"Koffein-Cocktail" gegen Schlaganfall
Kombination aus Koffein und Alkohol im Test
Dallas (pte, 11. April 2003 09:26) - Die Kombination aus Koffein und
Alkohol könnte das Schlaganfall-Mittel der Zukunft sein. Die ersten 23
Patienten, denen bei klinischen Versuchen der "Koffein-Cocktail"
verabreicht wurde, tolerierten die Mischung gut, schreiben Forscher der
University of Texas-Houston Medical School http://www.med.uth.tmc.edu im
Fachmagazin Stroke http://stroke.ahajournals.org . Anders als bei
vorangegangenen Tierversuchen konnte die Dosis der Kombination sogar
verringert werden. Noch ist unklar, wie die Wirkstofflösung "Coffeinol"
das Gehirn schützt.
Ratten-Versuche zeigten bereits, dass sich nach der Injektion von
Coffeinol die Schlaganfall-Schäden im Gehirn bis zu 80 Prozent
reduzierten. Nämlich dann, wenn die Kombination innerhalb von drei
Stunden nach der Blockierung der Blutversorgung ins Gehirn verabreicht
wurde. "Kaffee oder Alkohol alleine sind kein Schutz, aber die
Kombination war wirksam", erklärte Studienautor und Neurologe James C.
Grotta. Ziel der ersten Versuche am Menschen war es, die Sicherheit des
Wirkstoffes zu testen. Laut Grotta war das Mittel sicher und hatte bis
für einen Patienten, der aufgrund eines schwachen Kreislaufes während der
Behandlung Herzprobleme bekam, keine Nebenwirkungen. Es stellte sich
zudem auch bei jenen Patienten als sicher heraus, die mit dem
Gewebe-Plasminogen-Aktivator (tPA), einem körpereigenen Protein,
behandelt wurden. tPA spielt eine wichtige Rolle bei der Auflösung von
Blutgerinnseln.
Als nächstes stehen umfassende Vergleichsstudien auf dem Plan. Es soll
der therapeutische Effekt von Coffeinolgaben untersucht werden.
Zusätzlich will Grotta die Behandlung mit Coffeinol mit der gezielten
Absenkung der Körpertemperatur nach einem Infarkt kombinieren. Studien
haben bereits gezeigt, dass die gezielte Unterkühlung des Gehirns nach
einem Infarkt den Schlaganfall-Schaden im Gehirn begrenzen kann. "Die
Kombination von Kühlung und Coffeinol könnte den Schutz noch erhöhen", so
der Neurologe. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
