Osmosewasser nach Silikatfilter schlechter?

  • Guten Morgen an die Gemeinde!

    Ich darf mich kurz vorstellen: bin schon seit frühester Jugend (Süsswasser-)Aquarianer und habe meinem Sohn und mir letztes Jahr ein kleines Meerwasserbecken von 140l eingerichtet. Geht mittlerweile eigentlich gut, wir haben nicht viel Lehrgeld bezahlen müssen. Die Biologie scheint o.K. Der Aufwand war allerdings zunächst ziemlich hoch. Kleines Becken - viel Arbeit.
    Werde meine persönlichen Daten andernorts noch vervollständigen....

    Ich lese hier einige Zeit mit und habe jetzt eine Frage, auf die ich (noch) keine befriedigende Antwort gefunden habe:
    Ich benutze eine 130l UO von Dennerle mit nachgeschaltetem Silikatfilter von AquaLight. Jetzt hatte ich wieder ein paar Kieselalgen im Becken und habe das Osmosewasser gemessen. 0,4mg/l SiO2.
    Die Silikatfiltersäule wurde gespült und neu befüllt.

    Also habe ich mir jetzt ein 2-Kanal TDS Meßgerät angeschafft und geeicht. Der erste Kanal misst das Wasser nach der UO (0ppm), der zweite nach dem Silikatfilter (10ppm). Uups?

    Die Säule habe ich mit aqua biotica antiSil/AA Silikatbinderharz gefüllt und 2h gespült. Anfangs waren die Werte nach der Säule um die 70ppm, sanken dann aber ab bis auf 10ppm und da bleiben sie.....
    Habe die Messaufnehmer kreuzgetauscht, die Eichung verglichen. Immer das gleiche Ergebnis.
    SiO2 (JBL) ist ca. 0,15 mg/l nach der Säule, davor ebenso. Liegt an der unteren Nachweisgrenze des Tests, daher gebe ich da nicht so viel drauf. Aber der Leitwert scheint verlässlich.

    Das Harz ist ein reiner Anionentauscher. Daß Kationen das Harz irreversibel schädigen, wurde hier im Board schon behauptet. Das kann ich mir aber nicht so recht vorstellen, da auch in einem Mischbettharz ständig Harzpartikel mit den "falschen" Ionen zusammenkommen. Außerdem werden die ja auch im gemischten Zustand mit NaOH (und später HCl) regeneriert, also sooo empfindlich dürften die eigentlich nicht sein.

    Was passiert da? Gibt das Harz Stoffe ab und macht das Wasser "schlechter" als vorher? Hört das mal auf?
    Ist das Harz schon alt und wird als neu verkauft? Kann doch wohl nicht sein, oder?

    Etwas ratlose Grüße erstmal
    Malte

  • Moin!

    Es haben ja schon einige Leute von meinem Problem gelesen, aber keiner konnte bisher etwas dazu sagen....
    Ich bin aber nun schon selber etwas weiter.

    Es ist definitiv so, daß das Harz irgendetwas an das Wasser abgibt. Wenn ich die UO über Nacht auslasse und morgens das erste Wasser messe, habe ich Werte bis über 200ppm nach der Silikatsäule!
    Ich habe das Harz jetzt wieder entfernt und in 10l "sauberes" Osmosewasser gekippt und lasse es einige Zeit wässern. Dann werde ich es ggf. in 5% NaOH nochmal regenerieren und erneut spülen.

    Was für ein Aufwand - und das viele Wasser.

    Ich werde das Zeug nicht mehr kaufen. Vielleicht habe ich ja eine schlechte Charge erwischt...
    Aber vielleicht solltet Ihr mal nachmessen, wenn Ihr dieses Harz verwendet.

    WAS da abgegeben wird, weiß ich nicht - oder weiß es jemand von Euch? Ist es vielleicht harmlos und normal? Bin verunsichert.

    Viele Grüße!
    Malte

  • Jetzt beantworte ich mir selber meine Fragen....

    Ich denke das Harz war nicht gut regeneriert.
    Ich habe das jetzt nachgeholt und nun funktioniert es auch wie es soll.

    Also wohl keine Neuware. Habe keine bessere Erklärung.
    Werde es nicht wieder kaufen - das sagte ich ja schon.

    Ich hoffe, es hat vielleicht dem Einen oder Anderen geholfen.

    Und tschüs...
    Malte

  • Hallo Malte,

    so richtig weis ich dir da auch nicht zu helfen, da mein Wasser aus einer Vollentsalzer-Anlage kommt.
    Ich dachte bisher, es sei üblich hinter eine UO ein Mischbett zu schalten, nicht nur einen Anionenaustauscher.
    Ich würde an deiner Stelle mal den Anionenaustauscher gegen ein Mischbettharz tauschen. Dann bist du auf der sicheren Seite.
    Übrigens, Mischbettharze werden nicht zusammen regeneriert. Sie werden vor dem regenerieren getrennt.

    Gruß,
    Norbert

    Edit: Da warst du um 1 Minute schneller als ich :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Scatty (17. April 2010 um 20:15)

  • Moin Norbert!

    Danke für Deine Antwort. Auch wenn es nur ein Anionentauscher ist, sollte da doch trotzdem nichts hinten rauskommen, wenn vorne nichts reinkommt, oder? Tut's jetzt jedenfalls nicht mehr.

    P.S. Ich meine gelesen zu haben, daß die Regeneration von Mischbettharz durch eine starke Base eingeleitet wird (~3N NaOH). Dabei trennen sich Anni und Kati, Anni schwimmt, Kati sinkt. Kati wird dann getrennt mit HCl regeneriert. Haben die Amis mal für den Hausgebrauch irgendwo beschrieben.....

    Viele Grüße!
    Malte

  • Hallo Malte,

    ein Ionenaustauscher funktioniert so, dass er ein Ion gegen ein anderes austauscht. Je nachdem, womit dein
    Austauscher beladen war (welches Ion er zum austauschen besaß) kann der Leitwert durchaus steigen.
    Denn Silicat hat einen sehr geringen Leitwert, die meisten anderen Ionen haben einen viel höheren.

    Kationen sind deinem Anionenaustauscher übrigens schnurzpiepegal. Er ignoriert sie einfach.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,
    vielen Dank für deine Antwort.

    Ich habe das Harz mit 2,5N NaOH regeneriert und reichlich gespült.
    Daher nehme ich an, das der Filter eigentlich nur Hydroxyl-Gruppen abgeben sollte - oder?
    Der pH ist auch relativ hoch (bis 10 wenn die UO anläuft). Zeitgleich dazu gibt es Peaks nach dem Einschalten bis etwa 80ppm hinter dem Filter, die sich innerhalb von 60-90sec abbauen.

    Aber auch vor dem Filter findet sich nach einigen Stunden Pause ein erhöhter Leitwert, der sich aber auch schnell abbaut, wenn die UO in Betrieb geht.
    Gesetzt den Fall, daß es sich um eine stark alkalische Lösung handelt, die rückwärts in die UO Kartusche diffundiert. ...Ist das nicht schädlich für die Membran?

    Alles Fragen, die ich vorher garnicht hatte - da hatte ich schlichtweg kein Meßgerät....
    Manchmal ist weniger "wissen" besser für's Gemüt.

    Viele Grüße!
    Malte

  • Hallo Malte,

    die Hydroxidionen haben eine wesentlich höhere Leitfähigkeit als die Silicationen bzw. die Kieselsäure.
    UO-Membranen dürfen auch noch in hohen pH-Bereichen betrieben werden. Ein Schaden kann aber durch das
    verstärkte Ausfallen von Calciumcarbonat (Verblocken) bei hohen pH entstehen. Wenn das Harz nach der
    Regeneration lange genug gespült wurde, sollte dieser Effekt eigentlich nicht auftreten.

    Gruß Armin

  • Ich klinke mich kurz mit ein.

    Ich habe eine neue Membran eingesetzt und bekomme habe letztens mal gemessen.

    Ist 0°dKh und 0 PH ein realistischer Wert für UO Wasser ?

    Grüße Christian

  • Hallo Christian,

    0° KH ist möglich (je nach Messgenauigkeit), pH 0 dagegen nicht. Das hast du versucht elektronisch zu messen,
    was bei Osmosewasser aber nicht möglich ist. Gib eine Prise Kochsalz hinein, dann siehst du den wirklichen pH.
    Er sollte etwa bei 5,6 liegen.

    Gruß Armin

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!