Vorstellung und wie üblich auch Fragen

  • Hallo zusammen,

    meine Name ist Timo und ich wohne in Salzkotten, was in der Nähe von Paderborn ist. Ich betreibe seit ca. 2002 Süßwasseraquaristik und habe dieses Jahr den Schritt gewagt mein größtes Süßwasserbecken in ein Meerwasserbecken umzugestalten. Das Becken ist ein Deltaförmiges Eckbecken mit ca. 385L Bruttoinhalt. In das Becken haben ca. 40 KG Lebendgestein Einzug gefunden. Als Abschäumer habe ich mir einen gebrauchten Tunze 9010 als Innenabschäumer zugelegt, da keine Bohrungen vorhanden waren und ich so keine vernünftige Möglichkeit habe ein Technikbecken aufzustellen. Die Strömung wird von einer Tunze Nanostream (2500 L/h) und zwei JBL Proflows (je 1000 L/h) erzeugt, die in einem Dreieck angeordnet sind und über Zeitschaltuhren im gleichtzeitig und im Wechsel geschaltet werden. Eine Proflow ist noch im Riffaufbau versteckt. Als Lampe hängt eine 150W HQI mit (ich glaube 15 oder 16000 Kelvin) drüber.

    Mein momentaner Fischbesatz besteht aus 4 Clownfischen (Amphiprion ocellaris) und einem Palettendoktorfisch. Ja ich bin Nemofan :smiling_face:
    An niederen Tieren finden sich 6 kleine Kupferanemomen 2 pinke Anemomen (Ich meine es sind Floridaanemonen), eine Seewalze, einige Ricordeas, einige Scheiben- und Krustenanemonen, Röhrenwürmen und was weiss ich was ncoh alles da ist.
    Wirbellose habe ich eine unbekannte Anzahl an Einsiedlern und einen Porzelankrebs
    An Korallen ist mittlerweile auch einiges hinzugekommen. Im wesentlichen sind es Weichkorallen und seit letztem Wochenende auch einige LPS Steinkorallen, darunter eine Wulstkoralle, eine Hirnkoralle und noch welche die ich nicht kenne. Eine SPS ist dabei, wenn ich das richtig gesehen habe ist es eine Montipora hoffmeisteri. Die Korallen stammen aus einer Beckenauflösung von daher muss ich nochmal genau rausfinden was das alles ist.

    Nun zu meinen beiden Fragen:

    1. Ich habe momentan leider einen Phosphatwert von ca. 2,4 mg/l und muss den wohl aufgrund der Steinkorallen senken. Zumindest ist dies das Ergebniss meiner Recherche. Die Frage ist nur wie schnell und am besten womit? Ich habe noch einen JBL Aussenfilter, den ich als Bypass anmachen könnte. Er is momentan komplett leer. Also nichtmal die Filterkörbe sind drin.

    2. Für die Versorgung der Korallen stehe ich etwas auf dem Schlauch. Bis jetzt würde ich zur Ballingmethode tendieren. Wozu würdet ihr mir raten.

    Liebe Grüße
    Timo

  • Hallo Timo,

    herzlich Willkommen im Meerwasserforum :smiling_face:

    Bist du sicher, dass dein PO4-Wert stimmt? Der ist schon sehr hoch. Mit welchem Test hast du gemessen?
    Bitte, poste doch der Vollständigkeit halber auch deine anderen Wasserwerte. Ein paar Fotos würden das Bild abrunden :smiling_face:

    Es stellt sich ja nicht nur die Frage, wie man den PO4-Wert senken könnte, sondern vor allem auch wo er herkommt. Erst dann macht auch die Suche nach einer Lösungsmöglichkeit Sinn.
    Hast du evtl. gebrauchtes LS? Welchen Bodengrund hast du und wie hoch ist er?

    Generell gilt, dass Veränderungen - also auch die Veränderung der Wasserwerte - immer möglichst langsam durchgeführt werden sollen.

    Auch zur Beantwortung deiner zweiten Frage wäre es gut, deine Wasserwerte zu wissen.

    Wenn du Hilfe bei der Bestimmung deiner Tiere brauchst, stell hier einfach Bilder ein, dann wird dir geholfen :smiling_face:


    Viele Grüße,
    Sabine

    P.S.
    Den Palettendoktor in deinem Becken solltest du noch einmal überdenken.
    Hier einige Haltungsinfos zu dem Tier:
    Paracanthurus hepatus - Palettendoktorfisch

    EDIT:
    noch eine andere Bemerkung zu deinem derzeitigen Besatz:
    Ich wage zu bezweifeln, dass du mit den vielen Anemonen auf Dauer in einem 385L-Becken glücklich wirst.
    Kupferanemonen können bis zu 40cm Durchmesser erreichen. - Da hast du bald ein Artenbecken und bekommst vermutlich große Probleme mit deinen restlichen Korallen was Vernesselungen betrifft.

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
    http://www.seaspirits.de
    ________________________________

    Nur was Menschen kennen, können sie lieben.
    Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.

  • Hallo Timo,

    zum von Sabine geschriebenen wäre noch zu sagen, dass 4 ocellaris eigentlich auch nicht gut sind, ein einzelnes Paar wäre "genug", bei mehr Tieren gibt es meist über kurz oder lang Zoff.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Sabine,

    Bilder reiche ich bei Gelegenheit nach.

    ich habe den Wert mit dem JBL Phosphat Sensitiv bestimmt und das zu testende Wasser mit Osmosewasser um 50% verdünnt, da er im unverdünnten Zustand über die Skala hinausging. Es handelte sich um gebrauchtes LS und gebrauchten Korallensand. Das LS sowie der Korallensand stammt aus einem 4200L Fischbecken von meinem Bekannten. Der Bodengrund ist ca. 2-3cm hoch.

    Welche anderen Wasserparameter braucht Ihr denn? Ich habe momentan leider nicht alles an Tests da. No3 Test ist alle, war aber nie über 10mg/L und den pH hab ich nur als 6,0 - 7,6 da. Insbesondere hab auch noch keine zum bestimmen von Magnesium und Calcium, die wollte ich mir die Tage noch besorgen. Wegen der Ballingmethode das war nur ne grundsätzliche Frage.

    Die letzten WW waren:
    KH: 8
    NO3: 10mg/L
    PO4: 2,4 mg/L
    NO2: < 0,1mg/L

    Zum Besatz:
    Der Doktor is zum größer werden bei mir. Wenn er groß genug is zieht er in das 4200L Becken von meinem Bekannten. Da Leben nämlich auch nur größere Tiere. Auf Dauer sollen bei mir nur kleinbleibende Fische gehalten werden.

    Das mit den Anemonen ist mir auch bewusst. Die müssen dann ausziehen bevor Sie Ärger machen :smiling_face:

  • Hi

    Ich bin zwar selbst blutiger Anfämger, aber ich nehme mir dennoch mal raus hier was zu sagen.
    Mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit ist der Hauptfaktor dein Bodengrund.
    Evtl. kannst du die Steine drin lassen. das würde ich probieren.

    lg Lino

    Einmal editiert, zuletzt von Lino (15. Juli 2009 um 01:37)

  • Hi,

    er hat ein reines Fischbecken. Er hat das LS soweit ich weiß aus einer Beckenauflösung und hatte es bei sich im Technikbecken nur zwischengehältert. Kann man dem ganzen Spuk denn nicht mit Adsorbern beikommen? Ich habe mal geschaut und ein wenig gerechnet. Dupla gibt für Siliphos eine Menge von 100ml Siliphos für 400L bei 0,5mg/L PO4. Den Preis für 840ml finde ich durchaus erschwinglich. 840ml reichen für 3360L bei 0,5 mg/L bzw. 672L bei 2,5mg/L PO4. Das ist natürlich die mathematische Lösung und ich frage mich, ob man das denn so machen kann?

    Gruß
    Timo

  • Hallo Timo,

    zunächst auch von mir ein herzliches Wilkommen.

    Deine Rechnung mit dem Absorber hat nur den Harken, dass er dauerhaft drinnbleiben muss, vermutlich auch in größerer Menge, da die Belastung nicht durch etwas Futter erzeugt wird, sondern das LS permanent Phosphat freisetzt. Immer wenn der Absorber die Konzentration im Wasser unter die des LS bringt, setzt dieses Phosphat frei um das chemische Gleichgewicht zu halten.

    Ich würde kein Riff auf solches LS bauen, denn ein laufendes Becken umbauen bedarf erheblich größerer Aufwendungen als es jetzt in der Anfangsphase zu wechseln. Natürlich musst letztenendes aber du entscheiden wie es weitergehen soll.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    Zitat

    Immer wenn der Absorber die Konzentration im Wasser unter die des LS bringt, setzt dieses Phosphat frei um das chemische Gleichgewicht zu halten.

    Hmm ok so hab ich das noch nicht betrachtet. Das löst dann wohl auch mein Verständnisproblem mit den ominösen Phosphatdepots. Die daraus resultierende Frage wäre nun wann diese Depots aufgebraucht sind. Ich hab echt keine Ahnung wieviel Phosphat sich da verstecken könnte. Momentan schrecke ich vor dem Tausch des kompletten LS zurück, da ich ich mir erstens komplett neues derzeit nicht leisten kann und dann wäre da noch die Frage der Auswirkung auf den derzeitigen Besatz.

    Gruß
    Timo

  • Nochmal zu dem Tausch der Steine, wegen dem Phosphatproblem. Ich habe in der Nähe jemanden kennengelernt, der sein Meerwasserbecken auflösen möchte. In dem Rahmen könnte ich 60 KG LS bekommen. Ich habe mir das Becken heute mal angesehen und muss sagen, dass das LS deutlich besser aussieht als meins. Es sind viele Kalkrotalgen drauf. Ich habe vor Ort mal das Wasser getestet und der Phosphatwert liegt dort bei ca. 0,5 mg/L. Er wechselt monatlich 50L auf 725L und hat den AS momentan aber auch nur 10h am Tag an. Ich bin mir da momentan unsicher. Ich hab aber das Gefühl, dass der Phosphatwert da nich aus Depots aus den Steinen kommt, sondern aus mangelnder Pflege, da dies ein Grund ist warum das Becken aufgelöst werden soll.

    Gruß
    Timo

  • Hallo Timo,

    ich würde es lassen. So kommst du aller Wahrscheinlichkeit nach vom Regen in die Traufe.
    Wenn du das LS wechseln willst, solltest du dir gutes konditioniertes LS von einem Händler holen.


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hallo Sabine,

    Ja da ist natürlich das Risiko vom Regen in die Traufe zu kommen mit dem LS. Die Sache is die, dass ich das LS umsonst bekommen würde, wenn ich das komplettte Becken nehmen würde. Das Becken haben wir uns angesehen, weil ich kürzlich festgestellt habe, dass die Verklebung an unserem Becken nicht mehr so ganz koscher ist und wir eh damit geliebäugelt haben uns ein größeres zuzulegen. Ich habe dem Besitzer auch gesagt, dass ich bzgl. des LS total unsicher bin. Frage ist, ob es sich lohnen würde es auszuprobieren, wenn man es quasi kostenlos bekommt.

    Ich habe überlegt das LS in meinem Wasseraufbereitungsbecken zwischenzuhältern und dann bevor ich es einsetze die Wasserparameter bestimme. Wie lange müsste ich es denn zwischenhältern, um feststellen zu können, dass es problematisch ist, oder anders gefragt kann ich das überhaupt feststellen in nem vernünftigen Zeitrahmen?

    Gruß
    Timo

    Einmal editiert, zuletzt von C-Hoernsche (2. August 2009 um 10:54)

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