PH mit starker Belüftung stabilisieren?

  • Hallo Forum!

    Das von mir geplante Becken soll eine Abdeckung erhalten, unter der nur zur Kühlung ein Luftstrom mit Außenluft erzeugt werden soll, von daher hätte ich hier sicher keinen so guten Gasaustausch über die Wasseroberfläche. Ansonsten war geplant, das Wasser weiter nur über den Abschäumer zu belüften.
    Dieser soll sicher nicht zu klein, aber auch sicher nicht zu überdimensioniert werden.
    Mich würde nun interessieren, in wie weit sich der PH-Wert mit einer zusätzlichen, starken Belüftung stabilisieren ließe, z.B. durch einfache Lindenholz- Ausströmer im Technikbecken.

    Beste Grüße,
    Torsten.

  • Hi,

    die bringen gar nix im vergleich zu dem Abschäumer. Sieh lieber zu das bei einem Stromausfall der Abschäumer und die Umwälzung dann nicht ausfallen können.

    mfg Uwe

  • Hallo,

    und danke für die schnellen Antworten. Aber warum bringen die im Vergleich zum Abschäumer gar nichts? ...denke das hängt doch in erster Linie von der Stärke der Belüftung ab, oder?
    Ich meine so wie es auch Abschäumer mit Lindenholzausströmern gibt, könnte man umgekehrt die zusätzliche Belüftung, außerhalb des Aquariums, ja auch mit einer Pumpe und einer Venturidüse machen, oder halt mit einer Pumpe mit Nadelrad, oder nicht?

    Im Grunde soll es dabei ja um die gleiche oder sogar stärkere Belüftung wie in einem Abschäumer gehen, nur das dabei halt nicht zusätzlich abgeschäumt werden soll. Es soll dabei dann lediglich zu einem besseren Gas-Ausgleich mit der Luft kommenn, so dass sich wie im Meer ein natürliches und stabiles Verhältnis von CO2 in der Luft zum CO2 im Wasser einstellt.

    Gruß,
    Torsten.

    Einmal editiert, zuletzt von Bonsai77 (23. März 2010 um 00:48)

  • Hallo Armin,

    dabei ist mir grad erst etwas aufgefallen! =) ...bin überhaupt auf die Idee gekommen, bzw. habe mir darüber Gedanken gemacht, da ich zur Zeit anscheinend Dein Buch über Meerwasserchemie lese. ...meine sofern es nicht zwei von Dir gibt! =) ...hatte nämlich noch nie Kontakt zu einem Autor, während ich dessen Buch lese. =)
    Im Kapitel 5.2 steht etwas über die PH-Wert- Schwankungen und dass man wenn man auf einen Abschäumer verzichten möchter lieber nur den Auffangbehälter entfernt und das Wasser aus diesem Grund so weiter belüftet. ...möchte also nicht behaupten, dass ich ganz alleine auf die Idee gekommen bin! :winking_face:

    Beste Grüße,
    Torsten.

  • Hi,

    na ja, wenn Du einen Kompressor mit 2000l/h Luft und die passende Anzahl Auströmersteine reinbringst erreichst Du die Leistung vom Abschäumer. Nur ist die Verweilzeit im Abschäumer in der Regel immer noch länger.
    Abgesehen davon erhöhst Du exorbitant die Verdunstung und im Umkreis von 1m um die Wasseroberfläche wo die Luft hochkommt wachsen die Salzkrusten wie Austernseitlinge bei Vollmond nach nem warmen Regen.

    Probier´s aus und sag uns dann wer Recht hatte :wink

    mfg Uwe

  • Hallo Uwe,

    soll gar nicht darum gehen, wer Recht hat, zumal ich halt auch noch keine praktischen Erfahrung vorweisen kann. Ist halt einfach eine Idee, wobei die Sache mit den Ausströmern ein Beispiel sein sollte um das ganze zu verdeutlichen.
    Denke aber, dass Du mich da auch noch nicht ganz verstanden hats, da Du die Idee mit eineem Abschäumer vergleichst. Meinte halt das Wasser zusätzlich zum Abschäumer zu belüften, um eine noch stärkere Belüftung des Wassers zu erreichen und nicht auf den Abschäumer zu verzichten. Im Grunde könnte man ja auch einen zweiten Abschäumer dafür nutzen und dessen Flotat wieder zurück ins Wasser leiten, oder haltz den Schaumbecher nicht aufsetzen. Meine halt zusätzliches Belüften, ohne zu extrem abzuschäumen, was ja sicherlich auch nicht so toll wäre. oder?
    Du schreibst von zu hoher Verdunstung und Salzablagerungen, aber wenn man das ganze richtig umsetzt, kann ich mir nicht vorstellen, dass dies extremer eintritt, wie bei dem Abschäumer selbst. Gut, klar wüde mehr Wasser verdunsten, denn das würde es ja immer mehr, sobald man irgendwo mehr als üblich belüftet. Man müsste sich halt die Frage stellen, ob man den höheren Verbrauch an Osmosewasser für einen eventuell stabilieren PH-Wert in Kauf nehmen möchte.
    Mit den Salzablagerungen wie gesagt, wenn man z.B. einen zweiten Abschäumer installiert und das Flotat direkt zurück ins Wasser leitet, wird das wohl nicht großartig mehr sein wie sonst auch, oder?
    Denke dass Du bei den Salzablagerungen eher daran denkst, dass die Luftblasen einfach an der freien Oberfläche aufsteigen und es hier zu vielen kleinen Wasserspritzern kommen würde, oder?

    Gruß,
    Torsten.

  • Hallo Torsten,

    lass deinem Forscherdrang ruhig freien Lauf, außer den von Uwe genannten Folgen mit Salzkrusten und Verdunstung
    gehst du kein Risiko ein. Ich finde, dass in diesem Bereich viel zu wenig probiert wird. Solange es noch normal ist,
    dass der pH im Tagesverlauf um etwa 0,5 schwankt, bleibt hier noch Optimierungspotential. Das Ziel sollte sein,
    dass der pH fast vollkommen stabil bleibt.

    Gruß Armin

  • Hallo,

    finde die Idee auch sehr interessant. Um die Salzkrusten etwas eindämmen zu können würde ich das ganze wie einen Luftheber aufbauen, so hat man gleich noch eine zusätzliche Strömungspumpe.
    Habe mal schnell eine Schnitt- Skizze angehangen die in etwa wiedergibt was ich meine.

    Gruß
    Benjamin

  • Zitat

    Original von Bonsai77
    Denke dass Du bei den Salzablagerungen eher daran denkst, dass die Luftblasen einfach an der freien Oberfläche aufsteigen und es hier zu vielen kleinen Wasserspritzern kommen würde, oder?
    Gruß,
    Torsten.

    Hi,

    so kam es rüber. Einen effektiveren Luftaustausch ohne die Nachteile von einem Dutzend Ausströmern erreichst Du wenn Du eine Strömungspumpe gegen die Wasseroberfläche ausrichtest :winking_face:

    mfg Uwe

  • Hallo!

    Freut mich sehr, dass die Frage anscheinend ein wenig Interesse weckt! =)

    Armin
    So sehe ich das eigentlich auch, dass man immer bestrebt sein sollte die Bedingungen so nah an die Natur zu bringen wie eben halt möglich, vor allem wenn sich das eventuell sogar schon mit so einfachen Möglichkeiten realisieren lässt.

    @Benjamin
    So in die Richtung habe ich dabei auch gedacht. Statt einer Luftpumpe mit Ausströmer könnte man das ja z.B. auch mit einer Hydrofoamer- Pumpe von Tunze lösen. Würde das ganze aber eher im Technikbecken installieren, als im Aquarium selber. Zwar wäre damit sicherlich auch gleichzeitig mehr Strömung vorhanden, wenn auch nur ein wenig, aber im Aquarium selbst würde ich mir Gedanken darüber machen, dass es an der Oberfläche zu Schaumbildung käme. Denke auch wenn der Schaum hier schon recht schnell wieder in Lösung ginge, so würde er doch eventuell den Lichteinfall ins Becken behindern können, oder?
    Alternativ könnte man in Deiner Grafik statt dem Bogen auch ein T-Stück oder ein Y-Stück (mit Abgang nach unten) verwenden und das senkrechte Rohr bis über die Oberfläche gehen lassen. Dann hätte man den Strömungsgewinn und die Luftblasen würden lediglich im senkrechten Rohr zur Oberfläche aufsteigen. Man müsste sich hier nur Gedanken darüber machen, dass sich der Schaum direkt wieder löst und ins Wasser geleitet wird. ...immerhin soll ja nicht zusätzlich abgeschäumt werden, sondern halt nur ordentlich belüftet.

    Uwe
    Das mit der Strömungspumpe gegen die Wasseroberfläche richten ist sicherlich die gängigste Praxis für einenguten Gasaustausch an der Wasseroberfläche. Bei mir wäre da das Problem, dass ich das Aquarium komplett abdecken möchte und lediglich zum Kühlen zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung Luft leiten möchte. Denke solange die relativ geringe Luftmasse über der Wasseroberfläche steht, wird es hier auch nicht zu einem so guten Gasaustausch kommen, oder? Klar könnte man das Becken auch ständig mit Außenluft überströmen lassen, aber dann wäre der Wärme- und Wasserverlust durch Verdunstung doch recht hoch, oder? ...könnte mir vorstellen, dass man mittels Luftblasen im Wasser einen besseren Gasaustausch bei geringerer Verdunstung realisieren könnte.


    Beste Grüße,
    Torsten.

  • Hallo Torsten,

    Zitat

    Original von Bonsai77
    Zwar wäre damit sicherlich auch gleichzeitig mehr Strömung vorhanden, wenn auch nur ein wenig, ,,,,

    Das sind bei einem 32-er Tschechischen Luftheber immerhin maximal 1200 Liter/h [Link] :yidee
    Ein oder zwei von denen um Oberflächenbewegung zu erzeugen und zusätzlich auch noch viel Luft einzubringen könnte ich mir gut vorstellen um den PH-Wert zu stabilisieren. Und zusätzlich noch 1200 Liter/h für die Stromkosten einer Luftpumpe mit 400 Liter/h .... ich glaub ich baue mir mal so einen und teste das .

    Gruß,
    Norbert

  • Hallo Torsten,

    hast Du auch den Verlust der Lichteinwirkung bedacht, durch die Abdeckung verlierst Du je nach Glasstärke
    bis zu 25 oder 30% , und wenn Du die scheiben nicht in kurzen Abständen reinigst noch mehr, von Plexi oder Acryl ganz zu schweigen, wird milchig und verzieht sich.

    Gruß
    Falk

  • Hallo Falk!

    Hab das schon mit bedacht und auch schon mit dem Olaf Durst drüber gesprochen, der betreibt sein Becken schon seit längerem mit Plexiglas als Abdeckung und T5 darüber.
    Bei Plexiglas an sich gibt es meines Wissens den Verlust ja nicht, da es absolut lichtecht ist, so lange die Scheibe nicht milchig ist oder verkratzt. ...dagegen hilft dann nur das regelmäßige Austauschen der Platte. Olaf schreibt dazu, dass er seine Plexiglasplatte einmal im Jahr, mit den Röhren zusammen, ausstauscht. Da die Platte nicht so extrem groß wird, passgenau bestellt werden kann und auch möglichst dünn sein wird, wird das finanziell zu verkraften sein. Verziehen wird sich die Platte auch nur, wenn sie zu warm wird. Olaf hatte von dem Problem mit seinen T5-Leuchten nichts geschrieben und da ich mir Gedanken über eine komplette LED- Beleuchtung mache, werde ich mit thermischen Problemen da eher noch weniger zu kämpfen haben, da sie die Wärme überwiegend nach hinten zum Kühler abgeben.

    Beste Grüße,
    Torsten.

  • Hallo Armin,

    das wusste ich bisher nicht. In Kauf nehmen werde ich es aber wohl dennoch und dann eher mehr Licht einplanen. Wobei ich beim Anfang auch eher an weniger lichthungrige Weichkorallen gedacht habe. ...finde die Bewegung der Korallen in der Strömung einfach nur toll. An Steinkorallen-becken muss ich dazu auch sagen, dass ich schon welche gesehen habe, die mir schon zu bunt waren. ...aber gut, das ist eine Frage des individuellen Geschmacks. Denke jedenfalls dass meine angepeilten Pfleglinge auch ein bischen weniger Licht vertragen werden, wie andere. ...bin mit dem Olaf Durst auch auf das Thema gekommen, weil ich sein Becken mehr oder weniger als Vorbild genommen habe:
    http://www.korallenriff.de/artikel/854_Da…s-Aquarien.html
    Für die Abdeckung des Aquariums spricht einfach meine Angst vor zu hoher Luftfeuchtigkeit im Wohnzimmer. Wir haben uns ein kleines schnukeliges Holzhäuschen gekauft und auch wenn ich mir bei der Blockbohlenbauweise ohne Dampfsperre wahrscheinlich eher weniger Gedanken machen müsste, da die Wände ja "atmen", möchte ich trotzdem kein Risiko eingehen.
    Soll ja auch nicht heißen, dass keine Luft an die Wasseroberfläche gelangen kann. Gedacht habe ich mir das Becken komplett abzudecken, aber an beiden Seiten der Abdeckung Öffnungen für angeschlossene Zu-, bzw. Abluft zu lassen. Die Luft soll dann über Lüftungsrohre mit Ventilatoren von draussen angesaugt und dort auch wieder hingepustet werden. Ich denke dass ich damit dann auch eine recht effektive Kühlung realisiert hätte, da die Luft ja gezwungen wäre über die gesamte Länge des Aquariums über die Wasseroberfläche zu streichen. Die Lüftung soll dann zur Kühlung automatisch eingeschaltet werden und wenn keine Kühlung erforderlich ist, in regelmäßigen Abständen für einen kurzen Moment laufen, um die Luftmasse zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung auszutauschen. ...wobei wir wieder bei der PH-Wert- stabilisierung wären. =)
    Mit der Abdeckung und der "Spülung" mit Außenluft müsste ich mir dann auch keine Gedanken mehr über den Partyeffekt machen (...ich lese =) ...auch wenn ich noch weniger als 50% davon verstehe :confused_face: ).

    Beste Grüße,
    Torsten.

    Einmal editiert, zuletzt von Bonsai77 (31. März 2010 um 01:53)

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