Unbekanntes Ökosystem im Schwarzen Meer entdeckt
Vermutlich wesentliche Rolle für globalen Stickstoffkreislauf
Bremen (pte, 10. April 2003 11:05) - Forscher des Bremer
Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie http://www.mpi-bremen.de
haben im Schwarzen Meer ein bislang unbekanntes Ökosystem unter dem
Meeresboden entdeckt. In Mio. Jahre alten Sedimenten entdeckten die
deutschen Wissenschaftler in Kooperation mit Forschern der
niederländischen Delft Universität lebende Einzeller. Es handelt sich um
bisher unbekannte Bakterien. Sie besitzen die Fähigkeit, das für das
Algenwachstum lebenswichtige Ammonium in atmosphärischen Stickstoff
umzuwandeln und damit als Nährstoff unzugänglich zu machen. Der neu
entdeckte Prozess läuft ohne Sauerstoff ab. Die Bedingungen, unter denen
diese Bakterien leben, sind im Boden von Ozeanen weit verbreitet. Die
Forscher weisen nun den Bakterien eine wesentliche Bedeutung für den
globalen Stickstoffkreislauf, das Algenwachstum und letzten Endes auch
für das Klima zu.
Meeresforscher vermuteten bereits vor mehr als 30 Jahren, dass Ammonium
auch unter sauerstofffreien Bedingungen konsumiert wird. Erst vor wenigen
Jahren aber entdeckte man Lebewesen, die dieses Kunsstück tatsächlich
fertig bringen - in Kläranlagen. Dass es aber marine Verwandte geben
könnte, die sogar das Klima und das Ökosystem Meer in nachhaltiger Weise
beeinflussen können, hat niemand geglaubt. Denn die Kläranlagen-Bakterien
wachsen nur sehr langsam und schienen damit im Meer keine tragende Rolle
zu spielen. Forscher konnten aber die DNA dieser im Meer lebenden
Bakterien isolieren und eindeutig beweisen, dass die Organismen mit den
Kläranlagen-Bakterien nahe verwandt sind. Die Ergebnisse wurden im
Fachmagazin Nature veröffentlicht.
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