Werte Ausgangswasser

  • Auch ich kann mich der Diskussion über Osmoseanlagen und den damit Zusammenhängenden Wasserwerten nicht entziehen.

    Ich habe nun folgende Werte des Leitungswassers in München/Puchheim vorliegen:

    Kieselsäure: 11mg/l
    Nitrat: 15mg/l
    Nitrit: <0,02mg/l
    Ammonium: 0,011mg/l
    Sulfat 12 mg/l

    Die anderen Werte sind meines erachtens weniger von Bedeutung oder brauchbar gewesen.

    Der Nitratwert ist meines erachtens nicht unbedingt schlimm. So wie ich mitbekommen habe, habe mehrere Aquarianer Werte um 20mg/l. Oder wie seht ihr das? Ich will natürlich auch mal Steinkorallen halten!

    Bei dem Kieselsäurewert habe ich keine Erfahrung mit Grenzwerten. Was sagt Ihr denn dazu?

    Und jetzt zur Wasserreinigung, falls erforderlich:

    Eigentlich will ich um eine Osmoseanlage herum kommen. Aus zwei Gründen. Ich will das Calcium und Magnesium etc. nicht herausfiltern und der hohe Wasserverbrauch spricht auch dagegen.

    Sollte ich es nicht vieleicht mit einem Silikatfilter versuchen, oder/und einem Nitratfilter? Wenn ja, wie sieht es denn da mit dem Wechsel des Filtermediums aus. Ich habe leider keine Ahnung von diesen Filtern.

    Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

    Mein Becken läuft seit 4 Wochen und es sind auch bräunliche Algen vorhanden. Diese führe ich jedoch nicht auf die fehlende Vorfilterung zurück. Es ist ja schließlich die Einlaufphase. Wie es allerdings in Zukunft aussehen wird, kann ich nicht sagen. Meint ihr, die Algen können garnicht verschwinden bei den Kieselsäurewerten?

  • Hallo Michael,
    bei den Kieselsäurewerten wirst du immer enome Probleme mit Kieselalgen bekommen. Auch den Nitratwert finde ich etwas hoch, du führst dann bei jedem Wasserwechsel Nitrat zu, die Fische werden auch genug produzieren, da sammelt sich dann schon was an. Calcium und Magnesium werden mit den Salzen schon zugegeben.
    Aber ein wichtiger Wert fehlt noch, und das ist Phosphat Po4.Auch den Sulfatwert finde ich sehr hoch.
    Ich würde mich für eine Osmoseanlage oder einen Ionenaustauscher entscheiden.

  • Hallo Michael
    Ich kann Sabine da nur voll zustimmen. Die Werte sind viel zu hoch. Du musst daran denken dass Du mit jedem Wasserwechsel diese Belastung schon von Anfang an mitbringst. Wenn dann die Werte schlechter werden im Becken (durch die Fische meist der Fall) dann hast Du kaum eine Chance mit Wasserwechsel ein vernünftiges Level zu erreichen.
    Ich würde Dir auch auf alle Fälle dazu raten eine Osmoseanlage zu benutzen. Ich weiss, das mit dem Wasserverlust schreckt viele davon ab, aber man kann dieses Wasser ja auch auffangen und z.b. wie ich zum Blumengiessen verwenden. Wenn Du tüfteln kannst dann lässt sich dieses Wasser auch gut für die Klospühlung nutzen, oder zum Fahrrad waschen oder irgendwas.... Verwendung gibt es immer und das Wasser ist nicht verloren :smiling_face:

  • Auch ich würde diese Wasser nicht ohen Osmosenanlage nutzen und würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und unbedingt einen Reinstwasserfilter nachschalten.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Michael,
    Kieselsäure sollte absolut nicht nachweisbar sein. Der Grenzwert ist daher 0 !!!

  • Aufrund eurer Meinungen habe ich mich jetzt dazu entschieden mein Wasser zu filtern/aufzubereiten, bevor ich es ins Aquarium gebe. Nur leider bin ich mir noch nicht sicher wie!

    Wenn eine Osmoseanlage, dann die von IEM für ca. 90 EUR. Jedoch habe ich da den Wasserverlust und alles wird ja anscheinend auch nicht rausgefiltert (Kieselsäure nur ca. 90%). Also auch nicht optimal.

    Dann könnte ich ja noch einen Kieselsäurefilter nachschalten. Wenn es empfehlenswert ist, dann würde ich euch bitten mir ein paar Infos dazu zu geben. Ich habe mich schonmal bei http://www.westaqua. de umgesehen. Nicht ganz billig, das ganze!

    Und als dritte Möglichkeit wäre doch noch gleich die Reinstwasserfilterung, oder? (habe ich auch bei http://www.westaqua.de gesehen). Kostenpunkt min. 240 EUR. Wie sieht es denn da mit Folgekosten im Bezug auf Harztausch aus? Kann ich da das gesamte druchgelaufene Wasser benutzen? Wie schnell läuft das denn da durch? Ist da wirklich alles schädliche raus?

    Und zuletzt: Was ist denn ein Ionentauscher?

    Es sind wirklich ein Menge verschiedener Fragen, aber ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir eine kleine Übersicht und eine Empfehlung mit Vor- und Nachteilen an die Hand geben würdet. Danke hierfür schonmal.

  • Hallo,
    wir haben hinter unserer Osmoseanlage eine Säule von Westaqua, die nur die Silikate noch entfernt. Man kann sie mit Natronlauge regenerieren, das haben wir erst gerade gemacht, funktioniert super. Dann braucht man das Harz nicht immer wegschicken zum regenerieren.

    Hier sind noch allgemeine Informationen über Ionenaustauscher: Link

  • Vielen Dank Sabine für deine Hilfe.

    Kannst du oder jemand anderes mir vieleicht noch etwas über den angesprochenen Reinstwasserfilter erzählen. Ich habe darüber bei westaqua gelesen. Was mich daran besonders interessiert habe ich oben schon geschrieben.

    Laut Internet hört es sich so an, als könnte man dieses System anstatt einer Osmoseanlage benutzen und würde nicht soviel Wasser verschwenden. Leider konnte ich über das Forum bisher noch nicht genügend rausfinden. Wird wahrscheinlich selten benutzt.

  • Hallo Michael,
    am besten du stellst diese Frage mit der genauen Bezeichnung des Reinstwasserfilters im Technikforum, vielleicht hat einer der anderen User die schon mal im Gebrauch gehabt und kann darüber mehr berichten.

  • Hallo Michael,

    um dir einen ersten Überblick zu verschaffen, kannst du mal hier schauen.
    Stichwort Kieselsäurefilter.

    Ich habe den Großvolumen und den Kieselsäurefilter im Einsatz - mehr Info auf meiner Website in den nächsten Tage.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Michael,
    den von Peter angesprochenen Kieselsäurefilter kann ich auch nur empfehlen. Arbeitet sehr zuverlässig. Ich habe ihn nach eine Dennelle Osmoseanlage installiert. Ist jetzt etwa 12 Monate her und er filtert die Silicate noch zuverlässig herraus. Die wöchentliche Wassermenge die entnohmen wird sind etwa 120 Liter.

  • ... daraus ergibt sich für mich die Folgefrage, ob denn eine Osmseanlage alleine nicht ausreichend Silcate entfernt? :winking_face_with_tongue: Sicherlich hängt das von den Ausgangswerten ab, oder...?
    Beunruhigte Grüße,
    Chrille

    P.S.: Hoffe das es kein Problem ist, dass ich mich jetzt im Einsteigerforum schriftlich beteilige, aber die Frage (und es ist ja auch nur eine solche) brannte mir auf den Nägeln...

  • Hallo Chrille.

    Um kurz deine eigentliche Frage zu beantworten:

    Lies einfach mal den Artikel Wissenswertes über Osmoseanlagen durch, darin wirst du lesen das eine Osmose je nach Membran so ca. 85% Silicat zurückhält. Wenn man nun einen hohen Ausgangswert hat, kann es durchaus noch zuviel sein was mit reinkommt. Daher auch ein Reinstwasserfilter der dann den Rest zieht.

    Zu finden in der Rubrik Erfahrungsberichter: Ist auch erst vor kurzem bei uns erschienen.
    Ach ja, diese Artikel machen wir doch in der Tat deshalb das man sie liest :smiling_face:

    http://www.korallenriff.de/osmose-2003.html

    Also viel Spaß beim lesen.

  • Vielen Dank nochmal für die rege Beteiligung an meinem Problem.

    Nach dem ich die Kosten dieses bereits genannten alleinigen Reinstwasserfilters und einer Osmoseanlage mit nachgeschaltetem Silikatfilter verglichen habe, bin ich eineutig zu dem Entschluss gekommen, dass die zweite Variante die günstigere ist. Und das auch auf lange Sicht gesehen (Wasserverbrauch etc.) Hoffentlich kommt die Anlage bald, denn ich kann inzwischen zusehen, wie sich die Kieselalgen vermehren. Das ist sicherlich nicht mehr mit der Einlaufphase zu erklären.

    Zwei Fragen hätt ich in diesem Zusammenhang aber noch:

    1. Stimmt es, dass im Meerwasser ca. 2-3 mg/l Silikate vorhanden sind (Quelle:Fossa/Nielsen)? Angeblich ist dies sogar für bestimmte Dinge/Reaktionen erforderlich. (ich glaube das hat irgendwas mit Zellteilung zu tun, keine Ahnung in was für einem Zusammenhang)(Quelle:irgendwo im Internet)
    Wenn ja, dann reicht eine Osmoseanlage ohne Silikatfilter ja bis zu einem Silikatwert bis ca. 14 mg/l im Leitungswasser alleine aus!

    2. Kann man mit dem Abwasser auch Blumen gießen oder wachsen denen dann Haare :winking_face: Ich hab nämlich einen Garten und will das Restwasser nicht wegschütten.

  • Zitat

    Original von Michael
    Zwei Fragen hätt ich in diesem Zusammenhang aber noch:

    1. Stimmt es, dass im Meerwasser ca. 2-3 mg/l Silikate vorhanden sind (Quelle:Fossa/Nielsen)? Angeblich ist dies sogar für bestimmte Dinge/Reaktionen erforderlich. (ich glaube das hat irgendwas mit Zellteilung zu tun, keine Ahnung in was für einem Zusammenhang)(Quelle:irgendwo im Internet)
    Wenn ja, dann reicht eine Osmoseanlage ohne Silikatfilter ja bis zu einem Silikatwert bis ca. 14 mg/l im Leitungswasser alleine aus!

    2. Kann man mit dem Abwasser auch Blumen gießen oder wachsen denen dann Haare :winking_face: Ich hab nämlich einen Garten und will das Restwasser nicht wegschütten.

    Hallo,

    die einfache Betrachtung, wieviel Silizium durchschnittlich im Meerwasser gelöst ist, greift leider viel zu kurz. Der Gehalt an Si ist sehr stark von der Wassertiefe abhängig, aus der das Probenwasser stammt.

    Es gibt chemische Stoffe wie z.B. Kalium oder Magnesium, die ein sogenanntes konservatives Tiefenprofil aufweisen. Die Konzentration ist nahezu unabhängig von der Wassertiefe, d.h. sie ist überall etwa gleich. Dann gibt es Elemente, die im Oberflächenwasser eine höhere Konzentration haben, als in der Tiefe. Sauerstoff und Aluminium gehören dazu.

    Und dann gibt es die Nährstoffe. Stickstoff (als NO3), Phosphor (als PO4) und Silizium (als SiO4) sind oben so gut wie gar nicht vorhanden, da sie immer gleich als Ernährung dienen, und je tiefer das Wasser ist, um so höher steigt ihre Konzentration an. Bei Silizium erklärt man sich das so, daß tote Diatomeen langsam nach unten sinken und ihre Silikat-Schale dabei immer mehr vom Wasser aufgelöst wird.

    Nimmt man also den Durchschnitt aller Messungen um eine Aussage über die Bedingungen im Riff zu machen, so wie es Fosså/Nilsen getan haben sollen, ist das so, als würdest du eine Flasche Schnaps und eine Flasche Bier miteinander mischen, den Alkoholgehalt messen und behaupten, Bier hat ca. 25 Vol% Alk.

    Solltest du mehr darüber wissen wollen, die Tiefenprofile der Chemischen Elemente im Meerwasser findest du bei MBARI.

    Silizium ist in der Nahrungskette dringend erforderlich, ohne Si gäbe es keine Diatomeen und die sind wiederum Nahrungsquelle für viele Zooplankter (mikroskopisch kleine Lebewesen).


    Frage 2:
    Das Abwasser einer bei uns üblichen Umkehrosmoseanlage hat etwa 25% mehr Salzgehalt als das normale Leitungswasser. Zum Blumengießen hervorragend geeignet, aber nicht zum menschlichen Verzehr, da es möglicherweise bakteriell belastet ist.

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