Frage zum Schwefel-Nitrat-Filter!

  • Hallo zusammen! Ich habe seit 8 Tagen einen Schwefel-Nitrat-Filter von Aqualight am Einlaufen. Filter ist 50/50 mit Schwefel und Korallenruch bestückt. Betrieben wird er über eine SP 3000 von AquaMedic, die über einen Bypass so läuft, dass zur Zeit 1 Tropfen pro 2 Sek. aus dem Ausgangsschlauch tropft. Nun zu meinem Problem:

    In der Bedienungsanleitung steht, dass man am Anfang nicht mehr als 1 Tropfen/Sek. haben soll - hab ich so gemacht. Allerdings sinkt der Nitratwert nicht, sondern ist nach 8 Tagen von 40 auf 50 gestiegen. Nitrit wird bei 40 angezeigt. Als ich heute Nitrit und Nitrat am Ausgang gemessen habe ist mir zudem aufgefallen, dass eine gewisse Menge des Ausgangswassers leicht nach Schwefel riecht. Ein paar Tropfen sind völlig geruchlos - fängt man aber etwa 5 ml in einem Testgefäß auf, riecht es ein wenig nach Schwefel. Ist das noch normal? Ich habe mir schonmal überlegt, dass der Filter evtl. zu langsam läuft und die Bakterien evtl. nicht ausreichend Nitrat zur Verfügung haben und sich so auf das Oxygen stürzen, was evtl. auch den Geruch auslösen könnte?? Aber wenn ich den Filter schneller laufen lasse gelangt ja auch wieder mehr Nitrit ins Wasser...

    Ein Teufelskreis...

  • Hi Gregor,

    ich habe einen ähnlichen Nitratfilter, allerdings nicht auf Schwefel- sondern auf Zuckerbasis. Sollte vom Prinzip her aber ähnlich sein. Ich habe mit diesem Filter in den ersten Monaten Nitrat und Nitrit auf Null gehalten.

    Ich habe eine Redoxelektrode in diesem Filter. Ich bin der Ansicht, dass ein solcher Filter ohne Redoxregelung nicht kontrollierbar ist.

    Wenn ich den Redox per Regelung auf -250 bis -300 gehalten habe, ist nie Nitrat oder Nitrit im Ausgangswasser gewesen, nach Schwefel hat es auch nie gerochen.

    Inzwischen läuft der Filter nur noch im Bypass, da das Becken eh kein messbares Nitrat mehr hat.

    Gruß
    Stefan

  • Hallo Gregor.
    Ich betreibe seit einigen Jahren einen Schwefelfilter, es ist ganz normal mit dem Anstieg.
    Es brauch seine Zeit, bis er eingefahren ist ca. 3 – 4 Wochen.
    Topfen pro Sekunde ist genau richtig, leichter Schwefel Geruch ist auch normal.
    Erst wenn es nach faulen Eiern richt, stimmt was nicht! :yrf
    Immer darauf achten, dass es Tropft. :thup

  • @ Nice:

    Hast Du einen Vergleichswert, wie lange es dauert, bis im Ausgangswasser des Filters kein Nitrat mehr gemessen werden kann? In der Bedienung von meinem Filter steht, das man angeblich schon ab dem 8. Tag 0 Nitrat messen können sollte. Ich persönlich halte das zwar für Quatsch, da man ja nicht alle Becken über einen Kamm scheren kann, aber stutzig macht mich das schon. Ich habe eben nochmal gemessen: Das Ausgangswasser des Filters hat bei mir nach 8 Tagen immer noch 50 Nitrat (Macherey und Nagel) und 4 Nitrit. Das Nitrat im Becken liegt ebenfalls bei 50. Nitrit ist hier nicht nachweisbar.

    Grüße

    Gregor

  • Ich muss dann doch nochmal wegen meinem Schefelfilter nerven. Also das Teil läuft jetzt seit gute 2 Wochen. Nitrat liegt sowohl im Becken als auch am Filterauslauf bei 50mg/l. Das nervt mich zwar, beunruhigt mich aber noch nicht so sehr, weil ich mal davon ausgehe, dass das ganze eh länger dauert.

    Was mich aber wirklich verängstigt ist der doch etwas hohe Nitritwert - der ist am Filterausgang nämlich jetzt schon seit mind. 1 Woche bei 4 mg/l (Salifert) bzw. bei 1 mg/l (sera). Der Nitritwert im Becken liegt bei beiden Tests mittlerweile bei 0,25 mg/l (Salifert) bzw. 0,3 mg/l (sera). Da ich keine Ahnung habe wie lange es nich dauert bis der Nitriwert am Filterausgang sinkt, mache ich mir langsam Sorgen um mein Becken. Ich befürchte, dass der Nitritwert im Becken weiter steigen könnte. Das Wasser aus dem Filter in ein Gefäß laufen zu lassen ist nicht so einfach. Bei einem Tropfen pro Sekunde muss ich dann nachts öfter mal aufstehen, um den Kanister zu leeren und neues Wasser beizufüllen.

    Irgendwelche Ideen?

  • Hallo Gregor!

    Ist zwar schon etliche Jährchen her dass ich so Dinger in Betrieb hatte aber was Du beschreibst ist normal. Bis die Bakterienpopulation auf dem Schwefel dazu übergeht den O aus dem NO3 zu brauchen kann etliche Wochen dauern. Es ist auch möglich dass sie das nie tun wenn zuviel freier O im Becken ist - etwa durch einen Abschäumer der durch den Ablauf feine Luftblasen ins Becken einbringt (ist mir mal passiert). Ansich kann man bez. Beschleunigung nichts tun, der Wachstum von Schwefelbakterien ist m.W. nicht mt üblichen Mitteln (Zucker, Alkohol, etc.) zu beschleungen.

    Grüsse
    Peter

    Einmal editiert, zuletzt von peter pigl (28. August 2007 um 07:19)

  • Zitat

    Original von Mond
    Irgendwelche Ideen?

    Ja - wie schon oben gesagt. Redoxregelung, damit klappt es sofort. Das Ausgangswasser war bei mir sofort nitrit- und nitratfrei, es ist halt nur weniger, solange die Bakterienpopulation noch nicht voll da ist. Ohne Regelung geht es imo nicht, das sieht man ganz klar, wenn man sich die aufgezeichneten Redoxwerte eines solchen Filters ansieht. Tropfenzählen ist viel zu heikel, dafür ist der Grat zwischen "Nichtstun" und "Beckenvergiften" einfach zu dünn.

    Aber interessiert ja irgendwie keinen... :face_with_rolling_eyes:

    Gruß
    Stefan

  • Sorry, aber ein SCHWEFELfilter ist eigentlich nur durch diese Tröpfchenmethode zum laufen zu bringen. Irgend eine Steuerung ist da eigentlich überflüssig weil es nichts zu steuern gibt. Wenn er mal funktioniert wird der Wasserdurchlauf erhöht und gut ist's.

    Peter

  • Zitat

    Original von peter pigl
    Sorry, aber ein SCHWEFELfilter ist eigentlich nur durch diese Tröpfchenmethode zum laufen zu bringen. Irgend eine Steuerung ist da eigentlich überflüssig weil es nichts zu steuern gibt. Wenn er mal funktioniert wird der Wasserdurchlauf erhöht und gut ist's.

    Ok, vielleicht verstehe ich das ja alles falsch. Mein Nitratfilter arbeitet wie gesagt auf Zucker- statt Schwefelbasis, evtl. ist beim Schwefelfilter ja alles anders.

    Also zu meinem Verständnis: in den Filter wird ein sauerstoffarmes Milieu erzeugt, in dem den Bakterien zwar Futter bereitgestellt wird, in dem sie aber durch die Sauerstoffverknappung gezwungen sind, den Sauerstoff aus dem Nitrat zu veratmen? So funktioniert zumindest mein Nitratfilter. Ist das bei dem hier besprochenen auch so?

    Gruß
    Stefan

  • Grundsätzlich ja, nur ist hier das Futter der Schwefel. Wenn man den Durchflüss zu sehr reduziert wird Sulfat produziert (faule Eier), bei zu starkem Durchfluss entsteht kein anaerobes Millieu. Das mt 1 Tropfen/Sekunde ist da der Grad auf dem beim Starten gewandert wird. Wenn das ganze mal funktioniert wird der Durchfluss start erhöht - kommt auf die Grösse des Filters an. Dann ist eine permanente Überwachung und Regelung nicht mher nötig.

    Peter

  • Ok, danke für die Erklärung. Dann funktioniert er genau wie mein Nitratfilter, nur das Bakterienfutter ist ein anderes.

    Zitat

    Original von peter pigl
    Dann ist eine permanente Überwachung und Regelung nicht mher nötig.

    Das sehe ich allerdings ganz anders. Das Redoxpotential sollte man permanent messen. Wenn das zu weit fällt, muss wieder frisches Aquarienwasser reingepumpt werden. Nur so kann man sicher im richtigen aeroben/anaeroben Bereich bleiben.

    Der Nitratabbau findet im Idealfall bei einem Redoxpotential von -250 bis -300 statt. Steigt der Wert über -200, findet kein Nitratabbau mahr statt, da genug freier Sauerstoff zum veratmen vorliegt. Fällt der Wert unter -300, entsteht der Geruch nach faulen Eiern und das Becken wird vergiftet.

    Die Bakterienpopulation verhält sich aber so unberechenbar, dass man da ohne Regelung nicht rangehen sollte. Den Punkt, an dem der Filter sicher arbeitet, trifft man sonst nur mit viel Glück. Tropfenzählen hilft kaum, da man den aktuellen (und sehr schwankenden) Sauerstoffverbrauch der Bakterien nicht kennt. Anfangs verbrauchen die kaum etwas, so dass man kaum Wasseraustausch braucht. Mit Tropfenzählen wird man so immer im zu aeroben Bereich liegen und keinen Nitratabbau erzielen.

    Nach einer gewissen Laufzeit wächst die Bakterienpopulation stark an. Dann kommt man leichter in die Phase, in der Nitrat veratmet wird, rutscht aber auch ruckzuck unter die -300 und vergiftet sein Becken.

    Ich hatte die Regelung meines Filter immer protokolliert. Wenn man sich die Messkurve ansieht, ist es wirklich überraschend, wie stark sich die Regelfrequenz mit zunehmender Bakterienpopulation verändert. Das bekommt man durch Erraten des aktuellen Sauerstoffgehalts (nichts andres ist Tropfenzählen) nie auf Dauer in den Griff.

    Ich hatte die Regelung per IKS gemacht und ihn so eingestellt, dass er bei -300 in Alarm gehen soll und die Regelung einstellt. Der Filter ist dann vom Becken isoliert und kein vergiftetes Wasser kann ins Becken gelangen. Dieser Alarm wurde tatsächlich einmal ausgelöst, als die Bakterienpopulation so weit explodiert war, dass sogar ein permanenter Frischwasserstrom das Abkippen ins anearobe nicht verhindern konnte. Ich musste dann das Bakterienfutter reduzieren und den Filter spülen. Mit einem nicht überwachten Filter hätte ich mir spätestens dann das Becken vergiftet.

    Gruß
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Der_Stevie (28. August 2007 um 11:11)

  • Ein Schwefelfilter ist da wesentlich einfacher und auch berechenbarer. Was ich mich erinnern kann ist die Faustformel 1l/Std. auf 1l Schwefel und das funktioniert völlig problemlos. Ich kenne auch keine Anwendung bei der eine Steuerung verwendet wird und die Filter sind dafür normal auch gar nicht vorbereitet. Wenn Dich das näher interessiert:

    LINK

    Der Grund warum ich mit dieser Technik wieder aufgehört habe: ich habe ganz einfach den Ca-Wert nicht mehr in den Griff bekommen und permanent überhöhte Werte gehabt. Es soll da auch andere Probleme geben - sind bei mir aber nicht aufgetreten.

    Durch den Einbau eines Jaubert fahre ich seit Jahren wesentlich problemloser und einfacher als mit jedem Nitratfilter.

    Peter

  • Naja, man hört halt oft entweder "mein Nitratfilter reduziert kein Nitrat" oder "Nitratfilter sind Zeitbomben". Eine Regelung hat kaum einer. Kein Wunder, dass die meisten mit Nitratfiltern negative Erfahrungen haben.

    Dass du meinst, mit Schwefel als Futter wäre der Filter unkritischer, wundert mich schon. Das Prinzip ist ja weitgehend identisch. Und die Probleme von Gregor entsprechen genau dem, was man theoretisch erwarten könnte. Nämlich aufgrund der anfangs sehr geringen Bakteriendichte einen zu hohen Redoxwert und keine Nitratreduktion. Wenn freier Sauerstoff vorliegt, rühren die halt das Nitrat nicht an.

    Mir solls aber egal sein, ich hab damit nur in den ersten Monaten das Nitrat auf Null gehalten. Inzwischen brauche ich ich ihn eh nicht mehr.

    Viel Glück noch beim Tropfenzählen... :winking_face:

    Gruß
    Stefan

    EDIT: ich hab grad noch den Link etwas gelesen. Da steht: "Es ist somit ein recht kompliziertes System, das die volle Aufmerksamkeit des Aquarianers beansprucht.
    Bei genauer Betrachtung ist dieses System nicht sehr tolerant gegenüber einer zu niedrigen oder zu hohen Kohlenstoffzugabe oder einer erhöhten bzw. verminderten Wasserzufuhr. Es birgt einige Risiken für das Aquarium."

    Genau mein Reden... das ist ohne Regelung kaum zu bewältigen.

    Einmal editiert, zuletzt von Der_Stevie (28. August 2007 um 11:54)

  • Zitat

    Original von Der_Stevie

    ....


    EDIT: ich hab grad noch den Link etwas gelesen. Da steht: "Es ist somit ein recht kompliziertes System, das die volle Aufmerksamkeit des Aquarianers beansprucht.
    Bei genauer Betrachtung ist dieses System nicht sehr tolerant gegenüber einer zu niedrigen oder zu hohen Kohlenstoffzugabe oder einer erhöhten bzw. verminderten Wasserzufuhr. Es birgt einige Risiken für das Aquarium."

    Genau mein Reden... das ist ohne Regelung kaum zu bewältigen.

    Das bezieht sich in desem Artikel aber auf die von Dir verwendete Technik und NICHT auf den Schwefelfilter!

    Peter

  • Zitat

    Original von peter pigl
    Das bezieht sich in desem Artikel aber auf die von Dir verwendete Technik und NICHT auf den Schwefelfilter!

    Sorry, ich hab das nur oberflächlich überflogen. Ist ein Haufen Text und zudem nur von einer Herstellerseite.

    Wobei ich immer noch nicht richtig verstanden habe, wie sich (abgesehen von der Regelung und der Art der Fütterung) meine Methode grundsätzlich von deiner unterscheidet.

    Gruß
    Stefan

  • Ein wesentlicher Unterschied ist dass beim Schwefelfilter eine stabile Bakterienpopulation entsteht bei der die von Dir angesprochene Problematik gar nicht auftritt.

    Das einzige Problem dabei ist dass der Wasserdurchsatz nicht zu gering sein darf, ein zuviel hat nur zurfolge dass kein bzw. ein stark reduzierter Nitratabbau erfolgt. Das ist allerdings durch einfache Verringerung des Durchsatzes sofort wieder zu bereinigen und alles bewegt sich in Grenzen die mit einem simplen Absperrhahn ohne weiteres zu regeln ist. Ansich eine - oberflächlich betrachtet - sehr einfache Sache.

    Übrigens:
    Ich bin keinesweg ein Verfechter dieser Methode und erachte (beide) nicht für unbedenklich oder ungefährlich und kann ohne weiteres darauf verzichten.

    Peter

    Edit:
    Das Thema "Schwefelfilter" wurde hier schon öfter behandelt - Suchfunktion verwenden :winking_face:

    2 Mal editiert, zuletzt von peter pigl (28. August 2007 um 22:08)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!