Wie wichtig ist der Salzgehalt

  • Hallo,

    aus gegebenen Anlass (vielleicht hat der eine oder andere schon meinen anderen Thread gesehen) wollte ich mal eine Diskussion anstossen, wie wichtig der genaue Salzgehalt wirklich ist.

    Normalerweise hört man ja immer, dass gerade emfpindliche SPS einen hohen Salzgehalt haben möchten und dass es bei Salzgehaltschwankungen mit Krebsen, Garnellen usw. große Probleme gibt.

    Nun ist durch einen blöden Messfehler (mein Refrak war auf 0ppm geeicht, hat aber bei tatsächlichen 35ppm bei mir 40ppm angezeigt - den Salzgehalt habe ich mit diesem Gerät eingestellt, sodass mein Becken von Anfang an mit nur ca. 29,5ppm gelaufen ist :winking_face_with_tongue: ).

    Ich habe und hatte bei dem viel zu niedrigen Wert der Reihe nach:
    - Einsiedlerkrebse
    - Schnecken
    - eine Seriatorpa (2 Wochen)
    - Einsiedler / Seeigel (1,5 Wochen)
    - eine Acropora tumida und eine weitere Acropora sp. (vermutlich selago) (1 Woche)
    - eine weitere Acropora und Montipora (aber erst seit gestern)
    eingesetzt.

    Die Seriatoproa ist zwar heller geworden (ich habe aber auch kaum Nitrat - nur ca. 0,4mg/l und Phosphat ist ca. bei 0,035), wächst aber seit zwei Wochen.
    Die Selago (nenne sie einfach mal so) wächst definitv im Fußbereich recht ordentlich - bei der tumida kann ich das nicht genaus sagen - möglichederweise ist diese noch nicht gewachsen, Wachstumsspitzen sind aber (noch?) vorhanden.

    Außer einer Schnecke, die von Anfang an einen verletzten Fuß gehabt hat habe ich noch keinen Verlust der Tiere bemerkt - das alles bei den niedrigen Werten.

    Die Farben der Korallen haben sich bei denen, die ich länger habe eher noch verstärkt!

    Kalkalgen wachsen recht gut - Fadenalgen bleichen mittlerweile komplett aus, normale Rotalgen wachsen gerade auch gut.

    Allgemein ist die Einfahrphase sehr kurz gewesen - keine Schmieralgen, keine Cyanos oder Kieselalgen - gleich Fadenalgenwachstum (zunächst sehr stark) und fast gleichzeitig Kalkalgenwachstum in den schattigen Bereichen - allerdings setze ich auch eine neue Osmose mit nachgeschalteten Mischbettfilter ein).

    Ich will jetzt nicht behaupten, dass der niedrige Wert gut war (und er wird ja auch auf normal erhöht - schon wegen der KH, die ich mit Balling stabiliseren musste, da sie auf ca. 5.5 abgerutscht war) - aber geschadet scheint das nicht zu haben.

    Ich frage mich also wirklich: wie wichtig ist die Höhe des Salzgehaltes? (Es gibt ja auch in den Meeren unterschiede - natürlich nicht so wie bei mir - das sind glaube ich schon Nordseewerte) Ist vielleicht nur die Konstanz wichtig (die relativ schnelle Erhöhung von 29.5 auf 32.5 innerhalb von 16 Std - schrittweise! - scheint momentan auch noch kein Tier zu stören) - oder ist der Parameter allgemein überschätzt?

    Gruß,
    Carsten

  • Hallo Carsten,

    da die Tiere, die wir im Riffaquarium pflegen, meist aus unterschiedlichen Meeresregionen kommen, die unterschiedliche
    Salzgehalte haben, stellt der Salzgehalt im Aquarium immer einen Kompromiss dar. Er sollte im Bereich von etwa
    33 - 35 g/l liegen, viele Tiere vertragen aber auch Werte deutlich darunter oder darüber.

    Da du die Toleranz jedes einzelnen Lebewesens in deinem Aquarium nicht kennst, solltest du dich an den Normalbereich
    von 32-35 halten. Eine Euphyllia hätte dir deine Salinität von 29,5 wahrscheinlich übel genommen.

    Und wie bei allen Wasserwerten gilt: Vor allem die Konstanz ist wichtig, Veränderungen sollten nur äußerst langsam erfolgen.

    Gruß Armin

  • Hallo,
    danke für die Antwort. Das der Wert konstant bleiben soll ist schon klar, dass es eine große Spannbreite gibt ebenfalls (Rotes Meer hat glaube ich sogar 41). Mittlerweile ist der Wert ja bei 34 gleichbleibend und die Korallen wachsen wohl auch besser, aber wundern tuts mich schon - gab praktisch keine Probleme - selbst 2 über LS eingeschleppte Seehasen (was man nach Wochen noch alles findet :D) hatten offensichtlich keine Probleme.
    Klar: eine Euphyllia habe ich nicht (wußte gar nicht, dass die hier so empfindlich sind - hatte davon auch über die Jahre einige (mit-)gepflegt und die sind mir immer als unverwüstlich vorgekommen).

    Gruß,
    Carsten

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