schneller Entzug vom PO4 und Reaktion von Zooxanthellenträger

  • Hallo zusammen,

    Ich verstehe etwas nicht und hoffe dass ihr mir weiterhelfen könnt. Wenn man den PO4 Wert zu schnell sinkt, mucken die Korallen und sogar sterben. Was ich mich wundere ist wieso es nicht das gleiche passiert wenn man eine Koralle von einem nährstoffreichen System in einen nährstoffarmen System umzieht. :confused_face: In diesem späteren Fall wäre die Reduzierung der Nährstoffe sogar schlagartig. Wieso mucken die Korallen bei sowas nicht, und wieso überleben meisten Korallen problemloss?

    Danke im Voraus!

    Gruß,
    Adrian

  • Die Korallen können ebenfalls erhebliche Probleme machen wenn sie von nährstoffreiche in Nährstoffarme becken gesetzt werden. Eingehen tun sie zwar in der Regel nicht, es kann aber sehr lange dauern bis sie anfangen zu wachsen und die farben ausbilden.

    Ganz wichtig für die Korallen ist, dass die Wasserwerte KONSTANT sind, ich denke nur so können sich die Zellen auf ein gleichgewicht einstellen.
    Wenn du nun po4 senkst dann geht das ja auch nicht in 2 minuten wie beim einsetzen einer Koralle sondern über ein paar tage. Dazu kommt noch dass du meistens ja po4 absenkst, die anderen werte wie no3 gleich bleiben und du somit erneut ein ungleichgewicht bildest das den korallen schadet.

  • Hallo,

    ich muss Matthias grundsätzlich recht geben, habe aber auch schon beobachtet, dass es scheinbar einen zusätzlichen "Becken-Effekt" des "Phosphat-Aquariums" gibt, also, im Becken vertragen die Korallen die Phosphatabsenkung nicht, setzt man sie in ein noch phosphatärmeres Becken um, vertragen sie es.
    Aber Extremfälle, wo nachher das Skelett gleich grün ist, vertragen weder das eine noch das andere.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    Das heisst eigentlich dass man die Korallen irgendwoanders (z.B. Quarantänebecken) temporär wärend der Reduzierung des PO4 zwischenlagern könnte. Natürlich wenn der Anzahl der Korallen und Aufwand es erlaubt. Oder sehe ich das falsch? Das würde eine schnellere Senkung ermöglichen (falls keine andere Nebeneffekte im AQ dadurch ausgelöst sein können), oder?

    Danke euch!

    Gruß,
    Adrian

  • Hallo Adrian,

    das kann so funktionieren und ist zumindest einen Versuch wert. Wenn die Korallen es dann immer noch nicht mag, kannst Du sie ja in das Quarantänebecken zurücksetzen. Vielleicht muss sich das "Phosphat-Becken" ja erst auf den niedrigeren Phosphatwert einstellen. Evtl. sind auch ein paar Wasserwechsel hilfreich, um ein neues Gleichgewicht herzustellen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi Armin,

    :grinning_squinting_face: Ist sowieso nicht für jetzt, da mein Becken erstmal die Ruhe geniessen darf. :grinning_squinting_face: Ich kann mich aber erinnern, dass es oft gesagt wird dass PO4 sich in den Steinen lagert wenn der Wert zu hoch zu lange wird. Langsam über Wochen senken kann ja Ablagerungen bedeuten, was später zu Probleme führen kann. Ist dann nicht sinnvoll eine Methode zu finden wodurch man den PO4 Wert senken kann ohne die Korallen und Anemonen kaputt zu machen? Es gibt hier in den Foren etliche Beiträge und sogar von Erfahrene MW Aquaristen die Probleme mit Algen haben die sie nicht im Griff bekommen. Meistens lassen sich diese Probleme erklären durch abgelagertem PO4. Dann wäre das eine Variante, oder habe ich eine Denkfehler? :confused_face: Ich meine es ist immer noch besser mit dieser Variante als zu dem Punkt zu kommen wo die Empfehlung die Steine weg zu werfen und neu zu starten kommen wird, oder?

    Danke dir!

    Gruß,
    Adrian

    Einmal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (21. Februar 2008 um 23:33)

  • Hallo Armin,

    sieh´s doch mal sorum: wenn man Phosphat absenkt und es gibt Probleme mit Steinkorallen, dann weiß man wenigstens, dass Umsetzen helfen kann. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob die Geduld immer die Ausschlag gebende Rolle spielt, also ob langsameres Absenken die Probleme völlig vermeidet.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi,

    Ich weiß zwar nicht welche faktoren bei der po4 absenkung für die korallen genau eine rolle spielen, der reine messwert kann es aber meiner erfahrung nach nicht sein.
    Da PO4 wenn es schnell gesenkt wird über po4-absorber praktiziert wird kann es ja sein dass durch die arbeitsmethode des po4-absorbers auch probleme entstehen die wir so schlecht abschätzen können.

    Mit dem Umsetzen in ein quaratäne becken ist vom prinzip her eine gute idee, ich hab hier schon öfter geschrieben dass leute die offensichtlich korallenprobleme aufgrund ihrer wasserwerte haben diese in ein anderes becken setzen sollen, machen tut das aber praktisch niemand weil der aufwand wohl zu groß ist.

    Mit "eben kurz" in ein quarantänebecken setzen ist es aber leider nicht getan, ich schätze so mindestens 1-2 monate braucht ein becken um sich nach so einen "po4-schock" wieder einzupendeln.

    Um nochmal auf die Ursache zu sprechen zu kommen, ich weiß zwar leider nicht welche rolle PO4 im stoffwechsel der zellen der korallen spielt, ein konstantes millieu ist aber immer grundvorraussetzung für einen ausgeglichenen zellstoffwechsel.

  • Hallo Adrian,

    bei dir geht es doch nur um einen kurzfristigen Anstieg des Phosphats durch Medikamentenzugabe, nicht um ein
    jahrelang nährstoffreich betriebenes Becken. Deshalb vergiss die Phosphatdepotpanik, senke dein Phosphat durch
    Adsorber wieder auf den Wert, den deine Tiere die ganze Zeit gewohnt waren und lass die Korallen im Becken.

    Gruß Armin

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