Ausführliche Einleitung in Balling wo?

  • Hallo zusammen,

    Es gibt zich riesiege Balling Threads und könnte bei meinem besten Willen nicht alle durchlesen können und meisten waren auf andere Gebiete gerichtet als mein Problem. Daher bitte mich nicht schlagen. Falls die Fragen bereits geantwortet worden sind, bitte um ein Link zu dem richtigen Thread.

    Und jetzt das Problem... Nach der Einfahrphase das erste Mal Mg + Ca gemessen und 8o. Mg 960, Ca 320, KH 10. Ich habe die Werte mit MgCl2+MgSo4 Lösung bzw CaCl2 erhöht auf 1300Mg und Ca 460 und ich dachte dass ohne viele Verbraucher die Werte über den Wasserwechseln zu halten sind. Ich hatte original Tropic Marin Classic verwendet und jetzt mache ich WW mit ReefCrystals. Daher habe ich 2 Wochen lang nicht gemessen. Letzter Donnerstag nochmal gemessen und :winking_face_with_tongue: Wieder. Ca war bei 400, Mg bei 1100 und KH 8. Also 200Mg/L bei Mg in 2 Wochen ist heftig, oder? Na gut... Dann muss ich halt damit leben dass mit WW nichts wird und auf Balling dann komplett umstellen, wegen der Ionenverschiebung die entstehen würde wenn ich ständig nur Mg und Ca Anpassung machen würde, oder?

    Aber... Weil die Ionenverschiebung durch die NaHCO3 abgegliechen wird (wenn ich es nicht falsch verstanden habe), dann bräuchte man den Ionengleichgewicht durch die zugabe aller Ballinglösungen gehalten werden. Aber da fängt mein Problem an... Wenn ich NaHCO3 zugeben würde, würde meine KH steigen und der Wert ist doch optimal wie er jetzt ist. Dazu kommt, dass wenn man so einen unterschiedlichen verbrauch hat, ein Gleichgewicht der Ionen durch Balling ist doch gar nicht ein zu halten, oder? Ich meine, wenn Mg so schnelle verbraucht wird und ich kein NaHCo3 zugeben kann, wird durch die Zugabe von MgCl2 der Gleichgewicht der Ionen ständig gestört... Oder sehe ich es falsch? Dazu kommt dass duch die zugabe von MgCl2 + NaHCO3 NaCl entsteht und dadurch die Salzdichte sich erhöht und durch Osmosewasser + NaCl freies Meersalz angegliechen werden soll. Aber wenn man kein oder weniger NaHCO3 zugeben kann/darf, würde man zu mindest teilweise doch normales Meersalz verwenden müssen. Aber dass dürfte bei Balling doch nicht gemacht werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, sollte man kein normales Meersalz bei Ballingmethode verwenden. Aber dass kann nicht richtig sein, sonst wie macht man denn einen vernünftigen Wasserwechsel? Nur mit NaCl freies Meersalz? Kann nicht sein, sonst senken alle andere Werte inklusive Ca, Mg und KH... Aber wenn man sowieso den Ionengleichgewicht nicht einhalten kann, wozu die Mühe mit Balling und nicht nur Ca, Mg und KH dosieren? Dann müsste man nur für die resultierende NaCl die entsprechende Menge NaCl freies Meersalz zugeben und der Salzgehalt anstieg mit ersatz durch Osmosewasser abgleichen, oder?


    Danke im voraus!

    Gruß,
    Adrian

  • ..., wozu die Mühe mit Balling und nicht nur Ca, Mg und KH dosieren? Dann müsste man nur für die resultierende NaCl die entsprechende Menge NaCl freies Meersalz zugeben und der Salzgehalt anstieg mit ersatz durch Osmosewasser abgleichen, oder?

    Jetzt lass nur noch das Magnesium weg und du hast die klassische Balling-Methode. :grinning_squinting_face:

  • He he :grinning_squinting_face: Ja, aber gerade Mg ist bei mir ein Problem. Und weil der Verbrauch KH und Ca (auch wenn man nur Balling klassisch macht) kann auch unterschiedlich sein und dadurch Ionenverschiebungen entstehen, oder? Einen sehr einfachen Beispiel: Ich habe ein Verbrauch von 100mg/L/Woche Magnesium. KH aber nur 1. Um bei meinem AQ Mg mit 100Mg zu erhöhen, sagen wir ich muss ca 500ml MgCl2 Lösung zugeben (ob die werte so stimmen spielt für diesen Beispiel keine Rolle). Aber weil KH bei der zugabe von 50ml der Lösung um 1 erhöht wird, bedeutet dass ich bei einer "Gleichgewichtsituation der Ionen" nur 50ml zugeben darf und dadurch auch nur 50ml NaCl freies Meersalz. Dadurch, wenn man hypothetisch davon ausgeht dass 1ml jeder Lösung den gleichen Anzahl der Ionen entspricht (ich weiss dass die Aussage falsch ist, aber nur dass wir das Beispiel einfach halten), bleiben die aus 450Ml MgCl2 resultierende störende Ionen ohne einen Ausgleich. Wenn der verbrauch sich weiter so entwickelt wird die Ionenverschiebung nur noch schlimmer und schlimmer mit der Zeit...

    Die einzige Chancen um das ganze einige Massen im Griff zu kriegen, wäre entweder probieren die Verbraucher so zu berechnen dass der resultierende Verbrauch gleichmässig verteilt ist, oder dass man neue Substanzen einführt die den Gleichgewicht wiederherstellen.

    Dazu kommt noch die Unbekannte, dass mir unklar ist welche chemische Prozesse durch den Wachstum der verschiedene Verbraucher entstehen... Ich meine, es werden gewisse Komponenten dem Wasser entzogen und unter Umstände auch "Abfallprodukte" entstehen die auch auf das Gleichgewicht der Ionen sich auswirken kann...

    Ich kriege kopfschmerzen...

    Gruß,
    Adrian :face_with_rolling_eyes:

  • Hi Adrian,

    solche Kopfschmerzen bekommt man nur, wenn man unrealistische Werte annimmt. 100 mg/l Verlust an Magnesium pro Woche ist völlig unrealistisch.

    Wenn ich von ebenfalls nur sehr theoretischen und sehr hoch gegriffenen 10 mg pro Liter und Woche ausgehe, erhöht man den Chloridgehalt um 39,2 mg pro Liter und Woche. Nach einem Jahr hat sich dann der ursprüngliche natürliche Chloridgehalt von 1,98 g/l auf 2,05 g/l erhöht, wenn man den wöchentlichen 5 %-igen Wasserwechsel mit berücksichtigt. Demnach würde das Ionengleichgewicht innerhalb des ersten Jahres um 3,5 % verschoben. Nach zwei Jahren läge die Verschiebung bei ca. 3,7 %, weil die Änderungskurve immer flacher wird. Das hatte ich ja schon in anderen Beiträgen mal visualisiert.

    Und schon sind die Kopfschmerzen vorbei. :winking_face:

    2 Mal editiert, zuletzt von Riffbarsch (5. Februar 2007 um 21:04)

  • Hallo Adrian,

    mit dem Mineralsalz hast du was falsch verstanden :
    Natürlich verwendest du bei der Ballingmethode auch weiterhin zum Wasserwechsel normales Meersalz !
    Nur für das überschüssige NaCl lässt du EINEN KLEINEN TEIL Meersalz weg und nimmst dafür Mineralsalz.

    Nimm dafür den AquaCalculator von Martin Kuhn http://www.mathgame.de/Aqua/ACalc.zip der rechnet dir aus,
    wieviel Mineralsalz du brauchst. Du kannst auch mal in seine FAQ schauen http://www.mathgame.de/Aqua/Wasserparameter_FAQ.pdf
    da findest du auch viele gute Informationen.

    Du hast das Problem an der starren Anwendung der Ballingmethode ja schon selbst erkannt : Wenn in deinem Becken
    nicht geanusoviel Ca wie KH fehlt, dann muss die Zugabe eben angepasst werden. Das ist gerade der Vorteil
    dieser Methode, dass man das hier überhaupt machen kann.

    Zum Magnesium hat dir Thomas ja schon gesagt, dass der Verbrauch viel niedriger ist, als du denkst. Im Zweifelsfall
    noch ein paar Mal den Test mit frisch angesetztem Meerwasser ausprobieren, ob er immer das gleiche anzeigt.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • So... Ich machs nun wie hier von euch empfohlen würde aber bin mit einem anderen Problem konfrontiert. Dass Verhältnis des Verbrauchs für die 3 Parameter sieht zur Zeit bei mir so aus:

    Mg>Ca>KH

    Da die Karbonathärte nicht nach unten geht (wahrscheinlich weil der Salz was ich verwende eine relativ höhe KH hat) bin ich unsicher wie viel NaCl durch die zugabe von Mg (hauptsächlich) und Ca (nebensächlich) erzeugt wird, und daher weiss nicht wirklich ob ich NaCl freier Meersalz zugeben soll und falls ja wieviel? :confused_face:

    Wie geht man bei sowas vor?

    Danke euch!

    Gruß,
    Adrian

  • Hallo Adrian,

    wenn Calcium und KH nicht im üblichen Balling-Verhältnis zugegeben werden, weil einer der beiden Werte
    dann zu hoch wird, nimmt man für die Zugabe des Mineralsalzes einfach den Mittelwert aus beiden.

    Beispiel: Du hast als Zugabe täglich 1,1 g CaCl2, 1,6 g Natron und 0,48 g Mineralsalz errechnet.
    Da deine KH zu hoch wird, gibst du aber nur die Hälfte des Natrons (= 0,8 g) zu. Dann nimmst du den
    Mittelwert aus ganzer Calciumchlorid und halber Natronzugabe ((1 + 0,5) /2), gibst also drei Viertel der
    ursprünglichen Mineralsalzmenge (= 0,36 g) zu.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • OK. Ich dachte dei KH bzw. Mineralsalz mit dem gesamten Cl- Ionen zusammenhängt (d.H. CaCl2 und MgCl2). Wenn es nur CaCl2 eine Rolle spielt dann ist ja einfacher. Bei meinen 7 kleine SPS Korallen muss ich nur ca. 10-20mg/L CaCl2 zugeben und da spielt wahrscheinlich auch eine Rolle dass die Salz die ich für meinen WW wervende nur ca. 400mg/L hat und eine KH von ca. 10 und ich den Ca Wert versuche auf 420-440mg/L zu halten. Die KH bleibt zur Zeit konstant auf 9. Es ist nur einmal auf 8 gesunken aber dann nach dem nächsten WW war wieder auf 9 gestiegen. Kann es sein dass die KH auch durch den 6-7cm Korallenbruch schicht auf dem Boden hoch gehalten wird?

    Irgendwie habe ich den Eindruck dass die Mg Konzentrazion durch den geringen Gehalt des WW gesunken wird. Habe gerade berechnet und ergibt ein Verlust von ca. 20mg/L pro woche durch den WW. Mal gucken. Das Tropic Marin Classic salz was ich in Mischung mit dem ReefCrystals verwendet habe ist alle und jetzt habe ich die Grotech Coral Marine gekauft. Bei diesem Salz weisst man zu mindest das man Ca und Mg selber dosieren muss und weiss auch wieviel. Was mich ein Bischen wundert ist dass der gemessene wochentlichen Verlust grösser ist als der Berechnete. Ich habe relativ viele Kalkrotalgen und die Wachsen sehr schnell, aber ob das der Grund ist... Mein Handler meinte, dass es sein kann das Mg in meinem AQ noch nicht gesätigt ist (was auch immer das heissen mag)... Eigentlich ist er sowieso eine Stunde länger als der normalen Öffnungszeit mit mir geblieben, und wollte in mit meinen Fragen nicht weiter aufhalten. Weisst jemand was das mit dem "noc nicht gesätigt" bedeutet/bedeuten kann?

    Danke herzlich für die Hilfe!

    Gruß,
    Adrian

  • Hallo Adrian,

    das "nicht gesättigt" könnte einfach so daher gesagt sein. Sowas kommt in der Branche öfters vor.
    Es könnte aber auch auf der Erfahrung beruhen, dass sich Magnesium massiv auf Gesteinoberflächen
    anlagern kann und dann natürlich nicht mehr im Wasser vorhanden ist. Ob es da tatsächlich eine
    Sättigungsgrenze gibt, lässt sich nur vermuten.
    Der Hauptgrund für niedrige Magnesiumwerte bleibt weiterhin der teilweise geringe Gehalt in den
    Meersalzmischungen.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

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