Kleine Grundel gegen Bodenbeläge gesucht

  • Hallo,

    bräuchte dringend eine Baggergrundel, die meinen Boden von Schmieralgen befreit. Weiß aber nicht welche Grundel ich nehmen soll, da mein Becken nicht so groß ist.
    Über folgende mach ich mir schon seit Wochen Gedanken und kann mich nicht entscheiden:

    - Amblygobius rainfordi
    Dafür: bleibt recht klein, könnte auch ein Paar einsetzen
    Dagegen: wenn sie überhaupt baggert, die Meinungen darüber gehen ja auseinander, dann ist die
    Reinigungswirkung wohl nicht sehr groß und ich hab schon ziemliche Beläge

    - Signigobius biocellatus
    Dafür: bleibt recht klein, könnte auch ein Paar einsetzen
    Dagegen: soll ausgesprochen heikel sein, was die Nahrung betrifft, hab ja auch noch Mandarinfische,
    die zwar an Ersatzfutter gehen, aber das Angebot an Kleinstlebewesen im Aquarium dennoch verkleinern

    - Amblygobius phalaena
    Dafür: soll sehr wirksam gegen Schmieralgen sein; hab auch ein paar Fadenalgen, die sie ebenfalls fressen soll
    Dagegen: steigt hoch, um den Sand abzulassen, was mir gar nicht gefällt; kann ich auch
    wegen der Größe nur als Einzeltier halten

    - Valenciennea puellaris
    Dafür: steigt nicht hoch, um den Sand abzulassen; gräbt auch meistens nicht so tief,
    sondern macht nur kleine Mulden, was mir sehr gut gefällt
    Dagegen: kann ich, wenn überhaupt, wegen der Größe nur als Einzeltier halten

    Wär echt super, wenn ihr mir bei der Entscheidungsfindung helfen würdet, indem ihr meine Annahmen wiederlegt oder bestätigt bzw. mir eine andere geeignete Grundel vorschlagt.

    Vielen, vielen Dank schon mal für eure Hilfe!!!

    Viele Grüße
    Maria

  • Hallo Maria,

    die Puellaris hat bei mir auch immer richtig grosse Sandhügel gebuddelt und auch den Sand von der Höhe aus abgelassen. Das schöne war, das mein Sand schön sauber war.

    Heutzutage habe ich ein paar Phalaena. Die beiden bauen nicht so grosse Hügel, eher kleine. Ab und zu sind die so fleissig am Graben, das mein Becken dann etwas vernebelt.

  • Hi Feridun,

    wie hoch steigen denn deine Phalaena zum Sand ablassen?
    Hast du denn Probleme mit zugeschütteten Korallen?

    Viele Grüße!
    Maria

  • Tja, manchmal steigen sie schon 20 cm hoch. Das passiert ab und zu mal. Die haben dann irgendwann den Rinderwahn im Hirn und vernebeln mir mein Becken. :face_with_tongue:

    Ich habe keine Korallen mehr am Bodengrund. Ich hatte mal Scheibenanemonen, die zugeschüttet wurden. Den Stein habe ich jetzt im Aufbau drin.

    Einmal editiert, zuletzt von Feridun B. (10. April 2007 um 22:01)

  • Hallo Feridun

    Möchte mich mal hier einklinken.

    Habe einen grabenden Seestern in meinen Becken.
    Spiele mit dem Gedanken mir einen Phalaena zuzulegen, da der Grabende Seestern meinen
    Bodengrund nicht frei hält.

    Frage: kann man beide zusammen halten?
    Oder hat der Seestern dann zu wenig Nahrung? :confused_face:

  • Maria,

    du hast die Vor- und Nachteile perfekt zusammen gefasst - da kann man nichts ergänzen!
    Wenn du gute Tiere bekommst (ggf bei Michael bestellen) sind Signigobius eine feine Sache. Dafür muss die Strömung aber moderat sein und im Becken sollten keine hyperaktiven Fische sein.

    Ich würde bei deinem Becken auch Sandseesterne und Sandschnecken in Betracht ziehen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hi Peter,

    ich habs befürchtet, die Entscheidung kann mir wohl keiner abnehmen ...

    Einen Sandseestern hab ich schon, aber von einer Reinigung der Sandoberfläche kann man bei dem nicht wirklich sprechen.

    Die Signigobius würd ich sofort nehmen, mein Becken wär glaub ich für die auch sehr gut geeignet (keine starke Strömung und ruhiger Besatz), wenn die Sache mit der Nahrung nicht wär.
    Wie siehst du denn die Haltung zusammen mit Mandarinfischen, ist das ein Problem, oder könnt ich die Grundeln trotzdem satt kriegen?

    Viele Grüße!
    Maria

    PS: Hab auf deiner Homepage den Bericht über diese Grundel gelesen (sehr interessant!!), momentan funktionieren aber teilweise die Links nicht, falls du das nicht wissen solltest. Der über die Fischbilder zu dem Verhaltensbericht geht nicht und vom Meerwasserlexikon aus funktioniert der Link auch nicht.

  • Hi Maria,

    Wenn dein Becken schön ruhig ist und Du Dir die Haltung zutraust, würde ich ebenfalls ein Pärchen(!) S. biocellatus empfehlen.

    Solche Tiere würde ich aber nur bei einem sehr guten Händler kaufen und ihn bitten, sie Dir bis zur Futterfestigkeit einzugewöhnen.

    Vorbildliche Händler wie Michael Mrutzek oder Joachim Großkopf machen sowas normalerweise.

    Viele Grüße
    Inken

  • Zitat

    Original von erhard
    Hallo Feridun

    Möchte mich mal hier einklinken.

    Habe einen grabenden Seestern in meinen Becken.
    Spiele mit dem Gedanken mir einen Phalaena zuzulegen, da der Grabende Seestern meinen
    Bodengrund nicht frei hält.

    Frage: kann man beide zusammen halten?
    Oder hat der Seestern dann zu wenig Nahrung? :confused_face:

    Du kannst beide zusammenhalten. Ich hatte auch einen drin.

  • Hallo Maria,

    vorsicht !!!!!!!!!


    du schreibst du hast ein DSB. Also ich habe zwar kein DSB aber Livesand drinnen mit zwei Mandarinenfische. Als Grundel habe ich ein Pärchen Valenciennea sexguttata drinnen. Meine wühlen nicht, durchkauen nur die obersten 1 cm und lassen direkt am Boden den Sand ab. Es erfolgt keine Umschichtung, das wäre für ein DSB nicht gut !.

    Seit ich die Grundeln drinnen habe, fresen meine Mandas sogar Tetra Granulat futter !!!

    ALternativ noch Krabenaugengrundeln, aber diese sind schon empfindlicher.

    Warum hast du keinen Abschäumer drinnen ?


    Gruß


    Thomas

  • Hi Thomas,

    die Valencienneae sexguttata wär auch ne Überlegung, aber ein Pärchen ist bei möglichen 14 cm Endgröße wohl nicht drin, oder?

    Die Signigobius würde mir allerdings schon besser gefallen :smiling_face:

    Zu DSB und Grundeln gibt es ja die unterschiedlichsten Theorien: von geht gar nicht bis nur die obersten cm dürfen umgegraben werden und wieder andere sagen, dass alle Grundeln eingesetzt werden können.
    Ich hab mich der letzteren angeschlossen, da ich es überzeugend finde, dass der Sand umgeschichtet werden muss, um Faulstellen zu verhindern. Die Grundeln werden ja nicht jeden Tag den Sand im ganzen Becken bis zum Boden umgraben, so dass noch genügend Stellen bleiben sollten, an denen anaerobe Bakterien leben und sich vermehren können. Aber ich hab diesbzgl. auch noch keine Erfahrung.

    Einen Abschäumer hab ich nicht, da auch ohne ihn meine Nitratwerte nahe Null sind (DSB!) und ich deswegen mit Schmieralgen in der Reinstwasserform zu kämpfen habe.

    Viele Grüße!
    Maria

  • Maria,

    Danke für den Link Hinweis - war mir neu und wird heute noch behoben :smiling_face:

    Grundel und Mandarin kommen isch nicht in das Gehege, das gibt kein Problem. Futter geht alles was klein genug ist. Problem ist meist gesunde Tiere zu bekommen. Da sind die oben genannten Händler aber eine gute Wahl.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hi

    in den untersten Schichten also der sauerstofffreien Zone erolgt der Nitratabbau, zumindest der Theorie. Also hier wäre es unlogisch ständig umzuschichten. Grundeln können sehr tief gehen und bauen zum Teil ihre eigenen Sandberge. Bin allerdings kein DSB Guru, ich selber halte nichts davon. Ich schaue lieber das überhaupt nichts entstehen kann. Ich habe von Anfang an immer 0 Werte (Nitrit, Nitrat, Amonium) und so soll es auch bleiben. O.k. ein Nitrat Wert von bis zu 5 mg würde mich auch nicht in Panik ersetzen.

    Ich halte mehr von einer guten Abschäumung, verwende für mein 280 Liter Becken einen Abschäumer der bis 2500 liter ausgelegt ist WW 5 % pro Woche. Ausgangswasser Osmose + Reinstfiltermodul. Fischbesatz nicht zu hoch ca 1cm Fisch auf 5 Liter Wasser, da kann nichts entstehen, deshal benötige ich auch kein DSB.

    Würde mich echt interessieren warum du keinen Abschäumer verwendest, habe so gelesen DSB + Abschäumer. Ich kann mir nicht vorsellen das ein DSB soviel herausholt wie ein guter Abschäumer.Ich finde eine Komnination DSB + Abschäumung irgendwie sicherer. Vieleicht bekommste ja noch hier eine Info von einem der sich im DSB gut auskennt.

    Ich bleibe totzdem bei den Valenciennea sexguttata, du kannst ja auch nur ein Tier einsetzen oder eben ein Paar, schlecht ist es hinterher noch einen zuzusetzten!, da mußte Glück haben, das sich die vertragen.

    Für eine sanfte Umchichtung kannste noch zuätzlich folgendes einsetzen:
    Sanddollar, Babylonia zeylanica, oder auch die Nassarius vibex. Diese Tiere habe ich auch drinnen.

    Gruß

    Thomas

  • Ich habe zwei Phalaena, ein grabender Seestern, ein Sanddollar und 2 Babylonia Schnecken. Dazu kommen natürlich die immer vorhandene aasfressende kleine Schnecken (weiss nicht mehr wie die heissen), Käferschnecken und Borstenwürmer. Die Einsiedler gehen sehr selten auf den Sand bei mir...

    Was Phalaena angeht, die 2 Grundel graben ständig aber irgendwie graben sie Tief nur wenn sie ein Platz unter einem Stein sich graben wollen. An den Stellen wo es keine Steine gibt (z.B. vor der vordere Glassscheibe) graben sie bis jetzt seit 3 Monaten gar nicht, sondern kauen nur oberflächlich den Sand (1-2 cm). Die Grundel essen auch Flockenfutter, Granulat, Banane, Artemien, Mysis und Mückenlarven. Daher kriegen sie genug zu essen. Da ich einen 6-7 cm Sandschicht im haupt AQ habe, findet der Stern anscheinend genug zu fressen so dass er top fit ist. Die Mandarinfische fressen hauptsächlich kleine Krebse die auf den Steinen zu finden sind und weniger von der Oberfläche des Sands. Von der Oberfläche des Sands nehem sie nur Artemia oder Mysis wenn ich futtere und etwas da landet. Daher sehe ich kein Konflikt. Die Grundel lassen sand runter bei mir nur bis ca. 10 cm Höhe und durch die Strömung landet manchmal Sand nur auf die erste 10 cm der Steine unten, aber nicht so heftig dass sie auch eine SPS Koralle runter graben würden. Ein Paar Milimeter sind bei mir an 2-3 Stellen nur zu sehen. Wenn man auf dem Sand nichts hält was dadurch gestört sein könnte dürfte kein Problem sein. Die Grundel haben mittlerweile 2 mal abgeleicht und sind richtig dick und satt. Naja, da ich lieber mehr als weniger futtere, kriegen die Detritus fresser genug. Die Grundel haben bei mir auch die Cyanos erledigt und manchmal fressen sie sogar Detritus was sich manchmal auf Steine sammelt. Baggern tuen sie bis jetzt wie gesagt nur an die Steine rum, und daher würde sie bis weiteren nicht als "alles Umschichter" sehen. Jetzt haben sie sich zig Schlaffplätze geschaft und wird nicht mehr so viel gebaggert, ausser die Schlaffplätze sauber halten. Sonst, kauen nur heftig und ständig die Sandoberfläche.

    Gruß,
    Adrian

    Einmal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (11. April 2007 um 18:00)

  • Hi Adrian,

    vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung des Verhaltens der Phalaena!!!!

    Wenn diese Grundel nicht bis zu zehn Zentimeter hoch steigen würde, wäre sie vor allem, weil sie Cyanos frißt, optimal für mich. Aber die untersten zehn Zentimeter frei zu halten, ist schon ein Problem für mich, da ich eh kein so großes Becken hab und deswegen ein paar Korallen in Bodennähe plaziert hab. Die stelle ich auch nur sehr ungern um, weils sonst da so leer aussieht.

    Viele Grüße
    Maria

  • Naja, die 10 Centimeter haben ein bischen Sand drauf aber das auch nur an 2-3 kleine Stellen. Das lässt sich zur not auch ein Paar mal die Woche mit einer Pipette wegpusten. Kann man wahrscheinlich auch durch eine gute Strömung (Stärke + richtige Positionierung) vermeiden. Bei Sachen die klein und kurz sind wäre das aus meiner Sicht ein Problem. Bei SPS z.B. würde die Grundel gar nicht in der Lage sein sie zü begraben. Die Polypen würden vielleicht gestört sein aber durch die Form der Meisten SPS (bis auf Flachwachsenden) dürfte der Sand von alleine runterfallen. Da bei mir die SPS ganz oben stehen und ich hauptsächlich SPS pflege, stört mich gar nicht. Es war ein bischen anstrengend den 2 Tridacnas zu helfen dass sie ein Platz finden der nicht im Sand lag :grinning_squinting_face: aber habe es hingekriet. Nach ca 4-5 umzügen hat ihr dann gefallen wo ich sie platziert habe. :grinning_squinting_face: LPS wie Fungia oder so die gerne auf Sand wohnen würden definitiv mit den Grundel kaputt gehen. Tubastrea oder ähnliches genau so. Die Grundel steigen nicht mit Tonen Sand im Mund und die machen das eher ab und zu (einige male pro Tag). Daher weiss ich nicht... Wenn ich zwischen den Phalaen Grundel und die andere Fische auswählen müsste würde ohne zu blicken mich für die Grundel entschieden. Das Paar schwimmt so schön zusammen und die kuscheln auch fast menschlich zusammen wenn sie schlaffen gehen. :grinning_squinting_face:

    Gruß,
    Adrian

    2 Mal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (11. April 2007 um 20:00)

  • Hi Adrian,


    ich hab zwei Tubis in Bodennähe stehen, dazu noch zwei Röhrenkorallenarten, die schon an unteren Steinen des Aufbaus festgewachsen sind, die ich also nicht mehr entfernen kann. Die Phalaena ist für mein Becken daher wohl doch nicht so geeignet.

    Wer von euch hält denn die Rainfordi und bei wem baggert sie einigermaßen ordentlich?

    Viele Grüße
    Maria

  • Hallo Maria,

    hier mal deine Bilanz:

    Phalaena nicht so gut für DSB und Livesand geeignet, sonst SUPERGRUNDEL bei gröberem Sand
    Rainfordi geeignet, aber bringt nicht viel
    Signigobius wäre o.k. zieht aber auch tiefere Gräben, vor allem als Paar, kleiner Futterspezi
    Valencienneae sexguttata gut geeignet, kaut nur an der Oberfläche, läßt an Ort und Stelle alles ab,
    Frist fast alles

    Ich empfehle dir immer noch die sexguttata.

    Gruß

    Thomas

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