`Lebende Bonbons`

  • Hallo allen,

    gestern bekam ich frostfutter in eine Aqualognews N°47. Artikel über Interzoo2002..
    von Erwin Schraml:

    Zitat:
    Nicht mehr vergessen werde ich die Vorstellung lebender Bonbons, den diesen Eindruck haben die ohnehin schon eigentlich verkrüppelten "Red Parrot" Cichliden auf mich gemacht, die von einem Züchter aus Taiwan nun auch noch künstlich eingefärbt angeboten wurden. Falls noch ein Name für die Fische fehlt, wäre vielleicht"Bonbon- oder MichaelJackson Cichlide" eine treffende Bezeichnung(knallblau grün usw...)
    Ist es nicht seltsam, dass wir Menschen es nicht schaffen die uns natürlich gegebenen Arten zu schützen und vor dem Aussterben zu retten, aber neue Arten erfinden müssen, die unter natürlichen Bedingungen nicht überlebensfähig wären. Der selbe "Hersteller" hat übrigens auch Fische angeboten, denen das Gen einer Qualle eingepflanzt wurde, wodurch die Tiere in der Lage sind ein Stoff zu produzieren, der sie im Dunkeln leuchten lässt.
    Zitat ENDE--------------------------------------------------

    bis bald ricard

  • Zitat

    Original von ricard
    Der selbe "Hersteller" hat übrigens auch Fische angeboten, denen das Gen einer Qualle eingepflanzt wurde, wodurch die Tiere in der Lage sind ein Stoff zu produzieren, der sie im Dunkeln leuchten lässt.
    Zitat ENDE--------------------------------------------------

    bis bald ricard

    Hi Ricard,

    das sind die Begleiterscheinungen der Molekular- und Zellbiologie sowie der Gentechnik!

    Ein solches Experiment wurde in einer wissenschaftlichen Untersuchung gemacht, als man das Gen für das GFP-homologe Protein einer Koralle (entspricht dem Green Fluorescent Protein der Hydromeduse Aequorea victoria) in das Genom von Lurch-Eiern reinkloniert hat und dann die Larven dann dieses Chromoprotein synthetisierten und unter UV-Strahlung entsprechend bunt fluoreszierten.
    Allerdings hatte dies den wissenschaftlichen Hintergrund, die Genexpression dieses GFP-homologen Proteins zu untersuchen.

    Leider ist es heute aber schon so weit, das solche Sachen aufgrund der recht einfachen Methoden auch zu solchen Zwecken mißbraucht werden.
    Zwar würde ich dies aus menschlicher Sicht auch als pervers abstempeln, aber dem Fisch ist es relativ egal, ob er jetzt ein Protein mehr oder weniger synthetisiert. Letztlich passiert dies in der Evolution auch, nur eben langsamer und selektiv. Das ein Golfisch Chromoproteine produziert ist evolutiv gesehen recht unwahrscheinlich, aber es ist letztlich nicht unmöglich, v.a. dann, wenn z.B. ein erhöhter UV-Stress lange genug auftritt und dann z.B. auch ein Goldfisch im Gartenteich zufälligerweise dazu in der Lage ist, durch eine UV-Schutzverbindung ein solches Protein zu bilden. Dann wird dies ein Selektionsvorteil sein.

    Tierquälerei ist dies also Gott sei Dank nicht.

    Diese "Krüppelzüchtungen" sind allerdings Tierquälerei, wenn ein Fisch derart mißgestaltet wird, das er sich kaum mehr bewegen kann! Wer sowas kauft ... hat irgendwas im Leben nicht so ganz verstanden!

    H Hersteller

  • Hi!
    Dieses GFP ist ein Segen für die Wissenschaft. Wir haben bei uns die sog. GFP-Maus. Alle Zellen außer Haarzellen und Erythrozyten leuchten bei Anregung grün.
    Unsere Arbeitsgruppe versucht Blutgefäße wachsen zu lassen. Die Chancen liegen in der Vermeidung von Herzinfarkten, von Bypassoperationen oder Vermeidung von peripheren Durchblutungsstörungen (z.B. Raucherbein).
    Wir nutzen Blutzellen aus diesen GFP-Spendermäusen, um damit in den Empfängern die Wanderung diese Zellen in die wachsenden Blutgefäße zu detektieren. Das hilft uns sehr, die MEchanismen zu entschlüsseln und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.

    Wie Jörg bereits sagte, die Tiere haben damit kein Problem.

    Matthias

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