Re: Elemente im seewasser!!- Hä?

  • Hallo,

    Ich würde gerne genau wissen, was im Meerwasser eines Riffs so enthalten ist. Fritz.S hatte da im alten Forum mal eine Liste von Elementen und deren Häufigkeit. Leider schrieb er nicht, woher die Werte stammen. In meinem alten Baensch von 1992 finde ich andere Werte und im Internet überhaupt nichts. Kann mir jemand weiterhelfen ?


    ________________________________
    Gruß, Thomas Chronz

  • Hi Thomas :smiling_face:

    Darf ich fragen warum du das genau wissen möchtest. Meiner Ansicht nach unterscheiden sich hier leider die Angaben immer wieder, je nachdem wo man guckt.

    Daher genauer kann ich es sicherlich auch nicht sagen, mich persönlich interessiert es auch weniger. Ausser halt die wichtigen Parameter die muss man wissen.

    Viele Grüße
    Robert
    :smiling_face_with_sunglasses:

  • Hallo Thomas,
    ein Vergleich mit "Fossa/Nielsen,das Korallenriffaquarium Bd.1" gibt die selben Werte an wie Fritz in seinem Posting,ich konnte allerdings nicht alle vergleichen da dort nicht alle aufgezählt sind!
    Mich würde aber ebenfalls interessieren warum du das so genau wissen möchtestdenn letztlich sind alle natürlichen Elemente im Meerwasser enthalten?! :grinning_squinting_face:
    Nun denn, einen schönen Gruß
    Torsten

  • Hallo,

    Zitat

    Warum ?


    Dies hier mal vorab: Klar ist, daß man sein Meersalz nicht selber mischen kann, und ebenso klar ist, daß man nur ein Salz nutzt, das andere erfolgreiche Aquarianer empfehlen. Wozu sonst soll das Forum taugen, wenn nicht zum Lernen.
    Ähnlich verhält es sich mit den Spurenelementen, doch hier wird der Markt noch unübersichtlicher und es kommen noch einige do-it-yourself Lösungen dazu. In der Werbung liest man, dieses oder jene Meersalz sei naturidentisch , auf einer amerikanischen Website werden Salzmischungen verschiedener Hersteller untersucht und man wundert sich, was da tatsächlich drin ist.

    Riffe gibt es auf der halben Welt, Saumriffe, Atolle, Lagunen etc. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das Wasser da überall die gleichen Inhalte hat. Im Internet habe ich dazu leider nichts finden können. Vielleicht hat ja jemand einen Link in seiner Sammlung, der da weiterführt.

    Internet-Links sind für mich oft auch Knotenpunkte, die zu weiteren Informationen über die Biologie und Ökologie der Riffe führen.

    Je mehr ich mich um mein Aquarium und seine Bewohner kümmere, umso mehr weiß ich, daß ich nichts weiß. Also suche ich Orientierung, Informationen, um eigene Entscheidungen zu treffen. Listen, die 'wissenschaftlich' daherkommen, bringen mich da mangels ihrer Seriösität kaum weiter.

    Zitat

    Ausser halt die wichtigen Parameter die muss man wissen.

    Sind das alle wichtigen Wasser-Parameter ?
    [list=1]
    Temperatur
    Salinität
    pH-Wert
    Karbonathärte
    Nitrat/Nitrit
    Phosphat
    Calciumgehalt
    Magnesiumgehalt
    Strontium
    Jod
    [/list=1]

  • Sind das alle wichtigen Wasser-Parameter ?
    [list=1]
    Temperatur
    Salinität
    pH-Wert
    Karbonathärte
    Nitrat/Nitrit
    Phosphat
    Calciumgehalt
    Magnesiumgehalt
    Strontium
    Jod

    Hallo Thomas,
    das sind sicherlich die für uns wichtigsten und vor allem meßbarsten Wasserparameter!
    Ich gebe dir recht das eine absolute Analyse des eigenen Wassers in allen seinen Bestandteilen sicherlich interessant ist und zu einem Vergleich mit den "gemessenen natürlichen Meerwasserparametern" einlädt, aber können wir wirklich drauf reagieren? :confused_face:
    Ich werde gleich mal noch ein paar Bücher wälzen um die verschiedenen Angaben zu vergleichen!!
    Erstmal einen schönen Gruß
    Torsten

  • Hi Thomas :smiling_face:

    Ja genau bis auf Nitrit (das ich für nicht ganz so wichtig erachte, da nicht so giftig wie im Süsswasser und normalerweise misst man das nicht in einem laufenden Meerwasserbecken) ist das so sicherlich korrekt.

    Der Rest ist nun ja fast schon zu vernachlässigen. (Fast :smiling_face:
    Bei den geringsten Spuren die da vorhanden sind kann man ausreichend mit Spurenelementen entgegenwirken, obwohl man ja immer noch nicht genau weiss - was nimmt welches Tier auf. Was wird genau wie verbraucht.
    Verstehst du was ich meine?

    Aber so von der Sache her ist es sehr interessant, ich bin sicher das es Unterschiede geben wird.
    Link habe ich leider keinen, aber wenn ich was weiss dann melde ich mich.

    viele Grüße
    Robert

  • Hallo Thomas

    Ich hab die Angaben von Martin Sander kennst du sicher ist der Type der die Sanderholzausströmer vertreibt.

    Die Wasserwerte sind beinahe in jeden Teilabschnitt eines Riffes und Tageszeit abhängig verschieden. Die Werte die du in Büchern findest sollten nur Anhaltspunkte darstellen.

    Ich glaub mir schlafen gleich die Füße ein , das neue Forum ist extrem langsam und unübersichtlich :loudly_crying_face:

    Grüße
    Fritz.S

  • [QUOTE]Geschrieben von Fritz.S am 14. März 2002 23:08:14

    Hallo

    Für alle die sich mit den Elementen die sich in größerer Menge im Meerwasser enthalten sind noch nicht auseinander gesetzt haben ;-))
    mg/l


    Sauerstoff.........857000
    Wasserstoff.....108000
    Chlor................19000
    Natrium............10721
    Magnesium......1350
    Schwefel...........901
    Calcium............410
    Kalium...............398
    Brom.................67
    Silizium.............3
    Fluor.................1,3
    Argon................0,6
    Stickstoff...........0,5
    Lithium..............0,17
    Rubidium..........0,12
    Phosphor..........0,07
    Jod....................0,06
    Barium...............0,03
    Indium................0,17
    Aluminium.........0,01
    Eisen.................0,01
    usw. ....

    Im Baensch/Debelius von 1995 "der Meerwasseratlas Bd. 1" stehen folgende Angaben,ich beziehe mich auf einen Vergleich der ober aufgezählten Elemente: 
    Sauerstoff.........k.A
    Wasserstoff.....k.A
    Chlor................18880
    Natrium............10770
    Magnesium......1290
    Schwefel...........k.A.
    Calcium............412,1
    Kalium...............399
    Brom.................67,3
    Silizium.............2
    Fluor.................1,3
    Argon................4,3 mikrogramm/l
    Stickstoff...........15
    Lithium..............180 mikrogramm/l
    Rubidium..........120 mikrogram/l
    Phosphor..........60 mikrogramm/l
    Jod....................60 mikrogramm/l
    Barium...............2 mikrogramm/l
    Indium................0,0001 mikrogramm/l
    Aluminium.........2 mikrogramm/l
    Eisen.................2 mikrogram/l
    usw. ....

    alle anderen Elemente ohne direkte Maßeinheit sind milligramm/l


    Ich hoffe ich konnte dir mit den Werten erstmal helfen,hier sind aber noch viel mehr Elemente beschrieben,wenn du also noch mehr Infos brauchstmelde dich bitte! :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:
    Schönen Gruß
    Torsten

  • Hallo zusammen,

    schaut Euch doch mal die angegebenen Werte für PHOSPHOR an! 0,06 und 0,07 mg/l! In Phosphat PO4 wären das dann rund das dreifache (Phosphor mit 31 g/mol und je Sauerstoff mit 16 g/mol), also 0,18 bzw. 0,21 mg/l PO4.
    Das sind Werte für ein Korallenriff, die doch echt überzeugen, oder?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner :smiling_face:

    Sind das wirklich die relevanten Werte im Meerwasser ?
    Auf welche Stellen (welche Bereiche) beziehen sich diese gelisteten Phospahtwerte?

    In der Tat kommen sie mir zu hoch vor..... oder sind wir (oder nur ich) alle im Tiefenwahn ?

    Oder gilt das nur für Fidji und Tonga, die tiefen Wertè?

    viele grüße und schön das es bei Dir auch klappt


    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo zusammen,

    schaut Euch doch mal die angegebenen Werte für PHOSPHOR an! 0,06 und 0,07 mg/l! In Phosphat PO4 wären das dann rund das dreifache (Phosphor mit 31 g/mol und je Sauerstoff mit 16 g/mol), also 0,18 bzw. 0,21 mg/l PO4.
    Das sind Werte für ein Korallenriff, die doch echt überzeugen, oder?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo zusammen,

    schaut Euch doch mal die angegebenen Werte für PHOSPHOR an! 0,06 und 0,07 mg/l! In Phosphat PO4 wären das dann rund das dreifache (Phosphor mit 31 g/mol und je Sauerstoff mit 16 g/mol), also 0,18 bzw. 0,21 mg/l PO4.
    Das sind Werte für ein Korallenriff, die doch echt überzeugen, oder?

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Zusammnen,

    was Phosphor angeht dann wird es kompliziert, da die Nährstoffgehalte im Meerwasser tatsächlich stark variieren, v.a. zwischen ozeanischem Seewasser (abgelegen vom Kontinentalschelf) und küstennahmen (=neritischem) SW.
    Wenn man ozeanisches Meerwasser unterschiedlicher Standorte vergleicht, kommt fast genau das selbe heraus, fast genau aufgrund von Fehlern in den Messmethoden. Vergleicht man Seewasser von küstennahen Standorten, dann sind abgesehen von den Nährstoff-Elementen Stickstoff, Phosphor und Silikat die übrigen Werte auch fast identisch, aber abhängig vom Meßort.
    Wenn man in einem Gezeitentümpel Ammonium mißt und 10 Meter nebendran an der Riffkante das gleiche tut, dann wird man u.U. Werte messen können, die sich in einigen Zehnerpotenzen unterscheiden.

    Wenn man also solche Tabellen vergleicht, muß man sich des Standortes bewußt sein, man muß die Messmethoden vergleichen können und man muß (wenn nicht geschehen) auf jeweils eine vergleichbare Einheit umgerechnet werden. Ansonsten kann man es glauben oder nicht.

    Insgesamt wird oft die Arbeit von Spotte aus den 70er Jahren zitiert, seine Angaben sind doch allgemein anerkannt und können soz. als Referenz angesehen werden. Diese gelten aber nur(!) für ozeanisches Meerwasser! Ausführlich geht auch Adey & Loveland (1999): Dynamic Aquaria. auf das Thema Meerwasser ein, ich glaube die Autoren zitieren Spotte.

    Grüße Jörg

    H Hersteller

  • Hi Jörg :smiling_face:
    Erst mal herzlichen Dank für die antwort.

    noch eine andere Frage:
    welches deutsche buch könntest du mir empfehlen in bezug auf korallen und wie sie sich ernähren.. du weisst schon was ich meine gell?

  • Hallo Robert,

    sind wir schon im Tiefenrausch?
    Bei Sorokin kommt man, organisches und anorganisches Phosphor zusammengenommen, teilweise auch auf bis zu 105 Mikrogramm PHOSPHOR (High latitute reefs off East and West Australia).
    Für lagoons of atolls und lagoons of barrier reefs gibt er HÖCHSTWERTE um 28 bzw 29 Mikrogramm Phosphor an. Die Tiefstwerte sind bei 4 bzw 5,6 Mikrogramm Gesamt-Phosphor, wobei aber der organische Anteil alleine bei 3,1 bzw. 4,65 Mikrogramm liegt. Mit dem Gesamt-Phosphor kommt man bei Umrechnung auf Phosphat wieder auf rund 0,015 mg/l PO4 (5 Mikrogramm Phosphor), die Untergrenze, bei der Acropora squamosa noch Netto-Phosphataufnahme zeigt! Passt doch gut zusammen, oder?
    Falls Du jetzt nicht völlig verwirrt bist und noch die ganzen Werte auf mg/l Phosphat umrechnen kannst, kannst Du Dir ein eigenes Urteil bilden.

  • Hallo Hans Werner :smiling_face:

    Nein nein, ich bin nicht verwirrt :smiling_face:
    5 Mikrogramm = 0,005 x ca 3 = 0,015 mg PO4
    richtig?
    Da heisst aber im fast nicht nachweisbaren Bereich. Wobei null sicherlich nicht direkt anzustreben ist weil man durch den regelmässigen Futtereintrag ja sein Schärflein dazutut und null somit nicht zu erreichen sind.

    viele grüße
    Robert
    PS. Wie hoch sind im vergleich die Nitratwerte ?
    doch sicherlich dann ca. 2 -5 mg, und mehr nicht?

  • Hallo Hans Werner :smiling_face:

    Ich habe mir die von Dir geschriebenen Höchstwerte angeschaut. Diese liegen dann bei ca mit 0,09 Po4 (30 Mikrogramm)..
    dann immer noch unter 0,1 also doch recht moderat noch.

  • Hallo Robert!

    Beim Stickstoff wird´s wirklich kompliziert, weil der im Gegensatz zu Phosphor in verschiedenen Oxidationsstufen vorkommt. Nitrat ist im Riff mit unseren Mitteln nicht messbar: 3,1 bis 167,4 Mikrogramm (33,6 Mikrogramm Stickstoff) in Lagunen und bis 310 Mikrogramm (70 Mikrogramm N) in den high latitute reefs. Dazu kommen aber noch einmal ungefähr genausoviel Ammonium-Stickstoff, der durch die Algen (und Korallen!) stark bevorzugt aufgenommen wird, und 28 bis 84 Mikrogramm organischer Stickstoff in Lagunen bzw. bis 306 Mikrogramm in high latitude reefs.
    Es ist dabei schon wichtig zu wissen, dass Korallen mit 0,15 oder 0,2 mg/l NO3 sicher nicht leben können, auch mit einem Milligramm wohl nicht, weil die Aufnahmesysteme der Algen für Nitrat weniger effektiv sind, als für Ammonium oder oganíschen N.
    Stickstoff gilt nicht als der limitierende Nährstoff im Riff!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Ihr Chemiker, :grinning_squinting_face:
    die Diskussion ist überaus interessant, aber letzendlich bleiben nur sehr wenig Rückschlüsse aufs geschlossene System Aquarium übrig!? :confused_face:
    Ich habe die verschiedensten Auswertungen der unterschiedlichsten Riffsysteme über Wasserzusammensetzung und Tagesrhythmus gelesen und muß sagen das es letztlich sehr stark variiert!
    Dazu kommt , das die meisten Tiere die wir pflegen aus unterschiedlichsten Gebieten kommen und so wiederum keine allemeingültige Wasseroptimierung stattfinden kann. :confused_face:
    Aber was sollen wir tun? :confused_face:
    Nun denn, langsam wird die Diskussion ja schon zum wissenschaftlichen Symposium!?
    Gut so, da sieht man mal wie sich um die Sache gekümmert wird. Nur weiter so, auch wenn ich nicht alles verstehen werde! :face_with_rolling_eyes:!
    Gruß
    Torsten

  • Hallo Hans Werner :smiling_face:

    bisher ging ich davon aus das Korallen Ammonium, sowie Phospaht als auch Nitrat aufnehmen.
    also Nitrat weniger dafür mehr ammonium und Phosphat? Das zumindest entnehme ich aus deinem Posting. Ist das so korrekt?

    viele Grüße
    robert
    PS. kannst du mir Literatur empfehlen, ( Deutsch ) im Bezug auf Korallen und Ihre ernährung?
    Ich habe hier eindeutig ein defizit das ich aufholen muss :smiling_face:

    :winking_face:

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Robert!

    Beim Stickstoff wird´s wirklich kompliziert, weil der im Gegensatz zu Phosphor in verschiedenen Oxidationsstufen vorkommt. Nitrat ist im Riff mit unseren Mitteln nicht messbar: 3,1 bis 167,4 Mikrogramm (33,6 Mikrogramm Stickstoff) in Lagunen und bis 310 Mikrogramm (70 Mikrogramm N) in den high latitute reefs. Dazu kommen aber noch einmal ungefähr genausoviel Ammonium-Stickstoff, der durch die Algen (und Korallen!) stark bevorzugt aufgenommen wird, und 28 bis 84 Mikrogramm organischer Stickstoff in Lagunen bzw. bis 306 Mikrogramm in high latitude reefs.
    Es ist dabei schon wichtig zu wissen, dass Korallen mit 0,15 oder 0,2 mg/l NO3 sicher nicht leben können, auch mit einem Milligramm wohl nicht, weil die Aufnahmesysteme der Algen für Nitrat weniger effektiv sind, als für Ammonium oder oganíschen N.
    Stickstoff gilt nicht als der limitierende Nährstoff im Riff!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi Schlotti :smiling_face:

    Ich glaube du irrst, mir ist selber nicht alles so klar, und dazu kommt das ich es auch nicht so gut erklären kann wie ein hans-werner oder jörg. Und ich habe definitiv mehr Defizite, das merkt man dann wenn man diskutiert :smiling_face:
    Und dies will ich einfach aufholen. Meine Interessen gingen einfach lange Zeit in eine ganz andere richtung. (Plagegeister und allgemeine dinge in der Meeresaquaristik) Erst die Zeolithgeschichte und der damit verbundenen Reduzierung von Po4 und NO3 im Aquarium, haben mein Interesse auch darüber hinaus geweckt. Und da fehlt es halt bei mir .....noch..lol.
    _____________________________________

    Ich versuche halt auch daraus meine Schlüsse zu ziehen und das für mich weiter umzusetzen.

    Daher denke ich ganz ernsthaft das doch einiges an Infos auch für unsere geschlossenen Systeme zu ziehen ist.

    :winking_face: :grinning_squinting_face:
    die Diskussion ist überaus interessant, aber letzendlich bleiben nur sehr wenig Rückschlüsse aufs geschlossene System Aquarium übrig!? :confused_face:
    Ich habe die verschiedensten Auswertungen der unterschiedlichsten Riffsysteme über Wasserzusammensetzung und Tagesrhythmus gelesen und muß sagen das es letztlich sehr stark variiert!
    Dazu kommt , das die meisten Tiere die wir pflegen aus unterschiedlichsten Gebieten kommen und so wiederum keine allemeingültige Wasseroptimierung stattfinden kann. :confused_face:
    Aber was sollen wir tun? :confused_face:
    Nun denn, langsam wird die Diskussion ja schon zum wissenschaftlichen Symposium!?
    Gut so, da sieht man mal wie sich um die Sache gekümmert wird. Nur weiter so, auch wenn ich nicht alles verstehen werde! :face_with_rolling_eyes:!
    Gruß
    Torsten

    [/QUOTE]

  • Hi Robert,
    ich wollte damit lediglich sagen ,das es doch recht schwierig ist :confused_face: ,die geeigneten Ausgangsdaten zu ermitteln.
    Wie gesagt, wenn du Analysen liest,gibt es extreme Unterschiede,regional wie tageszeitlich. :face_with_rolling_eyes:
    Und das ist meiner Meinung nach das Hauptproblem.Die Auswertung der Daten stellt sich somit wohl als sehr schwierig heraus :confused_face:
    Sicher können wir das ein oder andere als Richtwert!! übernehmen,aber dann hört es meiner Meinung nach auch schon auf!
    Aber sicher handelt es sich um absolut interessante Ansätze und letztlich ist es eine Herausforderung die Naturgegebenen Werte auszuwerten, um sie dann in Anwendung bringen zu können! :winking_face:
    Yep,hoffe das wir dort Fortschritte machen und ich glaube du hast es gerade geschafft mein Interesse für das Geschriebene zu wecken!
    Werde gleich mal wieder ein wenig in den Weiten des Netzes nach Wissenswertem suchen! :face_with_tongue:
    Gruß,
    Schlotti

  • Zitat

    Original von Robert Baur
    Hallo Hans Werner :smiling_face:

    PS. kannst du mir Literatur empfehlen, ( Deutsch ) im Bezug auf Korallen und Ihre ernährung?
    Ich habe hier eindeutig ein defizit das ich aufholen muss :smiling_face:


    [/QUOTE]

    Hallo Robert,

    ich möchte hier einen Teil meiner Bibliothek bekannt geben die sich mit dem Bau, der Ökologie und der Verbreitung von Korallen und Riffen beschäftigt. Alles kann man nicht haben dazu ist die Thematik einfach zu umfangreich, das geht richtig ins Geld und andererseits ist die Literaturauswahl in deutscher Sprache beschränkt.

    Los geht es:


    „Korallenriffe“
    Ihre Verbreitung, Tierwelt und Ökologie
    von Helmut Schuhmacher
    ISBN: 3-405-12723-8

    „Das lebende Riff“
    Korallen in Vorzeit und Gegenwart
    von Dietrich H. H. Kühlmann
    ISBN: 3-7842-0290X

    „Biologie der Meereshöhlen“
    Topographie, Faunistik und Ökologie eines
    Unterseeischen Lebensraum
    von Prof. Dr. Ruppert Riedl
    ISBN: ----------
    Paul Parey Verlag, Hamburg

    „Korallenmeer“
    Verhaltensforschung am tropischen Riff
    von Prof. Dr. Hans W. Fricke
    ISBN: 3-88059-163-6

    „Grundriß der allgemeinen Algologie“
    von Dr. Rer. Nat. Hanus Ettl
    ISBN: ----------
    Vlg.G.Fischer.Jena
    Bestell-Nr.: 533 249 8

    „Kryptogamen“
    Cyanobakterien, Algen, Pilze, Flechten
    von Karl Esser
    ISBN: 3-540-15572-4

    „Stirbt das Wasser, stirbt der Mensch“
    Eine Bestandsaufnahme der weltweiten Situation
    Von Wilhelm Schneider
    ISBN 3-404-60134-3

    „Mollusken“
    Ihre Bedeutung für Wissenschafft,
    Medizin, Handel und Kultur
    von Dr. Dora Godan
    ISBN: 3-8263-3131-1
    Paul Parey Verlag, Berlin

    „Das Leben im Meer“
    Leben heute, das Leben im Meer
    von Guido Petter u. Beatrice Garau
    ISBN: 3-401-00508-1

    „Wettlauf zum Meeresboden“
    Rohstoff- und Nahrungsquelle
    von Dieter Rösner
    ISBN: 3-7844-7149-8

    „Pflanzenphysiologie“
    von Prof. Dr. Henrik Lundegardh
    ISBN: ----------
    Vlg.G.Fischer.Jena
    Schwedische Lizenznummer: 261 215/49/60

    „Hydrobiologie“
    Ein Grundriß für Ingenieure und
    Naturwissenschaftler
    von Prof. Dr. rer. Nat. habil
    Dietrich Uhlmann
    ISBN: 3-334-00240-3

    „Urania Tierreich“
    in 6 Bänden, Wirbellose Tiere 1,
    Wirbellose Tiere 2, Insekten,
    Fische-Lurche-Kriechtiere, Vögel,
    Säugetiere
    von Dr. rer. nat. habi. Hans-Eckhard Gruner,
    Dr. rer. nat. habil. Hans-Joachim Hannemann,
    Dr. rer. nat. Gerhard Hartwich, Dr. sc. nat. Rudolf Kilias
    u.v.m.
    ISBN: ----------
    Urania Verlag Leipzig Jena Berlin
    Bestell-Nr.: 2E2143

    Dies ist nur ein Teil der Literatur mit der ich mich beschäftige. Meines Wissens gibt es kein „Standardwerk“ das alle Aspekte berücksichtigt sondern man muß sich durch die Literaturverzeichnisse förmlich hindurchwühlen um auch Kausalitäten erkennen zu können. Wo ein Autor endet, machen zwei drei andere in anderen Büchern weiter. Manchmal ist das schier zum Verzweifeln. Auch jetzt habe ich rings um mich herum Berge von Büchern um diese unvollständige Liste zu schreiben.

  • Hallo Robert und Thorsten und alle anderen!

    Das mit dem Ammonium ist so korrekt, zumal es im Riff mindestens soviel Ammonium wie Nitrat gibt, die organischen N nicht zu vergessen.
    Der Grund ist einfach: Ammonium und organischer N ist schon reduziert, Nitrat muss unter Energieaufwand reduziert werden.
    Das mit dem Ammonium/Nitrat ist glaube ich bei allen Algen so. Nach den Daten, die ich kenne verhalten sich Korallen wie braune Algen.
    Über Algen gab es mal von Kohl u. Nicklisch: Ökophysiologie der Algen, ist aber vergriffen -> Unibibiolothek!
    Über Korallen kenne ich nichts deutsches, was wirklich Daten liefert.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Robert Baur
    Hi Jörg :smiling_face:
    Erst mal herzlichen Dank für die antwort.

    noch eine andere Frage:
    welches deutsche buch könntest du mir empfehlen in bezug auf korallen und wie sie sich ernähren.. du weisst schon was ich meine gell?


    Hi Robert,

    jow, ich weiß was Du meinst, aber ich befürchte, direkt auf Korallen bezogen wirst Du auf Deutsch nix finden, höchstens sehr allgemein gehalten und das sind Dinge, die Du wahrscheinlich schon (aus eigenen Beobachtungen) kennst.

    Aber ich würde Dir Vorschlagen, Du machst Dich, wenn Interesse besteht, überhaut erst einmal mit dem Thema Pflanzenphysiologie und im speziellen mit dem Thema Nährstoffe vertraut. Also was sind Nährstoffe, für was sind sie gut und wie werden sie aufgenommen ?

    Einführend kann ich Dir folgendes empfehlen:

    Strasburger (Begr.): Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Gustav Fischer Verlag.
    ==> Den findet man eigentlich in jeder halbwegs guten Bibliothek und ist absoluter Standard für alle botanischen Basics!

    Richter (!997): Stoffwechselphysiologie der Pflanzen. Thieme Verlag Stuttgart.
    ==> vielleicht etwas kompliziert am Anfang, aber insgesamt sehr gut.

    Hans-Werner hat einmal ein wie ich finde sehr schönes und verständliches Buch zitiert:
    Kohl & Nicklisch (1988): Ökophysiologie der Algen. Thieme Verlag, Stuttgart.

    Dann wären da noch:

    Lüning (1985): Meeresbotanik. Thieme Verlag

    van den Hoek (1993): Algen. Thieme Verlag
    ==> bei beiden geht es allgemein um Algen, bei Lüning steht auch was über Nährstoffe


    Was aber Deine spezielle Frage angeht, da wird zum einen aktuell noch viel geforscht (das Korallen Phytoplankton fangen und fressen weiss man noch keine 10 Jahre, das hat Katharina Fabricius erst vor einigen Jahren beweisen können!!), und das was man weiß wird dann eigentlich nur als Originalliteratur veröffentlicht, also in wissenschaftlichen Journals, und die sind dann alle in englisch verfaßt.

    Es gibt eigentlich kein Lehrbuch über die Physiologie von Korallen. Der "Sorokin" ist eigentlich ökologisch und wenig ökophysiologisch ausgerichtet, und letztlich vertraut man auf das, was er da so schreibt, es gibt keinen Vergleich außer direkt mit der Originalliteratur.

    H Hersteller

  • Das mit dem Ammonium ist so korrekt, zumal es im Riff mindestens soviel Ammonium wie Nitrat gibt, die organischen N nicht zu vergessen.
    Der Grund ist einfach: Ammonium und organischer N ist schon reduziert, Nitrat muss unter Energieaufwand reduziert werden.

    Das mit dem Ammonium/Nitrat ist glaube ich bei allen Algen so. Nach den Daten, die ich kenne verhalten sich Korallen wie braune Algen.

    Hallo Hans-Werner,
    man kann es i.d.R. auf alle Pflanzen verallgemeinern, auch Landpflanzen nehmen vorzugsweise Ammonium-N aus dem Boden auf.

    Grüße Jörg

    H Hersteller

  • Hallo zusammen :smiling_face:

    Ich bedanke mich sehr für die Ausführungen. Dann wird mich wohl mein Weg die Tage mal in die Uni führen. Da wo ich noch nie war :smiling_face: <eg>

    Dann hoffen wir das die so was auch zur Verfügung haben.

    :face_with_tongue:

  • Hallo Robert!

    Habe es gestern schon mal probiert, aber irgendwie klappt noch nich´alles so richtig.
    Das mit dem Ammonium ist korrekt so, zumal es davon im Riff auch mindestens soviel wie Nitrat gibt, und dann noch der organische Stickstoff.
    Der Grund für die bevorzugte Ammonium und Organo-N-Nutzung ist einfach: Nitrat muß unter Energieaufwand reduziert werden, Ammonium und Organo-N sind schon reduziert.
    Die Bevorzugung des Ammoniums trifft auf ziemlich alle Algen zu und Korallen verhalten sich nach den Daten, die ich habe, wie eine Kultur von braunen Mikroalgen.
    Über Algen gab´s was deutsches: Kohl und Nicklisch: Ökophysiologie der Algen, ist aber vergriffen -> Unibibliothek.
    Über Korallen kenn ich nix deutsches, was wirklich Daten liefert.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner :smiling_face:

    Man sagt Danke, ich denke ich muss mich halt wo reinlesen, und mit englisch bin ich nicht so firm.

    Schulenglisch halt aber das reicht nicht für ein Buch. Ausser ich habe zwei Jahre zeit das eine Buch zu lesen <eg>
    Daher werde ich mal schauen das ich das Buch von Kohl und N. Ökophysiologie bekomme.....

    Denn defizite muss man ausgleichen :smiling_face:

  • Hallo Hans-Werner,
    man kann es i.d.R. auf alle Pflanzen verallgemeinern, auch Landpflanzen nehmen vorzugsweise Ammonium-N aus dem Boden auf.

    Grüße Jörg
    [/QUOTE]

    Hallo Jörg,

    Kann ich leider so nicht ganz unterstützen! Bin auch da Praktiker und finde, dass z. B. Kakteen, Tillandsien und sicher noch viele andere ganz blöd auf Ammonium reagieren.
    Das entspricht auch einem Buch, Mineralstoffwechsel und Ökologie der Pflanzen oder so ähnlich, wonach eigentlich fast nur Moor- und Heidepflanzen Ammonium bevorzugen, besser gesagt, dadurch nicht geschädigt werden.
    Grund dafür (meine Meinung): Ammonium, (NH4)+, ist ein Kation und von denen müssen die Landpflanzen noch viele andere aufnehmen: K+, Ca++, Mg++, Fe++ usw. Das können sie viel besser, wenn sie das mit (NO3)- ausgleichen können.
    Andere Möglichkeit: Ammonium wirkt physiologisch sauer.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Robert,

    war auch weder auf der Uni noch länger als 4 Tage in GB (Schottland). Also nicht so resigniert!
    Für den Anfang solltest Du ´mal probieren in den Sorokin irgendwo reinzuschauen.
    Ist echt einfaches Englisch, nur die unzähligen Druckfehler sind halt blöd.
    Im übrigen ist "wissenschaftlich" immer Fremdsprache, bei den deutschen Autoren of schlimmer als bei Amerikanern.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Hans-Werner,
    man kann es i.d.R. auf alle Pflanzen verallgemeinern, auch Landpflanzen nehmen vorzugsweise Ammonium-N aus dem Boden auf.

    Grüße Jörg

    Hallo Jörg,

    Kann ich leider so nicht ganz unterstützen! Bin auch da Praktiker und finde, dass z. B. Kakteen, Tillandsien und sicher noch viele andere ganz blöd auf Ammonium reagieren.
    Das entspricht auch einem Buch, Mineralstoffwechsel und Ökologie der Pflanzen oder so ähnlich, wonach eigentlich fast nur Moor- und Heidepflanzen Ammonium bevorzugen, besser gesagt, dadurch nicht geschädigt werden.
    Grund dafür (meine Meinung): Ammonium, (NH4)+, ist ein Kation und von denen müssen die Landpflanzen noch viele andere aufnehmen: K+, Ca++, Mg++, Fe++ usw. Das können sie viel besser, wenn sie das mit (NO3)- ausgleichen können.
    Andere Möglichkeit: Ammonium wirkt physiologisch sauer.

    Hallo Hans Werner,

    ich schrieb extra "i.d.R.", Ausnhamen gibt es immer.
    Tillandsien sind Epiphyten und damit wieder ein Sonderfall, auf den ich nicht eingehen will, weil ich davon keinen Plan habe. Was Kakteen angeht so muß man bedenken, das aufgrund der speziellen C-Fixierung das Wachstum recht langsam ist und man mit Stickstoffdüngungen vorsichtiger sein sollte als bei anderen, schnellwüchsigeren Blütenpflanzen.

    Letztendlich ist Ammonium/Ammoniak ein Zellgift, das muß man bedenken! Nitrat ist da natürlich weniger problematisch. Ein Zuviel an Ammonium kann also nicht förderlich sein !

    Zur Aussage: Ammonium wirkt physiologisch sauer.
    ==> das ist richtig, wenn der Ammonium-N in die Aminoform überführt wird. Aber letztlich wird auch Nitrat in der Zelle zunächst zu Ammonium umgesetzt, weil der Stickstoff in oxidierter Form, wie Du schon sagtest, nicht verwertet werden kann. Ein Grund für die Empfindlichkeit mancher Pflanzen für Ammonium kann das also nicht sein.

    Zur Aufnahme kationischer Mineralien: In der Pflanzenzelle sind genügend anionische Teilchen wie Chlorid, Sulfat, Carbonat und v.a. viele andere organische, anionische Verbindungen aus dem Stoffwechsel enthalten, sodaß letztlich ein "Ausgleich" nicht über Nitrat erfolgen muß.

    Ich würde eher die Eigenschaft des Ammonium/Ammoniak als Zellgift für die Ursache einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber dieser Verbindung betrachten.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg!

    Ich möchte die Kakteen-Diskussion jezt nicht zu sehr vertiefen, nur noch folgendes: Die Nährstoffaufnahme muß ja an der Wurzel elektrisch einigermaßen neutral erfolgen. Eine Pflanze kann nicht nur Kationen aufnehmen, sondern sie muß auch wieder Kationen, in der Regel H+ (deswegen physiologisch sauer), abgeben oder einen Symport mit Anionen, also Nitrat oder Phosphat arrangieren.
    Kakteen brauchen für ihre rel. riesige Vakuole eine Menge Kationen (gilt auch für andere CAM-Pflanzen, also auch für viele Epiphyten), um ihren Turgor aufrechtzuerhalten. Also nehmen sie wohl am besten Stickstoff in Anionenform auf.


    Grüße

    Hans-Werner

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!