SOS Können sterbende Krustenanemonen das Wasser vergiften?

  • Hi,
    ich habe ein 300 Ltr Deltec becken mit 80 ltr. Filterbecken.Eingerichtet Juni 2008.
    Die Einfahrphase verlief langwierig.Die Microfauna sieht gut aus.Auch keine AlgenProbleme. Aber Weich und Leder Korallen sowie Scheibenanemonen aus meinem alten Becken sind nach dem Umsetzen gestorben.
    Habe dann geduldig gewartet und Wasserwert geprüft die sind immer im grünen Bereich.
    Vor ca.6 Wochen sah alles relativ stabil aus, daraufhin habe ich eine kleine Lederkoralle und eine Gorgonie eingesetzt. Die entwickelten sich prima.
    Vor 2 Wochen habe ich dann auf einer Aquarium Börse einen Stein mit großen braunen Krusten (ca.3- 5 cm) eine weiter Gorgonie, ein kleine Anthemia-Kolonie, eine Lobopyhton und einen Stein mit blauen Discosoma und grünen Rohdactis sowie ein Kenia Bäumchen erworben.
    Die ersten zwei Tage sah alles recht gut aus, dann sah es so aus als ginge es den Krusten nicht so gut.
    Sie "schrumpelten" und schleimten auch leicht. Also standortveränderung wegen störmung und Licht.
    (Licht : 1x 150 HQI,2x24W T5 MarineDay, 1x54WT5MarineDay und 1X54 T5 Marine Blue )
    Dann viel mir auf das meine Turboschnecke beschlossen zu sterben, meinen kleinen Kaurischnecken geht es aber weiterhin gut.
    Im Laufe der nächsten Tage entwickelte sich alles schlecht, meine beiden Seeigel liegen "apartisch" im becken rum sind aber noch nicht Tot. Die Gorgonien und die Lederkorallen gehen nicht mehr auf.
    Die Rohdactis sind komplett am sterben. Einzig die blauen Discosoma sind unbeeinträchtigt.
    Das KeniaBäumchen hängt nur noch schlapp nach unten,fast so als versuche es sich in den Boden zu bohren.
    Dabei ist mir auch aufgefallen das die Polypenenden des keniabäumchens nicht mehr dunckel sind sondern fast ausgebleicht aussehen.
    Mein Fischbesatz ( 1 Mandarinen Fisch,1 Anemonen Fisch,1 Schleimfisch,2 Grundeln) sowie den Einsiedlerkrebsen geht es anscheinend gut.
    Nur 2 Borstenwürmer habe ich gestern gesehn die waren zugekringelt und sahen irdgendwie nicht gut aus.
    Ach und die Gaulerpaalgen im Filterbecken sind auch zum größten teil eingeganngen, die Drahtalgen sehen noch leidlich aus.
    Die Wasserwerte sind eigentlich ok.Ich habe auch zur sicherheit eine Probe bei meinem meerwasserhändler untersuchen lassen.
    KH: 7; No2: 0,1 ; No3: 5; Po4: 0,1 ; Mg 1120 ; Ca: 640 ; ich weiss Ca ist etwas hoch und Mg etwas zu niedrig und No2 könnte auch gerne 0 sein.
    Aber eigentlich sind die Werte doch keine Erklärung dafür das es den Kroallen so schlecht geht.
    Ich habe nun übrlegt ob die Krusten (ich weiss leider nicht was für welche das sind, wie gesagt bräunlich ca 3-5 cm groß), denen es ja auch nicht gut geht und die auch zu sterben scheinen, vielleicht etwas ins Wasser abgeben was die anderen Kroallen schädigt und die Seeigel und Turboschnecken.
    Habe heute erstmal zwei Beutel kohle reingepackt. Bin am überlegen ob ich die Krusten rausnehmen sollte.

    Hat irgendjemand eine Idee oder einen Rat für mich ?
    Können Krusten das Milieu so schädigen oder muss ich die Ursache irgendwo anders suchen ?

    Mit salzigen Grüßen und bestem Dank im voraus
    Thomas

  • Ich habe mal, ich glaube der Link war auch hier irgendwo zu finden, einen Fernsehbericht gesehen, da ging es auch um die Giftigkeit von Krusten. Der war schon ganz schön heftig, also ausschließen möchte ich Deine Vermutung nicht.

  • H(a)i!
    Ich weiß nichts im Detail über Krusten aber ich habe eine ähnliche Erfahrung mit einer Pferdeaktinie (Actinia equina) gemacht und einem meinen Fall ganz ähnlichen zufällig am Meer miterlebt.

    Eine meiner Pferdaktinien begab sich mir nichts dir nichts von einem auf den anderen Tag auf Wanderschaft, wie es den Anemonen manchmal so eigen ist. Auf jeden Fall drohte sie auf ihre Wanderschaft ein Röhrenwurmkolonie platt zu machen und ich entschloss mich die Pferdeaktinie umzusetzen. Beim Lösen der Anemone setzte diese so viel Gift frei, wie ich damals nur vermutete, am Meer später aber bestätigt bekam, dass alle meine Fische, es handelte sich um einen Schleimfisch und zwei Grundeln, innerhalb von zwei Stunden starben. An niederen Tieren gab es jedoch keine Ausfälle. Am Meer konnte ich dann später beobachten, wie jemand eine Pferdeaktinie in einen Kübel zu ein paar kleinen Fischen setzte, alle Fische waren innerhalb einer halben Stunde tot.

    Diese Pferdeaktinie hat später dann noch im Laufe der Zeit drei Spitzkofschleimfische des Nachts gefangen und eine Käferschnecke und ein Seeohr vernesselt, sodass beide Schnecken innerhalb eines Tages verendeten.

    Aus diesen beiden Beobachtungen kann man schließen, dass eine verletze Pferdeaktinie offenbar ein für (manche) Fische hochgiftiges (Nessel-)Gift freisetzt und es auch für Schnecken bei direkter Berührung alles andere als glimpflich abgeht. Oben steht das manche vor Fischen in (), da ich mehrmals beobachten konnte wie die Zweibindebrasse (Dipoldus vulgaris) absolut unbeeindruckt der Pferdeaktinie Futterbrocken klaut.

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