• Hallo Leute,
    ich versuche schon seit geraumer Zeit heraus zu finden, wieviel Milliliter der verschiedenen Salze auf 1L Osmosewasser zu dosieren sind. Da ich keine geeignete Waage habe !

    jetzt würde mich der Umrechnungsfaktor oder die ungefähre Angabe in ml interessieren.

    vielen Dank schon mal,
    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulrich Thiemeyer
    ... wieviel Milliliter der verschiedenen Salze auf 1L Osmosewasser zu dosieren sind.


    Hi Ulrich,
    welche Salze ?

  • Hi Ulrich,

    ich würde dir ja gerne helfen und mal Volumen und Gewicht ausmessen, aber leider sind mir die Salze noch nicht geliefert worden. Der Händler hat wohl nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet. :winking_face:

    Ich denke auch, daß ein Abmessen nach Volumen auf die Dauer zu ungenau ist.
    sl-aquaristik bietet die Balling-Salze schon fertig abgepackt für je 2 Liter Lösung an, da braucht man keine eigene Waage. Verglichen mit dem Chemikalienhandel sind die Preise trotzdem noch ziemlich ok.

  • Hallo Ulli,

    Kanister 1 :
    Calciumchlorid - Dihydrat = 147g / 2L
    Magnesiumchlorid - Hexahydrat = 34 g zu den 2 Litern von Calciumchlorid - Dihydrat.

    Kanister 2 :
    Natriumhydrogencarbonat = 168g / 2L

    In Kanister 1 kommt dann noch der Jod - Fluor - Komplex 10ml/2L und in Kanister 2 kommen noch der Strontium - Komplex und der Schwermetal Komplex je 10 ml / 2 Liter hinzu.

    Davon dosierst Du pro Tag 72ml je Kanister auf 150 Liter Aquarienwasser ( inkl. Filterwasser - Volumen ) und am besten in etwa 4 oder mehr Zyklen pro Tag ( nich alles auf einmal. Klappt hervorragen mit einer Dosierpumpe.
    Wenn Du natürlich ein stark besetztes Steinkorallenwachstum hast, kannst Du natürlich die Dosis etwas erhöhen.
    Die Spurenelemente, würd ich kontrolliert beigeben, darum Messen was dem Becken fehlt und anhand der Resultate die Dosis erhöhen oder verringern.

    Kanister 3 :
    Mineralsalz = 50g / 2L
    ( Aber dieses kannst Du bei regelmässiger Dichtekontrolle und ab und an durchgeführtem Wasserwechsel vergessen ). Ist meiner Ansicht nach unnötig !

    Zu Beginn empfehle ich Dir das Becken resp. die Wasserwerte zu messen, dann die Balling-Methode 1 Monat lang durchführen und dann nochmals die gleichen Messungen durchführen. Somit kannst Du Dir ein Bild der Wirkung dieser Methode machen und bekommst im Laufe der Zeit ein gespür, von was Du wiviel dosieren kannst. Den Dosieren soll man nur da,
    wo ein Mangel herrscht, also ein Defizit vorhanden ist. Und mit der Zeit must Du auch mehr dosieren, den die Korallen ( der ganze Bioorganismus ) wächst ja, nimmt Volumen an und wird grösser.

    Bei grösseren Beigaben empfielt es sich so alle 1-2 Wochen mal den Salzgehalt zu testen, da bei dieser Methode recht viel Natrium-Chlorid ansammelt ( darum auch die Zugabe von Mineral - Salz ), welches Du aber auch mit einem Wasserwechsel ausgleichen kannst und ein Aerometer hast Du ja sicher zu Hause !

    Ich betreibe Diese Methode schon seit 7 Monaten und bis heute wurde noch kein Wasserwechsel durchgeführt. Meine Korallen " explodieren " förmlich und bereiten mir schon grosse Probleme wegen den Platzverhältnissen. Ich habe z. B. eine Tubipora musica, welche ich als kleines Stöckchen in der Grösse eines Ping - Pong - Balls gekauft hatte. In dieser Zeit von 7 Monaten wuchs diese Art auf eine Grösse von 2 Tennisbällen heran.
    Auch die anderen Korallen wie SPS-Steinkorallen der Arten Pocilliopora, Acropora, Pavona, Psammocora, Hydnophora, Seriatopora, Monitpora, Oulophyllia und Pachyseris etc. wachsen und expandieren ihr Gewebe recht gut aus.
    Auch die LPS - Steinkorallen welche ich habe z. B. Trachyphyllia, Cynarina, Fungia, Litactinia, Physiogyra Blastomussa, Caulastrea und Favia etc., gedeihen wunderbar.
    Auch die Weichkorallen wie z.B. Nephtea, Capnella, Erytropodium, sowie Gorgonien der Arten Plexaura und Pseudoplexaura wachsen und vergrössern sich jeden Tag.
    Weiterhin pflege ich eine Milleporakolonie, sowie die Krusten - Anemone Isaurus und eine Muschel der Art Tridacna crocea, welche diese Methode auch gut vertragen und wachsen.

    Die einzige Koralle die mir am Anfang etwas Schwierigkeiten bereitete, war eine Faustgrosse Kolonie von Favia abdita, bei welcher ich dachte sie verliere das gesamte Polypengewebe. Doch nach etwa 4 Wochen erholte sich diese Koralle wieder und das ganze Skelett war wieder verdeckt und nun wächst auch diese weiter.
    Musst diese Gattung der Korallen evtl. eingewöhnen.
    Der ganze Rest dagegen zeigten ihre volle Pracht schon in den ersten zwei Tagen.

    Ich empehle Dir bei grossen Becken, diese Methode parallel und unterstützend zu einem Kalkreaktor laufen zu lassen, natürlich reduzierter, da Du mit dieser Methode den KH - Wert effizient regeln kannst.

    Auch die Fische vertragen diese Methoden gut, einziger Nachteil ist, wenn Du Algenfressende Tiere besitzt, dann musst Du Dich drum kümmern, dass diese Tiere regelmässig ihr Futter bekommen, den Algen treten bei mir mit dieser Methode nicht mehr auf, das heisst nur noch kleine Fadenalgen am Auslass der des Filterauslaufes im Becken. Was sonst noch für Algen wachsen sind Kalkalgen in grossen Mengen, am Riffgestein, sowie an den Scheiben.
    Obwohl ich nicht mal hohe Wasserwerte habe :

    Nitrat : ca. 2-3mg / Liter
    Phosphat : ca. 0.03mg / Liter
    KH : ca. 8.2
    pH : ca. 8.4 am Tag, 8.2 in der Nacht
    Calcium : ca. 350mg / Liter
    Magnesium : ca. 1250mg / Liter
    Strontium : ca. 6mg pro Liter, wobei diese Messung meiner Meinung nach, eher schwer ist um durchzuführen, darum für mich ein eher spekulierter Wert ist !
    Dichte liegt bei etwa 1.024.
    Jod kann ich im Moment nicht messen.
    Die Zugabe habe ich so eingestellt, dass die Mischungen vier mal am Tag zudosiert werden, somit werden grössere Schwankungen aufgefangen.
    Das wärs mal fürs erste, bei Fragen, kannst Du mir ja mailen oder eine PN senden !

    Wünsche Dir jedenfalls viel Spass und Freude an dieser Methode.

    Servus

    3 Mal editiert, zuletzt von Uncle Tom (14. Januar 2003 um 10:30)

  • Hi Tom,

    hast du dich da nicht bei den Mengenangaben um 3 Kommastellen vertan?

    Außerdem war die Frage doch eine ganz andere: wenn Ulrich keine Waage hat, wie kann er die Salze dann sonst auswiegen, ginge das über das Volumen? Anders gesagt, wie hoch ist das spezifische Gewicht der einzelnen Salze? Und ist das unabhängig von der Kristallgröße und vom Lagerzustand (Hygroskopie)?

    Daß die Zugabe von Mineralsalz, also Meersalz ohne Natriumchlorid, unnötig ist, darf ich mal stark bezweifeln. Wieviel Na und Cl wird denn deiner Meinung nach in der Suppe sein, wenn du ein Jahr lang täglich 150 ml auf 400 Liter dosierst und im Monat 15 % Wasser wechselst?

    Solltest du aber tatsächlich Milligramm anstatt Gramm verwenden, hast du natürlich Recht, dann würde ich auch auf die dritte Lösung verzichten, allerdings bei dem Erfolg die homöopathische Variante nach Balling publizieren. :winking_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Riffbarsch (14. Januar 2003 um 10:14)

  • Hallo Thomas,

    hast recht, es sollte natürlich Gramm sein, habs auch gleich korrigiert.
    Nun, zu dem Zusammenmischen resp. dem Volumen, sollte man natürlich das folgendermassen machen.
    Zwei oder drei Kanister nehmen, z.B. mit 2.5 Liter Volumen, in die Kanister füllt man 1,5 Liter Osmose-Wasser, gibt die Salze wie beschrieben hinzu und schüttelt mal kräftig, so dass sich alles aufgelöst hat. Dann gibt man die Spurenelemente ( 10ml auf 2 Liter ) hinzu. Danach füllt man O-Wasser auf bis auf 2 Liter, mischt nochmals, thats it !
    Natürlich kann man auch das aufgenommene Wasser der Salze ( Hygroskpoie ) einberechnen, wenn man das ganz genau machen möchte, aber ich denke diese Werte fallen hier nicht ins Gewicht, ausserdem bringt dies meiner Meinung nach nichts, denn man weiss ja auch nicht 100% welche Spuris oder Mengenelemente, in welcher Form und in welcher Menge die Tiere im Aqua aufnehmen !
    Und das mit dem Weglassen von Mineralsalz gibt es keine Zweifel, da bei der Zugabe von Calciumchlorid - Dyhydrat und neu Magnesiumchlorid - Hexahydrat und den Elementen von Kanister zwei, aus der Reaktion Natriumchlorid ( also Kochsalz ) als Abfallprodukt ansammelt, darum der Salzanstieg.
    Doch wenn man diesen ja eh ständig kontolliert, kann dieser durch den Wasserwechsel beeinflusst und geregelt werden.
    Ausserdem hab ich in diesen 7 Monaten, in welchen ich diese Balling - Methode schon anwende und bisher noch kein Wasserwechsel durchgeführt habe, sondern nur verdunstetes Wasser mit O-Wasser aufgefüllt habe, einen sehr langsamen Anstieg der Dichte messen können.
    Eine Waage ist natürlich Voraussetzung zum selber mischen, doch gibt es diese wie Du sagtest, zu beziehen.


    Servus

    Einmal editiert, zuletzt von Uncle Tom (14. Januar 2003 um 10:53)

  • Zitat

    Original von Uncle Tom
    Doch wenn man diesen ja eh ständig kontolliert, kann dieser durch den Wasserwechsel beeinflusst und geregelt werden


    Nein, das klappt eben nicht. Weil sich dann die Konzentrationen zugunsten Natrium und Chlorid verschieben.

  • Hallo Thomas,

    meiner Ansicht nach stimmt das schon, denn Natrium und Chlorid sind Mengenelemente und, so weit ich mich erinnere, werden diese beiden Salze von Lebewesen wieder Ausgeschieden oder nicht verbraucht.
    Was man also im Wasser mit dem Aerometer misst, sind also hauptsächlich diese beiden Salze. Und da die Dichte ja im gesamten Aquasystem die gleiche ist, welche hauptsächlich durch diese beiden Substanzen ausgemacht wird, kann man eine gewisse Menge Wasser beim Aqua austauschen und mit neuem Wasser gleicher Dichte auffüllen, so erhält man in etwa wieder die gleiche Menge Natrium und Chloride.
    Dazu kommen noch die anderen Salze, welche aber im Altwasser verbraucht wurden und nun im System ergänzt werden.

    Gruss

  • Zitat

    Original von Thomas Chronz
    Wieviel Na und Cl wird denn deiner Meinung nach in der Suppe sein, wenn du ein Jahr lang täglich 150 ml auf 400 Liter dosierst und im Monat 15 % Wasser wechselst?

    So, da es keiner ausrechnen wollte, habe ich das mal getan und beschränke mich dabei mal auf das Natrium, Chloride und Sulfate verhalten sich ja ähnlich:

    Becken 400 Liter, Natriumgehalt 10 g/l
    tägliche Zugabe je 150 ml Ballinglösungen OHNE zusätzlichen NaCl-Ausgleich = 24,14 g Natrium pro Woche
    wöchentlicher Wasserwechsel 5%, dabei werden auch 5 % des Natriums entfernt und gegen 200 g frisches Natrium ausgetauscht.

    Der Gesamtnatriumgehalt im Becken steigt in 52 Wochen von 4 kg auf 4,42kg an, also ein Zuwachs um 10 %.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!