Strandfunde ins Aquarium?

  • Hi!
    habe mal wieder eine frage, die euch hoffentlich nicht die nackenhaare aufrichtet! :grinning_squinting_face:

    war im herbst auf den florida keys. (dort habe ich mich übrigens - nur mit schnorchel und flossen bewaffnet - von großen und offenbar merkwürdig stoischen/zutraulichen ammenhaien unter wasser ziehen lassen - tolle erfahrung, wollte ich nur mal sagen...)

    meine frage: an einem strand habe ich unmengen von teilweise grossen muscheln und kalkröhren (würmer) gefunden. natürlich alles leer. kann man die bedenkenlos ins aquarium setzen. hat das möglicherweise noch interessante nebeneffekte (einschleppung...) oder ist das eher schädlich/gefährlich?

    und: was spricht dafür/dagegen ein grosses gekauftes schneckenhaus einzusetzen (bitte keine anfeindungen, war ein geschenk!)?

    2 Mal editiert, zuletzt von Harpya (29. Januar 2003 um 14:44)

  • Du kannst sie ohne Bedenken einsetzen. Allerdings würde ich sie vorher kurz auskochen um ganz sicher zu gehen.

  • Folgender Beitrag wurde mir von Patrick zugesandt:

    hallo Harpya,

    zunächst sehe ich das problem bezüglich der großen schnecke nicht...
    gerade diese großen tiere werden in den entsprechenden ländern oft gegessen und die schneckenhäuser stellen lediglich die verpackung dar. ich finde es ist den fischern zu gönnen, wenn sie diese verkaufen können. kritisch wird es wohl dann, wenn die nachfrage der touristen so groß wird, dass die tiere in großen mengen nur wegen ihrem haus geschlachtet werden.
    die schneckenhäuser können auf unterschiedlichste weise "aufbereitet" sein.

    1 entweder sie wurden nur grob gesäubert und dann getrocknet - das merkst Du beim einweichen. je nach größe müßtest Du dann schon noch längere zeit wässern.

    2 einige schneckenhäuser werden auch geölt oder mit parafin behandelt - das würde ich auch entfernen.

    3 dann werden organische rückstände auch öfters mit einem handelsüblichen bleichmittel entfernt (z.b. chlorix)

    4 verdünnte salzsäure zum säubern der schale ist auch üblich, aber sicherlich harmlos.

    insgesamt aber schon einige gründe ein größeres schneckenhaus besser erst gut zu wässern. wenn es eine schnecke mit perlmut ist würde ich sie nicht kochen, da die schichten abplatzen können! lieber nur warm einweichen und dafür bisschen länger warten.

    punkte 2 - 4 kann ich Dir nur empfehlen auszuprobieren. vielleicht wird die schnecke ja so schön, dass Du sie gar nicht mehr ins aqua tun möchtest!

    lieben gruß,
    patrick

  • Wie immer: Vielen Dank für die Antworten!

    Eine Frage noch: wenn ich die Funde NICHT abkoche - kann ich mir dann auch positives einschleppen?

  • Zitat

    Original von Harpya
    Wie immer: Vielen Dank für die Antworten!

    Eine Frage noch: wenn ich die Funde NICHT abkoche - kann ich mir dann auch positives einschleppen?


    Hallo Chtistoph,
    Du hast die Schalen im Herbst gesammelt und vermutlich trocken gelagert. Was wiilst Du Dir damit noch "positives" einschleppen. Die Schalen sind ganz einfach tot.

  • Zitat

    Original von Tabata2
    zunächst sehe ich das problem bezüglich der großen schnecke nicht...
    gerade diese großen tiere werden in den entsprechenden ländern oft gegessen und die schneckenhäuser stellen lediglich die verpackung dar. ich finde es ist den fischern zu gönnen, wenn sie diese verkaufen können. kritisch wird es wohl dann, wenn die nachfrage der touristen so groß wird, dass die tiere in großen mengen nur wegen ihrem haus geschlachtet werden.


    Hallo Patrick,
    leider wird aber bei großen Schnecken die als Nahrung verwendet werden, fast immer ein (kleines) Loch ins Gehäuse geschlagen und es wird dadurch für Souvenirzwecke unbrauchbar. Diese Schnecken werden gezielt gesammelt, getötet und nur die Schale verwendet.
    Außerdem bekommt man mit den Gehäusen, auch wenn sie im Hersprungsland gekauft werden, spätestens am Deutschen Zoll massive Schwierigkeiten wenn sie bemerkt werden.

    Übrigens verwende ich auch Chlorix (blaue Flasche)zum Skelett bleichen. Es ist im Gegensatz zu Domestos sehr gut geeignet. Notfalls können die Teile nach abspülen und über Nacht trocknen wieder ins Becken gelegt werden.

  • Hallo alle,

    im Gegensatz zu den meisten anderen hier bin ich gegen das "Auskochen" ! Organische Reste wie z.B. das Fleisch einer Schnecke wird durch das Kochen noch mehr verhärtet. Das trifft auf alle Eiweißsubstanzen zu, die dann über einen längeren Zeitraum an das Wasser abgegeben werden. Besser finde ich das Lagern in Salzwasser (damit Restsubstanzen "vergammeln") und anschließendes gutes reichliches Spülen oder im Anschluß die Vorgehensweise von Klaus mit dem Chlorix bzw. Ätznatron wie es auch in älterer Literatur (z.B. von Jürgen Grobe oder Mayland) beschrieben wird. Ich habe auch schon mal eine verstorbene Tridacna im Garten eingebuddelt und den Organismen dort die Arbeit des Säuberns überlassen und danach einfach mit einem Gartenschlauch die Reste (anhaftende Erde) abgespült.

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