Goniopora

  • Hallo,

    ich wollte mal Fragen, ob es mittlerweile irgendwelche Neuigkeiten bei der Haltung dieser Tiere gibt? Meine scheint langsam nach 10 Monaten einzugehen. Gibt es irgend ein Futter was die Koralle aufnimmt? Ich konnte Sie nie bei der aktiven Nahrungsaufnahme beobachten. Im Lexikon ist zwar ein Bericht von Karina Steinbach die die Koralle seit 5 Jahren füttert. Ich kann das allerdings nicht so recht glauben. Solche Futteraufnahmen wie es dort beschrieben wird(Tentakeln nehmen Futter auf, ziehen sich ein und öffnen sich dann wieder) konnte ich wie gesagt nie beobachten. Ich habe schon im Archiv nachgeschaut. Die Aussagen machen ja nicht viel Hoffnung. Aber mittlerweile ist ja schon wieder ein Jahr vergangen. Gibt es irgendwas neues?

    MfG Ramon

  • huhu,

    also ich füttere meine gonipora ebenfalls, und zwar mit einem gemisch aus feinem spirulinastaub, entkapselten artemien und cyclop eeze, und ich würde sagen das die koralle das futter aufnimmt, zwar nicht direkt über die polypen sondern es bildet sich eine schleimhaube um die kolonie und diesen schleim scheint si dann aufzunehmen. dannach werden die polypen wieder voll ausgefahren.

    über die lanzeitpflege kann ich noch nichts sagen da ich das tier erst ca. 6-8 wochen habe.

    mfg uwe

  • Hi Uwe,
    kann es nicht sein: eingeschleimt und abgestoßen . Hast Du eine aktive Aufnahme des Schleimes beobachtet.

  • Schau dir mal folgenden amerikanischen Artikel an:
    Captive husbandry of Goniopora, spp. with remarks about the similar genus Alveopora [LINK]

  • Hallo,

    erstmal Danke. Den Link werde ich gleich noch lesen.
    Mal was anderes, weil ich wieder Spirulina lese. Was ist der eigentlich der Unterschied zwischen normalen Spirulina Flocken und O.S.I. Spirulina Flocken? Der Preisunterschied beträgt bei 1Liter Packungen ja teilweise 400-500 %. Wenn es gerechtfertigt ist dann gerne. Kenn mich da halt nicht aus.

    Grüße Ramon

  • moin ks,

    also ich tippe shon auf eine futteraufnahme, das sich nach dem füttern an einigen polypen eine art schleimtrichter bildet und dieser in den polyp reingezogen wird.

    außerdem sind die polypen nach dem füttern immer weiter und dicker ausgefahren als vor dem füttern.

    Thomas

    my english is not really good but my german is better :grinning_squinting_face:

    hab ich das nu richtig verstenden das es nicht sicher feststeht das gonioporas futter aufnehmen da sie gefüttert genausogut wachsen wie ungefüttert?

    mfg uwe

  • Zitat

    Original von Ramon
    Was ist der eigentlich der Unterschied zwischen normalen Spirulina Flocken und


    Hallo Ramon,
    der Gehalt an Spirulina. Er reicht von wenigen % bis .....
    Schau mal in den Gelben Seiten Deiner Heimatstadt nach Fischzuchten (Speisefische). Hier werden oft Spirulinaflocken mit hohem Anteil zu geringem Preis verfüttert.
    Vielleicht kann Monica (sie ist hier ja einschlägig vorbelatet) dies etwas näher erläutern?

  • hi ramon,

    ich habe die einzelnen bestandteile des staubfutters( auch sehr gut für tubastrea geeignet) aus diesem onlineshop:

    http://www.aquafarm.de/shop/index.html

    die sind recht fix mit dem versand und der preis ist unschlagbar, der spirulinastaub soll zu 100% aus spirulina sein.

    mfg uwe

  • Ein Zitat aus dem oben erwähnten Artikel:

    Zitat

    Nevertheless, Goniopora species do feed, and at least one study suggests the feeding is essential for their survival (Toonen 1999a and Toonen, 2001).
    Nichtsdestoweniger fressen Gonioporen, zumindest eine Studie deutet an, daß Füttern zu ihrem Überleben notwendig ist (Toonen 1999a and Toonen, 2001).


    Weiter unten schreibt Julian Sprung aber über die Gegebenheit des Waikiki Aquariums - ein offenes System, das direkt mit gefiltertem Meerwasser betrieben wird (Planktonfrei) - in dem die Gonioporen dennoch überleben. Deshalb teilt er Toonens Meinung nicht, sondern glaubt, da sei irgend etwas anderes mit dem künstlichen Meerwasser, was zum langsamen Sterben mancher G. Arten führt. Er führt in dem Zusammenhang Eisen und Mangan an.

    Von Dana Riddle fand ich einen weiteren Artikel über G.: Clues In Successful Captive Maintenance of Goniopora Corals [LINK] und dann gab es Mitte 2002 noch eine interessante Diskussion im Reef Central Forum mit Eric Borneman [LINK].

  • also angenommen, es läge nicht am Futter sondern am Salz, so hätte man kaum eine Chance und das verenden wäre (früher oder später) vorprogrammiert, da wir ja nicht mal genau wissen welche Stoffe dies verursachen um den entgegen zu wirken.
    Achja und diejenigen bei denen die Tiere länger leben haben nur Glück weil ihr Ausgangswasser eine andere Qualität hat?

  • wenn aber am salz liegen würde, könnte man den degenerationprozess doch sicher mit wechselnden salzsorten zumindest verlangsamen, oder?

    und evtl. könnte es dann doch auch helfen ab und zu mal leitungswasser zum WW zu verwenden um einfach wieder neue spurenelemente ins becken zu bringen die nicht in bekannten mittelchen drinn sind, das geht natürlich nur dann wenn das leitungswasser nicht zu schlecht ist.

    mfg uwe

  • Hallo,

    ich vermute, das Goniopora Arten insgesamt eine höhere organische Nährstoffbelastung brauchen, d.h. sie decken einen Großteil ihrer Nahrung nicht über den Fang von Zooplankton, sondern über die Aufnahme bereits bestehender Makromoleküle, die im Wasser gelöst sind: das sind Aminosäuren, Fettsäuren, Peptide/Proteine, etc.

    Nicht umsonst stehen die meisten Goniopora-Arten, die ich kenne, in solchen Becken am besten, die man selbst für eher nicht so schön bezeichnen würde, bzw. in Becken, die ohne Abnschäumung betrieben werden.

    Letztlich wird es eine Kombination aus mehreren Sachen sein: Phyto- und Zooplankton, organische Nährstoffbelastung, ARTSPEZIFITÄT: wir reden hier immer nur über Goniopora, aber nicht explizit über Goniopora-Arten! Unter Umständen vergleicht man hier Äpfel mit Birnen!

    H Hersteller

  • hey all,

    Julian sagt doch in seinem Artikel: Er tippt auf zu wenig Eisen und Mangan. Er liefert dafür auch eine sehr gute Begründung: Diese Spurenelemente werden in unseren Riffaquarien sehr schnell zu Mangelware und Goniporen schein darauf mehr als alle anderen angewiesen zu sein.

    Ob das stimmt...... how knows.

    Wer jedenfalls mit BAlling die Spuris dosiert sollte länger was von seinen Gonioporen haben. Quad est demonstrandum

    MfG

    Michael

  • Zitat

    Original von Michael R-S
    Julian sagt doch in seinem Artikel: Er tippt auf zu wenig Eisen und Mangan. Er liefert dafür auch eine sehr gute Begründung: Diese Spurenelemente werden in unseren Riffaquarien sehr schnell zu Mangelware und Goniporen schein darauf mehr als alle anderen angewiesen zu sein.

    Hi,

    liefert er auch eine Begründung, warum er das denkt?

    Sowohl Eisen und Mangan sind Mikronährelemente im Korallen- und Zooxanthellenstoffwechsel. Und das ist bei allen zooxanthellaten Korallen gleich. Entweder sie hätten einen höheren Bedarf, weil sie die Elemente in ihr Skelett einbauen, was aber wohl nicht der Fall ist, oder sie hätten gegenüber allen anderen Korallen einen Eisen- und Manganabhängigen Stoffwechselweg, der weitaus stärker gefahren wird als in anderen. Nur was soll das sein und warum soll das sein?

    Was die Einlagerung von Eisen ins Skelett angeht: das macht die nicht-Steinkoralle (sondern Octokoralle) Heliopora coerulea ja vor. Aber wenn Eisen in unseren Aquarianen eine derartige Mangelware wäre, könnte diese Koralle bei uns gar nicht so toll gedeihen bzw. würde in ihr Skelett keine Eisensulfate einlagern, was sie jedoch tut. Klar, das ist mit Sicherheit eine Form des Eisens, die nicht unbedingt für Zooxanthellen verfügbar ist (vielleicht nach Umwandlung doch?), aber dies ist ein Beispiel dafür, das Eisen durchaus in unseren Becken vorhanden ist.

    Ich halte es für viel wahrscheinlicher, das es sich um ein prinzipielles Makronährstoffproblem handelt, und sich nicht auf der Basis von Spurenelementen abspielt, wie Sprung es diskutiert.

    H Hersteller


  • Hallo,

    wie erklärst Du Dir dann die Erfolge durch Zugabe von Eisen und Mangan, welche einer Ausbleichung vorbeugen und diese sogar rückgängig machen?

    Andreas!

  • Zitat

    Original von JestersTear
    Hallo,

    wie erklärst Du Dir dann die Erfolge durch Zugabe von Eisen und Mangan, welche einer Ausbleichung vorbeugen und diese sogar rückgängig machen?

    Andreas!

    Hi Andreas,

    dann bestand in diesen Fällen eine Eisenlimitierung und/oder Manganlimitierung der Zooxanthellen. Aber das heißt nicht, das dies der allgemeingültige Parameter bei der Goniopora-Haltung ist!

    Es gibt Gonioporas, die verkümmern, ohne das sie an Zooxanthellenfärbung verlieren, also deren Zooxanthellenpopulation stabil bleibt! In diesen Fällen geht es den Zooxanthellen also gut und das hat dann nix mit Eisen oder Mangan-Limitierung zu tun, trotzdem sterben die Kolonien!

    Es gibt manche Goniopora-Arten, die sich im Aquarium auch längere Zeit gut halten und auch vermehren lassen. Es gibt andere Arten, die nach kurzer Zeit eingehen! Deshalb meine Bitte der genaueren Artbestimmung, damit man eben nicht Äpfel mit Birnen vergleicht!

    H Hersteller

  • Hey Jörg,

    jaaaa, es ist noch vieles im Dunkel bei Gonipora.

    Also: Julian sagt, dass Eisen und Mangan zum einen wichtig für die Zooxanthellen aber auch wichtig für den Abbau von freien Sauerstoffradikalen ist. Nehme ich mal so hin. Als Beweis führt er das Waikiki an: Dort haben die in einem Außentank mit Meerwasser (gefilter, also ohne Plankton) super Erfolge mit Goniporen. Setzen die sie aber in Becken mit künstlichem Seewasser kümmern die und bleichen aus. Zurück im Außentank regenieren die sich. Er sagt, es würde nicht am Licht liegen, da es sonst keine Erfolge in Aquarien gäbe - außerdem sei unser Licht mittlerweile so gut, dass er das ausschließe.
    Ich glaube allerdings, dass ist auch wieder nur ein Stück der Wahrheit. Goniporen wachsen zum Teil in sehr verschmutzten Gewässern: Hafenbereich. Zu wenig Licht kann also nicht für die Misserfolge verantwortlich sein. Vielleicht aber ein Nährstoffaustrag per Abschäumer...., zu geringe Suspensionsstoffe im Wasser, zu viel Licht! und Eisen und Manganmangel, zu wenig sonstige Nahrung (Starvation wird in Amerika als anderer sehr wahrscheinlicher Grund gehandelt).
    Jedenfalls gibt es zu Julian's Theorie noch keinen wisschenschaftlichen Beweis. Leider.

    Mit ratlosen Grüßen

    Michael R-S

  • Ach ja, ganz vergessen,

    Jörg: Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Gonipora, die teilweise sehr unterschiedliche Ansprüche (haben sollen). Dann wird Gonipora oft gerne mit Alveopora verwechselt, die nach vielen Berichten besser haltbar sein sollen.
    Man sollte also bei Haltungserfolgen erst einmal nachfragen, welche Gonipora oder Alveopora das ist und dann die genauen Haltungsbedingungen untersuchen.

    Wäre doch ein nettes Projekt hier fürs Forum: Wer hat Goniporen oder Alveoporen und wie halten die sich bzw. wie werden die gehalten?

    Mit wissbegierigen Grüßen

    Michael R-S

  • Zitat

    Original von Michael R-S
    Ach ja, ganz vergessen,

    Jörg: Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Gonipora, die teilweise sehr unterschiedliche Ansprüche (haben sollen). Dann wird Gonipora oft gerne mit Alveopora verwechselt, die nach vielen Berichten besser haltbar sein sollen.

    Hi Michael,

    ... meine Rede. Tja, um Goniopora von Alveopora unterscheiden zu können, reicht es nicht, nur bis drei Zählen zu können :D. 24 Tentakel bei Goniopora zu 12 Tentakel bei Alveopora zu zählen, sollte doch schon machbar sein.

    Ich denke, keine schlechte Idee:

    Also, wer hat Erfahrungen in der Goniopora Haltung, egal ob positiv oder negativ. Am besten mit Artennamen!

    H Hersteller

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