den Walfang aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen wieder
    aufzunehmen, räumte aber gleichzeitig ein, dass ohne Export von
    Walfleisch nach Japan das gesamte Unterfangen zu teuer käme. Bereits
    Anfang April reagierten die Fremdenverkehrsvertreter heftig auf diese
    neuen Vorschläge. Gemeinsam mit der Fluggesellschaft Icelandair
    http://www.icelandair.net, die zwischen 80 und 90 Prozent des gesamten
    Tourismus lukriert, sehen sich die Tourismusveranstalter in einer
    Sackgasse. Whale-Watching ist zu einer Haupteinnahmequelle für den
    Fremdenverkehr des nördlichsten Staates Europas geworden. Insgesamt haben
    die Waltouristen mehr als 16 Mio. Dollar ins Land gebracht. Darüber
    hinaus habe dies den internationalen Ruf des Landes verbessert, erklären
    die Veranstalter der isländischen Tourismusgesellschaft ITIA . Mehr als
    62.000 Fremde hatten 2002 an einer der zahlreichen Whale-Watching-Tours
    teilgenommen. 1995 waren es nur knapp 2.200 Touristen. Die
    Fremdenverkehrsmanager sehen die Entwicklung dieses Zweiges aber noch
    lange nicht als erschöpft: Bis 2007 sollen sich mehr als 100.000 Fremde
    an den Meeressäugern erfreuen. Im Gegensatz dazu bringe die Jagd auf die
    Säuger jährlich nur etwa drei bis vier Mio. Dollar, argumentieren
    Naturschützer.

    Whale-Watching in Island zählt nach Ansicht der lokalen
    Fremdenverkehrsorganisation zu den Höhepunkten einer Island-Reise. "Die
    Chance hier mehrere verschiedene Walarten zu sehen, ist sehr groß", meint
    etwa Asbjorn Bjorgvinsson vom Husavik Whaling Center
    http://www.nordursigling.is . "Blau-, Sei-, Finn-, Minke- und Buckelwale
    kommen sehr nahe an die Küste. Lediglich Pottwale sind in tieferen
    Gewässern weiter draußen zu beobachten", erklärt der Experte. Walfang und
    Walbeobachten könnten nicht gemeinsam existieren. "Die freundlichen
    Minkewale wären die ersten, die getötet werden würden, denn sie kommen
    sehr nahe an die Boote heran. Das wäre dann ihr endgültiges Schicksal",
    meint Bjorgvinsson. Der Walfang würde jedenfalls dem Beobachten ein Ende
    bereiten, zeigt sich der Spezialist überzeugt.

    Whale-Watching begann als kommerzielle Aktivität vor der Küste
    Südkaliforniens im Jahre 1955. Mehr als 40 Staaten der Welt betreiben
    heute Basen, von denen Schiffe und Boote Interessierte zu den
    Meeressäugern bringen. Der Tourismuszweig zählt zu den am schnellsten
    wachsenden Branchen und ist für viele Fremdenverkehrsunternehmen heute
    ein wichtiger Bestandteil ihres finanziellen Erfolges, berichtet das
    Whale-Watching Center der Universität von Helsinki
    http://www.physics.helsinki.fi/whale . (Ende)

    Aussender: pressetext.austria

    MfG, Frank


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