Hallo zusammen,
obwohl dieses Thema früher schon diskutiert wurde bin ich bei der Recherche in alten Artikeln nicht wirklich schlauer geworden. Darum möchte ich das Thema noch einmal andiskutieren.
Problem:
pH-Wert im Becken sinkt über die Jahre kontinuierlich ab.
(a) warum
(b) was tuen
Details:
Begonnen hat das Becken mit 8,0 (morgens) und 8,3 (am Abend). Der Range hat sich kontinuierlich um pH 0,1 pro Jahr verschoben. Im vierten Jahr liege ich nun bei
=> 7,6(morgens) und 7,8(am Abend)
- Fehlmessung ausgeschlossen (zwei unabhängige elektr. Messgeräte und Tropftest liefern identische Werte)
- kH liegt über Kalkreaktor gesteuert bei 9-11
- Mg liegt bei ca. 1300mg/L
- Calcium liegt zwischen 400 und 450; ich habe in meinem System über die Jahre immer einen festen Zusammenhang zwischen Calcium und kH festgestellt. Sinkt bei mir der kH-Wert, dann sinkt auch der Calcium-Wert
Ich kann einige pH-Wert senkende Mechanismen erkennen; einzig fehlt mir ein Gefühl über deren Anteil am Gesamtproblem.
Im gesamten Kreislauf habe ich 550Liter Salzwasser netto.
- Der Kalkreaktor (5 Liter Wasser netto) pumpt 10 Std pro Tag 1,5L/Std mit pH 6,2 ins System; macht in der Summe 20Liter pro Tag (immerhin 3,5% des Beckenvolumens pro Tag). Konstruktionsbedingt ist sichergestellt, dass überschüssiges gasförmiges CO2 nicht (!) ins Becken gelangt.
- Zum Nachfüllen verdunsteten Wassers werden pro Woche 50Liter Osmosewasser (Leitwert 0µs/iks) verwendet;keine Aufhärtung) zugeführt
- Wasserwechsel: 30Liter Frischwasser pro Woche, eine Woche abgestanden mit pH 7,9
- "Gammelecken" im Riff. Ich habe die komplette Rückwand mit Riffkeramikplatten gestaltet. Zwischen Aquarienrückwand und Riffkeramik ist bis zu 5mm Luft die nicht durchströmt werden - kann das ein Grund sein?
Ich tippe als Hauptverursacher auf den Kalkreaktor. Den nutzen aber andere auch und haben "angeblich" diese Probleme nicht.
(1.Frage) Wieviel % der Beckenvolumens schickt ihr pro Tag durch den Reaktor?
(2.Frage) Welchen pH-Wert fahrt ihr im Reaktor?
Sowohl Fossa/Nilsen als auch Delbeck/Sprung lassen in Ihren Standardwerken eigentlich wenig Alternativen offen; pH-Werte unter 8 im Tagesmittel seien dauerhaft schädlich und ohne dauerhafte Kalkwasserzugabe könne die Pufferkapazität des Wassers nur schwer aufrechterhalten werden.
(3.Frage) Wer fährt eigentlich sein Becken mit Kalkreaktor ohne Zugabe v. Kalkwasser.
(4.Frage) Ist die gemessene Karbonathärte ein eindeutiges Indiz für die Pufferkapazitzät des Wassers oder ist es eher so, dass bei ausreichender Pufferkapazität automatisch ein höherer kH-Wert gemessen wird.
(5.Frage): Was kann man tuen ?
- Kalkwasser ist für mich logistisch schwierig, da ich nur am Sonntag Zeit habe mich um das Becken zu kümmern.
- Erhöhen des pH-Wertes im Reaktor ist machbar, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich GroTechs MagnesiumPro bei pH 6,5 so gut wie überhaupt nicht löst.
Auswirkungen des geringen pH-Wertes
Hier setzt mein Verständnis nun vollständig aus. Ich interpretiere DelBeck/Sprung so, dass bei pH-Werten weit unterhalb von 8 die Kalksynthese der Korallen empfindlich gestört ist; warum wachsen und gedeihen die Steinkorallen dann ?
Einzig die Kalkrotalgen sind in den letzten beiden Jahren extrem zurückgegangen und langsam von festen braunen Makroalgen verdrängt worden.
Bevor eine mögliche Diskussion in die Richtung "wenn er doch ahnt, dass Kalkwasser hilft, warum nutzt er es dann nicht " abrutscht möchte ich zu Bedenken geben, dass ich nie mit Kalkwasser gearbeitet habe und in den ersten Jahren nie Probleme mit einem zu geringen pH-Wert hatte.
Vielen Dank im voraus
